Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

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Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#1

Beitrag von Bierpinsel » Sonntag 21. Januar 2018, 20:25

Hallo,

Reinkommen ist immer schwer, daher bitte ich um Entschuldigung oder einen Link, wenn diese Frage schon 1000x diskutiert wurde (hab eine solche noch nicht entdeckt).

Bevor ich kräftig Zeit und Geld in ein neues Hobby investiere, sind zwei Fragen für mich von großer Bedeutung:

1. Im Anfänger-Wiki steht, dass man mit Selbstbrauen kein kostengünstiges Bier zur „Selbstversorgung“ brauen kann. Allerdings wäre das für mich auch ein Hauptgrund selbst zu brauen. Es kommt aber vielleicht auch auf das Bier an:

Ich trinke seit längerem eigentlich nur noch Craftbeer. Gerne mag ich die Sachen von Brewdog, Sierra Nevada oder Lemke Berlin (mind. 2,50 Euro pro 0,33l :crying ). Da ich als Bierliebhaber auch immer mehr davon trinke, wird mir das langsam zu teuer :achtung

Mal abgesehen von den Materiakosten, die sich auf Dauer ja eigentlich relativieren müssten (es sei denn, man ist der Leidenschaft verfallen und rüstet ständig nach), habe ich ausgerechnet, dass beim Selbstbrauen ein Bier mit 0,33 l ca. 50 Cent kosten kann. Liege ich da falsch? :Waa

2. Hab schon selbst Creme und Parfum hergestellt und musste mir irgendwann eingestehen, dass ich an die industriellen Produkte nicht rankomme, da sie einfach zu viel know-how und entsprechende Bedingungen benötigen :puzz

Meine Frage ist, ob man, angenommen man macht keine Fehler und alles läuft wie es soll, mit einem einfachen oder leicht fortgeschrittenen Setting Bier brauen kann, welches annähernd an die Biere von Brewdog, Sierra Nevada oder Lemke (v.a. IPAs) herankommt. Ehrliche und nicht von der Faszination zum eigenen Hobby verzerrte Einschätzungen (kenne ich von mir selbst) würden mich interessieren.

Danke euch!

Viele Grüße aus Berlin

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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#2

Beitrag von Mjoelnir » Sonntag 21. Januar 2018, 20:38

Zu 1. gab es schon viele Diskussionen.
Günstiger als Craftbiere ist das selber brauen auf jeden Fall. Wenn du Malz als Sackware kaufst und nicht nur Biere machst die du mit 20 g/l Hopfen stopfst, dann wird das günstiger als fertiges Craftbeer zu kaufen.

2. Ich habe den Eindruck, dass selbstgebraute Biere oft nah ran kommen können und wirklich gut schmecken. Oft schmecken Klonbiere einen Ticken anders, aber genauso gut wie die Originale.
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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#3

Beitrag von Boludo » Sonntag 21. Januar 2018, 20:45

Typisches Craft Beer kann man zuhause deutlich günstiger herstellen im Vergleich zu gekauftem.
Bei klassischen deutschen Sorten wie Pils kann man eigentlich nicht mithalten.
Ein gutes IPA ist nicht so einfach zu machen wie viele behaupten. Es ist aber durchaus möglich, zuhause ein richtig gutes zu brauen
Zu den Kosten: Gerade amerikanische Biersorten erfordern erstaunlich wenig Technologie. Die gehen eigentlich alle ohne Rührwerk und Heizung mit einer sogenannten Combi Rast. Da reicht ein isolierter Behälter. Kochen muss man natürlich trotzdem, das geht im Einkocher, zur Not mit Hilfe eines Tauchsieders. Achte vor allem bei stark gehopften Bieren auf das richtige Wasser.

Stefan

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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#4

Beitrag von Tozzi » Sonntag 21. Januar 2018, 20:46

Hallo Bierpinsel,

ein Vorname wäre schön, macht die Anrede einfacher und persönlicher... :Wink
Und eine kurze Vorstellung hier wäre auch nicht schlecht:
viewforum.php?f=50

Zu Deinen Fragen:

Selber brauen um Geld zu sparen rechnet sich aus verschiedenen Gründen nicht.
Du hast nicht nur Kosten für Rohstoffe, sondern auch für Energie, Wasser, und Equipment.
Natürlich relativiert sich das im Lauf der Zeit, nur sollte das nicht der Hauptantrieb sein, um ins Hobby einzusteigen.
Dann verliert man nämlich auch recht schnell die Lust, denn es ist auch eine Menge Arbeit dabei, die nicht nur immer Spaß macht (saubermachen z.B.).
Man muss also schon mit dem Herzen dabei sein.
Nun schreibst Du aber, dass Du eher hochpreisige Biere trinkst; dann kann es natürlich schon günstiger sein, sich selbst zu versorgen (langfristig).

Der Hauptvorteil am selber Brauen ist mMn unter anderem, dass man eben den eigenen Geschmack mit einbringen und Produkte herstellen kann, die es eben nicht zu kaufen gibt in dieser Form.

Ein gutes IPA zu brauen ist definitiv kein Hexenwerk, mit etwas Recherche und Übung kann man da durchaus auch selber in der oberen Liga mitspielen, was die Qualität betrifft.
Mit Creme oder Parfum ist das nicht so recht zu vergleichen.
Aber einen guten Schweinebraten oder Käsespätzle (als fortgeschrittener Hobbykoch auch ein Soufflé) kann man selber machen, dafür muss man nicht unbedingt in ein Restaurant gehen.
So ähnlich ist das mit Bier auch. Man muss nur länger auf das Resultat warten...
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#5

Beitrag von flying » Sonntag 21. Januar 2018, 20:55

Die Frage kann man eben nicht so leicht beantworten. Mal zwei Extrembeispiele gegenübergestellt:

Starkes IPA mit 5 gehypten Hopfensorten. Alles aus dem Hobbyshop für 20 L:

7 kg Malz = ca. 14 €
2 Päckchen Hefe = ca. 6 €
5 Sorten gehypter Hopfen a 100 g = ca. 40 €

Summe = 60 €

20 L Helles:

5 kg Malz, Sackware = 3 €
50 g Tettnanger o.ä. = 1,50 €
Hefe aus der nächsten Gasthausbrauerei= 0 € (mal ne Flasche Selbstgebrautes zum probieren vorbeibringen)

Summe = 4,50 €

Alles dazwischen ist möglich.
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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#6

Beitrag von Mjoelnir » Sonntag 21. Januar 2018, 21:10

Wer verbraut denn bitte 25 g Hopfen / l Bier? Da kann man ja genauso gut eine Flasche Aromaöl trinken :Bigsmile
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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#7

Beitrag von chaos-black » Sonntag 21. Januar 2018, 21:18

Mjoelnir hat geschrieben:
Sonntag 21. Januar 2018, 21:10
Wer verbraut denn bitte 25 g Hopfen / l Bier? Da kann man ja genauso gut eine Flasche Aromaöl trinken :Bigsmile
...also unmöglich ist das nicht :D Mein Callista Single Hop IPA mit insgesamt 600g auf 25L hat mir echt gut gefallen - und war noch weit entfernt von einem zuviel an Aroma.

Zum Thema: Sobald man die Arbeitszeit und Lagerplatz mit einrechnet wirds eigentlich geldmäßig klar negativ. Aber das sind alles Dinge die man bei einem Hobby als positive Aspekte betrachtet. Man kann sich wegen dieses Hobbys näher mit Bier auseinandersetzen. Du hast eine merkwürdige Idee und willst wissen wie es im Bier schmeckt? Kannst du ausprobieren! Die Chancen stehen manchmal sehr schlecht dass man es einfach so kommerziell erhalten kann (meine letzten Beispiele dafür sind verschiedene Kräuterkombinationen bis zu unterschiedlichen Blüten).
Im Endeffekt ist es für mich eine schöne Tätigkeit und am Ende kommt sogar noch Bier bei rum :thumbsup

Beste Grüße,
Alex
Meine Hobbybrauerei: http://brauerei-flaschenpost.de/ (gerade offline)

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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#8

Beitrag von flying » Sonntag 21. Januar 2018, 21:21

Es geht nicht ums verbrauen sondern ums kaufen müssen. Gerade wenn man stopft reichen 50 g pro Sorte manchmal garnicht. Dann noch eventell von verschiedenen Händlern, mehrfache Versandkosten usw. Ist halt das Extrembeispiel welches ich schon hatte und seit dem solche Rezepte in die Tonne kloppe..
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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#9

Beitrag von Michael Wendt » Sonntag 21. Januar 2018, 21:35

Also ich weiß nicht, Geld sparen durch Selberbrauen? Rechne außer einigen genannten Kosten auch damit, dass du einen zusätzlichen Kühlschrank zur Lagerung brauchst - und ein weiterer zur Gärung des nächsten Suds wäre auch nicht schlecht. Dann rechne auch damit, dass dir ein Sud mal misslingt und du ihn wegschüttest. Und dann sind da ja auch noch die ganzen kommerziellen IPAs & Co., die neu erhältlich sind oder seit Ewigkeiten probiert werden wollen. Die kauft man dann trotzdem ...

Aus meiner Sicht „lohnt“ sich Hobbybrauen, wenn man sich dafür begeistern kann - aus welchen Gründen auch immer - und/oder wenn man Biere herstellen will, die man so nicht oder schlecht bekommt.

Bei Pilsner und Hellem wird man preislich und qualitativ kaum mit den etablierten Brauereien mithalten können. Bei Weizenbieren gibt es für meinen Geschmack eine tolle kommerzielle Auswahl für jeden Geschmack. Das muss man nicht selber brauen - außer, man hat Bock drauf.

Aber wenn du vorrangig IPAs brauen willst, kann ich mir das schon lohnend vorstellen. Man kann so richtig experimentieren, was aber, auch durch mögliche Fehlschläge, die Kosten erhöht.

Nebenbei bemerkt: Ich bin niemand, der behauptet, sein Bier wäre besser als das kommerzieller, gelernter Brauer. Aber gerade auf dem IPA-Markt gibt es viele durchschnittliche, weil unausgewogene Biere. Da würde ich mal großkotzig behaupten: Das kann man als Hobbybrauer mit der nötigen Leidenschaft und dem Willen zum Experimentieren sogar (teilweise) besser.

Viele Grüße
Michael (der noch nie ein IPA gebraut hat)
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Meine Vorstellung: viewtopic.php?f=50&t=11885
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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#10

Beitrag von Tozzi » Sonntag 21. Januar 2018, 21:38

flying hat geschrieben:
Sonntag 21. Januar 2018, 21:21
Dann noch eventell von verschiedenen Händlern, mehrfache Versandkosten usw.
Das ist ein wichtiges Argument!

Typischerweise sucht man sich als Anfänger erst mal ein paar Rezepte aus, und bestellt alles, was man dafür braucht.
Von diesen, sagen wir mal, 5 Rezepten braut man dann 2 oder 3, der Rest der Zutaten bleibt erst mal übrig und wandert ins Malzlager oder in die Tiefkühltruhe.
Dann geht's los mit dem Equipment. Irgendwann muss ein besserer Verkorker her. Ein Abfüllrohr. Schönere Flaschen. Ein neuer Kühlschrank für all die Flaschen.
Irgendwann reicht's mit den Flaschen, man will Kegs. Jetzt ist aber der Kühlschrank wieder zu klein.
Der Plastikgäreimer muffelt, man besorgt sich was aus Edelstahl.
Das Hin- und Herschleppen wird mühsam und man will unabhängig von den Jahreszeiten sein, also muss eine Temperatursteuerung her.
Die Kleinteile gibt's nicht alle bei einem Händler, die Portokosten häufen sich.
Und dann noch die coolen Sammelbestellungen hier im Forum...

Kommt sicher Manchem bekannt vor... :Angel
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#11

Beitrag von tbln » Sonntag 21. Januar 2018, 21:46

Steht der Mammon im Fokus, empfiehlt es sich die Opportunitätskosten im Blick zu behalten. Je nach Stundenlohn bzw. Wertschätzung deiner Freizeit (die du aufwenden musst für Planung/Brautag/Abfüllen) bist du schnell beim Preis der Craft Biere. Der Hobbyist rechnet nicht...

Generell halten sich die Investitionen am Anfang erst einmal im Rahmen (evtl. mit einem großen Topf auf dem Herd anfangen oder einen Braukurs mitmachen). Macht's dir Spaß - bleib dabei!

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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#12

Beitrag von Felix83 » Sonntag 21. Januar 2018, 21:58

Zur Qualität: Meiner bescheidenen Meinung nach ist ein Qualitätsunterschied zwischen kommerziellen Bieren und Hobbybraubieren zum allergrößten Teil in der Abfülltechnik zu begründen. Da wird ein riesen Aufriss gemacht beim Brauen, Hefemanagement, Temp. Steuerung beim Gären und am Ende wirds dann mit Abfüllröhrchen unter Umgebungsluft in die Flasche gefüllt und der Kopfraum von 2 cm bleibt auch luftig.

Die ersten sieben Sude von mir warenalle mehr oder weniger durch die Abfüllung in Mitleidenschaft gezogen. Das Ergebnis war so lala. Sauerstoff post-ferment eliminiert -> et voila: Gescheite Biere!
When you don't know what you are doing, anything is possible. - Tony Magee

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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#13

Beitrag von fg100 » Sonntag 21. Januar 2018, 22:08

Bierpinsel hat geschrieben:
Sonntag 21. Januar 2018, 20:25
Ich trinke seit längerem eigentlich nur noch Craftbeer. Gerne mag ich die Sachen von Brewdog, Sierra Nevada oder Lemke Berlin (mind. 2,50 Euro pro 0,33l :crying ). Da ich als Bierliebhaber auch immer mehr davon trinke, wird mir das langsam zu teuer :achtung
Und bedenke, dein Geschmack ändert sich früher oder später auch wieder und du trinkst auch wieder "nicht Craftbeer". Dann rechnet sich das halt auf keinen Fall mehr. Selbst die oben angeführten Berechnungen vernachlässigen so einiges. z.B. Energie, Wasser, Reinigungsmittel, Investitionsumlage, ....

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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#14

Beitrag von t-u-f » Sonntag 21. Januar 2018, 22:11

Moin...!

Eine Randbemerkung zum Hobby -

Ein Hobby - was ist das..? :Waa

Definition Hobby: Macht Spass!, kostet Geld und bringt nichts ein...

...im Vergleich zu anderen Hobbys wie Fussball, Basketball oder stricken...
...Werden wir mit guten Bier belohnt anstatt Fitness oder Socken :Angel ...

Deswegen brauen hier die meißten am Spaß und später die Geselligkeit das Ergebniss zu genissen... :Drink

Gruß euer T-u-F

PS: Ich hoffe mal das die wenigsten hier brauen und sich selber versorgen damit die nicht schief angeschaut im Supermarkt werden:
-Wie DER kauft SCHON WIEDER Bier.... :Shocked :thumbdown
t-u-f ne Abkürzung für Tüddeln und Fummeln :thumbup


Falls ich nicht SOFORT und UNVERZÜGLICH auf Fragen in einem Thread reagiere:
Es liegt daran, dass ich ein wichtigers Hobby habe als den Computer:

Meine Familie!!! :thumbsup

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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#15

Beitrag von karsten » Sonntag 21. Januar 2018, 22:37

Welches Hobby lohnt sich schon ;-)

Kosten: bei mir 1,30€ - 2,00€ pro Liter (laut kleinem Brauhelfer) + die 6-8 Stunden die man pro Brautag investiert

Geschmack. Bisher hat mir nur eins nicht 100%ig geschmeckt.

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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#16

Beitrag von Boludo » Sonntag 21. Januar 2018, 22:45

Ich bin heute den halben Tag in der kalten Garage gesessen und habe die meiste Zeit irgend etwas mit eiskaltem Wasser sauber gemacht. So was macht man auf Dauer nicht, um Geld zu sparen, dazu muss man schon ein wenig verrückt sein. Sonst hält man das nicht lange durch.
Der Rücken tut auch weh vom Fässer schleppen.
Dafür hab ich jetzt 40 Liter Pils in der Kühlung, die man mit so extrem viel Hopfen ganz sicher nicht kaufen kann, egal zu welchem Preis.
Hat man dann damit einen netten Abend mit Freunden und wird auch noch gelobt, denkt man ganz sicher nicht mehr an irgendwelche Kosten.

Stefan

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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#17

Beitrag von Bierpinsel » Sonntag 21. Januar 2018, 22:49

Danke euch für die interessanten Antworten!

Ein eigenes Bier zu machen und vielleicht irgendwann einen eigenen Stil zu entwickeln ist sicherlich ein Hauptgrund, um mit der Sache zu beginnen. Der finanzielle Aspekt ist aber auch nicht ganz unwichtig, finde ich.

Wenn man aber trotz harter Arbeit und Investition nicht annähernd an die Biere im Laden rankommen würde, hätte ich mir die das Ganze noch mal überlegt.

Eure Einschätzungen haben mich aber motiviert und ich werde ich mich dann wohl mal an die Arbeit machen...

Viele Grüße

Karsten

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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#18

Beitrag von Comi53 » Sonntag 21. Januar 2018, 23:21

Kann ich alles nur unterstreichen, was bisher gesagt wurde. Ich liege zZ bei ca 0,50- 1,00€/L. Darin sind die Material-, Strom-Gas- und Wasserkosten, aber nicht die Anschaffungskosten der Braugerätschaften. Wenn du für eine gute gekaufte 1/2L Flasche Bier ca. 3€ bezahlst, dann lege den Rest einfach in eine Spardose für neue Anschaffunge. (Tozzi hat das sehr gut hier beschrieben)
Unbezahlbar ist dagegen das Gefühl, dein eigenes (schmackhaftes) Bier zu trinken. Und dafür lohnt m.E. jeder Aufwand.
Gruß Comi 53

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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#19

Beitrag von Kaso » Sonntag 21. Januar 2018, 23:25

Hi

Ähnlich waren vor 2 Jahren meine Überlegungen auch, nun ist das gar kein Kriterium mehr. Manche meiner Biere schmecken mir besser als gekaufte, egal ob wegen meiner eigenen Fehleinschätzung, wegen selber gemacht oder weil es evtl. besser oder wenigstens genauso gut ist. Ausser mir wird keiner ein Urteil über meine Einschätzung fällen können und ich ganz sicher keine, welche objektiv ist.
Mittlerweile drinke ich auch Kaufbiere mit mehr Demut und schätze auch ein gutes Export, welches ich früher nur dem Still wegen als Plöre verurteilt habe.
Für mich als Exil Schwabe der preisbewusst lebt, hat das ganze einen positiven Benefit. Für meinen Einsatz bekomme ich meist gutes Bier (das es oft so gar nicht zu kaufen gibt) oder einen Lektion es das nächste Mal besser zu machen oder die Erkenntnis diese oder jenes nie wieder ausprobieren.

Ich achte immer noch auf die Kosten, das liegt mir im Blut, ist aber nicht so wichtig. Der Spass und das Ergebnis machen dieses wet.

Gruss Thilo

PS nur wegschütten, wegen Braufehlern (1x) tut weh
don't follow me I'm lost too

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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#20

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Montag 22. Januar 2018, 00:02

Moin Karsten. Erstmal ganz herzlich Willkommen im Forum :-)

Die Kosten habe ich nie betrachtet. Ist vielleicht auch besser so. Die Investitionen ins Equipment waren bei mir erst nach gut 1,5 Jahren rückläufig. Zuzüglich Rohstoff- und Energiekosten könnte ich von dem Invest viele Jahre in Caftbeer Stores shoppen gehen. Gäbe es bei mir diesen permanenten Antrieb zur Optimierung der Bierproduktion an den Bedarf nicht, könnte man das Hobby sicher auch preiswert gestalten.
Es geht mir aber nicht um das Geld. Hat man gutes Bier, lernt man automatisch neue nette Leute kennen. Oft welche, die auch gute Biere haben. Das Hobby "entschleunigt" den hektische Alltag und bringt einem bei geduldiger zu werden. Man bekommt den Hintern öfter mal hoch, um zu Braukollegen, Events oder Seminaren zu fahren, anstatt den eingefahrenen Trott zu erledigen. Gutes Bier hat man auch fast immer da. Man(n) lernt Putzen und wird bei der Frau kompetenter Ansprechpartner für die "schwierigen Flecken" :-). Es entwickeln sich bei vielen zusätzliche Hobbys im Hobby. Sei es die Hefezucht oder seit jahrzehntelanger Pause endlich mal wieder ausgiebig basteln und löten. Das Brauen verändert einen hauptsächlich zum Guten, abgesehen von der Plautze.

80% meiner Biere schmecken mir genauso gut oder besser als Kaufbiere (abgesehen von Pils, das ich im Kasten billiger und besser bekomme). Das liegt sicher auch daran, dass man keine schlecht gelagerten Biere oder überlagerte IPAs mehr aus dem Laden holt. Bei Selbstgebrautem kennt man die genaue Rezeptur. Das Verkosten eigener Biere ist dem Kennenlernen der Rohstoffe und Brauprozesse deutlich interessanter, als irgendwelche teuren Kauf-Craftbiere zu trinken (in der Hoffnung ,dass sie frisch sind und schmecken). Von den verbleibenden 20% meiner Biere schmeckt die Hälfte Freunden und Bekannten, der Rest wird irgendwann entsorgt, wenn sich das Bier nicht "zurechtlagert".
"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
"Nein! Was Böses!"
"Alkoholfreies Bier??? ..."
-----------
Viele Grüße
Jens

Interesse an Flüssighefen ... ?

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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#21

Beitrag von Kolbäck » Montag 22. Januar 2018, 07:14

Hallo Karsten!

Ich hatte den finanziellen Aspekt am Anfang nicht im Auge, mittlerweile finde ich es sehr schön, ein Hobby zu haben, das Geld spart, und finde das durchaus auch wichtig.

Habe gerade nochmal überschlagen, 25 Sude à 25L haben mich ~1400€ gekostet, alle Ausrüstung und Rohstoffe zusammen. (verbleibender Restwert und Rohstofflager nicht abgezogen). Stromverbrauch an Brautagen ist 20kWh mehr als normal, großzügig verdoppelt für Gärheizung und sowas, sind 150€. Natürlich ohne meine Zeit zu rechnen, macht das 2.5€ pro Liter alles in allem.

Das ist jetzt schon etwa halb soviel Geld, wie man hier im Hochsteuerland im Laden ausgibt (wenn man nicht die billigste Plörre kauft). Und mein Preis wird ja weiter sinken, weil ich nicht vorhabe, mehr in Ausrüstung zu investieren. Nicht eingerechnete Faktoren: Der Spaß beim Brauen und Genugtuung beim eigenen Bier trinken. Andererseits der erhöhte Eigenkonsum, aber ich glaube nicht, dass der den Sparvorteil auffrisst. :Wink
Zuletzt geändert von Kolbäck am Montag 22. Januar 2018, 07:25, insgesamt 1-mal geändert.
--
Viele Grüße, Thomas
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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#22

Beitrag von Scheibelhund » Montag 22. Januar 2018, 07:15

Nachdem mein Equipment sich nach ca 4 Jahren amortisiert hat, wenn ich den früheren Bezugspreis beim Jungbierlieferanten zugrundelege und die Anlage voll bezahlt ist bleibt noch die Arbeit (die früher beim Jungbierholen auch irgendwie da war) sowie Material- und Energiekosten von ca 40 ct pro Liter. (alles bezogen auf 200 hl pro Jahr)

Da braucht man nicht weiter überlegen und hat auch mal ein nettes Geschenk für fast nichts zur Hand.
Im Winter trink' ich und singe Lieder
aus Freude, daß der Frühling nah ist,
und kommt der Frühling, trink' ich wieder,
aus Freude, daß er endlich da ist.

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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#23

Beitrag von Sura » Montag 22. Januar 2018, 07:28

Kosten sind erheblich. Je kleiner der Sud, desto höher sind im Verhältnis die Anschaffungskosten. Zum Material hat Rene (flying) alles gesagt was es dazu su sagen gibt: Das liegt an dir selbst. Stromkosten während des maischens und kochens sind nicht zu vernachlässigen, und die der Gärführung und Lagerung auch nicht. Platz brauchst du auch.

Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Das ist letztendlich dein eigenes und selbstgemachtes Problem. Ich probiere viel herum und aus, und bin mittlerweile auch ehrlich genug mal einen Sud in den Abfluss zu kippen wenn er mir nicht schmeckt oder nicht das geworden ist was ich mir vorgestallt habe. Das betrifft auch ca. 1/3 meiner Sude. Den Rest würde ich anbieten und tue es auch.
(Mir schmeckt übrigens auch nicht jedes teure Craftbier. Ehrlich gesagt gibt es da nur sehr wenige die ich zweimal kaufe.)

Alles in allem ist das ein überschaubar teures Hobby. Allerdings ist der ärgste Feind der innere Schweinehund: Ich wollte gestern z.b. zweimal Hopfen und ein bißchen Hefe bestellen. Für ungefähr 15€ zusammen. Rausgekommen sind vier Sorten Hopfen und noch ein-zwei Hefepacks dazu: 40€
Der Hauptkostenfaktor ist die suchtartige Vorausplanung was man noch alles brauen will, und dann einmal im Jahr aufräumen muss weil man zuviel von allem hat.... :redhead
"Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem."
(Karl Valentin)

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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#24

Beitrag von Malzwein » Montag 22. Januar 2018, 07:41

Die größte Kostenfalle sind Irrwege bei der Ausrüstung. Wenn man verschieden Wege des Brauens und der Automatisierung ausprobiert, kann man mehr Geld versenken, als z. B. ein teures Komplettsystem a la Grainfather und Co kostet.

Mein Tipp: vorher gut Informieren und überschaubar, z. B. mit BIAB, anfangen.

Und von Germanangst andere z. B. vor Oxidation nicht bangemachen lassen. Neun von zehn Brauern sind von ihren Bieren begeistert, ob auch im Detail zu Recht, steht vielleicht auf einem anderen Blatt.
Gruß Matthias

Jep, Bier wird´s immer... meist auch trinkbar und manchmal ist es richtig gut! :P

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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#25

Beitrag von gulp » Montag 22. Januar 2018, 09:33

Rentiert es sich auf Berge zu steigen? Rentiert es sich mit einer Modelleisenbahn zu spielen? Rentiert es sich Briefmarken zu sammeln oder 500 km am Tag Fahrrad zu fahren?

Es gibt manchmal so Glücksmomente beim Brauen, etwa wenn ein guter Hopfen gekocht wird, oder ein wirklich gelungenes, selbst gebrautes Bier verkostet wird. man verfällt dann in so eine Art Trance, da müssen andere viel meditieren dafür...

Da fragt man nicht ob sich das rechnet. Wenn das Herzblut fehlt, lass es sein, sonst verbrätst du nur unnötig Kohle. :Greets

Gruß
Peter, der noch nie ausgerechnet hat, wie viel das Brauen kostet.
Ein Bayer ohne Bier ist ein gefährlich Thier!

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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#26

Beitrag von Michael Wendt » Montag 22. Januar 2018, 10:05

gulp hat geschrieben:
Montag 22. Januar 2018, 09:33
Wenn das Herzblut fehlt, lass es sein, sonst verbrätst du nur unnötig Kohle. :Greets
Das ist auch meiner Meinung nach die Quintessenz aus diesem Thread.
Gruß
Michael
„Ah, das schmeckt wie ein richtiges Vierzehnzwanziger“

Meine Anlage: viewtopic.php?f=20&t=12052
Meine Vorstellung: viewtopic.php?f=50&t=11885
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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#27

Beitrag von Boludo » Montag 22. Januar 2018, 10:06

Viel kann man beim Malz sparen, wenn man es sackweise kauft. Sonst zahlt man fast das Doppelte.
Ich hol meins immer beim Kumpel für 1 Euro pro Kilo, der hat ein schönes Malzlager zuhause.
Die 40 Liter Pils von gestern haben mich jetzt 40 Euro an Rohstoffen gekostet, inklusive Versandkosten für den Hopfen.
Und da ist ordentlich Hopfen drin und 4 Päckchen Trockenhefe waren auch mit dabei.
Nur mal so als Beispiel.
Prinzipiell sind mir die Kosten aber so ziemlich egal, da ich eh nicht jede Woche braue.

Stefan

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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#28

Beitrag von Felix83 » Montag 22. Januar 2018, 11:26

Jop, wenn man 2-3 m² findet für paar 60l blaue Tonnen (stapelbar) fürs Malz, spart man ordentlich.
Neue Rezepte kosten durch die Kleinmengenbestellungen, manchmal bei verschiedenen Händlern, schon ordentlich.
Aber ich hab halt mittlweile auch drei Lieblingsrezepte, die immer in der Rotation sind und da kann man den Hopfen halt in 1-2 Kg Gebinden kaufen, was die Kosten massiv reduziert. Z.B. Hallertauer Cascade kostet grad 5,16 € /100 g (51,60 € / kG). Kauft man aber ein Kilo sinds noch 25 €, also weniger als die Hälfte. Dazu 1/10 Versandkosten auf ggü. 100 g
Zuletzt geändert von Felix83 am Montag 22. Januar 2018, 12:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#29

Beitrag von Bierjunge » Montag 22. Januar 2018, 11:31

Malzwein hat geschrieben:
Montag 22. Januar 2018, 07:41
Die größte Kostenfalle sind Irrwege bei der Ausrüstung. Wenn man verschieden Wege des Brauens und der Automatisierung ausprobiert, kann man mehr Geld versenken, als z. B. ein teures Komplettsystem a la Grainfather und Co kostet.
Absolut!
Ich darf in diesem Zusammenhang auf folgenden, uralten, aber nicht mider informativen Thread verweisen:
Was Selbstgebrautes wirklich kostet

Ich hatte darin z.B. mal meine Kosten pro Liter ausgerechnet. Mitbetrachtet wurden Rohstoffe und Investitionen zur Anlagen-Verbesserung/Erweiterung; nicht betrachtet wurden Energie und Arbeitszeit. Herausgekommen ist dabei Folgendes, wenn man (bei mir halbwegs zutreffende) 250 Euro Anfangs-Investition abzieht, sozusagen den Einstand, um überhaupt losbrauen zu können:
Bild
Immer, wenn der Preis nach oben springt, wurden größere Anschaffungen getätigt, danach fällt er wieder mit steigender Literzahl.
Nun, das ist 4 Jahre her, und ich habe die Berechnung nicht mehr weitergeführt. Aber da ich seither fast nichts mehr in die Technik investiert habe (irgendwann passt die Anlage...), bin ich ziemlich sicher, dass ich inzwischen unter 1 Euro pro Liter bin.
Dass solche Betrachtungen bei einem Hobby eigentlich müßig sind, stimme ich Euch natürlich auch zu.

Moritz

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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#30

Beitrag von cma410 » Montag 22. Januar 2018, 11:50

Scheibelhund hat geschrieben:
Montag 22. Januar 2018, 07:15
(alles bezogen auf 200 hl pro Jahr)
Ernsthaft!? 20.000 l oder 60.000 kleine Flascherln sind ja schon Mal eine Ansage für ein 'Hobby'. Soviel Durst oder durstige Freunde und Verwandte hat wohl keiner ... 😎

Gruß aus Wien
Christoph

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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#31

Beitrag von Ursus007 » Montag 22. Januar 2018, 13:35

Ich kann und will das für mich gar nicht beziffern. Es ist eben nicht nur mit den reinen Zutaten (Ma, Ho, Wa, He) getan, sondern drum rum ist auch nicht nur das Große Equipment zu betrachten (Kocher, Läuterbottich, Gärbehälter, Flaschen, Kühlschrank), sondern auch die Vielzahl kleiner Tools, die wohl jeder im Einsatz hat (Malzmühle, Spindel, Refrakto, Schläuche, Filter, Verkorker, Manometer, Schwämme, Bürsten, Filter, UT-100, Hähne, Thermometer, Dichtungen, Kühlspirelli, Tragerl, Fässer, ...), wie auch sonstige Verbrauchsmittel (Reiniger, Jod, Kronkorken, Isoprop, Küchenrollen, ...). Wobei erstere meistens nicht regelmäßig preismäßig anfallen, muß man doch hin und wieder mal austauschen oder nachkaufen.

Nicht zu vergessen sind der Strom und alles Wasser, was nicht im Bier landet (Vor- und Nachreinigung, Kühlung).

Und wenn's um die Zeit geht, dann ist man wohl ganz hinten dran. Aber das ist ja eben Hobby-Kriterium, dass einem niemand die Zeit bezahlt (Vorbereiten, Brauen an sich, Reinigen, Abfüllen, tägl. Kontrollieren, Lernen, im Forum schmökern, ...) sondern dass es Spaß machen soll. Und dass die kommerziellen Brauereien diverse Optimierungen umsetzen, an die wir in unserem Maßstab nicht rankommen, ist ja auch klar.

Optimieren kann man wohl bei den Verbrauchsgütern bei günstigem Einkauf (große Mengen, Selbstabholung, Eigenanteil (selbst schroten, basteln)) und großen Suden. Je kleiner, desto teurer, mutmaße ich mal.

Aber darauf kommt's, wie geschrieben, nicht an. Wenn ich das erste Bier eines Sudes trinke, dass ich bei Sonnenschein im Garten oder mit Freunden gebraut hab, hat das was, was man mit keinem Bier kaufen kann.

Ursus
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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#32

Beitrag von Malzwein » Montag 22. Januar 2018, 13:59

Ursus007 hat geschrieben:
Montag 22. Januar 2018, 13:35
Aber darauf kommt's, wie geschrieben, nicht an. Wenn ich das erste Bier eines Sudes trinke, dass ich bei Sonnenschein im Garten oder mit Freunden gebraut hab, hat das was, was man mit keinem Bier kaufen kann.
:thumbsup Mehr muss dazu nicht gesagt werden.
Gruß Matthias

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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#33

Beitrag von afri » Montag 22. Januar 2018, 21:53

Ursus007 hat geschrieben:
Montag 22. Januar 2018, 13:35
Und wenn's um die Zeit geht, dann ist man wohl ganz hinten dran. Aber das ist ja eben Hobby-Kriterium, dass einem niemand die Zeit bezahlt
Naja, die Modellbauer (also die, die aus welchen Werkstoffen auch immer ihr Flugzeug selbst bauen, anstatt Schaumwaffeln zusammenzustecken) sind von der Zeit her dicht dran. Ich habe manches Modell gebaut und vier Wochen war noch eher schnellstens. Gut, meine Flugzeuge haben meist den ersten Flug nicht überlebt, aber das Bier ist ja auch irgendwann ausgetrunken (wenn auch nicht in nur 5 Minuten). Nur mal so zum Vergleich. Die Eisenbahner sind ja ebenfalls nie irgendwann mal fertig, wie wir Brauer auch.
Achim
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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#34

Beitrag von Barney Gumble » Montag 22. Januar 2018, 23:32

Also ich möchte nochmal den Fokus auf den zweiten Teil der Frage legen.

Ich habe tatsächlich von Beginn der Selbstbrauerkarriere an Biere dann gehabt (Wasserbereitung gemacht, Kühlschrank angeschafft, Flüssighefen verwendet, Dekoktioniert), die geschmacklich so viele Längen besser waren wie die damals (2009, vor dem großen craftbeer-hype, zumindest in unseren Breiten) kaufbaren, dass ich für mich ganz klar entschieden habe, nur noch überhaupt selten ein Kaufbier zu benötigen.
Fazit: Das Hobby lohnt sich, wenn man Geschmack an guten Bieren hat.

Ich gebe zu, auf die Kosten hab ich schon etwas geschielt, hab mal auch überschlagsweise Literkosten und Amortisationen selbst meiner bescheidenen Investments mal durchgerechnet und bin auch aus diesem Grund weiter auf der Suche nach Hefetauschmöglichkeiten (frische, aktuell geerntete), aber entscheidend ist und bleibt der Geschmack.

Ich hatte mal wegen schlechtem Hefemanagement einen geschmacklichen Durchhänger, aber mittlerweile sind die Fehler die ich erst im Lauf der Zeit anfing zu machen, ausgemacht und da alle Biere trinkbar waren, nicht aufgehört.

Wenn Du neben den gekauften guten dann auf einem Hobbybrauertreff wahre Geschmacksausflüge ins Paradies gemacht hast, stellst Du Dir die Frage nach den Kosten dann nur noch bedingt.

Vg
Shlomo
Als ich von den schlimmen Folgen des Trinkens las, gab ich es sofort auf - das Lesen! :Drink
Wenn ich nicht gleich antworte, liege ich unterm Zapfhahn :Bigsmile

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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#35

Beitrag von Bierpinsel » Dienstag 23. Januar 2018, 15:04

Ich danke für alle Antworten!

Der Schwerpunkt ist tatsächlich schnell in Richtung „beim Hobby geht es nicht um das Geld“ gedriftet, was ich auf jeden Fall auch verstehe.

Allerdings weiß ich jetzt noch nicht, ob die Faszination auf mich überspringt und die Frage, ob man auch zur kostengünstigen Selbstversorgung von gutem :achtung Bier selbst brauen kann, ist ja auch irgendwo interessant, oder?

Um mal beim Vergleich mit dem Essen zu bleiben. Man möchte generell gut essen, will sich aber nur manchmal ein gutes Restaurant leisten. Manchmal macht selbst kochen Spaß und man erfreut sich am eigenen Erfolg, manchmal hat man auch keine Lust, muss sich aber versorgen. Kochen kann auch zum Hobby werden, muss aber nicht.
Die Anfangsinvestition ist beim Brauen aber hoch und notwendig! Daher meine Frage.

Ich bin auch kein Geizkragen. Aber die Craftbeer-Preise nerven mich ganz schön. Es geht hier auch ein wenig ums Prinzip. Ich frage mich auch, ob viele dieser Biere nicht auch günstiger angeboten werden könnten. Vermutlich verdienen die Zwischenhändler eine Menge! Da investiere ich lieber selbst Arbeitszeit.
In England habe ich gutes Craftbeer für etwa 1,80 Pfund (unter anderem auch von Sierra Nevada) bekommen, was auch bei uns gefühlte 1,80 Euro wären, da in England eh alle Lebensmittel teurer sind. Das sind noch faire Preise.

Bierpinsel
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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#36

Beitrag von Bierpinsel » Dienstag 23. Januar 2018, 15:10

Was ich für mich bisher hier so rausgehört hab:

Gutes Bier ist möglich, bis hin zur Oberliga, wenn alles gut läuft und man etwas Erfahrung hat (auch mit einfachem Setting). Man kann vor allem sein Bier an seinen eigenen Geschmack anpassen und variieren.

Wenn man schlau investiert, sich auch irgendwann zufriedengibt und sich zudem auf bestimmte Biere (v.a. IPAs) einstellt, kann man durchaus auf Dauer sehr kostengünstig und einfach gute Biere brauen. Man investiert aber dennoch auch nicht zu vernachlässigende Arbeitszeit.

Vermutlich wird einen aber die Leidenschaft packen und man investiert, optimiert, experimentiert wild herum usw… Aber dann ist das Geld ja eh egal, weil jetzt der Spaß und noch etwas schwer zu beschreibendes mit im Spiel sind :thumbup . Und die Arbeitszeit ist dann auch nur noch Freizeit! Und das ist bei den meisten hier der Fall :Wink

Viele Grüße

Karsten

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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#37

Beitrag von Mjoelnir » Dienstag 23. Januar 2018, 15:25

Ich verstehe das schon, dass es dich nervt so viel Geld für Craftbiere zu zahlen. Geht mir auch so.
Kaufste 5 Flaschen und bist schon bei knapp 20 Euro...

Die Investitionskosten kann man zu Beginn schon wirklich sehr gering halten.

Eventuell vorhandener Einkocher =0€
ansonsten entweder gebraucht =20-30€
oder einen Emaille(Weck)Kochtopf gibts auch für 30 Euro neu, hatte ich aus der Verwandschaft umsonst bekommen. Das ganze dann auf dem Herd (Ceranfeld bei mir) betreiben. Habe ich sehr viele Sude so gemacht, klappt super.
Zum Läutern einen Hobbock mit Strainbuddy von Amihopfen, https://www.amihopfen.com/Eimer/Laeuter ... :1655.html =25€
Einen Gäreimer = 15 €
Monofilamentfilter = 7€
Spindel =7€
Die restlichen Kleinigkeiten kann man sich irgendwo aus der Küche zusammensammeln.
Ergibt zwischen 55 und 85 €..
Das ist jetzt nicht wahnsinnig viel.
"Hey you, beer me, beer me for always...beer us together"
"Beer beer, beer beer, beer beer beer beer..."
____________________________________________________
Grüße
Daniel

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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#38

Beitrag von Dinkhopf » Dienstag 23. Januar 2018, 16:40

.
Edith meint: Lies doch erst zu Ende und kommentiere dann. :Drink
Beste Grüße
Alex :Drink

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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#39

Beitrag von Mirko Christmann » Dienstag 23. Januar 2018, 20:01

Ich lese dieses Thema sehr interessiert mit da ich dieses Jahr das Selbstbrauen auch noch anstrebe.
Für mich soll es ein Hobby sein. Meine Hobbys haben sich im laufe meines Lebens immer wieder verändert. Alte gingen neue kamen dazu. Kostentechnisch hat mich das nie so interessiert. Meine Frau schon mehr :D Sie sagt immer das meine Hobbys nie Billig waren und da hat sie zu 100% recht.
Mir ist beim brauen eines wichtig. Was selbst gemachtes genießen können und anderen vielleicht eine kleine Freude damit machen. Egal ob dann eine Flasche 1,50 oder 4,50 kostet.
Beim Geschmack bin ich dann aber selbst gespannt wie es wird. Da ich aber weis das gute Biere sehr unterschiedlich im Geschmack sind ( auch gekaufte ) sehe ich das recht entspannt :D
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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#40

Beitrag von SchlatzPopatz » Dienstag 23. Januar 2018, 20:14

Hallo Karsten,
man sollte beim Selberbrauen auch bedenken, dass man mit einem Schlag gleich zwei Kisten Bier im Kühlschrank hat. 20 Liter sind so die typische Größe hier. Wenn man das Bier alleine geniessen möchte, dann ist das schon eine Menge. Wenn Du auch gerne mal Abwechslung beim Bier hast, dann reicht 1 Kühlschrank bald nicht mehr. Ich nehme mal an, dass Du Dein gekauftes Craftbeer in der Regel alleine getrunken hast. Wenn Du Dein Bier nun mit Freunden teilst, um Platz für neues zu schaffen, dann solltest Du das vielleicht in Deine Berechnungen mit einfliessen lassen, es sei denn Du knöpfst ihnen 2€ pro Flasche ab :P

Markus
Gruß aus Dresden
:Drink
Markus

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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#41

Beitrag von andre.b » Dienstag 23. Januar 2018, 21:04

Da hier schon fast alles gesagt wurde, mach ichs kurz....

Ne Kiste Bier aus´m Supermarkt - 15€
Ne Kiste Selbstgebrautes - Unbezahlbar.



Gruß Andre

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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#42

Beitrag von Alus » Dienstag 23. Januar 2018, 21:05

Moin,

jetzt stelle man sich mal vor das Bier schmeckt sowohl dir als auch deinen Freunden! Dadurch würdest du nur wenige Liter deines selbstgebrauten Bieres selber trinken können, hättest häufig Besuch und müsstest häufiger brauen und hättest wieder mehr Kosten!

Also ein Hobby sollte Bock machen und Bier brauen und trinken ist doch ein echt cooles Männerhobby!!!
Durst ist schlimmer als Heimweh! :Drink

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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#43

Beitrag von olibaer » Dienstag 23. Januar 2018, 23:31

Hallo zusammen,

zeitliche und monitäre Aufwände richtig einzuschätzen macht auch immer dann Sinn, wenn ein "Partner"(aktiv/passiv) mit im Boot ist.

Aus einer Bierlaune heraus ist ein "fifty-fifty-deal" schnell ausgemacht, findet aber sogleich ein jähes Ende, wenn der "Maintainer" dem "Partner" aus der Hüfte heraus mitteilt, dass er jetzt - Hausnummer - 300€ abzudrücken hat - das geht so aufgegleist nicht lange gut.
Hier Investition und laufende Kosten zumindest grob auf dem Zettel zu haben ist bestimmt kein Nachteil - klare Verhältnisse schaffen und für Transparenz sorgen.

Obendrein fand ichs in Zeiten von grösseren Herstellmengen ziemlich cool, wenn z.B. der "Vater" je Kiste nen' 10er in die "Kaffeekasse" spendiert hat. Damit war "rechnerisch" Malz&Gas für den nächsten Sud in weiten Teilen bezahlt und der Kauf einer Gasflasche im Baumarkt ging in meiner Vorstellung einfach leichter von der Hand. Hätte man jetzt so nicht rechnen müssen, war aber auch nicht verkehrt, es rechnen zu können.

Selbstverständlich hätte man die Sude auch ohne Quersubventionen gebraut, aber eine "Ausgabe" gegen eine "Einnahme" zu verrechnen kann auch einfach nur motivierend sein - oder auf den kleinsten Nenner gebracht, Spaß machen ;-)

Im Übrigen nehme ich dem "Hobbybrauer" diese "mir kommts auf eine 'Schippe Malz mehr nicht an'-Mentalität" schon lang nicht mehr ab.
Das mag für den Moment des Malzeinsatzes bei der Würzegewinnung gelten, aber nicht für den Moment des Einkaufs:
hier werden bis zur Erschöpfung Preise verglichen, Lieferkosten ausbilanziert, Lieferanten gegängelt, in Nachkommastellen wird rumdiskutiert, mit harten Bandagen gekämpft ... der Hobbybrauer ist dem Industriebrauer an keiner Stelle näher wie hier - beim Einkauf von Rohstoffen und beim Einkauf von Energie ;-)

Ich denke mir:
Es ist einigermassen genial sein "Lieblingsbier" als Maßstab zu nehmen und den persönlichen Einsatz, in allen Konsequenzen - auch die Kosten, zum Nachbrauen dagegen zu halten. Alleine der begleitende Lerneffekt ist enorm, während Hobby bleiben darf was es ist - Hobby :-)
Gruss
Oli
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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#44

Beitrag von Ursus007 » Mittwoch 24. Januar 2018, 10:02

Zum 2. angefragten Punkt noch eine Bemerkung:
Ja, man kann einige selbst gebraute Bierstile mit etwas Erfahrung nahe an die Qualität namhafter Craft-Brewer bringen. Das ist keine Raketenwissenschaft. Und man kann auch eigene Sachen kreieren, die es kommerziell noch nicht gibt oder die selten sind und damit schwer zu bekommen sind (Bier mit Fichtenstrossen, Jasminblüten, ...). Und besonders findet man die zumeist nicht im großen, einem Supermarkt angeschlossenen Getränkemarkt. Auch gute IPAs muß man da schon suchen, gibt's nicht überall.

Kann man also selbst machen, selbst wenn man sich als Anfänger ans Rezept hält, kann es ein klasse Bier werden. Oder man nimmt einen erfahrenen Hobbybrauer das erste Mal mit dazu, der einem noch ein paar Tipps gibt und die größten "Sünden" anspricht und ausmärzt. Auch Weißbier ist einfach (und geht relativ schnell).

Bei Pils und generell untergärigen Bieren wird es schon schwieriger, ein vergleichbares Ergebnis (zu ausgezeichneten kommerziellen Produkten) hinzubekommen, da sind die großen Brauereien einfach technisch, prozessmäßig und vom Know How her besser gerüstet. Ist aber für uns "Kleine" nicht unmöglich, aber für Beginner nicht zu empfehlen.

Da das Thema Kochen (auch eins meiner Hobbies) genannt wurde: Auch hier kommt es auf den Anspruch an. Der eine ist mit Bandnudeln, Tomatensoße und Käse zufrieden, beim anderen muss es Wildbraten in Burgunderjus mit tourniertem Gemüse an Bouillon-Kartoffeln im Dialog mit Dingsbums sein. Der eine mag kein Kaufbier, nur noch Selbstbräu. Ein anderer stellt in Selbstbräu Unzulänglichkeiten oder Hausgeschmack fest und kauft nur noch Industriepils oder teures Craftbier. Also ... jeder wie er mag.

Tipp:
Versuch mal, ein paar Hobbybrauerbiere zu verkosten und bild Dir selbst ein Urteil. Wenn Du die als gut empfindest, brau selbst. Schmecken sie nicht, überleg nochmal, ob Du in das Hobby einsteigen willst. (Was im Umkehrschluß aber nicht heißt, dass Deine auch schmecken müssen oder das Du, wenn Du nicht anfangen würdest, nicht auch sehr gute Biere hinbekommen würdest ...).

Ursus
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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#45

Beitrag von SIK » Donnerstag 25. Januar 2018, 21:59

Bierbrauen muss ein Hobby sein. Wenn ein Hobby nicht zu einem selbst passt, dann wird es nicht dauerhaft Spaß machen. Dann ist jede noch so kleine Investition zu teuer. Wenn man Freude an selbst produzierten Dingen im Lebensmittelbereich sowie Geduld hat und Bier mag, dann ist Bierbrauen auf alle Fälle eine Investition wert. Bei mir würde der Einstieg in ein Hobby aus finanziellen Gründen immer scheitern. Bierbrauen kann aus meiner Sicht nur dann kostengünstiger als vergleichbares Kaufbier sein, wenn man ohne Ambitionen an das Hobby ran geht. Ich braue ohne Automatisierung. Ich rechne meine Kosten nicht und werde dies auch zukünftig nicht tun. Ich glaube nicht, dass mein Bier billiger als Kaufbier ist. Der Platz im Keller, der Schrank (Schränke) für die Rohstoffe, aussortiertes und ersetztes Brauzubehör kosten auch Geld. Von vielen bei den anderen hier aufgeführten Dingen mal ganz abgesehen. Das wird durch viele Dinge wieder mehr als wettgemacht. Gibt es zum Beispiel etwas schöneres als mit Freunden ein selbstgemachtes Bier zu trinken? Ja, dazu selbstgebackenes Brot mit Butter und eigenem Schnittlauch zu essen. Und um das Ganze zu toppen mit selbstgemachter geräucherter Wurst aus dem selbstgemachten Räucherofen? Letzteres wird mein nächstes Hobby sobald ich Rentner bin. Ich bin mir sicher, dass ich auch hierfür Geld und sehr viel Zeit benötigen werde.
Gruß, Siegfried

jnbeer
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Re: Ehrliche Einschätzung von Kosten und Geschmack selbstgebrauten Bieres

#46

Beitrag von jnbeer » Freitag 26. Januar 2018, 13:34

andre.b hat geschrieben:
Dienstag 23. Januar 2018, 21:04
Da hier schon fast alles gesagt wurde, mach ichs kurz....

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Ne Kiste Selbstgebrautes - Unbezahlbar.

Gruß Andre
Amen! Wenn du jemandem dein Bier zeigst, der eigentlich sagt: "Ich mag eh kein Bier." und diese Person dich auf einmal mit großen Augen ansieht und sagt: "Das schmeckt einfach nur lecker.", dann ist das einfach unbezahlbar. Da geht einem sowas von das Herz auf.
Genau so, wenn man einem eingefleischten Biertrinker, der nur Fernsehbiere trinkt, ein eigenes Bier vorsetzt und dir gesagt wird: "So hat Bier früher geschmeckt.". Das kann man mit Geld gar nicht aufwiegen.

Jetzt wurde ja auch schon viel gesagt, aber ich würde mir erstmal keinen zu großen Kopf machen bzgl. der Investitionen. Eine gute Startausrüstung bekommst du mit ein bisschen einlesen und abwarten, bis einer was verkauft, schon echt für wenig Geld.

LG :-)

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