Dekorativer Kühlschrank statt Bierkeller - Produktfindung

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tinoquell
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Dekorativer Kühlschrank statt Bierkeller - Produktfindung

#1

Beitrag von tinoquell » Dienstag 16. Oktober 2018, 12:28

Hallo Braugemeinde,

ich möchte mir so nach und nach einen "Bierkeller" anlegen, in dem ich verschiedene (Flaschen-) Biere auf einen entsprechenden Anlass warten, unterschiedlich alt werden, halt bei optimalen Bedingungen reifen lassen kann.

Das Ganze soll im Wohnbereich geschehen, der "Keller" darf gern optisch ansprechend sein.
Ich hatte da an einen größeren Gastro - Kühlschrank gedacht.

Dabei stoße ich auf verschiedene Fragen:
- eine Glastür, vielleicht noch mit LED Band ist natürlich sehr dekorativ - aber was ist mit Lichtgeschmack? Würdet ihr eher abraten?
- gibt es besonderes leise Modelle?
- macht ein Kühlschrank mit verschiedenen Zonen Sinn, um doch im Bedarfsfall einen Sud (Flaschen) noch etwas reifen zu lassen?
- Energieverbrauch?
- Höhe der Fächer - passen da Flaschen wie z.B. ein TapX rein?

Hat jemand von Euch da schon etwas im Einsatz? Könnt ihr mir was empfehlen?
Natürlich ist auch das Budget nicht unermesslich, aber mich würde schon erstmal unbefangen interessieren, was es auf dem Markt so empfehlenswertes -oder geiles- gibt, mit dem Erfahrungen vorliegen.

Danke im Voraus und sorry für das neue Thema - die Trefferanzahl bei "Kühlschrank" hat mich überfordert.

Tino

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Re: Dekorativer Kühlschrank statt Bierkeller - Produktfindung

#2

Beitrag von tinoquell » Donnerstag 18. Juli 2019, 00:05

So, nach ellenlanger Recherche im Internet, auf der Braumesse in Nürnberg, bei Fachhändlern und Getränkemärkten habe ich nun "meine" Lösung gefunden.

Einen wirklich für das Lagern von Bier konstruierten Kühlschrank konnte ich nicht auftreiben. Die Klarstein Geräte waren mir zu klein. In Nürnberg gab es vom türkischen Anbieter greencooler einen schönen Kühlschrank mit einer in die Glastür eingearbeiteten Jalousie. Diese einfache Lösung zum Lichtschutz hat mir gut gefallen, der Transport hätte mich allerdings logistisch überfordert.
Gespräche mit den anderen Herstellern ergaben immer das selbe: Wein kühlen sehr gern, Bier - nein. Wer hebt schon Bier so lange, vielleicht auch noch über Jahre auf? Unverständnis.

Schließlich bekam ich von einem Gastroservice die Emfehlung für den CASO Wine Chef Pro. Der hatte von Haus aus sehr viel Liebes
- zwei getrennt regelbare Kühlzonen
- Glastür mit UV Schutz
- Umluft, Feuchteregulierung
- Akzeptabler Stromverbrauch
- Beleuchtung die sich automatisch abschaltet
- Platz für fast 200 Flaschen (Wein)

Nach nettem Schriftwechsel mit dem Hersteller, etlichen Datenblättern und getrieben von der großen Hitze der Mai/Juniwochen habe ich den Weinchef dann bestellt. Mir war klar, dass ich voraussichtlich noch daran herumoptimieren muss, aber ich wollte jetzt endlich meine "Schätze" kaltstellen.
Der knapp 100 kg schwere Schrank kam dann sehr schnell über unseren Großmarkt mit einem etwas günstigeren Preis als im Internet und -für mich wichtig- mit einer sehr kooperativen Spedition, die mir das Teil gleich an Ort und Stelle brachte.

Das Gerät sieht äußerlich sehr wertig aus, hatte aber im Innenraum einige mysteriöse Spuren, die ich nicht zuordnen konnte. Da der Schrank aber ohnehin hoffentlich immer gefüllt sein wird, sah ich darüber hinweg und konnte schließlich planen und Maß nehmen. Die für die liegende Weinlagerung gedachten Regalböden haben ein viel zu breites Raster für aufrecht stehende Bierflaschen. Ich brauche also mehr "Stellfläche". Die
Böden sind in unterschiedlichen Höhen auf stabilen, kugelgelagerten Schubladenauszügen montiert. Vom Werk sind diese Höhen teilweise selbst für 0,33er Flaschen zu klein, von 0,5 oder gar 0,75l ganz zu schweigen.
In den Wänden finden sich Aufnahmenute für diese Schubladenauszüge im Raster von 10 cm. Selbst wenn man Böden entfernt oder ummontiert, erhält man pro Kühlzone immer nur ein Fach, in das man auch größere Flaschen (0,5l) stellen kann. Die optimale Höhe befindet sich jeweils ziemlich genau zwischen den vorbereiteten Nuten.
Also habe ich mit meinen mäßigen handwerklichen Fähigkeiten die schönen Lattenroste mit ein paar Hölzern höher gesetzt, so dass ich zwei Fächer erhielt, die auch 0,75er Flaschen aufnehmen können. Die Schubladenauszüge musste ich dazu in die nächste Nut ummontieren. Das geht ziemlich unkonventionell per Schnellbauschrauben in die Kühlschrankwand (ja, die sind auch original so montiert). Alles recht baumarktmäßig aber für mein Vorhaben gerade optimal.
Da der Kühlraum nach hinten etwas schmaler als im Türbereich wird, musste ich die ganze Konstruktion noch "konisch" hobeln.

Nun noch das Problem der mangelhaften Stellfläche auf den ansonsten sehr wertigen Liegerosten. Ich begann, einfach die Böden vollflächig mit leichten Laminatresten zu belegen. Das ging schnell und sah gut aus. Vor der Inbetriebnahme wurde mir aber klar, dass ich durch diese massiven Zwischenböden jegliche Luftzirkulation unterbrechen werde.
Also Rückbau und ein zweiter Versuch, diesmal mit Rechteck - Lochblech. Ich hoffe, dass nun die Luft, die durch die kräftigen Ventilatoren bewegt wird, überall hin kommt.

Heute habe ich endlich eingeräumt und bin jetzt ziemlich glücklich über mein neues Spielzeug.
Der Kühlschrank kühlt wirklich schnell und kräftig, die Beleuchtung präsentiert alles sehr schön und wenn ich mag, kann ich das Teil per App von überall aus beobachten und steuern. Die dazu erforderliche WLAN Anbindung geht sehr einfach und schnell. Nettes Gimmick auf das ich auch gut verzichtet hätte.

Das Gerät steht in meinem Hausflur und begrüßt dort meine Gäste und mich. Zum Glück, denn fürs Wohnzimmer ist er etwas zu laut, selbst wenn der Kühlkompressor abgeschaltet ist. Die Umlüfter laufen nämlich ständig und mit dem großen Resonanzkörper zusammen ist das immer noch deutlich wahrnehmbar.

Ja, ich gebe zu, das ganze Projekt ist ziemlich dekadent, aber ich freue mich sehr darüber und bin gespannt, wie sich die Anschaffung bewährt. Da der Raum so schmal ist, bekomme ich kein schönes Bild von der Frontalansicht. Aber das findet ihr ja auch im Internet.

Viele Grüße
Tino
fertig.JPG
Umbau abgeschlossen
Lattenroste.JPG
Original Roste
Massnehmen.JPG
Maßnehmen
RostGepimpt.JPG
Umbau Lattenrost
RostOben.JPG
Lattenrost konisch
Umbaudetail.JPG
Detail: höher gelegter Rost
2lFach.JPG
2 Liter Flasche
2lFachZu.JPG
2 Liter ohne Flasche
Final1.JPG
Befüllt
final2.JPG
Nochmal befüllt
Dateianhänge
Spuren.JPG
Mysteriöse Spuren
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Re: Dekorativer Kühlschrank statt Bierkeller - Produktfindung

#3

Beitrag von t3k » Donnerstag 18. Juli 2019, 09:10

Holy Moly,
Da hast du aber tief in die Tasche gegriffen wenn ich das richtig sehe. 1.800€ ist ne Ansage wenn man dann noch basteln muss.
Schick sieht’s aber dennoch aus.
Ich hab vor einiger Zeit auch etwas ähnliches fürs Wohnzimmer gesucht, aber die schicken Gastro-Teile haben mich dann alle nicht überzeugt ... Anschaffungspreis, Lautstärke und Stromverbrauch waren nie im akzeptablen Bereich. Ich hatte damals nach Barkühlschränken mit Schiebetür geschaut. Das hätte schon cool ins WoZi gepasst...

Ich hab letztendlich einen „normalen“ (2ten) Kühlschrank in die Küche gequetscht.

Cheers
T3K

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Re: Dekorativer Kühlschrank statt Bierkeller - Produktfindung

#4

Beitrag von Bierbert » Donnerstag 18. Juli 2019, 12:15

Chic ist er aber

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