Spunddruck - Temperatur, Lagerung, CO2 Gehalt

Hier kommt alles rein, was woanders keinen Platz hat.
Antworten
JayBee
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 14
Registriert: Sonntag 30. Dezember 2018, 12:57

Spunddruck - Temperatur, Lagerung, CO2 Gehalt

#1

Beitrag von JayBee » Sonntag 30. Dezember 2018, 13:49

Hallo zusammen,

ich habe nun Anfang Dezember meinen vierten Sud gebraut. Ein Kölsch (Wiess) sollte es werden.
Nun habe ich aber ganz komische Effekte bei der Flaschen-Nachgärung.

Schüttung 90% Pilsner Malz, 10% Weizenmalz
Kombirast 60 Minuten bei 65°C, 76°C Abmaischen
Stammwürze 11,9°P vor Gärung
Hefe: Nottingham bei 17,5°C im Raum
Restextrakt: 2,2°P
Cold Crash & Klärung mit Gelatine dann Abfüllung in 0,33L Flaschen.
Zuckerzugabe 2,1g pro Flasche (6,3g/L) für ca. 5g/L CO2 Karbonisierung.

Die Nachgärung lief gut an, Flaschen wurden ab und an mal kurz aufgeschüttelt. NG Temperatur bei ca. 21°C.
Spunddruck am Manometer ging auf ca. 1,8 /1,9 Bar und blieb da stehen. Was demnach ganz gut passen müsste..

Jetzt hab ich eine Flasche kalt gestellt in den Kühlschrank für ca. 30h und probiert.
Bier hat wenig CO2 und wirkt eher schaal..

Folgende Fragen ergeben sich daraus:

1. Wie kann das Bier schaal wirken/schmecken wenn doch der Spunddruck ganz gut gepasst hat?
Auch die Zuckermenge hab ich kontrolliert, müsste passen.

Ein anderen Sud hab ich mit gleichen Daten karbonisiert und der hat echt viel CO2..

Als ich die Flasche mit Manometer in die Kühlung gestellt habe bei 6,8°C ist der Druck auf ca. 1,3/1,4 Bar gefallen, was eigentlich heissen würde das die Karbonisierung noch höher sein müsste (was nicht zu Punkt 1 passt..)

2. Welcher Druck am Manometer gilt denn dann? Ab dem Moment wo man kalt gestellt hat oder davor? Kann man sobald kalt gestellt wurde, nicht mehr auf den Druck referenzieren?

Da ich nicht genau feststellen kann wo der Fehler liegt hab ich folgendes gemacht..

Flasche mit dem Manometer geöffnet, 1g Zucker als Lösung in 3ml Wasser nachgelegt und wieder bei 20°C zur Nachgärung gestellt. Nach relativ kurzer Zeit hat sich wieder ein Spunddruck von diesmal nur 1,3/1,4 Bar :Grübel eingestellt, jetzt warte ich auf die Nachgärung und bin gespannt ob es das Problem bei der Flasche löst. Wenn dem so ist, muss ich wohl alle Flaschen nachzuckern..

Die restlichen Flaschen stehen derzeit noch in der Kühlung und werden bei Bedarf dann wenn der Versuch klappt nachgezuckert.

Hat jemand eine Idee oder einen Tipp für mich, ich bin echt am Grübeln wo der Fehler liegt.. :puzz
Dafür wäre ich sehr dankbar.

nettermann90
Posting Senior
Posting Senior
Beiträge: 334
Registriert: Freitag 14. April 2017, 16:46
Wohnort: 35415 Pohlheim

Re: Spunddruck - Temperatur, Lagerung, CO2 Gehalt

#2

Beitrag von nettermann90 » Sonntag 30. Dezember 2018, 14:22

Das Problem ist vorhandene Luft im Kopfraum der Flasche. Wenn du genau nach dem Manometer gehen willst, musst du die Luft raus bekommen. Ich schließe und schüttel die Manometerflasche immer leicht, mach sie ganz vorsichtig auf, sodass schaum aus der Dichtung kommt. Dann ist der großteil der Luft raus und du kannst dich auf die Werte verlassen.

JayBee
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 14
Registriert: Sonntag 30. Dezember 2018, 12:57

Re: Spunddruck - Temperatur, Lagerung, CO2 Gehalt

#3

Beitrag von JayBee » Sonntag 30. Dezember 2018, 15:30

nettermann90 hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 14:22
Das Problem ist vorhandene Luft im Kopfraum der Flasche. Wenn du genau nach dem Manometer gehen willst, musst du die Luft raus bekommen. Ich schließe und schüttel die Manometerflasche immer leicht, mach sie ganz vorsichtig auf, sodass schaum aus der Dichtung kommt. Dann ist der großteil der Luft raus und du kannst dich auf die Werte verlassen.

Guter Tipp, danke!
Das werde ich mal versuchen zumindest im Bezug auf die Temperaturen. Man sollte nur vorsichtig sein, sonst hat man das Bier im Manometer oder?

Aber bei Raumtemperatur müsste ich mich doch auf den entstehenden Druck verlassen können, da Temperatur ungefähr konstant ist?

nettermann90
Posting Senior
Posting Senior
Beiträge: 334
Registriert: Freitag 14. April 2017, 16:46
Wohnort: 35415 Pohlheim

Re: Spunddruck - Temperatur, Lagerung, CO2 Gehalt

#4

Beitrag von nettermann90 » Sonntag 30. Dezember 2018, 17:27

Keine Ahnung ob da Bier ins Manometer kommt, ich hab im Aufsatz nur eine 1mm Bohrung richtung Manometer. Da wird eher nichts durchkommen.

Benutzeravatar
ggansde
Moderator
Moderator
Beiträge: 5451
Registriert: Mittwoch 9. November 2005, 16:25
Wohnort: Rodgau

Re: Spunddruck - Temperatur, Lagerung, CO2 Gehalt

#5

Beitrag von ggansde » Sonntag 30. Dezember 2018, 17:41

Das kommt da locker durch, Flüssigkeiten haben keinen Durchmesser.
VG, Markus
"Durst ist schlimmer als Heimweh"
Insofern dieser Beitrag nicht durch MOD MODE ON gekennzeichnet ist, enthält er lediglich die Meinung eines gewöhnlichen Benutzers

JayBee
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 14
Registriert: Sonntag 30. Dezember 2018, 12:57

Re: Spunddruck - Temperatur, Lagerung, CO2 Gehalt

#6

Beitrag von JayBee » Sonntag 30. Dezember 2018, 19:35

Weiss jemand was im Bezug auf die Karbonisierung passiert sein könnte? Hab grade eine Flasche aufgemacht die ein paar Tage kalt gelagert wurde und Pustekuchen... Kaum Kohlensäure.. :crying :Waa

Benutzeravatar
hyper472
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 2058
Registriert: Freitag 2. Oktober 2015, 22:33
Wohnort: Nürnberg

Re: Spunddruck - Temperatur, Lagerung, CO2 Gehalt

#7

Beitrag von hyper472 » Sonntag 30. Dezember 2018, 22:17

Hast Du den Zucker direkt in die Flaschen gegeben oder hast Du eine Zuckerlösung gemacht?
"Das Bier aber macht das Fleisch des Menschen fett und gibt seinem Antlitz eine schöne Farbe durch die Kraft und den guten Saft des Getreides."
Hildegard von Bingen (1098-1179)

JayBee
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 14
Registriert: Sonntag 30. Dezember 2018, 12:57

Re: Spunddruck - Temperatur, Lagerung, CO2 Gehalt

#8

Beitrag von JayBee » Montag 31. Dezember 2018, 12:24

Den Zucker hab ich direkt in die Flaschen dosiert und dann mit nem Abfüllröhrchen die Flaschen abgefüllt.

Zwei Dinge sind mir noch in den Kopf gekommen.. :Grübel

- Die Temperatur des Jungbieres beim Abfüllen, wobei die ja deutlich unter der Gärtemperatur liegt und somit eigentlich kein CO2 entfleucht sein sollte..

- Kopfraum, wobei ich vom Rand oben immer ca. 3 Finger breit frei lasse..

Benutzeravatar
mavro
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 597
Registriert: Mittwoch 16. März 2016, 16:17
Wohnort: Wiesbaden
Kontaktdaten:

Re: Spunddruck - Temperatur, Lagerung, CO2 Gehalt

#9

Beitrag von mavro » Donnerstag 3. Januar 2019, 13:57

Hi,

ich hatte dasselbe Problem auch schon 2 Mal.

Bei diesen beiden Malen hatte ich einen Coldcrash nach der Hauptgärung und vor dem Abfüllen durchgeführt - also so wie Du.

Dabei hatte ich Zucker aufgelöst und vorgelegt.

Ich hatte keinen Manometer und kann daher nicht sagen, ob die Nachgärung durchgelaufen ist oder nicht.

Das Bier war auf jeden Fall schal und mit sehr wenig Kohlensäure.

Seitdem verzichte ich auf den Coldcrash.
Viele Grüße, Andreas

JayBee
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 14
Registriert: Sonntag 30. Dezember 2018, 12:57

Re: Spunddruck - Temperatur, Lagerung, CO2 Gehalt

#10

Beitrag von JayBee » Donnerstag 3. Januar 2019, 18:09

Hmm,.. ich befürchte du hast recht dass es mit dem Cold Crash zu tun haben könnte.. :Grübel
Das war das erste Mal mit Cold Crash & Gelatine Klärung. Vorher hatte ich derartige Probleme nicht.

Welche Hefe hast du denn benutzt? Nicht zufällig auch die Notti?

Die Flaschen hab ich jetzt nochmal bei 20°C im Keller stehn. Vielleicht passiert ja noch was..
Die Flasche mit Manometer, bei der ich noch 1gr Zuckerlösung hinzugefügt hab ist mittlerweile schon wieder bei 2,4 bar..

Grüße Jens

JayBee
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 14
Registriert: Sonntag 30. Dezember 2018, 12:57

Re: Spunddruck - Temperatur, Lagerung, CO2 Gehalt

#11

Beitrag von JayBee » Samstag 5. Januar 2019, 20:15

Also, Thema geklärt mit viel Mühe und Sorgfalt.!

Das Kölsch ist jetzt wunderbar karbonisiert.
Nottingham in Kombination mit Cold Crash und Gelatine Klärung erforderte bei mir eine sehr lange Nachgärung bei Raumtemperatur und ein tägliches auf den Kopf drehen, damit die Hefe neu aufgewirbelt wird.

Warum der Druck bei der einen Flasche ok war weiss ich leider immer noch nicht, aber probiert hatte ich exakt diese Flasche auch nicht, sondern eine andere ohne Manometer..

Also, ich hab auf jedenfall was gelernt und wenn es nur Geduld ist.. :thumbsup :redhead

Danke an alle die sich mit dem Thema beschäftigt haben! :thumbsup :Drink

Antworten