Ungewohnt hohe Sudhausausbeute

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London Rain
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Ungewohnt hohe Sudhausausbeute

#1

Beitrag von London Rain » Sonntag 6. Januar 2019, 12:58

Ich bin gerade ziemlich ratlos. Bisher hatte ich immer eine SHA von 65% +- ein paar Punkte. Die effektive SHA (für den kleinen Brauhelfer) war immer so 58-60%.

Nun habe ich gestern ein Pils gebraut und bin laut Spindel bei 15,5°P und 21, 8 Liter gelandet (statt 12° P/22 Liter). Was zum...?

Ich hab die Spindel mal in Wasser gegen getestet und komme da auf 0,5°P, also ganz stimmen tut die nicht, aber der Fehler war zumindest auch in den bisherigen Suden und Berechnungen konstant so.

Selbst wenn ich das mit meinem Refraktometer kontrolliere (und dem jetzt mal mehr vertrauen wüde) komme ich auf 14,2 brix/13,7 °P.

Das wären dann eine SHA von 72,8%, bzw. effiziente SHA von 68,2%. Im Vergleich zu bisher also immerhin auch noch satte +8 Prozentpunkte.

Nun, was war anders als sonst? Ich hab die Mattmill etwas feiner eingestellt als sonst und das geschrotete Malz war deutlich feiner. Außerdem hab ich während des Läuterns einmal das Treberbett eingeschnitten. Das Glattwasser hatte am Ende noch 3 brix.

Aber erklärt das den enormen Effizienzgewinn? Ich hab zuletzt ein Wit mit quasi den selben Parametern gebraut (gleiche Schüttungsmenge, Stammwürze und Gussführung) und das war eine Punktlandung was die Stammwürze und SHA angeht.

Also, noch mal zusammengefasst:
1. Findet ihr dass die beschriebenen Änderungen den Effizienzgewinn erklären können? Habt ihr sonst eine Idee?
2. Denkt ihr, dass das reproduzierbar beim nächsten mal wieder so hoch ausfallen wird?
3. Was mach ich jetzt mit meinen 22 Liter Pils im 30-Liter-Speidel-Eimer... Noch ein wenig verdünnen? Da das Rezept auf staubtrocken gemaischt wurde, würde ein bisschen mehr Alkohol wahrscheinlich weniger auffallen.

Viele Grüße
Tim

Nachtrag: Vielleicht mach ich es so? Dann ist es zwar ein gewisses Risiko im Gäreimer, aber bisher hatte ich immer reichlich Reserve.
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Re: Ungewohnt hohe Sudhausausbeute

#2

Beitrag von schattenbräu » Sonntag 6. Januar 2019, 13:54

Ich konnte durch einen feineren Mahlgrad bei meiner Mattmill ebenso eine deutliche Verbesserung der SHA feststellen, derzeit liegt sie immer zwischen 70 und 72%. Zum Einschneiden des Treberbetts fehlt mir die Erfahrung, war noch nie nötig.
Es ist aber schön, so ein "Luxusproblmem" zu haben, dass man plötzlich mehr Bier hat!😃
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London Rain
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Re: Ungewohnt hohe Sudhausausbeute

#3

Beitrag von London Rain » Sonntag 6. Januar 2019, 13:59

Hm, geht so. :-) Hoffe es bleibt im Eimer. Aber die 8% hattest du dann auch so in etwa bei dir mehr? Wichtiger als eine höhere, wäre mir natürlich eine konstante SHA.

Ich mach das jetzt mit den 2 Litern Verdünnung und dann schauen und hoffen wir mal.

Trotzdem würde ich mich noch über weitere Erfahrungen und Meinungen freuen.

Danke und viele Grüße!
Tim

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Re: Ungewohnt hohe Sudhausausbeute

#4

Beitrag von schattenbräu » Sonntag 6. Januar 2019, 17:55

Die Ausbeute ist bei mir seitdem konstant hoch, wieso sollte sie auch schwanken, wenn ich keine anderen Parameter verändere?
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Re: Ungewohnt hohe Sudhausausbeute

#5

Beitrag von VolT Bräu » Sonntag 6. Januar 2019, 18:25

Zu der hohen SHA kann ich nichts beitragen, aber die Messwerte sind ja nicht sehr vertrauenserweckend mit dieser großen Abweichung.
Wenn das so viel Spielraum hat, ist das ja eher ein Ratespiel. Ich würde da noch eine Drittmeinung hinzuziehen :)
Jetzt mal Bier bei die Fische!

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Re: Ungewohnt hohe Sudhausausbeute

#6

Beitrag von olibaer » Sonntag 6. Januar 2019, 19:05

Hallo Tim
London Rain hat geschrieben:
Sonntag 6. Januar 2019, 12:58
15,5 °P, 13,7 °P ...
Über deine Messwerte für die Kaltwürzekonzentation denke ich, müssen wir nicht reden. So wie dargestellt: Schrott

London Rain hat geschrieben:
Sonntag 6. Januar 2019, 12:58
Das wären dann eine SHA von 72,8%, bzw. effiziente SHA von 68,2%.
Nicht jeder kennt oder verwendet den KBH(effiziente SHA).
Verwende bitte für die Allgemeinheit "Heißwürzeausbeute" oder "Kaltwürzeausbeute". Ggf. rechne in diese Wertangaben in deinem Beitrag um.
London Rain hat geschrieben:
Sonntag 6. Januar 2019, 12:58
Ich hab die Mattmill etwas feiner eingestellt als sonst
Feineres Schrot, bessere Ausbeute - ganz klar. Das Lösungsmittel Brauwasser findest so schnelleren und vollständigeren Zugang zum Extrakt.
London Rain hat geschrieben:
Sonntag 6. Januar 2019, 12:58
Außerdem hab ich während des Läuterns einmal das Treberbett eingeschnitten.
Der Booster schlechthin.

Neue "Auswaschkanäle" werden frei und was sonst an wertvollem Extrakt, teilweise Vorderwürze, mit dem Treber entsorgt wird, landet so in der Anstellwürze. Flankierend zum zusätzlichen Extrtaktgewinn verkürzt sich die Läuterdauer, was sich positiv auf die eher negativ behaftete Auslagung von Spelzen auswirkt.

Ich bin mir mehr als sicher, dass das der Hauptgrund für den Anstieg deiner Ausbeute ist - der Schnitt ins Treberbett beim Nachguß - sollte man sich unbedingt mal trauen.
Gruss
Oli
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Re: Ungewohnt hohe Sudhausausbeute

#7

Beitrag von glassart » Sonntag 6. Januar 2019, 20:21

ich bin mir mehr als sicher, dass das der Hauptgrund für den Anstieg deiner Ausbeute ist - der Schnitt ins Treberbett beim Nachguß - sollte man sich unbedingt mal trauen.
Gruss
Oli
Danke Oli für die Ausführungen -noch eine kleine Fage dazu da ich auch einer bin der sich langsam traut das zu machen.
In welchem Abstand bei meinem 50 L Topf mit Läuterhexe würdest du da einschneiden und wie oft während des Läutervorganges?
Ich habe mir ein langes "Messer" aus einem Edelstahlblechstreifen der herum lag gemacht und das funktioniert eigentlich sehr gut.

lg Herbert

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London Rain
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Re: Ungewohnt hohe Sudhausausbeute

#8

Beitrag von London Rain » Sonntag 6. Januar 2019, 20:42

olibaer hat geschrieben:
Sonntag 6. Januar 2019, 19:05
Über deine Messwerte für die Kaltwürzekonzentation denke ich, müssen wir nicht reden. So wie dargestellt: Schrott
Jo, aber für den Moment leider nicht zu ändern.
Da die Spindel in Wasser nicht 0 anzeigt, aber das Refraktometer schon (ist ja korrekt auf 0 gestellt) und die SHA mit dem Wert der Spindel irgendwas über 80% wäre, bin ich geneigt dem mehr Glauben zu schenken. Ein drittes Gerät hab ich nicht. Beim nächsten Treffen mit befreundeten Hobbybrauern vergleichen wir noch mal.
olibaer hat geschrieben:
Sonntag 6. Januar 2019, 19:05
London Rain hat geschrieben:
Sonntag 6. Januar 2019, 12:58
Außerdem hab ich während des Läuterns einmal das Treberbett eingeschnitten.
Der Booster schlechthin.
Das werde ich auch so beibehalten. Danke für deine Einschätzung!
glassart hat geschrieben:
Sonntag 6. Januar 2019, 20:21
In welchem Abstand bei meinem 50 L Topf mit Läuterhexe würdest du da einschneiden und wie oft während des Läutervorganges?
Ich hab es mit so einem gewellten Tomaten-/Brötchenmesser #-förmig eingeschnitten und zwar vorm Geben der ersten Liter des Nachgusses.

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Re: Ungewohnt hohe Sudhausausbeute

#9

Beitrag von Alt-Phex » Sonntag 6. Januar 2019, 21:10

Die Sudhausausbeute ist ein schwankender Wert, die wirst du nie wirklich Konstant hinbekommen. Es sei denn du braust immer das gleiche Rezept unter gleichbleibenden Prozessparametern. Beispiel: Bei einem Sud aus 100% Pilsener Malz wird die SHA höher ausfallen als bei einem Sud aus 100% Münchner Malz. Weil Pilsener das enzymstärkere Malz ist.

Die anderen, bereits genannten, Einflüsse wie Schrotqualität und Läuterarbeit gesellen sich dann natürlich noch dazu.
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Re: Ungewohnt hohe Sudhausausbeute

#10

Beitrag von olibaer » Sonntag 6. Januar 2019, 21:25

Hallo zusammen,
London Rain hat geschrieben:
Sonntag 6. Januar 2019, 20:42
Ich hab es mit so einem gewellten Tomaten-/Brötchenmesser #-förmig eingeschnitten und zwar vorm Geben der ersten Liter des Nachgusses.
glassart hat geschrieben:
Sonntag 6. Januar 2019, 20:21
In welchem Abstand bei meinem 50 L Topf mit Läuterhexe würdest du da einschneiden und wie oft während des Läutervorganges?
Die Läuterhexe oder Abwandlungen davon dürfen gerne als robutes System gelten.

Ist sie ausschliesslich um den Topfrand verlegt spricht nichts dagegegen, den gesamten Treberkuchen im Mittelteil während der Nachgüsse mittels eines Blanchierhebers o.ä. in seiner Gesamtheit via "Tiefstich" anzuheben und komplett auf "links" zu machen.

Wer sich das einmal getraut hat wird feststellen können, dass sich währenddessen und bei geöffnetem Läuterhahn nicht einmal die Trübung ändert - nur die Farbe nimmt zu - vom Extrakt der zusätzlich ausgewaschen wird - recht viel mehr passiert nicht. Gut, die Ablaufgeschwindigkeit ändert sich zusätzlich - sie nimmt zu.
Ich kann nur raten, die Hexensysteme in ihren Möglichkeiten auszureizen.
Gruss
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Re: Ungewohnt hohe Sudhausausbeute

#11

Beitrag von glassart » Sonntag 6. Januar 2019, 21:38

Ist sie ausschliesslich um den Topfrand verlegt spricht nichts dagegegen, den gesamten Treberkuchen im Mittelteil während der Nachgüsse mittels eines Blanchierhebers o.ä. in seiner Gesamtheit via "Tiefstich" anzuheben und komplett auf "links" zu machen.
ich lege die Hexe in Nierenform zu Beginn des Läuterns . Wäre es dann optimal rautenförmig bis knapp oberhalb der Hexe im Abstand von ca. 3cm einzuschneiden?

lg Herbert :Drink

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Re: Ungewohnt hohe Sudhausausbeute

#12

Beitrag von olibaer » Sonntag 6. Januar 2019, 22:11

glassart hat geschrieben:
Sonntag 6. Januar 2019, 21:38
ich lege die Hexe in Nierenform zu Beginn des Läuterns . Wäre es dann optimal rautenförmig bis knapp oberhalb der Hexe im Abstand von ca. 3cm einzuschneiden?
lg Herbert :Drink
Hallo Herbert,

wenn du Kenntnis darüber hast, wo deine "Hexe" liegt, kannst du im 1-2cm Abstand davon alles veranstalten, was dir in den Sinn kommt.
Es genügt, den Ablauf im Auge zu behalten. Wirds' zu trüb - Trübwürzepumpen - Läutern halt :-)

Nachgüsse sind ein ganz wunderbares "Handwerkszeug" - es geht um zügige Extraktgewinnung mit Qualitäten im Rücken, faktisch um Bierbrauerei :-)
Gruss
Oli
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Re: Ungewohnt hohe Sudhausausbeute

#13

Beitrag von glassart » Sonntag 6. Januar 2019, 22:25

Danke Oli, dann werde ich meine Sinne auf den Ablauf schärfen und hoffentlich das Läutern, den Nachguss noch optimieren :Smile

lg Herbert

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