Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

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schlupf
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Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#1

Beitrag von schlupf » Donnerstag 17. Januar 2019, 10:55

Moin,

Seit der Mundschenk auf dem Markt ist und von Klarstein auch recht enthusiastisch beworben wird, ist die finanzielle Hürde zur Anschaffung eines Automaten deutlich gesunken und ich meine zu beobachten, dass immer öfter Frage auftauchen wie:
"Ich möchte gerne anfangen zu Brauen - Welchen Automat soll ich mir kaufen?"

Aber braucht man das wirklich?

Der Speidel "Gulaschmaster 3000" hatte als Zielgruppe durch den hohen Preis ja vermutlich eher die heavy User, die schon mit dem Brauprozess vertraut waren und eine Erleichterung bei der Versorgung des angefixten durstigen Bekanntenkreises brauchten und die wissen, dass sie beim Hobby dabei bleiben...

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass so gerade am Anfang der "Braukarriere" falsche Prioritäten gesetzt werden und die preisliche Differenz zum klassischen Einkocher (oder Kühlbox oder was auch immer) in anderen Bereichen (Gärführung z.B.) wesentlich besser angelegt wäre.
Oder um Bernd zu zitieren: "Das ganze Rumgemaische wird eh überbewertet." (Oder ähnlich...)

Was denkt ihr?

Viele Grüße,
Sebastian

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#2

Beitrag von christianf » Donnerstag 17. Januar 2019, 11:03

Ich denke, dass man für den Anfang lieber mit einfachen Mitteln anfangen sollte. Erst wenn man ein Gefühl für den Prozess bekommen hat, kann man beurteilen, ob man ein Malzrohrsystem möchte oder sich die Anlage lieber mit Dingen wie einem Rührwerk etc. automatisiert.

Edit: Ich habe mir dann den GF gekauft, da ich mir davon eine genauere Temperatursteuerung und weniger Anbrennen beim Maischen erhofft habe. Was auch geklappt hat (allerdings war mein Einkocher auch billigst).

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#3

Beitrag von dh26883 » Donnerstag 17. Januar 2019, 11:18

Sebastian,

ich kann deinen Gedankengang nachvollziehen. Ich habe mich damals nach 4 Suden (wo ich vom Kochtopf zum BIAB-Kochtopf entwickelt hatte) für die Anschaffung des Brewster Beacon entschieden. 1 Hauptgrund war Platzersparnis (1 for all) und das ich nun auch draußen brauen konnte (ohne zusätzliches Equipment kaufen zu müssen). Auch wie Christian ausführt, war hier die Temperatursteuerung um einiges besser wie mit meiner Einstiegsmethode. Darüber hinaus katapultierte mich dies weit nach vorne in Richtung abküheln der fertigen Würze (nun hatte ich eine Kühlspirale, vorher musste ich im Waschbecken abkühlen) und natürlich auch das Ausstoßvolumen (30 Liter ohne High Gravity wären nun möglich, wobei ich meist 20 klassischerweise anpeile). Von daher würde ich es jetzt nich so sehr verallgemeinern, jeder Mensch ist anders.

Grüße
David

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#4

Beitrag von Kurt » Donnerstag 17. Januar 2019, 11:18

Ich braue seit 2004 und habe mich bewusst gegen die Automatisierung meiner Brauerei entschieden. Das Brauen soll Handwerk bleiben. Da bin ich Romantiker wie beim Kochen auch. Ein Thermomix käme mir auch nicht ins Haus ;)

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#5

Beitrag von Bierjunge » Donnerstag 17. Januar 2019, 11:26

schlupf hat geschrieben:
Donnerstag 17. Januar 2019, 10:55
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass so gerade am Anfang der "Braukarriere" falsche Prioritäten gesetzt werden und die preisliche Differenz zum klassischen Einkocher (oder Kühlbox oder was auch immer) in anderen Bereichen (Gärführung z.B.) wesentlich besser angelegt wäre.
Ganz meine Rede, und Wasser auf meine Mühlen!

Eine hochqualitative und gut vergärbare Würze bekomme ich zur Not auch mit 1, 2 Eimern und einem Panzerschlauch zuwege. Da muss man keine Hunderter als Eintrittskarte investieren. Und als Nebeneffekt lernt man dabei noch jede Menge.
Eine korrekte und reproduzierbare Gärführung hingegen funktioniert ohne Thermostat und Kühlmöglichkeit kaum.

Mir gruselt es daher immer ein wenig, wenn Hunderte bis Tausende in "Würze-Vollautomaten" investiert werden (im Glauben, dass allein dies ein perfektes Ergebnis gewährleiste), die damit erzeugte Würze dann aber womöglich völlig unkontrolliert unterm Schreibtisch oder sonstwo vergoren wird.

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#6

Beitrag von cyme » Donnerstag 17. Januar 2019, 11:35

Ich bin da wohl etwas paradox - meine Maischarbeit beschränkt sich in der Regel auf heißes Wasser mit Malz mischen, umrühren, 1h warten, fertig. Einfacher geht's kaum.

Trotzdem würde mir ein Braumeister gut reinlaufen: Läutern hasse ich wie die Pest, und auch BIAB ist lästiges rumhantieren mit einem nassen, heißen und klebrigen Sack. Das Malzrohrsystem sieht mir nach der absolut bequemsten Methode aus, und wenn das ganze hinterher einfach in die Spülmaschine wandern kann, ist das gleich doppelt gut. Nur, ich gebe nicht > 1000 Euro für etwas Bequemlichkeit bei 8x brauen im Jahr aus, da kann ich besseres mit meinem Geld machen.

Für mich ist Maische Rühren keine Meditation, ein Brautag ist für mich kein Wellnessurlaub und ich suche darin nicht meine Entspannung. Dem Spruch "Das ganze Rumgemaische wird eh überbewertet." kann ich nur zustimmen, weswegen ich den damit zusammenhängenden Aufwand meinerseits gerne aus nötigste beschränke.

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#7

Beitrag von matschie » Donnerstag 17. Januar 2019, 11:38

Als jemand der auch noch relativ neu in diesem Hobby ist, möchte ich auch mal meinen Senf dazu geben.

Ich habe mich gegen einen Automaten entschieden - habe aber auch lange darüber nachgedacht.

Das Problem ist: Jede (individuelle) Brauanlage von der man als Einsteiger liest ist anders. Jeder hat eine andere Lösung. Man kennt den Prozess nicht, man weiß gar nicht worauf es ankommt und ist verwirrt. So ging es mir zumindest.

Bei den Vollatomaten - bei mir war damals der Grainfather recht frisch und vorne im Rennen mit dabei - bekommt man ein Komplett funktionierendes Rundum-Sorglos-Paket. Da passt (Zumindest bis zum Hopfenseihen) alles zusammen und ist stimmig, ohne dass man sich Gedanken darüber machen muss. Also ist das als Anfang natürlich viel, viel leichter als sich erstmal theoretisch tief genug in die Materie einzuarbeiten um abschätzen zu können, was man braucht.

Erst als ich das erste mal gebraut hatte, wusste ich so langsam in welche Richtung es geht. Jetzt hatte ich das Glück, mir einen 40l-Edelstahltopf und einen Hockerkocher ausleihen zu können, sodass sich mein erster Versuch investitionsmäßig auf einen 30l-Hobbock und einen Läuterbuddy von Amihopfen beschränkt hat.

Aber gleich einen Einkocher, Thermoport, Läuterhexe etc zu kaufen, ohne zu wissen worauf es überhaupt ankommt - ich vermute, darüber hätte ich mich am Ende geärgert. Genauso wie über den Grainfather als ich das erste mal Dekoktion machen wollte.

Es gibt nunmal keine Zusammenstellung bzw. Übersicht, was man wofür braucht, welche System es gibt und was die Vor- und Nachteile sind. Und das wird auch so bleiben, da es viel zu viele Varianten gibt.

--- Edit---
Ach btw: du hättest das "h" bei "worth" weglassen sollen. Dass du den Wortwitz einfach so verschenkt hast.... :Shocked
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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#8

Beitrag von Quasihodo » Donnerstag 17. Januar 2019, 12:13

Für mich war das ganz einfach.

Ich stand vor der Wahl, mir die Startausrüstung selbst zusammen zu basteln oder ob ich mir ein komplettes Gerät kaufe, bei dem alles dabei ist.
Zuerst hatte ich die Bastellösung versucht und einiges gekauft. Da ich ohne Brauerfahrung war und nicht wirklich wusste was ich tat, hat aber immer was gefehlt oder nicht gepasst. Das zog sich über 2 Jahre und zwischendurch hatte ich auch die Lust verloren.

Dann gab es mal den Mundschenk im Angebot. Zugeschlagen und 1 Woche später war das erste Bier im Gärbottich.

Dass so ein Vollautomat nicht so toll ist, wie eine selbst gebaute Anlage war mir klar aber das war mir dann auch nicht mehr so wichtig.
Ich kann jetzt erst mal brauen und eigenes Erfahrungen sammeln. Wenn ich irgendwann weis, worauf es ankommt, kann ich mir eine eigene Anlage zusammenstellen.
Gruß
Markus

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#9

Beitrag von schlupf » Donnerstag 17. Januar 2019, 12:23

matschie hat geschrieben:
Donnerstag 17. Januar 2019, 11:38
--- Edit---
Ach btw: du hättest das "h" bei "worth" weglassen sollen. Dass du den Wortwitz einfach so verschenkt hast.... :Shocked
[OT]
Viel schlimmer finde ich, seit ich gelesen habe, dass Cambozola eine Mischung aus Camembert und Gorgonzola ist, dass der nicht Gorgobert heißt.
[/OT]

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#10

Beitrag von monsti88 » Donnerstag 17. Januar 2019, 12:28

Kurt hat geschrieben:
Donnerstag 17. Januar 2019, 11:18
Ich braue seit 2004 und habe mich bewusst gegen die Automatisierung meiner Brauerei entschieden. Das Brauen soll Handwerk bleiben. Da bin ich Romantiker wie beim Kochen auch. Ein Thermomix käme mir auch nicht ins Haus ;)
Du sprichst mir aus der Seele!
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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#11

Beitrag von Astir » Donnerstag 17. Januar 2019, 12:36

Hallo,
Ich finde auch man sollte erst mal mit einfachen Mitteln anfangen und sich lieber etwas mit der kontrollierten Gärung auseinandersetzen, zumindest nach den ersten Suden..! Mir hat es nicht geschadet mit Einkocher, Braupadel, Thermometer und Gär/Läutereimer anzufangen, heute benutzte ich aber meistens meinen Grainfather oder halt manchmal einfach meinen Thermoport.
Ich habe einen dänischen Arbeitskollegen der mich vor ein paar Jahren mit dem Brauvirus angesteckt hat, er braut schon seit Jahren super Biere mit einfachsten Mitteln, einer großen Kühlbox zum Maischen, er kocht in einem großen Kessel über einem Holzfeuer! Er sagte damals schon immer, dass das Abkühlen nach dem Kochen und eine kontrollierte saubere Gärführung und entsprechende Hefemengen viel entscheidender fürs Endergebnis seien.
Grüße

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#12

Beitrag von Malzknecht » Donnerstag 17. Januar 2019, 13:01

Ob ich als Einsteiger direkt mit nem Automaten anfangen muss, nur weil ich es anders nicht hinbekomme, weiß ich nicht... Ein gutes Buch - z.B. Jan's - und man hat alle Infos, um mit einem Einkocher und günstigem Equipment tolle Ergebnisse zu erzielen.

Trotzdem denke ich, dass diese Automaten ihre Daseinsberechtigung haben. Es kommt einfach darauf an, was euch an diesem Hobby Spaß macht.
- Du liebst den Brauprozess, das Handwerkliche, das Arbeiten mit den natürlichen Rohstoffen, ...
- Es geht dir allein ums Resultat. Möglichst ohne Aufwand.
- Vielleicht suchst du auch einen Kompromiss zwischen Hobby und Familie?
- Einige sind einfach gerne Hobby-Ingenieure und basteln am liebsten den ganzen Tag an der Anlage.
...

Das sich eine solche Einstellung auch mit der Zeit ändern kann, ist klar. Ich braue derzeit wirklich gerne ohne einen Automaten, da ich jemand bin, der das Hantieren (Umschütten, Messen, Regeln, ...) mit den Rohstoffen liebt. Dazu nehme ich mir häufig einen ganzen Tag (oft Samstags) Zeit.Vielleicht kommt aber irgendwann die Zeit, in der ich mich über jegliche Automatisierung und Zeitersparnis freue. Dann kann ich mir auch vorstellen, das System zu wechseln.
Viele Grüße,
Tobi

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#13

Beitrag von matschie » Donnerstag 17. Januar 2019, 13:07

Malzknecht hat geschrieben:
Donnerstag 17. Januar 2019, 13:01
Ob ich als Einsteiger direkt mit nem Automaten anfangen muss, nur weil ich es anders nicht hinbekomme, weiß ich nicht... Ein gutes Buch - z.B. Jan's - und man hat alle Infos, um mit einem Einkocher und günstigem Equipment tolle Ergebnisse zu erzielen.

Trotzdem denke ich, dass diese Automaten ihre Daseinsberechtigung haben. Es kommt einfach darauf an, was euch an diesem Hobby Spaß macht.
- Du liebst den Brauprozess, das Handwerkliche, das Arbeiten mit den natürlichen Rohstoffen, ...
- Es geht dir allein ums Resultat. Möglichst ohne Aufwand.
- Vielleicht suchst du auch einen Kompromiss zwischen Hobby und Familie?
- Einige sind einfach gerne Hobby-Ingenieure und basteln am liebsten den ganzen Tag an der Anlage.
...

Das sich eine solche Einstellung auch mit der Zeit ändern kann, ist klar. Ich braue derzeit wirklich gerne ohne einen Automaten, da ich jemand bin, der das Hantieren (Umschütten, Messen, Regeln, ...) mit den Rohstoffen liebt. Dazu nehme ich mir häufig einen ganzen Tag (oft Samstags) Zeit.Vielleicht kommt aber irgendwann die Zeit, in der ich mich über jegliche Automatisierung und Zeitersparnis freue. Dann kann ich mir auch vorstellen, das System zu wechseln.
Das sehe ich ganz genauso.
Nur wird mal als Anfänger von der Flut an Möglichkeiten förmlich erschlagen. Viele "flüchten" dann in die Sicherheit der Vollautomaten.

Und Bücher sind total 2004. Youtube ist das neue lesen :Wink
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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#14

Beitrag von cyme » Donnerstag 17. Januar 2019, 13:10

Eine kleine Brauanlage zusammenstellen ist doch kein Hexenwerk:
https://www.hobbybrauerversand.de/Start ... schebrauer
Dazu noch ein Einkocher und man ist für < 150,-€ gerüstet.

Der ganzen Krams, den man hier in den "ich zeige meine Anlage"-Threads sieht, ist nur die Kür. Rührwerk, Hopspider, Mikrofilter, Hefebank, digitale Spindel für das ZKG und eine Truhe für fünf NC-Kegs mit Kompensatorschankhahn machen das Bier keinen Deut besser. Aber ist halt wie bei vielen anderen Hobbies...

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#15

Beitrag von cyme » Donnerstag 17. Januar 2019, 13:11

matschie hat geschrieben:
Donnerstag 17. Januar 2019, 13:07
Und Bücher sind total 2004. Youtube ist das neue lesen :Wink
Hör mir auf. Bis ein YouTuber mit seinem Intro, überschwänglichen Begrüßung und dem Hinweis auf die Sponsoren fertig ist, hab ich einen gedruckten Artikel schon zu Ende gelesen.

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#16

Beitrag von matschie » Donnerstag 17. Januar 2019, 13:22

cyme hat geschrieben:
Donnerstag 17. Januar 2019, 13:10
Eine kleine Brauanlage zusammenstellen ist doch kein Hexenwerk:
https://www.hobbybrauerversand.de/Start ... schebrauer
Dazu noch ein Einkocher und man ist für < 150,-€ gerüstet.
Und dann liest man wieder, dass das mit dem Maischesack ja doch nicht so toll ist, und man lieber ein Schlitzblech nehmen soll. Nein, doch lieber eine Läuterhexe, viel einfacher. Oder doch einen Strainbuddy :Waa

Nein, eigentlich sollte die Läuterhexe direkt in den Einkocher!
Nee, besser in einen Thermoport, da kannste dann Kombirast machen und zubrühen :Waa :Waa

Es ist zwar schwer, aber denk dich mal zurück in die Situation, als du noch 0,00 Ahnung hattest. Was würdest du jetzt nehmen?
Der ganzen Krams, den man hier in den "ich zeige meine Anlage"-Threads sieht, ist nur die Kür. Rührwerk, Hopspider, Mikrofilter, Hefebank, digitale Spindel für das ZKG und eine Truhe für fünf NC-Kegs mit Kompensatorschankhahn machen das Bier keinen Deut besser. Aber ist halt wie bei vielen anderen Hobbies...
Das ist natürlich so, kann aber auch als Inspiration dienen. Natürlich zeigt niemand eine Einkocher-Plastikeimer-Lösung und sagt stolz "Schau mal was ich gebaut habe".
cyme hat geschrieben:
Donnerstag 17. Januar 2019, 13:11
matschie hat geschrieben:
Donnerstag 17. Januar 2019, 13:07
Und Bücher sind total 2004. Youtube ist das neue lesen :Wink
Hör mir auf. Bis ein YouTuber mit seinem Intro, überschwänglichen Begrüßung und dem Hinweis auf die Sponsoren fertig ist, hab ich einen gedruckten Artikel schon zu Ende gelesen.
Was, so richtig? Oder lässt du dir das von Siri vorlesen?
Ne im ernst, ich wollte nur darauf hinaus dass die meisten schon 100 Videos, 3 WikiHows und was weiß ich alles im Internet gelesen haben, bevor sie überhaupt auf die Idee kommen, ein Buch dazu zu bestellen.
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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#17

Beitrag von cyme » Donnerstag 17. Januar 2019, 13:33

matschie hat geschrieben:
Donnerstag 17. Januar 2019, 13:22
Es ist zwar schwer, aber denk dich mal zurück in die Situation, als du noch 0,00 Ahnung hattest. Was würdest du jetzt nehmen?
Ich würde mir als Anfänger das empfehlen, was ich auch damals genommen habe: Den 5l Kochtopf und ein Küchensieb. Die Einstellung "ich hab keine Ahnung ob das danach überhaupt trinkbar ist, aber ich will mindestens 50 Liter!" ist nichts für mich. Insbesondere, wenn ich mit der Entscheidung überfordert bin, geb ich doch nicht Unsummen aus die ich später möglicherweise bereue.

Als ich angefangen habe, war ich im Kopf auch schon beim Löten und Programmieren der automatischen Maischeführung. Nach den ersten Suden war mir aber ganz schnell klar, dass das für mich völlig überflüssig ist.
Zuletzt geändert von cyme am Donnerstag 17. Januar 2019, 13:39, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#18

Beitrag von matschie » Donnerstag 17. Januar 2019, 13:39

cyme hat geschrieben:
Donnerstag 17. Januar 2019, 13:33
matschie hat geschrieben:
Donnerstag 17. Januar 2019, 13:22
Es ist zwar schwer, aber denk dich mal zurück in die Situation, als du noch 0,00 Ahnung hattest. Was würdest du jetzt nehmen?
Ich würde mir als Anfänger das empfehlen, was ich auch damals genommen habe: Den 5l Kochtopf und ein Küchensieb. Die Einstellung "ich hab keine Ahnung ob das danach überhaupt trinkbar ist, aber ich will mindestens 50 Liter!" ist nichts für mich. Insbesondere, wenn ich mit der Entscheidung überfordert bin, geb ich doch nicht Unsummen aus die ich später möglicherweise bereue.
Und genau da kommt die vermeintliche Sicherheit durch die Vollautomaten ins Spiel. Ich geb keine unsummen, sondern moderat mehr aus (im Fall des Klarstein) und bekomme einen "Thermomix" fürs Bier, der vollautomatisch läuft. Da denken sich dann wahrscheinlich viele, dass da eben auch garantiert was leckeres bei rauskommt.

Versteh mich nicht falsch, ich gebe dir ja recht. Ich bin aber damals auch nur knapp an einem Vollautomatenkauf vorbeigerauscht und kann daher verstehen, warum man das macht.
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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#19

Beitrag von Bierjunge » Donnerstag 17. Januar 2019, 13:50

matschie hat geschrieben:
Donnerstag 17. Januar 2019, 13:22
Es ist zwar schwer, aber denk dich mal zurück in die Situation, als du noch 0,00 Ahnung hattest. Was würdest du jetzt nehmen?
Ein Buch! Und dann noch eins, und noch eins.
So habe zumindest ich angefangen.... :P

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#20

Beitrag von VolT Bräu » Donnerstag 17. Januar 2019, 13:55

Ich habe kein Problem mit Automaten. Braucht man die? Wahrscheinlich nicht. Ob jemand mit Topf+Hendi und Rührwerk und ggf. Steuerung arbeitet oder mit einem fertigen Gerät ist aber nicht so ein großer Unterschied?! Viele selbstgebaute Lösungen dienen ja ebenso der Automatisierung und Arbeitserleichterung. Warum nicht?
Basteln kann ein Teil des Hobbys sein, muss aber nicht. Genauso das meditative Rühren von Hand.
Ich hätte mir auch einen Grainfather o. ä. gekauft, habe mich aber bewusst für einen sehr günstigen Einstieg mit vorhandenem Einkocher, Läutereimer und was man eben so unbedingt braucht entschieden.
Mir war von Anfang an klar, dass die Upgrade Wünsche nicht lange auf sich warten lassen und habe so fast nichts gekauft was ich bald durch etwas größeres oder besseres ersetzen muss. Inzwischen habe ich einen 38 Liter Topf und Gaskocher. Den Einkocher kann ich noch für Nachgüsse nehmen. Evtl kommt noch ein Thermoport dazu... Dann wäre wohl der Läutereimer über. Damit kann ich ganz gut leben.
Ich habe manchmal den Eindruck, dass Kritik an teuren Automaten auch von Neid getrieben ist. Man kann / möchte sich die Anlage für 2000€ nicht leisten und sucht deshalb nach Gründen warum das eigentlich schlecht ist. Anwesende natürlich ausgenommen :)
Jetzt mal Bier bei die Fische!

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#21

Beitrag von Felix83 » Donnerstag 17. Januar 2019, 13:59

Was man Anfängern direkt vermitteln muss, ist, dass es völlig wumpe ist, wie man maischt und Würze kocht, sondern das Gären und Abfüllen (neben dem Rezept und frischen Rohstoffen) die maßgeblichen Stellschrauben sind.
Wenn man direkt mit nem Braumeister oder Grainfather anfangen will, why not?

Aber viele Anfänger haben da völlig falsche Prioritäten und denken, mit der Brauanlage wird das Bier gemacht, dabei ist es nur Würze.
When you don't know what you are doing, anything is possible. - Tony Magee

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#22

Beitrag von captainkirk » Donnerstag 17. Januar 2019, 14:21

Ich frag mich warum die Anfänger immer gleich in der 20l Klasse anfangen müssen und dazu eine komplette Ausrüstung mit Spezialeinkocher benötigen. 10l sind auf dem Herd gut zu handeln und man kommt mit den Haushaltsutensilien schon ziemlich weit und idealerweise kommt genau eine Kiste Bier raus, vielleicht sogar noch etwas mehr. Dafür ein 20l Schengler Topf oder was für Induktionsherde zum Maischen, Kochen und Gärung.
Erst mal einen Einkocher + Zubehör kaufen um dann nach 5x Brauen auf einen Automaten umsteigen ist nicht gerade ideal.
Viele Grüße
Peter

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#23

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Donnerstag 17. Januar 2019, 15:07

captainkirk hat geschrieben:
Donnerstag 17. Januar 2019, 14:21
Erst mal einen Einkocher + Zubehör kaufen um dann nach 5x Brauen auf einen Automaten umsteigen ist nicht gerade ideal.
Stimmt. Aber wohin die Reise geht weiß man nicht, solange man den Weg nicht kennt, oder das konkrete Ziel. :Wink

Ich habe mit einem 20 Liter Einkocher begonnen, angefangen den zu automatisieren (Rührwerk, Inkbird), mittendrin Upgrade auf 40 Liter Einkocher (mehr Bier), weiter "optimiert" und bin am Ende bei einem gebrauchten BM50 gelandet, der unterm Strich preiswerter war als die ganzen "Bastelinvestitionen" davor. Zwischendurch noch mal ein Mundschenk V1 (die Katastrophensierie) als Zweigerät für parallele Sude. Der Mundschenk flog gleich wieder raus. Vor einiger Zeit kam ein BM10 dazu, weil der BM50 für Testsude zu groß ist.
Diese Entwicklung war OK für mich und die Ausschlagmenge passt. Am liebsten stünde ich aber mit dem Wissen von heute gern (zeitlich) vor den Investitionen von damals. Heute hätte ich mir 3-4 verschieden große Töpfe und eine Induktionsplatte samt guter Temperatursteuerung gekauft. Die Braumeister funktionieren aufgrund des relativ starren Schüttunsgverhältnisses nicht für hohe Stammwürzen, was mich manchmal echt nervt. Gibt aber leider keinen sinnvollen Weg zurück, ohne viel Geld in den Sand zu setzen oder den Keller komplett mit Brautechnik voll zu stellen. Im Keller brauche ich schließlich noch Platz für Bier.
Zuletzt geändert von DerDerDasBierBraut am Donnerstag 17. Januar 2019, 15:08, insgesamt 1-mal geändert.
"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
"Nein! Was Böses!"
"Alkoholfreies Bier??? ..."
-----------
Viele Grüße
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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#24

Beitrag von Ladeberger » Donnerstag 17. Januar 2019, 15:08

Ob Einkocher, Malzrohrsystem mit Maischeautomatik, Hendi-Thermoport-Setup oder Holzbottich + Kupfersudpfanne: Am Ende sind das alles Werkzeuge, mit individuellen Stärken und Schwächen, die es kennenzulernen und zu beherrschen gilt. Ein Trugschluss wäre es daher auch anzunehmen, dass (teil-)automatisierte Systeme wie der Braumeister oder Grainfather für irgendwelche Würzequalitäten oder gar Bierqualitäten bürgen könnten - tun sie nicht. Die Grenzen für die Qualitäten finden sich bei diesen Systemen einheitlich im Bediener.

Dass eine (Teil-)Automatisierung des Prozesses beim Anfänger auch zwangsläufig eine falsche Prioritätensetzung darstellen muss, sehe ich nicht so. Es kommt doch letztlich darauf an, was er aus dieser Anlage herausholt (s.o.) und wie er im Allgemeinen seine Zeit gerne verwendet und sein Geld gerne ausgibt. Wenn der "manuelle Brauer" zwei Stunden meditativ im Wurstkessel rührt und der Grainfather-Brauer zwei Stunden lang ins Malzrohr starrt, haben beide gleich wenig über den Brauprozess gelernt. Um die Lektüre des ein oder anderen Fachbuches kommen beide nicht herum.

Den Kaltbereich halte ich ebenso mehr für eine Frage des Know-hows als des Equipments. Abseits einer Temperatursteuerung, die einige Freiheiten schafft, lässt sich hier ebenso wenig erkaufen. Ein gepflegter Plastikeimer im sauberen Keller reicht bspw. völlig für obergärige Spezialitäten beliebig hoher Qualität, wenn die Materie rund um Hefe und Gärung hinreichend beherrscht wird. Teures Equipment aus Edelstahl mit konischem Auslauf schafft hier zunächst nur Komfort, Haptik und ggf. erweiterte Spielarten im Prozess, aber keine Qualitätsvorsprünge per se. Auch dieser Trugschluss kursiert im Forum.
Was man Anfängern direkt vermitteln muss, ist, dass es völlig wumpe ist, wie man maischt und Würze kocht, sondern das Gären und Abfüllen (neben dem Rezept und frischen Rohstoffen)
Wumpe ist gar nichts beim Brauen. Wer nicht weiß, was er der Hefe als Input bereitstellt, der braucht sich auch nicht wundern, wenn Rohstoffschwankungen und Zufall den Output diktieren. Wo unter diesen Voraussetzungen ein "Rezept" ins Spiel gebracht wird, erschließt sich mir nicht.

Gruß
Andy

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#25

Beitrag von §11 » Donnerstag 17. Januar 2019, 15:33

Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust.

Ich kenne nur den Speidel Braumeister, den ich selber seit mehr als 10 Jahren habe. Es wird ja oft gerne von Vollautomaten gesprochen. Das klingt als koennte man "hirnlos" Malz irgendwo reinkippen und hinten kommt gutes Bier raus. Das ist aber nicht wirklich so. Wer die Grundlagen nicht versteht, wird auch mit einem Braumeister kein Bier brauen koennen. Andere Automaten kenne ich nicht in Aktion. Das Argument man lernt Brauen besser mit Kessel und Kochloeffel kann ich also nur bedingt nachvollziehen.

Allerdings:
Mir gruselt es daher immer ein wenig, wenn Hunderte bis Tausende in "Würze-Vollautomaten" investiert werden (im Glauben, dass allein dies ein perfektes Ergebnis gewährleiste), die damit erzeugte Würze dann aber womöglich völlig unkontrolliert unterm Schreibtisch oder sonstwo vergoren wird.
Das kenne ich eben auch. Wer nicht brauen kann, kann das eben auch nicht mit entsprechendem Equipment kompensieren. Das kenne ich aus meinen anderen Hobbys, wer nicht mit einer Fliegenrute umgehen kann, kann auch mit einer Thomas & Thomas fuer $5000 nicht werfen. Wer werfen kann, kann aber mit einer Scheiss- Rute und Schnur fuer $50 meisten auch nicht werfen. Mit anderen Worten ein Mindeststandard sollte es sein, aber man kann Koennen und Erfahrung nicht durch Equipment kompensieren.
„porro bibitur!“
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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#26

Beitrag von Sierra » Donnerstag 17. Januar 2019, 15:38

Ich hab vorher zweieinhalb Monate viel gelesen, aber nicht in Büchern, und die ganzen Einzelteile und v.a. deren Putzerei haben mich abgeschreckt. Der BM 20+ mit dem Kühlmantel kam wie gerufen. Alles auf engem Raum und mittels Gartenschläuchen und -pumpe aus dem Regentrog gut machbar. Danach weniger nervige Putzerei (ist für mich immer noch mehr als genug).

Während des Maischens und Kochens bei ordentlicher Programmierung keine Versäumnisse, weil man ja noch 5 andere Hobbys hat, die man gleichzeitig an einem Brautag bedienen muss. Ich weiss, alles selbstgemachter Stress, aber alle Ausbruchsversuche aus meinem Ich schlugen bisher fehl. Also möglichst viel Robotik und IoT (iSpindel für den Gärverlauf, iFlaschenmanometer ...).

Wenn dann was nicht klappt, weiß man wenigstens, woran es nicht liegen kann (sollte). Gibt immer noch genügend manuelle Stellschrauben.

Gruß
Michael
BM20+

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#27

Beitrag von chaos-black » Donnerstag 17. Januar 2019, 16:59

schlupf hat geschrieben:
Donnerstag 17. Januar 2019, 12:23
[OT]
Viel schlimmer finde ich, seit ich gelesen habe, dass Cambozola eine Mischung aus Camembert und Gorgonzola ist, dass der nicht Gorgobert heißt.
[/OT]
[ebenfalls ot]
:Bigsmile :thumbsup ich lach mich hier gerade richtig kaputt :thumbup
Meine Hobbybrauerei: http://brauerei-flaschenpost.de/ (gerade offline)

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#28

Beitrag von recycler » Donnerstag 17. Januar 2019, 17:05

Ein ganz klares JA zu den Automaten!

Habe meinen Braukurs bei einem befreundeten routinierten Hobbybrauer gemacht. Mein erster Sud ganz old-school im Einkocher mit Rührwerk, währernddessen der Meister mit dem Grainfather am Brauen war. Die knapp 1000.-- haben mich aber abgeschreckt und ich habe brav meine Einkaufsliste geschrieben.
Wenn ich aber Einkocher mit Temperatur-Steuerung (ein 2. Einkocher für den Nachguß hatte ich bereits), Läuterhexe, Rührwerk usw. zusammenrechne, bzw. auf die Hendi-Variante gegangen wäre, kommt man annähernd auf den gleichen Preis für einen Mundschenk-Automaten. Habe dann noch etwas draufgelegt und gleich die XXL-Version (50l-Kessel, ca. max. 40 l Ausschlagwürze) genommen. Zweitaufwand ist etwa der gleiche, egal ob ich 15, 20 oder 40 l Bier braue.

Habe bereits 3 Sude mit dem Gerät gemacht und bin begeistert. Klar funktioniert Brauen weder in Mutti's-Suppentopf, Einkocher oder Automaten ohne Vorkenntnisse (Bücher und Artikel lesen macht ja auch Spaß), aber so ein Automat erleichtert doch viele Arbeitsschritte sehr.

... und mal ehrlich: Wer von Euch schlägt noch Sahne mit der Hand auf, oder mahlt seinen Kaffee wie früher?

Prost

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#29

Beitrag von cyme » Donnerstag 17. Januar 2019, 17:15

Ich mahle meinen Kaffee von Hand und ziehe mein Rasiermesser über dem Leder ab...
Trotzdem, für einen BM10 hätte ich Platz, Sofas eingeschworener Kombiraster. Fällt unter "wollen, nicht brauchen". Mein Bier würde dadurch nicht besser, aber mein Brautag etwas weniger fummlig.

Ich muss nur noch ein Haus abbezahlen, ein Dach dämmen, einen Garten anlegen und ein Kind versorgen, sobald das vorbei ist hab ich das Kleingeld für einen BM...

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#30

Beitrag von Astir » Donnerstag 17. Januar 2019, 18:39

Hi,
hab vor kurzen dieses Video https://m.youtube.com/watch?v=6Ktl84kjAOk angeschaut das passt glaube ich ganz gut zu diesem Thema.
Am Ende muss jeder für sich selber entscheiden was er für ein Setup braucht oder haben möchte. Ich bin froh den Grainfather zu haben, aber auch froh erst mit einem alten Einkocher angefangen zu haben. Ich benutze immer noch viel von meiner ersten Brautausstattung und mag einfach die Flexibilität die das mit sich bringt wenn man das ganze Zeug noch daheim hat.

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#31

Beitrag von flying » Donnerstag 17. Januar 2019, 19:54

Das war, glaub ich, mein erstes "Maischerührwerk".

Bild

Einkochtopf 25 €, Kochplatte 17,99 €, Motor von Conrad 9,99 €...

Rührwerk aus dem Schrottcontainer gebastelt.

Bild

Vorher habe ich schon mal in einem zylindrischen, emaillierten 10 L Blecheimer vom Flohmarkt gemaischt und gekocht. Hat 1,50 € geskostet. Geläutert in einer Oskartonne für 4.99 mit Flexschlauchgewebe (Schrott).

Dann habe ich auch mal eine 100 L Version gefriemelt. Alles aus dem Schrott, nur der Topf (Abfallbehälter) hat glaub ich einen Fuffi gekostet? Allein den Drehstrommotor auf eine Phase mit Kondensator umzubauen war ein toller Bastelspaß bei dem ich was über Elektrotechnik gelernt habe.

Bild

Tja, aber heute gibbet es ja Brauhalbautomaten... :Drink
Held im Schaumgelock

"Fermentation und Zivilisation sind untrennbar verbunden"
(John Ciardi)

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#32

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Donnerstag 17. Januar 2019, 20:02

"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
"Nein! Was Böses!"
"Alkoholfreies Bier??? ..."
-----------
Viele Grüße
Jens

Interesse an Flüssighefen ... ?

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#33

Beitrag von recycler » Donnerstag 17. Januar 2019, 21:02

@flying: Schöne Resteverwertung, das freut den recycler (und mein Forumsname auch in anderen Communities ist wirklich Programm), aber ich hab so viele Hobbys und Baustellen, da darf es an und ab auch mal was von der Stange sein.

Ganz ehrlich: Gerade für einen Anfänger ist Brauern doch etwas komplex und da hilft etwas Automatisierung schon. Mein erster Sud mit dem Mundschenk war auch stressig (das Ergebnis aber klasse, das braue ich 1:1 nochmals nach auf Wunsch meiner Frau). ... und beim 3. Mal kehr dann schon Routine ein und man kann nebenbei noch andere Dinge erledigen.

Es wäre doch rausgeschmissenes Geld sich eine old-school-Ausrüstung anzuschaffen und dann nach dem 3, 4. Sud auf den Automaten umzusteigen.

Prost

recycler

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#34

Beitrag von VolT Bräu » Donnerstag 17. Januar 2019, 21:16

recycler hat geschrieben:
Donnerstag 17. Januar 2019, 21:02
Es wäre doch rausgeschmissenes Geld sich eine old-school-Ausrüstung anzuschaffen und dann nach dem 3, 4. Sud auf den Automaten umzusteigen.
Wenn man sich sicher ist, dass man dabei bleibt und der Automat das richtige ist, wahrscheinlich schon.
Abgesehen von Dingen, die man sowieso braucht (Spindel/Refraktometer, Abfüllen etc), muss eine Startausrüstung ja weder teuer noch eine Bastellösung sein. Eigentlich ist nur das Kochen da ein gewisses Problem wenn man gleich mit 25+ Litern anfängt. Was braucht man denn teures außer einem Einkocher oder einem großen Topf (falls man eine geeignete Kochstelle hat), was dann überflüssig wird?
Jetzt mal Bier bei die Fische!

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#35

Beitrag von schlupf » Donnerstag 17. Januar 2019, 22:01

Moin zurück,

Also ich bin jetzt auch erst seit 2016 dabei und ich habe sehr klassisch mit Einkocher, Läutereimer und manuellem Rühren angefangen und um ehrlich zu sein hat das für mich nicht richtig funktioniert.
Ich hatte ständig (also bei 2 der ersten 4 Sude) Probleme mit Anbrennen.

Danach bin ich relativ schnell auf die Kühlbox gekommen, die natürlich bei plötzlichem Reichtum durch einen Thermoport ersetzt wird.
Und mittlerweile bin ich an dem Punkt angekommen, wo ich für meine persönliche Entwicklung den Sinn für einen Automaten sehen würde, aber das wirkt für mich nicht wie ein Upgrade sondern eher wie eine Einschränkung.

Mit meiner Kühlbox kann ich von der Schüttung her alles zwischen 4 und 10 kg verarbeiten und über Variationen in der Gussführung je nach Bedarf mehr oder weniger Ausschlag von Würze mit quasi beliebiger Stammwürze herstellen.
Dazu kann ich sowohl 6 Stunden nur mit maischen verbringen, wenn ich dieses merkwürdige "angedeutete Dekoktion" für ein besonders bananiges Weizen ausprobieren will, aber ebenso kann ich zur Kombirast einmaischen und die nächsten anderthalb Stunden mit dem Lütten beim Paw Patrol bingen verbringen, bis es Zeit zum Läutern ist. Und alles dazwischen ist ebenfalls möglich.

Und egal was ich vorher mache, habe ich auf jeden Fall Würze, die einen "vernünftigen" Läutervorgang mitgemacht hat und nicht, wie bei eigentlich allen Automaten eine BIAB-Würze, wo nur das Malz rausgezogen wurde.

Und Last but not least ist die Ausbeute auch noch höher, was allerdings kein wichtiges Kriterium ist.

Was ich sagen möchte ist, ist dass ich schon sehe, wo Automaten eine Vereinfachung bringen, aber das ist durchaus durch diverse Nachteile erkauft.

Viele Grüße,
Sebastian

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#36

Beitrag von Wintermuffel » Donnerstag 17. Januar 2019, 22:13

Ich mag meine gewachsene Brauanlage, vom Einkocher zum Edelstahltopf, dann ein Ablasshahn dazu, eine größere Induktionsplatte, nun ein Rührwerk... Ich erweitere Step by Step was mir nützlich und bezahlbar erscheint. Alle Teile lassen sich zerlegen und reinigen oder bei Bedarf einzeln ersetzen. Ich sehe und rieche jede Veränderung bei jedem Brauvorgang und lerne ständig dazu. Für mich ist das Entspannung und Abschalten. Wellness sozusagen.
Kann ich mir mit einem Automaten so nicht vorstellen, aber wer weiß...

Gruß
Heiner
Man ist nie zweimal durch den selben Wind.

Gruß
Heiner

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#37

Beitrag von uli74 » Donnerstag 17. Januar 2019, 23:09

Meinen ersten Sud gebraut hab ich vor ü20 Jahren, damals war das Brauen im Einkocher und das Läutern mit Windel noch angesagt. Seither hab ich auf Schenglertopf mit Rührwerk und Thermoport umgestellt und wenns wirklich wahr wird (die Wahrscheinlichkeit ist groß!) werde ich dieses Jahr meine neue Braurei mit 2 hl-Sudwerk aus Milchtanks im Nebengebäude einweihen können.

Und was hab ich im vergangenen November gemacht? Ich hab mir einen Grainfather gekauft um auch mal zwischendurch stressfrei einen Testsud brauen zu können. Der funktioniert 1a wenn man ihn kennt und ich find ihn gut.

Was ich damit sagen will: Es gibt keine Brauerei die für jeden - ob Anfänger oder Fortgeschrittenen - die passende ist. Wer gerne bastelt wird am GF, BM oder Mundschenk keine große Freude haben, wer zwei linke Hände hat wird sich die Bastelei nach Möglichkeit verkneifen.

Viele Wege führen nach Rom. Ich behaupte jetzt einfach mal: Wer mit den Einschränkungen, die so eine Malzrohranlage nunmal hat, zurecht kommt wird an seinem GF, BM usw. genausoviel Freude haben wie andere an ihren selbstgebauten Anlagen.

Brauen beschränkt sich wie hier schon geschrieben wurde nicht nur auf die Würzegewinnung. Auch Malzrohranlagenbesitzer müssen sich Gedanken über Rezept und Gärführung machen, der einzige Unterschied ist die Art der Würzegewinnung und sonst nichts.

Wer Spass am Brauautomaten hat: Warum auch nicht?
schlupf hat geschrieben:
Donnerstag 17. Januar 2019, 22:01
Und egal was ich vorher mache, habe ich auf jeden Fall Würze, die einen "vernünftigen" Läutervorgang mitgemacht hat und nicht, wie bei eigentlich allen Automaten eine BIAB-Würze, wo nur das Malz rausgezogen wurde.
Du meinst, Vorderwürze ist etwas Minderwertiges?

Davon abgesehen wird auch beim GF, Mundschenk und BM geläutert. Wo siehst Du da einen Unterschied?
Gruss

Uli

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#38

Beitrag von Tomalz » Donnerstag 17. Januar 2019, 23:22

Hi Uli

Welche großen Einschränkungen siehst Du denn bei Malzrohrsystemen?
Gruß Thomas

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#39

Beitrag von schlupf » Donnerstag 17. Januar 2019, 23:25

uli74 hat geschrieben:
Donnerstag 17. Januar 2019, 23:09

Du meinst, Vorderwürze ist etwas Minderwertiges?
Nee, das meine ich nicht.

Aber wenn ich bei meinem "System" Vorderwürze gewinnen möchte, ist die trotzdem rezirkuliert und ziemlich klar.

Ich habe auch schon BIAB gebraut und das ist meiner Meinung nach nicht wirklich miteinander vergleichbar.

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#40

Beitrag von §11 » Freitag 18. Januar 2019, 00:16

Jedes Konzept hat halt seine Vor- und Nachteile. Entweder man lernt damit zu leben, oder man ist so wahnsinnig wie ich und hat halt 3 verschiedene Anlagen zu Hause. :P
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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#41

Beitrag von Shortbreaker » Freitag 18. Januar 2019, 09:01

Ich wollte hierzu ja eigentlich nichts mehr schreiben, aber ganz ehrlich:
Ich kann das Gemecker mancher Altvorderen bei diversen Hobbys zum Thema Automatisierung nicht mehr hören.
Natürlich macht es sehr viel Sinn, für einen Beginner, der nur einmal hineinschnuppern möchte mit eventuell bereits vorhandenen Equipment zu starten. Falls dieser Beginner aber über gar kein passendes Equipment verfügt, dann spricht meines Erachtens nichts dagegen, dass er sich ausreichend (auch hier im Forum) selbst informiert und dann darauf basierend eine Entscheidung zum Kauf der jeweiligen Technologie entscheidet.
Klar mag so ein Automat viele Anfänger (mich eingeschlossen) zu einem überfrühten Kauf verleiten, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser dann später dem Hobby treu bleibt größer, als wenn er überhaupt keinen Einstieg tätigt.
Mir war zum Beispiel von Anfang an bewusst, dass der Automat nichts besser macht, aber ich trotzdem keine Lust habe mir das ganze Gerödel separat anzuschaffen.
Wer Lust auf weitere solche Diskussionen hat, der möge sich die Diskussionen bei den Schützen und Wiederladern zum Thema Einstationen und Progressivpressen reinziehen. Dort herrschen absolut die selben Meinungen vor und auch dort bin ich der Meinung, dass alles zuraten nicht viel hilft, wenn der Käufer sich und seine Fähigkeiten und das spätere Anwendungsfeld nicht selbst einschätzen kann.
Nur meine Meinung

Tobias

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#42

Beitrag von fredz » Freitag 18. Januar 2019, 09:18

Moin,

es ist doch eigentlich egal, ob jemand mit einem Brauautomaten (der mitnichten alles vollautomatisch macht) oder ganz einfach gehalten mit Einkocher und Rührpaddel braut. Beides hat Vor- und Nachteile, sowohl bei der Technologie und bei den Kosten. Für beide Varianten und alles dazwischen ist vor allem das Verständnis der Materie Voraussetzung. Wenn man keine Ahnung vom Bierbrauen im Allgemeinen und den Vorgängen beim Maischen hat, nützt auch die beste Anlage nichts. Weil der Brauautomat alleine macht noch lange keine gute Maische/Würze als Ausgangsbasis. Das passiert aber auch nicht automatisch, wenn man keinen Brauautomat hat.

Im Endeffekt ist es jedem selbst überlassen, wie er das Hobby angeht. Das haben ja schon einige geschrieben. Kommt auch immer auf die Platzverhältnisse und den Grad an Bastelleidenschaft an. Ich habe auch mit Einkocher und Rührpaddel angefangen, dann kam ein Rührwerk und jetzt ist es der BM20 (gebraucht gekauft). Macht das ganze doch etwas angenehmer vom Handling und dem Lagerplatz für die Gerätschaften.

Grüße,
Fred

PS: Maischarbeit ist nicht zu vernachlässigen (meine Meinung)

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#43

Beitrag von schlupf » Freitag 18. Januar 2019, 09:42

Natürlich kann sich jeder kaufen, was er möchte und es ist mit Sicherheit mit (fast) jedem System möglich, gutes Bier zu brauen.

Aber während es zu (fast) jedem einzelnen Automaten seitenlange Threads gibt, ist dieser hier zur allgemeinen Abwägung für einen potentiellen Einsteiger vielleicht ganz hilfreich.

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#44

Beitrag von cyme » Freitag 18. Januar 2019, 09:54

fredz hat geschrieben:
Freitag 18. Januar 2019, 09:18
PS: Maischarbeit ist nicht zu vernachlässigen (meine Meinung)
Zu vernachlässigen nicht, natürlich. Mein Eindruck ist trotzdem, dass das der Teil ist auf den viele überproportional viel Aufwand betreiben, und den Kaltbereich (inklusive Hygiene) vernachlässigen. Meinem persönlichen Empfinden nach haben am Ende der CO2-Gehalt und das Wasserprofil mehr Einfluss auf das Mundgefühl als irgendwelche Rasten.

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#45

Beitrag von fredz » Freitag 18. Januar 2019, 10:01

cyme hat geschrieben:
Freitag 18. Januar 2019, 09:54
fredz hat geschrieben:
Freitag 18. Januar 2019, 09:18
PS: Maischarbeit ist nicht zu vernachlässigen (meine Meinung)
Zu vernachlässigen nicht, natürlich. Mein Eindruck ist trotzdem, dass das der Teil ist auf den viele überproportional viel Aufwand betreiben, und den Kaltbereich (inklusive Hygiene) vernachlässigen. Meinem persönlichen Empfinden nach haben am Ende der CO2-Gehalt und das Wasserprofil mehr Einfluss auf das Mundgefühl als irgendwelche Rasten.
Natürlich darf man den Kaltbereich nicht vergessen und vernachlässigen. Jeder Bereich trägt seinen Teil zum fertigen Bier bei, aber ohne vernünftige Maischarbeit nutzt der beste Gärkeller nix. Ohne vergärbare Zucker, gewonnen beim Maischen, ist später auch nicht so viel her mit CO2 im Bier, wenn man mal von der Zuckerzugabe beim Abfüllen absieht.

Automatisierung im Kaltbereich bzw. etwas anderes wie das Gärfass ohne zusätzliche Kühlung wäre natürlich schön. Aber gerade hier braucht man dann richtig Platz.

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#46

Beitrag von cyme » Freitag 18. Januar 2019, 10:21

Um eine Anstellwürze ohne vergäbare Zucker zu bekommen, muss die Sache schon extrem falsch laufen, dann geht es nicht mehr um zwei Grad oder zehn Minuten daneben. Solange Malz und Wasser mindestens 30 Minuten bei über 60ºC und unter ~74°C vermischt waren, ist die Sache nicht komplett verloren (wenn auch weit entfernt vom Optimum). Außer durch Anbrennen fällt mir spontan nicht ein, wie man durch falsche Maischarbeit ein untrinkbares Resultat verursachen kann.

Bein Kaltbereich sieht das anders aus - underpitching oder eine Gärtemperatur die 10ºC zu hoch ist können fiese Fehlgeschmäcker verursachen. Was Hygiene angeht, da kann schon ein einzelner Hahn oder Schlauch den kompletten Sud versauen.

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#47

Beitrag von Malzwein » Freitag 18. Januar 2019, 10:25

Schon direkt nach Start des Threads hatte ich einen Beitrag angefangen, ihn dann aber wieder verworfen. Warum? Weil doch alles schon gesagt ist. Jedes System hat Vor- und Nachteile, es gibt Stellen im Prozess, an denen scheinbar am Anfang immer erst einmal gespart wird (z.B. Kühlung) und es gibt Steilvorlagen, dass scheinbar ohne hochtechnisiertes Equipment keine Bierherstellung möglich ist. Alles irgendwie richtig... und auch falsch.

Das der Trend am Markt zu Hightech geht, ist ja nicht erst seit Kaffepadmaschinen, -vollautomaten bekannt und der Markt bestimmt unser Denken. Also wird es auch 1,6 Liter Braupadautomaten geben und noch viele weitere Teilautomaten werden bei Interessierten Begehrlichkeiten wecken.

Nach mit Unterbrechung fast 20 Jahren und Aufstieg in die 70 Liter Klasse habe ich mir auch einen Grainfather zugelegt. Warum? Weil ich das Geld hatte! Und weil ich es bequemer finde, Equipment und Zutaten für einen 24 Liter Sud zu handhaben und ein Maischeprogramm in einen Computer zu tippen. Auf jeden Fall nicht, weil nur so gutes Bier gemacht werden kann. Gutes Bier habe ich mehr von Einkocherbrauern, als von "Alleskäufern" verkostet. Vielleicht auch, weil die erste Gruppe einfach größer ist.

Wie sich manch eine Automatisierungsorgie hier im Forum mit "Handwerkskunst" im engen Sinne des Wortes verbinden lässt, erschließt sich mir nicht. Auch beim Brotbacken ist vieles möglich, aber ich kenne weniger (eigentlich keinen) Sauerteigbäcker, die den 3-Stufen-Sauerteig bei den nach der reinen Lehre notwendigen unterschiedlichen Temperaturen automatisiert herstellen, als Hobbybrauer hier im Forum computergesteuert und automatisiert alles mögliche überwachen und steuern. Als vergleichbare Gruppe fallen mir die Hobbyfotografen ein. Da wird auch gekauft was die Geldbörse hergibt, ohne dass ich einen relevanten Mehrwert erkennen kann oder Ergebnisse sehe, die mit preiswertem (aber ordentlichem) Equipment nicht auch möglich wären.

Apropos Geld: Für das, was ich in den beiden Jahrzehnten in Brauequipment gesteckt habe, hätte ich eine Menge hochpreisiges Bier kaufen können, vermutlich mehr, als ich bisher seit Beginn meiner Biertrinktätigkeit verzehrt habe.
Gruß Matthias

Jep, Bier wird´s immer... meist auch trinkbar und manchmal ist es richtig gut! :P

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#48

Beitrag von recycler » Freitag 18. Januar 2019, 11:10

O.K. da Malzwein auf das Thema Geld zu sprechen gekommen ist, vielleicht ein paar Anhaltpunkte für potentinelle Automatenkäufer:

- Der Braumeister liegt in der 50 l -Klasse bei ca. 2,4 k (so mal schnell gegoogelt)
- Grainfather in der 30l-Ausführung hat mein Lehrer mit Sammelbestellung für etwa 900.-- bekommen
- Mundschenk und baugleiche Clone (Brewmonk usw.) gibt es in der 50l_Version teilweise für unter 400.-- in der 30l-Variante unter 300.-- (Achtung, die würfeln die Preise wohl jeden Tag aus, wer sich dafür interessiert sollte auf ein Angebot, Rabattgutschein oder Sale warten).

Der Braumeister ist sicher qualitativ die Königsklasse, kostet aber auch entsprechend. Grainfather ist steuerungstechnisch (mit Handy, Tablet) sehr komfortabel, beim Mundschenk muss man die Rasten usw. von Hand programmieren (dauert aber auch nicht lange und dann läuft das Programm durch und erinnert auch an Hopfenzugabe usw). Ich hab nur den Mundschenk, finde den aber qualitativ in Ordnung (Edelstahl) und läßt sich sehr gut und schnell reinigen.

Zum Thema Kaltbereich. Ich halte den Chemiekeulenaufwand einiger Nutzer für übertrieben und mag auch den Gedanken an 'Chemie' in Zusammenhang mit Bier nicht. Mein Gärfaß und den darin stehenden Würzekühler spritze ich vor Benutzung aus und fülle dann direkt die kochend heiße Würze aus dem Automaten mittels Silikonschlauch und Monofilamentfilter nach dem Wirlpool ins Garfäß. Nach dem Abkühlen wird direkt die dehydrierte Hefe zugesetzt und dann geht das Faß in den Gärkeller. Hatte bisher noch keine Infektion. Wichtig ist halt alle Gerätschaften nach der Nutzung ordentlich zu reinigen. Aber über das Thema sind ja schon viele Seiten geschrieben worden und jeder sieht das etwas anders, was vollkommen o.k. ist,

Ach ja: Eine Thermomaschette aussen am Automaten entweder fertig gekauft oder schnell aus einer Isomatte gebastelt spart Zeit, Geld und Strom.

... und wenn die GöGa wegen der Ausgabe meckert: So ein Automat ist sehr vielseitig: Bierbraumaschine, Glühweinautomat, XXL-Sous-Vide-Topf, Wurstkessel für das Weißwurstfrühstück, Destille, Getränkespender und sicher noch vieles mehr.

Prost

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schlupf
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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#49

Beitrag von schlupf » Freitag 18. Januar 2019, 11:35

cyme hat geschrieben:
Freitag 18. Januar 2019, 10:21
Um eine Anstellwürze ohne vergäbare Zucker zu bekommen, muss die Sache schon extrem falsch laufen, dann geht es nicht mehr um zwei Grad oder zehn Minuten daneben. Solange Malz und Wasser mindestens 30 Minuten bei über 60ºC und unter ~74°C vermischt waren, ist die Sache nicht komplett verloren (wenn auch weit entfernt vom Optimum). Außer durch Anbrennen fällt mir spontan nicht ein, wie man durch falsche Maischarbeit ein untrinkbares Resultat verursachen kann.
Sag das nicht, ich erinnere mich an einen Thread, da hatte einer seinen ersten Sud mit 100% CaraHell gemacht, weil er die Beschreibung vom Malz so gut fand und hat sich über die Probleme bei der Gärung gewundert.

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Re: Gedanken zu Brauautomaten - is it really worth it

#50

Beitrag von hkpdererste » Freitag 18. Januar 2019, 11:43

Wenn das hier im Threadverlauf überwiegend als Orientierungsfaden für Einsteiger gesehen wird geb ich dann doch auch noch meinen Senf dazu.

Die Frage die sich jeder Einsteiger vor der Entscheidung und der Investition in sein System stellen sollte ist doch die: was bin ich für ein Typ.

Der Techniker der sich in Stunden voller Basteleien und Programmierereien verlieren kann wird wahrscheinlich bei einer einfachen Kombirast im isolierten Bottich bei weitem nicht den Spass haben und auch an einem der Gulschmaster nicht genug zu schrauben haben. Tolle spielzeuge sind hier sachen wie iSpindel, Flaschenmanometer, Rührwerke und Elektronikbauteile für selberprogrammierbare Steuerungen.

Der Anlagentyp wird seinen Spass im hobby daraus ziehen mit einem oder mehreren der Gulaschmastern seine Würze zuzubereiten und danach in diversen hochglänzenden Edelstahlschönheiten zu vergären und zu lagern. Ein popeliger Weck-Einkocher und ein Plaste-Gäreimer werden ihm zu simpel sein.

Als keep it simple Typ maische ich meine Würze eben in einem einfachen Topf, läutere mit einem BIAB-Sack den ich 1 2mal überspüle, koche wieder im Topf und seihe das ganze danach in einen ordinären Gäreimer. Temperatursteuerung über einen einfachen Thermostat im Kühli ... Fertig

Dann gibts noch den Typ " ich will eigentlich kein Bier brauen müssen sondern nur sagen dass ich welches daheim mache". Für den kommen dann diverse Kapselsysteme etc die gerade immer wieder aufpoppen in Frage, hat aber meiner Meinung nach mit dem Hobby soviel zu tun wie n Teebeutel.

Die Herangehensweise zu bewerten verbietet sich schon insofern, dass jeder eben seine Freude aus einem anderen bereich des Hobbybrauens zieht ... "Jeder Jeck is anders"

Ein paar Denkanstöße noch:

Wenn ich mich als Anfänger dazu entscheide in Braumeister, Mattmill, Fermenter und Kegsysteme zu investieren verbrate ich zwar momentan jede Menge Kohle. Stelle ich aber nach einem halben Jahr fest, dass es doch nix für mich war bekomme ich die Teile hier auf dem Forenmarktplatz relativ sicher für etwa 80% meiner Investitionssumme wieder los. So viel riskiert man dabei nicht, ist eben nur gebunden.

Ein paar sachen von denen man immer wieder hier liest sind zwar nice to have, aber nicht unbedingt nötig. Als solche sehe ich z.B. Pumpen und Rührwerke in der 20-Liter-Klasse. Davon also nicht kirre machen lassen.

Ganz wichtig am Anfang ... Lesen lesen lesen. Ohne grundlegende Ahnung drauf los murksen geht halt doch meistens schief.


Ich hoffe niemandem auf den Schlips getreten zu sein
Grüße Klaus

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