Vorsicht Anfänger

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Kunglui01
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Vorsicht Anfänger

#1

Beitrag von Kunglui01 » Mittwoch 6. März 2019, 08:52

Liebe Braugemeinde

Ich bin neu hier und schon voller Vorfreude am Wochenende meinen ersten Sud aufzusetzen. Ich habe mich bereits ein wenig eingelesen, hab aber doch noch ein paar Fragen, bei denen ich dankbar wäre wenn mir jemand weiterhilft. Ich würde mich grundsätzlich an die Anfängeranleitung aus dem Forum halten und möchte gerne ein leichtes Ale, angelehnt an das Rezept "Summer Pale Ale" aus dem Forum brauen.

1.Läutern: Leider bin ich nicht im Besitz einer Läuterhexe und wollte eigentlich ein "Brew in a Bag" machen. Wie steht ihr dazu? Resp. wie würdet ihr vorgehen? Kann ich die Haupt- und Nachguss Wassermenge einfach addieren oder kann ich den Nachguss auch durch den "Bag" machen und ggf. noch durch ein Baumwolltuch filtern? Ist ohne Läuterhexe überhaupt ein vernünftiges Resultat möglich?

2. Speise: Ich würde lieber mit Speise als mit Haushaltszucker arbeiten. Mir ist nicht ganz klar wie ich die Menge der Speise bestimmen soll. Einerseits soll nicht zu schal werden, andererseits solls mir aber auch nicht um die Ohren fliegen. In einer Anleitung nimmt ein Kollege einfach 1 Liter auch dem Weck-Kocher, anderswo lese ich 10% der Menge? Habe auch gesehen, dass es dafür Rechner gibt, deren Anwendung versehe ich leider noch nicht. Wie macht ihr das?

3. Rezept: Ich habe vor für eine "Weck" Ladung (zu Beginn ca. 26l.(?)) 3,5kg Pale Ale Malz und etwa 1kg Pilsener Malz zu nehmen. Macht das Sinn? Beim Hopfen bin ich mir etwas unschlüssig, da meine Pellets andere %-Angaben haben als die im Rezept. Je höher die %-Angabe, desto stärker oder? Wie würdet ihr da vorgehen? Freihändig anpassen? Im Zweifel eher etwas weniger?

4. Gibt es sonst noch gängige Anfängerfehler die ich verhindern kann oder andere allgemeine Tipps?

Vielen Dank für eure Hilfe

LG Lui

smi86
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Re: Vorsicht Anfänger

#2

Beitrag von smi86 » Mittwoch 6. März 2019, 08:59

Hallo Lui,

Brew in a Bag funktioniert durchaus ganz ordentlich - die Sudhausausbeute wird wahrscheinlich etwas geringer ausfallen als beim Läutern mit Blech oder Hexe. Aber auf die Ausbeute würde ich beim ersten Sud sowieso nicht den Fokus legen.

Ich würde davon abraten mit Speise zu arbeiten in Anbetracht der ganzen Fragezeichen die sich bei dir da noch auftun. Karbonisiere mit Zucker laut Rechner und du hast keine Probleme mit Flaschenbomben zu befürchten.

Bezüglich Rezept kann ich dir nur MMUM ans Herz legen, da kannst du die Mengen genau berechnen für die gewünschte Menge an Auschlagswürze.
Den Hopfen freihändig anpassen würde ich auf keinen Fall - das kann sehr schnell unangenehm werden, wenn du keine Erfahrung hast. Auch hierzu gibt es geeignete Rechner z.B. bei MMUM.

So wie ich das sehe, solltest du noch ein bisschen mehr über das Bierbrauen lernen/lesen bevor du loslegst, da du einerseits noch sehr grundlegende Dinge hinterfragst und gleichzeitig schon freihändig Hopfenmengen etc. anpassen willst. Oder du beginnst mal mit einem Braupaket für den Anfang. Da hast du ein Rezept vorgegeben und alle Zutaten sind in der genau benötigten Menge vorhanden.

lg, Sebastian

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DerDallmann
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Re: Vorsicht Anfänger

#3

Beitrag von DerDallmann » Mittwoch 6. März 2019, 09:11

Zu Punkt 1.)
BIAB ist keine schlechte Sache. Kalkulier für den Anfang mal mit 54% Sudhausausbeute, das passt in der Regel halbwegs.
Genau, einfach komplett einmaischen, Hauptguss plus (einen Teil) Nachguss. Einmaischtemperatur mit einem Mischkreuz-Tool berechnen.
Ich würde etwas Nachguss zurück behalten, falls du während des Maischens die Temperatur nachregeln willst, zb. durch Zugabe von kochendem Wasser. Nur falls die Temperatur der Kombirast nicht über die gesamte Maischzeit gehalten wird.
Mit freundlichen Grüßen,

Johst

"All hail to the ale!"
BIAB-Brauer und Hefe-Aufstreuer

Kunglui01
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Re: Vorsicht Anfänger

#4

Beitrag von Kunglui01 » Mittwoch 6. März 2019, 09:27

Hallo Sebastian, hallo Dallmann

Vielen Dank für die Tipps. Klar, ich hab das bei weitem noch nicht durchschaut, hoffe aber auch auf ein wenig "Learning by doing" :) Vielen Dank für den Tipp mit dem Rechner, dass ist z.B. etwas was ich noch nicht verstanden habe, wie ich die % der Hopfen anwenden muss. Jetzt muss ich sie auch nicht mehr freihändig dosieren.

ubu
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Re: Vorsicht Anfänger

#5

Beitrag von ubu » Mittwoch 6. März 2019, 11:40

Hallo Lui,

2.
Tu dir einen Gefallen und nimm für den Anfang Zucker.
Mit der Dosierhilfe erledigen dass hier auch noch viele langjährige Brauer aus dem Forum.
https://www.hobbybrauerversand.de/Dosie ... uer-Zucker

4.
Bierflaschen NICHT im Backofen sterilisieren !!

Beim Ermitteln der Stammwürze/Restextrakt beachten, dass das was die Spindel oder das Refraktometer anzeigt verfälscht sein kann.
Spindeln sind auf eine bestimmte Temperatur geeicht.
Zeigt eine 20Grad Spindel bei 53Grad eine Stammwürze von 13 Plato an , dann hast du wirklich ca. 16 Plato
(War mir zwar von Anfang an bekannt, habe ich aber bei den erstan mal brauen immer mal wieder vergessen.)
http://fabier.de/biercalcs.html
Beim Refraktometer stimmt der ermittelte Wert nur bei der Würze.
Ist nach der Vergärung noch Alkohol mit im Spiel muss hier auch eine Korrekturrechnung vorgenommen werden.

Während der Gärung den Gärbehälter einfach in Ruhe lassen und nicht jeden Tag oder 2ten oder 3ten reinschauen.

Nicht zu früh in Flaschen abfüllen. Erst wenn sich mindestens drei Tage der Restextrakt nicht mehr verändert hat.

Uwe
(selbst noch Anfänger mit dem 6. Sud seit drei Wochen im Gärfass mit Restextrakt 5Plato vor 7 Tagen, 4 vor drei Tagen und 3,5 heute morgen.)
Zuletzt geändert von ubu am Mittwoch 6. März 2019, 16:03, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß
Uwe

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Eowyn
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Re: Vorsicht Anfänger

#6

Beitrag von Eowyn » Mittwoch 6. März 2019, 15:50

Kunglui01 hat geschrieben:
Mittwoch 6. März 2019, 08:52
Liebe Braugemeinde

Ich bin neu hier und schon voller Vorfreude am Wochenende meinen ersten Sud aufzusetzen. Ich habe mich bereits ein wenig eingelesen, hab aber doch noch ein paar Fragen, bei denen ich dankbar wäre wenn mir jemand weiterhilft. Ich würde mich grundsätzlich an die Anfängeranleitung aus dem Forum halten und möchte gerne ein leichtes Ale, angelehnt an das Rezept "Summer Pale Ale" aus dem Forum brauen.

1.Läutern: Leider bin ich nicht im Besitz einer Läuterhexe und wollte eigentlich ein "Brew in a Bag" machen. Wie steht ihr dazu? Resp. wie würdet ihr vorgehen? Kann ich die Haupt- und Nachguss Wassermenge einfach addieren oder kann ich den Nachguss auch durch den "Bag" machen und ggf. noch durch ein Baumwolltuch filtern? Ist ohne Läuterhexe überhaupt ein vernünftiges Resultat möglich?
siehe Vorredner. Beim maischen die Temperatur halten ohne, dass du ne Temperaturreglung zur Verfügung hast, braucht Wasser, was du entsprechend erhitzen und zugießen kannst. Wenn du schon alles reinkippst, hast du nix mehr zum nachregulieren.
2. Speise: Ich würde lieber mit Speise als mit Haushaltszucker arbeiten. Mir ist nicht ganz klar wie ich die Menge der Speise bestimmen soll. Einerseits soll nicht zu schal werden, andererseits solls mir aber auch nicht um die Ohren fliegen. In einer Anleitung nimmt ein Kollege einfach 1 Liter auch dem Weck-Kocher, anderswo lese ich 10% der Menge? Habe auch gesehen, dass es dafür Rechner gibt, deren Anwendung versehe ich leider noch nicht. Wie macht ihr das?
Ja, das wollte ich auch unbedingt so machen bis mich die Jungs im Homebrew store gefragt haben, ob wenn ich Flaschenbomben basteln will, das Bier nicht zu schade ist dafür.
Nimm Zucker und nen Rechner. Tust dir keinen gefallen, wenn du dir das schwerer machst, als es sein muss.
3. Rezept: Ich habe vor für eine "Weck" Ladung (zu Beginn ca. 26l.(?)) 3,5kg Pale Ale Malz und etwa 1kg Pilsener Malz zu nehmen. Macht das Sinn? Beim Hopfen bin ich mir etwas unschlüssig, da meine Pellets andere %-Angaben haben als die im Rezept. Je höher die %-Angabe, desto stärker oder? Wie würdet ihr da vorgehen? Freihändig anpassen? Im Zweifel eher etwas weniger?
Such dir doch ein einfaches BIAB-rezept, dass du genau nach Rezept umsetzen kannst, damit du einen Anhaltspunkt hast.
Du weißt doch am Ende sonst gar nicht, warum dein Bier ganz toll oder eben nicht so toll geworden ist.
4. Gibt es sonst noch gängige Anfängerfehler die ich verhindern kann oder andere allgemeine Tipps?

Vielen Dank für eure Hilfe

LG Lui

Du machst das irgenwie diametral entgegengesetzt zu mir. Ich hab erst mal über ein jahr lang nur gelesen, Bücher gekauft, mir überlegt, was für Equimpment ich selber bauen kann und wie und womit ich "üben kann", die handhabung von 20 liter heißem Sud oder 7.5 Galonen Eimern in die Kühlbox heben etc.
Ich wollte einen "Probelauf" mit Heu machen . lol ... kein Scheiß... da haben mich dann diverse sehr nette Menschen von abgehalten und mir gut zugeredet, dass ich genug gelesen haben, um das mit Malz zu versuchen.

Mir ist demgemäß auch noch kein eines wirklich grottiges Bier "passiert".
Das einzige was mir passiert ist - kaputtes Thermometer und Ablaufhahn offen anstatt zu.

ich hab jetzt 2 Thermometer, ein analoges und ein digitales, und kalibriere BEIDE vor Braubeginn mit Eiswasser.

Hab alle meine Ablaufhähne mit "Offen" und "Zu" beschriftet und schau jedes mal 3 mal nach, bevor ich etwas ins Gefäß tue.

Mir ist auch mal mittels im Kochen das Propangas ausgegangen und ich konnte vor 8 in der Früh kein Neues kaufen (Würze) stand halb gekocht auf der Terrasse im Hochsommer. Bier ist trotzdem gut geworden.

mach dir nen Plan, schau, dass du alles da hast, dass alles sauber und desinfiziert ist, und schau dir vielleicht noch ein paar Videos an zum Ablauf, damit du ne Vorstellung hast, was auf dich zukommt.

Grüße
Eowyn
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Re: Vorsicht Anfänger

#7

Beitrag von afri » Mittwoch 6. März 2019, 21:53

Auch wenn viele hier zu Zucker für die Carbo raten, so halte ich die Methode mit Speise für die bessere welche. Ein recht guter Rechner für Berechnungen rund ums Brauen findet sich auch hier: http://www.fabier.de/biercalcs.html , dort kann man Speise wie auch Zucker ganz gut berechnen (lassen).
Achim
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Re: Vorsicht Anfänger

#8

Beitrag von smi86 » Donnerstag 7. März 2019, 07:11


Mir ist demgemäß auch noch kein eines wirklich grottiges Bier "passiert".
Das einzige was mir passiert ist - kaputtes Thermometer und Ablaufhahn offen anstatt zu.
Das kenne ich auch irgendwoher :redhead
Vor allem das Thema mit den Ablaufhahn ist echt so ein Ding. Aber wenn man den einmal offen gelassen hat und die Küche flutet merkt man es sich alles doppelt zu kontrollieren. Zumindest war es bei mir so :Smile

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Re: Vorsicht Anfänger

#9

Beitrag von Eowyn » Donnerstag 7. März 2019, 11:55

smi86 hat geschrieben:
Donnerstag 7. März 2019, 07:11

Mir ist demgemäß auch noch kein eines wirklich grottiges Bier "passiert".
Das einzige was mir passiert ist - kaputtes Thermometer und Ablaufhahn offen anstatt zu.
Das kenne ich auch irgendwoher :redhead
Vor allem das Thema mit den Ablaufhahn ist echt so ein Ding. Aber wenn man den einmal offen gelassen hat und die Küche flutet merkt man es sich alles doppelt zu kontrollieren. Zumindest war es bei mir so :Smile

Und das klebt! Und schade, um das schöne Bier isses auch :)
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Re: Vorsicht Anfänger

#10

Beitrag von smi86 » Donnerstag 7. März 2019, 12:54

Und wie das klebt! Beim letzten mal war es zum Glück nur StarSan - also hatte ich einen gut gereinigten Küchenboden :D

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