Kann man den Brautag teilen ?

Hier kommt alles rein, was woanders keinen Platz hat.
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StefanK
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Kann man den Brautag teilen ?

#1

Beitrag von StefanK » Donnerstag 14. März 2019, 10:32

Hallo miteinander,

am Wochenende steht der nächste Sud an. Es wird wieder ein Pale Ale mit einfacher Schüttung, Kombirast, zwei Hopfengaben. Nichts großes. Trotzdem brachte mich die Planung des Brautags wieder mal ans Nachdenken... :Grübel

Momentan ist Zeit bei mir das knappste Gut überhaupt. Mal einen ganzen Tag für's Brauen frei zu baggern fast unmöglich. Deshalb ist auch mein Bestand an Heimbräu wieder auf Null gesunken. Kein Beinbruch, da ich kein militanter Kaufbiergegner bin, aber schon blöd, denn Rohstoffe habe ich genug eingelagert, um mindestens einen Jahresvorrat zu brauen... :puzz

Da ging mir also durch den Kopf, dass ich momentan viel leichter zwei halbe Brautag terminieren könnte als einen ganzen. In der Woche wird's nach der Arbeit zu spät, um noch sechs Stunden zu brauen, aber drei? Das ginge...

Also zu meiner eigentlichen Frage: Kann man einen Brautag teilen?
Könnte ich z.B. am Tag 1 Maischen, Rasten und Läutern, dann die Maische im Kühlschrank lagern und 24 Std. später die Würze kochen?
Hat damit schon jemand Erfahrung?

Vom Gefühl her bin ich skeptisch, hielte es aber nicht für unmöglich. Wenn der Behälter für die Maische gut gereinigt und "desinfiziert" ist, was soll dann schon passieren? Im Kühlschrank bei knapp über 0 °C kann da eigentlich auch kaum etwas wachsen, oder?

Aber vielleicht gibt es Parameter, die ich übersehe. Oxidation? Alterung der Maische?

Lange Rede, kurzer Sinn... Eure Meinung würde mich sehr interessieren. Ich hoffe, ich habe hier jetzt nicht das dümmste Thema des Jahres angestoßen. Über die Forumssuche bin ich jedenfalls erstmal nicht fündig geworden...

Viele Grüße
Stefan
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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#2

Beitrag von beryll » Donnerstag 14. März 2019, 10:41

Moin Stefan,

Du kannst z.B. an eine Übernachtmaische denken. Rumborak macht das mittlerweile nur noch, ist wesentlich entspannter. Er maischt abends gegen 21:00 Uhr zB im Thermoport ein und maischt am nächsten Morgen ab, gibt die Nachgüsse drauf und beginnt mit dem Kochen. Beim letzten Brautag war ich auch mal wieder dabei und es war tatsächlich ein extrem entspannter Brautag :-)

VG Peter
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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#3

Beitrag von Brauwolf » Donnerstag 14. März 2019, 10:42

Die Möglichkeiten, die du aufgezählt hast, sind alle mit hohen Risiken und Energieverlusten verbunden.

Was sich bewährt hat und oft praktiziert wird, ist eine Kombirast im Bottich über Nacht.
Perfekt ist hier der Thermoport mit seinem hohen Temperaturhaltevermögen.

Es wird zum Beispiel Freitagabend geschrotet und eingemaischt, Samstagfrüh dann geläutert und gekocht.

Das funktioniert auch unter der Woche: Morgens vor Schichtbeginn schroten und einmaischen, nach Feierabend dann weitermachen mit läutern und kochen.

Cheers, Ruthard
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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#4

Beitrag von stefan78h » Donnerstag 14. März 2019, 10:55

Also ich hab das gleiche problem!

Ich mache es so.
Donnerstag Abend alles vorbereiten putzen.
Wasser in den Topf, Malz vorbereiten....

So das ich Freitag Abend wenn ich von der Arbeit komme direkt einschalten kann. ca. 17:30
So kann ich wärend des maischens mit der familie Abendessen usw.. zischendurch ist ein kontrollblick gut möglich...
Nach dem Maischen beginnt dann mein Brautag richtig und ich bin voll anwesend. ca. 19Uhr-Ende (meist 24 bis 1Uhr) mit Anstellen.
Gruß
stefan

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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#5

Beitrag von StefanK » Donnerstag 14. März 2019, 11:05

Danke schonmal für das erste, schnelle Feedback.
beryll hat geschrieben:
Donnerstag 14. März 2019, 10:41
Du kannst z.B. an eine Übernachtmaische denken. Rumborak macht das mittlerweile nur noch, ist wesentlich entspannter. Er maischt abends gegen 21:00 Uhr zB im Thermoport ein und maischt am nächsten Morgen ab, gibt die Nachgüsse drauf und beginnt mit dem Kochen. Beim letzten Brautag war ich auch mal wieder dabei und es war tatsächlich ein extrem entspannter Brautag :-)
Klingt eigentlich noch einer guten Lösung... :thumbsup
Nur die Details sind mir noch nicht ganz klar. Siehe unten.
Brauwolf hat geschrieben:
Donnerstag 14. März 2019, 10:42
Die Möglichkeiten, die du aufgezählt hast, sind alle mit hohen Risiken und Energieverlusten verbunden.
Den Energieverlust würde ich sogar in Kauf nehmen. Kosteneffizient ist das nicht, aber wie will man den Wert von Zeit bemessen? Wie auch immer, das wird zu philosophisch... :Wink

Aber zu den Risiken... Verkeimung?
Da war mein erster Gedanke, dass eigentlich das anschließende Kochen alles abtöten müsste. Oder kann die Maische dadurch irreperable Schäden (Geschmack, Nebenprodukte...) bekommen?
Brauwolf hat geschrieben:
Donnerstag 14. März 2019, 10:42
Was sich bewährt hat und oft praktiziert wird, ist eine Kombirast im Bottich über Nacht.
Perfekt ist hier der Thermoport mit seinem hohen Temperaturhaltevermögen.
Zum "normalen" Maischen kenne ich das Prinzip. Ich hätte nur nicht gedacht, dass das über Nacht (= 12 Stunden) funktioniert. D.h. man stellt die Maische im Thermoport auf beispielsweise 67 °C ein und lässt sie einfach vor sich hin arbeiten?

Ich habe keine Vorstellung, wieviel die Maische im Thermoport dann abkühlt. Nimmt das keinen Einfluss auf die Rasten?

Viele Grüße
Stefan
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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#6

Beitrag von Rumborak » Donnerstag 14. März 2019, 11:11

Hi,

ich mache (fast) nur noch Übernachtmaische.

Die Abkühlung liegt bei mir, wenn der TP randvoll ist, bei ca. 0,5°C/h.

Schau dir mal diesen Thread hier an, da habe ich ein IPA mit der ÜM gemacht und alles dokumentiert.

https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic.php?t=15536

Mach es einfach mal...es gibt kaum entspanntere Brautage..

VG

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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#7

Beitrag von beryll » Donnerstag 14. März 2019, 11:14

Hi Stefan,

die Übernachtmaische, die ich mitbekommen habe sah so aus:
über.png
Das ist kein Reifenstapel sondern ein 70er Thermoport, der in einen Schlafsack gesteckt wurde. Beim Verschließen des TP hatte die Maische 68 Grad, nach 12h hatte die Maische immer noch 63 Grad. Der TP war allerdings auch randvoll.

VG Peter

PS: Danke an Rumborak für das Bildchen :-)
und er war schneller in der Antwort....
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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#8

Beitrag von Rumborak » Donnerstag 14. März 2019, 11:15

Kein Problem... ;-)

Das Bild zeigt meinen TP eingehüllt in 3(!) Schlafsäcke...

Wichtig ist, dass kaum mehr Luft im TP ist.

VG

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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#9

Beitrag von schlupf » Donnerstag 14. März 2019, 11:18

Ich würde da auch noch das Arbeiten mit Malzextakt in den Ring werfen, nicht Bierkits, sondern richtige Rezepte.
Bei den Amis findet man eigentlich zu fast jedem Rezept eine Extrakt + specialty Grains Version.

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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#10

Beitrag von Brauwolf » Donnerstag 14. März 2019, 11:30

Den Energieverlust würde ich sogar in Kauf nehmen. Kosteneffizient ist das nicht, aber wie will man den Wert von Zeit bemessen? Wie auch immer, das wird zu philosophisch... :Wink

Aber zu den Risiken... Verkeimung?
Da war mein erster Gedanke, dass eigentlich das anschließende Kochen alles abtöten müsste. Oder kann die Maische dadurch irreperable Schäden (Geschmack, Nebenprodukte...) bekommen?
Maische aus dem Kühlschrank von 7° auf 70° aufzuheizen kostet nicht nur Energie, sondern auch wieder Zeit...
Keime werden zwar beim Kochen abgetötet, aber was sie produziert haben, bleibt. Milchsäurebakterien z.B. sind nach dem
Kochen platt, nicht aber das saure Zeug, das sie ins Bier gepinkelt haben.

Für Übernacht Maische im Thermoport wurden hier ja schon genug Beispiele aufgezeigt, es funktioniert!
Entscheidend ist, mehr als die vielen Schlafsäcke außenrum, dass möglichst wenig Luft im Thermoport bleibt - je voller der Pott mit Maische, desto besser.

Cheers, Ruthard
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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#11

Beitrag von Rumborak » Donnerstag 14. März 2019, 11:35

Brauwolf hat geschrieben:
Donnerstag 14. März 2019, 11:30


Für Übernacht Maische im Thermoport wurden hier ja schon genug Beispiele aufgezeigt, es funktioniert!
Entscheidend ist, mehr als die vielen Schlafsäcke außenrum, dass möglichst wenig Luft im Thermoport bleibt - je voller der Pott mit Maische, desto besser.

Cheers, Ruthard
Genau...das ist einer der Schlüssel zum Erfolg...

VG :thumbsup
Rumborak hat geschrieben:
Donnerstag 14. März 2019, 11:11

Die Abkühlung liegt bei mir, wenn der TP randvoll ist, bei ca. 0,5°C/h.
beryll hat geschrieben:
Donnerstag 14. März 2019, 11:14
Der TP war allerdings auch randvoll.
Rumborak hat geschrieben:
Donnerstag 14. März 2019, 11:15
Kein Problem... ;-)

Wichtig ist, dass kaum mehr Luft im TP ist.

VG

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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#12

Beitrag von StefanK » Donnerstag 14. März 2019, 12:34

Okay... Nochmal danke für die guten Tipps!

Aber "Thermoport möglichst voll" lässt mich nochmal zu einer Nachfrage kommen.

Ich bin in der Einkocherklasse unterwegs. D.h. meine Maische- / Würzepfanne fasst weniger als 30 Liter. Normalerweise habe ich ca. 18 Liter Hauptguss und 5 - 6kg Schüttung. Damit ist dann eine solide Füllhöhe erreicht, bei der sich noch einigermaßen gut rühren lässt. Wenn ich nun den Thermoport voll machen wollte, könnte ich die Maische etwas "verdünnen" und sozusagen 4 - 5 Liter Nachguss vorweg nehmen. Geht das?

Cheers
Stefan
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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#13

Beitrag von Brauwolf » Donnerstag 14. März 2019, 12:40

Definitiv. 100% voll ist wichtiger als ein Schüttung/HG Verhältnis 1:3 oder 1:3,8.

Cheers, Ruthard
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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#14

Beitrag von Dekobier » Donnerstag 14. März 2019, 12:41

Rumborak hat geschrieben:
Donnerstag 14. März 2019, 11:35
Brauwolf hat geschrieben:
Donnerstag 14. März 2019, 11:30


Für Übernacht Maische im Thermoport wurden hier ja schon genug Beispiele aufgezeigt, es funktioniert!
Entscheidend ist, mehr als die vielen Schlafsäcke außenrum, dass möglichst wenig Luft im Thermoport bleibt - je voller der Pott mit Maische, desto besser.

Cheers, Ruthard
Genau...das ist einer der Schlüssel zum Erfolg...

VG :thumbsup
Wie verhält es sich denn beim Übernacht-Maischen mit der Auslaugung der Spelzen? Es müsste bei der Kontaktzeit doch das Kontrastprogramm zum Vorderwürzebier sein.

Gruß,
Oliver

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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#15

Beitrag von optimist » Donnerstag 14. März 2019, 12:44

Servus Jungs!

Die Idee mit der Übernachtmaische hört sich echt interessant an. Das würde ich fast für einen Doppelsud so machen.
Problem ist nur, dass das Rezept eigentlich eine Maltoserast und eine Verzuckerungsrast hat. Also wenn ich jetzt nachts im 70er Thermoport eine fallende Kombirast mache und am Morgen läutere und Koche, wird das bestimmt ein anderes Bier, als wenn ich beim Kochen wieder gleichzeitig einmaische und meine Rasten durchfahre. Es soll ein Festbier werden mit 150 bis 160 Liter und ein Doppelsud mit Kühlen und allem drum und dran wird an einem Tag schon sehr strapazierend. Die Übernachtmaische könnte das entzerren. Aber ich habe Angst, dass das Bier nicht gleich schmeckt. Es wird für unser privates Siedlungsfest gebraut. Da möchte ich nicht, dass die ersten drei Fässer anders schmecken wie der Rest.
Hat jemand eine Idee? Könnte mir nur vorstellen, dass ich den zweiten Sud auch Kombiraste. Aber dann stimmt das Rezept gar nicht mehr. :Grübel

Gruß
Stefan
Beer ist the answer... but i can't remember the question! :Grübel

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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#16

Beitrag von Rumborak » Donnerstag 14. März 2019, 12:52

Hi,

also ich maße mir nicht an an, bei einem Bier heraus zu schmecken, ob die Maischearbeit mit klassischen Rasten, Kombirast oder sogar einer Übernachtmaische gemacht worden ist.
Auffällig bei meinen Übernachtmaischen war bisher, dass alle etwas dunkler als geplant waren und der EVG sehr hoch war.
Ansonsten durchweg gute Biere...

VG

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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#17

Beitrag von optimist » Donnerstag 14. März 2019, 12:54

Rumborak hat geschrieben:
Donnerstag 14. März 2019, 12:52
Hi,

also ich maße mir nicht an an, bei einem Bier heraus zu schmecken, ob die Maischearbeit mit klassischen Rasten, Kombirast oder sogar einer Übernachtmaische gemacht worden ist.
Auffällig bei meinen Übernachtmaischen war bisher, dass alle etwas dunkler als geplant waren und der EVG sehr hoch war.
Ansonsten durchweg gute Biere...

VG

Oder ich Verschneide vor dem anstellen beide Sude... :Grübel
Beer ist the answer... but i can't remember the question! :Grübel

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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#18

Beitrag von Rumborak » Donnerstag 14. März 2019, 12:57

optimist hat geschrieben:
Donnerstag 14. März 2019, 12:54
Rumborak hat geschrieben:
Donnerstag 14. März 2019, 12:52
Hi,

also ich maße mir nicht an an, bei einem Bier heraus zu schmecken, ob die Maischearbeit mit klassischen Rasten, Kombirast oder sogar einer Übernachtmaische gemacht worden ist.
Auffällig bei meinen Übernachtmaischen war bisher, dass alle etwas dunkler als geplant waren und der EVG sehr hoch war.
Ansonsten durchweg gute Biere...

VG

Oder ich Verschneide vor dem anstellen beide Sude... :Grübel
...auch ein Ansatz...da würde ich aber peinlichst darauf achten, den ersten Sud irgendwo "sicher" bis zur Verschneidung zu lagern...

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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#19

Beitrag von Brauwolf » Donnerstag 14. März 2019, 12:59

Du musst halt einfach mal einen Sud klassisch fahren und einen zweiten Sud mit Kombirast über Nacht und die fertigen Biere vergleichen.

Grundsätzlich lassen sich die meisten Rezepte mit den heutigen Malzen auch mit Kombirast darstellen.
Die Kombirast heißt so, weil hier Maltoserast und Verzuckerungsrast kombiniert sind - ist also alles drin.
Bei 67°C z.B. hört die Maltoserast noch nicht auf, fängt aber die Verzuckerungsrast schon an. Bei 65°C
bekommst du trockenere Biere, bei 69°C die mehr vollmundigen - wobei die erste Stunde im TP entscheidet,
was danach noch passiert, ist Wumpe.

Hier das Prinzip noch mal zeichnerisch dargestellt:
kombirast.jpg
kombirast.jpg (31.41 KiB) 1346 mal betrachtet
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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#20

Beitrag von Chrissi_Chris » Donnerstag 14. März 2019, 13:24

schlupf hat geschrieben:
Donnerstag 14. März 2019, 11:18
Ich würde da auch noch das Arbeiten mit Malzextakt in den Ring werfen, nicht Bierkits, sondern richtige Rezepte.
Bei den Amis findet man eigentlich zu fast jedem Rezept eine Extrakt + specialty Grains Version.
Das wäre jetzt auch meine erste Idee gewesen in folge von der Übernacht Maische!
Die Malzextrakte sind Qualitativ auch schon sehr hochwertig zu erwerben, sofern du keine vorgehopfte und die dazugehörige Hefe verwendest bezweifle ich das man da einen Unterschied schmeckt.
Mit vernünftigen Hopfen kochen und einer schön rehydrierten Hefe anstellen und schon hättest du ein Zeitersparniss von ca. 1:20 Std Maischesrbeit und ca. 30 min Läuterarbeit.

LG Chris
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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#21

Beitrag von StefanK » Donnerstag 14. März 2019, 14:14

Brauwolf hat geschrieben:
Donnerstag 14. März 2019, 12:40
Definitiv. 100% voll ist wichtiger als ein Schüttung/HG Verhältnis 1:3 oder 1:3,8.

Cheers, Ruthard
Dann klingt das nach einem guten Plan! :thumbsup

Bis zum Wochenende werde ich wohl nichts mehr bekommen, aber mittelfristig werde ich die nächstliche Rast anpeilen. Als Bottiche stehen dann wohl Schengler und Beeketal zur Auswahl:
- Schengler, 35 Liter, ohne Hahn (Link)
- Schengler, 25 Liter, mit Hahn (Link)
- Beeketal, 32 Liter, mit Hahn (Link)

Die anderen Größen erscheinen unzweckmäßig. Der Schengler mit Hahn noch in 38,5 Liter mit Hahn, aber der kommt mir zu groß vor. Bei Beeketal sind die Behälter mit und ohne Hahn gleich groß, aber sowohl 11 Liter als auch 54 Liter sind für mich unnütz.

Also mal wieder die Qual der Wahl. Technisch kommen beide Modelle scheinbar sehr ähnlich weg. Darüber habe ich zwei Threat hier im Forum gefunden (hier und hier). Da muss ich nun nur überlegen, ob ich den 25er oder den 32er nehme...

Zum Läutern habe ich den 30 Liter Eimer mit Mattmill-Läuterblech (diesen hier). Das Blech wird vermutlich weder in die Schengler noch in den Beeketal passen, so dass ich zum Läutern dann nochmal umschöpfen müsste. Kostet v.a. wegen der Läuterruhe wieder Zeit, aber jetzt direkt noch auf die Läuterhexe umsteigen möchte ich nicht. Das Läuterblech hat mir bisher treu gedient und um es jetzt schon in den Ruhestand zu versetzen, war es eigentlich zu teuer...

Cheers
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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#22

Beitrag von Brauwolf » Donnerstag 14. März 2019, 14:52

In Kombination mit einem Einkocher hat der 25 Liter Schengler die ideale Größe. Mit diesem System arbeite ich schon seit Jahren und auch mein IPA zur HBCon ist so entstanden.

Cheers, Ruthard
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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#23

Beitrag von Mehrbier » Freitag 15. März 2019, 19:24

Hmm verführerisch bei meiner Ambivalenz aus Faulheit und Biernot :Smile

Wie sieht dann das Läutern im Schengler aus? Läuft das mit Läuterhexe ?

Gruß
Gerdi

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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#24

Beitrag von Brauwolf » Freitag 15. März 2019, 19:37

Mehrbier hat geschrieben:
Freitag 15. März 2019, 19:24
Hmm verführerisch bei meiner Ambivalenz aus Faulheit und Biernot :Smile

Wie sieht dann das Läutern im Schengler aus? Läuft das mit Läuterhexe ?

Gruß
Gerdi
Mein 25l-Schengler stammt noch aus Zeiten vor der Läuterhexe. Da habe ich einen Panzerschlauch verbaut.
Ich kenne ein paar Kumpel, die haben eine Läuterhexe im 38,5er.
Mein Beeketal 60 hat ein Mattmill Läuterblech.
Funktioniert alles.

Cheers, Ruthard
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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#25

Beitrag von Bojtar » Samstag 16. März 2019, 07:18

Ich kann dir folgendes empfehlen:
Am ersten Abend alles, wirklich alles vorbereiten. Wie ein Fernsehkoch.
Mittels Zeitschaltuhr den Einkocher so vorheizen lassen, dass du am 2. Tag beim Heimkommen nurnoch das Malz reinschütten musst (Kombirast zu empfehlen) und am gleichen Abend kannst du noch läutern. Je nach Vorgehensweise noch am gleichen Abend oder erst in der Früh anstellen.
Gereinigt und weggeräumt wird am 3. Abend.
Funktioniert bei mir sehr gut so. Durch die Kombirast ist man auch sehr flexibel und muss nicht ständig auf die Uhr schauen.
Lg

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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#26

Beitrag von Kurt » Samstag 16. März 2019, 08:10

Ich habe einen 25er Thermoport miz einer Läuterspirale. Das ist keine Hexe, sondern ein Zugfederstrang aus Edelstahl. Passt vom Kaliber extrem gut zum TP. Ich mach später mal ein Bild...

[attachment=0]20190316_082536.jpg[/attachment]

Eine Seite zu Demozwecken demontiert. Das ist ein Niro- T-Stück und zwei Niro-Schlauchtüllen mit passender Schlauchfeder. Bin sehr zufrieden damit!
Dateianhänge
20190316_082536.jpg
Zuletzt geändert von Kurt am Sonntag 17. März 2019, 20:33, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#27

Beitrag von brauflo » Samstag 16. März 2019, 09:05

Bojtar hat geschrieben:
Samstag 16. März 2019, 07:18
Gereinigt und weggeräumt wird am 3. Abend.
Also ich würde das verklebte Geraffel nicht noch 24 Stunden stehen lassen wollen.
Unmittelbar und nahezu parallel zu den übrigen Tätigkeiten mit heißem Wasser abspülen braucht wenig Zeit und ist zumindest im Heißbereich hygienisch vollkommen ausreichend.

VG
Florian
________________________________________________________________

... wollte ich immer schon mal machen...


Meine Vorstellung:
viewtopic.php?p=184866#p184866

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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#28

Beitrag von Sebasstian » Samstag 16. März 2019, 09:09

Bojtar hat geschrieben:
Samstag 16. März 2019, 07:18
Ich kann dir folgendes empfehlen:
Am ersten Abend alles, wirklich alles vorbereiten. Wie ein Fernsehkoch.
Mittels Zeitschaltuhr den Einkocher so vorheizen lassen, dass du am 2. Tag beim Heimkommen nurnoch das Malz reinschütten musst (Kombirast zu empfehlen) und am gleichen Abend kannst du noch läutern. Je nach Vorgehensweise noch am gleichen Abend oder erst in der Früh anstellen.
Gereinigt und weggeräumt wird am 3. Abend.
Funktioniert bei mir sehr gut so. Durch die Kombirast ist man auch sehr flexibel und muss nicht ständig auf die Uhr schauen.
Lg
Mache ich so ähnlich. Bei mir ist fast immer Samstag Brautag. D.h. ich bereite am Fr. abend alles vor und bin am Samstag mittag dann fertig. Alles vorbereiten heißt alle Zutaten abwiegen und bereit stellen, Malz schroten, Ausrüstung komplett vorbereiten (Hähne einbauen etc.), Kessel mit der richtigen Menge Wasser befüllen und per Zeitschaltuhr so einstellen, dass nach dem Aufwachen die Einmaischtemperatur schon erreicht ist. Ich stehe also (früh) auf und maische sofort ein. Sehr entspannt und wie gesagt gegen 12-13 Uhr fertig. (40 Liter).
Grüße,
Sebastian

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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#29

Beitrag von Bojtar » Samstag 16. März 2019, 09:48

brauflo hat geschrieben:
Samstag 16. März 2019, 09:05

Also ich würde das verklebte Geraffel nicht noch 24 Stunden stehen lassen wollen.
Unmittelbar und nahezu parallel zu den übrigen Tätigkeiten mit heißem Wasser abspülen braucht wenig Zeit und ist zumindest im Heißbereich hygienisch vollkommen ausreichend.

VG
Florian
Kommt bei mir drauf an. Wenns draussen kühl und schon dunkel ist, lass ichs manchmal stehen. Wenns warm ist nicht - da wirds recht schnell recht graußlich.

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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#30

Beitrag von StefanK » Dienstag 19. März 2019, 08:57

Wie macht Ihr eigentlich das Abmaischen im Zusammenhang mit dem Thermoport?
Wenn der ganz voll ist mit der kombirastenden Maische, ist doch kein Platz mehr zum Zubrühen zwecks Abmaischen, oder?

Wobei ich an anderer Stelle auch schon gelesen habe, dass das Abmaischen grundsätzlich entbehrlich ist. Gerd (Altphex) schrieb mal so etwas und ich nahm keinen Widerspruch wahr...

Cheers
Stefan
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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#31

Beitrag von Rumborak » Dienstag 19. März 2019, 09:07

Hi,

es wird direkt, ohne Zubrühen, abgemaischt...



VG

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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#32

Beitrag von StefanK » Dienstag 19. März 2019, 09:17

Rumborak hat geschrieben:
Dienstag 19. März 2019, 09:07
Hi,

es wird direkt, ohne Zubrühen, abgemaischt...

VG
Okay, danke. Verstanden. Ich habe meine Kombirast bei z.B. 67 °C im Thermoport. Danach läutere ich direkt ohne erneutes Aufheizen. Klingt gut und einfach.

Cheers
Stefan
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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#33

Beitrag von Rumborak » Dienstag 19. März 2019, 09:27

StefanK hat geschrieben:
Dienstag 19. März 2019, 09:17
Rumborak hat geschrieben:
Dienstag 19. März 2019, 09:07
Hi,

es wird direkt, ohne Zubrühen, abgemaischt...

VG
Okay, danke. Verstanden. Ich habe meine Kombirast bei z.B. 67 °C im Thermoport. Danach läutere ich direkt ohne erneutes Aufheizen. Klingt gut und einfach.

Cheers
Stefan
Genau so läuft es.

Habe gerade am Wochenende wieder eine Übernachtmaische mit Tauroplus Maibock OG gemacht.
Ein sehr entspanntes Vergnügen.
Freitags abends um 21h eingemaischt (14 KG Malz und 53 Liter Wasser mit 73°C -> TP randvoll mit ca. 67,5°C)
Samstag morgens um 09.00h bei 63°C abgemaischt und dann gekocht. Um 11h war ich fertig... :thumbsup
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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#34

Beitrag von Brauwolf » Dienstag 19. März 2019, 09:29

StefanK hat geschrieben:
Dienstag 19. März 2019, 09:17

Okay, danke. Verstanden. Ich habe meine Kombirast bei z.B. 67 °C im Thermoport. Danach läutere ich direkt ohne erneutes Aufheizen. Klingt gut und einfach.

Cheers
Stefan
Die Temperaturerhöhung würde eine Verbesserung der Ausbeute bringen, weil die Würze dann weniger viskos ist und bei höherer Temperatur mehr Zucker aufnehmen kann. Da du aber noch Nachgusswsser mit ca. 80°C zugibst, hast du damit so ziemlich denselben Effekt.

Cheers, Ruthard
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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#35

Beitrag von negme » Dienstag 19. März 2019, 10:11

Habe das Overnight-Mash jetzt auch zweimal ausprobiert und bin ziemlich begeistert. War jeweils ein ca 40-Liter-Sud mit Thermoport. Habe immer so gegen 22:00 eingemaischt und dann am nächsten Morgen abgemaischt. Nachgussgabe dann per Batch Sparge. Sudhausausbeute lag dabei in dem Bereich, den ich auch von konventionellem Maischen gewohnt bin.

Auf Schlafsäcke oder ähnliches hab ich verzichtet, habe den Thermoport aber aufgrund er niedrigen Außentemperaturen um diese Jahreszeit drinnen stehen gehabt. Temperaturabfall über Nacht war bei mir so zwischen 5 und 7 Grad. Solange die Maische über 50 Grad bleibt, befürchte ich recht wenig böse MIkroben.

Das erste Bier, das ich mit Übernachtmaische gemacht hab, hab ich eben angeschlossen, war ein Lager mit Saazer. Der einzige Unterschied, den ich wahrnehmen kann, ist eine verminderte Schaumstabilität. Das Habe ich auch bereits von anderen Brauern gelesen, die Overnight Mash fahren. Stört mich persönlich jetzt aber nicht wirklich bzw. ist halt auch eine Frage des Bierstils.

Die Möglichkeit, den Brautag aufzusplitten, ist einfach extrem angenehm. So schaffe ich es, am Brautag noch am Vormittag komplett fertig zu sein - inklusive Putzen. Das ermöglicht es mir auch dann zu brauen, wenn ich am dem Tag noch andere Pläne oder Verpflichtungen habe.

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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#36

Beitrag von StefanK » Dienstag 19. März 2019, 10:35

Nochmal danke für's Feedback. Das Verfahren ist mir jetzt klar und wird demnächst getestet. Der Thermoport ist auf jeden Fall ganz oben auf der Einkaufsliste. Direkt hinter Hopfen und Malz... :Wink
Rumborak hat geschrieben:
Dienstag 19. März 2019, 09:27
Habe gerade am Wochenende wieder eine Übernachtmaische mit Tauroplus Maibock OG gemacht.
Ein sehr entspanntes Vergnügen.
Genau den wollte ich auch so brauen! :thumbsup
Aber da wurde mit wegen des Bierstils von der Kombirast abgeraten, weil eher keine malzig-süßlichen Bieren herauskämen. Ich gestehe, ich bin noch zu unerfahren, um aus der Rastensteuerung wirklich eine Geschmacksprognose ableiten zu können... :redhead

Brauwolf hat geschrieben:
Dienstag 19. März 2019, 09:29
Die Temperaturerhöhung würde eine Verbesserung der Ausbeute bringen, weil die Würze dann weniger viskos ist und bei höherer Temperatur mehr Zucker aufnehmen kann. Da du aber noch Nachgusswsser mit ca. 80°C zugibst, hast du damit so ziemlich denselben Effekt.
Okay. Genau so werde ich das machen. Bisher habe ich die Nachgüsse auch immer bei ca. 80 °C zugegeben. Nur war die Maische natürlich per se heißer... :Grübel

negme hat geschrieben:
Dienstag 19. März 2019, 10:11
Das erste Bier, das ich mit Übernachtmaische gemacht hab, hab ich eben angeschlossen, war ein Lager mit Saazer. Der einzige Unterschied, den ich wahrnehmen kann, ist eine verminderte Schaumstabilität. Das Habe ich auch bereits von anderen Brauern gelesen, die Overnight Mash fahren. Stört mich persönlich jetzt aber nicht wirklich bzw. ist halt auch eine Frage des Bierstils.
Der Schaum war für mich der Grund, beim letzten Sud einige Haferflocken (~ 5%) mit einzumaischen. Hat in der klassichen Kombirast gut funktioniert und das Bier hatte einen tollen Schaum: Feinporig und stabil. Für mich ein Quantensprung im Vergleich zu den Bieren der ersten sechs oder sieben Sude. Bei der Thermoport-Maische werde ich das auch so probieren, denke ich.

Viele Grüße
Stefan
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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#37

Beitrag von Rumborak » Dienstag 19. März 2019, 10:45

StefanK hat geschrieben:
Dienstag 19. März 2019, 10:35

Aber da wurde mit wegen des Bierstils von der Kombirast abgeraten, weil eher keine malzig-süßlichen Bieren herauskämen. Ich gestehe, ich bin noch zu unerfahren, um aus der Rastensteuerung wirklich eine Geschmacksprognose ableiten zu können... :redhead
Hi,

wie gesagt fehlt mir persönlich da die Sensorik um festzustellen, ob ein Bier mit den klassischen Rasten oder einer (langen) Kombirast gemacht worden ist.
Ich gebe zu, dass ich bisher bei meinen Weizenbieren immer noch klassische Rasten fahre; da ist das eher so eine Glaubenssache.

Nico (Blancblue) hat mir mal geschrieben, wie ich mit einer Übernachtmaische auch eine Dekoktion andeuten kann, hab das aber bisher noch nicht getestet, z.b. für Weizenbier, aber sicherlich auch für Böcke geeignet.

Hier nachzulesen: https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... 45#p251445

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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#38

Beitrag von negme » Dienstag 19. März 2019, 11:42

StefanK hat geschrieben:
Dienstag 19. März 2019, 10:35
negme hat geschrieben:
Dienstag 19. März 2019, 10:11
Das erste Bier, das ich mit Übernachtmaische gemacht hab, hab ich eben angeschlossen, war ein Lager mit Saazer. Der einzige Unterschied, den ich wahrnehmen kann, ist eine verminderte Schaumstabilität. Das Habe ich auch bereits von anderen Brauern gelesen, die Overnight Mash fahren. Stört mich persönlich jetzt aber nicht wirklich bzw. ist halt auch eine Frage des Bierstils.
Der Schaum war für mich der Grund, beim letzten Sud einige Haferflocken (~ 5%) mit einzumaischen. Hat in der klassichen Kombirast gut funktioniert und das Bier hatte einen tollen Schaum: Feinporig und stabil. Für mich ein Quantensprung im Vergleich zu den Bieren der ersten sechs oder sieben Sude. Bei der Thermoport-Maische werde ich das auch so probieren, denke ich.
Cool, gute Idee! Werd ich bei meinem nächsten Overnight Mash auch so machen!

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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#39

Beitrag von schollsedigger » Dienstag 19. März 2019, 20:51


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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#40

Beitrag von StefanK » Mittwoch 20. März 2019, 11:35

Brauwolf hat geschrieben:
Donnerstag 14. März 2019, 14:52
In Kombination mit einem Einkocher hat der 25 Liter Schengler die ideale Größe. Mit diesem System arbeite ich schon seit Jahren und auch mein IPA zur HBCon ist so entstanden.

Cheers, Ruthard
Du hast sicher den Hahn ersetzt, oder? Kannst Du mir sagen, welche Größe zur Bohrung passt. Den würde ich dann nämlich bei meiner nächsten Hopfen/Malz-Bestellung direkt mitordern. :Wink

Hat der Beeketal die selbe Bohrung?

Ich werde mich zwar wahrscheinlich an Deinen Tipp und die 25 Liter halten, aber ganz entschlossen bin ich noch nicht. Die Verführung, gleich etwas größer (32 Liter) zu gehen, ist da... :Grübel
schollsedigger hat geschrieben:
Dienstag 19. März 2019, 20:51
Hi,
guggst Du hier https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... 93#p206071

Grüße
Matze
Danke. Eine interessante Doku.

Cheers
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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#41

Beitrag von seriously » Mittwoch 20. März 2019, 12:31

Ich werfe mal noch Kettle Souring in den Ring, da kommst du gar nicht darum herum 24 oder mehr Stunden Pause mit einzuplanen.

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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#42

Beitrag von Neubierig » Mittwoch 20. März 2019, 13:32

Hab erst dieses Thread gesehen. Um ein bissl Wirbel zu machen, und auf's Risiko reichlich geflamed zu werden, sage ich, wie ich es sehr oft mache:

Am Abend vor dem Brautag (Freitag Abend nach der Arbeit) wird's gemaischt und geläutert wie normal. Die Würze wird dann zum Kochen gebracht, um alles abzutöten - ganz wichtig. Dann am nächsten Tag wird's Hopfengekocht.

Energieeffizient ist es natürlich nicht - dem Threadhersteller war das aber egal. Das wieder aufkochen findet während des Frühstückens statt, oder sogar als ich noch im Bett liege (Zeitschaltuhr, oder "händisch" per Handy wenn ich das eingerichtet habe) - Zeitverlust minimal. Es heisst aber schon, dass ich nicht blöd früh aufstehen muss, um um einer vernünftige Uhrzeit auch fertig zu sein.

Just my two-cents - es ist durchaus möglich es so zu machen, so lang dass die Würze erst aufgekocht wird. Wenn das nicht gemacht wird, wird's hochwahrscheinlich sauer.

Cheers,

Keith :-)

PS - es gibt so ein Ding wie "Hitzebelastung" - da die Würze zwei Mal aufgeheizt wird, könnte sie ein Tick dunkler werden. Kann man aber auch im Kauf nehmen.

PS die zweite - es ist schön zu sehen, wie sich das Forum geändert hat - als ich als Anfänger die gleiche Frage gestellt hatte (im alten Forum), ging es los mit einem echten Shitstorm. Niemand hatte was nützliches zu sagen, Jeder wollte aber sagen, wie der Brautag ihm heilig war, und wie konnte ich überhaupt auf die Idee kommen, den zu teilen? So habe ich die oben-genannten Vorgehensweise selber ausgedacht und probiert. Und es funzt doch :P
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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#43

Beitrag von Rumborak » Mittwoch 20. März 2019, 14:01

Neubierig hat geschrieben:
Mittwoch 20. März 2019, 13:32

Am Abend vor dem Brautag (Freitag Abend nach der Arbeit) wird's gemaischt und geläutert wie normal. Die Würze wird dann zum Kochen gebracht, um alles abzutöten - ganz wichtig. Dann am nächsten Tag wird's Hopfengekocht.
Hi,

sehr interessant. Lässt du die Würze dann einfach in der Pfanne stehen?

VG

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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#44

Beitrag von Neubierig » Mittwoch 20. März 2019, 15:06

Hi,

ja, sie steht einfach so, abgedeckt. Ich finde am nächsten Tag ist die Temperatur immer noch ca 45°C. Berühmter Spruch folgt - ich habe bisher kein Problem gehabt, und das über viele viele Sude.

Cheers,

Keith :-)
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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#45

Beitrag von Brauwolf » Mittwoch 20. März 2019, 17:16

StefanK hat geschrieben:
Mittwoch 20. März 2019, 11:35
Brauwolf hat geschrieben:
Donnerstag 14. März 2019, 14:52
In Kombination mit einem Einkocher hat der 25 Liter Schengler die ideale Größe. Mit diesem System arbeite ich schon seit Jahren und auch mein IPA zur HBCon ist so entstanden. Bei meinem "großen" Beeketal (54l) habe ich diesen Komplettsatz verwendet.

Cheers, Ruthard
Du hast sicher den Hahn ersetzt, oder? Kannst Du mir sagen, welche Größe zur Bohrung passt. Den würde ich dann nämlich bei meiner nächsten Hopfen/Malz-Bestellung direkt mitordern. :Wink

Hat der Beeketal die selbe Bohrung?

Ich werde mich zwar wahrscheinlich an Deinen Tipp und die 25 Liter halten, aber ganz entschlossen bin ich noch nicht. Die Verführung, gleich etwas größer (32 Liter) zu gehen, ist da... :Grübel
Ich hatte das Glück, dass zum Zeitpunkt der Anschaffung Hahn und Hahnverlängerung noch aus zwei Teilen bestanden. So musste ich den Billighahn nur rausschrauben und konnte in die Hahnverlängerung einen gescheiten Hahn mit 1/2" Gewinde reinschrauben. Heute bestehen Hahn und -verlängerung aus einem Stück, da geht das nicht mehr. Bei HuM gibt es aber einen Komplettsatz zum Austauschen, ich meine das Verlängerungsstück gibt es auch einzeln, falls du einen anderen Hahn verwenden willst oder schon einen passenden Hahn hast.

Wie wichtig ein möglichst voller TP für die Temperaturhaltung ist, war ja schon angesprochen. Falls du dich für den 32er entscheidest, kannst du, um überschüssigen Kopfraum zu vermeiden, auch mit heißem Wasser gefüllte Edelstahlflaschen in der Maische versenken. Vorgewärmte Kühlelemente gingen auch, aber da laufen die Plastik-Paranoiker wieder Amok.

Cheers, Ruthard
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Re: Kann man den Brautag teilen ?

#46

Beitrag von StefanK » Donnerstag 21. März 2019, 08:59

Brauwolf hat geschrieben:
Mittwoch 20. März 2019, 17:16
Ich hatte das Glück, dass zum Zeitpunkt der Anschaffung Hahn und Hahnverlängerung noch aus zwei Teilen bestanden. So musste ich den Billighahn nur rausschrauben und konnte in die Hahnverlängerung einen gescheiten Hahn mit 1/2" Gewinde reinschrauben. Heute bestehen Hahn und -verlängerung aus einem Stück, da geht das nicht mehr. Bei HuM gibt es aber einen Komplettsatz zum Austauschen, ich meine das Verlängerungsstück gibt es auch einzeln, falls du einen anderen Hahn verwenden willst oder schon einen passenden Hahn hast.

Wie wichtig ein möglichst voller TP für die Temperaturhaltung ist, war ja schon angesprochen. Falls du dich für den 32er entscheidest, kannst du, um überschüssigen Kopfraum zu vermeiden, auch mit heißem Wasser gefüllte Edelstahlflaschen in der Maische versenken. Vorgewärmte Kühlelemente gingen auch, aber da laufen die Plastik-Paranoiker wieder Amok.

Cheers, Ruthard
Danke für Deine nochmalige Hilfe!
Wenn sich die Hähne / Behälter baulich geändert haben, bestelle ich am besten erst den Thermoport und messe dann nach. Aber der Hinweis auf das Set ist gut. Wenn's passt, werde ich das wahrscheinlich nehmen.

Der Tipp mit den Edelstahlflaschen ist auch gut. Aber je mehr ich überlege, desto sinnvoller erscheint mir doch der 25 Liter Schengler. Da mein Läutereimer sowieso nur 30 Liter fasst, brauche ich doch gar keine 32 Liter Maische im Thermoport. :Ahh

Zwar könnte (!) ich vielleicht (!) irgendwann (!) mal auf ein größeres Setup umsteigen, aber das ist momentan nicht absehbar.
Vor allem stünde dem ein komplexes Beratungs- und Beschlussverfahren im häuslichen Entscheidungsgremium voran, dass vermutlich die Brexit-Verhandlungen als geschmeidig erscheinen ließe... :Grübel

Viele Grüße
Stefan
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