Erster Sud - erste Ergebnisse und erster Eindruck: Furchtbar...! :((

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gipsy
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Erster Sud - erste Ergebnisse und erster Eindruck: Furchtbar...! :((

#1

Beitrag von gipsy » Mittwoch 14. Oktober 2020, 02:06

Hallo liebe Hobbybrauer,

habe mich - nach mehrmonatigen gelegentlichen Lesen - soeben hier angemeldet, auch weil ich aktuell wohl Unterstützung und Einschätzungen von erfahrenen Brauern benötige.

Ich habe vor ca. 1 Monat mein erstes Bier gebraut - es sollte ein 'böhmisch-style-Pilsener' werden (so wars zumindest gedacht/bevorzugt). Ich bin sehr genau gemäß der Anleitung (die wohl bekannte/berühmte 'Brauanleitung' von Timo Zein --- herzlichen Dank dafür, btw (!!) :)) vorgegangen und hatte das Gefühl, dass alles recht gut gelaufen ist. Die Gärung mit der Hefe schien wunderbar zu verlaufen, und nachdem der Plato-Wert mehrere Tage lang unverändert (und im erwarteten Rahmen) war, habe ich das Jungbier in Flaschen abgefühlt. Dort hat es dann ca. 3 Wochen weiter gereift (auch weil ich noch keinen Kühlschrank im Brauraum hatte). Vor ca. 7 Tagen habe ich die Flaschen dann in den neuen Kühlschrank gestellt.

Vor einigen Tagen (also wohl am 4. Tag nachdem die Flasdchen in den Kühlschrank gestellt wurden - und also ca. 3 Wochen nach Flaschenabfüllung) habe ich die erste Flasche probiert (mir war bewusst, dass es vermutlich noch zu früh für die erste Verkostung ist, jedoch hatte ich Geburtstag und wollte es halt gerne probieren). Und es war geschmacklich eine erste (ziemlich große) Enttäuschung! :((( Das Bier schmeckte ziemlich säuerlich, ich würde sagen: nach Spülmittel und/oder Essig - und war kaum genießbar. Zudem war beim Öffnen der Flasche (Bügelverschluss) der Druck wohl ziemlich stark - ziemlich viel Schaum schoß regelrecht zuerst aus der Flasche heraus.

Nun ist meine Frage: ist das noch einigermaßen normal für ein Jungbier - und kann/darf ich davon ausgehen, dass der Geschmack sich in den kommenden 10-15 Tagen im Kühlschrank noch verändern/verbessern wird? Oder muss ich davon ausgehen, dass es ein verdorbener Sud ist??

(ich weiß ja, dass ich noch ca. 10-15 Tagen einfach abwarten könnte und dann wissen werde, ob es besser geworden ist oder 'vermasselt' ist - aber erstens bin ich tatsächlich etwas ungeduldig und möchte gerne Eure Erfahrungen hören, und zwietens hoffe ich ja auf Tipps oder Einschätzungen, was ich ggf. falsch gemacht haben könnte).

Was meit Ihr, oder welche Erfahrungen habt Ihr mit solchen Fällen?

Grüße,
Gipsy

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Re: Erster Sud - erste Ergebnisse und erster Eindruck: Furchtbar...! :((

#2

Beitrag von Brandergartenbier » Mittwoch 14. Oktober 2020, 05:10

Hallo Gipsy,

dein Bier hat also quasi schon 4 Wochen auf dem Puckel. Es gibt sicherlich Biere, die richtig lange brauchen aber wenn es Sauer schmeckt ist das nie eine Gute Nachricht. Ich kenne das Rezept nicht und weiß nicht genau um was es sich da handelt, meine Sude (20L) haben aber bis jetzt nach 4 Wochen kaum noch Flaschen zum trinken übrig gehabt, von daher denke ich, dass bei deinem "Pilsner" etwas nicht in Ordnung ist.

Wenn es keine Infektion ist, werden die Profis wahrscheinlich nach deinen Wasserwerten fragen. Ich bleib hier mal dran und schaue was dir empfohlen wird.
Gruß Florian
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Re: Erster Sud - erste Ergebnisse und erster Eindruck: Furchtbar...! :((

#3

Beitrag von emjay2812 » Mittwoch 14. Oktober 2020, 07:13

Spülmittelgeschmack deutet auf einen Fehler in der Reinigung hin. Wie und womit hast du den Gärbehälter und die Flaschen gereinigt.
Gushing (Überschäumen) kann auf Infektion oder falsch berechneter Zuckerzugabe bei der Abfüllung hindeuten.
Essig könnte durch Fruchtfliegen entstehen. Hast du momentan viele Fliegen, wo dein Gärbehälter steht?

gipsy
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Re: Erster Sud - erste Ergebnisse und erster Eindruck: Furchtbar...! :((

#4

Beitrag von gipsy » Mittwoch 14. Oktober 2020, 22:05

Danke für Eure Antworten, Florian und emjay!

@ Florian: ja, das Bier ist nun schon vor ca. 6 Wochen gebraut worden. Ich habe ihm recht großzügig Zeit zum Gären gelassen (gute 2 Wochen), sodass es vor ca. 4 Wochen in die Flaschen abgefüllt wurde. Die Nachgärung in den Flaschen lief dann ca. 3 Wochen und nun sind die Flaschen seit ca. 1 Woche im Kühlschrank. Da der Geschmack bei der ersten probe wirklich ziemlich furchtbar (sauer, und/oder 'hustensaftig' und/oder 'essighaft') war, gehe ich davon aus, dass tatsächlich etwas schiefgelaufen ist. Ich werde nun noch ca. 2 Wochen abwarten und es dann nochmals probieren (und ggf. kurz wieder berichten - insbesondere falls der Geschmack sich tatsächlich noch deutlich verbessern sollte).

Das Rezept (für 20l-Sud) basierte auf 4,5 kg böhmisches Tannenmalz und 0,5kg böhmisches Caramalz. Hopfen hatte eine Alphasäure von ca. 7,2% (weiß aber nun nicht mehr genau, welche Sorte es war). Könnte das Wasser denn irgendein Problem verursachen und zu solchen schlechten/säuerlichen Ergebnissen führen?? (ich bin davon ausgegangen, dass jedes normale Wasser aus der Leitung fürs Bierbrauen verwendet kann --- und die Unterschiede dann nur marginal sind. Oder kann das Wasser wirklich so wichtig/entscheidend sein??)

@ emjay: hmmm, ja tatsächlich habe ich den Läuter-/Gärbottich vor der Verwendung mit heißem Wasser (aus der Dusche) und etwas herkömmlichen Spülmittel gereinigt. Ist das schlecht?? (habe zwar dann später hier irgendwo gelesen, dass man Spülmittel lieber nicht verwenden sollte, sondern andere Reinigungsprodukte - dachte aber dass das schon nicht so schlimm gewesen sein wird, insbesondere weil ich es recht gründlich ausgespült hatte).
Die Flaschen habe ich vor dem Abfüllen (eine Kiste einige Tage zuvor und die andere Kiste am Brautag) in der Spülmaschine gewaschen (mit normalen Spülmaschinen-Tabs). Ist das vielleicht auch falsch gewesen??

Die Zuckerzugabe erfolgte (gemäß Brauanleitung.de) unmittelbar vor dem Abfüllen direkt in den Gärbottich (habe Traubenzucker verwendet - in angegebener Menge (zumindest denke ich das)).

Fliegen sind eigentlich so gut wie keine am Brauort - eine kleine Fruchtfliege war jedoch tatsächlich beim Abkühlen der gekochten Würze in den Gärbottich reingefallen --- kann etwa schon _das_ so weitreichende Folgen haben, dass es den gesamten Sud versaut/infiziert??

Schöne Grüße,
Gipsy

Als Wasser habe ich ganz normales Wasser aus der Leitung in meiner Wochnung genommen. Es ist also 'normales Berliner Wasser'.

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Re: Erster Sud - erste Ergebnisse und erster Eindruck: Furchtbar...! :((

#5

Beitrag von afri » Mittwoch 14. Oktober 2020, 22:26

gipsy hat geschrieben:
Mittwoch 14. Oktober 2020, 22:05
eine kleine Fruchtfliege war jedoch tatsächlich beim Abkühlen der gekochten Würze in den Gärbottich reingefallen --- kann etwa schon _das_ so weitreichende Folgen haben, dass es den gesamten Sud versaut/infiziert??
Ja, eine reicht.
Achim
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Re: Erster Sud - erste Ergebnisse und erster Eindruck: Furchtbar...! :((

#6

Beitrag von mavro » Mittwoch 14. Oktober 2020, 22:28

Ein Hingucker könnte die Stelle sein, aus der Du das Wasser entnimmst:

Wasserhähne, Duschköpfe, Schläuche oder ähnliches aus der Dusche sind meist sehr stark keimbelastet.

Zweiter Hingucker ist das Wasser: es ist bei weitem nicht so, dass man mit jedem Wasser Bier brauen kann! Wasseraufbereitung ist ein eigenes Thema für sich. Suche mal hier im Forum.

Vorschlag: versuche es Mal zu Anfang mitWasser der Marke PURANIA aus dem REAL.
Viele Grüße, Andreas

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Re: Erster Sud - erste Ergebnisse und erster Eindruck: Furchtbar...! :((

#7

Beitrag von mavro » Mittwoch 14. Oktober 2020, 22:29

afri hat geschrieben:
Mittwoch 14. Oktober 2020, 22:26
gipsy hat geschrieben:
Mittwoch 14. Oktober 2020, 22:05
eine kleine Fruchtfliege war jedoch tatsächlich beim Abkühlen der gekochten Würze in den Gärbottich reingefallen --- kann etwa schon _das_ so weitreichende Folgen haben, dass es den gesamten Sud versaut/infiziert??
Ja, eine reicht.
Achim
Kann ich aus eigener Erfahrung Bestätigen
Viele Grüße, Andreas

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Re: Erster Sud - erste Ergebnisse und erster Eindruck: Furchtbar...! :((

#8

Beitrag von gipsy » Mittwoch 14. Oktober 2020, 22:36

afri hat geschrieben:
Mittwoch 14. Oktober 2020, 22:26
gipsy hat geschrieben:
Mittwoch 14. Oktober 2020, 22:05
eine kleine Fruchtfliege war jedoch tatsächlich beim Abkühlen der gekochten Würze in den Gärbottich reingefallen --- kann etwa schon _das_ so weitreichende Folgen haben, dass es den gesamten Sud versaut/infiziert??
Ja, eine reicht.
Achim
Achherrje........
Hätte nicht gedacht, dass man dabei _soooo sehr_ aufpassen muss. :///
(aber nun sehr erfreut, es gelernt zu haben...)

Ok, super - dann wird beim nächsten Mal gerne sehr penibel auf die möglichst komplette Keimfreiheit geachtet.

gipsy
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Re: Erster Sud - erste Ergebnisse und erster Eindruck: Furchtbar...! :((

#9

Beitrag von gipsy » Mittwoch 14. Oktober 2020, 22:41

mavro hat geschrieben:
Mittwoch 14. Oktober 2020, 22:28
Ein Hingucker könnte die Stelle sein, aus der Du das Wasser entnimmst:

Wasserhähne, Duschköpfe, Schläuche oder ähnliches aus der Dusche sind meist sehr stark keimbelastet.

Zweiter Hingucker ist das Wasser: es ist bei weitem nicht so, dass man mit jedem Wasser Bier brauen kann! Wasseraufbereitung ist ein eigenes Thema für sich. Suche mal hier im Forum.

Vorschlag: versuche es Mal zu Anfang mitWasser der Marke PURANIA aus dem REAL.
Danke für Deine Antworten, Andreas.

Heißt das, dass ich den Gärbottich lieber nicht mit normalem (warmen/heißen) Wasser aus der Dusche reinigen sollte, sondern nur mit abgekochtem Wasser? Oder kann ich es auch mit normalem Wasser aus der Dusche machen wenn ich ein 'richtiges/bessres' Reinigungsmittel verwende? (habe mir gerade Chemipro OXI bestellt - weil ich irgendwo gelesen habe, dass es für die reinigung gut sein soll)

Und danke auch für den Tipp mit dem Wasser (Purania-Wasser sowie weitere Lektüre zum Thema 'Wasseraufbereitung')!

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Re: Erster Sud - erste Ergebnisse und erster Eindruck: Furchtbar...! :((

#10

Beitrag von comi » Donnerstag 15. Oktober 2020, 00:30

Hallo...

Mir ist aufgefallen, dass du schreibst dass du deine Flaschen zur Reinigung in der Spülmaschine hattest. Du hast die aber schon zusätzlich noch richtig auch von innen sauber gemacht, oder? Weil das wird so mit einfach in die Spüli stellen eher nicht so richtig.
Evtl. könntest du also noch was in den Flaschen gehabt haben.

Viele Grüße
Christian

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Re: Erster Sud - erste Ergebnisse und erster Eindruck: Furchtbar...! :((

#11

Beitrag von gipsy » Donnerstag 15. Oktober 2020, 01:09

Hallo Christian,

vielen Dank für Deine Antwort.

Ja, ich hatte die Flaschen nur in der Spülmaschine abgewaschen, ohne sie noch zusätzlich von innen zu reinigen :(

Ich merke schon, dass die absolute Reinlichkeit aller Komponenten beim Brauen noch viel gründlicher beachtet und ernstergenommen werden muss als ich es dachte/tat. Nun, auch super - dann werde ich das künftig gerne tun..
(und das Lehrgeld ist dann nun bezahlt - zumindest für diese Lektion(en)) :))

Schöne Grüße,
Gipsy

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Re: Erster Sud - erste Ergebnisse und erster Eindruck: Furchtbar...! :((

#12

Beitrag von Braufex » Donnerstag 15. Oktober 2020, 07:01

Hallo Gipsy,
hier mal was Grundsätzliches über die Reinigung und verschiedene Reiniger zum Lesen:
https://braumagazin.de/article/zweckmae ... reinigung/

@Andy (falls er mitliest): Freu mich schon auf Teil 2 ;-)

Gruß Erwin

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Re: Erster Sud - erste Ergebnisse und erster Eindruck: Furchtbar...! :((

#13

Beitrag von emjay2812 » Donnerstag 15. Oktober 2020, 07:13

Ich reinigen meinen Gärtopf auch nur mit heißem Wasser und Spülmittel. Der ist allerdings aus Edelstahl. Die Flaschen desinfizieren ich mit Chemi Pro Oxi. E PS gibt spezielle Vorrichtungen fürs die Spülmaschine um Flaschen zu reinigen.

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Re: Erster Sud - erste Ergebnisse und erster Eindruck: Furchtbar...! :((

#14

Beitrag von chaos-black » Donnerstag 15. Oktober 2020, 07:37

Schade, dass dein erster Sud wohl gleich eine Infektion hat - aber betrachte es am Besten als Lehrgeld, dann passt das schon. Es ist wichtig, dass du weißt, dass Reinigung und Desinfektion verschiedene Dinge sind. Beim Reinigen (was ja auch sehr genau in dem Braumagazin!-Artikel erklärt wird) geht es darum, Ablagerungen zu entfernen, in denen sich Keime sozusagen verstecken können. Ich habe dafür lange PBW benutzt und bin vor einiger Zeit auf Enzybrew umgestiegen, da letzteres umweltschonender ist und dennoch sehr gute Ergebnisse liefert, was dir viele Forennutzer bestätigen können.

Im Gegensatz dazu geht es beim Desinfizieren darum, X% der mikrobiologischen Lebewesen abzutöten. Das geht erst dann, wenn die Mikroorganismen nichts mehr zum verstecken haben - also weder Dreck auf den Oberflächen sitzt, noch Kratzrillen im Material sind. Desinfizieren geht z.B. mit Säure, Alkohol oder Hitze. In der Regel ist Hitze im Hobbybraubereich kein gutes Desinfektionsmittel, da deine Braumaterialien (z.B. Glasflaschen oder Plastikgäreimer) nicht dafür ausgelegt sind und dadurch Schaden nehmen. Als alkoholisches Desinfektionsmittel ist Isopropanol, aufgetragen aus einer Sprühflasche beliebt. Ich benutze aber seit bestimmt 5 Jahren die saure Variante, Starsan. Wichtig ist dabei zu wissen, dass wir im Hobby nicht wirklich keimFREI arbeiten können, Starsan hilft uns aber keimARM zu arbeiten, und das reicht in den allermeisten Fällen.

Wichtig ist dabei der Merksatz: "Dreck kann man nicht desinfizieren". Und man vermeidet den Einsatz von Spüli beim Bier auch deswegen, weil es dem Bierschaum abträglich ist.

Da jetzt bei dir aber davon auszugehen, ist dass dein Gäreimer (uind deine Flaschen!) eine Infektion erlebt hat, musst du schauen, wie du sie daraus bekommst. Die Flaschen würde ich zurück in den Pfandkreislauf geben und mir andere holen. Den Gäreimer solltest du jetzt penibel reinigen und desinfizieren. Wenn er einen Zapfhahn hat, dann solltest du diesen dafür auseinanderbauen, damit er wirklich sauber wird von Innen. Wenn du bei Plastikteilen aber zu sehr schrubst, haust du dir Rillen hinein, in denen sich die Übeltäter nächstes mal verstecken können - einer der Kritikpunkte an Plastik im Gärkeller. Sollte es sich bei dir um eine Plastikausrüstung handeln, würde ich mir wohl einen neuen Hahn oder ggf. den ganzen Eimer neu besorgen - das Risiko wäre mir die schöne Zeit und die materialien nicht wert. Den alten Eimer kann man ja immernoch zum Mischen von Desinfektionslösung verwenden

Beste Grüße,
Alex
Meine Hobbybrauerei: http://brauerei-flaschenpost.de/ (gerade offline)

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Re: Erster Sud - erste Ergebnisse und erster Eindruck: Furchtbar...! :((

#15

Beitrag von mavro » Donnerstag 15. Oktober 2020, 09:26

Heißt das, dass ich den Gärbottich lieber nicht mit normalem (warmen/heißen) Wasser aus der Dusche reinigen sollte, sondern nur mit abgekochtem Wasser? Oder kann ich es auch mit normalem Wasser aus der Dusche machen wenn ich ein 'richtiges/bessres' Reinigungsmittel verwende?
3 Infos dazu:

1. Ich würde nie Wasser aus dem Duschkopf holen. Bau Mal einen auseinander und Du wirst wahre Biotope entdecken.
2. Wenn man Wasser ca. 20 Sekunde ablaufen lässt, hat man einen sehr viel geringeren Keimanteil, da das Standwasser in den Rohren Keime enthält.
3. Bei Trockenheit sinkt die Keimanzahl stark. also stehende Feuchtigkeit vermeiden, wenn möglich
Viele Grüße, Andreas

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