Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

Hier kommt alles rein, was woanders keinen Platz hat.
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Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#1

Beitrag von BrauerBen » Samstag 9. Januar 2021, 09:20

Hallo zusammen,
ich habe bisher nur in Flaschen abgefüllt, möchte mich aber so langsam auch mal an eine Keg-Abfüllung wagen.
Zu aller erst, habt ihr Tipps, welche gern zu Beginn falschgemacht werden?
Meine Idee ist es, einen älteren Kühlschrank zu einer Zapfanlage umzubauen.
Bezüglich des Equipments habe ich zwei Favoriten:
https://gastro-brennecke.de/de/brauerei ... umber=1541
oder
https://ikegger.eu/products/the-budget- ... 7200410727
Was könnt ihr hiervon empfehlen, bzw. gibt es Vorteile/Nachteile jeweils?
Zum Schluss hätte ich noch eine Frage:
Ich karbonisiere aktuell mit Zucker nach der Hauptgärung, kann das beim Umfüllen in Kegs beibehalten werden? Also kann ich in Kegs ebenfalls nach der Hauptgärung Zucker ins Keg geben und so karbonisieren?
Vielen Dank schon mal für eure Antworten und viele Grüße :-))
Auch Wasser ist ein edler Tropfen, mischt man ihn mit Malz und Hopfen.
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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#2

Beitrag von Bierjunge » Samstag 9. Januar 2021, 09:30

BrauerBen hat geschrieben:
Samstag 9. Januar 2021, 09:20
Ich karbonisiere aktuell mit Zucker nach der Hauptgärung, kann das beim Umfüllen in Kegs beibehalten werden? Also kann ich in Kegs ebenfalls nach der Hauptgärung Zucker ins Keg geben und so karbonisieren?
Klar kannst Du das genauso machen. Auch wenn einige hier stattdessen das Zwangskarbonisieren (s.d.) aus der CO2-Flasche favorisieren, weill Du dann keine Nachgärungs-Geläger im Keg hast und Dir ggf. einen Schritt des Umdrückens ersparst.
Hier noch ein paar sehr sachverwandte Threads (unter vielen) und (m)ein Braumagazin-Artikel zum Einlesen:
Keg lohnt das?
Würde gerne in Kegs abfüllen
Möglicher Einstieg in die Fassbierwelt
Soda-​Kegs und Gegendruckabfüllung

Moritz

Edit:
BrauerBen hat geschrieben:
Samstag 9. Januar 2021, 09:20
Zu aller erst, habt ihr Tipps, welche gern zu Beginn falschgemacht werden?
Mein größter Fehler war, mir das mit dem Kegging überhaupt angetan uzu haben. :Ahh Inzwischen habe ich das ganze Gerödel abgestoßen und bin wieder reumütig zurück auf Flaschengärung. Aber dazu gibt es hier natürlich auch sehr viele, gänzlich gegenteilige Meinungen.
Zuletzt geändert von Bierjunge am Samstag 9. Januar 2021, 09:34, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#3

Beitrag von BrauerBen » Samstag 9. Januar 2021, 09:34

Hi Moritz,
Vielen Dank für die interessante und super schnelle Antwort.☺️☺️☺️
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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#4

Beitrag von AxelS » Samstag 9. Januar 2021, 10:15

Bierjunge hat geschrieben:
Samstag 9. Januar 2021, 09:30
Mein größter Fehler war, mir das mit dem Kegging überhaupt angetan zu haben. :Ahh
:thumbsup
Ich fülle inzwischen auch wieder in Flaschen ab. Ganz verteufeln würde ich das Kegging aber nicht. Ich praktiziere sozusagen "the best of two worlds", indem ich das vergorene Bier in Kegs abfülle, es dort reifen lasse (spart enorm Platz!) und fülle dann unkarbonisiert auf Flaschen ab, in die ich eine Traubenzucker-Hefe-Mischung vorlege.
Da ich mein Gedöns noch nicht verkauft habe, also weiterhin auf Zapfhähne zum Direktzapfen, eine CO2-Flasche zum Zapfen und Umdrücken, diverse Schläuche für Reihenschaltung von Kegs, zum Umdrücken etc. habe, kann ich, wenn ich will, statt in Flaschen abzufüllen umdrücken und dann zwangskarbonisieren. Oder beim Flaschenabfüllen gleich zwei Minikegs mit 2l befüllen, falls mal Besuch kommt.
Das Argument, das der Reinigungsaufwand bei der Verwendung von Kegs geringer ist als bei Flaschen, ist ein sich hartnäckig haltendes Gerücht. Cooler ist zapfen aus dem Keg schon, das gebe ich zu, aber der Reinigungsaufwand, der dahinter steht, ist absurd, jedenfalls für einen Gelegenheitstrinker, der zweimal die Woche Abends ein Bierchen zischt...

:Drink
Axel

PS: Ich habe mich seinerzeit für iKegger entschieden, weil ich dort unkompliziert alles aus einer Hand bekommen habe (Kegs in verschiedenen Größen, Zapfhähne, Schläuche mit Kupplungen, Rückschlagventil,...) Alles hat auf Anhieb gepasst und die Beratung ist absolut topp!
Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Menschen.
(John Ruskin 1819-1900)

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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#5

Beitrag von fg100 » Samstag 9. Januar 2021, 12:51

Bierjunge hat geschrieben:
Samstag 9. Januar 2021, 09:30
Mein größter Fehler war, mir das mit dem Kegging überhaupt angetan zu haben. :Ahh
+1

Wenn man nur wenig trinkt ist der hohe Reinigungsaufwand im Vergleich zu Flaschen, wie oben beschrieben, das was echt übel ist.
Bei mir steht das ganze Zeugs auch nur noch rum. Kann mich nur noch nicht durchringen das zu verkaufen.

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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#6

Beitrag von fg100 » Samstag 9. Januar 2021, 13:01

Bin ja jetzt doch schon lange dabei. Auffällig und fast schon lustig ist dabei, dass sich die Werdegänge von vielen Usern wiederholen.
Anfangen mit Einkocher oder in letzter Zeit mit Brauautomaten. Dann aufrüsten auf höhere Ausschlagsmenge mit zum Teil exzessiver Automatisierungstechnik. Umstieg auf Keg.
Dann wieder Reduzierung auf kleine Mengen mit Vereinfachung der Abläufe und Ausrüstung. Abfüllung in Flaschen.
Das mit den Kegs hab ich leider auch durch. Zum Glück aber nicht die Ausschlagsmenge erhöht und nach wie vor mit Anfangsequipment unterwegs.

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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#7

Beitrag von Flothe » Samstag 9. Januar 2021, 14:02

Oh Mann. Ihr macht mir Angst. Bin nach 5 1/2 Jahren brauen gerade ins Kegging eingesteigen. Allerdings mit selbst aus eBay und Zufallsfunden zusammengewürfelten Komponenten.

Mal sehen wie lange es dauert, bis ich es wieder an dem Nagel hänge.

Bin vielleicht auch noch zu frisch dabei, aber bisher war es vor allem das Reinigen von 40 Flaschen pro Sud, dass mich ungemein genervt hat. Das ist bisher beim Kegging doch gefühlt wesentlich einfacher. Vielleicht mache ichs nicht richtig?

LG Florian

Jeder Tag ohne Bier ist ein Gesundheitsrisiko.
- Zitat: Hildegard von Bingen in ihrem Buch über Heilverfahren "Causae et Curae"

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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#8

Beitrag von Hopfenfreak » Samstag 9. Januar 2021, 14:54

Ich stehe ja noch am Anfang meiner Karriere, fülle bis jetzt alles in Flaschen ab.
Was mich aber direkt genervt hat war das Flaschenspülen. Die ersten 2 Einsätze mit der Flaschenbürste. :thumbdown
Relativ schnell habe ich mir eine Spülmaschine für die Garage organisiert und einen Einsatz aus Kupferrohr gebastelt. Jetzt ist das Thema zumindest kein Thema mehr.

Trotzdem schiele auch ich in Richtung Keg. Man will halt immer das haben was man nicht hat. :Bigsmile
Ich würde allerdings vermutlich ebenfalls zweigleisig fahren. Zu Hause Flaschen und ein Keg dann für Partys. Keg auch eher Minimalkonfiguration.
D.h. Zapfhahn direkt aufs Keg drauf und eine Sodastream dran.
So bleibt der Reinigungsaufwand auch eher gering.

Ich hätte schon Bock mir einen Keezer für das Wohnzimmer zu bauen.
Nur die 2 oder 3 Fässer darin wollen halt auch getrunken werden.
Was vermutlich irgendwann Arbeit wird. :Smile

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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#9

Beitrag von Bilbobreu » Samstag 9. Januar 2021, 15:48

Moin,
bevor hier ein zu einseitiger Eindruck entsteht, muss ich dann doch mal die gegenteilige Sicht berichten. Ich bin vor 4 oder 5 Jahren auf NC KEGs, Zapfanlage und bei Bedarf Abfüllung geringer Mengen per Gegendruckabfüller umgestiegen und möchte das um nichts auf der Welt wieder mit der reinen Flaschenabfüllung tauschen. Aber natürlich hängt das von den Biermengen, die man braut und verbraucht, und von den Abläufen, die man sich angewöhnt hat, ab. Für mich wären KEGs auch nicht sinnvoll, wenn ich nur ein oder zwei oder vier Biere pro Woche zapfen will. Ich vertrage mich mit meinen Nachbarn aber so gut, dass selbst unter Einhaltung aller Coronabedingungen etwa 5 l pro Woche gezapft werden. In normalen Jahren kommen dann noch Partys, Festivals und so weiter dazu.
Für mich liegen die Vorteile von KEGs klar auf der Hand:
1. Deutlich geringerer Reinigungsaufwand als mit reiner Flaschenabfüllung.
2. Deutlich sauerstoffärmere Abfüllung, insbesondere auch bei Bedarf in die Flasche.
3. Deutlich einfachere Beseitigung des Bodensatzes im KEG.
4. Kalthopfung mit der Hop-Rocket beim Umdrücken von einem KEG ins andere KEG je nach Bedarf und so immer auf den Punkt frische Hopfenaromen.
5. Und natürlich ist frisch gezapftes Bier einfach schöner als Flasche - egal ob zu Hause oder bei Party oder Festival.

Also wenn irgend jemand noch NC KEGs oder eine Fasswaschanlage verschenken will, ich würde die nehmen. :Bigsmile
Gruß
Stefan

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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#10

Beitrag von Proximus » Samstag 9. Januar 2021, 16:11

Bilbobreu hat geschrieben:
Samstag 9. Januar 2021, 15:48
4. Kalthopfung mit der Hop-Rocket beim Umdrücken von einem KEG ins andere KEG je nach Bedarf und so immer auf den Punkt frische Hopfenaromen.
Hi Stefan,

welche Rocket Lösung hast Du im Einsatz bzw. sieht Dein konkretes Setup dazu aus?

Gruß
Heiko

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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#11

Beitrag von Bilbobreu » Samstag 9. Januar 2021, 16:29

Proximus hat geschrieben:
Samstag 9. Januar 2021, 16:11
Bilbobreu hat geschrieben:
Samstag 9. Januar 2021, 15:48
4. Kalthopfung mit der Hop-Rocket beim Umdrücken von einem KEG ins andere KEG je nach Bedarf und so immer auf den Punkt frische Hopfenaromen.
Hi Stefan,

welche Rocket Lösung hast Du im Einsatz bzw. sieht Dein konkretes Setup dazu aus?

Gruß
Heiko
Ich hab das Teil im Einsatz.
https://www.blichmannengineering.com/hoprocket.html
Nach einigem rumprobieren drücke ich jetzt seit etwa drei Jahren beim Umdrücken der KEGs einfach mit CO2 langsam durch die Hop Rocket. Langsam heißt, dass ich über 2-3 Tage morgens und abends jeweils etwa 2-3 Liter durchdrücke. Natürlich wird die Hop Rocket mit dem Hopfen drin vorher über das leere KEG, in das ich Umdrücken will, mit CO2 gespült. Wenn's mal schnell gehen soll, muss man halt die Hopfenmenge erhöhen. Damit bin ich ganz zufrieden. Ein Problem besteht darin, dass die Hop Rocket für Doldenhopfen konstruiert ist. Bei Doldenhopfen ist aber das Angebot in den einschlägigen Shops entweder gar nicht da oder doch deutlich eingeschränkter als bei Pellets. Wenn ich dann mal den gewünschten Doldenhopfen überhaupt nicht kriegen kann, funktioniert es aber auch mit Pellets, die man in einem Monofilamentfilter mit 150 Mikrogramm in die Hop Rocket tut. Also ich komme mit dieser Lösung sehr gut zurecht.
Wie gesagt, Hopfenaroma auf den Punkt halt. Sowohl zeitlich als ach in der Intensität.
Gruß
Stefan

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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#12

Beitrag von Brandergartenbier » Samstag 9. Januar 2021, 20:41

Hallo Zusammen,

finde das hier total witzig. Gefühlt jeder nutzt Kegs, sodass ich schon Mal gefragt habe ob jeder ne Eckkneipe besitzt oder jede Woche fette Partys anstehen. Jetzt habe ich seit Weihnachten auch ein 19l NC Keg, gehe mit nem leeren Glas in meine Gartenhausbrauerei und bekomme das Grinsen nicht ausem Gesicht wenn ich mir da ein Glas Zapfe.

Und plötzlich gibt's diesen Faden wo alle nur über Kegs motzen.... . Ich weiß ja nicht wie Ihr das aufzieht aber wenn ich endloses Spülen, Reinigen, meterlange Schläuche, Reinigungskegs lese muss ich wohl was falsch machen.
Zugegeben, ich habe keine Zapfanlage, Durchlaufkühler, Kekerator oder wie sich das alles schimpft.... Ich habe ein 19 L Fass im Küli, Sodastreamflasche dran und Zapfhahn drauf. Wird der Renner auf einer Party!

Ich habe aber ebenfalls die Möglichkeiten und das KnowHow um mir sehr gut selber zu helfen. Meinen GDA habe ich selber gebaut, alle Leitungen sind Klickverschlüsse und deswegen a) einfach zu Reinigen und b) kann ich mit 4 Kupplungen alles realisieren was ich will. Andere fangen da an sich Unmengen an Kupplungen zu basteln zum Zapfen, Umdrücken, Reinigen und was weiß ich nicht alles. Ich nutze nur Festo Schnellverbinder und baue mir aus meinem Reinigungsschlauch kurz ne Druckkontrolle, einen Umdruckschlauch oder dann halt auch was zum Reinigen.

Einen Eimer mit heißen Wasser und Geschirrpulver, alles darein werfen und paar Stunden warten ist echt keine Arbeit.
Wer natürlich jedes Wochenende zum Grillen 4 verschiedene Biere am Zapfhahn anbieten muss, dem kann man nicht helfen mit der Spülerei.

Mein Antrieb ist zum einen, dass alleine mit diesem einen Keg mein Bier viel klarer ist, das karbonisieren einfacher ist und vor allem das Umdrücken in einen 4L Growler für den geselligen Spieleabend unschlagbar ist.
Bringe ich Mal kein Bier mit werde ich sofort angezählt.

Zudem ist die Platz - und Gewichtsersparnis aus meiner Sicht enorm. Ich will keine Kisten mehr in den Keller schleppen und bei Raumtemperatur nachgären zu lassen...

Edit: Ich verstehe trotzdem jeden, der gerne ein paar Flaschen zur Hand hat, aber darum habe ich .einen eigenen GDA gebaut. Als nächsten will ich ein Weizen brauen, das steht natürlich nur in die Flasche!
Gruß Florian
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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#13

Beitrag von AxelS » Sonntag 10. Januar 2021, 07:49

Brandergartenbier hat geschrieben:
Samstag 9. Januar 2021, 20:41
Jetzt habe ich seit Weihnachten auch ein 19l NC Keg, gehe mit nem leeren Glas in meine Gartenhausbrauerei und bekomme das Grinsen nicht ausem Gesicht wenn ich mir da ein Glas Zapfe.
Nicht falsch verstehen, ich will hier nicht missionieren. Der TO fragte, ob der Umstieg Sinn macht. Ich versuche, mal die andere Seite zu zeigen. Hätte mir das jemand vor zwei Jahren gesagt, hätte ich mehrere Hundert Euro gespart.
Was machst Du denn, wenn Du Dein Bier in der Gartenhausbrauerei gezapft hast? Spülst Du nur den Hahn von aussen nach innen mit einem Blasebalg? Wie oft zerlegst Du den Hahn? Wo würdest Du das Keg kühlen, wenn Du in einer Mietwohnung wohnen würdest und hättest keinen Platz für einen Bierkühlschrank? Wie kühlst Du das Keg, wenn Du es zu einer Party mitnimmst? Wie machst Du das, wenn Du nach 15l mal wieder Lust bekommst auf eine andere Sorte?
Brandergartenbier hat geschrieben:
Samstag 9. Januar 2021, 20:41
Und plötzlich gibt's diesen Faden wo alle nur über Kegs motzen.... .
Wie gesagt, ich motze nicht, ich bin froh über meine Kegs nebst Zubehör. Ich hätte mich nur nicht der Illusion hingeben sollen, fortan alles in Kegs abzufüllen (Ich habe 6* 10l, 2* 5l und 2* 2l, habe in den 10l-Kegs gelagert und bei Bedarf jeweils in 2l-Kegs umgedrückt, diese kalt gestellt und daraus direkt gezapft).

Kegs sind cool, aber Flaschen sind praktischer. Finde ich jedenfalls.

:Drink
Axel
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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#14

Beitrag von BrauerBen » Sonntag 10. Januar 2021, 08:14

Vielen Dank für eure zahlreichen Informationen und Erfahrungen...irgendwann werde ich mit dem Thema auch mal beginnen. Schwierig ist es nur, mit vergleichsweise wenig Know-How und alleine, aber ich werde mir das wohl irgendwie aneigenen.
Ich denke, ein 19L Keg mit Zubehör ist da ein Anfang, da kann man wie erwähnt ja auch direkt heraus zapfen.
Da gerade ohnehin ein Kühlschrank ausgemistet wird, wird dieser umgebaut, das Keg zur Kühlung hineingestellt und oberhalb ein Zapfhahn installiert.
Als Erweiterung kann dann ja ein Growler hinzu gekauft werden.
Aber dies alles in der Theorie, mal schauen wann es in die Praxis umgesetzt wird.
Als Equipment werde ich wohl die Gastro-Brennecke Variante wählen, weil für ein Start einfach alles dabei ist.
Aber falls ihr dennoch Tipps, Ideen oder andere Vorschläge habt.
Her damit
Viele Grüße
Ben
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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#15

Beitrag von rakader » Sonntag 10. Januar 2021, 09:41

Flothe hat geschrieben:
Samstag 9. Januar 2021, 14:02
Oh Mann. Ihr macht mir Angst. Bin nach 5 1/2 Jahren brauen gerade ins Kegging eingesteigen. Allerdings mit selbst aus eBay und Zufallsfunden zusammengewürfelten Komponenten.

Mal sehen wie lange es dauert, bis ich es wieder an dem Nagel hänge.

Bin vielleicht auch noch zu frisch dabei, aber bisher war es vor allem das Reinigen von 40 Flaschen pro Sud, dass mich ungemein genervt hat. Das ist bisher beim Kegging doch gefühlt wesentlich einfacher. Vielleicht mache ichs nicht richtig?

LG Florian
Da bin ich bei Dir doch überrascht, dass Du erst jetzt unter die Kegger gehst. :Bigsmile
Das muss auch nicht so teuer wie im Apothekenangebot des TE sein. Zugegeben, das ist am Anfang natürlich bequem, wird beim Ausbau aber dann doch teuer. Günstiger und nachhaltiger geht es so:
1. Gebrauchte KEGs sind genau so gut - gibt es immer mal wieder bei Candirect. Ansonsten googeln - es gibt immer Angebote, wo man sich an Paletten beteiligen kann. Nachteil: Die Kegs sind dann nicht geprüft und erneuert. Bei Händlern wie Candirect sind Dichtungen neu und alles geprüft.
2. NC oder CC Kegs sind Geschmacksache. Im Netz kursieren Legenden, dass es CC nicht mehr geben wird, weil Coca Cola umstellt. CC-Kegs werden nach wie vor in Italien hergestellt - nur Coca Cola nutzt sie nicht mehr.
3. Die rot-schwarzen Kupplungen NC und CC, erhältlich in jedem Braushop, werden im Ruhrgebiet hergestellt, ist auf Jahre hinaus gesichert.
4. Druckminderer gibt es günstig über den Gasfachhandel
5. Schläuche gibt es im Baumarkt mit Aquaristik
6. Hände weg von Eigentumsgasflaschen aus den Shops. Kein Baumarkt füllt die, auch kein Gasgrossist wie Linde. Einmal leer hat man den Ärger oder einen hohen CO2-Abdruck wegen Versand. Hände weg von teuren Mietoptionen wie bei Linde oder Baumarkt. Am günstigsten und bequemsten ist der örtliche Gashändler, der auch Kneipen und Restaurants beliefert. Dann kostet eine Füllung 2l 15-20€ €, 6 l 25-30€. Gegen geringe Gebühr liefern die Händler auch in Städte. (Gashändler sind aus Sicherheitsgründen meist in Dörfern JWD angesiedelt.) Man zahlt nur einmalig Pfand, etwa 40€.
7. Schellen für die Schläuche gibt es auch beim Gashändler oder beim Autoersatzteilehandel, nicht im Baumarkt.

Ich habe jetzt einen ganzen Schuppen voll von den Dingern und möchte sie nicht mehr missen. Auf Flasche mache ich nur noch für gute Freunde, ansonsten steht das Keg im Zapfschrank oder kommt im Sommer mit aufs Waldfest.

Edit: das iKegger-Zeug ist ein überteuerter Modetrend. iKegger steht drauf, China ist drin. Die Mini-Gaskartuschen sind nicht praxistauglich und eine Umweltsauerei zudem. Wir haben alle Mini-kegs mit Kartusche wieder auf Gasflasche umgebaut. iKegger ist schick, bequem, beim kleinen Braushop hat man aber den Vorteil einer telefonischen Beratung, das Thema kann Fallstricke haben (Schlauchdicken, Dichtung, Schellen, Kupplungen etc.). meine Meinung… :Angel
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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#16

Beitrag von Brandergartenbier » Sonntag 10. Januar 2021, 11:33

AxelS hat geschrieben:
Sonntag 10. Januar 2021, 07:49

Nicht falsch verstehen, ich will hier nicht missionieren. Der TO fragte, ob der Umstieg Sinn macht. Ich versuche, mal die andere Seite zu zeigen. Hätte mir das jemand vor zwei Jahren gesagt, hätte ich mehrere Hundert Euro gespart.
Was machst Du denn, wenn Du Dein Bier in der Gartenhausbrauerei gezapft hast? Spülst Du nur den Hahn von aussen nach innen mit einem Blasebalg? Wie oft zerlegst Du den Hahn? Wo würdest Du das Keg kühlen, wenn Du in einer Mietwohnung wohnen würdest und hättest keinen Platz für einen Bierkühlschrank? Wie kühlst Du das Keg, wenn Du es zu einer Party mitnimmst? Wie machst Du das, wenn Du nach 15l mal wieder Lust bekommst auf eine andere Sorte?
Moin Axel, alles gut,motzen war auch das falsche Wort. Ist ja schön,dass jeder sein Empfinden mit auf den Weg gibt.

Ob der Ersteller Platz für nen Kühlschrank hat ist erstmal nicht mein Gedanke gewesen. Geht auch denke ich tief rein. Man kann das Fass ja auch in die Wohnung stellen wenn es nicht gezapft wird. Die Flaschen stehen ja auch nicht alle im Kühlschrank. Zum Mal eben so zapfen ist ein 19 L Fass sicher nicht gedacht. Ich mach's aber gerade alleine um meine Karbonisierung zu testen. Heute gibt's nochmal 2 Bier und dann wird der Hahn zerlegt und komplett gereinigt. Bis jetzt hatte ich ihn 3 Tage drauf ohne auseinander zu nehmen, sehe da auch kein Problem drin. Zur Party würde ich eine Isolierung bauen oder so eine Thermojacke fürs Keg besorgen. Wären dann eh nur größere Partys wo die 19L nicht lange machen. Andernfalls halt die kleinen Kegs wie beschrieben.
Ich brauche nach 15 L kein anderes Bier. Und wenn, dann kann das Fass doch ohne Probleme bei Raumtemperatur unter Druck stehen !?
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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#17

Beitrag von rakader » Sonntag 10. Januar 2021, 11:38

Brandergartenbier hat geschrieben:
Sonntag 10. Januar 2021, 11:33
Zum Mal eben so zapfen ist ein 19 L Fass sicher nicht gedacht.
Doch - genau da für.
Es mag für Dich nicht passen, aber jene mit Tresen und Zapfanlage lieben es. Und das sind gar nicht wenige…
(Es gibt sogar spezialisierte Shops dafür wie Zapfanlagendoktor.)
Also nicht von Dir auf andere schließen :Drink
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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#18

Beitrag von AxelS » Sonntag 10. Januar 2021, 11:52

Brandergartenbier hat geschrieben:
Sonntag 10. Januar 2021, 11:33
Ich brauche nach 15 L kein anderes Bier. Und wenn, dann kann das Fass doch ohne Probleme bei Raumtemperatur unter Druck stehen !?
Ja, klar. Solange Druck drauf ist, kann man natürlich bei Raumtemperatur lagern, wenn auch nicht ewig lange. Wenn mehrere Fässer mit unterschiedlichen Bieren gefüllt sind, kann man zwischendurch die Sorte wechseln. Das setzt aber mehr als ein Keg voraus.
Ich empfand es immer von Vorteil, dass das Karbonisieren nicht so lange dauert wie in Flaschen. Im Prinzip kann man unmittelbar nach der Reifung probieren, ob es etwas geworden ist. Bei Flaschen muss man sich die Spritzigkeit der Kohlensäure halt hinzudenken. Und man hat in Flaschen das Problem mit dem Bodensatz.
Wie gesagt: Ich bin froh, dass ich beides machen kann und so flexibel bin.

:Drink
Axel
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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#19

Beitrag von rakader » Sonntag 10. Januar 2021, 11:57

AxelS hat geschrieben:
Sonntag 10. Januar 2021, 11:52
Ich empfand es immer von Vorteil, dass das Karbonisieren nicht so lange dauert wie in Flaschen. Im Prinzip kann man unmittelbar nach der Reifung probieren, ob es etwas geworden ist.
Ich klink mich mal ein. Habe da einen Blogeintrag zu den verschiedenen Arten der Forced Carbonation verfasst. Duck & weg… Cheers
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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#20

Beitrag von Bierjunge » Sonntag 10. Januar 2021, 12:01

Ich wurde gerade per pn gefragt, warum ich froh sei, meine ganze Keg- und CO2-Ausrüstung wieder los zu sein.
Da hier eh gerade wieder eine Grundsatzdiskussion läuft, zu der meine bereits getippe Antwort passt, antworte ich hier.
rakader hat geschrieben:
Sonntag 10. Januar 2021, 11:38
Also nicht von Dir auf andere schließen
Tu ich darin eh nicht, ich beschreibe nur meine eigenen Erfahrungen und Gefühle damit:

Am ehesten, weil ich gemerkt habe, dass es nicht zu meinem Lebensstil passt.

Ich muss da mal etwas weiter ausholen:
Ich kenne das gegensätzlich von meinem Schwiegervater:
Der trank nicht gerade wenig, braute genau eine Sorte Pils (das aber verdammt gut) und hatte auf dem Dorf eine ganze Straße voll begeisterter Mittrinker. Da wurde der Zapfhahn, der auf eine Kühltruhe am Fuße der Kellertreppe montiert war, niemals kalt. Dort passte das perfekt und gehörte zum Leben dazu, gleich zur Begrüßung in den Keller zu gehen und sich einen Pitcher zu zapfen. Da wäre manche Kneipe froh um den Umsatz gewesen.

Bei mir indes schaut das ein wenig anders aus:
Ich bin oft mehrere Tage nicht zu Hause, bin fast der einzige Biertrinker in der Familie und kenne nur wenige Leute in meiner Straße. Und ich braue gerne unterschiedlichste Sorten.
Für mich bedeutet es Entspannung und Lebensqualität, am Feierabend oder wenn ich heimkomme, mir spontan eine Flasche aus dem Kühlschrank aussuchen zu können, anstatt erst entweder ein Fass anschließen zu müssen oder darüber nachdenken zu müssen, welches Bier gerade am Hahn ist, wie lange es dort schon steht, wann der Hahn das letze Mal gereinigt wurde oder mal wieder werden müsste, ob noch genug CO2 in der Gasflasche ist, wann ich das ganze Gelumpe mal wieder komplett reinigen sollte und und und.
Da hatte ich jedes Mal schon einen Magendruck, wenn ich nur in Keller ging. Und deswegen bin ich jetzt so heilfroh, dass der Kram weg ist und ich mir nie wieder diese Gedanken machen muss.

Und, wie auch im Thread geschildert, mit einem Aufsteck-Hahn spontan aus einem von mehreren Kegs zu zapfen, ist für mich auch nicht ideal: Trotzdem muss der Hahn hinterher gereinigt und gespült werden, und irgendwie tropft dabei doch immer etwas in die Truhe und gammelt, und nach dem Abstecken hat man Bier am und im Fitting, dass dann auch gammelt und mir zumindest die Freude nimmt.

Drum hatte ich mir das ganze Zeug, wie im Artikel geschildert, eigentlich überwiegend nur deswegen zugelegt, um untergäriges Bier durch mehrfaches Umdrücken klären und dann per Gegendruckabfüller auf Flaschen füllen zu können. Was dafür dann doch verdammt viel Invest und (Reinigungs)Aufwand ist, denn dann habe ich das Maximum an Aufwand aus beiden Welten: Die Flaschen UND die Kegs plus Schläuche plus GDA...

Denn der Reinigungsaufwand ist echt nicht zu unterschätzen: Kegs ausspülen, schwenken, mit der Bürste schrubben, erst Lauge, dann Säure, dann Desinfektionslösung durch alle Fittinge, Anschlüsse, Schläuche und den GDA hin- und herdrücken, Schläuche mühsam wieder entleeren, mit schlechtem Gewissen (dass man sie eh nicht richtig trocken bekommt) aufhängen, dann darüber nachdenken, ab das gereicht hat oder ob man alle Hähne, Anschlüsse und Fittinge lieber doch hätte zerlegen müssen, und und und.
O wie ich das alles gehasst habe! Dieser Albdruck hatte das Potenzial, mir die ganze Freude am Hobby zu nehmen.

Flaschen spülen hat m ich ehrlich gesagt noch nie gestört: Die werden direkt nach Benutzung (und sei der Abend noch so spät) heiß ausgespült und verkehrt herum in den Kasten gestellt, und unmittelbar vor der Abfüllung, während sich das Jungbier gerade mit der Speise mischt, mit dem "Blast" heiß ausgespritzt. Da brauche ich für 80 Flaschen keine halbe Stunde. Kegs reinigen hat dagegen bei mir immer zusätzlich einen halben Tag gedauert. Jeder wie er es mag...

Dazu kommt, dass ich den Hype um "frisch gezapftes Bier" für mich eh nie habe so richtig nachvollziehen können. Zumindest in Wirtschaften, die ich nicht gut kenne und daher nicht weiß, wie die Zapfanlage ausschaut, wie oft und wie sie gewartet wird, und vor allem wann das letzte Bier daraus gezapft wurde, trinke ich lieber Flaschenbier. Das ist reproduzierbarer.
Und wenn ich daheim mal eine Grillparty gebe, habe ich ein paar Bauchfässer (Pittermännchen), die sich stilvoll per Schwerkraft zapfen lassen. Und ich brauche weder CO2 dazu, noch hinterher einen einzigen Schlauch zu reinigen.

Ich will das echt nicht schlechtreden oder jemandem ausreden wollen. Ich will damit nur sagen, dass es zu den eigenen Vorlieben und zum Lebensstil passen muss. Und das tat es bei mir halt überhaupt nicht.

Moritz

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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#21

Beitrag von rakader » Sonntag 10. Januar 2021, 12:08

Ganz auf die Schnelle Moritz: Danke für Deine wohlbegründete Antwort. Kurz zu mir: Bei mir stehen immer 8 bis 13 Fässer zapfbereit, angeschlossen über eine Spundanlage, manche mit Zapfaufsatz und es macht mir einen Heidenspaß Freunde mit Proben zu bespaßen. Das hat auch mit Missionieren für Craft Beer zu tun. Für viele meiner Freunde, darunter viele Traditionstrinker, war das ein Aha-Erlebnis. So schlimm finde ich das mit dem Putzen nicht - ich nehme unterdessen Lauge aus der Landwirtschaft wie sie auch in der Milchproduktion verwendet wird, schließe die Fässer in Reihe und reinige en gros, die Leitungen gleich mit. Ist alles eine Frage der Routine. Wie Du richtig sagst: Lebensstil.

Cheers
Radulph

Edit: Ich werde dagegen beim Flaschenreinigen und -füllen verrückt. Ich hasse an meinem Hobby nichts mehr.
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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#22

Beitrag von hyper472 » Sonntag 10. Januar 2021, 14:59

Da bin ich wohl zwischendrin. Ich habe immer 2-3 verschiedene Fässer in der Kühlung und fülle circa 70 % meines Biers in die Kegs ab. Für die spontane Auswahl habe ich also genug an Flaschen; für das tägliche FeierabendBier Genügt mir die Auswahl der drei Kegs.
Also alles Geschmackssache.
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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#23

Beitrag von Räuber Hopfenstopf » Sonntag 10. Januar 2021, 16:11

Ich hatte immer wieder Probleme mit Hefe, die beim Öffnen der Flasche aufgewirbelt wurde. Mag an der Hefe liegen, die Nottingham liegt z. B. wie Beton in der Flasche. Die Lösung waren Kegs. Erst ein paar Wochen sedimentieren lassen und dann abfüllen. Im Moment brauen wir Biere, die gern noch etwas lagern können und experimentieren mit Holzchips. Geht perfekt mit Kegs. Splitsude mit unterschiedlichen Chips? Zwei kleine Kegs. Direkt zapfen ist die große Ausnahme. Aber als Lagertanks sind die Dinger klasse. Die benötigte Menge an Flaschen ist deutlich kleiner.
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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#24

Beitrag von Brandergartenbier » Sonntag 10. Januar 2021, 17:17

Das nicht von dir auf Andere schließen ging an mich und finde ich ziemlich unpassend....

Ich spreche natürlich nur von mir und als alleine Trinker ist ein 19 L Fass meiner Meinung nach nicht gedacht um sich ein Feierabendbier zu zapfen, außer man trinkt 4 Liter am Tag. Das hat nichts mit auf Andere schließen zu tuen .

Das man eben wohl aus so einem Fass direkt zapft auf Ner Party oder what ever ist selbstredend. Jemand der gerade aber in das Thema Kegs einsteigt wird sicher keine 4 Fässer nonstop unter Druck Zapfbereit haben wollen.
Mein Zapfhahn passt mit in den Kühlschrank, weswegen er dann auch am Wochenende Mal drauf bleiben kann.
Gegen das Tropfen liegt ein Handtuch unterm Fass, dass dann nach 2-3 Tagen ausgedient hat.

Um beim Thema zu bleiben:

Mein erstes Bier aus dem Keg ist das absolut klarste was ich je gebraut habe und es schmeckt mir grandios.

Aktuell habe ich nur den CO2 Schlauch den ich nicht Reinigen muss und den Kompensatorzapfhahn. Absolut überschaubar der Reinigungsaufwand.

Ich werde mir noch NC Ventile besorgen, damit die Schnellkupplungen beim Einlegen permanent offen sind.
Alles aus Edelstahl jedesmal noch mit Säure zu behandeln erschließt sich mir bei meinem Spülmaschinenpulver nicht. Mache ich auch nicht mit meinem Besteck oder Töpfen.
Gruß Florian
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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#25

Beitrag von rakader » Sonntag 10. Januar 2021, 18:41

Brandergartenbier hat geschrieben:
Sonntag 10. Januar 2021, 17:17
Das nicht von dir auf Andere schließen ging an mich und finde ich ziemlich unpassend....
Dann musst Du Dich weniger absolut und apodiktisch und genauer wie folgend ausdrücken. Andere finden das sonst nämlich unpassend.
Brandergartenbier hat geschrieben:
Sonntag 10. Januar 2021, 17:17
Ich spreche natürlich nur von mir und als alleine Trinker ist ein 19 L Fass meiner Meinung nach nicht gedacht um sich ein Feierabendbier zu zapfen, außer man trinkt 4 Liter am Tag. Das hat nichts mit auf Andere schließen zu tuen .
Man kann sich sein Feierabendbier genau so routiniert vom Fass zapfen. Ergibt ca. 50 Flaschen pro Fass. Je nach Bierstil dient es aber dazu hochwertige Tropfen auszubauen.
Man benötigt dafür auch keinen Platz beanspruchenden Kühlschrank, ein aktiver Trockenkühler, deutlich kleiner, ist eine gute Alternative, der sich mit etwas handwerklichem Geschick gut in einen Raum integrieren lässt.
Man muss ein Fass auch nicht wie eine angebrochene Flasche Bier leer saufen. Das suggeriert Deine skizzierte Methode mit 4 Liter am Abend. Das Zapfen selbst kann genauso eine Kulturhandlung sein, wie das Dekantieren einer guten Flasche Wein. Das Keg tritt dabei in den Hintergrund oder wird in den Feierabend (siehe unten) integriert.
Brandergartenbier hat geschrieben:
Sonntag 10. Januar 2021, 17:17
Das man eben wohl aus so einem Fass direkt zapft auf Ner Party oder what ever ist selbstredend. Jemand der gerade aber in das Thema Kegs einsteigt wird sicher keine 4 Fässer nonstop unter Druck Zapfbereit haben wollen.
Ja selbstredend. Sag das doch gleich, dann muss auch niemand "unpassend" empfinden.
Lass Dich doch auf Anregungen ein, statt einen Status quo gleich am Anfang für alle zu zementieren. Zugegeben, die Fassgeschichte kann ein Hobby im Hobby werden.

Auch Deine Aussage 4 Fässer nonstop unter Druck zapfbereit kann falsch verstanden werden. Sofern die Fässer gute Dichtungen haben, müssen sie nicht permanent an die offene Gasleitung angeschlossen sein. Ab in den Schuppen, den Keller, die Truhe und sich selbst überlassen. Bei Bedarf muss man sich mit Trockenkühler keinen Kopf machen. Mit ist das Risiko von Leckagen – leidvoll erfahren – viel zu hoch. Es reicht das Bier richtig zu karbonisieren, mit dem Gärspund zu kontrollieren, dann in Ruhe zu lassen.
Wird es benötigt, zapft man in Deutschland bei 1 Bar in Kneipen und Restaurants. So halte ich es auch. Wenn das Fass leerer wird, gibt man nochmal einen Gasstoß drauf. Ist aber meistens nicht nötig.
Edle Biere kommen bei mir übrigens teilweise auf die Flasche, wenn ich es verschenke. Da reizt dann das Etikett.
Wer's kleiner mag, schafft sich wie Freunde Mini-Kegs an. Da wird einfach vom großen aufs kleine Keg umgedrückt und abends im Wohnzimmer stillvoll auf der Fernsehcouch gezapft. Vorteil: Mini-Kegs kann man legen, dafür reicht ein Regalboden im Kühlschrank.
Du siehst - es gibt x Möglichkeiten für das von Moritz beschriebene Lebensgefühl,

Gruß Radulph
der sich jetzt ein Bier zapft
Zuletzt geändert von rakader am Sonntag 10. Januar 2021, 18:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#26

Beitrag von Brandergartenbier » Sonntag 10. Januar 2021, 18:53

Das mit den Mini Kegs habe ich hier auch schon so beschrieben.

Ich habe leider nicht so viel Zeit wie du jede Aussage von einem hier zu zerflücken aber much fun.

Wenn es einem in den letzten 10 Kommentaren um das Thema gegangen wäre hätte man den Ersteller ja Mal fragen können was er denn genau mit einem Keg vor hat anstatt das was andere machen zu diskutieren.

Ich glaube nicht, dass jemand der eine solche Frage nach Stolpersteinen bei Kegs fragt von Anfang an der Meinung ist es gibt nichts besseres als Zapfen.

Ich bin hier nur eingestiegen als es um den enormen Reinigungsaufwand ging, und dann geht's halt auch um die Menge an Kegs, Trinkgewohnheiten etc. Ich werde nicht bei jedem Post aufführen, dass es um mich und um meine Meinung geht denn ich kenne hier keinen anderen!

Edit:

Gibt auch sehr viele Leute die am Gärbottisch keinen Hahn anbauen würden, in Stein gemeißelt ist trotzdem nicht, dass das zu einer Infektion führt. Manchmal kann das Forum auch zum Hobby werden. :Drink
Zuletzt geändert von Brandergartenbier am Sonntag 10. Januar 2021, 19:04, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß Florian
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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#27

Beitrag von Bierjunge » Sonntag 10. Januar 2021, 19:03

rakader hat geschrieben:
Sonntag 10. Januar 2021, 12:08
Bei mir stehen immer 8 bis 13 Fässer zapfbereit, angeschlossen über eine Spundanlage, manche mit Zapfaufsatz und es macht mir einen Heidenspaß Freunde mit Proben zu bespaßen.
Dazu mal eine rein technische Frage: Wenn Du ein Fass mit zum Zwickeln zum ersten Mal angezapft und den Zapfaufsatz dann wieder abgenommen hast, steht doch im Ventil im Spalt um den Ventilkegel herum unvermeidlicherweise Bier, ist fortan der Außenluft ausgesetzt und gammelt vor sich hin, während das Fass wochen- oder monatelang in der Truhe, Schuppen, Keller steht. Und inklusive dieses Siffs wird es dann irgendwann einmal vielleicht umgedrückt oder abgefüllt.
Schert Euch das? Wie löst Ihr das? Mir hatte das immer graue Haare bereitet.

Moritz

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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#28

Beitrag von Bilbobreu » Sonntag 10. Januar 2021, 19:10

Ich reinige das immer mit einem Spritzer Isopropanol, abwischen, noch ein Spritzer Isopropanol. Da gammelt nichts vor sich hin. Jedenfalls nichts, was man sehen kann, und auch nichts, was mir im Laufe der Jahre auch nur irgendein KEG infiziert hätte.
Ich denke mir ProfiKEGs für die Gastronomie sind doch auch allen möglichen Verschmutzungen bei Lagerung und Transport ausgesetzt, ohne dass er Gastwirt die vor den Anschließen mit Napalm :Wink behandelt.
Gruß
Stefan

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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#29

Beitrag von rakader » Sonntag 10. Januar 2021, 19:18

Bierjunge hat geschrieben:
Sonntag 10. Januar 2021, 19:03
rakader hat geschrieben:
Sonntag 10. Januar 2021, 12:08
Bei mir stehen immer 8 bis 13 Fässer zapfbereit, angeschlossen über eine Spundanlage, manche mit Zapfaufsatz und es macht mir einen Heidenspaß Freunde mit Proben zu bespaßen.
Dazu mal eine rein technische Frage: Wenn Du ein Fass mit zum Zwickeln zum ersten Mal angezapft und den Zapfaufsatz dann wieder abgenommen hast, steht doch im Ventil im Spalt um den Ventilkegel herum unvermeidlicherweise Bier, ist fortan der Außenluft ausgesetzt und gammelt vor sich hin, während das Fass wochen- oder monatelang in der Truhe, Schuppen, Keller steht. Und inklusive dieses Siffs wird es dann irgendwann einmal vielleicht umgedrückt oder abgefüllt.
Schert Euch das? Wie löst Ihr das? Mir hatte das immer graue Haare bereitet.

Moritz
Ich weiß nicht was "zwickeln" ist. bei einer Spundanlage nimmst Du auch nichts ab, es handelt sich um ein geschlossenes System. Und selbst ohne: Auch bei aufgesetztem Hahn ist noch Druck da. Du reinigst den Hahn am Abend und gut ist. Ich schraube immer noch die Tülle ab. Bei erneuter Benutzung schieße ich etwas Bier aus und zapfe dann normal weiter. Warum sollte ich, was in zehntausenden Kneipen funktioniert und lebensmitteltechnisch zugelassen ist, übertrumpfen oder neu erfinden müssen?
Beim Lagerfass im Schuppen sind alle Ventile desinfiziert. Bei Benutzung werden sie es erneut. Beim Abfüllen wird der O-Ring desinfiziert. Ein Stoß aus der Sprühflasche Isopropanol genügt. Wo soll da Siff sein? Kann es sein, dass eine Phobie vor kleinen Tierchen Dir das Thema Bier und Fass verlitten hat? Sorry, wenn ich so direkt frage.

Grüße
Radulph

Edit: Und auch ein Hahn ist ein geschlossenes System. Da kommt bis auf den Auslass, den Du reinigst, keine Außenluft ran. Also selbst "Gib Napalm keine Chance" funktioniert :Bigsmile
Zuletzt geändert von rakader am Sonntag 10. Januar 2021, 19:53, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#30

Beitrag von BrauSachse » Sonntag 10. Januar 2021, 19:45

Als "Alleinetrinker" habe ich mich, angeregt durch die vielen coolen Beiträge von AxelS, für Minikegs (Growler) entschieden. Ich braue i.d.R. so zwischen 10 und 15 Liter, davon mache ich zwei Minikegs a 5 Liter voll, der Rest kommt in Flaschen, sowohl zum Verschenken als auch zum selbst trinken.

Die Minkegs stehen im Kühlschrank mit Zapfhahn und CO2-Anschluss direkt an den Zapfkopf angeklickt, so dass ich keine Leitungen habe. Da ich nur an Wochenenden Bier trinke, hält ein Fässchen ca. 2 Wochenenden. Danach wird ein anderes angesteckt. Das ist für mich genau das Richtige - kleine Fässer, leicht zu handhaben, einfach zu reinigen, und die Menge an Bier, die man trinken "muss", ist in einem vernünftigen Rahmen.

Das Schöne an diesem Thread - jeder hat die für sich passende Lösung und ist damit glücklich. Andere können hieraus ihre eigene Ideallösung ableiten - bis etwas anderes her muss. :Bigsmile

Viele Grüße
Tilo

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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#31

Beitrag von Commander8x » Montag 11. Januar 2021, 05:56

In diesem Beitrag in einem anderen Thread ist pro und contra Kegging gut zusammengefasst :
https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... 45#p410045

Vielleicht als Entscheidungshilfe?

Gruß Matthias
-----------------------------------------
Illegitimis non carborundum.

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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#32

Beitrag von realholgi » Montag 11. Januar 2021, 07:50

Commander8x hat geschrieben:
Montag 11. Januar 2021, 05:56
In diesem Beitrag in einem anderen Thread ist pro und contra Kegging gut zusammengefasst :
https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... 45#p410045

Vielleicht als Entscheidungshilfe?

Gruß Matthias
Danke Matthias,

da habe ich das doch gestern tatsächlich in den falschen Thread geschrieben.

Das sollte HIER 'rein.
/realholgi -- https://holgi.beer

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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#33

Beitrag von Tommi123 » Montag 11. Januar 2021, 15:17

Bierjunge hat geschrieben:
Sonntag 10. Januar 2021, 19:03
rakader hat geschrieben:
Sonntag 10. Januar 2021, 12:08
Bei mir stehen immer 8 bis 13 Fässer zapfbereit, angeschlossen über eine Spundanlage, manche mit Zapfaufsatz und es macht mir einen Heidenspaß Freunde mit Proben zu bespaßen.
Dazu mal eine rein technische Frage: Wenn Du ein Fass mit zum Zwickeln zum ersten Mal angezapft und den Zapfaufsatz dann wieder abgenommen hast, steht doch im Ventil im Spalt um den Ventilkegel herum unvermeidlicherweise Bier, ist fortan der Außenluft ausgesetzt und gammelt vor sich hin, während das Fass wochen- oder monatelang in der Truhe, Schuppen, Keller steht. Und inklusive dieses Siffs wird es dann irgendwann einmal vielleicht umgedrückt oder abgefüllt.
Schert Euch das? Wie löst Ihr das? Mir hatte das immer graue Haare bereitet.

Moritz

Servus!

Wische das immer trocken ab. Allerdings zapfe ich auch nur direkt ins glas und drücke selten mal was um.

Mich juckt der Tropfen, der da drin hängt, tatsächlich garnicht.

Ich spüle auch meine Kegs nach der Nutzung heiß aus, koche degen und anschlüsse (mit und ohne kupplungen, damites überall sauber wird) für 5 minuten, fülle mit chemipro oxi und lasse mit gärungs-CO2 leerdrücken.

Selten, dass ich nach heißem ausspülen noch schmutz im Keg habe, dann putze ich das halt noch mal mit nem Schwamm aus.

Schließe auch nicht für jedes Feierabendbierchen CO2 ans Fass.

Allerdings stimmt es schon, ab und zu packt es mich auch und ein Sud kommt in Flaschen. In den Kühlschrank greifen zu können und die passende Sorte rauszunehmen ist weniger arbeit, ich finde aber Zapfen einfach cool. Starkbiere packe ich in flaschen zb., da ich für längere Lagerung kein Fass opfern möchte. Gerade mit nem Drucktank und den damit verbundenen Vorteilen ist das mit den Kegs aber ziemlich cool.

Zumal ich in meinem Kegerator auch entspannt vergären kann, in der Zeit ist das Bier dann halt leider etwas "englisch" vom Fass ;)

LG

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Re: Überlegung Umstellung in Keg-Fässer

#34

Beitrag von JokerPs » Montag 11. Januar 2021, 15:47

So ähnlich sieht´s bei mir auch aus. Ich habe 4 Sorten in 19L NC KEGs im Keller in einer Kühltruhe bei 4 Grad - vorrangig Lager Biere und leichte Pale Ales. Je nach Bedarf drücke ich sie in ein 2L oder ein 4L Mini-KEG um und zapfe daraus. Ventile werden mit Isoprop sauber gemacht und mit einer Kappe verschlossen. Die großen Kegs werden nach Leerung und vor Befüllung gründlich sauber gemacht und die Mini Kegs nach jeder Anwendung inkl. Hahn und Zapfkopf in Oxi eingelegt. Ein paar mal im Jahr wird dann auch intensiver gereinigt. Die 30 Flaschen für eine Sud brauchen da kaum länger mit Blast, etc.

Für einen Keezer trinken wir eindeutig zu wenig und da will ich auch nicht für jedes Glas in den Keller. Alle anderen Sorten habe ich in Flaschen, vor allem stärke Biere. Selbst ein 2L KEG Tripel bekommen wir zu zweit nicht weg, daher lohnt das für uns gar nicht. Kalt bleibts dank Neoprenkondom auch in den Mini-Kegs ohne zusätzliche Kühlung. Die 4 19er nehmen in der Trihe genau die Hälfte des Platzes weg. In die andere Hälfte bekomme übereinander ca. 60 Flaschen / 2 Sude) für die Reifung - daneben ist noch ein kleines Fach für Hefe unddie Falsche des Tages (bzw. des nächsten Tages). Die Sodastream Flasche ist da schon mit drin - teuer, aber kein Gemuckel und Gejuckel mit großen Flaschen und carbonisieren kann die auch.

Generell würde ich sagen, ist bei uns die ganze Keggerei eher Lifestyle - im Sommer Abends ein Bier aus dem Fässchen zapfen oder auch mal mit Besuch eins mehr. Mir schmeckt das Bier aus Flaschen einfach besser - hab auch nie verstanden, was die Leute in der Kneipe so toll am Gezapften finden. Klar - klarer wirds, wenns zwangscarbonisiert ist - da hatte ich letztes Jahr doch ein supertolles Kristallweizen, was keines hätte werden sollen :thumbsup

Wie man da sein Setup aufbaut liegt am eigenen Trunkverhalten und den Wünschen, was man so alles mit dem Bier anstellen will. Es gibt sicher auch welche mit 20 Holzfässern im Gewölbekeller :Bigsmile Die trinken dann gern Fassgereiftes.

Gruss
Mike

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