Bitte Nachhilfe Hefe

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mmvk
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Bitte Nachhilfe Hefe

#1

Beitrag von mmvk » Freitag 19. Februar 2021, 04:21

hi, zur Menge der Hefe:
Ist die Hefe nur der Auslöser der Gärung oder bestimmt die Menge der Hefe die Länge der Gärung?
Kann ich mit einer Miniaturmenge an Hefe die Gärung auslösen?
Ist die Länge der Gärung von der Hefemenge abhängig oder unabhäbgig?
Gärt das Bier so lange, bis der komplette Zucker - unabhängig von der Hefemenge - in Alkohol umgewandelt ist?
Viele Grüße aus Wien von
Manfred

OS-Schlingel
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Re: Bitte Nachhilfe Hefe

#2

Beitrag von OS-Schlingel » Freitag 19. Februar 2021, 04:46

Hallo Manfred,
Schau doch mal unter dem Link im Braumagazin.
Hier findest du alle Auskünfte und Berechnungen zu Deinen Fragen

https://braumagazin.de/?issue=2015-03.

Gruß Stephen
Or kindly when his credit's out
Surprise him with a pint of Stout
:Smile

mmvk
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Re: Bitte Nachhilfe Hefe

#3

Beitrag von mmvk » Freitag 19. Februar 2021, 07:16

hi,
habe gelesen und bin mir nicht sicher, ob ich richtig liege.
Da man aus dem Gärsatz Hefe ernten kann, vermute ich einmal, daß ich mit einer Miniaturmenge an Hefe die Gärung auslösen kann und dann das Bier so lange gärt, bis der komplette Zucker in Alkoholumgewandelt ist.
Was meinen die Fachleute?
Viele Grüße aus Wien von
Manfred

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Re: Bitte Nachhilfe Hefe

#4

Beitrag von Bafra » Freitag 19. Februar 2021, 09:00

Hallo Manfred,

Informiere dich Mal über die Begriffe "underpitching" und "overpitching"
Diese beschreiben die verwendete Hefemenge auf deine Würze.
Dein Ansatz wäre underpitching, das heißt du nimmst weniger Hefe als empfohlen. Dadurch verzögert sich die Gärung, die Gefahr einer Infektion nimmt zu und es können sich Fehlaromen entwickeln. Die Wahrscheinlichkeit von Diacetyl, Fuselalkoholen oder ungewollte Ester.
Daher würde ich nicht zu wenig Hefe verwenden.

Gruß
Steffen

Bahnbrauer
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Re: Bitte Nachhilfe Hefe

#5

Beitrag von Bahnbrauer » Freitag 19. Februar 2021, 10:54

Kommt halt auch immer drauf an, ob Du untergärig oder obergärig brauen möchtest. Bei Ersterem braucht man viel vitale Hefe - ich bin mittlerweile bei Mengen angelangt, die ich zu Beginn meiner Hobbybrauerkarriere noch als "overpitching" bezeichnet hätte, aber man kann halt wirklich kühl (im Rahmen von 8-10 Grad) vergären und die Gärung läuft trotzdem wunderbar ab. Obergärig ist das mit dem Overpitching mMn viel leichter. Habe ich richtig verstanden, dass Du die Hefe vom Vorsud ernten möchtest/geernet hast?

Grüße ebenfalls aus Wien
Markus

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Re: Bitte Nachhilfe Hefe

#6

Beitrag von tinoquell » Freitag 19. Februar 2021, 11:39

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Ist die Hefe nur der Auslöser der Gärung oder bestimmt die Menge der Hefe die Länge der Gärung?
Die Menge der Hefe bestimmt die Länge / Dauer der Gärung. Mehr Hefe -> schnellere Gärung.

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Kann ich mit einer Miniaturmenge an Hefe die Gärung auslösen?
Ja. Allerdings nur mit einer Miniaturmenge an Substrat / Würze. Miniaturmenge Hefe in 20l Würze funktioniert nicht.

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Ist die Länge der Gärung von der Hefemenge abhängig oder unabhäbgig?
siehe erste Frage

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Gärt das Bier so lange, bis der komplette Zucker - unabhängig von der Hefemenge - in Alkohol umgewandelt ist?
Nein. Bei ungünstigen Bedingungen (falsche Temperatur, zu wenig Hefezellen, falsche Substratzusammensetzung, fehlende Spurenelemente ...) stellt die Hefe (viel) früher die Gärung ein. Außerdem vergiftet sie sich mit dem produzierten Alkohol selbst und das kann passieren bevor der "komplette Zucker in Alkohol umgewandelt ist" Auch die Hefe ist "nur" ein lebender Organismus und damit abhängig von allen möglichen Umwelteinflüssen.
Edit: Bei zu wenig Hefe stirbt die Gärung eher komplett ab als dass sie nur länger dauert.

Viele Grüße
Tino

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rakader
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Re: Bitte Nachhilfe Hefe

#7

Beitrag von rakader » Sonntag 21. Februar 2021, 19:58

mmvk hat geschrieben:
Freitag 19. Februar 2021, 04:21
hi, zur Menge der Hefe:
Ist die Hefe nur der Auslöser der Gärung oder bestimmt die Menge der Hefe die Länge der Gärung?
Kann ich mit einer Miniaturmenge an Hefe die Gärung auslösen?
Ist die Länge der Gärung von der Hefemenge abhängig oder unabhäbgig?
Gärt das Bier so lange, bis der komplette Zucker - unabhängig von der Hefemenge - in Alkohol umgewandelt ist?
Viele Grüße aus Wien von
Manfred
Alle Deine Fragen findest Du hier beantwortet:
https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... 21#p402821
Achtung: Bedeutet, dass Du Dir Zeit fürs Thema nimmst. Hefe gehört zu den komplexeren Themen beim Brauen.

Kurz zu Deinen Fragen:
1. Drei Fragen in einer. Daher a) Hefe ist der Auslöser b) Gärung ist abhängig von der Menge c) Temperatur und Hefetyp bestimmen den Zeitraum. Frage falsch gestellt, sorry. Merke Dir, dass bei Hefe jeder einzelne Parameter (Temperatur, Typ, Menge, Stammwürze, Alkoholtoleranz, Vitalität, Viabilität etc.pp) eine eigene Wirkung hat. Es gibt keinen Superparameter.
https://www.gradplato.com/kategorien/kn ... t-die-hefe
2. Miniaturmenge: Ja. Es genügt eine einzelne Zelle. Über sogenannte Propagationsschritte kann die passende Hefemenge herangezüchtet werden. Ist aber zuerst ein Thema für fortgeschrittene Brauer. Für Anfänger: Ein Päckchen aus dem Braushop pro 20l-Sud.
3. Länge der Gärung: siehe 1c) Es gibt verschiedene Phasen der Gärung, die sich Kräusen nennen, je nach Hefetyp, Temperatur, Art der Zucker und Zellzahl treten diese Phasen zu unterschiedlichen Zeitpunkten auf
4. Nein. Gärung ist ein komplexer Prozess, der nicht allein von einem Faktor abhängig ist. Zucker ist nicht gleich Zucker, Temperatur nicht gleich Temperatur. Weiteres siehe Link oben

Cheers
Radulph

Edit: Das Forum bietet ein Wiki. Das beantwortet viele Anfängerfragen. Und wo nicht keine Sorge, das kommt später und ist erst einmal nicht so wichtig:
https://hobbybrauer.de/forum/wiki/doku.php/doku
---
Viele Grüße / Regards
Radulph Kader
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