Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

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Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#1

Beitrag von 666Adi666 » Samstag 7. Oktober 2017, 08:16

:Waa Hi Leute ich habe gestern ein schreiben des Anwalts von meiner Vermieterin erhalten in dem steht das ich in meinem Keller kein Bier mehr brauen darf da sich meine Nachbarn von dem Geruch belästigt fühlen. Ich war immer ein netter Nachbar und braue nur einmal im Monat. Ich habe auch eine Abzugs haube um alles nach draußen zu leiten. Is es den rechtens mir das zu verbieten ,ich meine wenn mein Nachbar was kocht das für mich unangenehm riecht kann ich mich dafür doch auch nicht beschweren. Außerdem hat mich im Haus nie jemand angesprochen man hätte doch ne Lösung gefunden.Mir direkt ein schreiben vom Anwalt zukommen zu lassen find ich etwas übertrieben.

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Re: Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#2

Beitrag von Boludo » Samstag 7. Oktober 2017, 09:13

So was ist feige.
Ich würde versuchen herauszufinden, wer das war und dann das direkte Gespräch suchen.
Am besten mit ein paar selbergemachten Bieren.
Wie das juristisch aussieht, kann ich nicht sagen.

Stefan

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Re: Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#3

Beitrag von 666Adi666 » Samstag 7. Oktober 2017, 09:18

Das ist ja das Problem jeder grüßt mich nett und dann sowas ich werde das wohl in die Wohnung verlegen müssen was ich da Köche kann mir keiner vorschreiben hab halt nur Platzmangel

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Re: Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#4

Beitrag von haefner » Samstag 7. Oktober 2017, 09:23

Da fällt man ja echt vom Glauben ab :Shocked :Shocked :Shocked Wär es April, hätte ich einen genialen Scherz dahinter vermutet, aber das ist ja echt nicht zu fassen.

Würde da gar nicht reagieren. Selbst Rauchen gehört zum Freiheitsrecht, da dürfte der Geruch von Malz und Hopfen wohl gar kein Problem sein. Schau mal nach dem Begriff "Freiheitsrecht". Da könnte man also auch fleißige Backfrauen verklagen, weil es zu oft nach Apfelkuchen riecht? So ein Quatsch.
666Adi666 hat geschrieben:
Samstag 7. Oktober 2017, 09:18
Das ist ja das Problem jeder grüßt mich nett und dann sowas ich werde das wohl in die Wohnung verlegen müssen was ich da Köche kann mir keiner vorschreiben hab halt nur Platzmangel
Das macht ja keinen Unterschied, wenn die Gerüchte nach draußen gelangen. Der "Kläger" hat absolut keine Handhabe gegen Dich.

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Re: Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#5

Beitrag von Labmaster » Samstag 7. Oktober 2017, 09:36

Was du in deine Wohnung kochst ist dein Bier.
Im Keller sieht das anders aus!Ein Kellerraum ist keine Wohnung und deshalb kann der Vermieterin dir das auch untersagen .Ein gespräch mit der Vermieterin bringt da sicherlich mehr,vieleicht hat Sie ja andere bewegründ dir das zu untersagen.
Es sind nicht immer die Vdermieter die bösen,sonder viele haben ganz üble Erfahrungen machen müssen.

Grüße Jo

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Re: Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#6

Beitrag von Chrissi_Chris » Samstag 7. Oktober 2017, 09:47

Viele Mietshäuser haben ja gerne mal Schimmel Probleme und da der Vermieter da ganz schön tief in die Tasche greifen muss um das instant zu setzen hat deine Vermieterin einfach nur Angst wegen der erhöhten Schimmelgefahr durch das Kondenswasser.
Auch wenn du eine Abzugshaube hast.

Vielleicht setzt man sich einfach mal an einen Tisch ganz freundlich und redet darüber, ich denke das ist der sinnvollste weg.

Auch wenn die Aktion deiner Nachbarn/ Vermieterin Feige und Geschmacklos ist würde ich mich darauf nicht hinablassen.

Das ist mal wieder Typisch Deutsch... Deutscher geht es nicht hier gönnt der eine dem anderen nicht den Dreck unterm Fingernagel.

Kopfschüttelnde :Mad2 Grüße Chris
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Re: Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#7

Beitrag von Malzwein » Samstag 7. Oktober 2017, 09:56

Du musst nur zur falschen Zeit aus dem Fenster schauen und garantiert fühlt sich ein Nachbar belästigt. Geradezu kurios ist ja, dass das direkt zu einem Brief vom Anwalt führt. Eine Zweckentfremdung ist prinzipiell angreifbar, kommt aber auf den Mietvertrag an.

Vermieter wollen, wenn sich denn wirklich andere beschwert haben, meist nur ihre Ruhe. Also bleibt um des lieben Friedens willen, rausbekommen wer es war und das Gespräch suchen oder dem tatsächlich Folge leisten.
Gruß Matthias

Jep, Bier wird´s immer... meist auch trinkbar und manchmal ist es richtig gut! :P

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Re: Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#8

Beitrag von Frudel » Samstag 7. Oktober 2017, 10:04

Da denke ich hat Chris recht , kondensierendes Wasser im Keller kann zu richtigen Problemen
führen vor allem , wenn zu wenig oder nicht gelüftet wird zumal Keller sowieso
eher zu nass als zu trocken sind . ( was ich allerdings bei 1x brauen im Monat bezweifele)

Ich würde mich an deiner Stelle , auch bevor ich irgendwelche Gespräche führe . juristisch
Beraten lassen. Wissen bringt die besten Argumente .
Davon ausgehend , dass sich Leute die das verbieten wollen nicht von einem
Glas Bier bestechen lassen , hast du so die besten Verhandlungsoptionen .

Wir sind gerade beim Anwalt weil den " netten " Nachbarn unsere Frösche auf den Sack gehen.
Wir haben jetzt einen Fachanwalt eingeschaltet .
Event. bezahlt deine Rechtsschutz eine kostenlose Beratung.

Ein Hoch auf unsere Nachbarn , was wäre unsere Leben monoton.......

Markus
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Re: Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#9

Beitrag von Mödels » Samstag 7. Oktober 2017, 10:17

Oh mann, das ist Deutschland. Bevor man mit seinem Nachbarn spricht, kommt der Anwalt.

Ich habe ein sehr sehr gutes Verhältnis zu meinen Nachbarn und verbringe auch teilweise die Freizeit mit denen (Grillen, Feierabend Bier etc.) Trotzdem habe ich vorher beim Bau und Ordnungsamt angerufen und mir das okay geholt.
Auch beim Zoll melde ich mich jedes Jahr an. Meine Nachbarin ist sogar Anwältin und hat mich vor 2 Jahren gefragt ob ich weiß das man das beim Zoll melden muss :P so viel zu dem Thema.

Ich braue auch im Keller, Hopfen kochen mache ich im Garten. Habe einen BM20 auf Rollen. Bin aber in der günstigen Lage , dass das Haus mir gehört in dem ich braue.

Das wichtigste ist immer: reden reden reden

Wünsche dir viel Glück

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Re: Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#10

Beitrag von M0ps » Samstag 7. Oktober 2017, 10:36

Ich würde mal einen entsprechend überraschten/vorwurfsvollen Brief ins Treppenhaus hängen, von wegen dass du der Meinung warst ihr wärt eine nette Hausgemeinschaft in der man über Probleme reden können und es schon ein ziemliches Unding ist sich ohne sich einmal zu beschweren oder Rücksprache zu halten an den Vermieter zu wenden.
Außerdem würde ich das Gespräch mit dem Vermieter suchen um rauszufinden von wem das ausging und ob man evtl Konditionen finden kann, damit du weiter Brauen kannst. Also dass sich der Vermieter Mal selbst von den Gerüchen ein Bild macht etc.
Juristischen Rat kann man dann immer noch einholen - außerdem machen die meißten direkt dicht, wenn man mit nem Anwalt kommt...

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Re: Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#11

Beitrag von Frudel » Samstag 7. Oktober 2017, 11:38

Es geht nicht um " mit dem Anwalt kommen " es geht darum zu wissen was rechtens ist .
Wenn das Verbot nicht rechtskonform ist - was man(n) vorher wissen sollte - tangiert einen
das Verbot nur peripher .
Der Vermieter war sowieso schon beim Anwalt - hätte es auch mal im Gespräch versuchen
können ohne gleich zum Anwalt zu rennen.
Geht es um einen Nachbar oder um die Hausgemeinschaft.
Ich finde so ein Vorgehen vom Vermieter ohne Rücksprache unmöglich.
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Re: Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#12

Beitrag von Boludo » Samstag 7. Oktober 2017, 11:56

Man wird aber auch nicht glücklich, wenn man zwar das Recht auf seiner Seite hat, aber trotzdem gegen den Willen anderer im Haus braut. So was gibt auf Dauer nur böses Blut.

Stefan

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Re: Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#13

Beitrag von Johnny H » Samstag 7. Oktober 2017, 12:06

Finde ich nicht so nett vom Vermieter. Da würde ich mir z.B. wünschen, dass man zuerst das Gespräch mit mir sucht, bevor man einen Anwalt einschaltet. Ich würde es als Vermieter auch so machen (bzw. ich mache es auch so).

Jetzt ist es leider wie es ist. Ich würde möglichst diplomatisch das Gespräch mit dem Vermieter bzw. dem Nachbarn suchen und versuchen, einen Kompromiss zu finden, mit dem ihr beide leben könnt. Ich rate ebenfalls zum Versuch der Bestechung in flüssiger Form ;)

Aus der Vermieterperspektive würde ich es für nachvollziehbar halten, wenn sich dieser um Schimmel etc. Sorgen macht.

Aufs Recht zu pochen würde ich zunächst unterlassen, auch wenn Du da in meiner völlig unmaßgeblichen Einschätzung gute Karten hast. Rechtlich sind trotzdem die Dinge oftmals nicht so klar, wie sie scheinen, der Aufwand nützt in allererster Linie den Anwälten und Freunde macht man sich auch nicht dadurch. Heißt es nicht außerdem so treffend: vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand!
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
(E. Jalowetz, Pilsner Bier im Lichte von Praxis und Wissenschaft, 1930)

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Re: Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#14

Beitrag von Frudel » Samstag 7. Oktober 2017, 12:10

Man wir aber auch nicht glücklich , wenn einem etwas verboten wird das man gerne macht und
vielleicht auch darf( und vielleicht ist es besser der andere ist unglücklich und ich nicht ).
Es geht hier nicht um täglich 2 Sude es geht um einmal im Monat und da kann man auch die
Zähne zusammenbeissen ohne dem anderen an die Karre zu fahren.
Ich würde gerne wissen ob es eben um die Hausgemeinschaft geht oder um einen
Nachbarn- und man muss nicht gleich zum Vermieter rennen und dieser nicht zum
Anwalt.....

Markus
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Re: Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#15

Beitrag von Chrissi_Chris » Samstag 7. Oktober 2017, 12:45

Johnny H hat geschrieben:
Samstag 7. Oktober 2017, 12:06
Jetzt ist es leider wie es ist. Ich würde möglichst diplomatisch das Gespräch mit dem Vermieter bzw. dem Nachbarn suchen und versuchen, einen Kompromiss zu finden,
Ich finde hier geht es gar nicht so um den Kompromiss, ich finde 1 mal im Monat 1,5 std Maischen riecht sowieso wie Brot backen und Hopfenkochen 2 Std wenn es nur einmal im Monat ist sehe ich da überhaupt keine Grundlage da noch weiter einen Kompromiss einzugehen.

Wenn da jemand in seiner Bude einen Muscheleintopf kocht oder etwas Italienisch mit viel Knoblauch riecht den ganzen Tag das Treppenhaus, ich verstehe nicht was diese ganze Aufregung soll.
Ich habe in Mietswohnungen gewohnt wo starke Raucher gewohnt haben das Treppenhaus hat immer wie eine Kneipe gerochen, aber wieso soll ich mich beschweren ?!?! Wenn mich sowas stört dann muss ich mir halt Eigentum
besorgen ansonsten muss ich halt einmal im Monat das ein paar Std aushalten, man lebt halt zusammen in dem Haus, das ist doch ein geben und nehmen.


Ich vermute eher das dich vielleicht irgendjemand doch nicht so gerne mag und das nur als Grund nimmt weil er sonst nichts gefunden hat was ihm an dich stört.

Ich bezweifle aber das man damit durchkommen wird...


LG Chris
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Re: Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#16

Beitrag von SingleUser » Samstag 7. Oktober 2017, 13:02

Du musst differenzieren, das was Labmaster oben geschrieben hat, mal etwas präziser ausgedrückt

Die Wohnung ist als privater Lebensbereich besonders geschützt, da kannst Du im Prinzip kochen was Du willst, und wenn Du in Deine Bolognese 500 gr. Knoblauch reinpackst, damit dann das ganze Haus parfümierst, ist es dumm gesagt "zunächst mal egal". Ich verweise an dieser Stelle nebenbei auch mal auf das sog. "Raucherurteil" des BGH, d. h. eine Kündigung wegen exzessivem Rauchens ist unwirksam. Wegen Schutz der Wohnung als besonders geschützter Lebensbereich gibt es ja auch die Probleme mit Räumungsklagen bei säumigen Mietern oder "Vandalen" ....

Der Keller dagegen ist gerade nicht Teil der "Wohnung", sondern der Allgemeinheit (sprich: allen Hausbewohnern) zugänglich. Es ist also gerade nicht der private Lebensbereich wie die "Wohnung". Hier besteht dieser "besondere" Schutz gerade nicht. Demnach gilt hier eher -mal nicht den Fachbegriff nutzend - der Grundsatz "gegenseitige Rücksichtnahme". Wenn sich da jemand gestört fühlt, kann es halt leichter untersagt werden.

In die gleichen Richtungen gehen ja auch diese ganzen Urteile wegen Grillens auf dem Balkon.

Leg die Brautätigkeit in die Wohnung um, wenn es geht, und dann ist gut.



Traurig aber, dass es direkt über einen Anwalt läuft....nebenbei bemerkt...

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Re: Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#17

Beitrag von koenigsfeld » Samstag 7. Oktober 2017, 13:05

Mahlzeit.

Hagen, könntest Du Dich bitte der Sache mal annehmen ?
Merci.


Grüsse
Jürgen
Ich braue nur mit Roggen.
Warum ?
Weil ichs kann...und weils mir schmeckt !



Höflichkeit ist oberstes Gebot - denn dadurch offenbart man seine Kinderstube :Greets

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Re: Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#18

Beitrag von Ladeberger » Samstag 7. Oktober 2017, 13:23

Hatten wir kürzlich schon mal als hypothetischen Fall: https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic.php?f=3&t=12131
Daraus:
Ladeberger hat geschrieben:
Donnerstag 12. Januar 2017, 13:56
Das sind Dinge, die ausschließlich im Einzelfall geklärt werden können. Für wesentliche Immissionen kann sich im Nachbarrecht etwa ein Abwehranspruch aus § 906 BGB ergeben. Hierzu sind örtliche und räumliche Gegebenheiten, der Dauer und Häufigkeit der Geruchsimmission und natürlich deren Lästigkeit zu beurteilen. Das macht die Prüfung daher nicht trivial und immer einzelfallbezogen, weshalb die bestehende Rechtsprechnung bestenfalls Anhaltspunkte liefert. Grenz- und Richtwerte aus öffentlich-rechtlichen Vorschriften können auch zur Prüfung herangezogen werden; sind insofern also nicht auf den gewerblichen Rahmen beschränkt.

Ob die Rechtsprechung das Brauen und Kochen gleichsetzen würde, erscheint mir fragwürdig. Hier stellt § 906 Abs. 2 BGB schließlich auf die Ortsüblichkeit ab, dem sachenrechtlichen Pendant zur Verkehrssitte. Hier ist m.E. Kochen, das auf der Mehrzahl der Grundstücke eine tagtägliche und gleichartige Nutzungsart darstellt, anders zu beurteilen als eben das Grillen oder Brauen.

Grundsätzlich ist auch zu beachten, dass (unvermeidbare) Immissionen durch geschickte Ortswahl und durch Vorkehrungen nach dem Stand der Technik vermieden werden sollten. Wer sich daher mit dem Braukessel direkt am Zaun zum Nachbargrundstück aufbaut und die Brüden rechtzeitig zum Abendessen unter dessen Veranda ziehen lässt, hat im Falle einer Auseinandersetzung eher schlechte Karten.
Gruß
Andy

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Re: Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#19

Beitrag von SingleUser » Samstag 7. Oktober 2017, 13:38

Geh im Zweifel geht einfach mal vor dem Hintergrund des (absolut richtig) zitiertem 906 BGB von folgendem aus: Beim Brauen im Keller läuft die Einzelfallprüfung gegen Dich und es kann Dir i. E. untersagt werden. (ich hab es mit dem Begriff "...kann leichter untersagt werden ..." mal etwas unjuristischer ausgedrückt.).

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Re: Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#20

Beitrag von Alt-Phex » Samstag 7. Oktober 2017, 14:09

Ganz offensichtlich will man nicht mit dir reden, sonst wäre das ja passiert und nicht der Brief vom Anwalt. Also nimm das erstmal als gegeben hin und verleg dein brauen in die Küche, da kann es dir so leicht keiner verbieten. Und falls doch wieder böse Post kommt weißt du woran du bist.
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Re: Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#21

Beitrag von fg100 » Samstag 7. Oktober 2017, 14:21

Alt-Phex hat geschrieben:
Samstag 7. Oktober 2017, 14:09
Ganz offensichtlich will man nicht mit dir reden, sonst wäre das ja passiert und nicht der Brief vom Anwalt. Also nimm das erstmal als gegeben hin und verleg dein brauen in die Küche, da kann es dir so leicht keiner verbieten. Und falls doch wieder böse Post kommt weißt du woran du bist.
Ich finde ja Brauen in der Wohnung oder wie hier im Keller generell nicht besonders sinnvoll. Braue draußen.

Und sollte jetzt Schimmel im Keller auftreten oder dann in der Wohnung so kannst dich bestimmt auf Regressansprüche einstellen.

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Re: Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#22

Beitrag von Malzwein » Samstag 7. Oktober 2017, 18:32

Braue draußen.
Leider vergessen die Glücklichen, die eine eigene Grünfläche vor der Tür heben gerne, dass die Mehrheit nichts Vergleichbares hat und Brauen auf einer öffentlichen Fläche ist auch keine echte Alternative.

Einer der Glücklichen
Gruß Matthias

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Re: Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#23

Beitrag von 666Adi666 » Samstag 7. Oktober 2017, 20:49

Sorry das ich mich jetzt erst melde war arbeiten ....Ich danke erstmal für die aufmunternden Worte .Ich würde ja gern mit der Vermieterin reden das Problem is nur das sie seeeeehr alt ist. Sie will sogar Hunde verbieten und alles was man sich so vorstellen kann .Als sie gehört hat das da einer Bier braut was unter den Leuten ja irgendwie was außergewöhnliches ist, hat sie bestimmt gedacht "dieser Alkoholiker"!!!! Ich habe Rechtsschutz mit 200 € Selbstbeteiligung. Ich habe aber kein Bock auf ein Rechtsstreit mit der Vermieterin .Und die Beschwerden kamen von den Nachbarn ...is halt irgendwie Stasi mäßig... Ich hab sowieso überlegt mir ein Stück grabeland zu kaufen werd ich nächsten Sommer machen und vorerst hat ein Freund mir seine Garage für meine Anlage angeboten

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Re: Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#24

Beitrag von chriiisss » Samstag 7. Oktober 2017, 21:51

Gehört der Keller nur dir? Oder ist das ein Gemeinschaftsraum?
MfG Chris

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Re: Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#25

Beitrag von OS-Schlingel » Samstag 7. Oktober 2017, 22:36

Mieterschutzbund fragen!

Persönliche Erfahrungen.... 2 mal vor Gericht gestanden....gewonnen und doch verloren.
Sprich mit den Nachbarn, setzte ein Schreiben auf, dass Dein Brauen nicht als störend empfunden wird und geh zur Vermieterin mit einen Selbstgebrauten.

Viel Erfolg

Gruß

Stephen
Or kindly when his credit's out
Surprise him with a pint of Stout
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Re: Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#26

Beitrag von SingleUser » Samstag 7. Oktober 2017, 23:06

Ich würde ja gern mit der Vermieterin reden das Problem is nur das sie seeeeehr alt ist
.

... hmmm, diskutieren,.....so...so.....hmmmm....nach meiner Erfahrung ist ab einem gewissen Alter auch mit guten Argumenten nicht mehr viel zu machen. Nimm das Angebot vom Freund an. Wenn Du eine Alternative hast, lohnt sich m. A. dafür echt kein Gerichtsverfahren.

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Re: Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#27

Beitrag von 666Adi666 » Samstag 7. Oktober 2017, 23:43

Ja das stimmt ein verfahren lohnt sich wirklich nicht.
Jede Wohnung hat einen dazugehörigen Kellerraum wie es in mehr Parteien Häusern üblich ist.
Ich werde mal nett bei der Vermieterin anfragen und versuchen mit ihr zu reden ansonsten hab ich halt die fahrerei und braue beim Kollegen .Ich hab ubrigens heute ein schreiben aufgesetzt und in den Hausflur gehängt das man doch mit mir hätte reden können. Ich war immer nett und hilfsbereit, hab den Leuten bei kleinen Reparaturen geholfen und hab mich nie bei lauten Partys oder so beschwert ,man feiert halt ab und zu ,und wie gesagt wir leben in einer Gemeinschaft und ich sag den anderen auch nich was sie zu tun und lassen haben

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Re: Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#28

Beitrag von chriiisss » Sonntag 8. Oktober 2017, 02:03

Es gibt überall Leute die Stress machen müssen. Ich bezweifel aber das es rechtens ist. Mieter haben doch sonst auch so viele Rechte.
Dann wird man ja wohl Nahrungsmittel zum Eigenbedarf im eigenen Keller zubereiten dürfen?!
MfG Chris

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Re: Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#29

Beitrag von Hobbyhopfenbauer » Sonntag 8. Oktober 2017, 08:11

Ich kenne einen ähnlichen Fall, damals sind Freunde vom mir als Studenten WG in ein Haus eingezogen. Nach einen Sommer fast täglichem Grillen haben die Nachbarn sich per Brief mit verweis auf Urteile und Paragraphen beschwert. Ein Besuch der Studenten bei den Nachbarn und die Zusage jetzt nicht mehr so oft zu grillen war das Thema vom Tisch. Also red mit den Leuten und am besten erst dann mit der Vermieterin. Darauf gleich mit der Anwaltskanone zurückzuschiessen würde ich verzichten, meistens kann man doch mit den Leuten reden.

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Re: Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#30

Beitrag von Malzwein » Sonntag 8. Oktober 2017, 08:48

chriiisss hat geschrieben:
Sonntag 8. Oktober 2017, 02:03
Dann wird man ja wohl Nahrungsmittel zum Eigenbedarf im eigenen Keller zubereiten dürfen?!
Im Keller nicht unbedingt, Stichwort "Zweckentfremdung". In der Wohnung schon eher, aber auch da kann ich mir einen Richter mit anderer Meinung vorstellen.
Gruß Matthias

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Re: Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#31

Beitrag von diapolo » Sonntag 8. Oktober 2017, 08:51

Morgen,
ich würde es lassen im Keller weiter brauen zu wollen. Nimm das Angebot von deinem Kollegen an und mach da weiter auch wenn das Verbot nicht rechtens war du machst es nur noch schlimmer wenn du auf dein Recht bestehen willst.
So sind meine Erfahrungen hatte sowas mal wegen einer Hundetoilette in unserem vermeiteten Haus.

mfg

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Re: Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#32

Beitrag von KeePon » Dienstag 10. Oktober 2017, 10:59

Ich hoffe für dich, dass du dich beim Zoll als Hobbybrauer angemeldet hast.
Sonst könnten deine unbequemen Nachbarn dich da auch noch anschwärzen!

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Re: Anwalts schreiben wegen brauen im Keller

#33

Beitrag von fmartinr » Dienstag 10. Oktober 2017, 15:50

Hallo,

nach meinem Verständnis ist in einem solchen Fall die Hausordnung relevant, in der die Kellernutzung geregelt ist oder auch nichts zur Kellernutzung gesagt ist. Daneben gilt die Rücksichtnahme, aus der ich kein generelles Brauverbot ableiten würde.

Grüße
Martin

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