RHG oder neulich im BR:

Alle rechtlichen Fragen rund ums Brauen
Jm010265

Re: Heute im BR:

#51

Beitrag von Jm010265 » Donnerstag 14. Januar 2016, 22:37

Ich träume gerade,
von Stefan und mir ,
einen Tisch eine Bank,
und ein Fässchen Bier.
Es wäre lustig,
wir hätten Spaß glaube mir.

Jetzt sei doch net so verbissen!
Sind wir wieder gut!!! :Drink

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Re: Heute im BR:

#52

Beitrag von hyper472 » Donnerstag 14. Januar 2016, 22:38

El Gordo hat geschrieben:Das Reinheitsgebot von 1516 verteidigen, und nicht mal dessen Wortlaut kennen, ist schon ne starke Nummer.
Emmer und Einkorn und das Reinheitsgebot von 1516, herrlich! !!

Stefan
Jeden, der sich nicht vorbehaltlos deiner - selbstverständlich unanfechtbar richtigen - Ansicht anschließt, plump anzugreifen, ist aber ok, oder?
"Das Bier aber macht das Fleisch des Menschen fett und gibt seinem Antlitz eine schöne Farbe durch die Kraft und den guten Saft des Getreides."
Hildegard von Bingen (1098-1179)

El Gordo

Re: Heute im BR:

#53

Beitrag von El Gordo » Donnerstag 14. Januar 2016, 22:38

Jm010265 hat geschrieben:Ich träume gerade,
von Stefan und mir ,
einen Tisch eine Bank,
und ein Fässchen Bier.
Es wäre lustig,
wir hätten Spaß glaube mir.

Jetzt sei doch net so verbissen!
Sind wir wieder gut!!! :Drink
Träum weiter.
Dein Köln Spruch hat mir gereicht.

Stefan

Jm010265

Re: Heute im BR:

#54

Beitrag von Jm010265 » Donnerstag 14. Januar 2016, 22:43

Schad so sim mir halt in Franken es wird a mal gezerrt und dann is wieder guad.
Zuletzt geändert von Jm010265 am Donnerstag 14. Januar 2016, 22:44, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Heute im BR:

#55

Beitrag von Liquidminer » Donnerstag 14. Januar 2016, 22:43

Hier nochmal der Beitrag für die, die es verpasst haben. Intessant auch die sehr territorialen "Diskussionsbeiträge" unten auf der Seite....
Beste Grüße,
Torsten

Aus Freude am Vergären.

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Re: Heute im BR:

#56

Beitrag von hyper472 » Donnerstag 14. Januar 2016, 22:45

:goodpost:
Jm010265 hat geschrieben:Schad so sim mir halt in Franken es wird a mal gezerrt und dann is wieder guad.
"Das Bier aber macht das Fleisch des Menschen fett und gibt seinem Antlitz eine schöne Farbe durch die Kraft und den guten Saft des Getreides."
Hildegard von Bingen (1098-1179)

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Re: Heute im BR:

#57

Beitrag von gulp » Donnerstag 14. Januar 2016, 22:48

Ganz besonders wollen wir, daß forthin allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gersten, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen. Wer diese unsere Anordnung wissentlich übertritt und nicht einhält, dem soll von seiner Gerichtsobrigkeit zur Strafe dieses Faß Bier, so oft es vorkommt, unnachsichtlich weggenommen werden.
Der zweite Satz ist ja fast interessanter, sagt er doch aus, dass was nicht nachdem Märchengebot gebraut ist, trotzdem Bier ist. Wäre doch was für die Rechtsverdreher. Achso, für die gilt ja nur die Bierverordnung. :Bigsmile

Gruß
Peter
Ein Bayer ohne Bier ist ein gefährlich Thier!

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Re: Heute im BR:

#58

Beitrag von Jm010265 » Donnerstag 14. Januar 2016, 22:58

hyper472 hat geschrieben::goodpost:
Jm010265 hat geschrieben:Schad so sim mir halt in Franken es wird a mal gezerrt und dann is wieder guad.
Aufm Bänkla is für dich a no a Platzerl, der Stefan kommt auch noch!!

El Gordo

Re: Heute im BR:

#59

Beitrag von El Gordo » Donnerstag 14. Januar 2016, 22:58

Sorry, persönliche Differenzen haben im Forum nix verloren.
Den Rest gerne per PN.
Da ist mir ein bisschen der Gaul durchgegangen.

Stefan

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Re: Heute im BR:

#60

Beitrag von gulp » Donnerstag 14. Januar 2016, 22:59

Liquidminer hat geschrieben:Hier nochmal der Beitrag für die, die es verpasst haben. Intessant auch die sehr territorialen "Diskussionsbeiträge" unten auf der Seite....
Merci, sehr schöner Bericht, Capriccio Qualität halt. ....und zum Schluß kommt es ins Museum, wo es auch hingehört. :P

Gruß
Peter
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Re: Heute im BR:

#61

Beitrag von hyper472 » Donnerstag 14. Januar 2016, 23:00

gulp hat geschrieben:
Ganz besonders wollen wir, daß forthin allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gersten, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen. Wer diese unsere Anordnung wissentlich übertritt und nicht einhält, dem soll von seiner Gerichtsobrigkeit zur Strafe dieses Faß Bier, so oft es vorkommt, unnachsichtlich weggenommen werden.
Der zweite Satz ist ja fast interessanter, sagt er doch aus, dass was nicht nachdem Märchengebot gebraut ist, trotzdem Bier ist. Wäre doch was für die Rechtsverdreher. Achso, für die gilt ja nur die Bierverordnung. :Bigsmile

Gruß
Peter
Peter,
das gefällt mir - da muss ich nachdenken. :Grübel

Mich kotzt halt diese Schwarz-Weiß-Malerei an:
Das RHG ist der Untergang des Abendlandes - nein, seine Rettung!
Alle Asylanten sind Verbrecher - nein, friedliche Steuerzahler!
Alles von Microsoft ist Schrott - nein, alles von Apple!
Canon baut nur Schrott-Kameras - nein, das ist Nikon!

Liebe Leute, akzeptiert doch mal, dass es auch Abstufungen gibt :achtung

Henning, der morgen wieder rechtsverdrehend unterwegs ist
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Re: Heute im BR:

#62

Beitrag von Jm010265 » Donnerstag 14. Januar 2016, 23:02

Ich hab nur zum Bierchen eingeladen.
Differenzen hab ich keine!
Persönlich schon gar nicht.
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Re: Heute im BR:

#63

Beitrag von Neubierig » Donnerstag 14. Januar 2016, 23:02

LupusLupulus hat geschrieben:
gulp hat geschrieben: Hmm, Gerste, ohne Enzyme? Genau genommen konnten die damit gar nicht brauen, mit ihren drei Märchenzutaten.
Mal dumm gefragt: Vermälzte Gerste ist doch auch Gerste, oder nicht? :Waa

Will damit sagen: Dieses Dekret von 1516 schließt doch Malz nicht aus. Oder sehe ich das falsch?
Nur das komische vorläufige Gesetz von 1993 spricht von "Malz" und schließt damit Rohfrucht aus.

Laut RHG von 1516 sind nur Hopfen, Wasser und Gerste erlaubt. Das kommt aber daher, dass zu der Zeit hatten die Brauereien ihre Gerste selbst vermältzt. Also Gerste in die Brauerei ein, vermalzen, brauen. Was man mit der Gerste eigentlich macht, ist egal - Punkt ist, nur Gerste darf 'rein - Weizen, Emmer, Dinkel usw nicht. Eigentlich sollte Biere mit Rostgerste erlaubt werden - was man mit der Gerste macht ist egal - darf aber nicht als "Bier" in Deutschland verkauft werden, es sei denn es wurde importiert.

Aber ja - nur Gerste. Die, die gerne ihre Hefeweizen trinken, und denken blauäugig an ihre schöne RHG von 1516 haben null komma keine Ahnung von was sie reden. Für diese Leute, hat das ganz Marketing Trick seine Arbeit geleistet.
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Re: Heute im BR:

#64

Beitrag von Neubierig » Donnerstag 14. Januar 2016, 23:07

Jm010265 hat geschrieben: Wenn ich Zucker, Ascorbinsäure oder andere NGOs in meinen Sudkessel schütten muß das man die Plörre trinken kann
geb ich meinen Gesellenbrief ab!

:Drink
Zucker ist gleich Plörre? Ehrlich? Guck mal ein bisschen über den Tellerrand, probiere mal ein Belgisches Blonde, Dubbel oder Tripel, und erst dann melde Dich wieder.

Es gibt andere Länder mit langen Brautraditionen, und Du hast die alle als "Plörre" gekennzeichnet. :thumbdown
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Re: Heute im BR:

#65

Beitrag von Fe2O3 » Donnerstag 14. Januar 2016, 23:15

Neubierig hat geschrieben:
Jm010265 hat geschrieben: Wenn ich Zucker, Ascorbinsäure oder andere NGOs in meinen Sudkessel schütten muß das man die Plörre trinken kann
geb ich meinen Gesellenbrief ab!

:Drink
Zucker ist gleich Plörre? Ehrlich? Guck mal ein bisschen über den Tellerrand, probiere mal ein Belgisches Blonde, Dubbel oder Tripel, und erst dann melde Dich wieder.

Es gibt andere Länder mit langen Brautraditionen, und Du hast die alle als "Plörre" gekennzeichnet. :thumbdown
Ganz ehrlich - ich will auch keine Plörre trinken, in der NGOs drinne sind!! Und da ist mir egal ob die NGO jetzt Greenpeace, Ärzte ohne Grenzen, NABU, Foodwatch oder das Deutsche Rote Kreuz ist.
NGO-Biere - das geht garnicht!
Dann lieber Zucker, Vitamin-C oder Rohfrucht ;)

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Re: Heute im BR:

#66

Beitrag von Brewtotype » Donnerstag 14. Januar 2016, 23:24

Ascorbinsäure verteufeln weil es von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt wird??
Da frag ich mich immer wieder ob ihr euch auch bei euren Medikamente so viele Gedanken macht, die werden i.R. von genetisch modifizierten Mikroorganismen in Bioreaktoren "produziert".
Und ich muss noch eine Lanze für dir Chemie (ist ja mein Milieu) brechen, Chemie ist nicht das Böse auf der Welt, erst durch die Chemie wird aus unserer Stärke, Zucker und schlussendlich ein schmackhaftes Bier :Smile

Sorry für OT, aber ich kann es nicht mehr hören das Chemie als Synonym für " böse" Dinge verwendet wir

Edith sagt: Ohne das Entwickelte Haber-Bosch-Verfahren (sehr Pose Chemie) hätten wir damals ein Lebensmittelknappheit gehabt (Stichwort: Dünger)
Zuletzt geändert von Brewtotype am Donnerstag 14. Januar 2016, 23:28, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß Daniel

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Re: Heute im BR:

#67

Beitrag von Bierfel » Donnerstag 14. Januar 2016, 23:26

Brewtotype hat geschrieben:Ascorbinsäure verteufeln weil es von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt wird??
Da frag ich mich immer wieder ob ihr euch auch bei euren Medikamente so viele Gedanken macht, die werden i.R. von genetisch modifizierten Mikroorganismen in Bioreaktoren "produziert".
Und ich muss noch eine Lanze für dir Chemie (ist ja mein Milieu) brechen, Chemie ist nicht das Böse auf der Welt, erst durch die Chemie wird aus unserer Stärke, Zucker und schlussendlich ein schmackhaftes Bier :Smile

Sorry für OT, aber ich kann es nicht mehr hören das Chemie als Synonym für " böse" Dinge verwendet wir
Nö, die Biologie macht aus Stärke Zucker :P

Aber Chemie und Biotechnologie ist nicht böse, da gebe ich dir recht!

:Drink

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Re: Heute im BR:

#68

Beitrag von Brewtotype » Donnerstag 14. Januar 2016, 23:32

Nö,
Enzyme sind Proteine --> Aminosäure-Verbindungen --> Kohlenwasserstoff-Verbindung --> org. Chemie

Die Reaktionen sind durch die chem. Thermodynamik, etc. erklärbar --> Aufgabengebiet der Chemie (bzw. Interdisziplinäre) :P
Gruß Daniel

Jm010265

Re: Heute im BR:

#69

Beitrag von Jm010265 » Freitag 15. Januar 2016, 07:36

:Drink

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Re: Heute im BR:

#70

Beitrag von Malzwein » Freitag 15. Januar 2016, 08:09

Ein Hauen und Stechen wird es um das RHG ja hier wohl nicht geben. Mehrheitlich gibt es ja eine gute Streitkultur.

Ich breche auch gerne mal eine Lanze für ein RHG: es könnte durchaus ein deutsches Qualitätssiegel sein, wenn, ja wenn ...

... in einer Zutatenliste ehrlich alle Inhaltsstoffe aufgelistet weden.
... es eine Unterscheidung zwischen natürlichen und anderen Zutaten gibt. Was spricht gegen den Einsatz von Röstgerste, Getreideflocken, Obst und Kräutern in einem "natürlichen" Bier?
... nicht so getan wird, als sei das RHG seit 1516 ununterbrochen gültig.
... es dennoch erlaubt ist, Bier, Ales, Stouts, Krieks so zu brauen, wie sie zum Teil historisch gewachsen in anderen Regionen gebraut werden.
... und jedes Bier, das mit dem Bayrischen Reinheitsgebot beworben wird, auch nur soviel kostet, wie im Bayrischen Reinheitsgebot erlaubt. :P
Gruß Matthias

Jep, Bier wird´s immer... meist auch trinkbar und manchmal ist es richtig gut! :P

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Re: Heute im BR:

#71

Beitrag von Lasso » Freitag 15. Januar 2016, 08:14

Malzwein hat geschrieben: Ich breche auch gerne mal eine Lanze für ein RHG: es könnte durchaus ein deutsches Qualitätssiegel sein, wenn, ja wenn ...

... in einer Zutatenliste ehrlich alle Inhaltsstoffe aufgelistet weden.
... es eine Unterscheidung zwischen natürlichen und anderen Zutaten gibt. Was spricht gegen den Einsatz von Röstgerste, Getreideflocken, Obst und Kräutern in einem "natürlichen" Bier?
... nicht so getan wird, als sei das RHG seit 1516 ununterbrochen gültig.
... es dennoch erlaubt ist, Bier, Ales, Stouts, Krieks so zu brauen, wie sie zum Teil historisch gewachsen in anderen Regionen gebraut werden.
Das sehe ich genau so und ich halte das ganze Gehampel um das RHG auch für ziemlich verlogen. :thumbup
---------------------------------------------------------------------------------
Im Lager: TW 6 Clone, Belgisches Wit, Amarsi-IPA Clone

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Re: Heute im BR:

#72

Beitrag von Fichtenknicker » Freitag 15. Januar 2016, 08:21

Lasso hat geschrieben:
Malzwein hat geschrieben: Ich breche auch gerne mal eine Lanze für ein RHG: es könnte durchaus ein deutsches Qualitätssiegel sein, wenn, ja wenn ...

... in einer Zutatenliste ehrlich alle Inhaltsstoffe aufgelistet weden.
... es eine Unterscheidung zwischen natürlichen und anderen Zutaten gibt. Was spricht gegen den Einsatz von Röstgerste, Getreideflocken, Obst und Kräutern in einem "natürlichen" Bier?
... nicht so getan wird, als sei das RHG seit 1516 ununterbrochen gültig.
... es dennoch erlaubt ist, Bier, Ales, Stouts, Krieks so zu brauen, wie sie zum Teil historisch gewachsen in anderen Regionen gebraut werden.
Das sehe ich genau so und ich halte das ganze Gehampel um das RHG auch für ziemlich verlogen. :thumbup
Erinnert mich an "Made in Germany" - 100% chinesische Bauteile, Montage in CZ und die QS in Deutschland.
Captain Brewley hat geschrieben:Craft Beer ist Hipsterscheiße.

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Re: Heute im BR:

#73

Beitrag von El Gordo » Freitag 15. Januar 2016, 08:30

Noch mal zum Thema Emmer, Einkorn, Weizen & Co im Bier, da hat der Moritz mal was schönes verfasst:
http://braumagazin.de/article/reinheitsgebot-ist-tot/

Dass die Leute glauben, dass das Reinheitsgebot von 1516 heute immer noch gilt, ist schon kurios. Desinformation nennt man so was wohl.

Und zum Thema Chemie im Bier ist dieser Artikel immer noch unschlagbar:
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1 ... 8/abstract


Stefan
Zuletzt geändert von El Gordo am Freitag 15. Januar 2016, 08:47, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Heute im BR:

#74

Beitrag von holledauer » Freitag 15. Januar 2016, 08:36

:Pulpfiction :Pulpfiction
Malzwein hat geschrieben:Dumm, dümmer am Dümmsten ... :Ahh

Kennst du Kieselgur und Polyvinylpolypyrrolidon?

Dann schau dir mal das hier an und lerne die 66 erlaubten Roh-, Zusatz und Verarbeitungshilfsstoffe auswendig.

"Dennoch werden heute im Brauprozess über die vier traditionellen im Reinheitsgebot festgeschriebenen Bierrohstoffe hinausgehende weitere Bierroh-, Zusatz und Verarbeitungshilfsstoffe eingesetzt."

Wir reden von Bier, das nach dem Reinheitsgebot gebraut wird.
Ich seh da kein Hopfenpellets. Hoch leben die Dolden :)
Gruß Martin aus der Hallertau

+++++++++++++

Meine Vorstellung:
---klick---

Hopfen-Online-Shop und eine kleine Auswahl von Hefen + Zubehör :Greets :
www.hopfenhandel-resch.de

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Re: Heute im BR:

#75

Beitrag von Malzwein » Freitag 15. Januar 2016, 08:43

Und was schreibt der Brauerbund auf seiner Reinheitsgebotsseite:

"Wer für sich zuhause nicht mehr als 200 Liter Bier pro Jahr braut, braucht sich ebenfalls nicht an das Reinheitsgebot halten."

Also an alle, die mehr als 200 Liter pro Jahr brauen oder ihr Bier auch mal mit anderen trinken: Keine bösen Sachen ins Bier tun!

(außer: Algenmehl, Asbest, Baumwolle, Bentonite, Blausäure, Calciumchlorid, Calciumsulfat, Cellulose, Chlordioxid, Dinkelmalz, konv. Anbau, Dinkelmalz, ökol. Anbau, Einkornmalz, konv. Anbau, Einkornmalz, ökol. Anbau, Essigsäure, Ethanol, Formaldehyd, Gelatine, Gerstenmalz, konv. Anbau, Gerstenmalz, ökol. Anbau, Gesteinsmehl, Hafermalz, konv. Anbau, Hafermalz, ökol. Anbau, Hanf, Hausenblase, Hefe, aus ökol. Erzeugung, Hefe, gentechnisch verändert, Hexan, Hirserohfrucht, konv. Anbau, Holzspäne, Honig, konv. Herstellung, Hopfen (Dolden), konv. Anbau, Hopfen (Dolden), ökol. Anbau, Hopfenextrakt, konv. Anbau, Hopfenextrakt, vorisomerisiert, Hopfenpulver, konv. Anbau, Hopfenpulver, ökol. Anbau, Hypochlorid, Kalkmilch (Calciumhydroxid), Kieselgele, Kieselgur, Kochsalz (NaCl), Kohlendioxid, Kohlensäure (Eigenproduktion), Methylenchlorid, Milchsäure, Ozon, Perlite, Phosphin, Polyvinylpolypyrrolidon, Naturpyrethrum, Pyrethrum, synthetisch, Radioaktive Bestrahlung, Roggenmalz, konv. Anbau, Roggenmalz, ökol. Anbau, Schwefel, Schwefelsäure, Sulfit, Triticalemalz, konv. Anbau, Triticalemalz, ökol. Anbau, Weizenmalz, konv. Anbau, Weizenmalz, ökol. Anbau, Zink, Zucker (Rohr-/Rüben-), konv. Anbau, Zucker (Rohr-/Rüben-), ökol. Anbau, Zuckercouleur)
Gruß Matthias

Jep, Bier wird´s immer... meist auch trinkbar und manchmal ist es richtig gut! :P

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Re: Heute im BR:

#76

Beitrag von inem » Freitag 15. Januar 2016, 09:24

hyper472 hat geschrieben: Mich kotzt halt diese Schwarz-Weiß-Malerei an:
Das RHG ist der Untergang des Abendlandes - nein, seine Rettung!
Alle Asylanten sind Verbrecher - nein, friedliche Steuerzahler!
Alles von Microsoft ist Schrott - nein, alles von Apple!
Canon baut nur Schrott-Kameras - nein, das ist Nikon!

Liebe Leute, akzeptiert doch mal, dass es auch Abstufungen gibt :achtung
Du hast das RHG verteidigt, bist aber gegen Schwarz Weiß und für Abstufungen. Dennoch ist es gerade das RHG (bzw in seiner jetzigen Ausformung das vorl. Biersteuergesetz) das Schwarz auf Weiß sagt, dass Rohfrucht böse ist...

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Re: Heute im BR:

#77

Beitrag von Brewtotype » Freitag 15. Januar 2016, 13:06

El Gordo hat geschrieben: Und zum Thema Chemie im Bier ist dieser Artikel immer noch unschlagbar:
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1 ... 8/abstract


Stefan
Danke Stefan :) , den Artikel wollte ich heute Abend posten.
:thumbsup
Gruß Daniel

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Re: Heute im BR:

#78

Beitrag von hyper472 » Freitag 15. Januar 2016, 13:08

Inem, bitte nicht nur zitieren, sondern das Zitierte auch lesen.
Und zeige mir eine Aussage, in der ich das RHG kritiklos annehme. Vielleicht hilft auch ein Blick auf meine Signatur, um zu erkennen, was ich von der unbedingten Anbetung bzw. Verteufelung des RHG halte. Zwischenstufen scheint es nicht zu geben oder werden von einigen hier nicht toleriert. Ich werde mir weiterhin die Freiheit nehmen, jedweden Radikalismus abzulehnen und auch dagegen zu argumentieren.
Aber manche brauchen ja keine Argumente, sie haben ja eine Überzeugung.
"Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen." - Friedrich Nietzsche
Schönes Wochenende allerseits!
Henning
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Re: Heute im BR:

#79

Beitrag von bierhistoriker.org » Freitag 15. Januar 2016, 15:01

Jm010265 hat geschrieben: Lasst das was 1516 geschrieben wurde bestehen.
Super, können wir das dann auch bitte um die damals zeitgenössischen Begleiterscheinungen ergänzen und diese Traditionen fortführen:

Hexenverfolgung ( der Hexenhammer / Malleus maleficarum von 1486) hatte 1516 seine Blütezeit
Leibeigenschaft

Köln mag es ja karnevalistisch, nennen wir das Ganze doch "Traditionelles Trifolium" :
Hexenverbrennung, Leibeigenschaft, Reinheitsgebot

Gruß aus Kölle

Hiermit erhebe ich Copyright-Ansprüche auf diese Bezeichnung :P :P :P
Zuletzt geändert von bierhistoriker.org am Freitag 15. Januar 2016, 15:50, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Heute im BR:

#80

Beitrag von Fe2O3 » Freitag 15. Januar 2016, 15:41

bierhistoriker.org hat geschrieben:
Jm010265 hat geschrieben: Lasst das was 1516 geschrieben wurde bestehen.
Super, können wir das dann auch bitte um die damals zeitgenössischen Begleiterscheinungen ergänzen und diese Traditionen fortführen:

Hexenverfolgung ( der Hexenhammer / Malleus maleficarum von 1486) hatte 1516 seine Blütezeit
Leibeneigenschaft

Köln mag es ja karnevalistisch, nennen wir das Ganze doch "Traditionelles Trifolium" :
Hexenverbrennung, Leibeigenschaft, Reinheitsgebot

Gruß aus Kölle

Hiermit erhebe ich Copyright-Ansprüche auf diese Bezeichnung :P :P :P

Und nicht vergessen: --> die Brautätigkeiten sind an eure Frauen (und wenn nicht vorhanden an andere Damen im Bekanntenkreis) zu übergeben :P (wenn schon "old School", dann richtig!)

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Re: Heute im BR:

#81

Beitrag von Bierfetischist » Freitag 15. Januar 2016, 16:38

Brewtotype hat geschrieben:El Gordo hat geschrieben:
Und zum Thema Chemie im Bier ist dieser Artikel immer noch unschlagbar:
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1 ... 8/abstract


Stefan


Danke Stefan :) , den Artikel wollte ich heute Abend posten.
Den von Stefan verlinkten Artikel finde ich übrigens total lächerlich. Das beim brauen chemische Prozesse ablaufen ist ja wohl jedem von uns klar und nun wirklich nichts Neues. Wenn ich von Chemie beim brauen rede, dann meine ich z.B. die extra zugesetzten Schönungsmittel, Stabilisierungsmittel, technischen Hilfsstöffchen die Matthias (Malzwein) hier teilweise aufgelistet hat.

Sicher ist der Einsatz von Chemikalien heutzutage in vielen bereichen nicht mehr wegzudenken, aber da wo es geht möchte ich darauf verzichten. Ein schönes Beispiel dafür ist mein Hopfen der letztes Jahr massiv von Blattläusen befallen war. Ich habe Brennnesseljauche angesetzt und den Hopfen damit erfolgreich behandelt.

Wahrscheinlich hätten Insektizide wie TEPPEKI, IMIDACLOPRID oder PYMETROZIN auch eine erfolgreiche Wirkung gehabt, aber genau diese Chemie-Cocktails will ich vermeiden, ganz zu schweigen von den ganzen Fungiziden die im Hopfenanbau eingesetzt werden. Ich habe aber auch Verständnis für die Hopfenbauern die ihre Pflanzen weiterhin mit Fungizide und Insektizide behandeln, ein Totalausfall der Ernte würde da wohl für einige existenzbedrohend sein. Chemie hin oder her, sollte jeder mit sich selbst ausmachen wie er damit umgeht.

Gruß Heiko :Drink

der sich sein eigenes Märchengebot schreibt
Gruß Heiko

Mein Bierblog>>>https://bierfetischist.wordpress.com/
„Es ist ein Grundbedürfnis der Deutschen, beim Biere schlecht über die Regierung zu reden.“ Otto von Bismarck

El Gordo

Re: Heute im BR:

#82

Beitrag von El Gordo » Freitag 15. Januar 2016, 16:57

Der Artikel ist nicht lächerlich, sondern hochinteressant. Vor allem, wenn man sich mit organischer Chemie auskennt.


Stefan

flip
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Re: Heute im BR:

#83

Beitrag von flip » Freitag 15. Januar 2016, 16:58

Liquidminer hat geschrieben:Hier nochmal der Beitrag für die, die es verpasst haben. Intessant auch die sehr territorialen "Diskussionsbeiträge" unten auf der Seite....

Ich möchte mal auf den Beitrag von Herrn Hans-Ludwig Straub (#6) hinweisen:

Bin mit Ihrer Sendung nicht einverstanden.
Wir Bierbrauer können unter ca. 60 Malzsorten auswählen. Dazu ca. 100 verschiedene Hopfensorten. Dazu ca. 100 verschiedene Heferassen,
Kein Bierbrauer dieser Welt wird jemals so alt werden, alle Kombinationsmöglichkeiten in seinem begrenztem Brauerleben auszuprobieren.

Das Problem ist: wenn man das Reinheitsgebot öffnet haben wir binnen kurzer Zeit die gleiche Situation wie beim Erdbeerjoghurt. Da ist alles drinn, außer Erdbeeren. Unsere großen Brauereien, die - wie Sie richtig anmerken, - unter anderem Hopfenextrakt und PVPP verwenden, würden uns gnadenlos chemische Substanzen ins Bier mischen, um "Kraftbiere" billigst herzustellen, die diesen Namen nicht im entferntesten verdienen. Wer's nicht glaubt, soll sich nur die Biere von großen belgischen Brauereien anschauen. Bitte nicht trinken.


Damit ist alles gesagt, Thread kann geschlossen werden. :P

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Re: Heute im BR:

#84

Beitrag von hyper472 » Freitag 15. Januar 2016, 17:23

Erdbeerjoghurt ist ein schönes Beispiel!
Wer pauschal die Abschaffung des RHG fordert, öffnet jedem Mist Tür und Tor, und nicht nur den begrüßenswerten Alternativen.
Meiner Meinung nach wurden aber schon ein paar Regelungen hier angesprochen, die im Rahmen einer Reform/ Lockerung des RHG eine vernünftige Diskussion wert wären. Unser digitaler geführter dafür-dagegen-Streit ist von so einer Diskussion leider zu weit entfernt. Aber wir werden noch erleben, dass auch die Medien es nicht schaffen werden, die Diskussion auf ein Niveau zu heben, das über ja/nein hinausgeht.
Viele Grüße, Henning
"Das Bier aber macht das Fleisch des Menschen fett und gibt seinem Antlitz eine schöne Farbe durch die Kraft und den guten Saft des Getreides."
Hildegard von Bingen (1098-1179)

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Re: Heute im BR:

#85

Beitrag von Fe2O3 » Freitag 15. Januar 2016, 17:25

El Gordo hat geschrieben:Der Artikel ist nicht lächerlich, sondern hochinteressant. Vor allem, wenn man sich mit organischer Chemie auskennt.


Stefan
Das mag so sein (jedenfalls liest sich das Abstract hochinteressant) - aber leider komm ich an den ganzen Artikel nicht ran, ohne ihn zu kaufen :(

lG
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Re: Heute im BR:

#86

Beitrag von Ladeberger » Freitag 15. Januar 2016, 17:32

Bierfetischist hat geschrieben: Sicher ist der Einsatz von Chemikalien heutzutage in vielen bereichen nicht mehr wegzudenken, aber da wo es geht möchte ich darauf verzichten. Ein schönes Beispiel dafür ist mein Hopfen der letztes Jahr massiv von Blattläusen befallen war. Ich habe Brennnesseljauche angesetzt und den Hopfen damit erfolgreich behandelt.
Mal angenommen Brennesseljauche killt tatsächlich Blattläuse (was ich nicht glaube): Hast du auch mal geschaut, welche der Substanzen aus Brennesseln bzw. der Fermentation bei der Jaucheherstellung dann für die Abtötung der Blattläuse sorgt? Oder gehst du pauschal davon aus, dass alles was in der Natur vorkommt und schon von Opa verwendet wurde unbedenklich ist?

Gruß
Andy

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Re: Heute im BR:

#87

Beitrag von gulp » Freitag 15. Januar 2016, 17:34

Meiner Meinung nach wurden aber schon ein paar Regelungen hier angesprochen, die im Rahmen einer Reform/ Lockerung des RHG eine vernünftige Diskussion wert wären.
Nur so kommt man weiter. Es muss um eine Modernisierung des Märchengebotes gehen, dann nenne ich es auch nicht mehr so. Abgeschafft wird es sowieso nicht, dafür ist es als Werbeargument einfach zu stark. Reinheit, die alle irre macht im Kopf, was will der Kaufmann noch mehr? :popdrink

Gruß
Peter
Ein Bayer ohne Bier ist ein gefährlich Thier!

https://biergrantler.de
https://stixbraeu.de

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Re: Heute im BR:

#88

Beitrag von El Gordo » Freitag 15. Januar 2016, 18:06

Die Behauptung, dass ohne RHG die Chemie ins Bier kommt, ist ein Schreckgespenst, für das es keinerlei Beleg gibt. Die allermeisten Biere aus Ländern ohne RHG sind keine Chemiebrühen.
Das ist Panikmache ohne jegliche Grundlage.
Zumal man dann ja immer noch nach dem RHG brauen könnte und dadurch einen enormen Wettbewerbsvorteil hätte.

Stefan

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Re: Heute im BR:

#89

Beitrag von bierhistoriker.org » Freitag 15. Januar 2016, 18:49

Übrigens, der weiter oben zitierte Hans-Ludwig Straub, der so gegen die belgischen Biere wettert , betreibt einen Braugasthof bei Bamberg.
Laut Ratebeer sind seine Produkte recht durchschnittlich .....
Interessant ist der Kommentar eines Amerikaners aus November 2015 ( der hat über 8800 geratete Biere auf der Uhr, da kann man eine gewisse Grunderfahrung unterstellen) :
"and surprisingly clean, in fact it’s the first clean beer I’ve had from Drei Kronen Memmelsdorf since 2008".

Statt zu posten und die Klappe weit aufzureissen, sollte sich Herr Straub vielleicht besser um die Qualität seiner eigenen Produkte kümmern :P :P :P

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Re: Heute im BR:

#90

Beitrag von heru » Freitag 15. Januar 2016, 19:00

El Gordo hat geschrieben: Die Behauptung, dass ohne RHG die Chemie ins Bier kommt, ist ein Schreckgespenst, für das es keinerlei Beleg gibt. Die allermeisten Biere aus Ländern ohne RHG sind keine Chemiebrühen.
Das ist Panikmache ohne jegliche Grundlage.
Zumal man dann ja immer noch nach dem RHG brauen könnte und dadurch einen enormen Wettbewerbsvorteil hätte.

Stefan
:goodpost:

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Re: Heute im BR:

#91

Beitrag von hyper472 » Freitag 15. Januar 2016, 19:36

El Gordo hat geschrieben:Die Behauptung, dass ohne RHG die Chemie ins Bier kommt, ist ein Schreckgespenst, für das es keinerlei Beleg gibt. Die allermeisten Biere aus Ländern ohne RHG sind keine Chemiebrühen.
Das ist Panikmache ohne jegliche Grundlage.
Zumal man dann ja immer noch nach dem RHG brauen könnte und dadurch einen enormen Wettbewerbsvorteil hätte.

Stefan
Die Behauptung, dass ohne RHG keine Chemie ins Bier kommt, ist ein frommer Wunsch, für den es keinerlei Beleg gibt. Zu viele Produkte, bei denen kein RHG gilt, sind reine Chemiebrühen.
Das ist Wunschdenken ohne jegliche Grundlage.
Zumal man dann nicht mehr nach dem RHG brauen könnte ohne dadurch einen enormen Wettbewerbsnachteil zu haben.

-> man muss nicht viele Buchstaben ändern, um von einer Pauschalwertung zu einer anderen (ebenso nutzlosen, weil einseitigen) Pauschalwertung zu kommen.
"Das Bier aber macht das Fleisch des Menschen fett und gibt seinem Antlitz eine schöne Farbe durch die Kraft und den guten Saft des Getreides."
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Re: Heute im BR:

#92

Beitrag von El Gordo » Freitag 15. Januar 2016, 20:00

Bier mit chemischen Zusätzen hätte auf dem deutschen Markt null Chancen.
Und bitte, wo ist das englische, belgische, schweizer oder österreichische Bier mit den fiesen giftigen Chemikalien?
Panikmache. Nichts anderes.

Zu verbieten, Bier mit anderen natürlichen Rohstoffen außer Hopfen und Malz zu brauen ist eine unverschämte Bevormundung und ein Eingriff in die Kreativität und Vielfalt. Und letztendlich ein Schuss in den Ofen. Sieht man ja an dem sinkenden Bierabsatz und den sterbenden Brauereien.
Die verzweifelte Antwort in Form von Biermixgetränken ist dann die traurige Konsequenz dieser Gesetzgebung.
Im bösen Amerika wo Bier angeblich hauptsächlich aus Ochsengalle und Schwefelsäure gebraut wird, macht gerade im Schnitt alle 18 Stunden eine neue Brauerei auf.

Stefan
Zuletzt geändert von El Gordo am Freitag 15. Januar 2016, 20:14, insgesamt 3-mal geändert.

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Re: Heute im BR:

#93

Beitrag von Fichtenknicker » Freitag 15. Januar 2016, 20:07

hyper472 hat geschrieben:
El Gordo hat geschrieben:Die Behauptung, dass ohne RHG die Chemie ins Bier kommt, ist ein Schreckgespenst, für das es keinerlei Beleg gibt. Die allermeisten Biere aus Ländern ohne RHG sind keine Chemiebrühen.
Das ist Panikmache ohne jegliche Grundlage.
Zumal man dann ja immer noch nach dem RHG brauen könnte und dadurch einen enormen Wettbewerbsvorteil hätte.

Stefan
Die Behauptung, dass ohne RHG keine Chemie ins Bier kommt, ist ein frommer Wunsch, für den es keinerlei Beleg gibt. Zu viele Produkte, bei denen kein RHG gilt, sind reine Chemiebrühen.
Und ich wette, das viele der deutschen Brauereien nach einem Wegfall des RHG ziemlich schnell auf den "Chemie-Zug" aufspringen würden wegen
[]"der globalen Konkurrenz"
[]"allgemeiner Prozeßoptimierung"
[]"Kostenreduzierung"
zutreffendes bitte ankreuzen.

Und den meisten Konsumenten wäre es egal - hauptsache billig - bis irgendein Wallraff eine Reportage aus der "Hexenküche Brauerei" senden würde.

Dann gäbe es ein, zwei Wochen lang
1) Riesige Bild-Titelschlagzeilen (mit zunehmender Zeit werden diese kleiner und verschwinden dann erst auf Seite 3 und schließlich ganz)
2) Div Artikel in "besseren" Zeitungen, die sich mal mehr mal weniger kontrovers mit dem Thema beschäftigen
3) Einige Feuitillons von aufgeblasenen Wichtigtuern, mal pro mal gegen das RHG
4) Irgendein Geblubber eines, vermutlich bayrischen, Politikers, der abermals den Untergang der abendländischen Kultur beweint
4a) den Konter eines Grünen/SPDlers, der das ganze für abwegig erklärt und den Rücktritt von XYZ fordert
und
5) nach einigen Wochen Ruhe bis irgendwer wieder mit 1) anfängt.

Und nebenbei setzen sich immer mehr kleine und mittlere, geschäftstüchtige und flexible Brauereien bei den Kunden durch, die ein gutes Produkt zu schätzen wissen.

Die Biere, die derzeit an der Abfüllanlage kreiert werden, sind doch eine mehr oder weniger austauschbare Plörre ohne eigene Stil und Wiedererkennungwert.

Ich lebe im Gebiet von Warsteiner, Krombacher und Veltins. Vor 15 oder 20 Jahren hätte ich mich jeder Blindverkostung gestellt. Heute schmeckt doch eines wie das andere.

Gruß
Guido
Captain Brewley hat geschrieben:Craft Beer ist Hipsterscheiße.

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Re: Heute im BR:

#94

Beitrag von El Gordo » Freitag 15. Januar 2016, 20:11

Das ganze ist ein klassischer Fall von German Angst:
https://de.m.wikipedia.org/wiki/German_Angst

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Re: Heute im BR:

#95

Beitrag von Captain Brewley » Freitag 15. Januar 2016, 20:13

Ihr Deutschen seid echt nicht zu beneiden: RHG und Zoll...

Schönen Abend,
Gunter
Österreich

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Re: Heute im BR:

#96

Beitrag von happyhibo » Freitag 15. Januar 2016, 20:46

:moredrama :popdrink
Gruß
Alex / HappyHibo

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Re: Heute im BR:

#97

Beitrag von hyper472 » Freitag 15. Januar 2016, 20:59

El Gordo hat geschrieben: Im bösen Amerika wo Bier angeblich hauptsächlich aus Ochsengalle und Schwefelsäure gebraut wird, macht gerade im Schnitt alle 18 Stunden eine neue Brauerei auf.

Stefan
Ja. Aus Verzweiflung. Da ist der Leidensdruck ein ganz anderer als hier. Frag Dich mal warum.
"Das Bier aber macht das Fleisch des Menschen fett und gibt seinem Antlitz eine schöne Farbe durch die Kraft und den guten Saft des Getreides."
Hildegard von Bingen (1098-1179)

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Re: Heute im BR:

#98

Beitrag von Captain Brewley » Freitag 15. Januar 2016, 21:01

hyper472 hat geschrieben: Ja. Aus Verzweiflung. Da ist der Leidensdruck ein ganz anderer als hier. Frag Dich mal warum.
Ja, das wird der Grund sein... :Ahh

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Re: Heute im BR:

#99

Beitrag von Ladeberger » Freitag 15. Januar 2016, 21:04

hyper472 hat geschrieben: Die Behauptung, dass ohne RHG keine Chemie ins Bier kommt, ist ein frommer Wunsch, für den es keinerlei Beleg gibt. Zu viele Produkte, bei denen kein RHG gilt, sind reine Chemiebrühen.
Das ist Wunschdenken ohne jegliche Grundlage.
Was ist denn eine Chemiebrühe? Ihr tut überwiegend so, als ob Anarchie über das Bier hereinbrechen würde, wenn ein antiquiertes Gesetz fällt. Bier ist ein streng reglementiertes und überwachtes Lebensmittel. Es gibt EU-weit gültige und m.E. schon reichlich strenge Vorschriften was ins Vollbier an Zutaten und Zusatzstoffen darf. Lediglich für alkoholarme <1,2%vol und alkoholfreie Biere sind zur Konservierung recht viele Ausnahmen zugelassen, aber wer will das auch saufen.

Um was es bei der Gesetzgebung zu Lebensmitteln geht - und auch nur gehen darf - ist die Sicherung einer Mindestqualität zwecks Verbrauchersicherheit. Alles andere ist doch Kokolores! Die bestehenden Verbote für einwandfreie Zutaten wie andere Malze im UG, Rohfrucht, Gewürze und Früchte sind lebensmittelrechtlich nicht begründbar und gehören weg. Welches Rechtsgut ist bedroht, so dass die geschützte Berufsfreiheit der Brauer einschränkt werden darf? Der Gaumen? Die gute Sitte? Das einzige was hier bedroht wird sind etablierte Vorurteile.
Zumal man dann nicht mehr nach dem RHG brauen könnte ohne dadurch einen enormen Wettbewerbsnachteil zu haben.
Der einzige Wettbewerbsnachteil besteht aktuell darin, dass Craftbrauer wider jeder Vernunft nicht das machen können, was sie wollen. Der Rest in einem Szenario ohne RHG ist rein spekulativ, es gibt seit Jahren einen Trend zu Regionalität und Qualität. Wer sich mit einer RHG Selbstverpflichtung platzieren will, am besten dann einer ernst gemeinten und kontrollierten Variante, wird auf einen breiten Markt treffen. Das beweist CAMRA in GB seit Jahrzehnten.

Außerdem halte ich es für ausgesprochen unwahrscheinlich, dass deutsche Großbrauereien in absehbarer Zeit auf Reis & Co. wechseln. Das ist zum einen schlecht vermittelbar, wenn man seit Jahrzehnten die Fahne für das RHG hochhält, zum anderen wird man Angst haben, dass der Kunde zur Malz-Konkurrenz abwandert. Einen Wettbewerbsdruck aus dem Ausland gibt es meines Erachtens sowieso nicht. Sonst wäre der deutsche Markt, auf dem seit den 80ern Non-RHG Bier ausländischer Brauereien als "Bier" verkauft werden darf, schon seit Jahrzehnten durch Carlsberg u.ä. dominiert. Den Eindruck habe ich nicht.

Gruß
Andy

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Re: Heute im BR:

#100

Beitrag von Fichtenknicker » Freitag 15. Januar 2016, 21:05

Gebe ich die Ochsengalle jetzt in den Whirlpool oder zu Kochbeginn?
Captain Brewley hat geschrieben:Craft Beer ist Hipsterscheiße.

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