Zuschuss für mein Brau-Hobby

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ulli2773
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Zuschuss für mein Brau-Hobby

#1

Beitrag von ulli2773 » Donnerstag 4. Januar 2018, 21:37

Liebe Hobbybrauer,

vor einem Jahr habe ich begonnen, einen kleinen Keller in der erweiterten Nachbarschaft zum Braukeller auszubauen. Nachdem der Aufwand des Auf- und Abbaus meiner Einkocher-Anlage mir lästig wurde und auch die Familie den Duft nicht zu schätzen wusste, habe ich mich gefreut, diesen Kellerraum unter einem Fahrradkeller im Hinterhof angeboten zu bekommen. Einher ging dies mit der Hoffnung, in die 70 Liter-Klasse "aufzusteigen".

Der Keller hatte aus seiner gewerblichen Vergangenheit glücklicherweise einen gemauerten Schacht in der Mitte, in das ich ein Abflussrohr für einen zentralen Bodenablauf einlegen konnte. In Abstimmung mit dem Besitzer, von dem ich für kleines Geld miete, konnte eine Wand durchgängig gefliest werden, eine rutschhemmende Bodenfliese auf dem eingebrachten Estrich verlegt werden und eine Kernbohrung für ein Abluftrohr in die Decke über der Kochstelle eingebracht werden.

Bis hierhin war ich mir noch nicht sicher, ob ich das mit dem Gewerbe wirklich anmelden will, oder einfach nur einen Hobbykeller haben will. Als aber ein benachbartes Mittagstisch-Restaurant fragte, ob man denn mein Bier auch kaufen (und verkaufen) könne, war die Lust schon da, das mal anzugehen. Falls es unüberwindbare Hindernisse geben sollte, war ein Aufgeben ja jederzeit möglich.

Als erstes habe ich beim Bauaufsichtsamt angefragt, eine Begehung wurde vereinbart. Diese verlief positiv, das Bauaufsichtsamt gab grünes Licht, dann folgte die Gewerbeanmeldung.

Als drittes habe ich die Lebensmittelüberwachung kontaktiert. Auch hier war der Kontakt positiv, die Begehung konstruktiv. Die meisten Fehler hatte ich in der Etikettierung. Eine Postadresse fehlte, das Mindesthaltbarkeitsdatum war falsch angegeben, die allergenen Stoffe waren nicht deklariert. Seitens der Behörde wurde angemessen Infomaterial zur Verfügung gestellt (HACCP etc)

Als viertes habe ich ein Prüflabor für eine labortechnische Prüfung des Wassers eingebunden, auch das ging geschmeidig.

Als nächstes habe ich den Zoll kontaktiert. Angesichts der zu erwartenden kleinen Menge an zu versteuerndem Bier wurde mir ein Zoll-Lager erlassen, ich muss bis zum 10. des Folgemonats meine Sude anmelden.

Zwischendrin hatte ich immer mal wieder Kontakt zur Industrie- und Handelskammer, dort muss man sich ja anmelden bzw diese wird automatisch über die Gewerbeanmeldung vom Gewerbeamt informiert. Aber auch das wird machbar sein.

Für das Ausfüllen der Steueranmeldung habe ich einen Buchhalter im Nachbarhaus des Braukellers konsultiert, der mir gut geholfen hat, inzwischen ist die Steuernummer bei mir eingegangen.

Bis hierhin alles easy ... schwierig wurde es bei der Anmeldung der Marke. Der von mir angedachte Name war schon vergeben, ebenso wie viele andere halbwegs sexy Namen für mein Bier. Aber da ist inzwischen Ersatz gefunden und dieser wird derzeit geprüft.

Warum ich das hier schreibe? Ich will denjenigen Mut machen, die mit dem Gedanken spielen, ein Gewerbe anzumelden. Der Kontakt mit den Behörden macht Spaß. Freundlich bleiben und Ball flach halten hilft enorm; und bezüglich der Menge auf dem Teppich bleiben. Ich weiss, dass ich nebenberuflich weiterhin nur brauen will, wenn ich Lust darauf habe. Vielleicht wird es mehr, vielleicht aber auch nicht.

Geht den Kontakt mit den Behörden offen und freundlich an. Die beteiligte Personen verstehen ihr Handwerk ebenso wie wir unseres. Bisher halten sich die Kosten in Grenzen, andere pflegen ihr Motorrad oder sammeln Briefmarken, wir brauen geilo BEER. Allen, die hier hilfreiche Tipps gegeben haben, meinen verbindlichsten Dank, Ihr seid ein großartiges Forum.

Allzeit "Gut Sud",

Werner

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§11
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Re: Zuschuss für mein Brau-Hobby

#2

Beitrag von §11 » Donnerstag 4. Januar 2018, 21:48

Hi Werner,

Super! Das freut mich wenn das so klappt und Behörden sogar beratend tätig werden.

Es zeigt halt einfach wie wichtig der direkte Kontakt ist. Man kann sich all die Diskutiererei hier sparen wenn man einfach auf die betroffenden Stellen zugeht. Die Diskussionen hier sind vor allem so sinnbefreit, weil jeder etwas anderes gehört hat und, wie man sieht, jede Behörde anders reagiert.

Gib Glück und Segen drein!

Jan
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Re: Zuschuss für mein Brau-Hobby

#3

Beitrag von Helge » Donnerstag 4. Januar 2018, 22:08

Hey Werner,

super Bericht. Dann wünsche ich Dir mal viel Erfolg!

Ich habe oft mit Behörden im Bereich Bauen zu tun. Dort ist es auch so, in Ruhe besprechen wo das Problem liegt
und dann eine Lösung finden. Oft ist es dann garnicht so schwer alle zufrieden zu stellen. Deshalb bin ich um so mehr
froh über Deinen Bericht und den guten Ausgang. :thumbsup

Ich habe auch schon mal an ein kleines Gewerbe gedacht um bei Festen mein Bier an der Mann/Frau zu bringen.
Deine Infos machen mir Mut es auch anzugehen.

Grüße Helge

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Re: Zuschuss für mein Brau-Hobby

#4

Beitrag von Bierstrolch » Donnerstag 4. Januar 2018, 22:22

Hallo Werner,


vielen Dank für den Einblick in deine Gründung. Ich wünsche dir viel Erfolg mit deiner Nebenerwerbsbrauerei.
Die Erfahrung die du schilderst kann ich nur teilen. Aus meiner täglichen Arbeit als Qualitätsmanager in der Lebensmittelindustrie weiß ich nur zu gut wie wichtig der Kontakt zu den Behörden ist. Oftmals regeln sich die Dinge in einem Vieraugengespräch schneller und zudem auch ohne Missverständnisse im Gegensatz zum Telefon oder per E-Mail.
Falls du noch Fragen zur Etikettierung oder zu einem HACCP-Konzept hast, kannst du mir gerne eine PN schicken.

Gruß Max

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Re: Zuschuss für mein Brau-Hobby

#5

Beitrag von holledauer » Freitag 5. Januar 2018, 07:41

Coole Sache. Wünsche dir viel Erfolg und laß den Spaß im Vordergrund stehen :)
Gruß Martin aus der Hallertau

+++++++++++++

Meine Vorstellung:
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Hopfen-Online-Shop und eine kleine Auswahl von Hefen + Zubehör :Greets :
www.hopfenhandel-resch.de

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Re: Zuschuss für mein Brau-Hobby

#6

Beitrag von Cobo » Freitag 5. Januar 2018, 08:55

Coole Sache. Ich spiele auch mit dem Gedanken, will aber erst mal noch ne Weile die Rezepte verfeinern und besser reproduzierbar machen.
Suche aber auch etwas um meine Möglichkeiten zu erweitern. Es gibt hier einige alte Fleischereien (Metzger sagt man bei euch wohl) die aufgrund der Supermärkte aufgegeben haben und sich in sowas einzumieten würde wohl absolut Sinn machen. Die haben oft sogar nen Kühlraum :Smile
Wird demnächst gebraut: Englischer Barley Wine, verbessertes Red Ale
Derzeit in Gärung: -
In Reifung: Cacao Milk Stout, Amerikanischer Barleywine
Trinkreif: -

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Re: Zuschuss für mein Brau-Hobby

#7

Beitrag von Chrissi_Chris » Freitag 5. Januar 2018, 08:56

Moin Werner,

Mutig von dir und hochachtung das du den ganzen stress auf dich genommen hast.
Prima wenn bei dir alles so gut geklappt hat ohne große Hindernisse...

Ich freue mich für dich und wünsche dir nur das beste und das es vor allem dein Hobby bleibt und nicht zum Zwang wird.

LG und alles Gute
Chris

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Re: Zuschuss für mein Brau-Hobby

#8

Beitrag von Malzwein » Freitag 5. Januar 2018, 10:00

§11 hat geschrieben:
Donnerstag 4. Januar 2018, 21:48
...
Es zeigt halt einfach wie wichtig der direkte Kontakt ist. Man kann sich all die Diskutiererei hier sparen wenn man einfach auf die betroffenden Stellen zugeht. Die Diskussionen hier sind vor allem so sinnbefreit, weil jeder etwas anderes gehört hat und, wie man sieht, jede Behörde anders reagiert.
...
Jan
Mit dem Absatz und dem Eingangspost kann eigentlich jede Anfrage und Diskussion hier im Forum beendet werden. Alle relevanten Behörden sollten von Werner oben genannt worden sein.

Bleibt ein "Glück auf" für Werner!

PS: Nur könnte der Titel zwecks Wiederfindbarkeit angepasst werden. Ich habe einen Spendenaufruf erwartet. :redhead
Gruß Matthias

Jep, Bier wird´s immer... meist auch trinkbar und manchmal ist es richtig gut!

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Re: Zuschuss für mein Brau-Hobby

#9

Beitrag von Dinkhopf » Freitag 5. Januar 2018, 10:21

Super Fred, spannender Artikel, gut geschrieben noch dazu. :thumbup
Ein prima Einstieg für alle, die sich mit dem Gedanken tragen, ihr Hobby auf die Gewerbe-Ebene zu hieven - in welchem Ausmaß auch immer. :Smile

Die Kirsche auf dem Sahnehäubchen wären jetzt noch Bilder. :Wink :Smile
Beste Grüße
Alex :Drink

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Re: Zuschuss für mein Brau-Hobby

#10

Beitrag von Mödels » Freitag 5. Januar 2018, 10:26

Hallo Werner,

du hast bis hier her alles richtig gemacht.
Ich habe mich Anfang 2017 auch komplett da durch gewuschelt, mit Erfolg. Meine Kellerbrauerei ist von allen Ämtern genehmigt. Auch die Lebensmittelkontrolle und Schulung habe ich hinter mir. Ein Konzept war erarbeitet und auch meine Biere schmecken der Familie den Freunden und Kollegen. Meine ganzen Händler habe ich abgeklappert die, die ich für alles brauche. Meine Biere haben auch keine großen Schwankungen und sind produzierbar.

Ich war voller Tatendrang, doch seit ich im Sommerurlaub 14 Tage Ruhe zum nach denken hatte, habe ich alles erst mal auf Eis gelegt. Ich braue erst mal weiter als Hobby. Grund war für mich die Zeit und das weitere Geld was in das Projekt fließen müsste. Vielleicht werde ich es eines Tages doch machen aber bis jetzt genieße ich die Freiheit als Hobbybrauer weiter.

Wünsche dir und allen anderen viel Erfolg.

Gerne stehe ich für Fragen zur Verfügung

Liebe Grüße Christian

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Re: Zuschuss für mein Brau-Hobby

#11

Beitrag von Jomsviking » Freitag 5. Januar 2018, 10:50

Super Geschichte!

Genau das was du gemacht hast, möchte ich auf kurz oder lang auch machen:
Eine angemeldete kleine Brauerei mit der möglichkeit das Bier Verkaufen zu können.
Kein Zwang, kein muss, keine Verpflichtung: Reines Hobby!

Aufgekommen ist die Idee aufgrund zwei Anfragen:
1. Bier als Weihnachtsgeschenk an Kunden, Lieferanten, etc.
2. Bier Verkaufen im Verein.

Bereits zu diesen zwei Punkten habe ich sehr gute Erfahrungen mit den Ämtern gemacht:
Die 1. Variante kann ich jetzt schon so machen. Lediglich Versteuert muss es werden. (Und Verschenkt, Nicht verkauft)
Bei der 2. Variante wurde mit vom Lebensmittelkontrolleur abgeraten: Auch wenn es Rechtlich gehen würde --> Abgabe Privater Lebensmittel (z.B. Kuchenverkauf, etc.) ist man zu diesem Zeitpunkt der Produkthaftung ausgesetzt. Zwar besteht die Deklarationspflicht nicht und machbar wäre es, jedoch ist dies scheinbar eine Grauzone. --> ergo: Besser nicht machen, dann kann es auch keine Probleme geben =) Er hatte auch angeboten, sich die Räumlichkeiten anzuschauen und ggf. abzunehmen.
Beide Ämter waren sehr Nett und Hilfsbereit.

Ärgerlich an der ganzen Sache ist nur:
In meinem Haus war früher eine Schnapsbrennei... Geflieste Wände, Bodenablauf, etc. Alles was man sich vorstellen kann und braucht.
Hätte ich damals schon gebraut, hätt ich die Räume nicht zur Werkstatt umgebaut :Ahh
Das lässt sich glücklicherweise recht einfach wieder zurück Rüsten :Bigsmile
Irgendwann wird das mal in Angriff genommen :Drink
Gruß
Felix

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Re: Zuschuss für mein Brau-Hobby

#12

Beitrag von Killa-Bräu » Freitag 5. Januar 2018, 11:07

Hallo Werner, schöner Bericht. Macht hier sicher einigen Hoffnung die mit diesem Gedanken spielen. Bin auch gerade in der Aufbauphase, Nutzungsänderung des Kellers, Gesundheitsamt, usw.
Bin auch der Meinung alles Step by Step in Ruhe anzugehen, und es es ist schön, wenn man kann aber nicht muss. Und ja, der Spaß an der Sache muss immer im Auge behalten werden, denn ohne Spaß wird das bald zur Geisel.
Stehe auch in Kontakt mit zwei Brauern die das schon länger machen, das hilft ungemein bei der Planung und Realisierung der Brauerei.
Dir viel Glück und Erfolg :thumbsup

Da Killa (Christian) :Drink
"Eher soll die Welt verderben, als ein Bayer am Durste sterben"

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Re: Zuschuss für mein Brau-Hobby

#13

Beitrag von §11 » Freitag 5. Januar 2018, 15:08

Ärgerlich an der ganzen Sache ist nur:
In meinem Haus war früher eine Schnapsbrennei... Geflieste Wände, Bodenablauf, etc. Alles was man sich vorstellen kann und braucht.
Hätte ich damals schon gebraut, hätt ich die Räume nicht
Viel geiler wer es wenn das Brennrecht nicht verfallen wäre :thumbsup

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Re: Zuschuss für mein Brau-Hobby

#14

Beitrag von Blancblue » Freitag 5. Januar 2018, 15:35

§11 hat geschrieben:
Freitag 5. Januar 2018, 15:08
Ärgerlich an der ganzen Sache ist nur:
In meinem Haus war früher eine Schnapsbrennei... Geflieste Wände, Bodenablauf, etc. Alles was man sich vorstellen kann und braucht.
Hätte ich damals schon gebraut, hätt ich die Räume nicht
Viel geiler wer es wenn das Brennrecht nicht verfallen wäre :thumbsup

Jan
Habe ich mir auch gerade gedacht... ;)
Brauen ist zu 50% Kunst und zu 50% Handwerk. Dazu kommen noch mal 100% Erfahrung.

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Re: Zuschuss für mein Brau-Hobby

#15

Beitrag von Jomsviking » Freitag 5. Januar 2018, 15:43

Das Brennrecht lag leider nicht auf dem Gebäude :Mad
Gruß
Felix

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Re: Zuschuss für mein Brau-Hobby

#16

Beitrag von Felix83 » Freitag 5. Januar 2018, 16:24

Wow! Super das es hier doch einige Leute gibt, die Kleinstbrauereien aufmachen!

@Werner: Kannst Du das mit dem Zollager genauer erklären? Meine Eltern haben eine kleine Gewerbeküche im Nachbarhaus aufgebaut und die kann ich mitbenutzen für meine Brauerei. Das ist auch schon alles abgenommen und genehmigt. Brewtower 140 auch schon da, auf die Malzmühle warte ich noch. Hab aber noch nichts angemeldet und bin unsicher wie das mit dem Zoll läuft. Eine Brauerei ist ja per Definition ein Steuerlager. Ohne Steuerlager also auch kein ermäßigter Biersteuersatz, soweit ich das kapiert habe. Du hast es also geschafft kein Steuerlager zu haben und dennoch den ermäßigten Biersteuersatz zu bekommen?

Mein Konzept ist reiner Direktvertrieb, keine Flaschen, nur Fässer, 5l Top Kegs und die guten alten NCs (finde die Gardena-artigen Kupplungen besser für Endkunden, als ein "einschüchterndes" Flachfitting) mit einer Mietbar und Durchlaufkühler. Also rein auf Partys, Catering und eventuell Gastro ausgelegt.
When you don't know what you are doing, anything is possible. - Tony Magee

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Re: Zuschuss für mein Brau-Hobby

#17

Beitrag von FrankIbb » Samstag 6. Januar 2018, 14:37

Ja, war bei mir so. Angefangen hab ich ohne Steuerlager. Dann durfte ich nachzahlen, weil wohl kein ermäßigter Steuersatz ohne Steuerlager.
Gruß,
Frank

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Re: Zuschuss für mein Brau-Hobby

#18

Beitrag von §11 » Samstag 6. Januar 2018, 15:30

Felix,

Ich kenne mindestens drei Kleinbrauereien, bei denen der Zoll die Lagertanks als Zolllager anerkannt hat.

Diskutier mal die Möglichkeit mit deinem Zöllnern

Jan
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Re: Zuschuss für mein Brau-Hobby

#19

Beitrag von FrankIbb » Samstag 6. Januar 2018, 16:09

Ich habe auch das Bier in Lagertanks. Was ich da rausnehme geht ins Zolllager und mit Verkauf wieder raus. Wenn ich also in Fässer fülle zum Ausliefern, sind sie für Sekundenbruchteile im Zollager und wieder raus :-)
Gruß,
Frank

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Re: Zuschuss für mein Brau-Hobby

#20

Beitrag von DerFranke » Samstag 6. Januar 2018, 18:02

Ich wollt auch nur danke für den top Beitrag sagen!
So wie du schreibst motiviert das wirklich!

Allzeit gut Sud und nen guten Start mit der eigenen Brauerei!

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Re: Zuschuss für mein Brau-Hobby

#21

Beitrag von ulli2773 » Dienstag 9. Januar 2018, 17:31

Felix83 hat geschrieben:
Freitag 5. Januar 2018, 16:24
Wow! Super das es hier doch einige Leute gibt, die Kleinstbrauereien aufmachen!

@Werner: Kannst Du das mit dem Zollager genauer erklären? Meine Eltern haben eine kleine Gewerbeküche im Nachbarhaus aufgebaut und die kann ich mitbenutzen für meine Brauerei. Das ist auch schon alles abgenommen und genehmigt. Brewtower 140 auch schon da, auf die Malzmühle warte ich noch. Hab aber noch nichts angemeldet und bin unsicher wie das mit dem Zoll läuft. Eine Brauerei ist ja per Definition ein Steuerlager. Ohne Steuerlager also auch kein ermäßigter Biersteuersatz, soweit ich das kapiert habe. Du hast es also geschafft kein Steuerlager zu haben und dennoch den ermäßigten Biersteuersatz zu bekommen?

Mein Konzept ist reiner Direktvertrieb, keine Flaschen, nur Fässer, 5l Top Kegs und die guten alten NCs (finde die Gardena-artigen Kupplungen besser für Endkunden, als ein "einschüchterndes" Flachfitting) mit einer Mietbar und Durchlaufkühler. Also rein auf Partys, Catering und eventuell Gastro ausgelegt.
Mir war bei der Abstimmung mit dem Zoll nicht ganz klar, welche baulichen Veränderungen der quasi einfordert. Ich hatte wenig Lust, in meinem kleinen Braukeller einen Bereich baulich abzutrennen, der dann als Zoll-Lager deklariert wird. Ich kenne die Lösung, dass Lagertanks als Zoll-Lager akzeptiert werden, aber das muss ja auch erstmal klappen. Ich habe meine für den Verkauf angedachte Biermenge dem Zoll gegenüber realistisch klein gehalten. Ich muss bis zum 10. des Folgemonats die Sude des Vormonats mit dem Formular 2075 anmelden. Kein Zoll-Lager wurde eingefordert, keine Lagertanks darin. Ich hoffe, dass das eine Weile so bleiben darf und mir so der ermäßigte Biersteuersatz erhalten bleibt.

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Re: Zuschuss für mein Brau-Hobby

#22

Beitrag von gamsbräu » Donnerstag 11. Januar 2018, 15:23

Hallo Werner,

herzlichen Glückwunsch zur neuen "Selbstständigkeit" :Greets
ulli2773 hat geschrieben:
Donnerstag 4. Januar 2018, 21:37
Als viertes habe ich ein Prüflabor für eine labortechnische Prüfung des Wassers eingebunden, auch das ging geschmeidig.
Wo hast Du denn die Analyse durchführen lassen? Hatte das auch mal überlegt, das Internet ist ja leider voll von unseriös( wirkend)en angeboten und das Labor bei dem die Gemeinde ihr Wasser prüfen lässt zeigte sich ziemlich umständlich...

Danke für den Tipp, Florian

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Re: Zuschuss für mein Brau-Hobby

#23

Beitrag von ulli2773 » Samstag 13. Januar 2018, 14:38

gamsbräu hat geschrieben:
Donnerstag 11. Januar 2018, 15:23
Hallo Werner,

herzlichen Glückwunsch zur neuen "Selbstständigkeit" :Greets
ulli2773 hat geschrieben:
Donnerstag 4. Januar 2018, 21:37
Als viertes habe ich ein Prüflabor für eine labortechnische Prüfung des Wassers eingebunden, auch das ging geschmeidig.
Wo hast Du denn die Analyse durchführen lassen? Hatte das auch mal überlegt, das Internet ist ja leider voll von unseriös( wirkend)en angeboten und das Labor bei dem die Gemeinde ihr Wasser prüfen lässt zeigte sich ziemlich umständlich...

Danke für den Tipp, Florian
Ich habe von der Lebensmittelüberwachung einen Link zugeschickt bekommen, wo alle für meine Bundesland qualifizierten Labore aufgeführt sind. Mich hat die Untersuchung 72,50€ gekostet. Da kam jemand, machte wenige Untersuchungen am Wasser direkt vor Ort, nahm 2 Proben mit, 2 Tage später lag das Ergebnis vor. Eine ganz unkomplizierte Geschichte somit.

Schönen Gruß;

Werner

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Re: Zuschuss für mein Brau-Hobby

#24

Beitrag von Brauwolf » Samstag 13. Januar 2018, 23:54

Eine ganz unkomplizierte Geschichte somit.
...und für 72,50€ echt geschenkt.

Cheers, Ruthard
Wir haben alle den gleichen Himmel, aber nicht denselben Horizont.
Mein Blog: Brew24.com

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Barney Gumble
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Re: Zuschuss für mein Brau-Hobby

#25

Beitrag von Barney Gumble » Sonntag 14. Januar 2018, 14:29

Welche Parameter wurden denn für die 72,5 € gemacht? Ist schon sehr günstig.
Wahrscheinlich ging es um Schwermetalle oder?

Wünsche Dir auch sehr viel Erfolg und weiterhin gutes Gelingen bei allen bürokratischen und lebensmittelrechtlichen Hürden sie da noch kommen könnten.

Vg
Shlomo
Als ich von den schlimmen Folgen des Trinkens las, gab ich es sofort auf - das Lesen! (frei nach Henry Youngman)
Wenn ich nicht gleich antworte, liege ich unterm Zapfhahn :Bigsmile

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