Rühren zur Verbesserung der Ausbeute

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Rühren zur Verbesserung der Ausbeute

#1

Beitrag von Bierbert » Montag 9. September 2019, 12:35

Moin Moin,

mich interessiert, wie das Rühren (manuell oder mit Motor) sich - auch gefühlt - auf die Verbesserung der SHA oder Oby auswirkt.

Was ist Eure Meinung bzw. Erfahrung?

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hyper472
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Re: Rühren zur Verbesserung der Ausbeute

#2

Beitrag von hyper472 » Montag 9. September 2019, 12:58

Die SHA verbesserte sich spürbar, als ich begann, ein Rührwerk durchlaufen zu lassen. Das geschieht aber nur aus sportlichem Interesse - ob sich das rechnet, steht auf einem anderen Blatt.
Viele Grüße, Henning
"Das Bier aber macht das Fleisch des Menschen fett und gibt seinem Antlitz eine schöne Farbe durch die Kraft und den guten Saft des Getreides."
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Re: Rühren zur Verbesserung der Ausbeute

#3

Beitrag von Sebasstian » Montag 9. September 2019, 13:00

Seit der hier geschilderten Erfahrung rühre ich häufiger und intensiver und hatte das beschriebe Problem auch nicht mehr, d.h. ich habe auch mehr Stärke verzuckert als mit weniger Rühren...vermutlich. Hängt aber natürlich auch mit anderen Faktoren, wie dem Schroten, zusammen. Und mit/ohne ist immer etwas schwierig zu vergleichen. Man weiß für einen bestimmten Sud ja nicht wie es sonst gewesen wäre. Testreihen mit und ohne Rühren unter sonst exakt gleichen Bedingungen hab ich bisher nicht gemacht. Is auch nicht geplant, da trink ich lieber ein Bier. :Drink
Zuletzt geändert von Sebasstian am Dienstag 10. September 2019, 08:23, insgesamt 1-mal geändert.
Grüße,
Sebastian

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Re: Rühren zur Verbesserung der Ausbeute

#4

Beitrag von Bierbert » Montag 9. September 2019, 21:43

Hmmm also mechanisches Aufschließen?

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§11
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Re: Rühren zur Verbesserung der Ausbeute

#5

Beitrag von §11 » Montag 9. September 2019, 21:53

Bierbert hat geschrieben:
Montag 9. September 2019, 21:43
Hmmm also mechanisches Aufschließen?
Nein, eher Enzyme und Staerke besser durchmischen.
„porro bibitur!“
Die Seite zum Buch "Bier brauen" https://www.jan-bruecklmeier.com/
Die Seite zur HBCon https://heimbrauconvention.de/
https://headlessbrewer.wordpress.com/

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Re: Rühren zur Verbesserung der Ausbeute

#6

Beitrag von uli74 » Montag 9. September 2019, 23:30

Eher die Temperatur gleichmässig im Pott zu verteilen und dadurch besser halten/gezielter heizen zu können
Gruss

Uli

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Re: Rühren zur Verbesserung der Ausbeute

#7

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Montag 9. September 2019, 23:59

Genau: Beim Einkocherbrauen muß man herausfinden wo die optimale Position des Sensors für die Temperatursteuerung ist. Und die ist dort wo das Rührwerk die Maische von der Heizquelle weg nach oben befördert.

Grüßle Dieter
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Re: Rühren zur Verbesserung der Ausbeute

#8

Beitrag von Bierbert » Dienstag 10. September 2019, 07:29

Und wie sieht es bei einer Kombirast im Thermoport aus? Da rühre ich natürlich sobald ich Wasser zugebe, aber danach ja eigentlich nicht mehr...

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Re: Rühren zur Verbesserung der Ausbeute

#9

Beitrag von Sebasstian » Dienstag 10. September 2019, 08:11

Bierbert hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 07:29
Und wie sieht es bei einer Kombirast im Thermoport aus? Da rühre ich natürlich sobald ich Wasser zugebe, aber danach ja eigentlich nicht mehr...
Da wird dann ja eben auch von etwas geringerer Ausbeute berichtet.
Grüße,
Sebastian

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Re: Rühren zur Verbesserung der Ausbeute

#10

Beitrag von Sura » Dienstag 10. September 2019, 10:30

Bierbert hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 07:29
Und wie sieht es bei einer Kombirast im Thermoport aus? Da rühre ich natürlich sobald ich Wasser zugebe, aber danach ja eigentlich nicht mehr...
Ist relativ egal, weil sich das mit dem schliessen des Deckels ziemlich gut homogenisiert.
Sebasstian hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 08:11
Bierbert hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 07:29
Und wie sieht es bei einer Kombirast im Thermoport aus? Da rühre ich natürlich sobald ich Wasser zugebe, aber danach ja eigentlich nicht mehr...
Da wird dann ja eben auch von etwas geringerer Ausbeute berichtet.
65% erreiche ich ebenfalls ohne große Anstrengungen. Die geringere Ausbeute ist eher da zu finden, wo nur Kombirast ohne zwischenzeitliches rühren stattfindet (nach 20min rühre ich einmal kurz durch) und wo dann noch an der Läuterarbeit gespart wird.
"Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem."
(Karl Valentin)

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Re: Rühren zur Verbesserung der Ausbeute

#11

Beitrag von Sebasstian » Dienstag 10. September 2019, 12:31

Na sag ich ja, bzw. der Bierbert. Meine Anmerkung bezog sich auf Kombirast ohne rühren.
Grüße,
Sebastian

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Re: Rühren zur Verbesserung der Ausbeute

#12

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Dienstag 10. September 2019, 12:51

Sura hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 10:30
und wo dann noch an der Läuterarbeit gespart wird.
Hallo Sura, arbeite mit Einkocher und möchte meine SHA verbessern. Die ist bei schlappen 50%.
Was kann ich bei der Läuterarbeit verbessern? Zur Zeit geht das bei mir relativ zügig.

Grüßle Dieter
Brau, schau wem.

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Re: Rühren zur Verbesserung der Ausbeute

#13

Beitrag von bwanapombe » Dienstag 10. September 2019, 13:09

Hallo Dieter,

Was heißt denn für Dich relativ zügig?

Wahrscheinlich läuterst Du zu schnell. Du solltest den Durchlauf beim Läutern drosseln. Langsames Läutern erhöht die Ausbeute.

http://braumagazin.de/article/auf-dem-w ... ng-teil-2/

Dirk

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Re: Rühren zur Verbesserung der Ausbeute

#14

Beitrag von Max_L » Dienstag 10. September 2019, 13:54

Oder lies Dich mal hier rein ...

https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... 37#p346593


spannend.

Max

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Re: Rühren zur Verbesserung der Ausbeute

#15

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Dienstag 10. September 2019, 22:15

Ich drossle so, dass ich die 20l in ca. 20 Minuten durch habe. Ist das nach eurer Erfahrung zu schnell? Dabei lass ich den Treber nicht trockenlaufen.

Grüßle Dieter
Brau, schau wem.

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Re: Rühren zur Verbesserung der Ausbeute

#16

Beitrag von SingleUser » Dienstag 10. September 2019, 23:06

Ich hab hier aktuell mal oft ein Rührwerk in Leihe (das eigene ist in Arbeit....). Die Riesenvorteile sind:
> Bessere Steuerung des Prozesses (gleichmäßige Temperatur)
> Ohne Rühren sinkt das Malz halt grds. zu Boden, vor allem bei der Kombirast doof.... Oben Wasser, unten Stärke und Enzyme...
> kein Anbrennen möglich
Meiner Meinung nach lohnt sich das Rührwerk wirklich ... vor allem in Verbindung mit einer Steuerung (Inkbird o. ä.)
______________________

Läutern: 20 Minuten für 20 LIter finde ich recht fix .... da Du "DIE" 20 Liter erwähnst, mal die Frage: Du gibst aber Nachgusswasser rein....?
60% sollten problemlos sein, ich liege so bei 68% mit dem Einmachkocher

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Re: Rühren zur Verbesserung der Ausbeute

#17

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Mittwoch 11. September 2019, 10:25

SingleUser hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 23:06

Läutern: 20 Minuten für 20 LIter finde ich recht fix .... da Du "DIE" 20 Liter erwähnst, mal die Frage: Du gibst aber Nachgusswasser rein....?
60% sollten problemlos sein, ich liege so bei 68% mit dem Einmachkocher
Das ist so zu verstehen:
Vom ersten Tropfen der aus dem Läuterbottich läuft bis mit Nachgüssen 20l Pfanne voll erreicht ist.
Ist das deutlich zu schnell?
Dann hätte ich einen guten Ansatz zum Eingreifen.

Gruß Dieter
Brau, schau wem.

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Re: Rühren zur Verbesserung der Ausbeute

#18

Beitrag von Bierbert » Mittwoch 11. September 2019, 10:39

Kommt mir zu schnell vor - auf der anderen Seite sind 1l/Minute ja der Richtwert

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Re: Rühren zur Verbesserung der Ausbeute

#19

Beitrag von bwanapombe » Mittwoch 11. September 2019, 10:52

1l/min klingt jetzt nicht rasend schnell, wobei ich mit dem Läutern von 20 l Suden keine Erfahrung habe. Trotzdem würde ich mal versuchsweise weiter drosseln, so daß das Läutern mal 40 oder 50 min dauert. Als nächstes könnte man auch mal auf das Schrot schauen. Womit schrotest Du? Dann sind da auch noch mögliche Meß- und/oder Rechenfehler.

Dirk

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Re: Rühren zur Verbesserung der Ausbeute

#20

Beitrag von VolT Bräu » Mittwoch 11. September 2019, 11:22

schwarzwaldbrauer hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 10:25
Dann hätte ich einen guten Ansatz zum Eingreifen.
https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... 93#p346593
Ich denke dieser Post im Parallel-Thread wäre ein guter Ansatz.
Die Geschwindigkeit 1 l/min ist denke ich schon ok, da wird sich die Ausbeute nicht wesentlich erhöhen, wenn du das nur langsamer machst.
Jetzt mal Bier bei die Fische!

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Re: Rühren zur Verbesserung der Ausbeute

#21

Beitrag von gulp » Mittwoch 11. September 2019, 12:52

SingleUser hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 23:06
Ich hab hier aktuell mal oft ein Rührwerk in Leihe (das eigene ist in Arbeit....). Die Riesenvorteile sind:
> Bessere Steuerung des Prozesses (gleichmäßige Temperatur)
> Ohne Rühren sinkt das Malz halt grds. zu Boden, vor allem bei der Kombirast doof.... Oben Wasser, unten Stärke und Enzyme...
> kein Anbrennen möglich
Meiner Meinung nach lohnt sich das Rührwerk wirklich ... vor allem in Verbindung mit einer Steuerung (Inkbird o. ä.)
______________________

Läutern: 20 Minuten für 20 LIter finde ich recht fix .... da Du "DIE" 20 Liter erwähnst, mal die Frage: Du gibst aber Nachgusswasser rein....?
60% sollten problemlos sein, ich liege so bei 68% mit dem Einmachkocher
Das stimmt so nicht. Wenn man sich die Zeit nimmt sauber einzumaischen, sinkt da nicht viel zu Boden und die Maische bleibt weitestgehend homogen. Siehe auch die Diskussion hier, insbesondere Antwort 7: https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic.php?t=3561.

Gruß
Peter
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Re: Rühren zur Verbesserung der Ausbeute

#22

Beitrag von Boludo » Mittwoch 11. September 2019, 13:47

Peter hat Recht. Zudem sind die Enzyme in der Würze gelöst und liegen nicht unten am Boden herum.
Prinzipiell müssen zur Verzuckerung Stärkemoleküle auf Enzyme treffen. Durch Rühren wird der Vorgang beschleunigt, da dann öfter beide Teile aufeinandertreffen.
Nach allem, was ich bis jetzt erlebt habe, ist der Unterschied aber nicht gewaltig.
Bein Rühren bringt man übrigens Sauerstoff in die Maische, das sollte man auch nicht vergessen.
Ich persönlich finde nicht, dass ein Rührwerk zwingend notwendig ist.
Vor allem nicht nachdem ich gesehen habe, was für phantastische Biere die nordamerikanischen Hobbybrauer mit ihren Kühlboxen ganz ohne Rühren und Rasten zaubern.

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Re: Rühren zur Verbesserung der Ausbeute

#23

Beitrag von SingleUser » Donnerstag 12. September 2019, 11:49

Das Prinzip von Enzym und Stärke ist mir grundsätzlich bekannt ... Aber Ok....dann muss ich am Einmaischen arbeiten ...

Ich finde den Rührer trotzdem praktisch: Beim Einmachkocher (da bin ich noch -> Umbau ist in Arbeit) habe ich immer das Problem, das der Inkbird den Kocher halt startet (Auskühleffekt) und dann im Topf unterschiedliche Temperaturen sind, so gut kann ich per Hand nicht rühren, um das auszugleichen. Mit Rührwerk sind ein Absinken des Malzes und ein mögliches Anbrennen sind auch kein Thema mehr.... Zudem kann ich die Maischen reproduzierbarer gestalten ... und ganz ehrlich gesagt, praktisch ist es auch, weil ich in der Zeit andere Sachen machen kann (Hopfen wiegen etc.).
Ich möchte ehrlich gesagt nicht mehr drauf verzichten. Ich sehe da viel mehr Vorteile als Nachteile.

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Re: Rühren zur Verbesserung der Ausbeute

#24

Beitrag von gulp » Donnerstag 12. September 2019, 12:14

Die Kombirast, oder besser "single infusion rest" macht man nicht in der Pfanne. Hierzulande hat sich dafür der Thermoport als gut geeignet erwiesen. Das Einmaischen dauert halt ~ 15 min, dann schaut man nach 10 min (meine Vorgehensweise) ob alles stimmt und kann noch ausgleichen. Dann rastet man je nach Bier noch 50 - 65 min und läutert direkt ab. Entspannter gehts nicht.

Gruß
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