Oberer Siebeinsatz im Grainfather

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Oberer Siebeinsatz im Grainfather

#1

Beitrag von Enfield » Donnerstag 1. November 2018, 20:27

Abend zusammen!

Hat einer von euch beim Grainfather mal den oberen Siebeinsatz beim Maischen weggelassen? Was hat das Ding eigentlich für einen Sinn? Der GF saugt ja von unten an, der Überlauf funktioniert auch so. :Waa

LG und danke!

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Re: Oberer Siebeinsatz im Grainfather

#2

Beitrag von toaster » Donnerstag 1. November 2018, 20:43

Ohne den Siebeinsatz würde sich wahrscheinlich schnell ein kleiner Kanal unterhalb des Schlauches (Pumpe) bilden und die Sudhausausbeute wäre deutlich geringer.

Also das sind nur meine Vermutungen.

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Re: Oberer Siebeinsatz im Grainfather

#3

Beitrag von Tozzi » Donnerstag 1. November 2018, 21:51

Ohne das Sieb kann Malz durch den Überlauf aus dem Malzrohr entweichen.
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: Oberer Siebeinsatz im Grainfather

#4

Beitrag von glassart » Freitag 2. November 2018, 09:15

Hallo Stephan,

da ja ich der mit der "verrückten Idee" war dies wegzulassen eine kurze Beschreibung weshalb/wie

- der Gedanke kam mir nachdem ich das Video vom neuen Brewtools -Gerät gesehen habe > die haben auch kein Sieb und das selbe Prinzip wie der Grainfather
- wir haben das verschiebbare, zentrale Rohr ganz nach oben gezogen und dann noch diesen kleinen Aufsatzzylinder drauf gegeben
- der Würzespiegel war ca. 4 cm unter dem Überlauf
- Pumpe wurde ein klein wenig zurück geregelt (mit dem Kugelhahn)
- großer Vorteil ist, dass man immer wieder (das nicht vorhandene Rührwerk spielen darf :Bigsmile ) mit dem Paddel den sich immer mehr verdichtenden Treberkuchen auflockern kann/eigentlich muss!
-das merkt man natürlich mit dem oben eingesetzten Sieb nicht aber es ist ein 10 cm massiv verdichteter Kuchen der sich da ausbildet mit dem Resultat, dass immer mehr durch den Überlauf rinnt incl. plätschern und Oxidation als Folge.
-die ersten 5 min hatten wir ja das Sieb drinnen bis ich dann gesagt habe > raus damit und schauen was passiert :Pulpfiction
- war eine kluge Entscheidung und die Folge war, dass durch das Überllaufroh gar nichts mehr geronnen ist sondern, wie es eigentlich sein sollte, durch die Maische :Smile
- die Ausbeute war die bis jetzt höchste die Alex hatte :Bigsmile

Wäre schön wenn sonst noch jemand diesen Ansatz verfolgen und darüber berichten würde :Greets

lg ( von einem "nicht -Grainfather -Besitzer" ,der aber gerade dabei ist, ein Kleinbraugerät zu entwickeln - Mix aus BM, Grainfather,Brewtools, GNom)

Herbert :Drink

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Re: Oberer Siebeinsatz im Grainfather

#5

Beitrag von Enfield » Freitag 2. November 2018, 09:36

Danke an Herbert für die Aufklärung!
Wir hatten bei dem gemeinsamen Sud gestern eine magische Sudhausausbeute von 68 %. Das schaffe ich sonst nur mit dem Einkocher und langsamen Läutern.

Da der Grainfather für mich (obwohl ich ihn schon über ein Jahr besitze) auch noch Neuland ist, habe ich durch diesen Sud gemeinsam mit Herbert vedammt viel gelernt. Danke nochmal an dieser Stelle! ;-)

Der Überlauf ist dann nicht über den Aufsatzzylinder gelaufen sondern durch den kleinen Spalt zwischen Aufsatznuss und Überlaufrohr, somit konnte auch kein Schrot aus der Maische in die Pumpe gelangen.

Falls es jemanden interessiert:
Das Rezept war ein Iris Red Ale mit geplanten 9,8° Plato Stammwürze auf 23 Liter. Am Ende waren es 12° Plato bei 24 Liter. Das Schrot war grainfathertypisch grob, ich hatte in der Maische auch 8 % Rohfrucht (Gerste), hat alles problemlos geklappt.

lg

Alex

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Re: Oberer Siebeinsatz im Grainfather

#6

Beitrag von glassart » Freitag 2. November 2018, 09:54

Gern geschehen Alex :Bigsmile

- noch eine ganz kleine Ergänzung zur Pumpenregelung
- mit dem Kugelhahn kann man genau so weit zurück regeln bis man kein "Gurgeln" mehr hört und somit keine Luft durch das Überlaufrohr angesaugt wird.
Das ist ein wenig Spielerei aber keine Hexerei :Greets
Wenn man kein Gurgeln mehr hört weis man dass die gesamte Würze durch die Maische gesaugt wird !
Das Kugelventil ist ca. 20% zurück gestellt -nur so als Anhaltspunkt.

lg Herbert

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Re: Oberer Siebeinsatz im Grainfather

#7

Beitrag von uli74 » Mittwoch 14. November 2018, 19:01

Wenn man den oberen Siebeinsatz nicht braucht wäre es doch auch möglich, im Maltase-Verfahren zu brauen (wenn nichts durch das Überlaufrohr zurücklaufen muss). Oder beliebige Sudgrössen von 10 l bis Maximum, wenn die Höhe des Überaufrohres dann nicht interessiert.

Soll heissen, man maischt die halbe Schüttung mit der Hälfte des Brauwassers ein und kühlt nach der Verzuckerungsrast mit der zweiten Hälfte des Wassers und der Schüttung runter auf 45° C.

Oder hab ich da jetzt was falsch verstanden?

Hintergrund meiner Frage ist: Ich hab seit kurzem einen GF und will ihn demnächst mal testen. Ein Weizenbock mit viel Bananenaroma käme mir da grade recht.
Gruss

Uli

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Re: Oberer Siebeinsatz im Grainfather

#8

Beitrag von glassart » Mittwoch 14. November 2018, 20:53

kannst du machen Uli.
Wenn ich einen Grainfather hätte würde ich mir als erste Aktion ein "Filterhütchen" für das Überlaufrohr bauen dann kann kein Korn in die Pumpe auch wenn was übergeht.
Aber ziehe das Überlaufrohr soweit heraus wie es heht und probiere es so. Damit ist es auch möglich Röstmalze gegen Ende der Verzuckerung zuzugeben und sonst noch einiges mehr.

lg Herbert :Drink

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Re: Oberer Siebeinsatz im Grainfather

#9

Beitrag von Astir » Mittwoch 14. November 2018, 21:24

Hallo,
Ich hatte letztens ca 70% Sudausbeute mit meinem Grainfather :Bigsmile
Was bei mir viel bringt ist Bio-Dinkelspelz den ich unter das Malz mische und nach dem Einmaischen lasse ich die Pumpe kurz bei ausgeschalter Heizung und ohne das Maischeprogramm zu starten bei vollem Durchlass laufen (Reis Hülsen gehen bestimmt auch). Damit pumpe ich Malz und Malzmehl von unterhalb der „Mashtun“nach oben auf den Treber, dabei schwimmt etwas von dem Dinkelspelz oben auf. Erst dann kommt das obere Sieb rein und der Dinkelspelz wirkt als Filter das nichts mehr nach oben aus dem Sieb rausgeschwemmt werden kann, da Dinkelspelz größer ist als Malzspelzen, außerdem ist der ganze Treber gefüllt durchlässiger . Dann starte ich das Maischeprogramm und lass die Pumpe erst langsam laufen also mit nur leicht geöffnetem Hahn, so das nur sehr wenig durch den Überlauf geht. Ich kann dann nach und nach die Pumpleistung steigern, es läuft auch sehr schnell klare Würze ohne Feststoffe . Ich stelle mir das immer so vor als wenn ich den Treber langsam einfahre und „Ihm“ Zeit gebe durchlässiger zu werden ohne sich stark zusammen zu ziehen. Die Maische wird ja auch immer viscoser, und so klappt es mit guten Ausbeuten... wobei die ca 70% mein bisheriges Top Ergebnis ist !! Ich hab aus 5,7kg Malz ca 30-31 Liter mit 12,5P geschafft (Sam Adams clone von MMuM)
Grüße,
Holger

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Re: Oberer Siebeinsatz im Grainfather

#10

Beitrag von uli74 » Mittwoch 14. November 2018, 21:38

Wie schauts aus ohne den oberen Siebeinsatz? Wird da der Schlauch einfach in den Treber geschmissen (--> Kanalbildung?)

Wie geht Ihr beim Rühren vor? Durchrühren bis zum unteren Siebboden würde doch bedeuten, dass die Würze trüb wird weil sich keine Filterschicht aufbauen kann. Oder wird nur oberflächlich gerührt um das Filterbett nicht vollständig zu zerstören?
Gruss

Uli

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Re: Oberer Siebeinsatz im Grainfather

#11

Beitrag von uli74 » Mittwoch 14. November 2018, 21:44

Astir hat geschrieben:
Mittwoch 14. November 2018, 21:24
Hallo,
Ich hatte letztens ca 70% Sudausbeute mit meinem Grainfather :Bigsmile
Was bei mir viel bringt ist Bio-Dinkelspelz den ich unter das Malz mische und nach dem Einmaischen lasse ich die Pumpe kurz bei ausgeschalter Heizung und ohne das Maischeprogramm zu starten bei vollem Durchlass laufen (Reis Hülsen gehen bestimmt auch). Damit pumpe ich Malz und Malzmehl von unterhalb der „Mashtun“nach oben auf den Treber, dabei schwimmt etwas von dem Dinkelspelz oben auf. Erst dann kommt das obere Sieb rein und der Dinkelspelz wirkt als Filter das nichts mehr nach oben aus dem Sieb rausgeschwemmt werden kann, da Dinkelspelz größer ist als Malzspelzen, außerdem ist der ganze Treber gefüllt durchlässiger . Dann starte ich das Maischeprogramm und lass die Pumpe erst langsam laufen also mit nur leicht geöffnetem Hahn, so das nur sehr wenig durch den Überlauf geht. Ich kann dann nach und nach die Pumpleistung steigern, es läuft auch sehr schnell klare Würze ohne Feststoffe . Ich stelle mir das immer so vor als wenn ich den Treber langsam einfahre und „Ihm“ Zeit gebe durchlässiger zu werden ohne sich stark zusammen zu ziehen. Die Maische wird ja auch immer viscoser, und so klappt es mit guten Ausbeuten... wobei die ca 70% mein bisheriges Top Ergebnis ist !! Ich hab aus 5,7kg Malz ca 30-31 Liter mit 12,5P geschafft (Sam Adams clone von MMuM)
Grüße,
Holger
Hallo Holger,

wieviel Dinkelspelz hast Du zu Deinen 5,7 kg Malz verbraucht?
Gruss

Uli

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Re: Oberer Siebeinsatz im Grainfather

#12

Beitrag von glassart » Mittwoch 14. November 2018, 22:12

@ Ulrich,
Schlauch einfach aufgelegt ohne Kanalbildung!
Wir haben bis unten gerührt und die Filterschicht "zerstört" -die brauchst du ja nur die letzen 10 min und da solltest du dann nicht mehr rühren.

Ich für mich kann nur sagen dass es das obere Sieb nicht braucht und man mehr Möglichkeiten hat zu intervenieren.
Die Spelzen schaden sicher nicht nur wenn man alle 10 min kurz durchrührst verdichtet sich nichts und man sieht am Überlaufrohr den Erfolg dessen -da läuft nichts über :Smile

lg Herbert

bitte probiert es einfach aus, es geht ja um nicht viel außer ein paar % SHA + oder -

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Re: Oberer Siebeinsatz im Grainfather

#13

Beitrag von uli74 » Mittwoch 14. November 2018, 22:25

Probiert wirds auf jeden Fall!
Gruss

Uli

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Re: Oberer Siebeinsatz im Grainfather

#14

Beitrag von Astir » Mittwoch 14. November 2018, 23:27

Hallo Uli,

Ich kann dir gar nicht genau sagen wie viel Dinkelspelzen ich benutze, meistens ist es ca eine kleine Schüssel voll oder ca 1-1,5 gehäufte Suppenteller, aber ich machs ehrlich gesagt nach Gefühl :redhead
So sieht das dann aus, sie müssen unter das Malz gemischt werden sonst schwimmen die zu schnell oben auf :
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Und So sieht der Treber nach dem Läutern aus
, die Dinkelspelzen sind gut zu erkennen, und dass der Treber schön durchlässig/locker aussieht:
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