Schnelle Hilfe für Schüttungsfehler

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Kero
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Schnelle Hilfe für Schüttungsfehler

#1

Beitrag von Kero » Mittwoch 20. Februar 2019, 09:22

Hallo,

Ich bin neu hier in Forum (Vorstellung kommt noch) und bisher passiver Mitleser gewesen. Jetzt habe ich aber ein dringendes Anliegen:

Ich habe gerade angefangen, den Schumacher Klon von MMuM zu Brauen und dabei einen gravierenden Schüttungsfehler gemacht: Ich habe zusätzlich zur sowieso schon Cara-lastigen Schüttung nochmal 0.5 kg Caramünch zugegeben (hatte übersehen, das ich das schon in der Schüttung drin hatte). Jetzt ist die Maltoserast im Rezept eh schon bei 60 min da die Brewferm TOP so niedrig vergärt.

Ich mag es schon gerne etwas malziger, denke aber Mal dass das doch sehr mastig wird. Gibt es noch Tipps, wie ich das Beste daraus machen kann? Hab leider kein weiteres Standardmalz um zu "strecken". Kann höchstens noch mehr Hopfen oder eine andere Hefe nehmen (US 05 oder Nottingham wären zwar nicht stilecht aber vergären höher).

Bin über jeden Tipp sehr dankbar!

Schöne Grüße
Nils

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Re: Schnelle Hilfe für Schüttungsfehler

#2

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Mittwoch 20. Februar 2019, 09:29

Nils ...
0,5 Kg zusätzliches CaraMünch sagt nichts aus, wenn man die Gesamtschüttungsmenge, bzw. die Teilmengen der anderen Malze nicht kennt.

Das bisschen zusätzliches Cara wird aber nichts machen. Die Top vergärt keine Maltotriose. Daher wird das Bier "etwas mastiger". Wenn du es schlanker haben willst nimm eine andere Hefe. Alt wird es jedoch nur mit einer Altbierhefe.
"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
"Nein! Was Böses!"
"Alkoholfreies Bier??? ..."
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Viele Grüße
Jens

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Re: Schnelle Hilfe für Schüttungsfehler

#3

Beitrag von Kero » Mittwoch 20. Februar 2019, 09:37

Ah sorry, wollte eigentlich das Rezept mit verlinken. Aber die Schüttung ist:

3 kg Münchener
1,6 kg Wiener
0,5 kg Caramünch 2
35 g Carafa Spezial nach Maltoserast

Das ganze auf 18 l HG und 15 l NG bzw. bis 13P


Dazu kommen dann noch Mal die 0,5 kg Caramünch die ich versehentlich mit reingeschüttet habe

Ich würde auch lieber die TOP nehmen falls das nicht zu mastig wird.

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Re: Schnelle Hilfe für Schüttungsfehler

#4

Beitrag von chaos-black » Mittwoch 20. Februar 2019, 09:44

Die Menge an Cara ist schon ne Ansage. Was du noch machen könntest wäre dein Sudvolumen zu vergrößern sofern da die Kapazitäten für da sind. Noch schnell ein bisschen Wiener nachträglich miteinmaischen mit mehr Wasser, dann sinkt der Cara-Anteil wieder. Dann nur nicht vergessen den Hopfen an die größere Menge anzupassen.
Ansonsten kannst du aber auch beispielsweise die IBU erhöhen, da eine größere Bitterkeit den Eindruck von Süße verringert. 10 IBU drauf könnten da schon nen Unterschied machen.
Ich bin kein Fan von der Brewferm Top, aber andere sehen das anders. Wenn du da einfach die US-05 nimmst hast du im Zweifelsfall zwar ein Brown Ale, aber es wird wahrscheinlich trockener als mit der Brewferm Top. Dann kommts eigentlich drauf an wie sehr du am Label Altbier hängst (und du kannst das Bier für dich natürlich nennen wie du willst)

Beste Grüße,
Alex
Meine Hobbybrauerei: http://brauerei-flaschenpost.de/ (gerade offline)

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Re: Schnelle Hilfe für Schüttungsfehler

#5

Beitrag von Kero » Mittwoch 20. Februar 2019, 09:51

Mehr Standardmalz wäre auch meine erste Wahl, dummerweise habe ich nichts da (bestelle die Standardmalze eigentlich immer geschrotet und habe nur Cara ungeschrotet da, deshalb ja auch der Fehler). Ich denke ich werde die IBU etwas erhöhen, das klingt ganz gut. Zusammen mit der Süße wird's halt ein Alt-Böckchen und schmeckt hoffentlich trotzdem.

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Re: Schnelle Hilfe für Schüttungsfehler

#6

Beitrag von Till » Mittwoch 20. Februar 2019, 09:57

zu langsam, aber vielleicht ist ja trotzdem was dabei:

Das sind dann ja fast 20% Caramünch. Falls es noch was nützt zwei spontane Ideen:

- Wenn Du noch englischen Hopfen hast, könntest Du mit der Nottingham was in Richtung Brown Ale versuchen. Da könnte die Süße besser passen.
- Du kannst mit der brewferm vergären und danach noch die Notti/US05 hinterhergeben, damit die den EVG steigert, ohne das Geschmacksprofil allzu stark zu beeinflussen.

Oder du ziehst es so durch und akzeptierst, dass es eher Experiment als Klonbier ist. Vielleicht noch direkt eins mit der richtigen Caramenge hinterherbrauen, dann hast Du mal einen direkten Vergleich wie sich unterschiedliche Schüttungen auswirken.

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Re: Schnelle Hilfe für Schüttungsfehler

#7

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Mittwoch 20. Februar 2019, 10:24

Die zusätzlichen 10% Cara senken den EVG nur minimal. Zieh den Sud einfach durch.
Mit MüMa, WiMa und knapp 10% Cara in Verbindung mit der Top wäre definitiv auch kein "Diätbier" entstanden.
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Re: Schnelle Hilfe für Schüttungsfehler

#8

Beitrag von Kero » Mittwoch 20. Februar 2019, 10:29

Diätbier wäre auch definitiv nicht mein Ziel :D

Ich werde es jetzt mit leicht erhöhten IBU machen und die TOP nehmen. Am Ende der Gärung gucke ich dann Mal auf den EVG und teste das Jungbier. Falls es gar nicht geht, ziehe ich meine drittgeführte Nottingham aus dem Kühlschrank nochmal hoch und lass die noch was erledigen (die kam letztes Mal schon auf 80%). Aber ich hoffe das es auch so gut ist.

Vielen Dank auf jeden Fall schon Mal für die wirklich sehr schnellen Antworten! Hab ehrlich nicht mit so viel Reaktion gerechnet, so in der Woche um 9 Uhr morgens :D

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Re: Schnelle Hilfe für Schüttungsfehler

#9

Beitrag von bwanapombe » Mittwoch 20. Februar 2019, 14:44

Wenn es die Zeit erlaubt, kann man auch noch mal ein Bier mit angepaßter Schüttung (0 bis halbe Caramenge) brauen, die Hefe gleich wiederverwenden und die beiden Ergebnisse verschneiden.

Hab ich mal mit Grünhopfenbier gemacht, wo der Alphagehalt grob verschätzt wurde und es dadurch geschätzt doppelt so bitter wie geplant wurde.

Hat sich im Ergebnis gelohnt.

Dirk

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Re: Schnelle Hilfe für Schüttungsfehler

#10

Beitrag von afri » Mittwoch 20. Februar 2019, 21:53

Schreibe dir bitte um Himmels willen alles genau auf, was du gemacht hast. Nichts wäre ärgerlicher, wenn das ein Bombenbier wird und du es nicht erneut brauen könntest, weil du dir keine oder zu wenige Notizen gemacht hast.
Achim
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Re: Schnelle Hilfe für Schüttungsfehler

#11

Beitrag von Kero » Donnerstag 21. Februar 2019, 14:34

Auf die Idee mit dem Verschnitt bin ich jetzt gar nicht gekommen, die ist auch super! Allerdings möchte ich nicht unbedingt 50 l herstellen, ich braue bisher nichts zweimal (Dafür gibt es zu viele andere Rezepte, die noch weit oben auf meiner Liste stehen)

Aufgeschrieben habe ich alles, habe mich ja sonst zu 100% ans Rezept gehalten (abgesehen von einer Hopfenanpassung). Ich protokolliere allerdings sowieso alle meine Sude recht penibel - hauptsächlich um Fehlerquellen zu finden oder falls ich dann doch mal was exakt nachbrauen will :D

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