Bottichmaischverfahren

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Bottichmaischverfahren

#1

Beitrag von RealKlaus » Sonntag 17. März 2019, 12:11

Hallo liebe Hobbybrauer,,

mein Name ist Klaus und bin neu hier im Forum. Vor knapp 2 Jahren bin ich über die Besserbrauer „gestolpert“ fand es interessant selbst Bier zu brauen und jetzt gefällt mir das richtig gut. Mit der Zeit entstand der Gedanke besseres und mehr Bier zu brauen.
Danke an Alle die hier ihr Wissen geteilt haben. Ich habe echt viel hier im Forum gelesen.
Ach ja, dann bekam ich noch das Buch vom Jan Brückelmeier in die Hand.
Zurzeit bin ich Unterwegs mir alle Möglichkeiten des Hobbybrauen anzuschauen.
Interessant finde ich die Möglichkeit des Bottichmaischverfahrens.
Wenn ich alles richtig verstanden habe, reicht es aus, wenn ich das Malz durch die Mühle drehe und in einem Thermo-Pod (-Port) maische. Nur muss die Wassertemperatur passen. Verschiedene Rasten durch Hinzufügen von heißem Wasser bis zur Zieltemperatur. Liege ich da bisher richtig? Jetzt habe ich aber keine Ahnung wie ich die gängigen Rezepte umrechnen kann, damit ich die Rasten passend hinbekomme. Das mit dem Mischkreuz habe ich gefunden aber ich muss dann wohl beim maischen entsprechend weniger Wasser nehmen damit die Menge am Ende wieder passt. Für einen Tip wäre ich sehr dankbar.
Happy St. Patty‘s day :Drink
Klaus

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Re: Bottichmaischverfahren

#2

Beitrag von Rumborak » Sonntag 17. März 2019, 12:45

Hi,

schau mal hier im Beitrag von Moritz findest du schon viele Antworten:

https://braumagazin.de/article/verkocht-und-zugebrueht/

VG

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VolT Bräu
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Re: Bottichmaischverfahren

#3

Beitrag von VolT Bräu » Sonntag 17. März 2019, 13:18

RealKlaus hat geschrieben:
Sonntag 17. März 2019, 12:11
Interessant finde ich die Möglichkeit des Bottichmaischverfahrens.
Wenn ich alles richtig verstanden habe, reicht es aus, wenn ich das Malz durch die Mühle drehe und in einem Thermo-Pod (-Port) maische. Nur muss die Wassertemperatur passen. Verschiedene Rasten durch Hinzufügen von heißem Wasser bis zur Zieltemperatur. Liege ich da bisher richtig?
Richtig. Vielleicht noch ein paar Stichworte für die weitere Recherche (oder einfach im Brücklmeier Seite 124-130):
Die einfachste Variante ist die Kombirast (einstufige Infusion), bei der man nur eine Rast-Temperatur um die 67 Grad nimmt.
Komplexer ist es das von Dir angesprochene mehrstufige Verfahren, bei dem heisses Wasser hinzugefügt wird um eine aufsteigende Infusion zu erreichen mit mehreren Rasten.
RealKlaus hat geschrieben:
Sonntag 17. März 2019, 12:11
Jetzt habe ich aber keine Ahnung wie ich die gängigen Rezepte umrechnen kann, damit ich die Rasten passend hinbekomme. Das mit dem Mischkreuz habe ich gefunden aber ich muss dann wohl beim maischen entsprechend weniger Wasser nehmen damit die Menge am Ende wieder passt. Für einen Tip wäre ich sehr dankbar.
Richtig. Ich würde das Rückwärts machen - also wenn Du 10 Liter Hauptguss insgesamt hast und du hast zwei Rasten (sagen wir mal 63 und 72 Grad), dann lautet die erste Frage: Wie viel heisses Wasser x benötige ich um 10-x Liter Wasser (+Malz!) um 9 Grad zu erwärmen.
Da das wenig Spaß macht im Dreisatz auszurechnen, würde ich dafür ein Tool heranziehen wie z. B. https://brauerei.mueggelland.de/maischfuehrung.html

Der Artikel von Rumborak liefert auch viele hilfreiche Infos, aber da geht es primär um Dekoktion - das ist noch etwas anderes und vielleicht eher verwirrend für Deine Zwecke.

Viele Grüße
Volker
Jetzt mal Bier bei die Fische!

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Re: Bottichmaischverfahren

#4

Beitrag von RealKlaus » Sonntag 17. März 2019, 13:56

Danke Volker und Danke Rumborak,

Dekoktion ist eher der dritte Schritt wenn der Rest passt.

Also wenn ich das mit der Maischführung richtig verstanden habe, dann rechne ich das Einmaischen beispielsweise die erste Rast und die zweite wird dann als 1. Rast angezeigt.
Klingt ja einfach. Geht das mit allen Bierrezepten, oder sind bestimmte Typen ausgeschlossen?
Ich hatte ja schon ein Malzrohr im Visier aber Dekoktion würde damit flachfallen. Jan hatte ein so schönes Plädoyer für Dekotion geschrieben, dass ich einfach neugierig geworden bin.
Viele Grüße,
Klaus

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Re: Bottichmaischverfahren

#5

Beitrag von monsti88 » Sonntag 17. März 2019, 14:41

Moin!

Ich braue auch nur im Bottichmaischverfahren. Sehr geholfen hat mir dabei das excel von Moritz, damit lassen sich auch mehrere Rasten bequem berechnen:

https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... 26#p191626

Gut Sud!

Martin
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Re: Bottichmaischverfahren

#6

Beitrag von VolT Bräu » Sonntag 17. März 2019, 15:11

RealKlaus hat geschrieben:
Sonntag 17. März 2019, 13:56
Geht das mit allen Bierrezepten, oder sind bestimmte Typen ausgeschlossen?
Es gibt natürlich Grenzen. Wenn das Rezept sehr viele Rasten vorsieht, dann passt das evtl. mit den Wassermengen nicht ganz. Für "normale Rezepte" kann man das denke ich meist hinbiegen.
Das Ergebnis wird aber auch nicht exakt gleich sein... das muß man ausprobieren.

Viele arbeiten ja auch generell mit Kombirast. Als ersten Schritt würde ich mit einem Thermoport mal versuchen das Rezept mit nur einer Rast zu brauen. Kommt aber immer darauf an was man erreichen will bzw welche Bierstil. Das kann man auch nicht so pauschal sagen, dass das immer eine gute Idee ist.

Edit: Die Anzahl der Rasten ist gar nicht so das Thema. Eher sehr niedriges Einmaischen oder wenn man keine aufsteigenden Rasten hat (was ja eher selten ist)
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Re: Bottichmaischverfahren

#7

Beitrag von Eowyn » Sonntag 17. März 2019, 15:45

RealKlaus hat geschrieben:
Sonntag 17. März 2019, 13:56
Danke Volker und Danke Rumborak,

Dekoktion ist eher der dritte Schritt wenn der Rest passt.

Also wenn ich das mit der Maischführung richtig verstanden habe, dann rechne ich das Einmaischen beispielsweise die erste Rast und die zweite wird dann als 1. Rast angezeigt.
Klingt ja einfach. Geht das mit allen Bierrezepten, oder sind bestimmte Typen ausgeschlossen?
Ich hatte ja schon ein Malzrohr im Visier aber Dekoktion würde damit flachfallen. Jan hatte ein so schönes Plädoyer für Dekotion geschrieben, dass ich einfach neugierig geworden bin.
Viele Grüße,
Klaus
Ich maische im Coleman Getränkekühler, der hält die Temperatur ganz anständig weil er isoliert ist.
Die Anleitung hatte ich von Palmer: how to brew.
Palmer beschreibt auch ganz wunderbar Decoction in "How to brew".

Ich nehme weniger Wasser zum einmaischen, damit ich heißes Wasser nachgießen kann, wenn ich die Temperatur "verfehle".
Das mash hat NICHT die Wassertemperatur, selbst wenn du das Malz zuvor im vorgewärmten Bottich liegen hast.
Ich maische 1:1 ein mit Wassertemp 20°F HÖHER als ich ansteuere für das mash.
Rühren kann man das nicht mal mit nem riesen paddel. Ich nehme die Hände zum mischen und gebe heißes Wasser nach, bis die Temperatur passt.

Die einzelnen Temperatursteigerungen mache ich mit einer Kombination aus heißem Wasser und Decoction.
Musst halt vorher ausrechnen, wieviel Wasser du zum nachgießen übrig hast, ohne dass du dir das Verhältnis zu "Suppe" versaust.

Wenn du Kombirast anstrebst hilft es, den Bottich vorzuwärmen, das Malz (trocken) im warmen Bottich liegen zu lassen und "anzuwärmen", dann schrittweise einzumaischen, mit Wasser, das die gewünschte Temperatur hat 1:1 anfangen, messen wie warm dein Mash ist und dann das restliche Wasser schrittweise zugeben (muss wärmer sein, als die angestrebte temp.) bis die korrekte Temperatur erreicht ist. Dann machste den Deckel zu und lässt das in Ruhe bis zum Abmaischen, was dann mit dem Rest Wasser, den du noch hast auf Temperatur gebracht wird.

Ist mehr Arbeit, als wenn du ein System hast, mit dem du die Temperatur digital einstellen kannst, geht aber ganz hervorragend und ich bilde mir ein, dass Decoction wirklich was ausmacht am Endprodukt. Außerdem hat man mehr "Bezug" zu seinen Zutaten und was man damit gemacht hat :)
Women have been brewing beer since the days of ancient Egypt, and it was only after the Black Plague that it fell into the hands of men

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Re: Bottichmaischverfahren

#8

Beitrag von RealKlaus » Sonntag 17. März 2019, 16:59

Dankeschön und Grüße nach Pennsylvania...

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Re: Bottichmaischverfahren

#9

Beitrag von RealKlaus » Montag 18. März 2019, 06:54

Hallo,
da ich das Equipment noch nicht habe, wäre ein Thermopot mit 35l - 38,3l ausreichend? Randvoll wäre ja perfekt. Dann kätte ich die Wahl zwischen Bodenauslass und Läuterblech oder Seitenauslass und Läuterhexe. Grobe Vermutung ist, daß das egal ist.
Cheers,
Klaus

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Re: Bottichmaischverfahren

#10

Beitrag von Sebasstian » Montag 18. März 2019, 08:57

RealKlaus hat geschrieben:
Montag 18. März 2019, 06:54
Hallo,
da ich das Equipment noch nicht habe, wäre ein Thermopot mit 35l - 38,3l ausreichend? Randvoll wäre ja perfekt. Dann kätte ich die Wahl zwischen Bodenauslass und Läuterblech oder Seitenauslass und Läuterhexe. Grobe Vermutung ist, daß das egal ist.
Cheers,
Klaus
Hallo Klaus,
wenn du 200l brauen willst dann ist der Thermoport wohl zu klein. Für 5l wohl zu groß. Hab ich das nur überlesen oder hast du noch gar nichts zur geplanten Ausschlagmenge geschrieben? :Grübel

Wie dem auch sei, die Frage nach der Größe des Thermoport macht ein ganz neues Thema auf. Aber zum Glück hat der gute Moritz auch darüber einen sehr guten Artikel verfasst. Der sollte deine Frage nach dem passenden Volumen klären:

https://braumagazin.de/article/klassengesellschaft/

VG,
Sebastian
Grüße,
Sebastian

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Re: Bottichmaischverfahren

#11

Beitrag von RealKlaus » Montag 18. März 2019, 09:08

Hi Sebastian, yep 20l für ein NC Keg
Cheers
Klaus

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Re: Bottichmaischverfahren

#12

Beitrag von VolT Bräu » Montag 18. März 2019, 15:37

Dafür ist ein 38L Maischebottich etwas überdimensioniert, aber das ist nicht so schlimm.
Vorteil: Man kann besser upgraden. (in Verbindung mit einem 50L Topf reicht es auch für 2 Kegs)
Nachteil: Temperatur wird wg. des größeren Kopfraums nicht ganz so gut gehalten. Interessant vielleicht wenn man über Nacht maischt. Dann wird empfohlen den Bottich möglichst voll zu machen.
Zu geringe Treberhöhe kann ein Problem sein...
Für 12-15 cm Höhe brauchst du bei dem Topf etwa 6-7kg Schüttung und das ist für 20 Liter zum Teil schon etwas viel. Geht so gerade - wenn man sowieso viel starkes Bier braut, passt es gut... Sonst evtl etwas überdimensioniert der Topf.
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Re: Bottichmaischverfahren

#13

Beitrag von RealKlaus » Montag 18. März 2019, 16:40

Also ich hatte einmal aus MMum das
https://www.maischemalzundmehr.de/index ... torha3=5.0
als Beispiel genommen. Da komme ich auf 30l Brauwasser bei 20l Ausschlagwürze. Dann noch das Malz als Volumen.
Denke ich da Falsch?
Danke
Klaus

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Re: Bottichmaischverfahren

#14

Beitrag von monsti88 » Montag 18. März 2019, 17:29

Ich habe den 25l Schengler TP und komme auf 20l+ Ausschlag. Mit 20l HG und 5 kg Malz ist der dann randvoll.

HG und NG aus den Rezepten nehme ich lediglich als Richtlinie, wissend dass ich nicht mehr als 20l HG unterbringen kann. Ich gebe dann halt mehr NG. Mehr als drei Rasten habe ich mit zubrühen noch nicht gefahren, falls nötig streue ich eine Dekoktionsstufe mit ein. In der Regel Maische ich aber mit Kombirast. Klappt prima.

Viele Grüße

Martin
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Re: Bottichmaischverfahren

#15

Beitrag von Sebasstian » Montag 18. März 2019, 17:31

RealKlaus hat geschrieben:
Montag 18. März 2019, 16:40
Also ich hatte einmal aus MMum das
https://www.maischemalzundmehr.de/index ... torha3=5.0
als Beispiel genommen. Da komme ich auf 30l Brauwasser bei 20l Ausschlagwürze. Dann noch das Malz als Volumen.
Denke ich da Falsch?
Danke
Klaus
Hast du den Artikel gelesen und dir die Excel Datei heruntergeladen? Da steht alles drin. :Wink
Grüße,
Sebastian

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Re: Bottichmaischverfahren

#16

Beitrag von RealKlaus » Dienstag 19. März 2019, 08:37

Hi, der besagte DropBox Link ist leider nicht mehr aktiv. Aus anderer Quelle habe ich ein Excel von Moritz Gretzschel, Mischkreuz_neu. Meinst du das?
Viele Grüße,
Klaus

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Re: Bottichmaischverfahren

#17

Beitrag von monsti88 » Dienstag 19. März 2019, 11:16

Ja, genau das excel nutze ich auch. Hat schon gut geholfen!
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Re: Bottichmaischverfahren

#18

Beitrag von VolT Bräu » Dienstag 19. März 2019, 12:13

RealKlaus hat geschrieben:
Montag 18. März 2019, 16:40
Also ich hatte einmal aus MMum das
https://www.maischemalzundmehr.de/index ... torha3=5.0
als Beispiel genommen. Da komme ich auf 30l Brauwasser bei 20l Ausschlagwürze. Dann noch das Malz als Volumen.
Denke ich da Falsch?
Jein. Für den Maische-Läuterbottich ist die Menge des Nachgusses für die Volumenberechnung nicht relevant.
Hauptguss + Malz muss passen. Wobei man das Verhältnis zwischen Hauptguss und Nachguss auch etwas verschieben kann - im Endeffekt kommt es darauf an, dass das Malz eine gewisse Höhe hat (>12cm) beim läutern. Zu viel ist auch nicht gut, aber das wird man bei der Geometrie wohl eh nicht machen (dann ist die Maische sehr dick).
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Re: Bottichmaischverfahren

#19

Beitrag von RealKlaus » Dienstag 19. März 2019, 15:21

Danke an Alle,
so langsam bekomme ich durch Eurer Hilfe das zusammen.
Danke Klaus

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Re: Bottichmaischverfahren

#20

Beitrag von Sebasstian » Dienstag 19. März 2019, 15:29

RealKlaus hat geschrieben:
Dienstag 19. März 2019, 08:37
Hi, der besagte DropBox Link ist leider nicht mehr aktiv. Aus anderer Quelle habe ich ein Excel von Moritz Gretzschel, Mischkreuz_neu. Meinst du das?
Viele Grüße,
Klaus
Hallo,
nein, ich meine die Excel Datei Geraete-Dimensionierung.xlsx Diese ist im Artikel "Klassengesellschaft" direkt verlinkt. Keine Dropbox
Grüße,
Sebastian

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Re: Bottichmaischverfahren

#21

Beitrag von n0l3n » Donnerstag 13. Juni 2019, 12:06

Mal eine andere Frage dazu:
Gibt es eine Untersuchung dazu, wie die SHA sich ändert zwischen Bottichmaische mit Zubrühen (variables Wasser/Malz-Verhältnis über die Rasten) und mehrstufiger Infusion mit beheiztem Kessel (konstantes Wasser-Malz-Verhältnis über die Rasten)?
Gruß
Olli

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Re: Bottichmaischverfahren

#22

Beitrag von VolT Bräu » Donnerstag 13. Juni 2019, 16:08

Ich bin jetzt nicht in der wissenschaftlichen Brauerei Literatur bewandert, aber eine solche Auswertung habe ich noch nie gesehen. Meine Vermutung wäre, dass im Hobbybereich andere Faktoren einen größeren Einfluß haben - zum Beispiel Malzqualität bzw. Chargenabweichungen, Schrotqualität, sonstige Abweichungen bei der Maischarbeit wie Rühren und Heizzeiten,...
Meine Theorie wäre, dass die Abweichung zwischen zwei Hobbybrauern mit gleichem Verfahren größer ist als die Abweichung bei einem Hobbybrauer und den beiden Verfahren.
Daher wird man da kaum etwas herauslesen können, selbst wenn man die Daten strukturiert sammeln würde.
Es sind mit beiden Verfahren gute Ausbeuten machbar, also liegen die relevanten Stellschrauben offenbar woanders....
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Re: Bottichmaischverfahren

#23

Beitrag von Sura » Freitag 14. Juni 2019, 07:21

Ich habe schon eine sieben Rasten gemacht (Dinkelweizen....), und auch das klappt. Man muss ja nicht das komplette Malz durch Dinkel und Weizenrasten schicken, und die letzte Temperaturerhöhung auf 78°C vor dem abmaischen kann man als Dekoktion mit Dünnmaische machen.

Meine Ausbeute liegt bei sauberere Nachguss- und Läuterarbeit bei ca. 65%. Wenn ich da schlampere, sinds halt nur 60%, womit ich auch zufriegen bin. Als reiner Vorderwürzesud ohne Nachguss, liege ich bei gut 50%.
"Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem."
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Re: Bottichmaischverfahren

#24

Beitrag von schlupf » Freitag 14. Juni 2019, 08:04

Ich bin auch reiner Bottichmaischer und meine SHA schwankt so zwischen 60 und 73%.
Bei Dekoktion tendenziell eher höher als mit Kombirast, aber ich hatte sowohl schon Dekoktionssude mit schlechter, als auch Kombirastsude mit überraschend guter SHA.

Meiner Meinung hat die Läuterarbeit einen wesentlichen höheren Einfluss auf die SHA als das Maischverfahren, vergleichbare Schrot- und Rohstoffqualität vorausgesetzt.

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Re: Bottichmaischverfahren

#25

Beitrag von Sura » Freitag 14. Juni 2019, 09:12

schlupf hat geschrieben:
Freitag 14. Juni 2019, 08:04
Ich bin auch reiner Bottichmaischer und meine SHA schwankt so zwischen 60 und 73%.
Bei Dekoktion tendenziell eher höher als mit Kombirast, aber ich hatte sowohl schon Dekoktionssude mit schlechter, als auch Kombirastsude mit überraschend guter SHA.

Meiner Meinung hat die Läuterarbeit einen wesentlichen höheren Einfluss auf die SHA als das Maischverfahren, vergleichbare Schrot- und Rohstoffqualität vorausgesetzt.
Ja.
Hatte ich oben nicht erwähnt: Mein HG/NG Verhältnis ist meistens 3:1 ....
"Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem."
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Re: Bottichmaischverfahren

#26

Beitrag von schlupf » Freitag 14. Juni 2019, 09:23

Sura hat geschrieben:
Freitag 14. Juni 2019, 09:12
Hatte ich oben nicht erwähnt: Mein HG/NG Verhältnis ist meistens 3:1 ....
Schande auf mein Haupt: über HG/NG Verhältnis habe ich mir noch nie Gedanken gemacht, müsste aber so in der Gegend von 1,5-2:1 liegen.
Ich sehe immer nur zu, dass ich zum Läutern genug Wasser warm habe und höre dann halt auf, wenn der Extraktgehalt in der Pfanne passt.
Aber mein Maischbottich (vulgo: Kühlbox) ist auch etwas unterdimensioniert, sodass ich meist relativ dick maische...

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Re: Bottichmaischverfahren

#27

Beitrag von toggs » Dienstag 3. September 2019, 21:08

Wie sieht es denn beim Bottichmaischverfahren mit der Läuterruhe aus? Ist diese überhaupt notwendig, weil so wie ich das verstanden habe, rühren die meisten gar nicht um, d.h. das Malz hat sich eh schon abgesetzt, oder?

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Re: Bottichmaischverfahren

#28

Beitrag von olibaer » Dienstag 3. September 2019, 21:19

Hallo toggs,

im Sinne von „Abläutern“ rühren wir nicht um, sondern wir hacken auf. Vergleichbares findet im Whirlpool statt: wir rühren nicht um, wir drehen an.

Der angemerkte Sprachgebrauch ist durchaus von technologischer Bedeutung und hat nichts mit Zwängen aus einem Standesdünkel heraus zu tun.
Gruss
Oli
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Re: Bottichmaischverfahren

#29

Beitrag von toggs » Dienstag 3. September 2019, 21:34

Hallo Oli, danke für die Aufklärung!

Ich hab jetzt zwar neues Vokabular gelernt, ob die Läuterruhe jetzt aber notwendig ist oder nicht, kann ich nicht rauslesen :)

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Re: Bottichmaischverfahren

#30

Beitrag von olibaer » Dienstag 3. September 2019, 21:48

Hi toggs,

was schon lange Ruhe hatte ... 😉
Gruss
Oli
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Re: Bottichmaischverfahren

#31

Beitrag von Sura » Mittwoch 4. September 2019, 11:44

toggs hat geschrieben:
Dienstag 3. September 2019, 21:08
Wie sieht es denn beim Bottichmaischverfahren mit der Läuterruhe aus? Ist diese überhaupt notwendig, weil so wie ich das verstanden habe, rühren die meisten gar nicht um, d.h. das Malz hat sich eh schon abgesetzt, oder?
Wenn es nach der letzten Rast schon 10min steht, dann kann man auch abläutern.
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Re: Bottichmaischverfahren

#32

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Mittwoch 4. September 2019, 12:21

olibaer hat geschrieben:
Dienstag 3. September 2019, 21:19
Hallo toggs,

im Sinne von „Abläutern“ rühren wir nicht um, sondern wir hacken auf. Vergleichbares findet im Whirlpool statt: wir rühren nicht um, wir drehen an.

Der angemerkte Sprachgebrauch ist durchaus von technologischer Bedeutung und hat nichts mit Zwängen aus einem Standesdünkel heraus zu tun.
Genau!
Und beim "Batch-Sparge nach Methode Olli" ist der offiziell anerkannte technologische Fachbegriff :Ätsch für das Aufhacken "Treberkuchen komplett auf links machen" :Bigsmile .
>> https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... 93#p346593
"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
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Viele Grüße
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Re: Bottichmaischverfahren

#33

Beitrag von Bierwisch » Mittwoch 4. September 2019, 14:39

Ich kann eigentlich nur Gutes über Dein geplantes Equipment sagen. Mit dem 38l-Thermoport und einem 70l-Kochtopf habe ich bis zu drei CC-Kegs vollbekommen...

So lange Du kein perfektes Weizen oder Roggenbier brauen willst, kommst Du mit einer Kombirast sehr gut hin (die Maischarbeit wird bei uns Hobbybrauern generell zu hoch bewertet). Für trockene Biere in den niedrigen 60ern, für vollmundigere Biere in den oberen und auch gerne mal über 70°C.

Ich hatte sowohl das Mattmill-Läuterblech, wie auch die Hexe und muß sagen, daß ich die letztere nicht mehr missen möchte.

Der Thermoport hält die Rasttemperatur für eine Stunde völlig problemlos und auch Über-Nacht-Maischen funktioniert hervorragend, wenn man den TP in ein paar Decken einwickelt (den Hahn nicht vergessen!).

Gruß
Bierwisch
Der Klügere kippt nach!

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Re: Bottichmaischverfahren

#34

Beitrag von olibaer » Mittwoch 4. September 2019, 19:49

Hallo Jens,
DerDerDasBierBraut hat geschrieben:
Mittwoch 4. September 2019, 12:21
Genau!
Und beim "Batch-Sparge nach Methode Olli" ist der offiziell anerkannte technologische Fachbegriff für das Aufhacken "Treberkuchen komplett auf links machen"
Ich hatte ja irgendwie damit gerechnet, dass jemand die konträren Sachverhalte aus den beiden Threadverläufen an anderer Stelle wieder zusammenführt. Du bist Erster. Gut aufgepasst mein Lieber, gut aufgepasst :-)

Für das was ich da tue hab ich leider keinen anderen Sprachgebrauch finden können. "Treberkuchen komplett auf links machen" beschreibt es am Besten und es sieht auch genauso aus und es fühlt sich auch genau so an - schlimm im ersten Moment und beim ersten Mal - da muss man einfach durch. Die Spindelanzeige der Pfanne-voll-Würze macht aber wieder alles gut ;-)
Gruss
Oli
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Re: Bottichmaischverfahren

#35

Beitrag von mo* » Mittwoch 4. September 2019, 21:33

olibaer hat geschrieben:
Mittwoch 4. September 2019, 19:49
Ich hatte ja irgendwie damit gerechnet, dass jemand die konträren Sachverhalte aus den beiden Threadverläufen an anderer Stelle wieder zusammenführt.
Es gibt auch noch andere Gründe diese beiden Threads zu verbinden:

Wenn ich das hier:
toggs hat geschrieben:
Dienstag 3. September 2019, 21:08
... rühren die meisten gar nicht um,...
aus dem Blickwinkel des Ersten Fickschen Gesetzes von hier:
olibaer hat geschrieben:
Sonntag 1. September 2019, 16:49
Als Seiteneffekt hat man zusätzlich erreicht, dass ein Nachguß mit bereits 4,3°P im Bauch wesentlich ineffizienter Restextrakt aus den Trebern löst, als das ein Nachguß mit 0°P tun würde(-> Erstes Fricksches Gesetz).
betrachte, dann komme ich zum Schluss, dass man während den Rasten der Bottichmaische durchaus zwischendurch mal umrühren sollte. Durch das Umrühren werden die Plato-Peaks innerhalb der Maische reduziert, was eine bessere Lösung des Extraktes im Hauptguss ergeben sollte.
Beste Grüsse, mo

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Re: Bottichmaischverfahren

#36

Beitrag von olibaer » Mittwoch 4. September 2019, 22:15

Hallo mo,
mo* hat geschrieben:
Mittwoch 4. September 2019, 21:33
[...]dann komme ich zum Schluss, dass man während den Rasten der Bottichmaische durchaus zwischendurch mal umrühren sollte. Durch das Umrühren werden die Plato-Peaks innerhalb der Maische reduziert, was eine bessere Lösung des Extraktes im Hauptguss ergeben sollte.
Abgesehen davon, dass es "Erstes Ficksches Gesetz" und nicht "Erstes Fricksches Gesetz" heißen muß (mein Fehler), stimme ich Dir natürlich zu.
In meiner Forenjugend hätte ich ein regloses Sediment noch als Massengrab für Diffussionsleichen beschrieben - aber das ist lange her :Bigsmile
Gruss
Oli
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