Splitsud Stout / Lager, cold steeping

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Splitsud Stout / Lager, cold steeping

#1

Beitrag von DerDallmann » Montag 29. April 2019, 10:00

Moinsen.

Ich möchte aktuell ein Stout machen. Eine Premiere für mich. Da ich aber (eigentlich, irgendwie komme ich gerade auf den Geschmack) kein riesen Fan von dunklen Bieren bin, würde ich gern das Stout ausschließlich durch cold steeping färben und mit Röst-, und Kaffeearomen versehen, unabhängig von der anderen Sudhälfte.

Cold Steeping und generell solch ein dunkles Bier habe ich noch nie gemacht. Ist das so denkbar, oder fehlt es dem Stout dann an Komplexität, wenn die Röstmalze etc. nicht mit eingemaischt werden?

Bin für jeden Tip dankbar.
Mit freundlichen Grüßen,

Johst

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Re: Splitsud Stout / Lager, cold steeping

#2

Beitrag von Wasserradbrau » Montag 29. April 2019, 11:22

Hallo,

ich habe das Cold Steeping bereits erfolgreich durchgeführt.
Dazu hatte ich 500g geschrotete Röstgerste in 1L Wasser übernacht in einem Krug durchziehen lassen (24h) und anschließend gefiltert. Die öilige Essenz hatte ich dann vor Kochbeginn zugegeben. Die Ausschlagsmenge waren etwa 18Liter und das Bier schön schwarz. Ich schätze es waren ca. 80EBC bei einer Ausgangsstammwürze von 14Plato.

Dunklere Malze kann man natürlich auch steepen, aber bis jetzt kam es noch zu keinem zweiten Versuch und kann da kein Feedback geben.

Bei meinem Versuch erhielt ich an sanftes, angenehm röstiges Stout.

Gruß
Christian

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Re: Splitsud Stout / Lager, cold steeping

#3

Beitrag von DerDallmann » Montag 29. April 2019, 11:33

Ich will aber den Auszug erst im Kaltbereich zugeben.
Ungefähr so. Cold Steeping, filtern, kochen, kühlen, filtern, rein.
Mit freundlichen Grüßen,

Johst

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Re: Splitsud Stout / Lager, cold steeping

#4

Beitrag von DerDallmann » Dienstag 30. April 2019, 08:15

Keiner? Schade.
Ich werde es definitiv ausprobieren und berichte dann.
Mit freundlichen Grüßen,

Johst

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Re: Splitsud Stout / Lager, cold steeping

#5

Beitrag von chaos-black » Dienstag 30. April 2019, 08:56

Ich hab das so zwar noch nicht gemacht, aber schon viel drüber gelesen. Du hast schon Recht, durch das cold steeping bekommst du weniger harsches, aber auch generell weniger Röstigkeit. Es ist wohl Geschmackssache. Diese Technik soll z.b. ganz gut für deutsches Schwarzbier sein, für mich braucht ein Stout aber mehr Röstigkeit als ein Schwarzbier. Du kannst es ja mal ausprobieren wie es so wird und dann berichten.
Besonders spannend hierzu finde ich, wie sehr das Auge mittrinkt. Ich glaube es war vor etwa einem halben Jahr, da hat der Experimental Brewing Podcast ein Experiment bei einer großen neuseeländischen Hobbybrauer Convention dazu gemacht. Im Test mit durchsichtigen Gläsern haben die Leute bei einem so gefärbten Bier allerlei Röstaromen wahrgenommen. Die Kontrollgruppe im blinden Test deutlich weniger.

Beste Grüße,
Alex
Zuletzt geändert von chaos-black am Dienstag 30. April 2019, 09:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Splitsud Stout / Lager, cold steeping

#6

Beitrag von DerDallmann » Dienstag 30. April 2019, 09:31

Alles klar, Danke für die Einschätzung.
Ich berichte.
Mit freundlichen Grüßen,

Johst

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Re: Splitsud Stout / Lager, cold steeping

#7

Beitrag von mackus » Dienstag 30. April 2019, 20:35

DerDallmann hat geschrieben:
Montag 29. April 2019, 11:33
Ich will aber den Auszug erst im Kaltbereich zugeben.
Ungefähr so. Cold Steeping, filtern, kochen, kühlen, filtern, rein.
Genau so habe ich es schon mal gemacht. Tatsächlich habe ich dann den cold steeping Auszug erst beim Abfüllen in einzelne Flaschen dazu gegeben. So etwa 10ml pro 0,5l. Es hat dann ziemlich Kaffeeartig geschmeckt. Der Auszug war aus Choclat Malt.

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Re: Splitsud Stout / Lager, cold steeping

#8

Beitrag von chaos-black » Dienstag 30. April 2019, 20:46

Achso, da fällt mir noch ein, dass entspelzte Röstmalze auch noch einmal deutlich sanfter sind. Da wären beispielsweise die Carafa Spezial(!) Reihe von Weihermann oder Röstweizenmalz zum Beispiel.
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Re: Splitsud Stout / Lager, cold steeping

#9

Beitrag von DerDallmann » Freitag 24. Mai 2019, 07:39

Sonntag ist es soweit. Den Auszug setze ich morgen an.
Würdet ihr den Auzug nochmal kurz abkochen vor der Zugabe?
Ich denke, dass die Ausbeute an Aroma und Farbe nicht so hoch ist wie beim Maischen, also werde ich die Malzmenge um Faktor 2 erhöhen.

Habt ihr noch Anregungen/Tipps?
Mit freundlichen Grüßen,

Johst

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Re: Splitsud Stout / Lager, cold steeping

#10

Beitrag von Sura » Freitag 24. Mai 2019, 08:48

Ich würds danach auf jeden Fall nochmal kochen und danach filtern. Oder umgekehrt.... ?
"Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem."
(Karl Valentin)

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Re: Splitsud Stout / Lager, cold steeping

#11

Beitrag von DerDallmann » Freitag 24. Mai 2019, 09:39

Alles klar, das mache ich so.
Grob filtern, kochen und dann fein filtern durch den Monfilamentfilter, dann heiß in den Erlenmeyerkolben und da bis zur Zugabe abkühlen lassen.

Ich finde das Thema sehr interessant. Ich mache in der Regel Splitsude, immer 2x 25l. Verschiedene Hefen, Hopfen etc. ausprobieren. Das gibt dem ganzen nochmal eine ganz andere Option.
Mit freundlichen Grüßen,

Johst

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Re: Splitsud Stout / Lager, cold steeping

#12

Beitrag von DerDallmann » Montag 27. Mai 2019, 07:20

Ich habe das Bier gestern gebraut.
Den Auszug hatte ich am Freitag angesetzt, dann am Samstag gefilter und kurz abgekocht. Das hätte ich mir (glaube ich) lieber sparen sollen.
Kalt hatte der Auszug einen super leckeren Geruch nach dunkler Schokolade und Kaffee, danach roch es mehr röstig. Nicht unangenehm aber nicht mehr so lecker. Aber mal abwarten...

Merkwürdigerweise hatte die Hälfte, die ich mit dem 2,5l Kaltauszug "verdünnt" habe, die gleiche Stammwürze wie die andere Hälfte.
Von der Farbe her passt es auf jeden Fall. Ich berichte wieter. Vielleicht ist das Thema ja für den einen oder anderen interessant...
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Johst

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Re: Splitsud Stout / Lager, cold steeping

#13

Beitrag von DerDallmann » Mittwoch 12. Juni 2019, 07:29

Ich habe eine Hälfte des Stout/Porter mit 5,5 g/l CO2 die andere mit 4,25 g/l CO2 karbonisiert und testweise mal eine Flasche mit 5,5 aufgerissen. Druck hat sich gerade erst aufgebaut, gelagert wurde noch nicht, nur eine Nacht gekühlt. Gerade für ein sehr dunkles Bier ist ein finales Fazit natürlich noch nicht möglich, trotzdem wollte ich mal probieren.

Hefe war die S-04, sVG ca. 80%. Farbe und Schaum passen schonmal. Für den Auszug hatte ich exakt die doppelte Menge an dunklen Malzen genommen, wie ich es lt. Rezept errechnet hatte, um die "schlechtere Ausbeute" durch das cold steeping auszugleichen. Im Auszug kamen Carafa Spezial 2, Pale chocolate malt, chocolate malt und Cara Aroma zum Einsatz.

Ich hatte erwartet, dass die Röst-, und Kaffeearomen etc. noch krasser sind. Es kommt realtiv mild und rund rüber, als sei es bereits lange gelagert. Für Fans von starken Röstaromen ist die cold steeping Methode deswegen wohl eher nichts. (Oder beim nächsten mal auf noch röstigere Malze setzen, Röstgerste zB. Die hatte ich aber bewusst vermieden) Für mich persönlich passt es aber soweit schon ganz gut, schön schokoladig, bißchen kaffee, leicht röstig und ziemlich vollmundig. Mal sehen, wie sich das noch entwickelt.

(Das Grundrezept des Splitsuds war ein sehr helles Bier, 82% PiMa, 15% Haferflocken, 4% Cara hell. 36,5 IBU mit 2 g/l Styrian Kolibri und Hallertauer Comet im Whirlpool. Die helle Hälfte habe ich nicht weiter "behandelt" und mit der US-05 vergoren.)
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Re: Splitsud Stout / Lager, cold steeping

#14

Beitrag von DerDallmann » Montag 17. Juni 2019, 08:12

Abschließend kann ich sagen, dass mir die Methode allgemein und das Ergebnis in diesem Sud richtig gut gefällt.
Beim nächsten mal werde ich gleich etwas mehr Kaltauszug herstellen und einen Teil einfrieren.
Auch das Abkochen hat mMn nicht geschadet, die Röst-, und Kaffeearomen kommen sehr angenehm rüber, das Bier ist richtig lecker geworden.
Mit freundlichen Grüßen,

Johst

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Re: Splitsud Stout / Lager, cold steeping

#15

Beitrag von Butterbrot » Donnerstag 20. Juni 2019, 17:18

Coole Idee, so aus einem Bier quasi zwei zu machen! Richtig guter Post, schön dass du es dann auch gleich durchgezogen und berichtet hast :thumbup

Gerade von Stout und co will ich (vor allem im Sommer) nicht immer gleich 20 Liter haben, da scheint diese Variante gerade recht. Allerdings muss man dann halt beim Basisrezept Kompromisse machen, weil sich nach meinem Empfinden Röstmalz nur bedingt verträgt mit Hopfenaromen (wobei ich letztens ein Porter von Simian Ales hatte, das auch merklich hopfig war und trotzdem lecker) und Estern von der Hefe. Für mich dürfen die Röstaromen in einem Stout auch durchaus Wumms haben, aber ich könnte mir sehr gut vorstellen, so mal 50/50 Helles/Schwarzbier oder, besser noch, zwei tschechische Lager. Wobei das Pilsner dann nicht so gut gebittert werden könnte... außer man panscht da dann noch nen Hopfentee rein?! :D

Vom Prozess her denke ich, dass ein Teil der normalerweise angestrebten Milde und Samtigkeit wieder flöten geht, wenn man zu lange abkocht und danach nicht zügig wieder runterkühlt (typischerweise wird das schwarze Zeug ja aber auch noch für die letzten 15 Minuten in den Kessel geschüttet, insofern ist man bei "normalem" Abkochen wahrscheinlich ähnlich dabei).

Gruß,
Daniel
(... der jetzt nach Kühlschränken sucht, um endlich ein Tmave Pivo brauen zu können...)

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Re: Splitsud Stout / Lager, cold steeping

#16

Beitrag von DerDallmann » Freitag 21. Juni 2019, 06:57

Danke. :)
Ich mache idR Splitsude. Ich versuche aber nicht immer, 2 völlig verschiedene Biere herzustellen, das war eine Ausnahme.
Klar, bei solchen Sachen muss man dann, zumindest für eine Sudhälfte, einen Kompromiss eingehen. Aber gerade das finde ich interessant.
Mit freundlichen Grüßen,

Johst

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Re: Splitsud Stout / Lager, cold steeping

#17

Beitrag von Braufex » Samstag 22. Juni 2019, 17:25

Hallo Johst,
danke für Deinen Beitrag.
Werde die Infos evtl. auch mal für einen Test nutzen.
Gute Idee :thumbup
Gruß Erwin
Was mich an diesem Forum und seinen Mitgliedern fasziniert?
Es beantwortet mir Fragen, auf die ich niemals allein gekommen wäre! :puzz
Und das, ohne sie jemals gestellt zu haben ... :thumbsup

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