Neuberechnung eines Rezeptes bei eingeschobener Narzißrast

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Morgenkröte
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Neuberechnung eines Rezeptes bei eingeschobener Narzißrast

#1

Beitrag von Morgenkröte » Mittwoch 22. Mai 2019, 10:26

Hallo,
kurz: in einem anderen Thread wurde mir zur Verschlankung eines Bieres, also zur Senkung der Restsüße und zur Anhebung des EVG (vielleicht ungenau wiedergegeben), empfohlen, zwischen der Maltoserast bei 63°und der Verzuckerungsrast bei 72° eine Narzißrast (oder Kombirast) bei 67° einzuschieben.
Das möchte ich sehr gerne ausprobieren und ein Rezept daraufhin anpassen. Es ist ein Brown Ale (US-05) mit diesen Rasten:
Einmaischen 56° 10m
Maltoserast 63° 60m
Verzuckerungsrast 72° 20m
Abmaischen 78°

Man muss ja sicher zumindest die Maltoserast anpassen, wenn ich eine Narzißrast einfüge, vielleicht auch die Verzuckerungsrast. Gibt es dazu Regeln, Berechnungen, Verhältnismäßigkeiten?
Gruß von
Bendix

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chaos-black
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Re: Neuberechnung eines Rezeptes bei eingeschobener Narzißrast

#2

Beitrag von chaos-black » Mittwoch 22. Mai 2019, 10:39

Mit konkreten Regeln oder Berechnungen kann ich dir nicht helfen.
Ich würde aber die Maltoserast auf um die 30 Minuten verkürzen, 20 Minuten Narziß (oder Kombirast) einschieben und dann die Verzuckerungsrast auf 10 Minuten reduzieren.

Es gibt die (natürlich etwas ungenaue) Faustregel, dass man bei normalen Bieren insgesamt etwa 60 Minuten im Bereich der Amylasen rasten soll. Klar, es gibt Rezepte, bei denen läuft das deutlich länger und auch die 20-30 Minuten Maischzeiten von Brulosophy führen wohl zu guten Bieren. Aber die 60 Minuten ist eine Faustregel an der ich mich gern ausrichte.
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Re: Neuberechnung eines Rezeptes bei eingeschobener Narzißrast

#3

Beitrag von jemo » Mittwoch 22. Mai 2019, 11:12

Ich mache ähnliches wenn ich ein Saison braue und das treibt den EVG tatsächlich hoch. Nach der Kombirast wird es aber wahrscheinlich schon jodneutral sein, zumindest ist es bei mir so, wenn ich nur mit Malz braue. Bei einem Einsatz von Rohfrucht brauche ich auch noch die Verzuckerungsrast.
Viele Grüße,
Jens

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Re: Neuberechnung eines Rezeptes bei eingeschobener Narzißrast

#4

Beitrag von Morgenkröte » Mittwoch 22. Mai 2019, 11:33

Heißt das, dass eine Kombirast die Rastzeit insgesamt verkürzt, oder waren die Maltose- und Verzuckerungsrasten vorher einfach zu lang?

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Re: Neuberechnung eines Rezeptes bei eingeschobener Narzißrast

#5

Beitrag von chaos-black » Mittwoch 22. Mai 2019, 12:25

Deine Maltoserast war ungewöhnlich lang. Nach meinen Informationen ist sogar 40 Minuten recht großzügig, so dass da am Ende beinahe nichts mehr passiert.
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Re: Neuberechnung eines Rezeptes bei eingeschobener Narzißrast

#6

Beitrag von danieldee » Mittwoch 22. Mai 2019, 13:24

jemo hat geschrieben:
Mittwoch 22. Mai 2019, 11:12
Ich mache ähnliches wenn ich ein Saison braue und das treibt den EVG tatsächlich hoch. Nach der Kombirast wird es aber wahrscheinlich schon jodneutral sein, zumindest ist es bei mir so, wenn ich nur mit Malz braue. Bei einem Einsatz von Rohfrucht brauche ich auch noch die Verzuckerungsrast.
Neben der Jodnormalität gibt es auch noch andere Prozesse die wichtig sind und danach ablaufen!

Ohne deine Malze zu kennen macht das Maischverfahren zu benennen wenig Sinn
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dass Gott den Menschen liebt und ihn glücklich sehen will"
Benjamin Franklin

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Re: Neuberechnung eines Rezeptes bei eingeschobener Narzißrast

#7

Beitrag von Boludo » Mittwoch 22. Mai 2019, 13:38

Wenns trocken werden soll: 20 Minuten bei 63 Grad, 1h bei 67 Grad, dann direkt Läutern oder für etwas mehr Ausbeute noch auf 75 Grad erwärmen.
Iodnormal und Iodnormal ist übrigens zweierlei, da zwar keine Stärke mehr nachgewiesen wird, es aber keine Aussage über die Zusammensetzung der Dextrine gibt. Kürzere sind etwas süßer als längere.

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Re: Neuberechnung eines Rezeptes bei eingeschobener Narzißrast

#8

Beitrag von Morgenkröte » Montag 27. Mai 2019, 20:19

Habe mein Rezept heute mit den veränderten Rasten gebraut:
Einmaischen 56°5m
Maltoserast 63°30m
Kombi 67° 20m
Verzuckerungsrast 72°10m
Abmaischen 78°
Der Brautag ergab schon mal eine sehr gute Sudhausausbeute. 85% Mash Efficiency laut Grainfather Tool. Das ist zwar anders berechnet als die SHA, aber so hoch lag ich mit dem GF noch nie! Und das mit einer um 25m verkürzten Maischzeit. Auch die S-04 Hefe hat bereits nach 4 Stunden (!) Aktivität gezeigt. Wenn ich jetzt noch einen hohen EVG erreiche, werde ich das Rastenprinzip grundsätzlich auf meine Rezepte übertragen.
Ich werde euch berichten.
Bis dahin Dank von
Bendix

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