Wieviel diastatische Kraft (WK) ist nötig?

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Wieviel diastatische Kraft (WK) ist nötig?

#1

Beitrag von chaos-black » Freitag 21. Juni 2019, 16:12

Hallo Leute,
bei der Planung eines Bieres, das möglichst viel Maisrohfrucht enthalten soll, frage ich mich gerade, wieviel Pilsner Malz ich dazu geben muss, damit ich keinen Blausud bekomme. Ich kann mich erinnern in einem Podcast (glaube es war Braucast) die Zahl an Windisch Kolbach gehört zu haben, auf die man am Ende kommen muss. Hat die zufällig jemand parat? Dann kann ich schauen wie ich mein Pilsner Malz (Best mit 250 WK) mit der Maisrohfrucht (0 WK) verschneiden kann.

Beste Grüße,
Alex
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Re: Wieviel diastatische Kraft (WK) ist nötig?

#2

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Freitag 21. Juni 2019, 16:25

Du brauchst mindestens 90 Windisch Kolbach (bzw. 30 Lindner)
Braucast - Maischen - ab Minute 11:30
Definition WK genau bei 13:00 :-)

PS: Die nötige Maischdauer ist an den unteren Grenzwerten natürlich derb lang.
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Jens

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Re: Wieviel diastatische Kraft (WK) ist nötig?

#3

Beitrag von chaos-black » Freitag 21. Juni 2019, 16:31

Dankeschön! Dann mach ich wohl 36% Pilsner Malz und schau mal ob ich blauen und lilanen Mais finden kann um den Rest aufzufüllen :)

Ich werd einfach mal nach ner Stunde Kombirast eine Jodprobe machen und dann ggf. weitermaischen.
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Re: Wieviel diastatische Kraft (WK) ist nötig?

#4

Beitrag von bwanapombe » Freitag 21. Juni 2019, 16:44

Hallo Alex,

für alle Fälle kannst Du noch ein bißchen Platz im Bottich lassen und ggf. noch Pilsner Malz-Schrot nachschießen, wenn es nichts wird oder zu lange dauert.

Dirk

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Re: Wieviel diastatische Kraft (WK) ist nötig?

#5

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Freitag 21. Juni 2019, 16:56

Vielleicht auch einfach einen Tag vorher einen Enzymbooster ansetzen? Dann wäre man auf alle Fälle auf der sicheren Seite.

Such die eine Hefe aus, die mit wenig FAN klar kommt. Die W128 wäre hier mein einziger Tipp.
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Re: Wieviel diastatische Kraft (WK) ist nötig?

#6

Beitrag von chaos-black » Freitag 21. Juni 2019, 17:06

Ich hab die Belle Saison geplant und wollte ihr aber die Standarddosierung von Hefenahrung anbieten. Aber gute Tips die ihr beiden da sonst noch habt. Ich hab meistens noch einiges an Platz nach oben beim Maischen. Aber wenn ich einen Enzymbooster ansetze, käme ich ja sogar gänzlich um Gerstenmalz in der Hauptmaische drumrum. Reishülsen fürs Läutern hab ich auch schon da :) Ich glaub das mach ich so.

Damit ihr hier nicht so im dunkeln tappt, es soll ein Bier in Richtung Chicha werden. Inspiriert von dem Rezept in Patrick McGovern's Ancient Brews mit Piment und Erdbeeren. Ich dachte mir, da gerade Erdbeersaison ist, muss ich das wohl dazwischenquetschen :)
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Re: Wieviel diastatische Kraft (WK) ist nötig?

#7

Beitrag von chaos-black » Freitag 21. Juni 2019, 17:11

DerDerDasBierBraut hat geschrieben:
Freitag 21. Juni 2019, 16:56
Vielleicht auch einfach einen Tag vorher einen Enzymbooster ansetzen?
Noch ein kleiner Nachtrag, da ich noch nie einen Enzymbooster gemacht hab. Da schmeiss ich doch einfach Pilsner Malz in kaltes Wasser und nehm nach ein paar Stunden das Wasser zum Maischen, oder? Und wieviel sollte man da so nehmen? Kann ich da auch einfach so rechnen, dass ich auf die Schüttung eine passende (auch gern höher als Mindestzahl) an WK habe?

Ich hätte dann mit 4,2kg Mais verschiedener Art gerechnet. und könnte z.B. einen Enzymbooster mit 2kg Pilsner Malz machen, oder ist das overkill?

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Alex
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Re: Wieviel diastatische Kraft (WK) ist nötig?

#8

Beitrag von Bilbobreu » Freitag 21. Juni 2019, 17:24

Moin,
über die nötigen oder sinnvollen Mengen kann ich nichts sagen aber zur Temperatur vielleicht noch ein wichtiger Hinweis. Der Enzymbooster sollte nicht über 15°C stehen, sonst kann es schnell sehr milchsauer werden. Hab ich leider selbst erleben und lernen müssen.
Gruß
Stefan

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Re: Wieviel diastatische Kraft (WK) ist nötig?

#9

Beitrag von chaos-black » Freitag 21. Juni 2019, 17:26

Au weia, danke für den Tip! Das wäre mir bei den aktuellen Temperaturen vielleicht auch passiert...
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Re: Wieviel diastatische Kraft (WK) ist nötig?

#10

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Freitag 21. Juni 2019, 17:46

Ich bin leider überfragt..

Bei der Boostergröße habe die ich keine Erfahrung. 2Kg Pima klingt irgendwie logisch. Wo sollen die Enzyme sonst in ausreichender Menge herkommen?

Waren die Saisonhefen nicht (alle?) in der Lage Stärke direkt zu verstoffwechseln? Falls ja, dann müsste dein Sud nicht unbedingt iodnormal werden und das PiMa könnte reduziert werden.
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Re: Wieviel diastatische Kraft (WK) ist nötig?

#11

Beitrag von chaos-black » Freitag 21. Juni 2019, 18:01

Die Belle Saison ist auf jeden Fall var. Diastaticus. Wieviel "Extrakt" löst sich eigentlich bei den kalten Temperaturen aus dem PiMa in den Enzymbooster? Ist ja noch unter Verkleisterungstemperatur, aber vielleicht kommt ja trotzdem schon was mit.
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Re: Wieviel diastatische Kraft (WK) ist nötig?

#12

Beitrag von LuedgerLeGrand » Freitag 21. Juni 2019, 19:30

Warum nicht klassisch mit Speichel versuchen? Ich hatte das auch noch auf dem Plan :D
Wobei laut McGoverns weiteren Büchern auch gemälzter Mais in manchen Regionen Mesoamerikas für Chicha genutzt wurden (Uncorking The Past, S.209)
Ein Teil des Maises also entweder kauen oder maischen!? Keine Ahnung, wie hoch die diastatische Kraft dann wird.

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Re: Wieviel diastatische Kraft (WK) ist nötig?

#13

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Freitag 21. Juni 2019, 19:39

Hey, klar. Melde dich einfach wenn wir alle rum kommen und dir ins Maischefass spucken sollen 😂
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Re: Wieviel diastatische Kraft (WK) ist nötig?

#14

Beitrag von chaos-black » Freitag 21. Juni 2019, 22:21

...das könnte ein interaktives Seminar auf der nächsten HBcon werden :D
Ne für zuhause hab ich darauf keine Lust. Malzenzyme reichen mir und Maismalz hab ich in den Shops noch nicht gesehen.
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