Läutern mit Läuterhexe

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highii
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Läutern mit Läuterhexe

#1

Beitrag von highii » Dienstag 7. April 2020, 21:08

Hallo zusammen,
Ich habe am Wochenende meine erste Sud gemacht. 22 Liter.
Geläutert habe ich mit einem Maischesack, was jedoch nicht so gut geklappt hat. Ich glaube er war zu klein für meinen Läutereimer.

Nun habe ich mir die Läuterhexe bestellt, nachdem ich hier im Forum gute Kritik gelesen habe.
Bevor ich es bei meiner nächsten Sud verwende, möchte ich gerne wissen, ob ihr ein paar Tipps zur Verwendung habt.

Konkret frage ich mich, wann ihr mit dem Nachguss loslegt und wie ihr das Läutern beendet.
Fängt man mit dem Nachguss an, sobald nichts mehr in den Läutereimer fließt? Oder noch während viel Flüssigkeit im Maischbottich ist?
Wenn am Ende des Läuterns die Würze immer weniger fließt, was macht ihr dann? Lockert ihr den Treber auf? Drückt ihr ihn fest aus? Wartet ihr, bis wirklich kein Tropfen mehr aus dem Treber rauskommt?

Für ein paar Tipps bin ich sehr dankbar.
Gruß
highii

Patrick
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Re: Läutern mit Läuterhexe

#2

Beitrag von Patrick » Dienstag 7. April 2020, 21:31

Hallo,

also ich benutze auch eine Läuterhexe, du solltest bevor du mit dem Läutern beginnst eine ausreichende Läuterruhe einlegen damit sich das Treberbett (Filterbett) bilden kann. Ich warte immer so ca 15-20 min.
Danach beginnst du mit dem Lätern, aber den Hahn nicht zu weit öffnen da sich sonst der Treber fest zieht und nur noch sehr wenig bis nichts mehr durchläst.
Mit den Nachgüssen solltest du beginnen bevor der Treber trocken fällt. Ich achte immer darauf das ich so ca 2-3cm Flüssigkeit oberhalb des Treberbettes habe. Den Nachguss solltest du vorsichtig aufbringen, z.B. durch eine Schaumkelle o.ä. gießen damit du das Treberbett nicht aufwirbelst.

Auflockern musste ich den Treber noch nie, ich lasse mir aber auch immer Zeit. Ein Läutervorgang von ca 25l dauert bei mir immer so 30-45min.

Ich denke nicht das es wirklich sinnvoll ist den Treber am Ende noch aus zu drücken.

Gruß Patrick

highii
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Re: Läutern mit Läuterhexe

#3

Beitrag von highii » Dienstag 7. April 2020, 21:46

Danke für die sehr gute Erklärung.
Wann beendest du dann das Läutern? Sobald überhaupt keine Flüssigkeit mehr rauskommt?

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Re: Läutern mit Läuterhexe

#4

Beitrag von Liquidminer » Dienstag 7. April 2020, 22:09

Auf dem Wege zur Läuterung Teil 2 ist sehr lesenswert (Teil 1 natürlich auch)
Beste Grüße,
Torsten

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Re: Läutern mit Läuterhexe

#5

Beitrag von afri » Dienstag 7. April 2020, 22:12

Ich bin nicht er, aber ich beende das Läutern, sobald die herauslaufende Würze unter 3°P fällt. Das ist mit Spindel schlecht feststellbar, mit Refraktometer jedoch recht gut.

In meinem Fall und mit meiner Anlage ergibt das üblicherweise eine Anstellwürze zwischen 13,5 und 14°P. Will ich dicker oder dünner, höre ich früher oder später mit dem Läutern auf. Bei anderen Anlagen kann das sehr deutlich anders sein, bitte nicht als Empfehlung verstehen, sondern als Erfahrung.
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Re: Läutern mit Läuterhexe

#6

Beitrag von Decas » Dienstag 7. April 2020, 23:44

Servus,
also ich mache das ganze fast genauso wie Patrick beschrieben hat. Auf jeden Fall kann ich dir sagen, dass die Läuterhexe eine sehr lohnenswerte Anschaffung ist. Habe vorher ein Läuterblech verwendet und hatte öfters eine Läuterkatastrophe, das heißt es ist nichts mehr gelaufen und ich musste den Treber einschneiden.

Eventuell kannst du überlegen, die Läuterhexe direkt in den Maischekessel einzubauen, das spart dir den Schritt des umschöpfens. Hab ich so gemacht und bin super zufrieden.

Außerdem: Wie auch schon in vielen anderen Threads beschrieben, nehm dir Zeit beim Läutern, das dauert schonmal bis zu einer Stunde, dann kannst du sicherstellen, dass sich auch nichts zusetzt.

Ich läutere solange bis nix mehr läuft und der Kessel so gut wie leer ist, will ja nichts von dem gutem Zeug im Eimer lassen :Bigsmile

Gude
Stefan

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Re: Läutern mit Läuterhexe

#7

Beitrag von highii » Mittwoch 8. April 2020, 07:07

Die Zeit habe ich mir auf jeden Fall genommen und werde es auch weiterhin machen.
Die Läuterhexe in den Maischebottich klingt nach einer guten Idee. Aber hast du deicht dann das Problem das bei der Verzuckerungsrast bei 72 oder 78 Grad Celsius etwas anbrennen kann?
Ich hatte das Gefühl, dass ich beim Maischen immer richtig gut kontinuierlich auf dem Boden vom Einkocher rühren muss, damit nichts anbrennt.

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Re: Läutern mit Läuterhexe

#8

Beitrag von Stopfer » Mittwoch 8. April 2020, 08:52

Moin!

Also ich habe mir die Läuterhexe in einen Gäreimer gebaut und schöpfe dann aus dem Maischekessel mit einem 3L-Messbecher um.
Habe das hier auch als Empfehlung im Forum gefunden, einfacher Grund: Ich habe den Einkocher frei und kann in der Läuterruhe schon putzen. Dann kann die Würze direkt in den Einkocher laufen beim läutern und schon früh der Einkocher wieder angeschmissen werden -> schneller auf Kochtemperatur. Und das mit dem Anbrennen habe ich auch befürchtet - der Einkocher zickt immer mal wieder weil irgendwas anbrennt, das kann eigentlich nicht besser werden mit der Hexe am Boden.

VG,
Christopher

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Re: Läutern mit Läuterhexe

#9

Beitrag von Decas » Mittwoch 8. April 2020, 13:12

highii hat geschrieben:
Mittwoch 8. April 2020, 07:07
Die Zeit habe ich mir auf jeden Fall genommen und werde es auch weiterhin machen.
Die Läuterhexe in den Maischebottich klingt nach einer guten Idee. Aber hast du deicht dann das Problem das bei der Verzuckerungsrast bei 72 oder 78 Grad Celsius etwas anbrennen kann?
Ich hatte das Gefühl, dass ich beim Maischen immer richtig gut kontinuierlich auf dem Boden vom Einkocher rühren muss, damit nichts anbrennt.
Also ich nutze ein Rührwerk somit habe ich das Problem nicht, aber es stimmt schon, damit muss man aufpassen.
Stopfer hat geschrieben:
Mittwoch 8. April 2020, 08:52
Moin!

Also ich habe mir die Läuterhexe in einen Gäreimer gebaut und schöpfe dann aus dem Maischekessel mit einem 3L-Messbecher um.
Habe das hier auch als Empfehlung im Forum gefunden, einfacher Grund: Ich habe den Einkocher frei und kann in der Läuterruhe schon putzen. Dann kann die Würze direkt in den Einkocher laufen beim läutern und schon früh der Einkocher wieder angeschmissen werden -> schneller auf Kochtemperatur. Und das mit dem Anbrennen habe ich auch befürchtet - der Einkocher zickt immer mal wieder weil irgendwas anbrennt, das kann eigentlich nicht besser werden mit der Hexe am Boden.

VG,
Christopher
Ich habe einen zweiten Topf zum Hopfenkochen, das war auch eine nötige Anschaffung ansonsten kannst du nicht aus dem Maischebottich läutern :Wink

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Re: Läutern mit Läuterhexe

#10

Beitrag von gunnar_w » Mittwoch 8. April 2020, 13:52

Hallihallo.

Ich benutze auch eine Läuterhexe, das Teil macht schon richtig Spaß. Ich gehe dabei seit ca. 10 Suden nach der hier von olibaer beschriebenen Methode vor und kann nur Gutes darüber sagen.

Super Ausbeute, zügiges Läutern... kann ich jedem nur wärmstens empfehlen!

highii
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Re: Läutern mit Läuterhexe

#11

Beitrag von highii » Sonntag 3. Mai 2020, 12:50

Hab mir jetzt die Läuterhexe gekauft und letzte Woche damit gebraut.
Das funktioniert richtig gut!

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Spittyman
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Re: Läutern mit Läuterhexe

#12

Beitrag von Spittyman » Sonntag 3. Mai 2020, 17:09

Ich empfehle vor dem Läutern in einen Becher zwei bis drei Mal vorschießen zu lassen (Hahn flott ganz auf und wieder zu), damit eventuelle Maische aus der Hexe gespült wird.
Menschen, die bestimmte Biere aufgrund ihrer Herkunft, Brauart oder Farbe als "Hundepisse" bezeichnen, tun mir leid. :thumbdown Es lebe der Geschmack und die Vielfalt in jederlei Hinsicht! :Bigsmile

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