MattMill Kompakt Walzenabstand

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Basso
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MattMill Kompakt Walzenabstand

#1

Beitrag von Basso » Montag 27. Juli 2020, 13:15

Hallo Braufreunde!

Seit kurzem bin ich Nutzer einer Mattmill kompakt. Die habe ich hier im Forum gebraucht erworben. Laut Vorbesitzer hat er den werksseitig eingestellten Walzenabstand zu Gunsten einer höheren SHA verkleinert.

Mein Problem ist, dass ich beim Malz Schroten zu viel feines Mehl dabei habe, welches mir beim Abläutern die Läuterhexe und den Monofilament-Filter verstopft. (Ich braue in der 20l Klasse mit Einkocher, Läuterbottich und Läuterhexe)
Der Walzenabstand derzeit dürfte ziemlich genau 1,2mm sein, eine CD lässt sich perfekt ohne Spiel aber mit leichtem Grip durchbewegen.

Der Antrieb erfolgt per Akkuschrauber auf niedrigstmöglicher Drehzahl, da hohe Drehzahlen ja den Mehlanteil erhöhen sollen.

Ich werde also nicht umhinkommen den Abstand wieder zu vergrößern, daher meine Frage:

Weiß jemand wie der werksseitige Abstand ist, bzw. mit welchem Abstand habt ihr gute Erfahrungen mit der MM Kompakt gemacht?

Danke im Voraus!

Basso

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Re: MattMill Kompakt Walzenabstand

#2

Beitrag von Basso » Montag 27. Juli 2020, 13:39

Hallo Peter!

Den habe ich "Zur Sicherheit" noch am Auslaufende meines Trichter-Läutergrants, damit eventuell doch durchschlüpfende Festteile nicht in die Vorderwürze kommen.
Derzeit kommt aber so viel feines Mehl mit durch dass der Filter verstopft.
Das Mehl kommt deswegen mit, weil ich das Treberbett immer wieder aufhacke weil es vermutlich wegen dem vielen Mehl beim Abläutern immer wieder dicht macht.

Basso
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Re: MattMill Kompakt Walzenabstand

#3

Beitrag von Basso » Montag 27. Juli 2020, 15:10

@Beryll:

Danke für den Link, da hätte ich auch selber draufkommen können :Ahh

Ich verdächtige in erster Linie mal den Mahlgrad, da der hohe Feinmehlanteil optisch und auch haptisch ohne genaue Untersuchung deutlich wahrnehmbar ist.

Ein anderer Grund könnte die falsche Handhabung der Läuterhexe sein - da das Problem aber zeitgleich mit der Benützung der MM kompakt auftrat, vermute ich mal hier das meiste Verbesserungspotential.

Der Hinweis auf 1,3-1,4mm ist auf jeden Fall super und ich werde den Walzenabstand dahingehend anpassen.

Danke!

Æcht Harburger
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Re: MattMill Kompakt Walzenabstand

#4

Beitrag von Æcht Harburger » Montag 27. Juli 2020, 17:15

Nichts zu ungut aber ich würde den Mahlgrad sowiso jedes mal an das Malz anpassen. Du hast je nach Malz immer eine andere Restfeuchte jenachdem wie lange der Sack schon offen ist. Ich stelle bei meiner MMKK den Mahlgrad jedes mal neu ein um das bestmögliche Schrotbild zu bekommen. Bei der letzten Schrotung bin ich auf 1,44mm hoch gegangen.

Dann könntest Du das Malz vor dem schroten noch mit etwas Wasser konditionieren. Habe ich bisher nicht gemacht da ich keinen bock auf die Reinigung der mühle habe aber es gibt einige die so vorgehen.
Eine optimale Einstellung die für immer das perfekte Ergebnis liefert gibt es sowiso nicht da das Malz immer leicht unterschiedlich ist.

Ich hab keine Ahnung wie sich die Hexe beim läutern so verhält würde aber aus dem Bauch heraus sagen lieber etwas gröber schroten und darauf achten das genug Spelze (oder Reishülsen) in der Mischung sind um einen schön fluffigen Treberkuchen aufbauen zu können.

Gruß Jack

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Re: MattMill Kompakt Walzenabstand

#5

Beitrag von guenter » Montag 27. Juli 2020, 18:30

Der Walzenabstand wie meiner Meinung nach oft etwas überbewertet. Ich tippe hier eher auf ein Läuferproblem. Vielleicht willst du uns deinen Prozess genauer beschreiben?

Kennst du den Artikel:
https://braumagazin.de/article/laeutertechnik/

Vielleicht wirst du dort fündig
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Re: MattMill Kompakt Walzenabstand

#6

Beitrag von Bierjunge » Montag 27. Juli 2020, 20:39

Ja, wenn Du Mehl in der Läuterwürze hast, läuft irgendetwas ganz grundlegend verkehrt. Da hast Du ein gänzlich anderes Problem als einen vermeintlich falschen Walzenabstand.

Moritz

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Re: MattMill Kompakt Walzenabstand

#7

Beitrag von Basso » Dienstag 28. Juli 2020, 07:14

Puhh, das klingt als ob ich im Prozess noch irgendwas falsch mache.

@guenter: ja, den Artikel kenne ich

Dann beschreibe ich mal meinen Läutervorgang:

Nach dem Maischeprogramm im Einkocher schöpfe ich die Maische in den mit Läuterhexe (Nierenform) ausgestatteten Läuterbottich. In den Läuterbottich wird heißes Wasser vorgelegt, so dass keine Luft in der Läuterhexe ist. Dann rühre ich die Maische noch mal um damit das Treberbett hoffentlich gleichmäßig wird und halte 15-20 Minuten Läuterruhe.
Dann vorschießen, ich öffne den Hahn kurz (1-2 Sekunden) und das 3-4x auf vollen Durchfluss. Dann wird der Hahn ca. auf 1/4 geöffnet und die ersten Liter trübe Würze kommen wieder in den Läuterbottich. Es läuft meistens auch recht schnell klar.
Während der Läuterruhe habe ich den Einkocher gereinigt, in diesen wird jetzt wieder reingeläutert.
Am Läuterbottich befindet sich ein Auslaufhahn, darunter als Läutergrant ein Trichter mit Schlauch der auf den Boden des Einkochers reicht. Der Schlauch steckt noch in einem Sputnik-Monofilament-Filter um das ein oder andere Festteilchen aufzufangen.

Jetzt beginnt das eigentliche Läutern: der Hahn wird ca. 1/4 geöffnet um nicht zu viel Durchfluss zu haben. Die bis dahin klare Würze fließt in den Einkocher. Ein paar Liter (ca. 5) gehen auf diese Weise ganz gut. Dann wird der Würzestrom schwächer und versiegt schließlich ganz bis gar nicht mehr rausläuft. Dann muss ich wohl oder übel das Treberbett zerhacken - so bald ich den ersten Schnitt mache, läuft meist wieder etwas Würze, welche dann aber das besagte Mehl enthält. Nach dem ersten Zerhacken beginnt der Kampf, es fließt wieder etwas Würze, ich muss aber dann immer wieder das Treberbett aufschneiden, Umdrehen, zerwühlen damit noch Würze rausläuft. Da ich aus Zeitgründen nicht nach jeder Zerhackung wieder Läuterruhe halte, kommt hier das Mehl in die Vorderwürze.

Wenn der Hauptguss dann durch ist, drehe ich das Treberbett komplett um, gebe den Nachguss dazu, rühre um und halte wieder Läuterruhe und läutere bis zur Erreichung der Stammwürze. Tendenziell läuft die zweite Charge mit dem Nachguss komplikationsloser ab als die erste (evt. weil dann weniger Mehl vorhanden ist welches schon in der Vorderwürze ist?)

Man sieht die Mehldecke auch immer oben auf dem Treberkuchen drauf.
Aus diesen Gründen habe ich dem Mahlgrad die Schuld gegeben.

Fällt in einer Prozessbeschreibung was auf das geändert werden müsste?

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Re: MattMill Kompakt Walzenabstand

#8

Beitrag von Æcht Harburger » Dienstag 28. Juli 2020, 09:46

Rein theoretisch musst du nach jedem zerhacken und der Umwälzung des Treberkuchens wieder eine Läuterruhe halten und wieder Trübwürze ziehen. Da kommt bei dir ja das Mehl mit der ungefilterten Trübwürze in die Kochpfanne.

Du könntest beim nächsten mal versuch etwas gröber zu schroten und eventuell die Hexe nicht in Nierenform sondern im Kreis zu legen sodas die Spalten etwas größer werden.
Ich würde aber erstemal eine gröbere Schrotung versuchen bevor Du von der Hexe was abschneidest.

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Re: MattMill Kompakt Walzenabstand

#9

Beitrag von Matthias H » Dienstag 28. Juli 2020, 09:46

Hallo,
die Kompakt schrotet aufgrund der rel. feinen Walzenstruktur und der sehr dicken Walzen sehr tiefgreifend. 1,2mm Spaltmaß ist schon recht eng. Aber das wurde ja schon erläutert.
Offensichtlich zieht sich Dein Treberkuchen während des Läutervorgangs zusammen. Es wird mehr Würze abgelassen, als nachsickern kann. Das führt zu einer Verdichtung.
1/4 Hahnöffnung kann zu viel sein und bringt scheinbar letztendlich keinen Gewinn.
Ca. 1L/min ist ein guter Anhaltswert.
Gemeinhin ist kein Aufhacken, welches die natürliche, fluffige und durchlässige Filterschicht ja zerstört, notwendig, wenn man anfangs durch weniger Volumenstrom eine Verdichtung vermeidet.
Einfach mal ausprobieren mit empfohlenem Walzenabstand und vor allem Geduld zu Anfang.
Und in der Maische rummantschen nur im absoluten Notfall.
Dann gelingt das Läutern vollkommen entspannt in einem Rutsch bis zum letzten Tropfen, auch ohne nachgeschalteten zusätzlichen Filter.
Viele Grüße
Matthias H

Was lange gärt, wird endlich gut.
Erfinder u. Entwickler des Läuterhexensystems
und innovativer Malzschrotquetschen höchster Qualität

Hausbräu seit 1986; MattMill seit 2006
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Re: MattMill Kompakt Walzenabstand

#10

Beitrag von Braufex » Dienstag 28. Juli 2020, 10:27

Normalerweise wird beim Aufschneiden des Trebers die ablaufende Würze nicht trüb.
Du darfst allerdings nicht bis zur Läuterspirale einschneiden, sondern nur die oberste Schicht des Trebers.
Ich persönlich schneide nur so tief ein (falls nötig), das ich noch ca. 5cm über der Oberkante der Spirale bin.
Zum Aufschneiden benutze ich den Griff einer Schöpfkelle und schneide ca 6-8mal ein, so dass sich ein Rautenmuster ergibt.

Gruß Erwin

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Re: MattMill Kompakt Walzenabstand

#11

Beitrag von JackFrost » Dienstag 28. Juli 2020, 10:38

Wie gehst du in deinen Läutergrand ?
Mit schlauch und Trichter, so das keine Unterdruck entstehen kann ?
Oder hast du einen Schlauch direkt drann der dann gefüllt ist und damit
den Effekt wie ein voll offner Hahn hat ?

Gruß JackFrost
Meine Hardware:
eManometer
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Magnetrührer
Ss-Brewtech 10 Gal Topf
IDS2 Induktionsplatte

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Re: MattMill Kompakt Walzenabstand

#12

Beitrag von Basso » Dienstag 28. Juli 2020, 11:38

@ JackFrost: Zwischen Auslaufhahn und Trichter ist ein Abstand um Unterdruck zu vermeiden.

@ Braufex: Das ist ein guter Hinweis, ich habe bis jetzt immer bis zur Spirale runter geschnitten, in der Annahme diese wieder etwas von der Verstopfung befreien zu können. Ich schneide mit einer sog. Winkelpalette aus Edelstahl aus dem Haushaltsbereich

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Re: MattMill Kompakt Walzenabstand

#13

Beitrag von Basso » Dienstag 28. Juli 2020, 11:47

Ich möchte mich für die vielen schnellen, kompetenten und hilfreichen Antworten bedanken!
Das Forum ist echt eins der besten Foren in dem ich bis jetzt Mitglied war! Ein dickes Lob und weiter so! :thumbsup

Zusammenfassend werde ich bei den nächsten Suden für mich folgende Maßnahmen umsetzen:

[*] Erhöhung des Walzenabstandes der MM Kompakt auf 1,4mm, beobachten und ggf. anpassen
[*] die MM Kompakt testweise mit einer Handkurbel betreiben um vielleicht ein schöneres Schrotbild zu erhalten
[*] Beim Läutern auf die Durchflussmenge achten und 1l/Minute nicht überschreiten
[*] Wenn dann immer noch einschneiden nötig ist, nur die oberen paar cm einschneiden
[*] evt. Malz vor dem Schroten konditionieren

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Re: MattMill Kompakt Walzenabstand

#14

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Dienstag 28. Juli 2020, 20:57

Tipp:
Schrote 1 Tag vorher eine kleine Menge und stell ein Bild davon hier rein.
Grüßle Dieter
Brau, schau wem.

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Re: MattMill Kompakt Walzenabstand

#15

Beitrag von bierfaristo » Dienstag 28. Juli 2020, 21:29

Mein Vorschlag: Kaufe für den nächsten Sud geschrotetes Malz (oder mache eine Testsud) und läutere wie bisher. Dann weißt du, ob du wirklich ein Läuterproblem oder ein Schrotproblem hast.
Solltest du mit deinem Vorgehen Erfolg haben, dann bist du nicht wirklich schlauer, weil du im Zweifelsfall an 5 Stellschrauben gleichzeitig gedreht hast.
Fühle mich oft unverstanden, bin vermutlich ein Genie.

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Re: MattMill Kompakt Walzenabstand

#16

Beitrag von Basso » Freitag 31. Juli 2020, 20:37

Ich habe jetzt mal eine Testmenge ohne Änderung an der MM Kompakt geschrotet. Vielleicht können die Experten hier anhand des Schrotbildes feststellen ob ein größerer Walzenabstand nötig ist oder ob ich den Fehler wo anders suchen muss?
Dateianhänge
IMG_20200731_202602142.jpg
Zuletzt geändert von Basso am Freitag 31. Juli 2020, 21:25, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: MattMill Kompakt Walzenabstand

#17

Beitrag von Basso » Freitag 31. Juli 2020, 20:41

Problem mit dem Bildupload :Mad2

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Re: MattMill Kompakt Walzenabstand

#18

Beitrag von Basso » Freitag 31. Juli 2020, 20:52

Jetzt sollte es funktionieren
Dateianhänge
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Re: MattMill Kompakt Walzenabstand

#19

Beitrag von olibaer » Samstag 1. August 2020, 00:36

Hallo Basso,

das sieht für mich gut aus:

- die Spelzen sind erhalten geblieben
- schöne Aufteilung der Fraktionen Grobgrieß, Feingrieß und Mehl

Eine Läuterkatastrophe sehe ich hier nicht aber alles unter dem Vorbehalt, dass "Bilder vom Schrot" nicht wirklich dazu geeignet sind, um belastbar auf eine Schrotqualität rückschließen zu können.
Gruss
Oli
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Re: MattMill Kompakt Walzenabstand

#20

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Samstag 1. August 2020, 22:16

Man kann aber auf jeden Fall sehen dass die Spelzen komplett erhalten sind.
In meinem Läuferboden, der aus einem Edelstahldieb mit 2mm Maschenweite besteht würde das komplett unproblematisch sein.
Grüßle Dieter
Brau, schau wem.

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