Rührwerk und Läuterspirale

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Rührwerk und Läuterspirale

#1

Beitrag von BrauKatz » Sonntag 13. September 2020, 18:18

Hallo zusammen,

für meinen letzten Braugang hatte ich mir einen zweiten Kochtopf gekauft. Ziel ist, mir nach dem Maischen das Umfüllen zum Läutern und dann das Reinigen des Kochtopf für das Würze-Kochen zu sparen. So weit die Theorie.

In dem Kochtopf fürs Maischen befand sich jetzt die passende Läuterspirale und während des Maischens war das Rührwerk in Betrieb. Nach der Läuterruhe lief praktisch nichts aus dem Ablaufhahn. Also doch alles Umfüllen und Spirale checken. Die war innen weitgehend mit Malz gefüllt. Das Rezept war ein Imperial Stout mit reichlich Schüttung, aber nichts extremes.

Wie sind Eure Erfahrungen? Der Rührpaddel war auf der untersten Position festgeschraubt. Hilft es den Paddel weiter oben zu montieren? Oder habe ich da einfach einen Denkfehler? Wäre dankbar für den ein oder anderen Tip.

Viele Grüße,
Tom

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Re: Rührwerk und Läuterspirale

#2

Beitrag von Schwalbenbräu » Montag 14. September 2020, 23:17

Hallo Tom

Ich habe zwar kein Rührwerk. Trotzdem finde ich das Maischen mit der Spirale (Läuterhexe) mühsam. Deshalb montiere ich die Hexe zwar normal am Auslauf, versenke sie aber erst zum Läutern. Bei mir geht das super, wenn ich sie am Henkel des Topfes einhänge.

Gruss Reto

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Re: Rührwerk und Läuterspirale

#3

Beitrag von olibaer » Montag 14. September 2020, 23:45

Hallo Tom,
BrauKatz hat geschrieben:
Sonntag 13. September 2020, 18:18
Also doch alles Umfüllen und Spirale checken. Die war innen weitgehend mit Malz gefüllt.
Womöglich passt die Auslegung der Spirale nicht zur Behältergeometrie.
Ein zu weites Aufspannen der Spiralgänge mit den geschilderten Malzeinlagerungen im Innern könnte die Folge sein.

Ebenso denkbar ein Bedienfehler:
Das gesamte Maisch- und Läutersystem muss vor der Einmaischen unter Wasser stehen.
Lufteinschlüsse und/oder Blasenbildung darf es an keiner Stelle geben, auch nicht innerhalb der Spirale oder unter Läuterblechen.
Klassisch wirkt der Brauer mit einem großzügigem "Vorschießen lassen" Lufteinschlüssen entgegen, bevor er sich ans Werk macht - immer!
Gruss
Oli
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Re: Rührwerk und Läuterspirale

#4

Beitrag von hyper472 » Dienstag 15. September 2020, 07:50

BrauKatz hat geschrieben:
Sonntag 13. September 2020, 18:18
In dem Kochtopf fürs Maischen befand sich jetzt die passende Läuterspirale und während des Maischens war das Rührwerk in Betrieb.
Verstehe ich nicht. Ich gehe seit zig Suden genauso vor und weiß gerade mal, das es das Wort Läuterproblem gibt.
Läuterhexe von MattMill und Rührwerk von Brauhardware.
Hast du erst das Wasser und dann das Malz eingefüllt?
Viele Grüße, Henning
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Re: Rührwerk und Läuterspirale

#5

Beitrag von fg100 » Dienstag 15. September 2020, 08:43

Zu feines Schrot mit zu viel Mehl.

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Re: Rührwerk und Läuterspirale

#6

Beitrag von DrG » Dienstag 15. September 2020, 10:26

Ich hatte bei diesem Vorgehen die gleichen Probleme. In der Spirale war Malz, so dass die Spirale zugesetzt war und in den Strömungstotzonen unterhalb des Spiraleninnenrandes war oft Mehl angebrannt. Aber die Läuterhexe ist dafür auch nicht gedacht. Das sagte Matthias von MattMill selbst, als ich mein Problem hier vor einiger Zeit mal schilderte.
Als Workaround habe uch die Spirale nach dem Maischen nochmal ordentlich mit dem Paddel bearbeitet, vor der Läuterruhe vorschießen lassen, so dass das Malz rausgedrückt wird und erst dann mit der Läuterruhe begonnen. Das ging dan so halbwegs....
Das war aber nur ein Übergangs-Aufbau und jetzt bin ich wieder zurück beim klassischen Läuterbottich mit Lochblech und es läuft gut wie nie zuvor 😁

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Re: Rührwerk und Läuterspirale

#7

Beitrag von hyper472 » Dienstag 15. September 2020, 13:32

Da genügt es, vor der Läuterruhe die Spirale vom Kreis in eine Nierenform zu legen.
1-2l vorschießen zu lassen ist Pflicht, das stimmt.
Viele Grüße, Henning
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Re: Rührwerk und Läuterspirale

#8

Beitrag von olibaer » Dienstag 15. September 2020, 14:59

Hi DrG,
DrG hat geschrieben:
Dienstag 15. September 2020, 10:26
Aber die Läuterhexe ist dafür auch nicht gedacht. Das sagte Matthias von MattMill selbst, ...
Das kommt nicht klar rüber: wofür ist die Läuterhexe nicht gedacht?

Könntest du das bitte näher ausführen?
Gruss
Oli
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Re: Rührwerk und Läuterspirale

#9

Beitrag von Matthias H » Dienstag 15. September 2020, 15:48

Hallo,
da scheint es Missverständnisse zu geben.
Die Läuterhexe ist sehr wohl zum Läutern aus dem Kessel, nicht nur aus dem Bottich, geeignet.
Beim Einsatz von Rührwerken kommt es wie erwähnt dazu, dass sich Feinbestandteile in den vom Rührwerk wenig erfassten Bereichen und an der Läuterhexe ablagern.
Zu feines Schrot mit zu hohem Mehlanteil verstärkt den Effekt.
Aus diesem Grund, wie schon mehrmals geschrieben, und übrigens auch in der Anleitung vermerkt: Man sollte die Läuterhexe vor dem Läutern und der Läuterruhe aus den Ablagerungen befreien, indem man sie etwas bewegt.
Viele Grüße
Matthias H

Was lange gärt, wird endlich gut.
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Re: Rührwerk und Läuterspirale

#10

Beitrag von Brandergartenbier » Dienstag 15. September 2020, 17:21

Hallo,

ich mache das zwar nicht so, kann mir aber durchaus vorstellen, dass es eine Kombination aus zu lange Hexe in zu kleinem Topf (sprich der Biegeradius ist so eng, dass die einzelnen Öffnungen weiter als normal aufgebogen werden) und eventuell zu schnellem Rührwerk in Abhängigkeit der Paddelgeometrie.
Ich kenn dein Setup nicht, wenn mein Scheibenwischer Motor aber auf hoher Drehzahl läuft geht es schon ordentlich ab im Topf.
Wenn du jetzt ein relativ großen Paddel hast kann es schon sein, dass es dir Malz in die Hexe schiebt. Oder aber du hast das Rührwerk nicht die ganze zeit an gehabt und Malz, dass zu Boden gesunken ist wurde beim erneuten Einschalten so richtig in die Hexe gedrückt.
Gruß Florian
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Re: Rührwerk und Läuterspirale

#11

Beitrag von BrauKatz » Dienstag 15. September 2020, 20:59

Hallo zusammen,

erstmal vielen Dank an alle für die Überlegungen, Vorschläge und Tipps!!

Ich werde mal durch Eure Beiträge durchgehen:

@Schwalbenbräu: Das ist eine Idee, ich werd mal sehen, wie das mit dem Platz und dem Rührwerk hinhaut.

@olibaer: Es ist eine 1040er Spirale in einem 34l-Topf, die passt da gut rein. Ich werde aber mal darauf achten, beim nächsten Mal die Enden der Spirale weniger weit in das T-Stück zu schrauben. Aber viel ist da nicht mehr zu holen. Das zum Topf passende Rührwerk läuft frei und berührt die eingelegte Spirale nicht. Erst kommt Wasser in den Topf und dann bei erreichter Temperatur das Malz bei laufendem Rührwerk. Lufteinschlüsse halte ich da für wenig wahrscheinlich. Die würde ich eher bei der bisherigen Vorgehensweise (nach Maischen umfüllen in 2. Bottich, der die Spirale enthält) befürchten; da klappt es aber problemlos.

@ hyper472: Ja, erst Wasser, dann Malz. Mit der Nierenform werde ich mal probieren, wobei ich vermute, dass das Unheil schon beim Maischen seinen Anfang nimmt. Mal sehen, Spirale bergen und strecken, damit möglichst viel in die Maische absinkt...

@fg100 und @Matthias H: Das kann durchaus sein. Der Mehlanteil ist mir früher schon mal aufgefallen. Da es vorher keine Schwierigkeiten gab, hatte ich noch nicht über einen anderen Lieferanten nachgedacht. Ist da eine eigene Malzmühle die sicherste Lösung?

@DrG: Ja, Deine Beschreibung passt, nur das angebrannte Mehl hatte ich nicht. Vor der Läuterruhe schon mal das Malz rausspülen werde ich mal probieren.

@Brandergartenbier: Die Spirale ist soweit passend von der Länge, s. o. Rührwerk läuft auf der langsameren Stufe und die ganze Zeit beim Maischen. Paddale und Rührwerk sind passend zur Topfgröße ausgewählt. Einzig das zweite Prallblech am Deckel ist nicht standard. Was halt sein kann, dass das Paddel zu weit unten rotiert, und damit das Malz direkt seitlich in die Spirale drückt.

Nochmals vielen Dank an Euch! :thumbup Wenn ich nach dem nächsten Brauen mehr weiß (nächste Woche) melde ich mich wieder.

Viele Grüße,
tom

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Re: Rührwerk und Läuterspirale

#12

Beitrag von hyper472 » Dienstag 15. September 2020, 21:09

BrauKatz hat geschrieben:
Dienstag 15. September 2020, 20:59
Ist da eine eigene Malzmühle die sicherste Lösung?
Da fragst Du die richtigen: Matthias baut die besten Malzquetschen und Franz ist überzeugten Nutzer einer seiner Mühlen :thumbsup .
Deswegen antworte ich: ja, eine eigene Quetsche ist viel Wert und gibt Dir Unabhängigkeit von Lieferterminen. Du wirst bei Malzquetschen immer bekommen, was Du bezahlst - zum Brauen kannst Du alle gebrauchen, vom 20€-Porkert-Clon über eine China-Italo-billig-Quetsche bis zur MattMill.
Viele Grüße, Henning
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Re: Rührwerk und Läuterspirale

#13

Beitrag von BrauKatz » Mittwoch 16. September 2020, 21:55

[/quote]

Da fragst Du die richtigen: Matthias baut die besten Malzquetschen und Franz ist überzeugten Nutzer einer seiner Mühlen :thumbsup .
Deswegen antworte ich: ja, eine eigene Quetsche ist viel Wert und gibt Dir Unabhängigkeit von Lieferterminen. Du wirst bei Malzquetschen immer bekommen, was Du bezahlst - zum Brauen kannst Du alle gebrauchen, vom 20€-Porkert-Clon über eine China-Italo-billig-Quetsche bis zur MattMill.
Viele Grüße, Henning
[/quote]

Okay, danke Dir! Da gibt es ja reichlich Auswahl.

Viele Grüße

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Re: Rührwerk und Läuterspirale

#14

Beitrag von guenter » Mittwoch 16. September 2020, 22:08

BrauKatz hat geschrieben:
Mittwoch 16. September 2020, 21:55
Okay, danke Dir! Da gibt es ja reichlich Auswahl.
Zumindest hast du an den Antworten auch gesehen, wer bei Problemen sachkundig geholfen hat.
Bier trinken ist besser als Quark reden! :Drink

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Re: Rührwerk und Läuterspirale

#15

Beitrag von DrG » Freitag 18. September 2020, 10:44

@olibaer: Matthias H. hat das erfreulicherweise klargestellt.
Ich glaubte mich daran zu erinnern, dass er mir bei einem vergleichbaren Problem eine entsprechende Antwort gegeben hat, kann das aber in meinem Post-Verlauf nicht mehr nachvollziehen. Möglicherweise habe ich das auch nur "passiv" hier gelesen. Wie schon gesagt: grundsätzlich funktioniert das, man muss nur wissen, worauf man achten muss, damit das trotz der strömungstechnischen Kalamitäten gut funktioniert.

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Re: Rührwerk und Läuterspirale

#16

Beitrag von olibaer » Freitag 18. September 2020, 12:51

Hallo DrG,
DrG hat geschrieben:
Freitag 18. September 2020, 10:44
@olibaer: Matthias H. hat das erfreulicherweise klargestellt.
Ja, das hat er (#9) :thumbup

Bleibt anzumerken, dass letzten Endes ein zu hoher Mehlanteil - gerne in Kombination mit einem zu geringem Spelzenanteil, jedes Läutersystem an seine Grenzen führt. Selbst modernste Maischefilter quittieren derartige Schrotzusammensetzungen mit Versagen.

@Matthias H.
"Man sollte die Läuterhexe vor dem Läutern und der Läuterruhe aus den Ablagerungen befreien, indem man sie etwas bewegt".

Allgemein gültig würde ich das so nicht stehen lassen, zumindest dann nicht, wenn mit einem verbauten Rührwerk gearbeitet wird.

Ich benötige nach Maischende ca. 1 min um das Rühwerk auszubauen. In dieser Zeit hat sich um die Spirale herum längst ein Treberkuchen ausgebildet und das verstärkt, je gröber geschrotet wurde. Jetzt noch die Hexe zu manipulieren halte ich für keine gute Idee. Die natürliche Ausbildung des Treberkuchens gerät aus dem Tritt und ggf. erreicht man so genau einen gegenteiligen Effekt.

Wesentlich wichtiger erachte ich die Interaktion vor dem Einmaischen.
Die Hexe, und alle anderen Läutersysteme, müssen vollständig luftfrei sein - es dürfen innen und aussen keine Lufteinschlüsse mehr vorhanden/sichtbar sein - keine Blasenbildung etc..Der Zusammenhang zwischen entlüften vergessen und nachgelagerten Läuterproblemen ist hoch signifikant - insgesamt und in meiner praktischen Erfahrung, gestreut über allerlei Läutersysteme in beliebigen Größen.
Gruss
Oli
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