Malzrohrsystem und Maltase-Verfahren?

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Malzrohrsystem und Maltase-Verfahren?

#1

Beitrag von BigMoz » Dienstag 27. Oktober 2020, 15:42

Hallo zusammen,
Ich bin gerade noch dabei mich mit meinem Mundscheck vertraut zu machen, aber eine Frage kam mir schon. Hat jemand von euch mal versucht auf einem Malzrohrsystem eine Earlsche Kochmaische, Herrmann Verfahren, etc. zu fahren. Ich stelle mir das schwierig bis unmöglich vor weil die Pumpe wohl nicht die 100° Würze mitmacht, aber vielleicht geht es ja sonstwie?
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Re: Malzrohrsystem und Maltase-Verfahren?

#2

Beitrag von Ladeberger » Dienstag 27. Oktober 2020, 16:01

Für das Maltaseverfahren ist keine Kochmaische notwendig. Ich kenne die Möglichkeiten des Mundschenks nicht, aber grundsätzlich sollte sich dort auch erst 1/3 von Schüttung und Hauptguss einmaischen und bei 64 °C verzuckern lassen. Danach brühst du mit dem restlichen, kalten Hauptguss auf 45 °C ab und maischst die restliche Schüttung ein. Dann weiter wie im Verfahren angeben.

Gruß
Andy

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Re: Malzrohrsystem und Maltase-Verfahren?

#3

Beitrag von BigMoz » Dienstag 27. Oktober 2020, 16:22

Ah ok, danke für die Klarstellung. Dann hatte ich das falsch im Hinterkopf. Dachte dass im Herrmann Verfahren auch ein Kochschritt eingebaut ist. Also ist ein Bananenweizen möglich ;)
Bleibt noch der Earl als Baustelle...

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Re: Malzrohrsystem und Maltase-Verfahren?

#4

Beitrag von Alt-Phex » Dienstag 27. Oktober 2020, 16:59

Ich denke nicht dass das funktonieren wird. Das Gerät braucht eine Mindestmenge an Wasser und Malz, sonst läuft es trocken und es brennt an. Abgesehen davon das Weizenmalz im China-Malzrohrsystem generell problematisch ist, weil keine Spelzen vorhanden sind.
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Re: Malzrohrsystem und Maltase-Verfahren?

#5

Beitrag von JokerPs » Dienstag 27. Oktober 2020, 17:58

Man könnte ja den vollen Hauptguss nehmen und die Maische mit einem Würzekühler auf 45 Grad runterkühlen und dann die restliche Schüttung zugeben.

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Re: Malzrohrsystem und Maltase-Verfahren?

#6

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Dienstag 27. Oktober 2020, 18:03

Oder so einmaischen, dass man das erste Drittel der Schüttung einfach bei 64-66°C ohne Heizung und Pumpe mit wenig Wasser kombirastet. Dann den Rest dazu und normal das Programm durchlaufen lassen.
"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
"Nein! Was Böses!"
"Alkoholfreies Bier??? ..."
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Viele Grüße
Jens

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Re: Malzrohrsystem und Maltase-Verfahren?

#7

Beitrag von BigMoz » Dienstag 27. Oktober 2020, 18:56

Mit Würzekühler müsste ich dann "abmaischen", Malzrohr komplett rausnehmen, kühlen und Malzrohr wieder einsetzen :Grübel könnte funktionieren.
Die Kombirast mit wenig Volumen und ohne Pumpe ist auch ne Idee. Obwohl ich bestimmt trotzdem mehr als 1/3 Wasser am Anfang bräuchte. Außerdem bekomme ich dann wohl generell Probleme mit der Durchmischung und die Maische ist oben zu fett, was die Enzymaktivität beeinflussen könnte(?)
Zum Thema Earl, ich könnte die Dünnmaische ab 80° manuell am Auslasshahn entnehmen und vorsichtig oben auftragen. Mit dem halben Hauptguss ließe sich auch besser arbeiten für die ersten Maischeschritte.

Edit: Würze ist es noch nicht

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Re: Malzrohrsystem und Maltase-Verfahren?

#8

Beitrag von Shortbreaker » Dienstag 27. Oktober 2020, 19:43

Herrmann mache ich regelmäßig im Mundschenk. Für Dekoktionen aller Art habe ich aber eine 1500Watt Kochplatte und einen 15liter Topf. Habe auch noch einen Glühweinkocher, mit dem ich das ein bisschen ersetzen wollte, aber der ist noch beim Hochheizen überhitzt und am Boden ist Maische angebrannt. Der hat mit 2,5kW wohl zu viel Leistung für die kleine Heizfläche...
Earl hatte ich auch mal überlegt, aber da muss man wohl recht viel Hauptguss nehmen, damit das dann noch sauber funktioniert. Ausserdem kann man dann nicht bis zum Boden rühren und ob es dann den kernigen Geschmack noch gibt, weiß ich nicht.

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Re: Malzrohrsystem und Maltase-Verfahren?

#9

Beitrag von Birra_Barracuda » Dienstag 27. Oktober 2020, 20:06

BigMoz hat geschrieben:
Dienstag 27. Oktober 2020, 18:56
Mit Würzekühler müsste ich dann "abmaischen", Malzrohr komplett rausnehmen, kühlen und Malzrohr wieder einsetzen :Grübel könnte funktionieren.
oooder: An das gebogene Aufsteckrohr einen Schlauch zur von innen gereinigten Kühlspirale im Kaltwasserbad, von da zurück an den Auslaufhahn.
Nur eine fixe Idee, habe ich noch nicht selber getestet.

Vielleicht genügt ja auch ein etwas längerer Schlauch im Kaltwasserbad, du willst ja nicht auf 10°C kühlen. :)

Schöne Grüße
Curt
edit: oder die gekühlte Maische einfach oben in den Mundschenk rein, es wird ja von unten abgepumpt und so spart man sich noch einen Anschluss
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Re: Malzrohrsystem und Maltase-Verfahren?

#10

Beitrag von chaos-black » Dienstag 27. Oktober 2020, 20:09

...ich hab mal mit Earl und Hermann im Grainfather gebraut und das ganze dokumentiert: https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... er#p305794
Meine Hobbybrauerei: http://brauerei-flaschenpost.de/ (gerade offline)

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Re: Malzrohrsystem und Maltase-Verfahren?

#11

Beitrag von BigMoz » Donnerstag 10. Dezember 2020, 14:22

Vielen Dank für die zahlreichen guten Vorschläge! Ich hab jetzt am Wochenende ein dunkles Weizen im Herrmann Verfahren mit dem Mundscheck gebraut und es ging einwandfrei ohne jegliche Tricks. Musste bei 16L Ausschlagsmenge aber bei Wasser und Malz eine 50/50 Aufteilung wählen und ohne Nachguss arbeiten (1-2L wären wohl möglich gewesen). Durchlaufprobleme hatte ich trotz 66% Weizenmalz auch keine. Hab allerdings recht grob geschrotet und bin deshalb auch nur auf 52% Sudhausausbeute gekommen. Aber bin trotzdem happy dass es funktioniert hat :)
Grüße, BigMoz

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