Sudhausausbeute bei Weizenmalz

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BeBräu
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Sudhausausbeute bei Weizenmalz

#1

Beitrag von BeBräu » Montag 18. Januar 2021, 09:55

Hallo liebe Braugemeinde,

ich habe jetzt so ca 5 Sude hinter mir und lag eingentlich immer ganz gut mit meinen Stammwürzeberechnungen. Für meine Anlage rechne ich normal mit einer Effizenz von 68% was in der Realität dann otfmals schon eher 70% waren. Getreu dem Motto besser zuviel als zu wenig bin ich damit auch immer ganz gut gefahren. Nun habe ich mich letzte Woche an mein erstes Weizen gewagt. Es sollte eher bananig sein, deswegen habe ich den Weizenanteil auf etwas über 60% geschoben. Der Schüttung wurden 3% Reishüllen zugefügt um ein besseres Läutern bzw einen besseren Fluss beim Überschwallen zu erreichen. Das Korn war relativ fein geschrotet, die Pumpenleistung musste dennoch ziemlich reduziert werden um ein Einpendeln beim Überschwallen zu realisieren. Neben einer Rast bei 45° habe ich eine kurze Proteinrast sowie eine 40 minütige Maltose- und 30min Dextrinrast gemacht und war über die Ausbeute sehr enttäuscht... rechnerisch kam ich bei diesem Sud nur auf ca 60% Sudhausausbeute.

Ich vermute dass die Maische sich einfach nicht so gut durchmischt hat, bzw sehr kompakt war und nur durch "Kanäle" durchspühlt wurde... Hat jemand gleiche Erfahrungen mit hohen Weizenanteilen in Schüttungen gemacht oder andere Ideen?

Viele Grüße von der Mosel, Markus

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integrator
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Re: Sudhausausbeute bei Weizenmalz

#2

Beitrag von integrator » Montag 18. Januar 2021, 10:26

Bei Weizenmalz ist die SHA immer geringer. Ich plane dann immer mehr Malz ein.
Ich :Drink du ... läuft.

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hiasl
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Re: Sudhausausbeute bei Weizenmalz

#3

Beitrag von hiasl » Montag 18. Januar 2021, 10:48

integrator hat geschrieben:
Montag 18. Januar 2021, 10:26
Bei Weizenmalz ist die SHA immer geringer. Ich plane dann immer mehr Malz ein.
Und das, obwohl Weizenmalz durchschnittlich 1,5 bis 2 % mehr Extrakt mitbringt als Pilsner Malz.
Gibt zwei Punkte, an denen Extrakt verloren geht:
  1. Zu grober Schrot:
    Hier wird beim Maischen einfach nicht alles an Extrakt gelöst. Es verbleiben nennenswerte Anteile in den groben Bruchstücken.
  2. Inhomogenen Läutern:
    Hier ist zwar der Schrot gut ausgelaugt worden, bei der Läuterarbeit verbleiben aber "Nester" in den Trebern, die nicht nicht ausgewaschen werden.
Am Ende ist es möglicherweise eine Kombination aus beidem.
Gruß
Matthias
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Re: Sudhausausbeute bei Weizenmalz

#4

Beitrag von BeBräu » Montag 18. Januar 2021, 16:47

Mir fehlen da tatsächlich die Erfahrungswerte. Ich berechne meine Schüttung immer in der Brewfather-App, das ging auch soweit immer ganz gut! Wieviel mehr Schüttung nehmt ihr den ca prozuentual mehr an bei Weizenmalz? Bei mir wären es diesmal knapp 10% gewesen wenn das reproduzierbar so ist...

Vielen Dank Markus

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integrator
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Re: Sudhausausbeute bei Weizenmalz

#5

Beitrag von integrator » Montag 18. Januar 2021, 19:02

BeBräu hat geschrieben:
Montag 18. Januar 2021, 16:47
Mir fehlen da tatsächlich die Erfahrungswerte. Ich berechne meine Schüttung immer in der Brewfather-App, das ging auch soweit immer ganz gut! Wieviel mehr Schüttung nehmt ihr den ca prozuentual mehr an bei Weizenmalz? Bei mir wären es diesmal knapp 10% gewesen wenn das reproduzierbar so ist...

Vielen Dank Markus
Mache das mit dem Kleinen(Genialen)Brauhelfer, d.h. bei einem Anteil von ca. 50% Weizenmalz rechnen ich bei meinem Grainfather mit einer SHA von 50% statt 60%
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Re: Sudhausausbeute bei Weizenmalz

#6

Beitrag von gulp » Montag 18. Januar 2021, 19:27

BeBräu hat geschrieben:
Montag 18. Januar 2021, 16:47
Mir fehlen da tatsächlich die Erfahrungswerte. Ich berechne meine Schüttung immer in der Brewfather-App, das ging auch soweit immer ganz gut! Wieviel mehr Schüttung nehmt ihr den ca prozuentual mehr an bei Weizenmalz? Bei mir wären es diesmal knapp 10% gewesen wenn das reproduzierbar so ist...

Vielen Dank Markus
Dann schau mal bei vergärbaren Zutaten, Potential, da ist PiMa mit 1,037 angegeben und WeiMa mit 1,038.

Gruß
Peter
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Re: Sudhausausbeute bei Weizenmalz

#7

Beitrag von hkpdererste » Montag 18. Januar 2021, 21:10

Ich habe das Problem bei Weizenmalz auch schon öfters beobachtet. Habs dann für mich darauf geschoben, dass man dieses evtl. feiner schroten müsste. Möglicherweise hängt es auch mit der im anderen Bereich gerade diskutierten Temperaturproblematik der neuen Ernten zusamnen. Nix genaues weiss man nicht.

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Re: Sudhausausbeute bei Weizenmalz

#8

Beitrag von bwanapombe » Montag 18. Januar 2021, 22:30

Matthias hat ja zwei Verdächtige schon genannt, die richtig an der SHA knabbern können. Schroten und Maischen/Läutern.

Mit Malzrohrsystemen habe ich keine Erfahrung, deshalb eine Frage in eine ganz andere Richtung.

Waren die Reishülsen in die Schüttung eingerechnet? Dann wären das 3% extraktfreie Schüttung, die auch ihren "Beitrag" geleistet hätten.

Mir ist bei Weizenmalz noch nie was in der SHA aufgefallen, aber ich läutere auch mit Hexe, vielleicht macht das den Unterschied.

Dirk
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Re: Sudhausausbeute bei Weizenmalz

#9

Beitrag von Alt-Phex » Montag 18. Januar 2021, 22:42

Hoher Weizenmalzanteil + Malzrohrsystem ist halt eine schlechte Kombination. Das liegt einfach an der Funktionsweise. Ich kann bei meinen Suden mit Weizenmalz, bzw. richtigen Weizenbiersuden auch keine gravierend schlechtere Ausbeute feststellen. Ich läutere aber auch mit Schlitzblech oder Spirale in einem Läuterbottich/Thermoport. Einziger Unterschied ist das ich entsprechend langsamer läutere bei ~50% Weizenmalzanteil um die fehlenden Spelzen zu kompensieren.
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Re: Sudhausausbeute bei Weizenmalz

#10

Beitrag von hkpdererste » Dienstag 19. Januar 2021, 00:47

Ich läutere per BIAB Sack mit anschließendem nochmaligem ausspülen, also quasi Nachguss. Kein Malzrohr, kein zu schnelles Läutern, keine Kanalbildungen. Daran kanns nicht liegen. :Waa

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Re: Sudhausausbeute bei Weizenmalz

#11

Beitrag von BeBräu » Dienstag 19. Januar 2021, 04:58

Die Reisspelzen waren natürlich nach der Berechnung der Schüttungsmenge hinzugefügt... trotz der 3% war aber eben nur ein sehr langsames überschwallen möglich... damit könnte natürlich auch eine ungleiche Temperaturverteilung und damit auch ungleiche Stärkekonvertierung innerhalb der Schüttung einhergehen. Ich werde den Anteil der Spelzen beim nächsten Weizensud auf 5% heben.... mal sehen ob das einen Unterschied bringt. Die Schrotgröße schließe ich in meinem Fall aus weil ich sehr fein geschrotet hatte. Gruß Markus

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Re: Sudhausausbeute bei Weizenmalz

#12

Beitrag von Shenanigans » Dienstag 19. Januar 2021, 09:31

Ich habe auch das problem bei BIAB-kombirast gemerkt. Langer maischen kann auch hilfen, 75 oder 90 min anstatt 60 min.

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