Wie gut Rezept nachkochen?

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highii
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Wie gut Rezept nachkochen?

#1

Beitrag von highii » Sonntag 24. Januar 2021, 16:02

Hallo zusammen,

ich habe bisher 6 Sude gemacht. Bei den ersten 5 habe ich Rezepte nachgekocht, bzw. mir online Mischungen bestellt. Bei meiner letzten Sud, habe ich mir selber ein Rezept zusammengestellt.
Mir ist aufgefallen, dass ich die bei den Rezepten angegebenen Werte - vor allem Ausschlagmenge und Stammwürze - nicht exakt erreiche. Beispielsweise sollte bei einem Rezept 20L rauskommen mit 16,7% Stammwürze. Da ich die angegebene Stammwürze erreichen wollte, musste ich den Kompromiss ein gehen und habe nur 16L erreicht.
Das finde ich im Prinzip erstmal nicht so schlimm. Ich frage mich dann jedoch, ob ich dann auch die aus dem Rezept angegeben Hopfenmenge reduzieren müsste!?

Wie gut könnt ihr Rezepte nachkommen? Passen bei euch am Ende die Ausschlagmenge, Stammwürze und Alkoholgehalt zu den Vorgaben aus dem Rezept?

Gruß
highii

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JokerPs
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Re: Wie gut Rezept nachkochen?

#2

Beitrag von JokerPs » Sonntag 24. Januar 2021, 16:22

Wenn man die eigene Sudhausausbeute kennt und in das Rezept einrechnet, dann man das sehr genau treffen. MmuM unterstützt hier sehr gut.

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Re: Wie gut Rezept nachkochen?

#3

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Sonntag 24. Januar 2021, 16:57

Geh einfach Mal auf ein ähnliches Rezept in mmum und spiele mit der Sudhaus Ausbeute, bis du die Werte deines Sudes ungefähr erreichst. Diesen Wert setzt du dann beim nächsten Mal ein und du näherst dich an.
Wenn du am Anfang des Brauens noch nicht so sicher bist, erhöhe einfach den Malzanteil. Dann bist du auf der sicheren Seite.
Grüßle Dieter
Brau, schau wem.

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§11
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Re: Wie gut Rezept nachkochen?

#4

Beitrag von §11 » Sonntag 24. Januar 2021, 18:04

Im Grunde machst du es vollkommen richtig. Volumenangaben sind Schall und Rauch. Wichtig ist das du die StW. triffst und das du deine Verdampfung beim Kochen kennst. Die Sudhausausbeute hilft dir die Malzmenge zu berechnen die du brauchst um eine bestimmte Menge Würze mit einer bestimmten Extraktkonzentration zu machen. Leider ist aber die Sudhausausbeute nur in gewissen Grenzen konstant, weil sie halt z.B. auch vom Extraktgehalt des Malzes abhängig ist. Deine Verdampfung hingegen ist recht konstant. Kennst du die, weißt du wie hoch die Extraktkonzentration vor dem Kochen sein muss. Hast du die beim Läutern erreicht, machst du Schluss mit Nachgüssen, mißt dein Würzevolumen (Abstechen) und passt die Hopfengabe an. Voila.

Gruß

Jan
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Re: Wie gut Rezept nachkochen?

#5

Beitrag von Boludo » Sonntag 24. Januar 2021, 18:20

Eigentlich musst du, sobald du die Ausbeute weißt, den Hopfen neu berechnen. Normalerweise weiß man das nach dem Läutern.
Da die Berechnungen der Hopfenmenge aber es sehr ungenau ist und die Bittere stark vom Brauwasser abhängt, ist das aber eigentlich nur bei stark abweichender Ausbeute wichtig.
Rezepte sind immer nur grobe Anhaltspunkte, die man immer an die eigene Anlage anpassen muss.
Und dann kommt immer noch der Gärkeller, in dem die Karten noch mal neu gemischt werden.

Stefan

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Re: Wie gut Rezept nachkochen?

#6

Beitrag von emjay2812 » Sonntag 24. Januar 2021, 19:18

Ich braue seit Jahren das gleiche Rezept. Und trotzdem schwankt die Platozahl immer mal um ein, zwei Grad nach oben oder unten.
Ebenso habe ich mal etwas mehr, mal etwas weniger Bier.

Da ich keine Automation betreibe, und selbst keine Maschine bin, finde ich das nicht so schlimm.
Man muss aber wirklich seine Parameter/System kennen. Bei meinem Brauwasser muss ich immer wesentlich mehr Hopfen nehmen.
35 IBU erzeugen eine angenehme Bittere, weniger und das Bier wird zu lasch.

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Re: Wie gut Rezept nachkochen?

#7

Beitrag von Bahnbrauer » Sonntag 24. Januar 2021, 19:47

Wie schon weiter oben geschrieben: Das sind Erfahrungswerte, die du sicher noch machen wirst. Ich denke, fast jedem neuen Hobbybrauer geht es anfangs so. Bei mir hat der Kauf einer Läuterspindel (auf 70 Grad Celsius geeicht und nicht wie sonst auf 20 Grad) einen großen Unterschied gemacht. Die lasse ich beim Läutern einfach in der Würze schwimmen und wenn die Extraktkonzentration so ist, dass ich mir sicher bin, die angepeilte Stammwürze nach dem Kochen in etwa zu erreichen, höre ich auf mit dem Geben der Nachgüsse bzw. mit dem Läutern. Freilich muss man dafür die Verdampfungsziffer seiner Anlage kennen. Aber wie gesagt, bei mir hat einfach die Läuterspindel das Ganze wesentlich bequemer gemacht.

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Re: Wie gut Rezept nachkochen?

#8

Beitrag von highii » Montag 25. Januar 2021, 07:14

Danke für eure Hilfe.
Die Tipps sind sehr gut. Ich werde auf jeden Fall beim nächsten Brautag mal die Verdampfung beim Kochen ermitteln. Bin mal gespannt, was dabei rauskommt.

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Re: Wie gut Rezept nachkochen?

#9

Beitrag von Bergbock » Montag 25. Januar 2021, 07:24

Die Kenntnis der eigenen SHA ist hier der Schlüssel zum Erfolg.
Die Berechnung der Hopfenmengen mache ich selbst immer erst dann, wenn ich die Vorderwürzenmenge und die dazugehörige Stammwürze kenne, nicht vorher. Bei den eigenen Rezepten lege ich im Vorfeld nur einen IBU-Wert fest, sowie welcher Hopfen wann dazugegeben wird.

Frank

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Re: Wie gut Rezept nachkochen?

#10

Beitrag von Achilleas » Montag 25. Januar 2021, 10:46

Hallo,
da du deine genaue Bitterstoffausbeute ja auch nicht weist, kannst du die Hopfengabe nicht wirklich an die veringerte Stammwürze anpassen.

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