BM-Nachguss: Treberkuchen umrühren oder nicht?

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Pfaffenbrauer
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BM-Nachguss: Treberkuchen umrühren oder nicht?

#1

Beitrag von Pfaffenbrauer » Montag 11. April 2016, 23:28

Liebe Braumeister-Brauer

Ich habe angefangen, meinen BM50 nur noch mit 45l einzumaischen und dafür 20–25l Nachguss einzubringen. Das funktioniert super. Allerdings frage ich mich, wie ich richtig mit dem Treberkuchen umgehe: Beim traditionellen Verfahren ist es ja wichtig, ihn nicht durcheinander zu bringen, damit er seine Filterwirkung entfalten kann. Beim BM hat mich das bisher nicht weiter gestört, und ich habe im Malzrohr immer mal wieder kräftig umgerührt, bevor ich wieder (ziemlich nachlässig) Nachgusswasser draufgeschüttet habe.

Beim letzten Sud kam nun plötzlich die Diskussion auf, ob das das richtige Vorgehen ist, wenn andere im traditionellen Läuterbottich sooo sorgfältig mit Treberkuchen und Nachgusswasser umgehen (Spühkugeln, Sparge …). Sollte man vielleicht nicht auch im BM den Nachguss vorsichtig auf den Treberkuchen aufbringen? Was meint Ihr dazu?

Liebe Grüsse
Stefan

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Duke
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Re: BM-Nachguss: Treberkuchen umrühren oder nicht?

#2

Beitrag von Duke » Dienstag 12. April 2016, 00:36

Mooin!

Ich bin von 45l bis auf 55 hoch gegangen und gebe dann um 12°P zu erzielen je
nach Maischeverfahren noch 10 bis 12 LIter druff und fahre damit sehr effizient.

Gruß

Norman

Edith fällt auf, dass Norman nicht alles wirklich gelesen hat:

Nachguss vorsichtig aufbringen, aber nicht so akribisch wie im klassischen
Läuterverfahren. Ich hab auch schon mal mehr oder wenier 11 Liter Nachguss
druffgekippt und hatte am End ein Super-Bier...
„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“ Kurt Tucholsky

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Hagen
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Re: BM-Nachguss: Treberkuchen umrühren oder nicht?

#3

Beitrag von Hagen » Dienstag 12. April 2016, 11:04

Fahre auch mit 55l. Da ist die Grundausnutzung einfach schon mal am besten.
Rühre lieber während des Maischens 2-3x durch. und immer weider mal während des Maischens das MR um 45° drehen. Dafür brauchst du noch nicht einmal den Niederhalter lösen. Dürfte für die Ausbeute am meisten bringen.
MR nach dem Maischen kurz abtropfen lassen und auf großem Kübel separat aufbocken.

VW zum Kochen aufheizen, Währendessen einfach mit ständigem leichtem Überstand anschwänzen.
Feste Litermengen verwende ich nicht. Wird geschwänzt, bis die Nachwürze mit der VW gemischt unter Berücksichtigung des Verdampfungsfaktors auf die Zielstammwürze kommen sollte.
Besten Gruß

Hagen

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Re: BM-Nachguss: Treberkuchen umrühren oder nicht?

#4

Beitrag von Hagen » Dienstag 12. April 2016, 11:49

P.S. Ich verwende diese Eimer

Zwei Stück davon. Bei einem Eimer auf beiden Seiten parallel 2 Aussparungen reinschneiden/-feilen/-bohren und dort zwei stabile Auflagen aus Holz oder was auch immer arretieren. Abstand so wählen, dass das Malzrohr darauf sicher für den Nachguss "aufgebockt" werden kann.
Der zweite Eimer zum Reinstellen des MR, Austrebern etc. Ist eine bewährte Kombi, die gut mit dem BM zusammen arbeitet.
Besten Gruß

Hagen

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Re: BM-Nachguss: Treberkuchen umrühren oder nicht?

#5

Beitrag von KTF » Dienstag 12. April 2016, 12:18

Hallo,

ich mach es im Prinzip genauso wie Hagen.
Während des Maischens meistens etwa zu Mitte der Rast kurz unterbrechen und mit einem Farbquirl die Maische gut durchrühren, dann weiter. Das ganze ca. 2-3 mal während des kompletten Maischprozesses.

Beim abmaischen MR hoch, nicht mehr weiter rumrühren, ca. 60 % des Nachgusswassers schrittweise drübergeben. Währenddessen schon aufheizen.
Dann das Malzrohr runter. Ich habe ein Stahlseil an der Decke befestigt und am Ende einen Karabiner. Damit kann ich das Malzrohr ganz leicht mit dem Aushebebügel aufhängen. Die Höhe ist so eingestellt dass darunter gerade eine Plastikschüssel passt. Dann die restlichen Nachgüsse solange drüber bis Zielstammwürze (minus Verdampfung) erreicht ist. Mit einer zweiten Plastikschüssel zum austauschen die Läuterwürze immer wieder in den BM nachkippen.

Das funktioniert eigentlich recht gut. Ich mische dann nicht mehr im Treberbett rum. Ich hab es zwar noch nicht ausprobiert oder gemessen, aber ich denke wenn man das Treberbett wirklich stark durchmischt fliesst das Nachgusswasser deutlich schneller durch und kann dementsprechend weniger Extrakt aufnehmen.
Was man vielleicht noch bedenken könnte ist, mit einem Messer feine Schnitte, ähnlich wie ein Hackwerk im Sudhaus zu machen und somit für das Nachgusswasser "neue" auswaschbare Kanäle zu schaffen.

Grüsse, Flo

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Re: BM-Nachguss: Treberkuchen umrühren oder nicht?

#6

Beitrag von Hagen » Dienstag 12. April 2016, 12:40

Ich nehme das MR raus, weil ich so den Deckel beim Hochheizen der VW beim BM auflegen kann, was die Aufheizzeit verkürzt.
Falls zwischenzeitig die Würze zu kochen anfangen sollte, kann dann die zwischenzeitig entstandene Nachwürze zum Mitaufheizen zugegeben werden.
Besten Gruß

Hagen

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Re: BM-Nachguss: Treberkuchen umrühren oder nicht?

#7

Beitrag von Hopfenfreund » Dienstag 12. April 2016, 13:31

Hallo,

prinzipiell mache ich das mit meinem BM50-Klon genauso. Rund 50l HG und 10l NG. Das Treberbett hacke ich mit einem Schaumlöffel auf und gebe den NG in 2l-Portionen über den Schaumlöffel hinzu.

Was mir dazu noch einfällt, ist die Frage, ob, während die Nachgüsse laufen, die Würze bereits erhitzt werden sollte. Wenn die Nachgüsse jetzt noch Stärke aus dem Treber lösen sollten (Jodprobe vor dem Abläutern ist normal), hätte die α-Amylase keine Chance mehr zu arbeiten. Ein leichter Blausud wäre dann die Folge.

Eventuell ist es sinnvoll, mit dem weiteren Aufheizen zu warten, bis die Nachgüsse komplett durchgelaufen sind. Das kostet dann nur ein wenig Zeit.

Laut Kunze (S. 258) soll die Verzuckerung am Ende des Würzekochens noch einmal kontrolliert werden. Das werde ich bei meinem nächsten Sud machen und das Ergebnis mit einem Sud vergleichen, bei dem das Aufheizen verzögert erfolgt.

Hat jemand hierzu bereits Erfahrungen machen können? Wer kontrolliert die Würze am Ende des Kochens auf Jodnormalität?

Gruß - Stefan

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Re: BM-Nachguss: Treberkuchen umrühren oder nicht?

#8

Beitrag von Hagen » Dienstag 12. April 2016, 16:44

Wo ist das Problem? Das MR hängt doch beim Anschwänzen überhaupt nicht in der Würze??

1. MR ganz oben auf den BM aufbocken
2. MR mit Seilzug über den Topf heben
3. MR separat anschwänzen wie oben beschrieben
Besten Gruß

Hagen

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Re: BM-Nachguss: Treberkuchen umrühren oder nicht?

#9

Beitrag von Pfaffenbrauer » Dienstag 12. April 2016, 17:05

Danke für Eure vielfältigen Antworten. Bzgl. des Treberkuchens lassen ihn glaub ich alle mehr oder weniger in Ruhe. Dann probiere ich das mal. Vielleicht ein bisschen stochern oder so, aber nicht mehr so gründlich und vollständig «umgraben», wie ich das die letzten Male gemacht habe.
Und aufgrund der Bemerkungen von Norman und Hagen zum Verhältnis HG:NG werde ich bei mir einen Direktvergleich zwischen HG=45l und HG=55l machen. Habe 2 BM50, da kann ich das gleichzeitig machen.

Gruss
Stefan

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Re: BM-Nachguss: Treberkuchen umrühren oder nicht?

#10

Beitrag von Pfaffenbrauer » Freitag 28. April 2017, 15:46

Mein letzter Post in diesem Thread ist schon eeeewig her, aber ich sehe grad, dass ich meine Resultate vom Direktvergleich nie gepostet habe, und möchte deshalb der Vollständigkeit halber mal noch ergänzen, dass ich (zumindest mit meinem mittelpreisigen Refraktometer) damals keinen Unterschied zwischen den beiden Versuchen HG45l/NG25l und HG55l/NG15l feststellen konnte und darum seit dann immer mit 55l HG gefahren bin.

Gruss
Stefan

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