Was ist zu viel Mg?

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dpjBrau
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Was ist zu viel Mg?

#1

Beitrag von dpjBrau » Sonntag 17. Juli 2016, 11:07

Hallo,
lt. unserem Wasserwerk hat unser Leitungswasser Magnesium 26,9 mg/l - ist das für das "normale" Bierbrauen zu viel Mg? - Und wenn ja, wie bekomme ich den Wert runter? - Geht das ggf. über Abkochen?
Einen Wasserfilter will ich mir derzeit nicht kaufen, da ich noch nicht weiß, wieviel Bier ich brauen werde.
Danke und viele Grüße
Dieter

Restliche Wasserwerte:
Kationen Wert Anionen Wert
Calcium 57,8 mg/l Hydrogencarbonat 397,0 mg/l
Magnesium 26,9 mg/l Chlorid 0,7 mg/l
Natrium 20,0 mg/l Sulfat 7,9 mg/l
Kalium 1,06 mg/l Nitrat < 0,5 mg/l
Viele Grüße
Dieter

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ggansde
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Re: Was ist zu viel Mg?

#2

Beitrag von ggansde » Sonntag 17. Juli 2016, 11:15

Moin,
das ist definitiv zu viel Mg++. Kaufe Dir geeignetes Wasser im Supermarkt.
VG, Markus
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dpjBrau
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Re: Was ist zu viel Mg?

#3

Beitrag von dpjBrau » Sonntag 17. Juli 2016, 11:56

Vielen Dank für die schnelle Antwort!
LG
Dieter
Viele Grüße
Dieter

Ununnilium
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Re: Was ist zu viel Mg?

#4

Beitrag von Ununnilium » Freitag 29. Juli 2016, 13:07

Der Magnesiumgehalt (Mg2+) sollte beim Brauen unter 20 mg/l liegen, da Mg2+ im Gegensatz zu Calcium (Ca2+) einen komischen Geschmack hat (bitter bis säuerlich), Mineralwässer mit hohem Magnesiumgehalt schmecken deshalb oft auch schlechter als solche mit einem tiefen. Ich kann nicht beurteilen, wie die Geschmacksveränderung mit deinen 26mg/l Mg2+ sind, evt. ist es gar nicht so schlimm. Die einfachste Variante ist sicher, dein Leistungswasser mit genug mineralienarmem "Mineralwasser" mischen. Für grössere Mengen kann es sich lohnen, das Kalkmilch-Split-Treatment-Verfahren wie hier beschrieben anzuwenden, um den Mg2+-Gehalt und die Restalkalität zu senken. Wenn ich kein Denk- oder Rechenfehler gemacht habe, hast du eine Restalkalität von 15 °dh, um also wie im Artikel beschrieben dein Wasser auf 3 °dh zu senken, müsste man einfach 1/3 mehr Calciumhydroxid (gelöschter Kalk, Ca(OH)2) oder Calciumoxid (Branntkalk, CaO), Calciumchlorid (CaCl2) und Calciumsulfat (CaSO4) verwenden. Die Milchsäuremenge bleibt natürlich gleich, der Autor verwendet dort aber 90%ige, was eher unüblich ist, bei 80%iger muss man natürlich die Menge anpassen. Beim Umgang mit Calciumoxid, -hydroxid oder Milchsäure unbedingt eine Schutzbrille tragen, Laugen wie Calciumoxid oder -hydroxid zerstören Eiweiss schnell (→ Natronlauge oder Soda zur Kegreinigung) und sind deshalb extrem gefährlich für die Augen. Vor Verwendung sollte man das behandelte Wasser am besten per pH-Meter oder möglichst genauem pH-Messstreifen auf pH 7 prüfen. Grunsätzlich geht das auch durch probieren, basisches Wasser (pH > 7) schmeckt seifig, saures (pH < 7) sauer. Somit würde man eine Fehldosierung rechtzeitig erkennen.

Gruss Fabian

Blancblue
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Re: Was ist zu viel Mg?

#5

Beitrag von Blancblue » Freitag 29. Juli 2016, 13:48

Würde dir auch empfehlen erstmal mit destilliertem oder geeigneten Mineralwasser aus dem Supermarkt zu verschneiden. Entsprechenden Rechner gibt es z.B. bei Maische Malz und mehr. Später dann mal eine Osmose Anlage kaufen. Irgendwelche ätzenden Stoffe würde ich mir nicht antun.
Brauen ist zu 50% Kunst und zu 50% Handwerk. Dazu kommen noch mal 100% Erfahrung.

domingo
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Re: Was ist zu viel Mg?

#6

Beitrag von domingo » Dienstag 7. April 2020, 14:06

Entschuldigt, dass ich diesen alten Thread wieder zum Leben erwecke, aber meine Frage geht genau in diese Richtung.

Magnesium-Werte ab 20mg/l pro Liter gelten als problematisch. Gemäss diesem Braumagazin-Artikel https://braumagazin.de/article/von-der- ... rauwasser/ wird aber durch das Malz pro Plato ca. 7mg/l Magnesium eingetragen. Ein 12°P Bier enthält demnach also sowieso mindestens 84mg/l Magnesium. Bei "schlechtem" Brauwasser mit 20mg/l Magnesium enthält dieses Bier entsprechend 104mg/l Magnesium, was ja kein Riesenunterschied ist. Warum sollte sich also der ganze Aufwand lohnen, die 20mg/l Magnesium aus dem Wasser zu kriegen??

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Re: Was ist zu viel Mg?

#7

Beitrag von secuspec » Dienstag 7. April 2020, 14:53

Blancblue hat geschrieben:
Freitag 29. Juli 2016, 13:48
Würde dir auch empfehlen erstmal mit destilliertem oder geeigneten Mineralwasser aus dem Supermarkt zu verschneiden. Entsprechenden Rechner gibt es z.B. bei Maische Malz und mehr. Später dann mal eine Osmose Anlage kaufen. Irgendwelche ätzenden Stoffe würde ich mir nicht antun.
Oder einen Mischbettvollentsalzer kaufen/bauen. Dazu gibt es einen Faden hier im Forum.

Viele Grüße,
Steffen
Sudhaus auf Basis Brewpaganda 80l Töpfe,GGM Gastro Platte (Maischen),Ultra Low Power 8kW Heizelement (Kochen), 3,5kW Element für Nachguss. Gesteuert über CraftBeerPi.

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