Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

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Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#1

Beitrag von Grugru » Freitag 17. August 2018, 15:13

Hallo zusammen, ich hoffe ich bin in diesem Forum soweit richtig auch wenn ich derzeit noch ganz am Anfang stehe und mich erst einmal in der Apfelcider Herstellung in kleinen Mengen versuchen möchte.

Mein erster Ansatz ist 5 Tage alt,

Ich habe ca, 2,5 l Streuobstsaft teils selbst gepresst, teils zugekauft in einem 5l gärbehälter mit einer Packung Cider Hefe von mangroves Jack angesetzt, Deckel drauf, Wasser in den Verschluss und abgewartet, die Gärung hat auch eingesetzt aber nicht mit einer blubbernden Oberfläche sondern eher feinnervig, oben aus dem Verschluss stieg auch bisher kein Gas auf, ich nehme an, dass noch genug Luftraum übrig ist und es dauert bis sich dieser füllt da das Gefäß nicht einmal halb voll ist, am zweiten Tag habe ich am glasrand kleine Flecken entdeckt die Schimmel hätten sein können, daher habe ich den Deckel einmal abgemacht und das Glas über der Flüssigkeit innen mit hochprozentigem Alkohol auf einem Lappen abgewischt und wieder zu gedreht, danach hatte ich den Eindruck, die Hefe perlte noch etwas stärker. Gestern und heute war aber kaum noch etwas von Bläschen zu sehen. Ich habe heute also mal probiert und schmecke kaum Alkohol und kaum Frucht oder Süße.

Immerhin auch kein Essig oder hefeoverkill.

Ist der Prozess bisher überhaupt normal oder muss bei einer saftgärung die Sache stark blubbern..
Bisher hatte ich keinen extra Zucker zugesetzt und auch noch kein Gerät um Zucker oder Alkohol zu testen. Ich hatte vor den Cider bei Abfüllung in die Flaschen noch mit etwas konzentriertem Saft und ggf. Zucker zu verfeinern, bisher ist es mir aber deutlich zu wenig Alkohol. Ungern würde ich alles weggießen, habt ihr einen Rat wie man die charge noch zu etwas trinkbarem machen und was ich nächstes mal anders machen kann? Vielen Dank im Voraus! Grugru
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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#2

Beitrag von flying » Freitag 17. August 2018, 15:53

Scheint alles normal. Apfelmost hat nur ungefähr 10 Brix. Bei einem Päckchen Hefe auf 2,5 L war das vermutlich in einem Tag durch. Der Alkoholgehalt wird dabei nicht höher als 5%.
Durch mehr Zucker wird es nur alkoholischer aber nicht süsser. Erst ab einem Alkoholgehalt von 15- 16% würde die Hefe langsam schlappmachen und den Zucker in Ruhe lassen. Das hat dann aber nix mehr mit Cider zu tun. So macht man Desertwein.

Ich würde noch max. 100 g Zucker und etwas Mostfein und Süßstoff beigeben. Andere Möglichkeiten hat man als Hobbyist kaum. Möglicherweise muss man bei säurearmen Mosten da auch noch nachhelfen..
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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#3

Beitrag von OS-Schlingel » Freitag 17. August 2018, 16:07

Hallo zusammen,
Zugabe von Haushaltszucker bringt Vol.%. Geschmacklich kann ich weniger sagen.
Willst Du aber eher einen geringeren Alkoholgehalt und Süße, kannst Du nicht vergärbare
Zucker, wie Xylit oder Laktosezucker dazugeben.

Nimm eine messbare Probe und füge soviel abgemessenen Zucker dazu, bis es Dir schmeckt.
Dann auf die Hauptmenge berechnen.

Wenn komplett ausgegoren, auf Flasche füllen auf 5-5,5gr/ L karbonisieren.
Den passenden Rechner findest Du auf Maischemalzundmehr.de unter Tools finden.

Viel Erfolg
Gruß Stephen
Or kindly when his credit's out
Surprise him with a pint of Stout
:Smile

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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#4

Beitrag von Grugru » Freitag 17. August 2018, 17:32

Erst mal vielen Dank für die Antworten. Ich hätte gern spürbar mehr Alkohol und Süße, ich werde das mit der Probe und Zuckerzugabe versuchen, nur ohne den hoffentlich noch später entstehenden alkoholgeschmack ist es vermutlich schwierig zu beurteilen. Streue ich den Zucker einfach dazu oder löse ich ihn in heißem Wasser auf.?

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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#5

Beitrag von Miicha » Samstag 18. August 2018, 06:47

Guten Morgen,
Ich würde mich hier gerne einklinken:
Wie macht Ihr das mit der Trübung?
Wird das gefiltert?
LG Micha.
Präzision ist genau genommen völlig daneben.

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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#6

Beitrag von Brewwolf » Samstag 18. August 2018, 19:11

flying hat geschrieben:
Freitag 17. August 2018, 15:53
Scheint alles normal. Apfelmost hat nur ungefähr 10 Brix.
[/

Ich muss mich da mal einklinken.
So pauschal kann man das nicht sagen.
Ich habe heute 10 l selbstgepressten Apfelmost mit gemessenen 14 Brix angesetzt.
Mal sehen was die Gozdawa French Cider G1 daraus macht.
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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#7

Beitrag von flying » Samstag 18. August 2018, 23:17

Kann ja gut sein, ist aber eher nicht normal..

https://de.wikipedia.org/wiki/Grad_Brix

Mostsorten wie der Bittenfelder gehen manche Jahre bis 18 Brix. Essbar ist der wegen der ebenfalls hohen Säure- und Gerbstoffgehalte aber kaum. "Streuobst" bedeutet halt Mischung und da sind 10 Brix normal. In guten Jahren auch mehr..
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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#8

Beitrag von Grugru » Sonntag 19. August 2018, 17:28

So, habe heute dank der Tipps den cider von der Hefe abgezogen, dann 100g Zucker mit etwas Wasser aufgelöst, abkühlen lassen und dann eine kleine Menge 125 ml damit abgeschmeckt. Habe auf die kleine Menge 3tl Zuckerlösung und einen Teelöffel Zitronensaft für die Säure dazugemischt und jeweils 400ml in meine 500ml Flaschen abgefüllt, die letzte Flasche als Kontrolle in eine pet. Wenn ich sehe, dass die sich stark ausdehnt ist angeblich genug Kohlensäure drin und ich müsste den Cider dann wohl pasteurisieren.( laut diesem YouTube Video)https://youtu.be/WirxYyNi68g
Da ich gerade keine pet mit der gleichen Größe habe, habe ich etwas Luft aus meiner gequetscht und denke, wenn sie sich ausdehnt wird es genug sein... ( laut diesem YouTube Video)https://youtu.be/WirxYyNi68g

Bin sehr gespannt, fand aber heute den Geschmack auch vor Zucker schon etwas weniger fies, und mostiger.


Eine Frage dazu noch.. wie schafft ihr es möglichst viel Cider von der Hefe abzuziehen, bei mir blieb sicher ein guter Finger breit Flüssigkeit drin weil sonst schon der ganze Schmock mit in den Schlauch wollte...?
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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#9

Beitrag von Beerkenauer » Sonntag 19. August 2018, 20:10

Grugru hat geschrieben:
Sonntag 19. August 2018, 17:28
So, habe heute dank der Tipps den cider von der Hefe abgezogen, dann 100g Zucker mit etwas Wasser aufgelöst, abkühlen lassen und dann eine kleine Menge 125 ml damit abgeschmeckt. Habe auf die kleine Menge 3tl Zuckerlösung und einen Teelöffel Zitronensaft für die Säure dazugemischt und jeweils 400ml in meine 500ml Flaschen abgefüllt, die letzte Flasche als Kontrolle in eine pet. Wenn ich sehe, dass die sich stark ausdehnt ist angeblich genug Kohlensäure drin und ich müsste den Cider dann wohl pasteurisieren.( laut diesem YouTube Video)https://youtu.be/WirxYyNi68g
Da ich gerade keine pet mit der gleichen Größe habe, habe ich etwas Luft aus meiner gequetscht und denke, wenn sie sich ausdehnt wird es genug sein... ( laut diesem YouTube Video)https://youtu.be/WirxYyNi68g

Bin sehr gespannt, fand aber heute den Geschmack auch vor Zucker schon etwas weniger fies, und mostiger.


Eine Frage dazu noch.. wie schafft ihr es möglichst viel Cider von der Hefe abzuziehen, bei mir blieb sicher ein guter Finger breit Flüssigkeit drin weil sonst schon der ganze Schmock mit in den Schlauch wollte...?
Hallo

Hast Du auch unvergärbaren Zucker (zB. Birkenzucker a.k.a. Xylit) dazu gegeben? Sonst wird es, je nach Hefe, eine saure Angelegenheit.
Ich gebe so zw 30- 35 gr/l Xylit dazu. Dann hat der Cyder eine leichte Süße.

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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#10

Beitrag von Alt-Phex » Montag 20. August 2018, 00:58

Pass bloß auf das dir die Flaschen nicht um die Ohren fliegen, drei Teelöffel Zucker auf 0,5L Flaschen erscheint mir viel zu viel. Da komme ich locker auf 24g Zucker pro Liter, was wiederum zu 14g/L CO2 führt das bei 20°C ungefähr 7,5 Bar Druck auf den Flaschen hinterlässt. Normaler Zucker wird von der Hefe in Alk. und Kohlensäure verstoffwechselt - zu 100%. Du hättest, wie bereits erwähnt, die Süße mit unvergärbarem Zucker (z.b. Xylit) einstellen müssen.

Das ist sehr gefährlich was du da grade machst, man spricht in dem Zusammenhang nicht umsonst von Flaschenbomben. Du kannst natürlich versuchen zu pasteurisieren, um dem Unglück entgegen zu wirken, das ist aber nicht weniger gefährlich. Auch hier können dir die Flaschen platzen.

Meine Empfehlung: Alle Flaschen sehr vorsichtig öffnen und zurück in den Gärbehälter geben. Vollständig ausgären lassen und dann mit berechneter Zuckermenge für die Karboniserung wieder abfüllen.
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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#11

Beitrag von Grugru » Montag 20. August 2018, 14:34

oh je... danke für die warnung. es waren drei tl zuckerwasser aber vielleicht immer noch zu viel..bin ja nach dem geschmack gegangen und möchte auch gern einen etwas süsseren habe ja eine kontrollflasche die Pet die ich beobachten kann und die sollte sich doch dann wieder ausbeulen.? ich hatte den cider ja auch von der hefe abgezogen und sie war bereits quasi durchgegärt..

vor dem konservieren habe ich auch etwas respekt... icj werd die nächsten tage beobachten und den prozess sofort starten wenn die pet sicj ausbeult...

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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#12

Beitrag von Alt-Phex » Montag 20. August 2018, 15:01

Du hast der Hefe aber neue Nahrung zugeführt, den Zucker. Diesen wird sie vollständig vergären. Das mit der PET Flasche ist dermaßen ungenau, das hilft dir überhaupt nicht. Für sowas gibt es Flaschenmanometer, die zeigen dir den aktuellen Druck an.

Das ist wirklich richtig gefährlich was du da grade machst.
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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#13

Beitrag von flensdorfer » Montag 20. August 2018, 15:38

Alt-Phex hat geschrieben:
Montag 20. August 2018, 15:01
Das mit der PET Flasche ist dermaßen ungenau, das hilft dir überhaupt nicht. Für sowas gibt es Flaschenmanometer, die zeigen dir den aktuellen Druck an.
Manometer auf PET ist ok?
Gruß, Arne

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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#14

Beitrag von Alt-Phex » Montag 20. August 2018, 15:49

flensdorfer hat geschrieben:
Montag 20. August 2018, 15:38
Manometer auf PET ist ok?
Ja, das geht natürlich auch.
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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#15

Beitrag von Grugru » Montag 20. August 2018, 22:24

Ja natürlich ungenau. Ich würde daher schon sobald sich die Pet wieder etwas entbeult konservieren.. beim Check heute hatte ich den Eindruck dass noch nichts passiert ist und nur minimal Bläschen sichtbar sind... fühle mich also noch eher explosions sicher... vielleicht ist die Hefe auch schon zu wenig oder zu verbraucht, hab ja keine mehr dazu gegeben und hatte noch gut 2 Finger über dem Bodensatz cider stehen lassen...

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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#16

Beitrag von floflue » Montag 20. August 2018, 22:44

Grugru hat geschrieben:
Montag 20. August 2018, 14:34
es waren drei tl zuckerwasser aber vielleicht immer noch zu viel..bin ja nach dem geschmack gegangen und möchte auch gern einen etwas süsseren
Durch dieses Zuckerwasser wird es aber nicht süsser, da der Zucker vollständig vergoren wird. Es gibt etwas mehr Alkohol, aber es bleibt so sauer, wie Du es möglicherweise schon probiert hat. Um eine Cider zu süssen verwende ich Xylit bzw. Zuckerersatz, der nicht vergoren wird. Und da nehme ich dann ca. 20g pro Liter bzw. 10g pro 0,5l Flasche.

Ich denke auch, dass es am besten ist, alles zurück in den Gärbehälter zu kippen und ausgären zu lassen. Danach dann mit Xylit und einer berechneten Zuckermenge pro Flasche neu abfüllen. Wenn Du bei Raumtemperatur (+-20 Grad) vergoren hast, könntest Du eine 4g Zuckertüte pro 0,5l verwenden, dass sollte passen, wenn der Cider vollständig ausgegoren ist.
Bierbrauen ist ein perfektes Hobby um etwas wichtiges zu lernen: Geduld!

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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#17

Beitrag von Alt-Phex » Montag 20. August 2018, 23:47

Grugru hat geschrieben:
Montag 20. August 2018, 22:24
vielleicht ist die Hefe auch schon zu wenig oder zu verbraucht, hab ja keine mehr dazu gegeben und hatte noch gut 2 Finger über dem Bodensatz cider stehen lassen...
Da gibst du dich einer Illusion hin. Es wird schon noch genügend Hefe in Schwebe sein, sonst würde die Karbonisierung ja auch nicht funktionieren.
Grugru hat geschrieben:
Montag 20. August 2018, 22:24
... fühle mich also noch eher explosions sicher...
Naja dann ist doch alles gut. Musst ja auch nicht auf das hören was dir Leute in Fachforen erzählen, wenn es dir grade so gar nicht in den Kram passt. Was wissen wir hier schon über Gärung und son Zeugs. Youtube Videos sind ja grundsätzlich eine seriöse Informationsquelle.
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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#18

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Dienstag 21. August 2018, 00:13

Ein Braukumpel von mir hat früher Malzbier gebraut und -wie in deinem Youtube Video- pasteurisiert.
Nachdem die ersten Flaschen wie Splitterbomben geplatzt sind hat er alle unter "Vollschutz" im Garten in einer Wanne versenkt und mit einer dicken Holzplatte abgedeckt. Nach ein paar Wochen vorsichtiger Blick in die Wanne. Knapp 10% der Flaschen waren nicht explodiert und Scherben stachen im Sperrholz. Im Kochtopf pasteurisieren kannst du vergessen. Null Kontrolle bei 100% Risiko.
"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#19

Beitrag von Alien_TM » Dienstag 21. August 2018, 00:17

https://darwinawards.com/ ist immer dankbar für Nachschub :Wink

...Alex

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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#20

Beitrag von Grugru » Dienstag 21. August 2018, 08:08

Ich will mich keinesfalls in die darwinawards einreihen und binndankbar für die Ratschläge, der gärbehälter ist nur schon wieder bestückt und wenn ich die flaschen jetzt alle öffne sind sie hin. Ich denke es wird natürlich eine nachgärung geben, aber derzeit eben noch nicht bis minimal. Habe ich denn einen Denkfehler mit meiner pet? Von Präzision natürlich völlig abgesehen.. Wenn sich diese bislang in kleinster weise wieder ausdehnt, ist dies nicht ein Hinweis darauf, dass zumindest jetzt noch kaum co2 aufgebaut ist? Hat der Freund die Flaschen verkapselt? Ich habe bügelverschlusskapseln, macht das für die explosionsgefahr irgendeinen Unterschied?

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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#21

Beitrag von chaos-black » Dienstag 21. August 2018, 09:02

Auch Bügelverschlussflaschen können explodieren, mit der Druckbeständigkeit von PET hab ich keine Erfahrung.
Also mir wär die Gefahr deutlich zu hoch. Du hast da nur 2,5 L Apfelsaft verwendet. Wenn du nicht die Möglichkeit hast den Ansatz zurück ins Gärgefäß zu tun und du ihn nicht entsorgen möchtest dann trink die Flaschen bevor sie dir um die Ohren fliegen.
Meine Hobbybrauerei: http://brauerei-flaschenpost.de/ (gerade offline)

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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#22

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Dienstag 21. August 2018, 10:31

Grugru hat geschrieben:
Dienstag 21. August 2018, 08:08
Lass die Experimente, schütte die 2,5 Liter weg und fang neu an.
Du spielst mit etwa dem dreifachen Druck eines Autoreifens in Glasflaschen! Wenn die Dinger hochgehen und niemand im Raum ist, dann hast du nur eine riesige Sauerei in der Bude und vielleicht etwas Sachschaden. An den anderen Fall mag ich nicht denken.

https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... 906#p70906
"Da braut sich was zusammen ... "
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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#23

Beitrag von Max_L » Dienstag 21. August 2018, 12:50

Das ist jetzt wohl ein bissie spät aber Cider und oder Äbbelwoi braucht einfach nur Geduld.

Ich hatte letztes Jahr 10ltr frischgepressten Apfelsaft mit der Gozdawa French Cider vergoren. Das hat etwa 3 Wochen gedauert. Dann mit einem Liter frischen Apfelsaft carbonisiert und in Sprudelglasflaschen abgefüllt.
War nach drei Monaten OK, nach 10 Monaten fängt das langsam an richtig lecker zu schmecken. Da löst sich vieles vom mostigen, saurem ...
Ausserdem wird das auch noch wunderbar klar.
Also einfach warten. :thumbsup

Ein Freund lässt sein Stöffche (so sagen wir zum Apfelwein) spontan vergären. Äpfel pressen, in den Plastikkanister und Deckel lose drauf. Dann wartet der ein Jahr. Nach nem Jahr hat er dann im Verhältnis 1:10 Saft dazu gegeben und in Flaschen abgefüllt. Und jetzt hat er auch Cidre.
Narrensicher.
Aber bitte: Lasst Xylit oder sonstiges Weg. :P

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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#24

Beitrag von Grugru » Dienstag 21. August 2018, 20:31

Ein kurzes Update, heute früh mal vorsichtig an der bisher unausgereiften pet den Deckel geöffnet, ein leises zischen. Wieder zu gedreht. Heute Abend war die Flasche dann ausgebeult. Habe mich aber gegen das konservieren und für das vorsichtigste öffenen der Flaschen entschieden um sie wieder in einen neuen, viel zu großen gärbehälter zu gießen.
Die flaschen machten glücklicherweise nur ein sehr leises zischen und sind nicht explodiert, eine Verkostung ergab schon einen deutlich angenehmeren Geschmack, zwar recht süß aber auch schon mit feiner Perlung. Gar nicht verkehrt. Habe nun alles in den gärbehälter und Deckel drauf. Wie lange würdet ihr es stehen lassen bevor ich mich dann erneut an da kontrollierte nachkarbonisieren mache? Wenn der Zucker ganz verbraucht ist mit nicht hörbarer süße nach süßen ist klar aber wie bekomme ich ohne erneutes flaschenbombenrisiko dann meine Kohlensäure dazu?ich wollte mir nicht gleich ein druckfest oder teueres Equipment kaufen wenn möglich... Danke schon einmal für eure Hilfe.

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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#25

Beitrag von Grugru » Dienstag 21. August 2018, 20:39

DerDerDasBierBraut hat geschrieben:
Dienstag 21. August 2018, 00:13
Ein Braukumpel von mir hat früher Malzbier gebraut und -wie in deinem Youtube Video- pasteurisiert.
Nachdem die ersten Flaschen wie Splitterbomben geplatzt sind hat er alle unter "Vollschutz" im Garten in einer Wanne versenkt und mit einer dicken Holzplatte abgedeckt. Nach ein paar Wochen vorsichtiger Blick in die Wanne. Knapp 10% der Flaschen waren nicht explodiert und Scherben stachen im Sperrholz. Im Kochtopf pasteurisieren kannst du vergessen. Null Kontrolle bei 100% Risiko.
Hallo Jens, würdest du dann generell vom pasteurisieren abraten oder nur nicht im Topf? Ich habe auch schon gehört man könne ggf. in einer sauberen Spülmaschine pasteurisieren ?

.. :Waa

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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#26

Beitrag von Grugru » Dienstag 21. August 2018, 20:53

Max_L hat geschrieben:
Dienstag 21. August 2018, 12:50
Das ist jetzt wohl ein bissie spät aber Cider und oder Äbbelwoi braucht einfach nur Geduld.

Ich hatte letztes Jahr 10ltr frischgepressten Apfelsaft mit der Gozdawa French Cider vergoren. Das hat etwa 3 Wochen gedauert. Dann mit einem Liter frischen Apfelsaft carbonisiert und in Sprudelglasflaschen abgefüllt.
War nach drei Monaten OK, nach 10 Monaten fängt das langsam an richtig lecker zu schmecken. Da löst sich vieles vom mostigen, saurem ...
Ausserdem wird das auch noch wunderbar klar.
Also einfach warten. :thumbsup

Ein Freund lässt sein Stöffche (so sagen wir zum Apfelwein) spontan vergären. Äpfel pressen, in den Plastikkanister und Deckel lose drauf. Dann wartet der ein Jahr. Nach nem Jahr hat er dann im Verhältnis 1:10 Saft dazu gegeben und in Flaschen abgefüllt. Und jetzt hat er auch Cidre.
Narrensicher.
Aber bitte: Lasst Xylit oder sonstiges Weg. :P

Max
Ja, an ein ähnliches Verfahren hatte ich ja auch anfangs gedacht, also nachsüssen mit Apfelsaft statt mit Zucker. Woran hast du nach den 3 Wochen gemerkt dass es fertig vergoren ist? Bei mir kamen aus dem Ventil schon nach wenigen Tagen keine Bläschen mehr als Indikator... und wird der natürliche Apfelsaft zum carbonisieren ohne pasteurisieren nicht auch einfach von den Hefen aufgebraucghtnso dass der cider nach ein paar Tagen dann doch wieder sauer wird? Wie stoppst du da die Gärung?
Wie ist es denn mit der Explosionsgefahr wenn ich mit Apfelsaft nachwürze in den Flaschen ? Fragen über fragen :puzz

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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#27

Beitrag von floflue » Dienstag 21. August 2018, 21:07

Grugru hat geschrieben:
Dienstag 21. August 2018, 20:53
Woran hast du nach den 3 Wochen gemerkt dass es fertig vergoren ist?
Messen, z.B. mit einem Refraktometer oder einer entsprechenden Spindel.
Grugru hat geschrieben:
Dienstag 21. August 2018, 20:53
und wird der natürliche Apfelsaft zum carbonisieren ohne pasteurisieren nicht auch einfach von den Hefen aufgebraucghtnso dass der cider nach ein paar Tagen dann doch wieder sauer wird?
aus meiner Sicht, JA!
Grugru hat geschrieben:
Dienstag 21. August 2018, 20:31
Wie lange würdet ihr es stehen lassen bevor ich mich dann erneut an da kontrollierte nachkarbonisieren mache?
Bis sich der Messwert nicht mehr ändert, alles andere ist Spekulation oder ein Blick in die Glaskugel.
Grugru hat geschrieben:
Dienstag 21. August 2018, 20:31
Wenn der Zucker ganz verbraucht ist mit nicht hörbarer süße nach süßen ist klar aber wie bekomme ich ohne erneutes flaschenbombenrisiko dann meine Kohlensäure dazu?
Indem man die benötigte Zuckermenge berechnet. Z.B. hier (http://fabier.de/biercalcs.html) oder hier (https://www.maischemalzundmehr.de/index ... iserechner)
Bierbrauen ist ein perfektes Hobby um etwas wichtiges zu lernen: Geduld!

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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#28

Beitrag von Max_L » Dienstag 21. August 2018, 21:39

Alter Grundsatz:
Messen heisst Wissen :Bigsmile

Die Ciderhefe vergärt den Apfelsaft auf fast 0°P runter. Lass es meinetwegen 1/2 - 1°P sein. Und dann ist halt nix süßes mehr da. Du kannst den Geschmack aber ordentlich beeinflussen, wenn Du z.B. mit Birnensaft karbonisierst.
Vom nachsüßen halte ich nix. Probier doch mal nen Franz. Cidre. Die lagern ca 1 Jahr, sind nicht gesüsst, aber durch geschickte Wahl der Früchte auch nicht sauer.

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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#29

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Dienstag 21. August 2018, 22:11

Grugru hat geschrieben:
Dienstag 21. August 2018, 20:39
Hallo Jens, würdest du dann generell vom pasteurisieren abraten oder nur nicht im Topf? Ich habe auch schon gehört man könne ggf. in einer sauberen Spülmaschine pasteurisieren ?

.. :Waa
In Flaschen wäre mir das generell zu unsicher. Im Keg habe ich es mal mit Bier probiert und das Bier hat danach doof geschmeckt. Das Thema Pasteurisieren ist für mich vom Tisch.
"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
"Nein! Was Böses!"
"Alkoholfreies Bier??? ..."
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Viele Grüße
Jens

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metaler143
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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#30

Beitrag von metaler143 » Mittwoch 22. August 2018, 08:52

Süß und spritzig ist nicht ganz einfach. Du hast meiner Meinung nach folgende Möglichkeiten:

1) Ausgären lassen, in einen Kochtopf schütten und pasteurisieren, Nachsüßen und in einem Keg zwangskarbonisieren.

2) Ausgären lassen, mit einem nichtvergärbaren Süßstoff süßen, Zuckermenge zur Karbonisierung berechnen, zugeben und abfüllen.

3) Ausgären lassen und mit einem Konservierungsmittel wie Kaliumsorbat arbeiten. Das wird soweit ich mich erinnere in der Weinherstellung genutzt um eine Nachgärung zu verhindern. Ob sich das geschmacklich Bemerkbar macht, keine Ahnung, noch nie selber damit gearbeitet! Danach Nachsüßen und im Keg zwangskarbonisieren.

4) Ausgären lassen, Zuckermenge zur Karbonisierung berechnen und zugeben, Abfüllen und erst beim Trinken mit Apfelsaft nachsüßen.

Die geschlossenen Flaschen zu Pasteurisieren wäre mir persönlich zu heikel, bei bspw. 6 g/L CO2 entsteht da schon ein ganz ordentlicher Druck auf der Flasche beim erhitzen!

Ich an deiner Stelle würde die Menge aufsplitten und Möglichkeiten 2) und 4) austesten, das ist vorerst das Einfachste und mit Abstand billigste. Sollte dir dein Cider so nicht zusagen, kannst du für die nächste Ladung immer noch Kegs, eine CO2 Flasche und Zapfzubehör bzw. einen GDA besorgen. Die Investitionen dafür liegen aber leicht mal im dreistelligen Bereich.

Viele Grüße, Jakob

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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#31

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Mittwoch 22. August 2018, 09:34

metaler143 hat geschrieben:
Mittwoch 22. August 2018, 08:52
3) Ausgären lassen und mit einem Konservierungsmittel wie Kaliumsorbat arbeiten. Das wird soweit ich mich erinnere in der Weinherstellung genutzt um eine Nachgärung zu verhindern.
Vorsicht!
Das ist ein weit verbreiteter Mythos, dem ich auch ohne ihn zu Hinterfragen (oder Ausprobieren) vertraut habe. Angeblich sollen 1-2g/l Kaliumsorbat eine Gärung komplett stoppen. Und genau da wird's gefährlich, weil die Hefe damit nur übergangsweise gehemmt wird und irgendwann weiter gärt. Geht man gutgläubig davon aus, dass die Hefe tot ist, füllt das Bier/den Cider ab und karbonisiert per Zwangskarbonisierung, dann wird der Überdruck wieder zum Problem, sobald die Hefe aus der Hemmung aufwacht und weiter gärt.
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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#32

Beitrag von chaos-black » Mittwoch 22. August 2018, 12:01

Kaliumsorbat tötet keine Hefe, es verhindert nur ihre Vermehrung. Man muss also erstmal dafür sorgen dass super wenig Hefe drin steckt, also Cold Crash und wie auch immer man gern klärt, dann umdrücken in ein anderes Fass damit das Hefesediment wegbleibt und anschließend Sorbat hinzugeben.
Die benötigte Menge richtet sich nach Alkohol Voumenprozent und PH Wert. Im englischsprachigen Bereich zu Met gibts da recht viele Infos.
Meine Hobbybrauerei: http://brauerei-flaschenpost.de/ (gerade offline)

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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#33

Beitrag von metaler143 » Mittwoch 22. August 2018, 12:15

DerDerDasBierBraut hat geschrieben:
Mittwoch 22. August 2018, 09:34
metaler143 hat geschrieben:
Mittwoch 22. August 2018, 08:52
3) Ausgären lassen und mit einem Konservierungsmittel wie Kaliumsorbat arbeiten. Das wird soweit ich mich erinnere in der Weinherstellung genutzt um eine Nachgärung zu verhindern.
Vorsicht!
Das ist ein weit verbreiteter Mythos, dem ich auch ohne ihn zu Hinterfragen (oder Ausprobieren) vertraut habe. Angeblich sollen 1-2g/l Kaliumsorbat eine Gärung komplett stoppen. Und genau da wird's gefährlich, weil die Hefe damit nur übergangsweise gehemmt wird und irgendwann weiter gärt. Geht man gutgläubig davon aus, dass die Hefe tot ist, füllt das Bier/den Cider ab und karbonisiert per Zwangskarbonisierung, dann wird der Überdruck wieder zum Problem, sobald die Hefe aus der Hemmung aufwacht und weiter gärt.
Danke für den Hinweis, Jens! Wieder was gelernt, das wusste ich nicht.

Ich würde weiterhin zu 2) und/oder 4) tendieren, da diese Möglichkeiten einfach in der Umsetzung sind und kein zusätzliches Equipment benötigen.

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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#34

Beitrag von flensdorfer » Mittwoch 22. August 2018, 14:09

5) eine Ciderhefe nehmen, die einfach keinen so arg hohen sEVG hat wie z.B. die Bulldog Ciderhefen
https://www.ebay.de/itm/Ciderhefe-Bulld ... 2719670246
Gruß, Arne

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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#35

Beitrag von metaler143 » Mittwoch 22. August 2018, 16:27

flensdorfer hat geschrieben:
Mittwoch 22. August 2018, 14:09
5) eine Ciderhefe nehmen, die einfach keinen so arg hohen sEVG hat wie z.B. die Bulldog Ciderhefen
https://www.ebay.de/itm/Ciderhefe-Bulld ... 2719670246
Ich bezweifle dass man mit der Hefe eine Restsüße erreicht. Der Zucker aus Apfelsaft ist doch quasi zu 100% vergärbar (da fast nur Fructose, Glucose und Saccharose enthalten) und bei den 5% Alkoholgehalt eines Ciders wird die ihren Dienst auch noch nicht quittieren. Zumal die Sache mit Hefen, welche eine geringe Alkoholtoleranz haben keine Garantie ist, dass sie ab bspw. 10% Alkohol absolut keine Gäraktivität mehr zeigen.

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Re: Hallo und Hilfe beim Ersten Cider Versuch

#36

Beitrag von irrwisch » Mittwoch 5. September 2018, 09:43

Nur mal so eine kleine Info an alle die auch gerade Apfelwein / Cider machen. Die Apfelsaison hat ja begonnen, dieses Jahr aufgrund des heißen Sommers deutlich früher..

Die Bulldog Ciderhefen (medium und sweet) die hier immer wieder gerne zitiert werden schmecken nur süß weil in dem Hefepäckchen Süßstoff mit drin ist. In der Sweet Variante etwas mehr, in der Medium Variante etwas weniger.
Die gärt nämlich genauso wie andere Apfelweinhefen auf 0° Plato runter. Ich hatte mich gewundert wieso meine Spindeln eindeutig 0° Plato anzeigen und das Zeug trotzdem noch süßlich schmeckt.

Ist also m.E. auch nicht besser als hinterher mit Xylit oder ähnliches aufzuzuckern.

Habs leider vorher nicht gewusst und ärgere mich jetzt gerade mir meinen Cider mit sowas künstlichem versaut zu haben.
Steht auch leider nicht so klar auf dem Hefepäckchen drauf.

Bezüglich Sweet Cider auf "natürliche" Weise:
In amerikanischen Homebrew Forum Foren haben einige gute Erfahrungen damit gemacht den Cider zu Cold Crashen und anschließend zu schwefeln und Kaliumsorbat zuzusetzen um die restliche Hefe abzutöten und so eine Restsüße zu erhalten. Danach sehr kalt im Keg lagern da es natürlich immernoch weiter gären kann.
Das wollte ich eigentlich ausprobieren. Kann ich mir jetzt aber sparen. Vielleicht dann beim nächsten Batch Apfelsaft..

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