F. Laudage - Noch mehr Craftbier brauen

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AxelS
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F. Laudage - Noch mehr Craftbier brauen

#1

Beitrag von AxelS » Donnerstag 11. Oktober 2018, 18:12

Selten habe ich mich auf eine Buchlieferung so gefreut wie auf "Ferdinand Laudage - Noch mehr Craftbier brauen". Laudages erstes Buch "Craftbier einfach selber brauen" war für mich im Frühjahr der Einstieg in die Welt der Craftbiere. Alle nötigen Informationen waren simpel und leicht verständlich zusammengestellt. Einiges wurde nur angekratz, anderes dafür ausführlicher erläutert (z.B. die Liste der Hopfensorten). Auf 124 Seiten wurde alles wesentliche erwähnt, um selbst trinkbares Bier zu brauen. Am meisten beeindruckt haben mich die einfach gehaltenen Rezepte, von denen ich bisher drei ausprobiert habe. Wie es sich für ein Einsteigerbuch gehört, waren die Rezepte simpel gehalten, haben aber das wesentliche der Bierstile transportiert. Ein IPA, ein Porter, ein Witbier, ein Sour Ale. Punkt.
Diesen Schreibstil und die Tiefe an Informationen hat Laudage im neuen Buch perfekt weiter geführt. "Schwierige" Themen wie Restalkalität, Hefestarter, Dekoktion oder die verschiedenen Raststufen und deren Bedeutung werden genauso einfach erklärt, wie man es vom ersten Band gewohnt ist. Nie hatte ich den Eindruck, dass mir hier fundamentales Wissen vorenthalten wird, sondern immer "so und so viel muss man dazu wissen, mehr nicht". Diesen Ansatz finde ich prima. Die Rezepte (diesmal natürlich für "Fortgeschrittene") lesen sich sehr interessant: Vanille Milk Stout, Himbeergose, Saison, New England IPA.
Für mich sind die beiden Bücher Standartwerke zum einfachen Bierbrauen. Die Meisterklasse wird man damit nicht unbedingt erreichen, aber für meine Ambitionen (selbst einfach leckeres Bier brauen) treffen beide Bücher den Nagel auf den Kopf. Punktlandung, Herr Laudage, danke dafür!

Was hat mir am "Noch mehr Craftbier" nicht gefallen? Der Autor hat sich diesmal Unterstützung geholt von Fachleuten, die in ihrem Metier mehr Ahnung vom Thema haben als der Autor vermeintlich hat. Da refferiert ein Koch über Treber-Pesto (ich wollte kein Kochbuch kaufen), oder ein Startup, wie man sein eigenes Bier ins Supermartregal bekommt (Bussines-Startup-Beratung suchte ich eigentlich auch nicht...). Diese "Nebenkriegsschauplätze" wirken im Buch m.E. deplaziert und füllen unnötig Seiten, die der Autor selbst hätte füllen können.
Ach, und eines noch: Zweimal verweist der Autor "für weiterführende Informationen" auf Brücklmeiers "Bier brauen". Das hat der Autor m.E. nicht nötig, sein Licht unter den Scheffel zu stellen. Die Informationen, die Laudage in seinem Buch vermittelt, treffen die Zielgruppe genau. Da muss er nicht auf Brücklmeier oder Narziß verweisen... Wie gesagt: Meine Meinung!

Für alle, die zaudern: Holt Euch das Buch, gerade wenn ihr ambitionierte Einsteiger seit. Es lohnt sich echt!

Axel
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hyper472
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Re: F. Laudage - Noch mehr Craftbier brauen

#2

Beitrag von hyper472 » Donnerstag 11. Oktober 2018, 20:29

Danke Dir!
Ich hatte mal den ersten Teil rezensiert, und das auch sehr positiv. Der Brücklmeier liegt zwar gerade vor mir, aber in den Laudage 2 werde ich jetzt mal reinschauen.
Viele Grüße, Henning
Wenn man etwas positiv oder negativ auslegen kann, meine ich es positiv.
Es ist möglich, dass sich meine Meinung nicht mit der Meinung anderer deckt.
Wer will, ist herzlich eingeladen, mir in Anwendung von Boardregel Nr. 6 eine PN zu senden.

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Re: F. Laudage - Noch mehr Craftbier brauen

#3

Beitrag von Wintermuffel » Donnerstag 11. Oktober 2018, 22:31

Das erste Buch fand ich auch für den Einstieg perfekt. Empfehle ich auch gerne. (In meiner Buchhandlung)
Das zweite Buch kann ich auch empfehlen, toll gemacht, für alle die weiter brauen wollen ohne zu tief in die Materie einzutauchen.
Für tieferes Verständnis der Prozesse bleibt, für mich, der Brücklmeier klar vorne. Beide Bücher sind gut und verständlich und vor allem leserlich, nicht zu trocken und altbacken gemacht.
Zwei klasse Bücher für leicht unterschiedliche Zielgruppen.

Gruß
Heiner
Man ist nie zweimal durch den selben Wind.

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Re: F. Laudage - Noch mehr Craftbier brauen

#4

Beitrag von ctiedtke » Donnerstag 11. Oktober 2018, 22:41

Ich finde Brücklmeier und Narziß sind auch nicht vergleichbar. Narziß ist wirklich ein wissenschaftlich fundiertes Fachbuch für den Berufsbrauer. Das Buch von Jan Brücklmeier ist ein Superbuch für den Hobbybrauer der vielleicht schon weiter in die Materie eingestiegen ist und in dem die Vorgänge beim Brauen und Gären klasse erklärt und verständlich dargestellt werden. Ein super Nachschlagewerk für den ambitionierten Hobbybrauer. Die 2 Bücher von Laudage bekomme ich morgen. Dann werde ich mich nochmal melden. Aber vielleicht ergänzt sich auch das ganze Laudage für den Einsteiger, Brücklmeier für den Fortgeschrittenen und Narziß für den Profi der noch tiefer einsteigen möchte :Wink :Greets .
---
Gruß Christian

Schwester Doris (Mallersdorfer Klosterbrauerei) zu IPA: "Das ist kein Bier zum normal trinken, vielleicht ein Apperetif".

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Re: F. Laudage - Noch mehr Craftbier brauen

#5

Beitrag von Dawnrazor » Freitag 12. Oktober 2018, 07:38

Habe mir das Buch gestern auch bestellt.
Ich finde es ganz interessant, da es darum geht sein Bier zu optimieren ohne das man zu tief in die Wissenschaft geht.
Grüße aus Dortmund
Jens

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Re: F. Laudage - Noch mehr Craftbier brauen

#6

Beitrag von bierfaristo » Freitag 12. Oktober 2018, 10:49

Da sowohl Jans Buch als auch das von Herrn Laudage bei Ulmer verlegt werden, denke ich dass der Verlag die Gelegenheit genutzt hat, um gezielt „Werbung“ für ein weiterführendes Buch aus dem eigenen Haus zu machen.

Christian
Fühle mich oft unverstanden, bin vermutlich ein Genie.

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AxelS
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Re: F. Laudage - Noch mehr Craftbier brauen

#7

Beitrag von AxelS » Freitag 12. Oktober 2018, 14:48

bierfaristo hat geschrieben:
Freitag 12. Oktober 2018, 10:49
Da sowohl Jans Buch als auch das von Herrn Laudage bei Ulmer verlegt werden, denke ich dass der Verlag die Gelegenheit genutzt hat, um gezielt „Werbung“ für ein weiterführendes Buch aus dem eigenen Haus zu machen.
Das wäre dreist, Herrn Laudage "die Worte in den Mund zu legen", sprich: den Text vor dem Satz so zu verändern, als hätte der Autor das so geschrieben. Glaube ich ehrlich gesagt nicht. Eher, dass es eine Art "Dankeschön" für die Verwendung des Bildes auf Seite 44 (das Flaschenmanometer) war. Wie auch immer, für mich passt der Ton einfach nicht zum übrigen Inhalt.
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§11
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Re: F. Laudage - Noch mehr Craftbier brauen

#8

Beitrag von §11 » Freitag 12. Oktober 2018, 16:58

Also jetzt mal ganz nuechtern betrachtet:

Sowohl die Reihe Craftbier brauen von Ferdinand Laudage, als auch mein Buch werden vom Ulmer Verlag verlegt. Daraus ergiebt sich zwangslaeufig das sich das Buch an unterschiedliche Zielruppen richtet. Ein Buch zu "Machen" kostet einiges und ehrlich gesagt habe ich jetzt gelernt das Verlage keineswegs Gelddruckmaschinen sind. Das heisst es waere nicht gerade schlau wenn ein Verlag mit zwei Buechern im eigenen Sortiment die selbe Zielgruppe bedient, weil nicht Davon auszugehen ist das jeder beide Buecher kauft.

Die Craftbier Brauen Serie richtet sich vor allem an denjenigen der schnell und einfach mit dem Bierbrauen beginnen will. Um ein Bier zu brauen muss ich erstmal keine Ahnung haben was eigentlich passiert. Ich muss eine gute Anleitung haben. Mein Buch richtet sich dann an den fortgeschrittenen Heimbrauer, der eben irgendwann schon genauer wissen will was er da eigentlich tut.

Hier kommen wir dann auch gleich zur Abgrenzung meines Buches zu akademischen Buechern wie zum Beispiel dem Abriss der Bierbrauerei. Der setzt, als Lehrbuch das bei der Ausbildung von Bachelor und Master fuer Brauwesen, zum Beispiel ausreichendes Wissen in Physik, Chemie und Mikrobiologie voraus, das tue ich nicht. Im Narziss wird zum Beispiel die Esterbildung durch die Hefe besprochen, aber natuerlich nicht erklaert was ein Ester ist und wie die chemische Reaktion dazu aussieht. Ich habe versucht, fuer die die es interessiert, auch das verstaendlich darzustellen. Mein Buch geht dafuer natuerlich nicht so weit in die Tiefe wie Narziss das tut, aber dafuer sollte eigentlich keine Sekundaerliteratur noetig sein.

Ich hoffe ich konnte die Buecher einigermassen verstaendlich einordnen.

Schoene Gruesse

Jan
„porro bibitur!“
Die Seite zum Buch "Bier brauen" https://www.jan-bruecklmeier.com/
https://headlessbrewer.wordpress.com/

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Re: F. Laudage - Noch mehr Craftbier brauen

#9

Beitrag von bromfiets » Freitag 19. Oktober 2018, 10:03

Zunächst einmal herzlichen Dank für eure bis dato doch äußerst positiven Kritiken zu meinem zweiten Buch.

Auf zwei Punkte, die Axel nicht ganz so toll fand, gehe ich gerne noch ein:

Die Verweise auf Jans Buch sind mitnichten durch den Verlag gesteuert, sie waren für mich nur logisch an den entsprechenden Stellen. Ich hatte das große Glück, bereits während meiner Produktionsphase einen Blick in Jans Buch werfen zu dürfen, und für mich war klar, dass manche Themen wie zum Beispiel die Wasseraufbereitung in "Noch mehr Craft-Bier selber brauen" nicht zu komplex dargestellt werden sollten. Ich sehe meine beiden Bücher eben immer noch als Einsteiger-Literatur, für Heimbrauer im ersten, vielleicht sogar zweiten Jahr. Wer noch tiefer in die Materie eintauchen möchte, der sollte definitiv Jans Ausführungen dazu lesen. Mir war immer wichtig, dass das "EINFACH" aus "Craft-Bier einfach selber brauen" bei mir weiterhin großgeschrieben wird. Aber manch einer ist eben schon einen Schritt weiter. Und derjenige sollte sich dann unbedingt Jan Buch anschaffen. Das ist meine ehrliche Meinung.

Bezüglich der Expertenmeinungen war mein Wunsch eigentlich, einen besonderen Mehrwert liefern zu können. Unabhängig davon, dass ich nun schon eine ganze Weile in der Branche als selbstständiger Biersommelier, Dozent und Berater tätig bin, bin ich doch weiß Gott nicht perfekt, wenns ums Bierbrauen geht. Ich bin eben kein "Gelernter". Als Leser hätte ich den Wunsch, dass mir in einem Buch nix "Halbgares" serviert wird. Genau deshalb fand ich es wichtig, an manchen Stellen Experten zu Wort kommen zu lassen. Ich wollte schließlich auch noch was lernen. :Wink Die Treberrezepte waren mir ein besonderes Anliegen. Jan Grün, ein befreundeter Koch, hat damals mit dem ersten Buch das Bierbrauen gelernt und hat sich dabei gefragt, was er mit all dem Treber machen soll. Immer nur Treberbrot ist ja auch nix. Wir haben uns daraufhin auf ein paar Biere und Steaks zusammengesetzt und einfach mal ein paar Sachen ausprobiert. Der Trebersalat ist zum Beispiel der Wahnsinn. Stark fand ich auch die Treberfrikadellen, die es letztlich nicht ins Buch geschafft haben, weil das Rezept zu unspezifisch war. Aber eine Handvoll Treber tut jeder (fleischigen) Frikadelle gut. Letztendlich war es mir wichtig, diese Erkenntnisse mit ins Buch aufzunehmen. Mehr als 5 Rezepte sollten es aber auch nicht sein.

Und die Frage "Was muss ich tun, damit ich mein Bier verkaufen kann?" stellt mir auch jeder dritte Brauschüler. Insofern wollte ich auch Dennis von Mücke mit ins Buch holen, der mich damals ebenfalls gefragt hat, was er dafür anstellen muss. Ich habe mehr oder weniger abgewunken. Er hat's dann zusammen mit seinem Nachbarn Micha durchgezogen. Und heute erzähle ich überall ganz stolz rum, dass die beiden bei mir damals im Braukurs saßen ... :Bigsmile

Ich freue mich weiterhin über konstruktive Kritik von euch. :Smile
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Re: F. Laudage - Noch mehr Craftbier brauen

#10

Beitrag von omitz » Freitag 19. Oktober 2018, 11:31

Treberpesto, Trebersalat, Treberfrikadellen.. also jetzt habe ich a) Hunger und b) schreit das nach einem neuen Buch "Kochen mit Treber". :thumbup

@Ferdi: Ich steuere gerne meine Treberbolo bei. :Greets

Grüsse und weiterhin viel Erfolg mit dem Buch!

Timo
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Re: F. Laudage - Noch mehr Craftbier brauen

#11

Beitrag von bromfiets » Freitag 19. Oktober 2018, 13:35

omitz hat geschrieben:
Freitag 19. Oktober 2018, 11:31
Treberpesto, Trebersalat, Treberfrikadellen.. also jetzt habe ich a) Hunger und b) schreit das nach einem neuen Buch "Kochen mit Treber". :thumbup

@Ferdi: Ich steuere gerne meine Treberbolo bei. :Greets

Grüsse und weiterhin viel Erfolg mit dem Buch!

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