LoRaWAN

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bieratenschreck
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LoRaWAN

#1

Beitrag von bieratenschreck » Freitag 10. April 2020, 10:12

Angeregt durch mehrere Artikel in der c't habe ich mich etwas mit LoRaWAN beschäftigt. Vielleicht liege ich falsch, aber für die iSpindel wäre das eine sehr gute Anwendungsmöglichkeit, weil der Energieverbrauch sehr niedrig ist, bei gleichzeitig großer Reichweite. Leider sind die Gateways dafür noch ziemlich teuer und man muss, soweit ich das verstanden habe, auch einen eigenen Server aufsetzen, um die Gateways zu betreiben. Hat jemand von Euch in dieser Richtung schon Erfahrungen gesammelt?
Gruß
Christian

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Re: LoRaWAN

#2

Beitrag von khaos » Freitag 10. April 2020, 12:27

Hallo Christian,

ich habe in meiner Brauecke so ziemlich alles mit LoRa und LoRaWAN ausgestattet. Die RAK Gateways auf RPI Basis mit dem Gateway OS kosten ca. 150€ und sind in einer Stunde aufgesetzt. In der iSpindel müsste man dementsprechend die PCBs und Firmware anpassen, da das Pinout bei den LoRa Modulen häufig anders ist als von den üblichen ESPs. Bei Fragen gerne melden.

Beste Grüße,

Kevin

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Re: LoRaWAN

#3

Beitrag von dadieda » Samstag 11. April 2020, 18:55

Hi zusammen,

doofe Frage vielleicht, aber warum eigene Gateways und nicht die öffentlich verfügbaren?

Gruß,
Daniel

khaos
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Re: LoRaWAN

#4

Beitrag von khaos » Samstag 11. April 2020, 23:34

Hallo Daniel,

bei mir aus dem einfachen Grund dass kein öffentliches Gateway in nach BNetzA Richtlinien erlaubter Reichweite ist. Wenn eins im Umkreis ist kann man das natürlich nutzen, sollte aber den Delay im Hinterkopf behalten. Es kann schonmal 5-10 Minuten dauern bis das bei den üblichen Plattformen verarbeitet ist, dazu kommen dann noch die Limitierungen wie z.B. max Anzahl an Messages, Pause zwischen Messages, etc.

Beste Grüße,

Kevin

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Re: LoRaWAN

#5

Beitrag von dadieda » Dienstag 14. April 2020, 15:37

Das klingt valide. Könntest du evtl. mal mehr erzählen was du da wie alles über LoRa angebunden hast? Finde das Thema sehr spannend für die Anbindung des Dachbodens. Da kommt kein WLAN hin. Außerdem brauche ich mal wieder ein bastel Projekt 🙂

Gruß
Daniel

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Re: LoRaWAN

#6

Beitrag von khaos » Mittwoch 22. April 2020, 17:02

Bei mir geht es nur um die Temperaturüberwachung von der Maische und Würze, beides jeweils im Einkocher. Ich habe ein RAK7246 Gateway auf einem Raspberry mit Chirpstack OS. Chirpstack OS ist TTN für Zuhause bzw. kann als Relay zu TTN dienen.

Was man nie vergessen darf, LoRa ist für kleinste Datenmengen und langsame Geschwindigkeiten entworfen. Das schnellste Sendeintervall ist 12 Sekunden, die erreiche ich aber selbst im Labor nicht häufig. Unter normalen Bedingungen schafft man Sendeintervalle von ca. 30 Sekunden.

Die maximale Datenmenge pro Message (Frame) ist 255 Bytes wobei die meisten Geräte und Libraries für die Arduinos nur 51 Byte unterstützen. Das reicht für die meisten Anwendungen aber aus. Wenn man es zum Schalten von Aktoren (Heizelement, Pumpen, etc.) nutzen möchte wäre ich mit den "Hobby" LoRa Geräten sehr vorsichtig, je nach Anlage sind in 30 Sekunden die Würze übergekocht oder deine Maische angebrannt.

Die Messages landen auf dem sogenannten Application Server, der verarbeitet die Message und packt sie z.B. bei mir in eine InfluxDB. Die InfluxDB kann ich wiederum per Query abrufen und mit den Daten tun was ich möchte. Alternativ kann man die Message auch in einen MQTT Broker werfen, dann kann man z.B. per CBPI drauf zugreifen.

Als Endgeräte nutze ich simple Heltec LoRa ESP32 (v2) mit DS18B20 Sensoren. Platine baue ich mir gerade, wenn die läuft stelle ich gerne die Gerber zur Verfügung.

Bezüglich der Reichweite von LoRa im Vergleich zu WiFi kann ich nur sagen, die extremen Reichweiten von mehreren Kilometern erreicht man nur auf freiem Feld. Zuhause kommen die Betondecken, Holzmöbel und Stromkabel dazwischen, vom Keller in den Dachboden geht es aber normalerweise. Außer es ist im Haus viel Lärche verbaut.

An sich ist das ganze bei mir nur aus einem LoRa Forschungsauftrag entstanden, (ich hätte mir eher einen weiteren WiFi AP gekauft und mein W-LAN bis ins Gartenhaus erweitert als mit LoRa zu arbeiten). Mittlerweile habe ich aber viele LoRa Sensoren im und ums Haus herum aufgebaut.

Beste Grüße,

Kevin

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Re: LoRaWAN

#7

Beitrag von mwx » Mittwoch 22. April 2020, 20:09

Ich habe grade mal einen LoRaWan Temperatursensor in einen Gärtank gehängt .. er sendet fleissig weiter Daten.

Allerdings müßtet ihr die iSpindel ja nochmal neu erfinden um sie auf LoRaWan umzustellen.
Gruß, Michael

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Re: LoRaWAN

#8

Beitrag von khaos » Mittwoch 22. April 2020, 20:35

Ich habe einen Versuchsaufbau frei verdrahtet und alle Komponenten die in der iSpindel sind mit einem RFM95W verbunden. Jetzt noch ein bisschen Programmieren und dann kann ich mal schauen wie ich das in den Petling und getrimmt kriege. Liegt dein Sensor in den Kräusen, auf welcher Frequenz funkt dein Sensor? Für mich sind drei Werte als Payload interessant, Winkel, Temperatur und Batterie, die kriege ich mit CayenneLPP in einen Frame, den Rest wie SNR, Timestamp, etc. liefert mir das Gateway.

Gruß,

Kevin

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Re: LoRaWAN

#9

Beitrag von mwx » Mittwoch 22. April 2020, 20:41

Die Kräusen sind schon weitgehend weg. Er schwimmt in einem Marmeladenglas an der Oberfläche :) Der Gärtank ist ein Grainfather Conical (doppelwandiger Edelstahl) und der Sensor ist dieser hier: https://www.dragino.com/products/lora-l ... lht65.html
Gruß, Michael

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