Erfahrung mit Wildhopfen ?

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Erfahrung mit Wildhopfen ?

#1

Beitrag von MikeBatt » Freitag 30. September 2016, 23:44

Hallo Biergemeinde, hat jemand von Euch Erfahrung mit Wildhopfen, bei uns ist eine Stelle, da stehen Unmengen davon, jedoch weiss ich nicht wie man den Wildhopfen vorbereiten muss.

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#2

Beitrag von afri » Freitag 30. September 2016, 23:53

Nimm ihn halt nur als Aromagabe im WP oder zum Stopfen. Da du den Gehalt an alphasäure nicht kennst, wäre eine Bittergabe nicht besonders schlau. Andererseits, warum nicht, go for it, Experimentalsud. Leider mit schlechter Reproduktionsgarantie...
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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#3

Beitrag von Blancblue » Samstag 1. Oktober 2016, 00:21

Ein paar Dolden in der Mitte aufschneiden, in ein Teeglas geben und mit heißem Wasser aufbrühen. Schmeckt der Sud hopfig nach Bier, steht einer Verwendung als Whirlpoolgabe nix im Wege.
Brauen ist zu 50% Kunst und zu 50% Handwerk. Dazu kommen noch mal 100% Erfahrung.

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#4

Beitrag von §11 » Samstag 1. Oktober 2016, 00:55

MikeBatt hat geschrieben:Hallo Biergemeinde, hat jemand von Euch Erfahrung mit Wildhopfen, bei uns ist eine Stelle, da stehen Unmengen davon, jedoch weiss ich nicht wie man den Wildhopfen vorbereiten muss.
Jetzt mal ungeachtet der Tatsache das du nicht weisst wie er schmeckt noch wie wieviel Alpha er hat. Entweder du nimmst den Hopfen als Gruenhopfen, dabei ist allerdings zu beachten das du etwa 80% Wasser hast, also grob etwa 10 mal so viel wie in Rohhopfen. D.h. im Umkehrschluss du brauchst auch die 10 fache Menge.

Andere Moeglichkeit ist es den Hopfen vorher schonend zu trocknen. Entweder bei 50-60C im Umluftherd oder aber auf einem Leintuch/ Betttuch an einem trockenen Ort.

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#5

Beitrag von Havana » Sonntag 2. Oktober 2016, 22:38

§11 hat geschrieben:
MikeBatt hat geschrieben:Hallo Biergemeinde, hat jemand von Euch Erfahrung mit Wildhopfen, bei uns ist eine Stelle, da stehen Unmengen davon, jedoch weiss ich nicht wie man den Wildhopfen vorbereiten muss.
Jetzt mal ungeachtet der Tatsache das du nicht weisst wie er schmeckt noch wie wieviel Alpha er hat. Entweder du nimmst den Hopfen als Gruenhopfen, dabei ist allerdings zu beachten das du etwa 80% Wasser hast, also grob etwa 10 mal so viel wie in Rohhopfen. D.h. im Umkehrschluss du brauchst auch die 10 fache Menge.

Andere Moeglichkeit ist es den Hopfen vorher schonend zu trocknen. Entweder bei 50-60C im Umluftherd oder aber auf einem Leintuch/ Betttuch an einem trockenen Ort.

Jan
Ich glaube meine Berechnung (Post #159)trifft es eher.
Lass mich aber gerne eines besseren belehren. :Smile

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#6

Beitrag von Y-L » Dienstag 20. April 2021, 13:17

Oje, der Thread ist zwar schon etwas älter, passt aber in mein Anliegen... :Smile

Ich habe jetzt schon 4x mit 100% wildem Hopfen aus dem Garten gearbeitet.
Die Dolden werden bei mir über Nacht im Dörrautomaten getrocknet, vakuumiert und eingefroren.

Ein paar frische reife Dolden werden immer direkt mit kochendem Wasser aufgegossen und im Minutentakt via Teelöffel probiert.
Wird es zu bitter, wird das ganze mit einem 70°C Aufguss wiederholt; war aber noch nie nötig.
Ein paar Blättchen werden auch immer pur probiert. Beim zerbeißen wird es immer bitterer als beim Aufguss.
Auch wenn der Hopfen vor dem Aufguss gemörsert wird, schien mir der Extrakt viel bitterer.
Ist das wirklich so, oder eher Einbildung meinerseits?

Beim Brauen mit Wildem Hopfen arbeite ich bisher mit vier identischen Hopfengaben.
Vorderwürze, Kochbeginn, Halbzeit, Whirlpool.

Alle Biere sind geschmacklich super! Der Hopfen hat ein tolles Aroma! :Bigsmile Aber die Bitterkeit war quasi Null... :Grübel
Nun zu meiner Überlegung...

Macht es Sinn, den Hopfen (oder Teile davon) vor der Gabe zu mörsern oder mit etwas Vorderwürze in die Moulinex zu geben,
um mehr Bittere zu erhalten? Beim Pellets pressen wird ja durchs Komprimieren quasi auch alles "kaputt" gedrückt.

Wenn das Quatsch sein sollte, würde ich erstmal die Hopfengaben komplett neu gestallten; z.B. die Menge zu Kochbeginn erhöhen.

Wie seht Ihr das?

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#7

Beitrag von jemo » Dienstag 20. April 2021, 13:57

Habe ich auch schon gemacht und das war ein interessantes Experiment, aber zumindest mit dem von mir gefundenen Wildhopfen hat sich das nicht gelohnt. Die Bitterkeit war sehr gering, geschätzt maximal 3% und die Aromagabe hat ein leichtes Knoblaucharoma ins Bier gezaubert, welches wirklich gewöhnungsbedürftig war.
Aber da kann man natürlich auch Glück haben und vielleicht entdeckt man eine ganz tolle Sorte.
Viele Grüße,
Jens

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#8

Beitrag von bwanapombe » Dienstag 20. April 2021, 15:30

Die Bitterstoffausbeute wird sich durch das zerquetschen nicht sonderlich erhöhen. Aber ganze Dolden halten jede Menge Würze zurück. Wäre mir persönlich zuviel Aufwand alles zu zerstoßen, mir reicht schon das Pflücken immer. Für einen 25-Liter-Sud zupfe ich was in der Größenordnung Eimer. Allerdings bittere ich nicht mit der eigenen Ernte, sondern mache nur eine Whirlpoolgabe, alles Kultursorten. Wildhopfen war bei mir geschmacklich nichts was ich weiterempfehlen würde.

Wenn der Hopfen ein so lobenswertes Aroma hat, kommen bei mir Zweifel auf, ob es Wildhopfen ist. Kennst Du die Geschichte des Gartens? Hat jemand vielleicht mal Kulturhopfen gepflanzt? Oder Du hast tatsächlich eine neue Sorte gezüchtet. Wieviele Pflanzen sind's denn?

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#9

Beitrag von Y-L » Dienstag 20. April 2021, 17:19

Ich glaube nicht, dass der Norden als Anbaugebiet für Hopfen bekannt ist, wäre aber cool!!! :Smile

Unsere Siedlung bestand vor 40 Jahren noch aus (Kiefern-)Wald und Wiesen. Auf älteren Luftaufnahmen ist das noch zu sehen.
Selbst am Boden zwischen den Grundstücken, am Straßenrand und in vielen Gärten (so wie unserem) kann man das heute noch erahnen!
:redhead

Die Häuslebauer selbst, hatten nur jede menge Bäume und Büsche gepflanzt.
Neben unserer Garage wurden ein paar Rosen gepflanzt, und im Vorgarten ein paar Zierbäumchen.
Zwischen den Rosen und in diversen Büschen rund ums Haus wuchert der Hopfen wie Unkraut.
An vielen Stellen auch nur männliche Triebe. Selbst am Straßenrand, im Gebüsch, zwischen den Zäunen
und in Nachbarshecken ist alles voll damit.

Bei den Rosen habe ich das Gefühl, dass es sich um zwei verschiedene Hopfenarten handelt,
da die Dolden merklich unterschiedlich aussehen. Im Vorgarten hab ich wohl auch eine andere Sorte,
da diese immer erst einen Monat später große Dolden entwickelt.
Viele Dolden und Blätter sehen in der Nachbarschaft unterschiedlich aus; intensivere Farben, andere Formen oder feine Zweige.

Hier sind Fotos von den eher längeren Dolden.
IMG_20180824_151450.jpg
Lange Dolden bei den Rosen
Und auf der Rückseite der Rosen eher kleinere rundliche Dolden.
Oben links sind wohl auch ein paar männliche Blüten. Die sind bis zum Schluss nicht größer geworden.
IMG-20190823-WA0004.jpeg
Kürzere und rundere Dolden bei den Rosen
Das war etwa die halbe Ernte...
IMG_20200831_191039.jpg
Frisch geerntet
Und so sahen die Dolden nach dem Trocknen im Dörrautomat aus.
IMG-20200916-WA0004.jpeg
Frisch getrockneter Hopfen...

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#10

Beitrag von flying » Dienstag 20. April 2021, 18:16

Du kannst versuchen die Lupulindrüsen abzusieben. Im dem gelben Lupulindrüsen stecken sowohl die Aroma- als auch Bitterstoffe. Das Grünzeug ist mehr oder weniger nur Beiwerk. Im Profibereich werden die Dolden tiefgefroren und dann das Lupulin ausgesiebt. Bei Pellets 45 wird dann mit dem gelben Zeuch angereichert. Man kann es natürlich aber auch direkt verwenden..
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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#11

Beitrag von Colindo » Dienstag 20. April 2021, 19:24

Bei mir in der Gegend, in einem Naturschutzgebiet, wächst ein Wildhopfen, der identisch mit Brewer's Gold schmeckt. Ist natürlich klasse, dass der so super passend zum Bier ist, andererseits habe ich die Sorte schon :D

Ob der normal dort gewachsen ist, weiß ich natürlich nicht. Aber solche Experimente finde ich immer spannend.
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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#12

Beitrag von Y-L » Dienstag 20. April 2021, 20:06

flying hat geschrieben:
Dienstag 20. April 2021, 18:16
Du kannst versuchen die Lupulindrüsen abzusieben. Im dem gelben Lupulindrüsen stecken sowohl die Aroma- als auch Bitterstoffe. Das Grünzeug ist mehr oder weniger nur Beiwerk. Im Profibereich werden die Dolden tiefgefroren und dann das Lupulin ausgesiebt. Bei Pellets 45 wird dann mit dem gelben Zeuch angereichert. Man kann es natürlich aber auch direkt verwenden..
Ist ne Idee wert! :Smile
Könnte die getrockneten Dolden trocken "kurz" in den Mixer geben, und anschließend grob sieben.
Die Reststoffe in einen Filter geben, und paar Mal mit Würze durchspülen, damit auch ja nichts verschwendet wird...

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#13

Beitrag von bwanapombe » Mittwoch 21. April 2021, 12:29

Y-L hat geschrieben:
Dienstag 20. April 2021, 17:19
Ich glaube nicht, dass der Norden als Anbaugebiet für Hopfen bekannt ist, wäre aber cool!!! :Smile
...
Die aktuell nördlichste kommerzielle Hopfenproduktion liegt meines Wissens in Anhalt. In der Vergangenheit wurde natürlich auch weiter nördlich Hopfen angebaut.

Es gibt z.B. eine Abbildung eines Hopfengartens in Rostock (Alter kann ich auch dem Hut nicht sagen, aber auf jeden Fall vorindustriell) und die Altmark war einmal das, was man heute ein Anbaugebiet nennt, ich meine sogar in Resten noch bis zum 2. Weltkrieg. Z.T. sind die Wappen (z.B. Gardelegen) noch Zeugnisse des früheren Hopfenanbaus. Westpreußen (Danzig) und die Mittelmark (Potsdam) fallen mir noch ein.

Dass aus dieser Zeit ein Stock überlebt hat, ist nicht anzunehmen, aber dass vielleicht ein Vorgänger mal einen Kulturhopfen gepflanzt hat, wäre ja möglich gewesen.

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#14

Beitrag von Y-L » Mittwoch 21. April 2021, 13:59

Das hab ich nicht im geringsten geahnt!!! :Smile

Unser Dorf wurde schon 1004 erstmalig urkundlich erwähnt. Unser Wappen von 1938 enthält nur 3 Fische... :Grübel
Naja wer weiß, was hier in den 934 Jahren davor getrieben wurde... vielleicht war hier zwischendurch einmal
das Hopfenanbaugebiet für Lüneburg und Hamburg!? Und so ein Wald kann durchaus in ein paar hundert Jahren entstehen.
:Pulpfiction :thumbsup

Naja, dann muss ich eben ein wenig an den Hopfengaben schrauben, in der Hoffnung es etwas bitterer zu bekommen.
Hoffe zumindest, dass ich mein wildes Gartenhopfen-Bier "Wild Thing III" dieses Jahr noch auf einem Treffen vorstellen kann.

Die Aromen sind grün, grasig, frisch, süß, leicht fruchtig nach Mandarine.
Bin nicht so gut darin, die Aromen zu differenzieren und zu benennen.
Deshalb freue ich mich auf andere Meinungen.
Möchte Brian beim nächsten Einkauf in seinem neuen Laden auch eins in die Hand drücken, und ihn um seine Meinung bitten. :Wink

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#15

Beitrag von flying » Mittwoch 21. April 2021, 14:01

Ist ne Idee wert! :Smile
Könnte die getrockneten Dolden trocken "kurz" in den Mixer geben, und anschließend grob sieben.
Die Reststoffe in einen Filter geben, und paar Mal mit Würze durchspülen, damit auch ja nichts verschwendet wird...
Weiß nicht ob das klappt? Die Lupulindrüsen sind so was wie mikroskopisch kleine, von einer hauchdünnen Membran umhüllte Harz/Ölbeutel. Wenn die Membran durch den Mixer beschädigt wird, wirds zusammen mit dem Grünzeuch ein Pamps. Deshalb nutzen die Profihersteller das Einfrieren...?
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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#16

Beitrag von bwanapombe » Mittwoch 21. April 2021, 14:54

Y-L hat geschrieben:
Mittwoch 21. April 2021, 13:59
Das hab ich nicht im geringsten geahnt!!! :Smile

Unser Dorf wurde schon 1004 erstmalig urkundlich erwähnt. Unser Wappen von 1938 enthält nur 3 Fische... :Grübel
Naja wer weiß, was hier in den 934 Jahren davor getrieben wurde... vielleicht war hier zwischendurch einmal
das Hopfenanbaugebiet für Lüneburg und Hamburg!? Und so ein Wald kann durchaus in ein paar hundert Jahren entstehen.
:Pulpfiction :thumbsup

...
Ich kenne mich in der Gegend und der Geschichte dort nicht aus, aber wenn ich mal ganz von oben schaue, dann ist da erstmal die Landschaft, Marschen und Flußauen (sandige Heiden sind natürlich nicht so doll für Hopfen) und dann noch die Lüneklöster. Das schreit förmlich: Hopfenbier! Hopfen! Bier! Ich würde mich wundern, wenn sich keine Belege für Hopfenanbau finden lassen.

Wie gesagt, muß aber nichts mit der Pflanze in Deinem Garten zu tun haben, eher sehr unwahrscheinlich.

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#17

Beitrag von Y-L » Mittwoch 21. April 2021, 16:34

flying hat geschrieben:
Mittwoch 21. April 2021, 14:01
Weiß nicht ob das klappt?
Ich auch nicht... aber noch weniger bitter, geht schon fast ins unmögliche!
Ist eigentlich sogar ein Experiment ohne Risiko..., oder?
Wenn ich an den Mengen drehe, und/oder einen Teil mixe/mörser (aber nicht atomisiere),
:Ätsch könnte es bitterer werden...
und wenn nicht, hab ich eben wieder etwas mehr von dem leckeren "Wild Thing" Bier...
nur eben weiterhin ohne Bitterkeit.

Was die Flüssigkeitsaufnahme der Dolden angeht, kamen bei mir wieder die schwäbischen Wurzeln durch...
Die nassen Hopfendolden lassen sich prima mit so einem Kaffee-Auspress-Bodum-Dings entsaften!
Bloß nix verschwenden. Bei kleinen Suden geht das noch ganz gut...
:Bigsmile

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#18

Beitrag von bwanapombe » Mittwoch 21. April 2021, 17:10

Wäre nur schade, wenn das zusätzlich Bier dann den Rest durchoxidiert, wegen des Sauerstoffkontakts.

Muß man mal probieren, ob Deine Methode harmlos ist. Kommt ja auch immer aufs Bier an, wie oxidationsresistent das ist.

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#19

Beitrag von Y-L » Mittwoch 21. April 2021, 18:09

Danke für den freundlichen Hinweis. :Smile
Bis jetzt ist aber immer alles gut gegangen.

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#20

Beitrag von Smaugdog » Donnerstag 22. April 2021, 10:11

Y-L hat geschrieben:
Mittwoch 21. April 2021, 13:59

Unser Dorf wurde schon 1004 erstmalig urkundlich erwähnt. Unser Wappen von 1938 enthält nur 3 Fische... :Grübel
Naja wer weiß, was hier in den 934 Jahren davor getrieben wurde... vielleicht war hier zwischendurch einmal
das Hopfenanbaugebiet für Lüneburg und Hamburg!? Und so ein Wald kann durchaus in ein paar hundert Jahren entstehen.
:Pulpfiction :thumbsup
Also früher wurde lokal ja eigentlich überall gebraut. Ich denke schon, dass man da in der Feldmark noch die eine oder andere Hopfenpflanze mit ansprechendem Aroma findet, selbst wenn das sicher keine reinen Zuchtsorten sind.

Meine ersten Experimente mit Wildhopfen, den ich in der Nähe von Hamburg und an der Ostseeküste bei Wismar geerntet habe, waren bisher auch recht überzeugend. Als Hopfentee waren beide frisch und recht grasig, insgesamt wirklich lecker. Aktuell habe ich den Ostseehopfen in einer Gose eingesetzt, Hopfengabe bei 60 und 0 Minuten. Die Bittere ist (wie geplant) extrem gering und das Hopfenaroma scheint sich gut und unaufdringlich einzufügen. Beim nächsten Versuch werde ich wohl einmal eine kräftige Whirlpool-Gabe mit den wilden Dolden ausprobieren.

LG

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#21

Beitrag von Y-L » Freitag 23. April 2021, 20:45

Smaugdog hat geschrieben:
Donnerstag 22. April 2021, 10:11
Meine ersten Experimente mit Wildhopfen, den ich in der Nähe von Hamburg und an der Ostseeküste bei Wismar geerntet habe, waren bisher auch recht überzeugend.
In Hamburg nahe Stadtpark Nord ist ein neues Kleingartengebiet entstanden. Mein Bruder hat eine Parzelle in der wir beim Wildwuchs beseitigen auch wilden Hopfen gefunden haben. Dieser wurde natürlich auch als Aufguss probiert, bitter aber für gut befunden.
Auch getrocknet (etc.) und verbraut. Komplett andere tolle Aromen, aber wieder keine Bittere!?

War halb so "Wild", war ein Britisches Pale Ale! :Angel

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#22

Beitrag von Smaugdog » Samstag 24. April 2021, 10:51

Ich hoffe, ihr habt die Pflanzen für zukünftige Ernten am Leben gelassen! :Angel

Das mit der mangelnden Bittere finde ich auch wirklich nicht dramatisch. Dann bittert man eben traditionell und nutzt den wilden Hopfen nur für das gewisse Etwas. Außerdem gibt es ja genügend Biere, die kaum Bittere erfordern, aber trotzdem Hopfen gut gebrauchen können.

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#23

Beitrag von Y-L » Samstag 24. April 2021, 13:03

Smaugdog hat geschrieben:
Samstag 24. April 2021, 10:51
Ich hoffe, ihr habt die Pflanzen für zukünftige Ernten am Leben gelassen! :Angel

Das mit der mangelnden Bittere finde ich auch wirklich nicht dramatisch. Dann bittert man eben traditionell und nutzt den wilden Hopfen nur für das gewisse Etwas. Außerdem gibt es ja genügend Biere, die kaum Bittere erfordern, aber trotzdem Hopfen gut gebrauchen können.
Bevor ich mit dem Brauen anfing, habe ich den Hopfen auch bekämpft. An einigen Stellen ist es mir sogar gelungen.
Inzwischen rechne ich aber jedes Jahr mit dem Gartenhopfen um damit ein Bier zu brauen.
Mein Anspruch bei diesem ist aber, nur den eigenen Hopfen aus dem Garten zu verwenden.

Dein Vorschlag ist aber dennoch nicht ganz verkehrt.

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#24

Beitrag von flying » Samstag 24. April 2021, 16:33

Schau mal ob der Hopfen rotviolette Ranken ausbildet. Dann handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen verwilderten Kulturhopfen aus dem Saazer Formenkreis. Geschmack eher wenig fruchtig. Grüne- oder weißgrüne Ranken waren nach der alten Nomenklatur eher minderwertig, sind aber oft fruchtiger. Whitebines, also weißgrüne Ranken sind typisch für England und passen durchaus auch zum Norden..?

Hier z. B. ein (ver)wilderter Hopfen aus der Saaleaue in Mitteldeutschland. Typischer Rothopfen.

Bild
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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#25

Beitrag von Y-L » Samstag 24. April 2021, 18:45

Das ist spannend!

Mit diesen Dolden kann mein Hopfen nicht mithalten...

Aber das mit den farblichen Ranken ist mir auch schon aufgefallen; hab dem aber keinerlei Bedeutung gegeben.
Eigentlich sind die Ranken bei mir eher grün. Auf den Fotos ist aber zu sehen, dass 2-3 Ranken leicht Richtung Rosa gehen.
Könne ein Indiz dafür sein, dass bei den Rosen wirklich zwei verschiedene Sorten wachsen...

Bei den Ranken im Vorgarten hab ich keine Fotos und kann mich auch beim besten Willen nicht entsinnen,
welche Farbe die Ranken dort hatten... Werde dieses Jahr definitiv darauf achten!
Danke!

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#26

Beitrag von Smaugdog » Montag 26. April 2021, 09:47

Guten Morgen! Vielen Dank für die hilfreichen Infos! Der von mir gepflückte Hopfen ist weder so rot noch hat er so längliche Dolden. Er sieht eher so aus wie auf den Fotos von Y-L. Trotzdem konnte ich zumindest keine unangenehmen Nebenaromen ausmachen, wodurch er für mich erstmal zum Brauen interessant wird.

Wenn ich rausgefunden habe, wie man hier Bilder in einen Beitrag einbindet, kann ich noch einmal einen detaillierten Vergleich anstellen... :Wink

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#27

Beitrag von Colindo » Montag 26. April 2021, 10:49

Im vollständigen Editor unter "Dateianhänge". Der Abschnitt unterhalb des Editors.
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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#28

Beitrag von Smaugdog » Montag 26. April 2021, 11:12

Colindo hat geschrieben:
Montag 26. April 2021, 10:49
Im vollständigen Editor unter "Dateianhänge". Der Abschnitt unterhalb des Editors.
Vielen Dank! :Smile
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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#29

Beitrag von Colindo » Dienstag 27. April 2021, 14:02

Immer gern.

So sah mein Hopfen am Niederrhein übrigens auch aus. Der, der exakt so wie "Brewer's Gold" schmeckte.
Auf Youtube: The British Pint

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#30

Beitrag von flying » Dienstag 27. April 2021, 16:13

Der Brewers Gold passt ja ganz in die "wilde" Richtung..

Zitat USDA:

ORIGIN: Selected by E. S. Salmon at Wye College, England, in 1919. The mother plant BB1 was obtained in 1916 as a cutting from a wild hop growing at Morden, Manitoba. It was believed to have been a genuine wild North American hop.
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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#31

Beitrag von Boludo » Mittwoch 28. April 2021, 08:02

Y-L hat geschrieben:
Dienstag 20. April 2021, 17:19
Ich glaube nicht, dass der Norden als Anbaugebiet für Hopfen bekannt ist, wäre aber cool!!! :Smile

Unsere Siedlung bestand vor 40 Jahren noch aus (Kiefern-)Wald und Wiesen. Auf älteren Luftaufnahmen ist das noch zu sehen.
Selbst am Boden zwischen den Grundstücken, am Straßenrand und in vielen Gärten (so wie unserem) kann man das heute noch erahnen!
:redhead

Die Häuslebauer selbst, hatten nur jede menge Bäume und Büsche gepflanzt.
Neben unserer Garage wurden ein paar Rosen gepflanzt, und im Vorgarten ein paar Zierbäumchen.
Zwischen den Rosen und in diversen Büschen rund ums Haus wuchert der Hopfen wie Unkraut.
An vielen Stellen auch nur männliche Triebe. Selbst am Straßenrand, im Gebüsch, zwischen den Zäunen
und in Nachbarshecken ist alles voll damit.

Bei den Rosen habe ich das Gefühl, dass es sich um zwei verschiedene Hopfenarten handelt,
da die Dolden merklich unterschiedlich aussehen. Im Vorgarten hab ich wohl auch eine andere Sorte,
da diese immer erst einen Monat später große Dolden entwickelt.
Viele Dolden und Blätter sehen in der Nachbarschaft unterschiedlich aus; intensivere Farben, andere Formen oder feine Zweige.

Hier sind Fotos von den eher längeren Dolden.
IMG_20180824_151450.jpg

Und auf der Rückseite der Rosen eher kleinere rundliche Dolden.
Oben links sind wohl auch ein paar männliche Blüten. Die sind bis zum Schluss nicht größer geworden.
IMG-20190823-WA0004.jpeg

Das war etwa die halbe Ernte...
IMG_20200831_191039.jpg

Und so sahen die Dolden nach dem Trocknen im Dörrautomat aus.
IMG-20200916-WA0004.jpeg
Ich kann mich ja irren, aber der ist lange noch nicht erntereif. Dass der nicht bittert ist eigentlich kein Wunder. Die Dolden sind viel zu klein und vor allem noch voll geöffnet.
Das selbe gilt für Smaugdogs Bilder.

Stefan

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#32

Beitrag von Smaugdog » Mittwoch 28. April 2021, 09:48

Vielen Dank, viel Erfahrung habe ich ja mit der Hopfenernte noch nicht!

Die oben gezeigten Bilder habe ich einige Tage vor der eigentlichen Ernte gemacht und später darauf geachtet, dass die Dolden bereits begonnen hatten, an den Spitzen bräunlich zu werden. Außerdem fühlten sie sich deutlich ausgetrocknet an und haben so papierartig geraschelt. Zu diesem Zeitpunkt dufteten sie auch bereits aromatisch, was im früheren Stadium nicht der Fall war.

Hast du noch weitere Tipps, worauf ich beim nächsten Mal achten soll?

LG

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#33

Beitrag von Boludo » Mittwoch 28. April 2021, 09:50

Smaugdog hat geschrieben:
Mittwoch 28. April 2021, 09:48
Vielen Dank, viel Erfahrung habe ich ja mit der Hopfenernte noch nicht!

Die oben gezeigten Bilder habe ich einige Tage vor der eigentlichen Ernte gemacht und später darauf geachtet, dass die Dolden bereits begonnen hatten, an den Spitzen bräunlich zu werden. Außerdem fühlten sie sich deutlich ausgetrocknet an und haben so papierartig geraschelt. Zu diesem Zeitpunkt dufteten sie auch bereits aromatisch, was im früheren Stadium nicht der Fall war.

Hast du noch weitere Tipps, worauf ich beim nächsten Mal achten soll?

LG
Das hört sich allerdings ok an.
Es ist sehr schwierig, das anhand von Bildern zu beurteilen. Und auch in Echt ist das nicht einfach.
Ich fand nur die sehen schon arg mickrig aus, aber dann ist es vielleicht auch einfach nur die Sorte oder ungünstige Bedingungen.

Stefan

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#34

Beitrag von Smaugdog » Mittwoch 28. April 2021, 10:29

Prima, danke nochmal!

Ich denke einfach, dass es bei diesen Wildformen auch stark auf den Standort und die einzelnen Pflanzen ankommt. Einige Pflanzen hatten auch richtig ordentliche Dolden. Wahrscheinlich habe ich da auch verschiedene Variationen geerntet, was mich aber nicht stört. Das ist dann mein Hopfen-House Blend. ;)

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#35

Beitrag von Y-L » Mittwoch 28. April 2021, 12:38

Hatte den Hopfen ja jahrelang nicht geerntet und erst aus den Rosen gezogen, wenn er vertrocknet war.
Daher weiß ich, dass die Dolden bei mir nicht größer und voller werden, als die Bilder zeigen. Wild eben...
Die Dolden von Zuchthopfen sehen dagegen schon fast aus wie Tannenzapfen... :Smile

Aktuell ernte ich immer erst, wenn die ersten Blattspitzen anfangen sich braun zu färben.
Hab mal gelesen, dass das der richtige Zeitpunkt sein soll.
Falls jemand genaueres weiß, wäre ich sehr interessiert.

Aber du hast nicht ganz unrecht! Die Dolden im Eimer sehen schon noch sehr hellgrün aus.
Vielleicht sollte ich die Dolden die tiefer im Busch wachsen ein paar Tage später pflücken...
:Wink

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#36

Beitrag von flying » Mittwoch 28. April 2021, 17:40

Link aus dem alten Forum der hier reinpasst...

https://hobbybrauer.de/modules.php?name ... 723&page=1&
Held im Schaumgelock

"Fermentation und Zivilisation sind untrennbar verbunden"
(John Ciardi)

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#37

Beitrag von Y-L » Mittwoch 28. April 2021, 19:39

Danke für den Link, den alten Thread kannte ich noch nicht.
Was da gepostet wurde mit dem Zucker und Dreisatz klingt interessant, aber hat das schon jemand probiert?
Heben sich Süß und Bitter irgendwann auf?

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#38

Beitrag von Y-L » Sonntag 9. Mai 2021, 22:40

Der neue wilde Hopfen ist schon in den Startlöchern... :Bigsmile
IMG_20210509_170210.jpg
Junger wilder Hopfen

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#39

Beitrag von CB_binningen » Sonntag 16. Mai 2021, 20:48

Ich habe in der Gegend rund um Basel einige Hopfenstandorte ausgemacht, immer in der Nähe von Fliessgewässern. Mit wildem Hopfen hatte ich sogar meinen Brauer-Einstand... ein Bier mit Malzextrakt und Backhefe.
Für mein Weihnachtsbier setze ich gerne den Wildhopfen ein, das passt gut von der Ernte (September-Oktober, je nach Witterung) übers Trocknen (Dörranlage) bis zum Einsatz Anfang November. Mein Weihnachtbier ist traditionell ein Amber/Red Ale, der Hopfen geht tatsächlich Richtung englische Sorten und fügt sich entsprechend gut ins Aroma ein.

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#40

Beitrag von Y-L » Montag 31. Mai 2021, 23:15

Inzwischen könnte ich 20 oder mehr Bilder Posten, wo ich inzwischen überall wilden Hopfen im Garten habe... :puzz
Immer innerhalb eines Busches oder Baumes!

Aber an zwei Stellen habe ich tatsächlich Hopfen mit violetten Ranken entdeckt!!! :Smile :Grübel
Die Blätter sind jetzt schon größer als meine bekannten weiblichen Wildwüchse.
Kann man anhand der Größe der Blätter darauf schließen, ob der Hopfen weiblich ist?
IMG_20210531_185545.jpg
IMG_20210531_185739.jpg
Gibt es eigentlich irgendwelche Tabellen oder Listen, wo Kulturhopfen etwas ausführlicher nach Aussehen beschrieben wird?
Blätter- und Doldenformen sowie deren Größe, Färbungen und Nuancen der Ranken und Blätterstiele...?
Ich meine, es gibt ja auch über 400 bekannte Arten von Löwenzahn...
und wenn das bekannt ist, muss die ja auch einer auseinander halten können...
:Smile

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#41

Beitrag von bwanapombe » Dienstag 1. Juni 2021, 10:19

Ich glaube nicht, dass es da was Brauchbares gibt, wie ein Bestimmungsbuch. Zumal auch diesselbe Sorte je nach Bedingungen unterschiedlich aussehen kann. Bestimmte Merkmale wiederholen sich natürlich in derselben Sorte, aber eben nicht zuverlässig. (Mein Tettnanger sieht so aus, wie auf den Fotos. Mein Spalter so ähnlich aber mit grünen Stielen. Comet und Cascade haben bei mir sehr helle Blätter. Einige Pflanzen stehen wohl ungünstig und mickern, die sehen ganz anders aus als der andere Cascade.)

Dazu kommt, dass bei einer wilden Pflanze eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie durch geschlechtliche Vermehrung entstanden ist, sprich es ist gar keine bestimmbare "Sorte". Das heißt dann aber auch nicht, dass der Hopfen nicht brauchbar oder sogar sehr gut ist. Nur Vorhersagen sind eben schwierig. Deshalb kann man nur probieren. Die Ernte einer Pflanze isolieren und damit stopfen oder Whirlpool. Man kann dann davon ausgehen, dass man bei der nächsten Ernte von derselben Pflanze ein ähnliches Ergebnis bekommt.

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#42

Beitrag von Y-L » Dienstag 1. Juni 2021, 18:45

Naja, da kann man nichts machen!

Ich werde aber definitiv wieder experimentieren! Mein wilder Hopfen war ja bisher immer recht zuverlässig im Geschmack.
Dennoch werde ich die Ernte der neuentdeckten Ranken lieber mit Vorsicht genießen.
Vielleicht ist ja mal wieder etwas bittereres (oder eckelhaftes) dabei.

Ich freue mich zumindest jetzt schon aufs Ernten!!! :Pulpfiction

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#43

Beitrag von Y-L » Samstag 18. September 2021, 12:26

Am Donnerstag wurde wieder die erste alljährliche Ernte eingeholt. :Pulpfiction

Getrocknet hab ich den Hopfen dieses Mal nicht, da er schon am Folgetag zum Einsatz kommen sollte.
Lediglich ein Küchentuch wurde über Nacht mit in den verschlossenen Eimer gegeben, um Verdunstungswasser aufzunehmen.

Frisch gewogen waren es waren 114g, am nächsten Tag fehlten schon 2g.
IMG_20210916_184050.jpg
Frischer wilder Hopfen aus dem Garten / Rosenbusch
Ich habe mit dem Hopfen schon 3x helles Bier gebraut. Immer wieder Toll. Nicht zu bitter und sehr grasig grüne Aromen.
Wenn ich verschiedene Biere tausche oder verschenke, wird "Wild Thing" zu meinem erstaunen oftmals mit am Besten bewertet.
Man könne es einfach so weggurgeln, und möchte sofort ein neues haben.

Da ich noch einen Hopfen-Vorrat vom Letzten Jahr im Keller hab und im Vorgarten weiterer Hopfen auf Ernte wartet,
habe ich lange überlegt, ob ich dieses Mal einen anderen Stil wähle...
Nach ein paar Gesprächen mit Brau-Kollegen und einer Grundsatzdiskussion mit mir selbst,
hab ich mich (mutig) für ein Schwarzbier mit Dekoktion entschieden... wenn das mal gut geht...

:Smile

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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#44

Beitrag von Y-L » Samstag 2. Oktober 2021, 18:35

Hab jetzt den restlichen Hopfen aus meinem Vorgarten geerntet.
Zwei Ranken sind noch über; mal sehen, ob ich die in 2-3 Wochen auch noch einholen kann.
Morgen gehts vermutlich nach Neu Kaliß. Noch mehr Hopfen ernten!!!

Wer Hopfen pflückt, darf keine Angst vor Spinnen und sonstigem Krabbelviech haben...
IMG_20210916_181340.jpg
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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#45

Beitrag von Räuber Hopfenstopf » Donnerstag 7. Oktober 2021, 22:09

Ich glaube nicht, dass der Norden als Anbaugebiet für Hopfen bekannt ist, wäre aber cool!!!
Die Altmark war früher ein wichtiges Anbaugebiet und hat diesem recht armen Landstrich bescheidenen Wohlstand gebracht. Hauptorte waren wohl Gardelegen und Stendal, also gar nicht so weit weg.
https://public.bibliothek.uni-halle.de/ ... /1967/2009
Bei uns im Ort gibt es noch die Straße „Hopfengarten“.
D1D88831-6E64-4109-A231-BE371732379D.jpeg
Hopfen wächst fast überall an feuchten Ecken.
Weiß jemand, wie weit Pollen durch den Wind getragen werden? Wichtig ist, dass der weibliche Hopfen nicht bestäubt wird. Ich könnte weiblichen Wildhopfen auf meine feuchte Wiese pflanzen. Stecklinge gibt es genug. Eine Wiese mit Gagelstrauch und Hopfen. Dann fehl nur noch ein Gerstenacker. Im Umkreis von mehreren hundert Metern dürfte kein (mir bekannter) männlicher wachsen. Aber wie weit muss die Umgebung clean sein? Am jetzigen Standort bildet der Hopfen Samen aus. Da ist es also schwierig.

Viele Grüße
Björn
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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#46

Beitrag von bwanapombe » Freitag 8. Oktober 2021, 11:14

Hallo Björn,

die Aussichten auf Pollenfreiheit stehen eher schlecht, wenn Du nicht in einem aktuellen Anbaugebiet bist.

Verwilderte Grundstücke sind ein Problem. Bienen fliegen bis zu 4 km weit. Daran kannst Du Dich orientieren.

Ich würde es einfach probieren. Auch befruchtete Dolden sind nicht unbrauchbar.

Dirk
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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#47

Beitrag von Räuber Hopfenstopf » Freitag 8. Oktober 2021, 19:36

Meiner Information nach ist Hopfen ein reiner Windbestäuber. Und zumindest in meinem Garten ist die Chance auf Hopfen in der Nachbarschaft recht gering. Fliegen Bienen den überhaupt an?
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Re: Erfahrung mit Wildhopfen ?

#48

Beitrag von renzbräu » Freitag 8. Oktober 2021, 20:14

Ich habe jetzt auch wenig Bienen, Wild- wie Honig-, am Hilden gesehen; seinen biologischen Wert spielt er bei anderen Insektenarten aus.

https://www.eickelmann.de/Hopfen-Shop/d ... luete.html
Hopfen zählt zu den sog. "Windbestäubern".
Grüße
Johannes

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