Mythos Roggenbier

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Bori
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Mythos Roggenbier

#1

Beitrag von Bori » Dienstag 30. Mai 2017, 15:21

Ich würde als nächstes Projekt gerne ein Roggen im IPA-Style brauen.
So leicht wie ich mir das gedacht hatte, scheint das aber nicht zu sein.
Ich bin auf viele Glaubenssätze gestoßen:
Roggenanteil in der Schüttung höchstens 15%
Roggenanteil höchstens 20%
Auf jeden Fall Glucan-Rast bei 35Grad, dann 55 Grad Rast dann 65 Grad, dann 78 Abmaischen
Hilfreich sind Reisspelzen, um die Läuterkatastrophe zu verhindern.

Ich habe also hier im Forum und anderswo noch gelesen und gesucht und gefunden, dass andere Leute das beherzt ganz anders machen: die machen einfach ne single-infusion, fertig ausdiemaus.
http://beerandwinejournal.com/rye-ipa/
oder http://www.craftedpours.com/tag/rye-ipa-recipe

Teilweise habe ich auch viel höhere Schüttungsanteile gefunden. Irgendwie scheint es auch einfacher zu gehen :puzz

Frage ist nun: was geht definitiv nicht? Was ist bei Euch schon mal richtig schief gegangen? Und was ist das simpelste, das funktioniert? :Waa

Danke für die Inspirationen, Boris

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Alt-Phex
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Re: Mythos Roggenbier

#2

Beitrag von Alt-Phex » Dienstag 30. Mai 2017, 15:26

Roggenbiere braue ich nur noch mittels BIAB. Das verhindert die Läuterkatastrophe die bei hohem Roggenanteil unausweichlich ist.
"Viele Biere werden am Etikettierer gemacht"

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§11
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Re: Mythos Roggenbier

#3

Beitrag von §11 » Dienstag 30. Mai 2017, 15:32

Im Braumagazin gab es hier mal zwei Beitraege von Juergen aka Koenigsfelder

http://braumagazin.de/article/mythos-roggenbier/
http://braumagazin.de/article/roggenbier-rezepte/

Gruss

jan
„porro bibitur!“
Die Seite zum Buch "Bier brauen" https://www.jan-bruecklmeier.com/
Die Seite zur HBCon https://heimbrauconvention.de/
https://headlessbrewer.wordpress.com/

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DerDallmann
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Re: Mythos Roggenbier

#4

Beitrag von DerDallmann » Dienstag 30. Mai 2017, 15:39

Denk dran, dass bei der Gummirast die anderen Malze mit dabei sein müssen.
Das habe ich mal falsch gemacht vor ca. 20 Suden und es war nicht witzig! :)
Rye DIPA mit 18°P und 20% Roggenanteil. Erst Läuterkatastrophe und später die Würze angebrannt, das Zeug war mega dickflüssig.
Bisher der einzige echte Katastrophensud, Bier ists geworden, aber kein gutes.
Seit dem habe ich nie mehr mit Roggen gebraut.
Mit freundlichen Grüßen,

Johst

Hobbybrauer Stammtisch 21255 und Umgebung, bei Interesse PN
BIAB-Brauer und Hefe-Aufstreuer

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Re: Mythos Roggenbier

#5

Beitrag von glassart » Dienstag 30. Mai 2017, 15:49

Hi Boris,

mein letztes Roggen rot mit 50% Roggen hat mit Enzym-Booster und 3 Handvoll Haferspelzen sehr gut funktioniert. Für´s Läutern musst du immer mehr Zeit rechnen, bei mir meist die doppelte Zeit von "normalen" Bieren.
Ich habe auch schon mit Roggen-Rohfrucht Versuche gemacht -sehr spannend!

VG Herbert

PS: die Braumagazinartikel von Jürgen sind sehr,sehr hilfreich :thumbup

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Re: Mythos Roggenbier

#6

Beitrag von Boludo » Dienstag 30. Mai 2017, 15:56

Ich war letztens dabei, als ein amerikanischer Hobbybrauer mit 15% Roggenmalz und Kombirast gebraut hat.
Meine ganzen Warnhinweise und Panik hat er einfach ignoriert (er hat von Gummirast und solchen dingen noch nie was gehört) und ganz normal wie immer ohne Probleme geläutert.
Ich denke, bis zu einem gewissen Prozentsatz geht es noch gut. Aber mehr als 20% würde ich auf keinen Fall riskieren.

Stefan

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Re: Mythos Roggenbier

#7

Beitrag von koenigsfeld » Dienstag 30. Mai 2017, 17:58

Hi Roggenfreunde.

Was geht ?
Alles unter 50 Prozent Roggenanteil

Was geht definitiv nicht bzw sollte man besser bleiben lassen ?
Alles über 50 Prozent Roggenanteil.

Wie gehts ganz besonders einfach ?
Roggenmaische nach gewünschtem Rezept, auch mit 100 Prozent Roggenanteil (schmeckt wirklich furchtbar....) herstellen, portionsweise mit einem 08/15 Küchennudelsieb abseihen. Die trübe Brühe auf 78 Grad heißhalten.
Single Batch anwenden, dh den abgeseihten Treber in den kompletten Nachguss plumpsen lassen, bei stetigem Umrühren kurz aufwallen lasen.
Wieder abseihen.
Trübe Vorder- und Nachgusswürze verschneiden, auf 78 Grad halten.
Währenddessen den Läuterbottich mit ausgewaschener PiMa-Trebermaische aus einem Pilsprojekt füllen. Mittels einiger Liter kochendem Wasser auf Temperatur bringen, ein Filterbett ausbilden lassen (Läuterruhe), dann ablaufen lassen, heisse Roggenwürze drauf und gemütlich abläutern lassen.
Funktioniert auch bei hartnäckigster Roggenwürze.

Von Zeit zu Zeit den puddingähnlichen Schmodder abnehmen und aufhacken.


Grüsse

Jürgen
Zuletzt geändert von koenigsfeld am Dienstag 30. Mai 2017, 18:05, insgesamt 1-mal geändert.
Ich braue nur mit Roggen.
Warum ?
Weil ichs kann...und weils mir schmeckt !



Höflichkeit ist oberstes Gebot - denn dadurch offenbart man seine Kinderstube :Greets

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Re: Mythos Roggenbier

#8

Beitrag von koenigsfeld » Dienstag 30. Mai 2017, 18:01

DerDallmann hat geschrieben:Denk dran, dass bei der Gummirast die anderen Malze mit dabei sein müssen.
Das habe ich mal falsch gemacht vor ca. 20 Suden und es war nicht witzig! :)
Rye DIPA mit 18°P und 20% Roggenanteil. Erst Läuterkatastrophe und später die Würze angebrannt, das Zeug war mega dickflüssig.
Bisher der einzige echte Katastrophensud, Bier ists geworden, aber kein gutes.
Seit dem habe ich nie mehr mit Roggen gebraut.
Schade, dass Du solche Erfahrungen machen musstest.
Roggenbier hat wirklich seinen Reiz, die Herstellung ist lediglich etwas umständlicher.
Ich drück Dir jedenfalls die Daumen für den nächsten Versuch. Nicht aufgeben !!!

Grüsse

Jürgen
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Re: Mythos Roggenbier

#9

Beitrag von aegir » Dienstag 30. Mai 2017, 18:22

Biere mit 40% Roggenanteil und Gummirast hab ich relativ problemlos mit Panzerschlauch geläutert.
In meinem letzten IPA nur mit Kombirast sind 15% Roggenmalz drin und die wurden so schnell wie sonst auch mit der Läuterhexe geläutert.
Ich würde mir die Tipps von Königsfeld durchlesen und einfach mal versuchen.

Gruß Hotte

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Re: Mythos Roggenbier

#10

Beitrag von Bori » Dienstag 30. Mai 2017, 19:52

Ja, Vielen Dank bis hier. Ich werde alle Tipps mal gären lassen und mich dann dran versuchen. Ich werde berichten.

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Re: Mythos Roggenbier

#11

Beitrag von gaelen » Montag 12. November 2018, 13:30

Hallo Zusammen,

ich würde mich gerne in der nähren Zukunft mal an einem Roggenbier versuchen wollen und habe das hier ins Auge gefasst (auch weil ich vom Störtebeker Roggenweizen ziemlich angetan bin... :-) ).
Jetzt habe ich irgendwo gelesen, dass "ein Roggenbier eine kurze Reifezeit benötigt"... (fragt bitte nicht mehr wo... :-( )
Nur was heißt das jetzt für mich und im speziellen für das oben erwähnte Roggenweizen-Bier?!?!

Ich würde mich über eine Antowrt freuen!

vg,alexander

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Re: Mythos Roggenbier

#12

Beitrag von tauroplu » Montag 12. November 2018, 14:18

Haste vermutlich hier gelesen, daher wohl auch der Threadname.
Beste Grüße
Michael

„Lass die anderen mit Fichten- und Tannensprossen würzen, der Hopfen ist das Beste, was die Natur uns bietet.“
Aus "Das Erbe des Bierzauberers" von Günther Thömmes, Gmeiner Verlag

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Re: Mythos Roggenbier

#13

Beitrag von gaelen » Montag 12. November 2018, 14:45

Das kann gut sein; dort kann ich zumindest einen entsprechenden Passus finden...
(Fakt ist: Ein Rog­gen­bier soll­te – ähn­lich einem Weiß­bier – ziem­lich bald getrun­ken wer­den,...); aber was heißt das nun?

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Re: Mythos Roggenbier

#14

Beitrag von tauroplu » Montag 12. November 2018, 14:56

Steht doch fast direkt darüber: "Das Bier ist bereits nach weni­gen Tagen gut trink­bar...".
Beste Grüße
Michael

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Re: Mythos Roggenbier

#15

Beitrag von gaelen » Montag 12. November 2018, 15:08

Wenn ich also sage, ich lasse es drei bis vier Wochen im Keller, dann reicht es...

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