Hopfendarre Selbstbau

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Bründel Bräu
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Hopfendarre Selbstbau

#1

Beitrag von Bründel Bräu » Mittwoch 26. Juli 2017, 12:56

Hallo Zusammen,

Ich habe in einer anderen Post schon beschrieben dass wir eine Hopfenanlage mit 45 Pflanzen realisiert haben.

viewtopic.php?f=3&t=13415&p=224391#p224391

Nun ist das nächste Projekt die Trocknung und Konditionierung des Hopfens. Die meisten Infos habe ich aus diesem PDF von der Bayrischen Landesanstalt für Landwirtschaft.

https://www.lfl.bayern.de/mam/cms07/ipz ... _23593.pdf

Echt Top beschrieben die Sache da drin. Die Kern Infos daraus sind:

- 0.3-0.4m/s optimale Luftgeschwindigkeit in der Darre
- Optimal 3 Lagen (Vortrocknungshorde, Haupttrocknungshorde, Endtrockungshorde)
- Schütthöhe max. 35cm
- 62-65 Grad Celsius optimale Trocknungstemperatur
- 50-60 % relative Luftfeuchte der Abluft.

Mein Plan sieht vor einen Kasten mit 3 Schubladen zu bauen. In diesen Schubladen kommt dann der Hopfen auf Gittern. So kann ich den Hopfen gut mischen und ihn von der einen in die nächste Stufe schieben. Ich rechne mit max. 0.5m³ Grünhopfen pro Sorte (jede Sorte 15 Pflanzen) Werde das so machen das ich pro Schublade ca. 0.1m³ Hopfen verteilen kann. Das wäre dann eine Fläche von 60x60cm. Rechnet man das mit 0.3m/s um kommt man auf ca. 6.5m³/min Trockungsluft.
Ich habe einen Lüfter rumstehen der 25m³/min mit 2000Pa macht. Kann denn also so Drosseln das die Luftmenge geht und Druck hinkommt. Nun zum eigentlichen Problem:

Wie bekomme ich 380m³/h Luft auf 65Grad? Ich würde alles gerne elektrisch machen. Bei Aliexpress habe ich diese Heizelemente gefunden:

https://de.aliexpress.com/item/1-piece- ... 152.auqiJN

Nun was denkt ihr, wie viel Watt benötige ich für diese Luftmenge? Kann das Element was oder nur ramsch? Andere Ideen zum heizen der Luft?

Habe mir auch überlegt ob ich aus 2 alten Autokühlern und einer kleinen Pumpe eine Wärmerückgewinnung machen werde.

Da ich in ferner Zukunft gerne auch mal Malz darren möchte wäre es auch nicht verkehrt wenn die Heizelemente auch an die 80Grad heizen könnten.

Also das wärs mit meinem Projekt und ich bin gespannt auf eure Inputs.

Viele Grüsse Mattias
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danieldee
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Re: Hopfendarre Selbstbau

#2

Beitrag von danieldee » Mittwoch 26. Juli 2017, 14:06

Ich denke du befindest dich in der falschen Kategorie
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Ladeberger
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Re: Hopfendarre Selbstbau

#3

Beitrag von Ladeberger » Mittwoch 26. Juli 2017, 14:25

Passt schon. Geht ja um die Herstellung einer Brauzutat. "Brauanlagen" fühlt sich da auch nicht passend an.

Gruß
Andy

Frosch
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Re: Hopfendarre Selbstbau

#4

Beitrag von Frosch » Mittwoch 26. Juli 2017, 14:44

Hallo Mattias,
ich habe gerade einmal fix deine benötigte Wärmemenge durchgerechnet. Bin mal von 15 °C Eintrittstemperatur ausgegangen.

Fläche 0,36 m²
Betriebsgeschw 0,3 m/s = 1080 m/h
Volumenstrom Betrieb 388,8 m³/h
Volumenstrom 15°C 331,45 m³/h
Dichte 15°C 1,22 kg/m³
Dichte Betrieb (65°C) 1,04 kg/m³
Massenstrom 403,2 kg/h

Enthalpie 15°C 16018 J/kg
Enthalpie 65°C 66635 J/kg

Enthalpiestrom 15°C 6459049,032 J/h
Enthalpiestrom 65°C 26869692,36 J/h
Enthalpiedifferenz 20410643,33 J/h = 5,67 kW

Du solltest natürlich noch einen gewissen Puffer für den Wirkungsgrad deiner Lufterwärmung einplanen. Viel Spaß noch bei der Planung und Umsetzung

PS: ich hab keine Upload-Funktion für Excel Tabellen gefunden, entschuldige die Formatierung

Bründel Bräu
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Re: Hopfendarre Selbstbau

#5

Beitrag von Bründel Bräu » Mittwoch 26. Juli 2017, 16:31

Wow vielen Dank für die Berechnung:) Werde dann wahrscheinlich mit 2x4000 Watt arbeiten. In der Beschreibung steht das die regelbar sind. Falls nichts dabei ist werde ich solche Energieregler (Kochherdschalter) einbauen. die gehen meist bis 13A sollte also dicke reichen.

Nochmals danke.

Mattias

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Re: Hopfendarre Selbstbau

#6

Beitrag von Bründel Bräu » Mittwoch 26. Juli 2017, 16:35

Hmm wegen den 13A habe ich mich jetzt grad verzettelt. Bei der Arbeit bin ich mir immer 400V Drehstrom gewöhnt und da istes ja immer kWx2 plus ein bisschen was. Bei 230V ist es ja x 5.

Dann muss ich halt 2 Regler pro Element nehmen. Geht ja auch.

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flying
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Re: Hopfendarre Selbstbau

#7

Beitrag von flying » Mittwoch 26. Juli 2017, 16:58

Google mal nach "Draht im Schuber". Das ist eine spezielle Messmethode. Dabei wird über den elektrischen Widerstand eines durch den Schuber gezogenen Drahtes die Restfeuchte gemessen wird.
Hopfendarren sind ein sehr komplexes Thema. wo sich besonders Sensorenbauer austoben können..Ich würde mit viel Power arbeiten (Gaskanonen um Sääle zu beheizen) und dann mit Registern arbeiten, also Klappen die den Luftstrom regeln..?
Sehr schönes und schwieriges Thema.

m.f.g
René
Held im Schaumgelock

"Fermentation und Zivilisation sind untrennbar verbunden"
(John Ciardi)

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Re: Hopfendarre Selbstbau

#8

Beitrag von Bründel Bräu » Donnerstag 27. Juli 2017, 08:29

Das mit dem Draht im Schuber habe ich auch gelesen. Soll so eine Art Indikator zu Feuchte sein. Ich denke ich werde das mal mit dem guten alten gefühl versuchen, zumindestens bis es schief geht ;)

Ich habe eine Haupdrosselklappe nach dem Venti vorgesehen. Die Verteilung im Kasten ist bei 60x60cm werde ich vielleicht in 2 Felder aufteilen mit Drosselklappen dazwischen um die Luft zu verteilen.

Danke für den Input.

Mattias

hopfabaua
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Re: Hopfendarre Selbstbau

#9

Beitrag von hopfabaua » Donnerstag 27. Juli 2017, 19:11

Das mit dem Draht im Schuber ist nur eine Hilfe damit der Hopfen nicht zu trocken wird, was aber in eurem Fall kein Problem ist weil ihr ihn ja nicht in Säcke abfüllt. Ich würde nach der alten Hopfenbauernmethode, so lange zu darren bis die Spindel bei mittelgroßen Dolden beim zusammendrücken bricht, vorgehen. Ansonsten wäre die Idee mit den Gaskanonen gar nicht so schlecht. Die Lufttemperatur der warmen Luft sollte nicht über 65 Grad liegen, Stichwort flüchtige Aromastoffe.
Gruß Thomas

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Re: Hopfendarre Selbstbau

#10

Beitrag von sonnenstich66 » Freitag 28. Juli 2017, 21:49

Die Obergrenze von 65 Grad hat eigentlich noch einen anderen Grund.
Bei zu hohen Temperaturen trocknen die dünnen äußeren Blätter zu schnell aus und können die Feuchtigkeit der dicken Spindel nicht mehr nach außen leiten. Die Folge wäre ein ungleichmäßig getrockneter Hopfenzapfen. Die Haltbarkeit wäre nicht gegeben bzw. die angestrebte Restfeuchtigkeit stimmt nicht.

Gruß
Hartmut

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Re: Hopfendarre Selbstbau

#11

Beitrag von martinsls » Samstag 29. Juli 2017, 06:51

Hi Mattias,

hier mal Datenblatt mit Auswahldiagramm Elektro-Nachheizregister für Rohreinbau,Luftleitung usw. einfach zu besorgen.
Elektro-Nachheizregister.pdf
(364.51 KiB) 22-mal heruntergeladen
Für die Wärmerückgewinnung, was bei dem Energiebedarf bei der Trocknung bestimmt Sinn macht, Datenblatt WW-Heizregister, ebenfalls mit Auswahldiagramm
PWW-Nachheizregister.pdf
(255.07 KiB) 16-mal heruntergeladen
Reglungstechnisch dürfte es auch einfach zu lösen sein.

Grüsse Martin

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Re: Hopfendarre Selbstbau

#12

Beitrag von Bründel Bräu » Samstag 29. Juli 2017, 09:14

Morgen Martin,

1000 Dank für die Infos. Werde mich da mal einlesen:) Ich denke auch das man mit einem ST1000 mit regeln weit kommt.

Mattias

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Re: Hopfendarre Selbstbau

#13

Beitrag von martinsls » Samstag 29. Juli 2017, 09:34

Hi Mattias,
mach ich doch gerne, hier im Forum bekomme ich ja auch Hilfe.

Die Wärmerückgewinnung müsstest Du mit einem einfachem Temperaturdifferenzregler (Solarregler :-)) hinbekommen.

Ventilator würde ich noch stufenlosen Drehzahlsteller vorpacken, könntest auf die ganzen Beipässe verzichten.

Bei der Auslegung und Auswahl von Materialien kann ich Dich gerne Ünterstützen und Dir Einkaufquellen usw. nennen.

Grüsse Martin

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