Welche Hefe für ein NEIPA

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Bieriges
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Welche Hefe für ein NEIPA

#1

Beitrag von Bieriges » Freitag 28. September 2018, 14:01

Hallo zusammen,

ich wollte mich in ein paar Wochen an ein richtig schönes fruchtiges NEIPA wagen.
Vorgestellt habe ich mir eins mit Mosaic, Amarillo und Columbus.

Die Frage die sich mir stellt: Welche estherbildende Trockenhefe verwende ich hiefür am besten?
Es gibt die M36 Liberty Bell (ist aber derzeit fast nirgends verfügbar - wieso eigentlich?)
Die S-04, aber eignet sie sich wirklich so gut?

Mit welchen Hefen habt ihr für ein NEIPA gute Erfahrungen gemacht?

Vielen Dank im voraus
Jo
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Ladeberger
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Re: Welche Hefe für ein NEIPA

#2

Beitrag von Ladeberger » Freitag 28. September 2018, 14:38

Hallo Jo,

die Liberty Bell kenne ich nicht. S-04 ist m.E. keine gute Wahl für NEIPA.

Hol dir doch lieber ein Päckchen Wyeast 1318. Das ist einer der beliebtesten, auch kommerziell eingesetzten Reinzuchten für NEIPA und hierzulande gut erhältlich.

Wenn unbedingt Trockenhefe, würde ich es mit der Lallemand Windsor versuchen (die dezidierte Lalbrew New England gibt es m.W. bisher nur im 500 g Gebinde) und die Maischeführung eher auf eine hochvergärbare Würze abstimmen.

Gruß
Andy

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Re: Welche Hefe für ein NEIPA

#3

Beitrag von Felix83 » Freitag 28. September 2018, 16:22

Ebenfalls 1318, oder eben noch 1968/WLP002
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Re: Welche Hefe für ein NEIPA

#4

Beitrag von skappler » Freitag 28. September 2018, 16:34

Ich hab gerade eins in der Gärung mit der 1318. Kann noch nichts über das Endergebnis sagen, riecht aber schon sehr gut :thumbsup
Ansonsten les ich häufig von der Vermont Ale von the Yeast Bay.

Meins sollte in 2-3 Wochen fertig sein, dann kann ich genaueres berichten. Ich hatte dazu btw auch einen Thread gemacht, wo noch einige interessante Aspekte bzgl. NEIPA diskutiert wurden :Smile

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Re: Welche Hefe für ein NEIPA

#5

Beitrag von respect » Samstag 29. September 2018, 06:18

Bei mir ist es mit der US05 'schön trüb' geworden.
Mathias
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________________________________
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Re: Welche Hefe für ein NEIPA

#6

Beitrag von Felix83 » Samstag 29. September 2018, 13:10

Die Trübung kommt beim NEIPA nicht so wirklich von der Hefe. Die sedimentiert ja recht zügig, auch die US05. Das ist eher ne Mischung aus Proteintrübung und der massiven Hopfenmenge.
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Re: Welche Hefe für ein NEIPA

#7

Beitrag von Bieriges » Samstag 29. September 2018, 21:15

:Grübel Hmmm, gibt es außer der Lallemand Windsor keine g'scheite Trockenhefe für ein NEIPA???
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Re: Welche Hefe für ein NEIPA

#8

Beitrag von hopfenbär » Samstag 29. September 2018, 21:35

Die Lalleman New England Hefe ist bisher leider nur in 500g Packerl verfügbar. Sollte aber nicht mehr zuu lange dauern. Habe die mal angeschrieben, meinten Sie testen gerade die Haltbarkeit in den kleinen 11g Packungen.

Kann die 1318 auch nur empfehlen, mein aktuelles IPA hab ich damit gebraut.

Meiner Meinung nach kann man ein NEIPA auch einwandfrei mit der US5 brauen. Verdant hat anfangs auch mit der US5 gebraut.
Solum duri in hortum veniunt.

Vorstellung im alten Forum http://tinyurl.com/gob2p5g

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Re: Welche Hefe für ein NEIPA

#9

Beitrag von tbln » Samstag 29. September 2018, 21:48

Ich bin immer für selbst testen... Ist vermutlich wie meist Geschmackssache. laut themadfermentationist.com ist die S-04 durchaus brauchbar für NEIPA. Hab die Danstar London ESB noch nicht ausprobiert, eventuell wäre das noch eine Option?

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Re: Welche Hefe für ein NEIPA

#10

Beitrag von Ladeberger » Samstag 29. September 2018, 22:06

Bieriges hat geschrieben:
Samstag 29. September 2018, 21:15
:Grübel Hmmm, gibt es außer der Lallemand Windsor keine g'scheite Trockenhefe für ein NEIPA???
Du erkennst doch schon am Umstand, dass Lallemand eine eigene Hefe für NEIPA eingeführt hat, dass es eine Lücke in den bisherigen Sortimenten gibt. Natürlich gelingen auch hervorragende IPAs mit klassischen Arbeitspferden wie der US-05 oder Nottingham. NEIPA ist aber eben nochmal was anderes, das m.E. seitens der Hefe nach englischen Estern aus der Richtung "Steinfrucht" und einer Ecke mehr Restextrakt verlangt.

Was spricht denn eigentlich gegen die 1318, wenn ich fragen darf?

Gruß
Andy

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Re: Welche Hefe für ein NEIPA

#11

Beitrag von Bieriges » Sonntag 30. September 2018, 07:46

Ladeberger hat geschrieben:
Samstag 29. September 2018, 22:06
Was spricht denn eigentlich gegen die 1318, wenn ich fragen darf?

Gruß
Andy
Nicht überall zu bekommen, die kurze Haltbarkeit (ich weiß noch nicht genau wann ich zum brauen komme) und der Preis...
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Re: Welche Hefe für ein NEIPA

#12

Beitrag von Kurt » Sonntag 30. September 2018, 09:24

Die 1318 ist eine meiner Lieblingshefen. Die kann auch sehr gut Oatmeal Stouts und Bitter.

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Re: Welche Hefe für ein NEIPA

#13

Beitrag von Ladeberger » Sonntag 30. September 2018, 10:41

Bieriges hat geschrieben:
Sonntag 30. September 2018, 07:46
Nicht überall zu bekommen, die kurze Haltbarkeit (ich weiß noch nicht genau wann ich zum brauen komme) und der Preis...
Okay, das musst du selbst einordnen.

Grundsätzlich entscheidet neben den genetisch disponierten Eigenschaften ganz maßgeblich der Umgang mit einer Hefe; egal ob trocken oder flüssig. Wenn M. Tonsmeier wie von tbln referenziert mit der S-04 ein gutes NEIPA hinbekommen hat, glaube ich ihm und allen anderen Anwendern das gerne. Ich weiß nur aus eigenen Erfahrungen bei hellen Ales, dass diese Hefe aromatisch "schwierig" sein kann. Das Handling wird durch die hohe Stammwürze vermutlich nicht einfacher.

Wenn es keine Trockenhefe mit gewünschtem Profil von der Stange gibt, kann man auch immer über Mischungen nachdenken, um Stammeigenschaften zu kombinieren. Zum Beispiel esterreiche mit hochvergärenden Stämmen.

Gruß
Andy

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Re: Welche Hefe für ein NEIPA

#14

Beitrag von heizungsrohr » Sonntag 30. September 2018, 11:49

Bei Hefe-Cofermentationen ist die WLP002 + US05 der Klassiker. Man erhält das sehr englische Aroma der 002 mit dem Vergärgrad und dem Diacetylabbau der US05. Hab ich schon erfolgreich angewandt, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass mein sehr trocken gemaischtes Pale Ale bei 65% VG fertig ist. Ging übrigens noch bis 79% weiter danach.

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