Malzmühle - Corona (+Clone) auf jedes Malz neu justieren?

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Malzmühle - Corona (+Clone) auf jedes Malz neu justieren?

#1

Beitrag von recycler » Donnerstag 17. Januar 2019, 15:49

Hallo,

ich schrote mit einer leicht modifizierten Corona-Clon-Mühle (Federn zwischen den Einstellscheiben und mit M8-Gewindestange wird das Teil mit einer elektronisch geregelten Bohrmaschine betrieben). War bei meinen ersten beiden Suden (IPA und Stout) sehr zufrieden mit Schrotbild und Sudhausausbeute sowie Schrotgeschwindigkeit (10 kg in ca. 10-15 min).

Beim letzten Sud hatte ich ca. 60% dunkles Weizenmalz in der Schüttung und die Sudhausausbeute war grottenschlecht. Das Schrotbild war auch nicht so gut, denn die Weizenkörner sind kleiner und anders geformt wie das Gerstenmalz.

Wie macht Ihr das? Stellt Ihr für jede Malzsorte die Mühle separat ein? In wie weit beeinflußt die Mahlgeschwindigkeit das Ergebnis?

Ich habe bisher immer versucht alle Malze (auch Cara- und Fabrmalze sowie ggf. Haferflocken) möglichst schon vorher etwas zu mischen und dann zu schroten, um einen möglichst gleichmäßige Maische zu erzielen. Ich arbeite mit einem 50l Malzrohrsystem (Klarstein Mundschenk XXL).

Freue mich auf Antworten.

Ciao

recycler

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Re: Malzmühle - Corona (+Clone) auf jedes Malz neu justieren?

#2

Beitrag von Brauwolf » Donnerstag 17. Januar 2019, 16:51

Wie ich noch ausschließlich mit der Corona geschrotet habe, hatte ich zwei Einstellungen, eine für Gersten-, eine etwas engere für Weizenmalz. Diese Einstellungen waren markiert, so dass sie leicht umzustellen waren.

Beim Schroten bewegt sich das Malzkorn von innen nach außen und wird gleichzeitig in eine Kreisbewegung versetzt. Der Pfad entspricht in etwa der Struktur eines aufgeschnittenen Schneckenhauses (mir fehlt gerade der korrekte Ausdruck dafür). Je schneller geschrotet wird, desto länger wird der Pfad, desto feiner die Schrotung. Auf das Schrotergebnis hat also nicht nur der Scheibenabstand, sondern auch die Schrotgeschwindigkeit Einfluß. Die besten Ergebnisse hatte ich bei etwa 600 bis 700 g/min, dann wird auch eine übermäßige Erwärmung des Schrotes vermieden.

Cheers, Ruthard
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Re: Malzmühle - Corona (+Clone) auf jedes Malz neu justieren?

#3

Beitrag von recycler » Donnerstag 17. Januar 2019, 17:07

@ Ruthard: Auch diesmal vielen vielen Dank für Deine schnelle und kompetente Antwort!

Prost

recycler (Michael)

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Re: Malzmühle - Corona (+Clone) auf jedes Malz neu justieren?

#4

Beitrag von Brockmann24 » Donnerstag 17. Januar 2019, 21:35

Ich habe die Mühle so eingestellt, dass ich beim Weizenmalz ein gutes Schrotbild habe. Das Gerstenmalz wird vor dem Schroten konditioniert (15 Minuten mit 2 Gewichtsprozent Wasser) und dann bei der gleichen Einstellung der Mühle geschrotet. Damit bleiben die Spelzen ganz und ich konnte die Sudhausausbeute ( auch mit Weizenmalz ) deutlich verbessern.
Gruß von der Mosel
Wolfgang

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Re: Malzmühle - Corona (+Clone) auf jedes Malz neu justieren?

#5

Beitrag von recycler » Freitag 18. Januar 2019, 08:23

@Wolgang: Auch das ist ein guter Ansatz. KOnditionierst Du auch die Spezialmalze direkt zusammen mit dem Gerstebnmalz?

Ciao recycler

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Re: Malzmühle - Corona (+Clone) auf jedes Malz neu justieren?

#6

Beitrag von Brauwolf » Freitag 18. Januar 2019, 08:57

Bei Spezialmalzen habe ich festgestellt, dass die zum Teil so gummielastisch werden, dass sie unbeschadet durch die Mühle flutschen. Bei Caraaroma z.B. und der Walzenmühle war das so. Bei der Corona könnte ich mir vorstellen, dass Caraaroma trotz Konditionieren angeraspelt wird. Spezialmalze konditioniere ich nicht mehr, Basismalze grundsätzlich immer.

Gruß, Ruthard
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Re: Malzmühle - Corona (+Clone) auf jedes Malz neu justieren?

#7

Beitrag von recycler » Freitag 18. Januar 2019, 09:31

O.K., ich werde das nächste Mal die Malze konditionieren. Ich habe von 15 min mit 2%, also 20 ml pro kg, dann 1 h mit 1% sowie anderen Usern gelesen, die es schon 1 Tag vorher 'einweichen'.

Kurz vorher wäre praktikalbel. Ich dachte an eine Sprühflasche (Blumenspritze) um das Wasser möglichst gleichmäßig zu verteilen.

Wie macht Ihr das?

Ciao

recycler

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Re: Malzmühle - Corona (+Clone) auf jedes Malz neu justieren?

#8

Beitrag von Brauwolf » Freitag 18. Januar 2019, 09:45

Konditionieren ist echt ein Gewinn (Karamalze ausgenommen, siehe oben). Ich kippe so 1 - 2 Stunden vor dem Schroten 2% Wasser lose auf das Malz und mische das großzügig mit der Hand und gespreizten Fingern durch. Im geschlossenen Hobbock bildet sich dann ein Kleinklima, das die Feuchtigkeit schön gleichmäßig verteilt. Bei 2 Stunden im kühlen Keller muss man sich um Lactos noch keine Gedanken machen, bei 12 Stunden im Hochsommer schon eher.

Cheers, Ruthard
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Re: Malzmühle - Corona (+Clone) auf jedes Malz neu justieren?

#9

Beitrag von dirk02 » Freitag 18. Januar 2019, 10:53

Brauwolf hat geschrieben:
Donnerstag 17. Januar 2019, 16:51
Je schneller geschrotet wird, desto länger wird der Pfad, desto feiner die Schrotung. Auf das Schrotergebnis hat also nicht nur der Scheibenabstand, sondern auch die Schrotgeschwindigkeit Einfluß. Die besten Ergebnisse hatte ich bei etwa 600 bis 700 g/min, dann wird auch eine übermäßige Erwärmung des Schrotes vermieden.
Für diesen Durchsatz von 600 - 700g/Min muss dann welche Drehzahl in etwa gewählt werden?
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#10

Beitrag von Brauwolf » Freitag 18. Januar 2019, 11:23

dirk02 hat geschrieben:
Freitag 18. Januar 2019, 10:53
Brauwolf hat geschrieben:
Donnerstag 17. Januar 2019, 16:51
Je schneller geschrotet wird, desto länger wird der Pfad, desto feiner die Schrotung. Auf das Schrotergebnis hat also nicht nur der Scheibenabstand, sondern auch die Schrotgeschwindigkeit Einfluß. Die besten Ergebnisse hatte ich bei etwa 600 bis 700 g/min, dann wird auch eine übermäßige Erwärmung des Schrotes vermieden.
Für diesen Durchsatz von 600 - 700g/Min muss dann welche Drehzahl in etwa gewählt werden?
Gütiger Gott, ich schrote von Hand und lasse dabei "highway to hell" laufen, das geht genau auf.

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Re: Malzmühle - Corona (+Clone) auf jedes Malz neu justieren?

#11

Beitrag von Matthias H » Freitag 18. Januar 2019, 11:55

Hm, "Highway to hell" hat 115-116 bpm.
Respekt! Händisch an der Corona mit 115-116/min.... für ein paar Hundert Gramm Schrot, das ist sportlich! :thumbup :)
Viele Grüße
Matthias H

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#12

Beitrag von Brauwolf » Freitag 18. Januar 2019, 12:13

Geht mit 90 Sekunden für 1kg Schrot aus, die typische Menge für einen 20l-Sud ist somit in weniger als 8 Minuten durch - alles eine Frage der Atemtechnik. "Stayin' Alive" kommt auch gut.

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Re: Malzmühle - Corona (+Clone) auf jedes Malz neu justieren?

#13

Beitrag von recycler » Montag 21. Januar 2019, 08:13

Hab gestern das erste Mal mit 1% Wasser 1h vorher konditioniert und auf das Schrotbild sehr genau geachtet (langsamer geschrotet, Mühle nochmal feinjustiuert). Sudhausausbeute war sehr gut (59% im Malzrohrsystem) und die Würze klar.

Ich hatte bei etwa 9,5 kg Schüttung etwa 100 gr. Weizenfabrmalz. Dieses hatte ich nicht konditioniert. Die Weizenkörner wurden aber nicht anständig geschrotet, aber ich wollte für diese Mini-Menge nicht die Mühle verstellen.

Wie macht Ihr das?

Ciao

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Re: Malzmühle - Corona (+Clone) auf jedes Malz neu justieren?

#14

Beitrag von Brauwolf » Montag 21. Januar 2019, 12:10

Ziel einer braugerechten Schrotung ist der Spelzenerhalt. Da Weizenmalz keine Spelzen hat, kannst du das (besonders bei diesen homöopathischen Mengen) auch durch eine Moulinette, eine Kaffeemühle oder eine Gewürzmühle jagen.

Cheers, Ruthard
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