Hefe Vergleich Gärung in 1,5 Liter PET?

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Rauchbier666
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Hefe Vergleich Gärung in 1,5 Liter PET?

#1

Beitrag von Rauchbier666 » Mittwoch 27. März 2019, 22:44

Hallo Forum!

Ich bin noch relativ neu in der Brauer Szene, verschlingen die einschlägigen posts und Lektüre jedoch wissbegierig...
Nun steht mein vierter Sud an und in dem Rahmen möchte ich gern die Würze zur Gärung in 5 PET Flaschen aufteilen, um folgende Hefen miteinander zu vergleichen:

Safale S04
Gozdawa German Altbier
Gozdawa pure Ale yeast 7
Gozdawa W35
Zusätzlich eine Flasche mit ebenfalls safale S04, jedoch Hopfen-gestopft

Ich würde die Würze im 33 Liter Gäreimer über Nacht abkühlen lassen und dann die 5 Proben in frisch geöffnete PET Flaschen umschlauchen. Heiß in PET abfüllen direkt nach dem Kochen möchte ich nicht, wegen evtl Weichmachern im PET. Die Flaschendeckel würde ich aufbohren und mit Gärröhrchen versehen. In jede Flasche mit dem Zucker-Dosierlöffel (eigentlich zur karbonisierung) ein gefülltes 0,3-Käppchen der jeweiligen Trockenhefte einstreuen und zu der hopfengestopften Probe zusätzlich ein paar Pallets in die Flasche werfen.

Nach abgeschlossener Hauptgärung würde ich dann Zucker zugeben und die gebohrten Deckel durch neue abgekochte Deckel ohne Bohrung ersetzen. So kann die karbonisierung und spätere Verkostung direkt aus den PET Flaschen erfolgen.

Meint ihr, das könnte funktionieren? Oder ist das Infektionsrisiko zu groß? Habe ich andere Schwierigkeiten übersehen?

Vielen Dank im voraus für eure Expertise und Bemühungen!

Liebe Grüße aus Hamm vom Rauchbier Fan. :)
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Re: Hefe Vergleich Gärung in 1,5 Liter PET?

#2

Beitrag von Alt-Phex » Donnerstag 28. März 2019, 02:17

Kann man schon so machen. Du musst natürlch Steigraum einplanen. Das wäre dann bei einer 1,5L PET eine maximale Füllmenge von 1L. Wenn du das dann auch gleich darin karbonisieren willst, dann bleibt ein ordentlicher Bodensatz pro Flasche übrig. Mehr als einen halben Liter wirst du nur schwer eingiessen können ohne den ganzen Schmodder mit zu nehmen. Über Nacht abkühlen und Hefe aufstreuen ist jetzt auch nicht grade das beste was man machen kann. Aber das Thema lassen wir jetzt mal.

Generell ist es natürlich eine gute Idee einen Sud aufzuteilen und mit verschedenen Hefen zu vergären. Du wirst sehr unterschiedliche Biere dabei heraus bekommen, das sei schonmal verraten. Aber ob es in diesem Mini-Micro-Maßstab wirklich was bringt sei mal dahin gestellt. Eben auch wegen oben benannter Probleme.

An deiner Stelle würde ich mir lieber vier 5L Purania Kanister holen und dort jeweils 3-4 Liter vergären. Nachgärung dann normal in der Flasche wie sonst auch. Ein Bierheber mit Abfüllröhrchen wirkt hier Wunder. Das Wasser gibt es bei Real, kostet ca. einen Euro und soll auch gut zum brauen geeignet sein.
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§11
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Re: Hefe Vergleich Gärung in 1,5 Liter PET?

#3

Beitrag von §11 » Donnerstag 28. März 2019, 02:40

PET enthält keine Weichmacher. Allerdings tust Dünger daran herkömmliche PET Flaschen nicht heiß zu befühlen. Die Preform wird per Injection Moulding hergestellt, die Flasche in einem späteren Prozess Streckgeblasen. Dabei wird das PET nur bis zur Glasübergangstemperatur erwärmt. Dabei werden die Polymerketten gestreckt. Füllst du heiß ab, bringt diese Spannung die Flasche zum Schrumpfen. Im Extremfall wurde sie zum Preform zurück schrumpfen.
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Re: Hefe Vergleich Gärung in 1,5 Liter PET?

#4

Beitrag von Bafra » Donnerstag 28. März 2019, 07:27

Toller Versuch, Ergebnisse sind bestimmt sehr spannend. Vergleiche gerade gestrippte Hefe von Kuchlbauer mit Trockenhefe von Fermentis. Habe aber jeweils 20 L Würze dafür verwendet.
Den Starter für die gestrippte Hefe habe ich auch in einer 1,5 PET Flasche gemacht (Tipp von Alt-Phex, danke) und das hat super funktioniert. Achte einfach darauf, dass du nicht zu viele Partikel in der Würze hast.
Viel Erfolg bei deinen Tests.

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Re: Hefe Vergleich Gärung in 1,5 Liter PET?

#5

Beitrag von Boludo » Donnerstag 28. März 2019, 07:38

Wie viel Hefe kommt denn da in jede Flasche?
Und bitte dunkel stellen.

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Re: Hefe Vergleich Gärung in 1,5 Liter PET?

#6

Beitrag von Rauchbier666 » Donnerstag 28. März 2019, 16:17

Boludo hat geschrieben:
Donnerstag 28. März 2019, 07:38
Wie viel Hefe kommt denn da in jede Flasche?
Und bitte dunkel stellen.
Also ich würde dann mit dem Zucker-Dosierlöffel die Hefe dosieren und die kleinste Schaufel verwenden. Also die für 0,3 Liter Flaschen. Habe die Befürchtung, dass meine Küchenwaage zu ungenau ist bei den kleinen Mengen. Mit dem Löffel ist sicherlich zu viel Hefe drin, aber das ist doch egal, oder? Hauptsache überall die gleiche Menge.
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Re: Hefe Vergleich Gärung in 1,5 Liter PET?

#7

Beitrag von Kolbäck » Donnerstag 28. März 2019, 18:59

Falls dir das hilft: ich habe gerade einen Rest Trockenhefe, der ungefähr die Hälfte meiner 0,33L-Abfüllhilfe ausmacht auf die Feinwaage gestellt: 0,9g.
Wenn man also ganz grob für OG ein Päckchen à 10g auf 20L rechnet, dann würdest du mit einem vollen 0,33-Löffel auf mit 1L gefüllter Flasche um einen Faktor 3-4 über-pitchen. Durchs Aufstreuen ohne rehydrieren geht aber die Hälfte wieder flöten (sagen einige), also passt es wohl wieder. :Bigsmile
.
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Viele Grüße, Thomas
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Re: Hefe Vergleich Gärung in 1,5 Liter PET?

#8

Beitrag von Rauchbier666 » Donnerstag 28. März 2019, 23:38

OK, vielen Dank für eure Unterstützung! Tolles Forum :)

Ich schaue Mal, ob ich die Utensilien zeitnah zusammen bekomme. Diese Kanister im Real werde ich mir auch noch vorher anschauen. Und danke für's Wiegen!

Danke euch!
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Re: Hefe Vergleich Gärung in 1,5 Liter PET?

#9

Beitrag von Bafra » Sonntag 14. April 2019, 10:15

Hi Rauchbier666, hast du deine Versuche schon durchgeführt und wie sind diese gelaufen?

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