Erfahrungen W128 (Hefebank Weihenstephan) oder "Reizthema warm vergorenes Pils" :-)

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DerDerDasBierBraut
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Erfahrungen W128 (Hefebank Weihenstephan) oder "Reizthema warm vergorenes Pils" :-)

#1

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Mittwoch 12. Juni 2019, 23:32

Die W128. So wurde sie beschrieben ...
______________________________________________________________
W128 - Lager, Steam Beer, Märzen, helle Böcke, Doppelböcke
---------------------------
Die W128 produziert auch bei erhöhten Gärtemperaturen runde und weiche Biere. Erhöhte Gärtemperaturen führen nur zu einer geringen Erhöhung an Acetaldehyd und der höheren Alkohole. Die Stabilität gegenüber Autolyse ist auch bei höheren Nachgärtemperaturen als gut zu bewerten.

- normale Bildung von höheren Alkoholen
- gute Produktion von Estern, Aroma-Profil vergleichbar mit W34/70.
- Gutes bis optimales Bruchbildungsvermögen
- Sehr gute Diacetyl Reduktion
- normaler bis hoher AV° (ca. 78 - 80%)

Empfohlene Gärtemperatur: 11 - 14°C (10 – 18°C)

Info von Uli:
Die W128 ist eine "untergärige Survival Hefe". Kommt mit Problemschüttungen bestens klar (z.B. mit extrem hohem Rohfruchtanteil), ist sehr alkoholtolerant und stellt wenig Ansprüche an die Temperaturführung. (Zitat: "Hat nen IQ von 5. Daher keine Überraschungen bei den Gärnebenprodukten erwarten. Frisst nur!").

Gären: Nach Lust und Laune von 8°C bis 30°C ist alles drin.
(Ich freu mich auf die Debatten "UG bei Raumtemperatur". :P :Bigsmile)
______________________________________________________________
Die Debatte eröffnet ich gern. :Bigsmile

Ich habe eine klassische Pils Anstellwürze dreigeteilt und getrennt vergoren.
Teil 1 und 2 mit der W34/70 und der W128 nach allen Regeln der untergärigen Braukunst kalt vergoren.
Bei Teil 3 habe ich die W128 bei 17°C angestellt, auf 18°C kommen lassen und ab 50% SVG bei Raumtemperatur (20-22°C) frei gären gelassen. Die Hefe der "W128 Biere" stammt aus dem gleichen Starter. 1:1 verteilt auf beide gleich vollen Gäreimer.

Die beiden Biere mit der W128 haben wir heute erstmals probiert. Mit dabei mein besseres Sensorikorgan "Marc". :-)

Vor der parallelen Verkostung war ihm nicht bekannt, welchen Bierstil er verkostet und warum er zwei Biere im A-B Vergleich bewerten soll. Ich kannte die beiden W128 Biere selbst auch nur von der Jungbierverkostung ohne CO2.

Das Pils mit der W34/70 ist nett, spielt hier aber keine Rolle. Nur so viel ... es war nicht das neutralste Bier am Start und daher per se nicht das beste Pils. Geringfügig fruchtiger als beide W128 Biere.

Die W128 Biere waren beide nahezu gleich. Marc sagt "PIls". Fand ich auch.
Keine wahrnehmbaren Ester, keine wahrnehmbaren höheren Alkohole. Astreines Pils und beide Versionen kaum voneinander zu unterscheiden.

Nach der Auflösung - "Ein davon ist warm vergoren, welches?" - fiel Marcs Tipp auf das kalt Vergorene :thumbsup. Und der Typ hat echt was drauf, wenn es im Bieraromen geht. Ich hätte das auch getippt.
Ich wusste natürlich welches Bier kalt vergoren war und habe in dem "kalten" geringfügig mehr Diacetly wiedergefunden.

Uli hat Recht. Die W128 ist echt zu doof zum "estern". Irre Hefe. IQ von 5 finde ich gut. :Wink
Das verleitet mich zu neuen Projekten. Was macht die Hefe bei 25 oder 30°C? Auch geiles Pils? :Grübel

Am 22. schleppe ich das Bier mit zu einer Hobbybrauerrunde zu Sura. Ich bin gespannt wer von den Anwesenden richtig tippt.

To be continued .....
Ich freue mich auch auf eure Versuche :Greets
Zuletzt geändert von DerDerDasBierBraut am Donnerstag 13. Juni 2019, 00:03, insgesamt 1-mal geändert.
"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
"Nein! Was Böses!"
"Alkoholfreies Bier??? ..."
-----------
Viele Grüße
Jens

Interesse an Flüssighefen ... ?

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Re: Erfahrungen W128 (Hefebank Weihenstephan) oder "Reizthema warm vergorenes Pils" :-)

#2

Beitrag von roman0906 » Donnerstag 13. Juni 2019, 00:00

Ich habe damit versucht einen Märzen zu basteln, zum Einsatz kamen Pilsener, Wiener, Münchner und CaraAmber. Hopfen war Merkur.

Angestellt wurde handwarm, also geschätzt bei 28 bis 30 Grad. Vergoren bei Zimmertemperatur unter einer Retungsdecke. Wärend der Hauptgärung waren es ca.25 bis 26 Grad.

Fazit, leckeres, süffiges Bier, es wurde mit da will ich noch eins aufgerufen.

ABER! Das Jubgbier hatte ein bisschen Banane am Start, 2 Wochen nach dem abfüllen war davon nichts mehr im Bier zu schmecken, nur wenn man den Bodensatz aufgewirbelt hat.

Tolle Hefe, die kommt öfter zum Einsatz

Viele Grüße
Roman

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Re: Erfahrungen W128 (Hefebank Weihenstephan) oder "Reizthema warm vergorenes Pils" :-)

#3

Beitrag von Eowyn » Donnerstag 13. Juni 2019, 01:50

DerDerDasBierBraut hat geschrieben:
Mittwoch 12. Juni 2019, 23:32
Die W128. So wurde sie beschrieben ...
______________________________________________________________
W128 - Lager, Steam Beer, Märzen, helle Böcke, Doppelböcke
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Die W128 produziert auch bei erhöhten Gärtemperaturen runde und weiche Biere. Erhöhte Gärtemperaturen führen nur zu einer geringen Erhöhung an Acetaldehyd und der höheren Alkohole. Die Stabilität gegenüber Autolyse ist auch bei höheren Nachgärtemperaturen als gut zu bewerten.

- normale Bildung von höheren Alkoholen
- gute Produktion von Estern, Aroma-Profil vergleichbar mit W34/70.
- Gutes bis optimales Bruchbildungsvermögen
- Sehr gute Diacetyl Reduktion
- normaler bis hoher AV° (ca. 78 - 80%)

Empfohlene Gärtemperatur: 11 - 14°C (10 – 18°C)

Info von Uli:
Die W128 ist eine "untergärige Survival Hefe". Kommt mit Problemschüttungen bestens klar (z.B. mit extrem hohem Rohfruchtanteil), ist sehr alkoholtolerant und stellt wenig Ansprüche an die Temperaturführung. (Zitat: "Hat nen IQ von 5. Daher keine Überraschungen bei den Gärnebenprodukten erwarten. Frisst nur!").

Gären: Nach Lust und Laune von 8°C bis 30°C ist alles drin.
(Ich freu mich auf die Debatten "UG bei Raumtemperatur". :P :Bigsmile)
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Ich habe eine klassische Pils Anstellwürze dreigeteilt und getrennt vergoren.
Teil 1 und 2 mit der W34/70 und der W128 nach allen Regeln der untergärigen Braukunst kalt vergoren.
Bei Teil 3 habe ich die W128 bei 17°C angestellt, auf 18°C kommen lassen und ab 50% SVG bei Raumtemperatur (20-22°C) frei gären gelassen. Die Hefe der "W128 Biere" stammt aus dem gleichen Starter. 1:1 verteilt auf beide gleich vollen Gäreimer.

Die beiden Biere mit der W128 haben wir heute erstmals probiert. Mit dabei mein besseres Sensorikorgan "Marc". :-)

Vor der parallelen Verkostung war ihm nicht bekannt, welchen Bierstil er verkostet und warum er zwei Biere im A-B Vergleich bewerten soll. Ich kannte die beiden W128 Biere selbst auch nur von der Jungbierverkostung ohne CO2.

Das Pils mit der W34/70 ist nett, spielt hier aber keine Rolle. Nur so viel ... es war nicht das neutralste Bier am Start und daher per se nicht das beste Pils. Geringfügig fruchtiger als beide W128 Biere.

Die W128 Biere waren beide nahezu gleich. Marc sagt "PIls". Fand ich auch.
Keine wahrnehmbaren Ester, keine wahrnehmbaren höheren Alkohole. Astreines Pils und beide Versionen kaum voneinander zu unterscheiden.

Nach der Auflösung - "Ein davon ist warm vergoren, welches?" - fiel Marcs Tipp auf das kalt Vergorene :thumbsup. Und der Typ hat echt was drauf, wenn es im Bieraromen geht. Ich hätte das auch getippt.
Ich wusste natürlich welches Bier kalt vergoren war und habe in dem "kalten" geringfügig mehr Diacetly wiedergefunden.

Uli hat Recht. Die W128 ist echt zu doof zum "estern". Irre Hefe. IQ von 5 finde ich gut. :Wink
Das verleitet mich zu neuen Projekten. Was macht die Hefe bei 25 oder 30°C? Auch geiles Pils? :Grübel

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To be continued .....
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Damit würde ich echt auch gerne mal brauen.
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Re: Erfahrungen W128 (Hefebank Weihenstephan) oder "Reizthema warm vergorenes Pils" :-)

#4

Beitrag von §11 » Donnerstag 13. Juni 2019, 03:18

Jens, hast du noch was von der Hefe die du nach Romrod mitbringen kannst? Dann nimm ich sie mit in die USA.

Jan
„porro bibitur!“
Die Seite zum Buch "Bier brauen" https://www.jan-bruecklmeier.com/
Die Seite zur HBCon https://heimbrauconvention.de/
https://headlessbrewer.wordpress.com/

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Re: Erfahrungen W128 (Hefebank Weihenstephan) oder "Reizthema warm vergorenes Pils" :-)

#5

Beitrag von Eowyn » Donnerstag 13. Juni 2019, 04:22

§11 hat geschrieben:
Donnerstag 13. Juni 2019, 03:18
Jens, hast du noch was von der Hefe die du nach Romrod mitbringen kannst? Dann nimm ich sie mit in die USA.

Jan
das wäre ober cool!

ich bin immer dezent traurig, wenn ich Posts von Jens lese und was für eine geniale Möglichkeit er hat, sich mit dem Fachmann persönlich auszutauschen zu den Hefen, die wir hier nicht haben.

ich würd mich freuen wie sonst was, wenn du die in den Nachbarstate schickst :)
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Re: Erfahrungen W128 (Hefebank Weihenstephan) oder "Reizthema warm vergorenes Pils" :-)

#6

Beitrag von §11 » Donnerstag 13. Juni 2019, 04:27

Ich hätte derzeit noch zwei originale TW12 Hefen die ich verschicken könnte
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Re: Erfahrungen W128 (Hefebank Weihenstephan) oder "Reizthema warm vergorenes Pils" :-)

#7

Beitrag von Eowyn » Donnerstag 13. Juni 2019, 04:55

§11 hat geschrieben:
Donnerstag 13. Juni 2019, 04:27
Ich hätte derzeit noch zwei originale TW12 Hefen die ich verschicken könnte
ohhhh... Ich hab hier gerade mein bestes "Lottogewinn-Gesicht" auf...jajajajajajaaaa... super gerne.

Ich schick dir ne pn. (sobald mein Kater, der auf mir rumlungert und den access zum Keyboard erschwert, aufsteht.)

*Freude :Bigsmile
Danke!
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Re: Erfahrungen W128 (Hefebank Weihenstephan) oder "Reizthema warm vergorenes Pils" :-)

#8

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Donnerstag 13. Juni 2019, 07:45

§11 hat geschrieben:
Donnerstag 13. Juni 2019, 03:18
Jens, hast du noch was von der Hefe die du nach Romrod mitbringen kannst? Dann nimm ich sie mit in die USA.
Klar, gern. Falls du vorher irgendwann in DE bist gib Bescheid.
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Viele Grüße
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Re: Erfahrungen W128 (Hefebank Weihenstephan) oder "Reizthema warm vergorenes Pils" :-)

#9

Beitrag von danieldee » Donnerstag 13. Juni 2019, 08:36

DerDerDasBierBraut hat geschrieben:
Donnerstag 13. Juni 2019, 07:45
§11 hat geschrieben:
Donnerstag 13. Juni 2019, 03:18
Jens, hast du noch was von der Hefe die du nach Romrod mitbringen kannst? Dann nimm ich sie mit in die USA.
Klar, gern. Falls du vorher irgendwann in DE bist gib Bescheid.
Hi Jens,

hättest du noch einen Starter?

Gruß Daniel
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Re: Erfahrungen W128 (Hefebank Weihenstephan) oder "Reizthema warm vergorenes Pils" :-)

#10

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Donnerstag 13. Juni 2019, 08:50

Ich habe die Reinzuchthefe auf Kryoperlen und Schrägagar. Vor dem Urlaub mache ich aber keine Starter mehr.
Hau mich Ende Juli / Anfang August per PN an.
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Re: Erfahrungen W128 (Hefebank Weihenstephan) oder "Reizthema warm vergorenes Pils" :-)

#11

Beitrag von UntergärigesPils » Donnerstag 13. Juni 2019, 08:59

Ist das der Anchor Stamm oder ein anderer? Ein Verglich mit WLP810/Wy2112/MJ54 wäre interessant.

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Re: Erfahrungen W128 (Hefebank Weihenstephan) oder "Reizthema warm vergorenes Pils" :-)

#12

Beitrag von danieldee » Donnerstag 13. Juni 2019, 10:33

DerDerDasBierBraut hat geschrieben:
Donnerstag 13. Juni 2019, 08:50
Ich habe die Reinzuchthefe auf Kryoperlen und Schrägagar. Vor dem Urlaub mache ich aber keine Starter mehr.
Hau mich Ende Juli / Anfang August per PN an.
Wird ich machen, danke dir :thumbup
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