UG Trockenhefe als größere Packung kaufen

Antworten
Benutzeravatar
Hopfen-Q
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 178
Registriert: Freitag 16. September 2016, 10:52
Wohnort: Kurpfalz

UG Trockenhefe als größere Packung kaufen

#1

Beitrag von Hopfen-Q » Sonntag 8. September 2019, 09:16

Hallo zusammen,
ich gäre meine Export- und Lagerbiere bei 10° und verwende jeweils 2-3 Tüten W34/70 für ca. 25 Liter. Die Gärung verläuft meist schleppend und zieht sich über 3-4 Wochen.
Jetzt spiele ich mit dem Gedanken, statt der kleinen Tütchen eine 100g Packung "Brewferm Lager" zu kaufen und dann zwei mal je 50g zu nehmen. Ich erhoffe mir neben dem Preisvorteil auch eine schnellere Gärung.
Zwei Fragen, falls jemand über entsprechende Erfahrungen verfügt:
1) unterscheiden sich W34/70 und Brewferm Lager geschmacklich deutlich, oder ist das eher zu vernachlässigen?
2) seht ihr ein Problem darin, aus einer 100g Packung die Hälfte vorsichtig zu entnehmen, diese dann wieder zu verschließen und vakuumiert im Kühlschrank für einige Wochen zu lagern?

Ich weiß dass in diesem Zusammenhang auch immer "Starter" empfohlen werden. Das ist mir bekannt und wird in vielen Threads diskutiert, braucht also hier nicht wiederholt zu werden :Wink .

danke im Voraus für euere Tipps und Erfahrungswerte
Micha, die Hopfen-Q

Benutzeravatar
Sura
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 3152
Registriert: Montag 2. November 2015, 22:37

Re: UG Trockenhefe als größere Packung kaufen

#2

Beitrag von Sura » Sonntag 8. September 2019, 11:19

Starter macht keinen Sinn, und wird bei Trockenhefe auch nirgendwo empfohlen. Darüber braucht also tatsächlich nicht diskutiert werden.

Du kannst natürlich eine andere Hefe nehmen und davon reichlich reinkippen, aber ob das jetzt wirklich Sinn macht....?

Das die Gärung nicht läuft kann aber an vielen anderen Sachen liegen. Bitte beschreibe mal Punkt für Punkt (incl. Temperatur- und Zeitangaben) wie du mit der Hefe am Brautag umgehst.
"Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem."
(Karl Valentin)

halsbonbon
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 79
Registriert: Freitag 26. April 2019, 18:33

Re: UG Trockenhefe als größere Packung kaufen

#3

Beitrag von halsbonbon » Sonntag 8. September 2019, 11:39

Ich halte 3-4 Wochen für ein Vergärung mit UG Hefe bei 10 Grad für vollkommen OK. Bei mir geht das auch nicht schneller. Oder mache ich auch was falsch ? :Bigsmile

Kann mir nicht vorstellen das die Gärung einfach mit "mehr Hefe" deutlich schneller geht.

Wenn es meine Zeit und mein Platz im Kühlschrank zulässt ernte ich die Hefe nach der Gärung und verwende sie weiter. Das merkt man in der Geldbörse ganz gut.

Viele Grüße,
René

Benutzeravatar
Boludo
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 17868
Registriert: Mittwoch 12. November 2008, 20:55

Re: UG Trockenhefe als größere Packung kaufen

#4

Beitrag von Boludo » Sonntag 8. September 2019, 11:44

3-4 Wochen ist alles andere als optimal.
Hefe ernten wäre keine Option?
Ansonsten liegt es eigentlich nicht an zu wenig Hefe, die sollte reichen.
Eventuell fehlt Zink oder FAN. Untergärige Hefe reagiert deutliche empfindlicher auf FAN Mangel als obergärige, da konnte eine kurze Eiweißrast helfen. Zink kann man über Nährsalze zuführen.
Bei untergäriger Trockenhefe würde ich zwar auch bei 10°C ansgellen, aber bei 12°C vergären, gegen Ende dann auf 14°C erhöhen.
Und dann kann es natürlich noch sein, dass du durch falsches Rehydrieren den Großteil der Hefe killst.

Stefan

Benutzeravatar
Hopfen-Q
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 178
Registriert: Freitag 16. September 2016, 10:52
Wohnort: Kurpfalz

Re: UG Trockenhefe als größere Packung kaufen

#5

Beitrag von Hopfen-Q » Sonntag 8. September 2019, 12:16

danke schonmal für die Antworten.

Das Rehydrieren mach ich wie im Datenblatt beschrieben, also je Tüte (11,5g) in 100ml Wasser bei 23° rühren und dann 30min stehen lassen, bis sich eine schaumige Deckschicht bildet. Wie es dann weiter geht ist dann tatsächlich etwas unklar. Ich kühle auf 10° runter und gebe es dann zur Würze. Vielleicht sollte man dabei langsamer vorgehen, aber ich wüsste nicht wie.

Interessant finde ich, dass keiner meine Frage nach der Weiterlagerung einer offenen Packung beantwortet. Scheinbar macht das niemand so. obwohl es doch eigendlich naheliegend wäre. Ich probier das mal aus.

Benutzeravatar
Sura
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 3152
Registriert: Montag 2. November 2015, 22:37

Re: UG Trockenhefe als größere Packung kaufen

#6

Beitrag von Sura » Sonntag 8. September 2019, 16:22

Zum richtigen rehydrieren gibt es elendig viele Threads. Hier mal einer davon
Ich bitte dich, dir da mal ein paar Dinge anzulesen. Jedesmal wenn du beim rehydrieren Fehler machst, gehen dir Hefezellen Hopps. Wenn zuviel falsch läuft, wärest du mit 1-2 Tüten mehr und aufstreuen sogar auf der besseren Seite.
Obergärig wäre das ja fast egal, untergärig ist das tragisch.
halsbonbon hat geschrieben:
Sonntag 8. September 2019, 11:39
Ich halte 3-4 Wochen für ein Vergärung mit UG Hefe bei 10 Grad für vollkommen OK. Bei mir geht das auch nicht schneller. Oder mache ich auch was falsch ? :Bigsmile
Ja. Drei bis vier Wochen Gärung sind zu lang. Drei Wochen ist selbst bei schwierigen Suden meine persönliche Obergrenze wo ich für das nächstemal eine Fehleranalyse mache.
halsbonbon hat geschrieben:
Sonntag 8. September 2019, 11:39
Kann mir nicht vorstellen das die Gärung einfach mit "mehr Hefe" deutlich schneller geht.

Wenn es meine Zeit und mein Platz im Kühlschrank zulässt ernte ich die Hefe nach der Gärung und verwende sie weiter. Das merkt man in der Geldbörse ganz gut.
Natürlich geht mit Overpitching die Gärung schneller! Siehst du auch hier. Das ist ja auch nicht schlimm, kost´ halt nur mehr Hefe.
Ist aber genauso wie die Geschichte von der Hefeernte und das die dann ab der zweiten Führung (und der ersten Mutation) auf einmal abgehen soll wie ein Zäpfchen. Der Grund ist da wohl in den meisten Fällen gnadenloses Overpitching. :Greets
"Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem."
(Karl Valentin)

Benutzeravatar
Bierjunge
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 3189
Registriert: Mittwoch 28. Oktober 2009, 15:54

Re: UG Trockenhefe als größere Packung kaufen

#7

Beitrag von Bierjunge » Sonntag 8. September 2019, 16:44

Hopfen-Q hat geschrieben:
Sonntag 8. September 2019, 12:16
Interessant finde ich, dass keiner meine Frage nach der Weiterlagerung einer offenen Packung beantwortet. Scheinbar macht das niemand so. obwohl es doch eigendlich naheliegend wäre.
Doch, ich habe genau das schon mal gemacht, ebenfalls mit der Brewferm Lager und erfolgreich. Aber was besagt das schon?

Moritz

Benutzeravatar
flying
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 12699
Registriert: Donnerstag 14. August 2008, 18:44

Re: UG Trockenhefe als größere Packung kaufen

#8

Beitrag von flying » Sonntag 8. September 2019, 17:05

Probier es halt mal mit Flüssighefe. Ist auch deutlich billiger...

https://www.braupartner.de/epages/Braup ... 001/20L%22

Es ist der gleiche Stamm. Für das Geld für 3 Tüten W34/70 bekommst Du bei Braupartner fast einen Liter Flüssighefe vom W34 Stamm der für 100 L reichen soll.

Untergärige Trockenhefen sollte man m. M. schneller verbrauchen wie Obergärige. Der Doemensstamm 308 als Danstar Diamond war bei mir nach Anbruch trotz einvakuumieren nach ein paar Wochen hinüber. Das merkte man schon an der Optik weil das Granulat gelblich und "matschig" wurde.

m.f.g
René

Sorry, jetzt ist es der richtige Stamm..

https://www.braupartner.de/epages/Braup ... 003/20L%22
Held im Schaumgelock

"Fermentation und Zivilisation sind untrennbar verbunden"
(John Ciardi)

schattenbräu
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 85
Registriert: Dienstag 31. Januar 2017, 17:45

Re: UG Trockenhefe als größere Packung kaufen

#9

Beitrag von schattenbräu » Sonntag 8. September 2019, 18:34

Ich kaufe Trockenhefe schon einige Zeit in größeren Packungen und bei der ersten Verwendung teile ich sie in mir entsprechende Portionen, vakuumiere sie und lagere sie im Kühlschrank. Das hat bis dato funktioniert, ich habe aber keine Langzeiterfahrung (ca. 1 Jahr)
Ranti Putanti s'Leben is hanti!

Lier
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 29
Registriert: Dienstag 29. August 2017, 17:21

Re: UG Trockenhefe als größere Packung kaufen

#10

Beitrag von Lier » Sonntag 8. September 2019, 20:46

Hallo Micha,

zu 2.) Ich verwende die Gozdawa W34/70 im 500g Gebinde und vakuumiere wieder nach Verwendung. Lagerung im Kühlschrank. Das Paket hat ein Jahr gehalten, keine Probleme. Teils habe ich die Erntehefe weitergegeben, wobei gutes Bier entstanden.

Viele Grüße,
Lars

icebear
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 72
Registriert: Sonntag 31. Juli 2005, 22:48

Re: UG Trockenhefe als größere Packung kaufen

#11

Beitrag von icebear » Mittwoch 25. September 2019, 06:18

Moin Micha,

ich mache das sowohl bei meinen Trocken-Bierhefen, als auch meiner Trocken-Backhefe seit Jahren ähnlich. Ich lagere die vakuumierte Hefe allerdings im Tiefkühler.

Zur Verwendung taue ich die Hefe auch nicht vorher auf. Einfach direkt aus dem Froster verwenden.

Meine W34/70 ist durch eine längere Braupause inzwischen sicherlich älter als 5 Jahre. Bisher habe ich keine Probleme.

Gruß Lars

Antworten