Rodenbach Grand Cru = Roeselare Ale Blend?

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jemo
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Rodenbach Grand Cru = Roeselare Ale Blend?

#1

Beitrag von jemo » Donnerstag 20. Februar 2020, 10:48

Ich bin ziemlich begeistert von dem Rodenbach Grand Cru und möchte das gerne nachbrauen. Das Bier hat ja eine leichte Balsamico-Note, die ich oberlecker finde. Wenn man den Wyeast 3763 Roeselare Ale Blend einsetzt, kommt dann auch diese leichte Essignote, oder ist das eher ein normaler Lambic-Blend?
Zuletzt geändert von jemo am Donnerstag 20. Februar 2020, 11:10, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße,
Jens

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Re: Rodenbach Grand Cru = Roselare Ale Blend?

#2

Beitrag von ggansde » Donnerstag 20. Februar 2020, 11:10

Moin,
ich habe die Balsamico-Note hinbekommen und die Roeselare eingesetzt. Kann jetzt Zufall sein, glaube ich aber eher nicht. In einer Blindverkostung fand meine Frau das Original und meines sehr nahe beisammen: "...schmeckt beides gleich beschi...en".
VG, Markus
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jemo
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Re: Rodenbach Grand Cru = Roeselare Ale Blend?

#3

Beitrag von jemo » Donnerstag 20. Februar 2020, 11:13

Super, dann werde ich mich daran mal probieren.
Viele Grüße,
Jens

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Re: Rodenbach Grand Cru = Roselare Ale Blend?

#4

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Donnerstag 20. Februar 2020, 11:26

ggansde hat geschrieben:
Donnerstag 20. Februar 2020, 11:10
...fand meine Frau das Original und meines sehr nahe beisammen: "...schmeckt beides gleich beschi...en".
Kopf hoch Markus. Ich lass mir von meinen Frauen auch nur bestätigen, das mein Bier beschi...es schmeckt. Dann weiß ich, dass es halbwegs gelungen ist :Wink
Meine Frau hätte gesagt "Mag ich nicht. Schmeckt beides nach Bier".
Meine Mutter "Bäh, das schmeckt einfach nur bitter!" (Sagt sie selbst bei einem 13 IBU Weizen).
PS:
Meine Töchter sagen immer das es lecker schmeckt - und zwar immer dann, wenn sie Hintergedanken haben, dass sie bald irgendetwas brauchen oder wollen - also jedes Mal. :Wink
Zuletzt geändert von DerDerDasBierBraut am Donnerstag 20. Februar 2020, 12:24, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Rodenbach Grand Cru = Roselare Ale Blend?

#5

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Donnerstag 20. Februar 2020, 12:15

ggansde hat geschrieben:
Donnerstag 20. Februar 2020, 11:10
Moin,
In einer Blindverkostung fand meine Frau das Original und meines sehr nahe beisammen: "...schmeckt beides gleich beschi...en".
VG, Markus
Könnte von meiner Frau stammen!

Dieter
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Re: Rodenbach Grand Cru = Roeselare Ale Blend?

#6

Beitrag von VolT Bräu » Donnerstag 20. Februar 2020, 15:22

Augen auf bei der Partnerwahl :P
Zum Brauen habe ich meine schon angefixt. Am Sauerbier (trinken) arbeite ich noch. Broyhan geht schon klar :Pulpfiction

edit: Klarstellung - ich habe kein Broyhan Rezept. Dieser Teil bezog sich nur auf's trinken. Leider. :Angel
Zuletzt geändert von VolT Bräu am Donnerstag 20. Februar 2020, 17:08, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Rodenbach Grand Cru = Roeselare Ale Blend?

#7

Beitrag von bieratenschreck » Donnerstag 20. Februar 2020, 16:48

Ich würde auch gerne ein Bier brauen, dass in Richtung Rodenbach Grand Cru oder der Duchesse de Bourgogne geht. Die Wyeast 3763 Roeselare Ale Blend ist schon mal ein super Tipp, dankeschön!

Hätte noch jemand ein passendes Rezept für mich?

Ein schönes Eichenholzfass mit 28 Litern hätte ich auch noch dazu, das könnte spannend werden, wenn auch etwas arg viel auf einmal.
Gruß
Christian

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Re: Rodenbach Grand Cru = Roeselare Ale Blend?

#8

Beitrag von bieratenschreck » Donnerstag 20. Februar 2020, 16:53

Das cherry & sour auf maischemalzundmehr.de wäre auch eine Option, sehe ich gerade.
Gruß
Christian

Shenanigans
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Re: Rodenbach Grand Cru = Roeselare Ale Blend?

#9

Beitrag von Shenanigans » Donnerstag 20. Februar 2020, 17:15

Das hier habe ich irgendwann vor.

https://www.homebrewtalk.com/forum/thre ... ne.224122/

Ein Rodenbach Grand Cru clone

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Re: Rodenbach Grand Cru = Roeselare Ale Blend?

#10

Beitrag von bierhistoriker.org » Donnerstag 20. Februar 2020, 17:57

bieratenschreck hat geschrieben:
Donnerstag 20. Februar 2020, 16:48
Ich würde auch gerne ein Bier brauen, dass in Richtung Rodenbach Grand Cru oder der Duchesse de Bourgogne geht.
Hallo,

das wird dir so nicht gelingen, da das Rodenbach nicht "gebraut" sondern "geblendet" wird:
Das "Normale" 75% frisches Bier, 25% "saures" altes Bier.
Das Grand Cru 1 Drittel frisch, 2 Drittel alt - sauer + mind. 2 Jahre eichenfassgelagert.

Wenn Du langfristig an dem Stil interessiert bist, nimm dein Eichenfass als Grundlage.
Wenn da das wilde Getier drin war, geht eh nichts anderes mehr.
Ich verschneide 3 Liter aus dem Fass (seit teilweise 8 Jahren gelagert und ziemlich sauer) mit 15 Liter frischem Bier im KEG.

Als Rezept für das Basisbier eignet sich sehr gut das "This old barrel - Flanders-brown-ale"-Rezept von Randy Mosher.
Die 30 - 35 IBU schaden nicht - wird im Fass trotzdem sauer :Bigsmile

Viel Spaß auf der sauren Seite der Macht!

cheers

Jürgen

PS: Meine Frau hat sich früher bei Sauerbier auch immer geschüttelt ( Ausnahme: Lindemans Kriek). Letztes Jahr im Dezember waren wir in Brüssel im Mort subite und im Moeder Lambic - seitdem müssen wir die Flaschen immer durch 3 teilen (Sohn liebt eh auch Sauerbier) :Shocked
Hobbybrauerstammtisch Köln und Umgebung: https://www.facebook.com/groups/KoelnerHobbybrauer/
Kölner Bierhistoriker eV : http://koelnerbierhistoriker.org/
BJCP Deutschland (Facebook-Gruppe): https://www.facebook.com/groups/625748487884003/

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Re: Rodenbach Grand Cru = Roeselare Ale Blend?

#11

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Donnerstag 20. Februar 2020, 18:23

bierhistoriker.org hat geschrieben:
Donnerstag 20. Februar 2020, 17:57
Ich verschneide 3 Liter aus dem Fass (seit teilweise 8 Jahren gelagert und ziemlich sauer) mit 15 Liter frischem Bier im KEG.
Total interessantes Thema. Das Fass füllst du dann immer mal wieder mir frischem (Jung)Bier nach, damit die Bestien was zum zerfleischen haben und immer genug Saures zum Verschneiden des nächsten Flanders Red da ist?

Beim Stichwort Lindemans Kriek fällt mir ein, dass ich Schwiegermutter bei der Aufzählung meiner Bierbanausinnen vergessen habe.
Der hatte ich zum Geburtstag eine Flasche Boon Oude Kriek geschenkt. Den guten Stoff hat sie mit ihren Romméfreundinnen geköpft. Die Damen haben sich aber in jedes Glas 1-2 Löffel Zucker reingerührt, damit es nicht sauer schmeckt. Mit Zucker fanden sie das Kriek aber lecker :Ahh :Bigsmile
Zu Weihnachten hatte ich ihr das einfache "Boon Kriek" (mit dem Kirschzuckersirup) mitgebracht. Das fand sie dann ohne Panschen gut. :P :Wink
Zuletzt geändert von DerDerDasBierBraut am Donnerstag 20. Februar 2020, 18:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Rodenbach Grand Cru = Roeselare Ale Blend?

#12

Beitrag von bieratenschreck » Donnerstag 20. Februar 2020, 18:41

Hallo Jürgen,
Dein Vorschlag klingt gut:
verschneide 3 Liter aus dem Fass (seit teilweise 8 Jahren gelagert und ziemlich sauer) mit 15 Liter frischem Bier im KEG.
Allerdings ist mein Eichenholzfass noch ziemlich jung. Ich habe da erst zweimal Bier für kurze Zeit zwischengelagert. Das war Fränkisches Braunbier. Das hat selbst nach nur drei Tagen Lagerdauer einen recht aufdringlichen herben Eichenholzgeschmack angenommen. Ich werde diese Prozedur wohl noch ein paar Mal wiederholen müssen, damit sich die Gerbstoffe etwas auslaugen. Das Fass ist übrigens unbehandelt, d.h. nicht sauerstoffdicht und auch nicht getoastet.
"This old barrel - Flanders-brown-ale"-Rezept von Randy Mosher
ist dann das Bier, das sowohl in's Eichenholzfass kommt und Du dann auch als frisches Bier zum Verschneiden nimmst?

Jens: kleiner Tippfehler, das sollte bestimmt Boon Kriek heissen...

Viele Grüße
Christian
Gruß
Christian

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Re: Rodenbach Grand Cru = Roeselare Ale Blend?

#13

Beitrag von bieratenschreck » Donnerstag 20. Februar 2020, 18:53

Danke auch Shenanigans,

das Rezept und die Vorgehensweise ist inspirierend. Wäre natürlich eine feine Sache, wenn Du irgendwann berichten würdest, wie das Ergebnis war.
Chr
Gruß
Christian

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Re: Rodenbach Grand Cru = Roeselare Ale Blend?

#14

Beitrag von bierhistoriker.org » Samstag 22. Februar 2020, 09:29

DerDerDasBierBraut hat geschrieben: Total interessantes Thema. Das Fass füllst du dann immer mal wieder mir frischem (Jung)Bier nach, damit die Bestien was zum zerfleischen haben und immer genug Saures zum Verschneiden des nächsten Flanders Red da ist?



Ja, ein "single vat Solera system". Braue ca. netto 40 Liter für 2 KEGs. Fass wird immer randvoll mit frischem Bier aufgefüllt. Dabei geht es weniger um die Ernährung der Viecher, sondern darum, dass das Bier im Fass nicht zu sauer wird.
Habe vor 3 Tagen das KEG für Romrod gefüllt-mal schauen, wie es sich in der kurzen Zeit entwickelt.....
Wie letztes Jahr verfügbar am Stand der Kölner Bierhistoriker.






@bieratenschreck:

Ja, beides Mal das gleiche Rezept. Wobei, jeder Sud hat ein etwas anderes Rezept.
Bei der Anlage übrigens darauf achten, dass nicht nur der Roselaere Ale blend arbeitet- da dauert das "säuern" hundert Jahre . Nimm auch die Bodensätze der üblichen Geuzen (Cantillon, 3Fonteinen, Boon single vat)


cheers

Jürgen
z.Zt. im südlichsten Holland an der Belgischen Grenze auf "Bildungsurlaub"
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Kölner Bierhistoriker eV : http://koelnerbierhistoriker.org/
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Re: Rodenbach Grand Cru = Roeselare Ale Blend?

#15

Beitrag von tbln » Samstag 22. Februar 2020, 10:02


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Re: Rodenbach Grand Cru = Roeselare Ale Blend?

#16

Beitrag von bieratenschreck » Montag 24. Februar 2020, 22:53

Sehr schön! Der Stand der Kölner Bierhistoriker ist dann dieses Jahr wieder einer der ersten Anlaufpunkte... nicht, dass das Eichenholzfasssauerbier schon alle ist, wenn ich komme.
tbln: danke für den Hinweis! Sehr viel Lesestoff. "Bieratenschreck, noch viel lernen Du musst..."
Gruß
Christian

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