Welches Wasser

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Winkler
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Welches Wasser

#1

Beitrag von Winkler » Freitag 6. März 2020, 19:49

Hallo alle Zusammen,

ich möchte morgen einen Sud aufsetzten und b in mir nicht sicher welches Wasser für ein Pale Ale besser geeignet ist !? Zum bearbeiten habe ich Milchsäure und Braugips zur Verfügung.

Wasserwerte Gemeindewasser:
Säurekapazität bis pH 4,3: 4,38 mmol/l
Calcium: 100 mg/l
Magnesium: 11 mg/l
Sulfat: 33 mg/l
Chlorid: 28 mg/l
Natrium: 9,5 mg/l

Wasserwerte nach Enthärtungsanalge:
Säurekapazität bis pH 4,3: 4,19 mmol/l
Calcium: 23,1 mg/l
Magnesium: 2,9 mg/l
Sulfat: 41 mg/l
Chlorid: 27,6 mg/l
Natrium: 112 mg/l

Der hohe Natriumgehalt macht mir irgendwie Sorgen :puzz

Vielen Dank für euere Rückmeldung.
Grüße

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Kurt
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Re: Welches Wasser

#2

Beitrag von Kurt » Freitag 6. März 2020, 20:59

https://braumagazin.de/article/von-der- ... rauwasser/

Der Artikel ist ein guter Einstieg. Kurzfassung: Enthärtungsanalgen die mit Salztabletten regeneriert werden erzeugen ungeeignetes Wasser zum Brauen.
Nimm das Gemeindewasser und rechne die Restalkalität aus:

https://www.maischemalzundmehr.de/index ... z&ms5=Malz

Dann mit Milchsäure auf eine Restalkalität von 0°dH anpassen. [Musterlösung: 2,7 ml /10L Wasser]

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Re: Welches Wasser

#3

Beitrag von Bergbock » Samstag 7. März 2020, 17:03

Das altbekannte Problem der Haushaltsenthärtunsganlagen: es sind neutrale Kationentauscher.
Ca2+ aus dem Wasser wird gegen Na+ ausgetauscht, damit kann, was ja im Haushalt auch Sinn und Zweck ist, in den Rohren "kein" CaCO3 mehr ausfallen. Im Wasser bleibt aber das Hydrogencarbonat, da es keinen Anionentauscher gibt, Das heisst, jene Verbindung, die pH-Probleme beim Maischen bereitet, bleibt drin und das fürs Maischen nicht unerwünschte Calcium wird entfernt. Quasi ein "double fail".

Wenn Du das daheim machen willst, brauchst Du einen sauren Kationentauscher (Ca2+ gegen H+) und einen basischen Anionentauscher (Anionen gegen OH-), also eine Vollentsalzung. Dann funktionierts.

Frank

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Re: Welches Wasser

#4

Beitrag von Sura » Samstag 7. März 2020, 19:41

Wie Frank schon sagte, liegt das alles an der Entkalkungsanlage. Die gute Nachricht ist, das du damit schon irgendwie brauen kannst. Das ist weit weg von optimal, aber immer noch besser als das Gemeindewasser nur mit Säuren alleine auf einen brauchbaren Wert zu holen. (Hab ich alles mal ausprobiert.)

Trotzdem ist das, wie gesagt, nicht optimal. Du kannst das aber durch eine Osmoseanlage schicken, und dann wieder mit Kalziumchlorid und -sulfat auf brauchbare Werte aufsalzen. Ob du das vor oder hinter der Entkalkungsanlage machst, ist relativ egal. Das wirst du selbst wollen, wenn du das aufsalzen und brauen mal probeweise mit destilliertem Wasser machst.
"Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem."
(Karl Valentin)

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Re: Welches Wasser

#5

Beitrag von Kurt » Samstag 7. März 2020, 22:54

Naja, so schlecht ist das Rohwasser jetzt nicht. Eine Alternative zur Aufbereitung wäre auch die Fällung mit CaO. Braucht halt Zeit.
Zuletzt geändert von Kurt am Sonntag 8. März 2020, 08:37, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Welches Wasser

#6

Beitrag von Winkler » Sonntag 8. März 2020, 06:06

Danke für die Rückmeldungen.

Fazit:
Da beide Wasser nicht die besten sind, am besten durch eine Osmoseanlage und anschließend mit Chemie auf die die gewünschten zielwerte gehen.

Hat jemand Erfahrung mit eine Osmoseanlage?

Grüße

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Re: Welches Wasser

#7

Beitrag von Kurt » Sonntag 8. März 2020, 08:38

Ja, benutze mal die Suche. Dazu gab es kürzlich einen Beitrag.

Feonbaer
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Re: Welches Wasser

#8

Beitrag von Feonbaer » Sonntag 8. März 2020, 14:45

Alternativ zur Osmoseanlage gibt es auch Mischbettvollentsalzer.

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Re: Welches Wasser

#9

Beitrag von Kurt » Sonntag 8. März 2020, 15:19

Wenn du keine Angst vor verdünnter Salz- bzw. Schwefelsäure hast kannst du auch damit arbeiten. Das Wasser eignet sich dazu sehr gut!

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Re: Welches Wasser

#10

Beitrag von secuspec » Sonntag 8. März 2020, 16:53

Hallo Winkler (wie heißt Du mit Vornamen?)

Suche mal nach Mischbettvollentsalzer

Guter Artikel : https://braumagazin.de/mischbettvollent ... ehrosmose/


Viele Grüße,
Steffen
Sudhaus auf Basis Brewpaganda 80l Töpfe,GGM Gastro Platte (Maischen),Ultra Low Power 8kW Heizelement (Kochen), 3,5kW Element für Nachguss. Gesteuert über CraftBeerPi.

HBST Rhein Main & Brausportgruppe e.V.
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Re: Welches Wasser

#11

Beitrag von Citrist » Sonntag 22. März 2020, 07:30

Wälzen Dich auch einmal durch diesen Faden, Winkler:
https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic.php?f=22&t=17921
Es ist ernsthaft die Frage, ob sich eine RO-Anlage *nur* fürs Brauen lohnt.
Das ist eine sehr kostengünstige Lösung, die hygienisch unbedenklich sein sollte.
Meine Apparatur sieht sogar noch deutlich einfacher aus und besteht nur aus einem Gardena-Anschlussstück, einem 1"- Schlauch 50 cm und einem Abschlussstück. Ein bisschen Aquarienfiltermatte hält das Harz im Schlauch zurück. Wegen des Schlauches könnte man zwar die Brauen hoch ziehen, aber bei Kontaktzeit <1 min bei <10°C ist das für mich ebenfalls unbedenklich. Harz reicht für einen Brauvorgang Hund wird danach komplett entsorgt.
Griezi us dr Schwoiz.
Citrist
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Mein (Jura)Wasser: https://tinyurl.com/yduv8yvr

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