Frage zur Wasseraufbereitung (Bru n Water)

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Frage zur Wasseraufbereitung (Bru n Water)

#1

Beitrag von Bafra » Donnerstag 14. Mai 2020, 18:30

Hallo zusammen,

ich möchte demnächst mein zweites Pils brauen und diesmal die Komponente Wasser mit einkalkulieren. Beim letzten Mal habe ich einfach das Wasser davor teilweise abgekocht und die andere Hälfte durch einen Wasserfilter gefiltert. Dieses Mal möchte ich aber mein Wasser mit destillatgleichem Wasser verschneiden. Für die Berechnung möchte ich Bru n Water nutzen aber beim Eintragen der Wasserdaten bin ich schon auf ein paar Unklarheiten gestoßen. Da ich früher nicht gut in Chemie aufgepasst habe und dementsprechend auch Schwierigkeiten mit den englischen Chemiebegriffen habe, würde ich mich freuen, wenn jemand meine eingetragen Werte reviewen würde.

Im nachfolgenden die Wasserwerte:
WasserZH.png
Und hier meine Übertragungen:
Report_BnW.png
Bevor ich weitere Berechnungen mit Bru n Water mache, möchte ich sicherstellen, dass ich kein Murks eingetragen habe und dadurch die Ergebnisse verfälsche. Die automatische Überprüfung des Bru n Water Rechners zeigt keine Fehler an und die berechnete Alkakinity von 148 ppm entspricht ja der "Total Alkalinity / Karbonat-härte" von 140 ppm (=14°fH) des Wasserreports.

Über ein kurzes Feedback würde ich mich sehr freuen und meine weiteren Berechnungen würde ich dann weiterhin mit euch teilen. Vielleicht nützt dies dann auch dem ein oder anderen Wasseraufbereitungsanfänger (wie ich).

Danke und viele Grüße
Steffen

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Re: Frage zur Wasseraufbereitung (Bru n Water)

#2

Beitrag von Citrist » Donnerstag 21. Mai 2020, 09:32

Moin,
Da sich bis jetzt kein anderer gemeldet hat, hier mein Senf, kenne das prog aber nicht- entsprechend eher zum Nachdenken und austesten
Hat das prog eine Verschneidefunktion? Wenn ja, dann muss das Ergebnis des verschnitten Wassers den Dreisatzregeln folgen. Beispiel:
10 L Rohwasser mit 270 mg HCO3-/ L plus 4 L dest ^= 10L*270 mg + 4 L*0 mg = 2700 mg / 14 L = ca 193 mg/L.

Spiele doch der Einfachheit halber einmal mit nur einem Wert herum und lasse die anderen Wasserwerte erst einmal weg, dann siehst Du ja, ob das automatisch berechnete Ergebnis für diesen Wert richtig ist. Ob das HCO3- oder Mg+ oder Cl- oder was auch immer ist, diese Werte müssen dem Dreisatz folgen.

Wenn ja: alle weiteren interessanten Werte wie RA bauen auf diesen errechneten Werten auf und Du kannst davon ausgehen, das sie den Regeln folgen.

Hoffe dass hilft zumindest mehr zu verstehen, was das prog überhaupt macht.
Gruß
Peter
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Re: Frage zur Wasseraufbereitung (Bru n Water)

#3

Beitrag von Unbewegter Beweger » Donnerstag 21. Mai 2020, 09:59

Hallo Steffen,
die Einträge sind so korrekt. Bei deinem Wasserreport ist das HCO3 sogar im Mg/L angegeben und du musstest nichts umrechnen.
Ich arbeite mit Bru n Water und finde den Rechner ziemlich gut. Der errechnete Maische-pH kommt bei mir eigentlich immer sehr gut hin.
Jetzt hast du natürlich sehr viel Möglichkeiten an den Werten herumzuspielen. Alle Säuren sind im Gegensatz zu MMuM nicht beschränkt in der Konzentration. Das schafft bessere Flexibilität wie ich finde. Wenn du aber früher in Chemie nicht gut aufgepasst hast, achte bitte auf deinen Schutz, solltest du konzentriertere Säuren benutzen.
Liebe Grüße, Sven

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Re: Frage zur Wasseraufbereitung (Bru n Water)

#4

Beitrag von Bafra » Freitag 29. Mai 2020, 20:19

Hallo Sven,
Danke für deine Rückmeldung und den Sicherheitshinweis. Ich arbeite in der Halbleiterindustrie und bin mir der Gefahr von Säuren bewusst. Ich habe mich auch inzwischen mehr mit der Thematik Wasseraufbereitung befasst und habe die Wichtigkeit des PH Wertes auf den Brauvorgang und die Analysen ein bisschen besser verstanden.
An welchem Wasserprofil orientiert du dich und welche Salze, Mittel nutzt du für deine Wasseraufbereitung? Ich nutze Milchsäure und destilliertes Wasser zum Einstellen des PH Wertes aber ich würde auch gerne Versuche mit den Chlorid und Natrium für malzige und Sulfat für hopfigere Biere einstellen. Hast du dazu auch schon Erfahrungen gesammelt?
Viele Grüße Steffen

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Re: Frage zur Wasseraufbereitung (Bru n Water)

#5

Beitrag von Bafra » Freitag 29. Mai 2020, 20:43

Hallo Peter, auch dir danke für deine Antwort. Meine vorherige Nachricht wurde irgendwie nicht Hochgeladen. Wenn man sich mit dem Thema befasst, werden die Zusammenhänge etwas klarer und den Dreisatz bekomme ich auch noch hin. Bei den stöchiometrieschen Rechnungen ist aber noch Luft nach oben...
Die Verschneidemenge kann Prozentual angegeben werden und die Ursprungs- sowie Zielwerte werden dabei berechnet. Wie gesagt bin ich bei meinen Zielwerten noch nicht so sicher aber da kann ich mich empirisch ran Tasten.
Grüße Steffen

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Re: Frage zur Wasseraufbereitung (Bru n Water)

#6

Beitrag von Unbewegter Beweger » Samstag 30. Mai 2020, 11:09

Hallo Steffen,
ich benutze zur Aufbereitung meines Brauwassers CaSO4, CaCl2 und hauptsächlich Phosphorsäure, weil die geschmacksneutraler ist als Milchsäure. Phosphate sind zudem ohnehin sehr viele im Malz enthalten.
Bei den Profilen richte ich mich hauptsächlich an den Angaben aus „Water“ von John Palmer. Man findet im Netz aber auch Wasserprofile verschiedener Stile, z. B. im Braumagazin. In Bru n Water sind ja auch einige eingepflegt. Generell sind aber erste Priorität der Maische-pH und der Ca-Gehalt. Dieser ist in meinem Brauwasser sehr niedrig und Ca ist für alles mögliche wichtig. Z. B. auch für die Konglomeration der Hefe. Ich habe mal Charlie Bamforth in einem Podcast sagen hören, dass 80ppm sein Minimum wären. Da ging es um klares Bier.
Liebe Grüße, Sven

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Re: Frage zur Wasseraufbereitung (Bru n Water)

#7

Beitrag von Unbewegter Beweger » Samstag 30. Mai 2020, 23:52

Bafra hat geschrieben:
Freitag 29. Mai 2020, 20:19
aber ich würde auch gerne Versuche mit den Chlorid und Natrium für malzige und Sulfat für hopfigere Biere einstellen.
...das funktioniert nur, wenn die Konzentrationen an Cl bzw. an SO4 einigermaßen hoch sind. Ich meine mich an 150ppm bis 200ppm als Minimum zu erinnern...

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