Wasser, Brauwasser, richtig verstehen?!

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Nils_braut_es_schon
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Wasser, Brauwasser, richtig verstehen?!

#1

Beitrag von Nils_braut_es_schon » Sonntag 25. Oktober 2020, 22:24

Hallo zusammen, ich kämpfe hier gerade mit meiner Wasseranalyse.
Ich habe alle meine Daten aus der Wasseranalyse eingegeben und komme auf einen RA Wert Restalkalität: -0 mmol/l (=-0.1°dH).
Kann das sein oder mache ich was falsch?

Hier die Daten aus der Analyse

Gesamthärte: 9,3 dH
Chloride: 99,9 mg/L
Sulfat: 59,4 mg/L
Natrium: 35 mg/L
Magnesium: 5,6 mg/L
Kalzium: 57 mg/L
Härtehydrocarbonat in dH: 2,35 (gerechnet 0,84 x 2,8)

RA und die richtigen Biere:
Brauen könnte ich doch dann: Helles, Export, Kölsch, Lager
Brauen mit Sauermalz / Milchsäure: Pils
Weizen benötigt 5 - 10 dH - wie erhöhe ich dann den Wert?

Vorab schon einmal vielen Dank für die Infos.
Reinwasseranalyse_WWO2020_01.pdf
(1.22 MiB) 23-mal heruntergeladen
mmum_auswertung_Analyse_ww.JPG

heizungsrohr
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Re: Wasser, Brauwasser, richtig verstehen?!

#2

Beitrag von heizungsrohr » Montag 26. Oktober 2020, 06:03

Nils_braut_es_schon hat geschrieben:
Sonntag 25. Oktober 2020, 22:24
Weizen benötigt 5 - 10 dH - wie erhöhe ich dann den Wert?
Gar nicht. Nur weil ein Bierstil eine höhere Restalkalität verträgt, heißt das nicht, dass das Bier davon profitiert. An der Stelle sind diese gängigen Zielwertetabellen etwas trügerisch. Diese gehen (würde ich behaupten) davon aus, dass das eigene Wasser noch schlimmer (härter) ist. Dann sind die angegebenen Werte für eine Aufbereitung zB für Weizen ausreichend, dass es halbwegs schmeckt. Hat man aber besseres Wasser so wie du, schadet das keineswegs - im Gegenteil.

Du kannst ja mal einen gängiges pH-Wert Voraussagetool nutzen, um abzuschätzen, bei welchem pH deine Maische landen wird. Bei maischemalzundmehr gibt es zb einen im Wasserrechner
Gruß
Magnus

Nils_braut_es_schon
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Re: Wasser, Brauwasser, richtig verstehen?!

#3

Beitrag von Nils_braut_es_schon » Montag 26. Oktober 2020, 08:23

Hallo Magnus, vielen Dank für deine Antwort.

Also ist mein Wasser gut?

Aber kann es denn sein das ich eine RA von 0 habe oder habe ich die Daten falsch in den Rechner gegeben? Habe die PDF (Wasseranalyse vom Wasserwerk) als Anlage im Beitrag, vielleicht kann sich das ja jemand mal anschauen, nicht das ich einen Fehler gemacht habe.

Danke

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Re: Wasser, Brauwasser, richtig verstehen?!

#4

Beitrag von Beerkenauer » Montag 26. Oktober 2020, 08:59

Hallo Nils

Kennst Du diesen Artikel aus dem Braumagzin:

https://braumagazin.de/article/von-der- ... rauwasser/

Ich denke der beantwortet schon mal ein Teil Deiner Fragen.

Grüsse

Stefan

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schlupf
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Re: Wasser, Brauwasser, richtig verstehen?!

#5

Beitrag von schlupf » Montag 26. Oktober 2020, 09:09

Das hat schon seine Richtigkeit.
Guckst du hier:
Bild

Dein Wasser hat halt ziemlich viel Chlorid und Sulfat, daher wenig vom HCO3, das für die nachteilige Karbonathärte verantwortlich ist.
Dürfte sich perfekt für Export eignen... Wird/wurde das zufällig traditionell in deiner Region gebraut?

Ansonsten ist dir natürlich wärmstens der bekannte Artikel im Braumagazin ans Herz gelegt, woher auch die Grafik oben stammt: https://braumagazin.de/article/von-der- ... rauwasser/

Viele Grüße
Sebastian

Nils_braut_es_schon
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Re: Wasser, Brauwasser, richtig verstehen?!

#6

Beitrag von Nils_braut_es_schon » Dienstag 27. Oktober 2020, 07:55

Hallo Sebastian, nein, mir so nicht bekannt. Die nächste mir bekannte Brauerei ist Rolinck in Steinfurt.
In Nordhorn gibt es noch das Brauhaus, allerdings kenne ich nicht die Biere, die da gebraut werden.

Ich habe bereits ein Weizen gebraut, nach einiger Zeit wurde es geschmacklich gut, Anfangs sehr wässrig, nach ein paar Wochen doch intensiv.
Dann habe ich ein Pils gebraut, das ist leider nichts geworden - musste ich entsorgen.
Aktuell habe ich ein Altbier - geschmacklich nicht die Wucht, aber trinkbar (für die Altbierbowle oder als Krefelder).
Dann habe ich mal ein Klosterbräu gebraut, der erste Sud war der Hammer, der 2. Sud leider für den Abfluss :-(

Habe mir etwas Literatur besorgt, so dass ich in Zukunft weniger Braufehler mache (Hefe ansetzen, Gärtemperatur, etc.), allerdings bin ich jetzt beim Thema Brauwasser verunsichert (worden).

Also dann würde ich auf das Thema "Export" mal eingehen, hätte alternativ aber noch gerne ein Weizen im Programm und vielleicht etwas dunkleres. Ich werde mal schauen - vielleicht kann ich mein Wasser ja etwas aufwerten (Chlorid / Sulfat reduzieren).

Danke für die Antworten.

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Re: Wasser, Brauwasser, richtig verstehen?!

#7

Beitrag von Brandergartenbier » Dienstag 27. Oktober 2020, 08:20

Dein Wasser sieht nicht schlecht aus, wenn du es schaffst ein Bier zu brauen, dass dir schmeckt und du genau das selbe braust was du dann wegkippst, dann würde ich jetzt mal behaupten, nimm dir die Literatur und versuche deinen Prozess erstmal sauber einzuregeln.

Wenn du zu viele Baustellen gleichzeitig aufmachst verrennst du dich.
Gruß Florian
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