Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

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Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

#1

Beitrag von AxelS » Dienstag 15. Dezember 2020, 15:30

Hallo :Greets

Ich quäle mich immer noch mit dem Thema Wasseraufbereitung herum und habe mich zum Kauf einer Mischbettentsalzung durchgerungen. Das dazu benötigte Leitfähigkeitsmessgerät ist noch unterwegs.

Meine Idee dahinter: Ich möchte mein furchtbar kalkhaltiges Berliner Wasser möglichst komplett entsalzen. Ein erster Probelauf bescherte mir wundervoll weiches, kalkfreies Wasser. Nun drängt sich mir jedoch die Frage auf, ob das überhaupt zielführend ist, mit Wasser zu brauen, dem lediglich die Mineralien aus dem Malz zugesetzt werden.

Muss ich mein entsalztes Wasser wieder gezielt, je nach Biersorte, aufsalzen oder mit Leitungswasser mischen, oder kann ich mit vollentsalztem Wasser brauen? (Ich braue ausschliesslich obergärig)

:Drink
Axel
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Re: Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

#2

Beitrag von Bergbock » Dienstag 15. Dezember 2020, 15:48

Nein, am einfachsten ist es, Du verschneidest dein vollentsalztes Wasser mit Leitungswasser, um auf eine Härte von vielleicht < 5 °dH zu kommen, um jetzt mal einfach ein Hausnummer zu sagen. Mein Wasser hat etwa 15 °dH, nach dem Vollentsalzen verschneide ich es 2:1 bis 3:1 mit Leitungswasser.

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Re: Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

#3

Beitrag von AxelS » Dienstag 15. Dezember 2020, 16:11

Danke für die schnelle Antwort. Mein Leitungswasser hat laut BWB eine Härte von etwa 12°dH. Also gebe ich die doppelte Menge VE-Wasser auf ein Teil Leitungswasser und komme dann auf etwa 4°dH, richtig?
Wie sich das auf meinen Maische-Ph auswirkt probiere ich morgen bei meinem ersten Sud mit VE-Wasser. Bin sehr gespannt!
:Drink
Axel
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Re: Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

#4

Beitrag von secuspec » Dienstag 15. Dezember 2020, 16:36

Hi Axel,

wenn es "nur" um die Härtereduzierung geht, dann ist das Verschneiden absolut sinnvoll.
Ansonsten kann man sich mit dem gezielten Aufwalzen, je nach Bierstil, eben auch das gewünschte Wasser "designen". Das macht den Vollentslzer ja gerade so praktisch.

In den Tools wie Brewfather, Beersmith etc. sind ja Wasserrrechner enthalten die gut funktionieren.

Have fun,
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Re: Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

#5

Beitrag von AxelS » Dienstag 15. Dezember 2020, 17:06

Prima, danke, ihr habt mir sehr geholfen!
Soweit, dass ich das Wasser für bestimmte Bierstile anpasse, bin ich weder vom Verständnis, noch sensorisch. :redhead

Ich hoffe jetzt auf den geschmacklichen Quantensprung, wenn das Wasser teilentsalzt wurde. Mal sehen...

:Drink
Axel
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Re: Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

#6

Beitrag von Boludo » Dienstag 15. Dezember 2020, 17:48

Beim gezielten Aufsalzen kann man so blöden Ionen wie Magnesium oder Nitrat aus dem Weg gehen. Beim Verschneiden kommen die halt teilweise wieder mit rein.
Hat man aber bereits im Rohwasser entsprechend niedrige Werte, kann es einem egal sein.
Wie immer kommt es auf alles mögliche drauf ab, letztendlich auch was genau du brauen willst.

Stefan

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Re: Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

#7

Beitrag von Fujigen » Dienstag 15. Dezember 2020, 22:38

Ich benutze bis jetzt reines Berliner Leitungswasser. Da ich gerne UG biete brauen möchte wäre eine Mischbettentsalzung für diesen Bierstile eine Anschaffung wert?

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Re: Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

#8

Beitrag von olibaer » Mittwoch 16. Dezember 2020, 00:57

Fujigen hat geschrieben:
Dienstag 15. Dezember 2020, 22:38
Ich benutze bis jetzt reines Berliner Leitungswasser. Da ich gerne UG biete brauen möchte wäre eine Mischbettentsalzung für diesen Bierstile eine Anschaffung wert?
Wir denken uns jetzt eine Rohwasseranalyse zu "Berliner Leitungswasser" aus oder wie hast Du dir eine Beratungsleistung an dieser Stelle vorgestellt ?
Gruss
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Re: Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

#9

Beitrag von AxelS » Mittwoch 16. Dezember 2020, 07:32

Fujigen hat geschrieben:
Dienstag 15. Dezember 2020, 22:38
Ich benutze bis jetzt reines Berliner Leitungswasser. Da ich gerne UG biete brauen möchte wäre eine Mischbettentsalzung für diesen Bierstile eine Anschaffung wert?
Aus der Erinnerung heraus schmeckten meine ersten Biere mit Berliner Leitungswasser "fies", irgendwie seifig, und vor allem: Alle irgendwie gleich. Dann habe ich angefangen, mittels Aufsalzung die Werte einander anzugleichen. Das gab zwar nun endlich unterscheidbare Biere mit halbwegs harmonischerem Geschmack, dafür rochen nun alle Biere irgendwie metallisch.
Mein nächster Versuch ist also die Vollentsalzung mit anschließendem Verschnitt. Das wird immer noch weit entfernt sein vom Optimum, aber (so hoffe ich) eine weitere Entwicklung in die richtige Richtung.
Um Premiumbier der Extraklasse zu brauen fehlen mir, wie gesagt, die sensorischen Voraussetzungen. Mir schmeckt ein Bier, oder eben nicht. Warum das eine schmeckt, und das andere nicht, kann ich (noch) nicht einordnen.

:Drink
Axel

PS: Zwischenzeitlich habe ich natürlich auch an den anderen Stellschrauben gedreht: Schrotungsgrad, Flüssighefe, Hefebanking, Temperaturführung,... Will sagen: Parameter gibt es viele. Die Wasserqualität ist davon nur eine, wenn auch eine wesentliche.
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Re: Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

#10

Beitrag von AxelS » Mittwoch 16. Dezember 2020, 07:41

@olibaer: Ich schieb mal die Wasserdaten hinterher:
Bildschirmfoto 2020-12-16 um 07.36.23.png
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Re: Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

#11

Beitrag von Fujigen » Mittwoch 16. Dezember 2020, 10:31

olibaer hat geschrieben:
Mittwoch 16. Dezember 2020, 00:57
Fujigen hat geschrieben:
Dienstag 15. Dezember 2020, 22:38
Ich benutze bis jetzt reines Berliner Leitungswasser. Da ich gerne UG biete brauen möchte wäre eine Mischbettentsalzung für diesen Bierstile eine Anschaffung wert?
Wir denken uns jetzt eine Rohwasseranalyse zu "Berliner Leitungswasser" aus oder wie hast Du dir eine Beratungsleistung an dieser Stelle vorgestellt ?
Sorry, nein die Arbeit musst ihr euch nicht machen.
So etwas passiert wenn man kurz vor dem Einschlafen noch einen Post sendet. :Wink
Ich kümmere mich um meine Wasserwerte.

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Re: Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

#12

Beitrag von bwanapombe » Mittwoch 16. Dezember 2020, 11:38

Axel, Felix,

reicht bitte noch die vollständige Tabelle (mit Kalzium, Magnesium etc.).

Erschwerend kommt in Berlin hinzu, dass je nach Zeitpunkt und Standort immer verschiedene Werte am Wasserhahn anliegen (9 Wasserwerke, die ins Netz einspeisen und auch als Mischung am Hahn ankommen können). Die Werte nach Postleitzahl helfen aber schon mal sich zu orientieren.

Dirk
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Re: Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

#13

Beitrag von Fujigen » Mittwoch 16. Dezember 2020, 13:20

Hallo Dirk.

Auf meine Anfrage beim Wasser Versorger nannte man mir 4 Wasserwerke (Friedrichshagen, Kaulsdorf und Wuhlheide und Beelitzhof)
Ich frage mich schon länger, was mir eine individuelle Wasseranalyse bringt, bzw. wie lange diese bei der Menge an Wasserwerken aktuell bleibt?
Aber die Variante von Axel habe ich mir heute bereits besorgt.

Danke bis hier!

Felix
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Re: Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

#14

Beitrag von Boludo » Mittwoch 16. Dezember 2020, 14:51

Gerade bei schwankenden oder unbekannten Wasserwerten macht eine Vollentsalzung sehr viel Sinn. Alles andere ist Lotterie.

Stefan

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Re: Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

#15

Beitrag von secuspec » Mittwoch 16. Dezember 2020, 15:21

Boludo hat geschrieben:
Mittwoch 16. Dezember 2020, 14:51
Gerade bei schwankenden oder unbekannten Wasserwerten macht eine Vollentsalzung sehr viel Sinn. Alles andere ist Lotterie.

Stefan
:goodpost:

Absolut richtig - ständig wechselnde Wasserzusammensetzung ist nicht nur beim Bier ein großes Problem, sondern z.B. auch im Cafe/Vending Bereich.
Aus solchen Gründen nutzen wir auch dort Vollentsalzung und danach entsprechende Kartuschen, um die fehlenden Salze ganz gezielt wieder hinzu zu geben. Das hat aber feste Werte zur Folge, die sich z.B. am SCA Standard fürs Brühwasser orientieren.
Beim Bier variiert die gewünschte Zusammensetzung aber erheblich, so dass die Lösungen mit Aufsalzungskartuschen, wie etwa für Kaffee, für unsere Zwecke ungeeignet sind.

Ein ordentlicher Vollentsalzer, ohne Schnickschnack erlaubt quasi eine weiße Leinwand und jeder kann sich sein eigenes Wasser designen. Dafür gibt es in Software wie Brewfather, Beersmith etc. entsprechende Basisvorgaben die, ausgehend von z.B, destillierten Wasser, die Zielwerte und die nötigen Mineralienzugaben errechnen und anzeigen. Hätte man feste Wasserwerte, kann man mit diesen Werkzeugen auch einen möglichen Verschnitt berechnen. Diesen Luxus sehr konstanter Wasserwerte habe ich hier im Taunus mit allerbestem weichen Quellwasser, das aber auch nicht für jeden Bierstil passt.

Von daher - alles auf 0 und dann gezielt aufsalzen. Seit ich das mache, haben die Biere eine ganz neue Qualität - der Sprung war gewaltig.

:Drink Steffen
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Re: Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

#16

Beitrag von AxelS » Mittwoch 16. Dezember 2020, 17:56

secuspec hat geschrieben:
Mittwoch 16. Dezember 2020, 15:21
Von daher - alles auf 0 und dann gezielt aufsalzen. Seit ich das mache, haben die Biere eine ganz neue Qualität - der Sprung war gewaltig.

:Drink Steffen
Also doch aufsalzen und nicht verschneiden? :Waa Da trau ich mich noch nicht ran! Ich wüsste im Moment noch nicht einmal, welche Chemikalien ich konkret vorrätig haben müsste, um die verschiedenen Mineralien gezielt zu verändern. Ich probiere jetzt erst einmal ein paar Sude mit dem empfohlenen Verschnitt 2:1 bzw. 3:1. In der Zwischenzeit guck ich mir mal überschlägig an, was da an Mineralien herauskommen könnte (grob, mittels Dreisatz) und guck mal, welche Biersorten dafür in Frage kommen.

:Drink
Axel
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Re: Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

#17

Beitrag von Archie » Mittwoch 16. Dezember 2020, 21:44

Hallo Axel,

lies dir mal diesen Faden durch: link.
Vielleicht nimmt er dir die "Angst " vor dem Aufsalzen.

Gruß
Archie

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Re: Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

#18

Beitrag von Brandergartenbier » Mittwoch 16. Dezember 2020, 22:50

Spiel doch einfach in einem Rechner mit verschiedenen Salzen Rum.

Ich habe mein Brauwasser im Rechner eingestellt und ohne Ahnung von dem ganzen Kram zu haben die Sachen bestellt die ich brauche und die nach dem Rechner ins Wasser getan. Es ist schön wenn man alles durchblickt aber wissen heißt wissen wo es steht. So läuft das heute in jeder schulischen Laufbahn.
Gruß Florian
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Re: Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

#19

Beitrag von Commander8x » Donnerstag 17. Dezember 2020, 05:39

Brandergartenbier hat geschrieben:
Mittwoch 16. Dezember 2020, 22:50
Es ist schön wenn man alles durchblickt aber wissen heißt wissen wo es steht. So läuft das heute in jeder schulischen Laufbahn.
... und am Ende hat man dann "Brauer", die nicht mal die Sudhausausbeute ohne Internet berechnen können.... :puzz

Ganz im Ernst: wo bleiben da Wißbegier und Ehrgeiz?


Gruß Matthias
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Re: Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

#20

Beitrag von Boludo » Donnerstag 17. Dezember 2020, 05:45

AxelS hat geschrieben:
Mittwoch 16. Dezember 2020, 17:56
secuspec hat geschrieben:
Mittwoch 16. Dezember 2020, 15:21
Von daher - alles auf 0 und dann gezielt aufsalzen. Seit ich das mache, haben die Biere eine ganz neue Qualität - der Sprung war gewaltig.

:Drink Steffen
Also doch aufsalzen und nicht verschneiden? :Waa Da trau ich mich noch nicht ran! Ich wüsste im Moment noch nicht einmal, welche Chemikalien ich konkret vorrätig haben müsste, um die verschiedenen Mineralien gezielt zu verändern. Ich probiere jetzt erst einmal ein paar Sude mit dem empfohlenen Verschnitt 2:1 bzw. 3:1. In der Zwischenzeit guck ich mir mal überschlägig an, was da an Mineralien herauskommen könnte (grob, mittels Dreisatz) und guck mal, welche Biersorten dafür in Frage kommen.

:Drink
Axel
Ich braue meine meisten Biere mit 150 bis 200mg/L Calciumchlorid Dihydrat auf reines Osmosewasser. Das sind in der Regel relativ helle Biere. Damit machst du schon mal nicht viel falsch. Manchmal mach ich noch Calciumsulfat mit rein. Beim Hefeweizen verschneide ich mit Rohwasser.
Von diesen Salzorgien mit Kochsalz, Natriumhydrogogencarbonat usw halte ich nicht so viel. Und wie man auf die Idee kommen kann, Magnesiumsulfat ins Wasser zu geben, werde ich nie verstehen. Ganz so kompliziert ist die Sache eigentlich nicht.

Stefan

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Re: Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

#21

Beitrag von Brandergartenbier » Donnerstag 17. Dezember 2020, 08:33

Commander8x hat geschrieben:
Donnerstag 17. Dezember 2020, 05:39

... und am Ende hat man dann "Brauer", die nicht mal die Sudhausausbeute ohne Internet berechnen können.... :puzz

Ganz im Ernst: wo bleiben da Wißbegier und Ehrgeiz?


Gruß Matthias
Hallo Matthias,

ich bin erst seit August im Forum, aber es kristallisiert sich klar raus, dass die Fragen nach dem Aufbereiten des Brauwassers hier durchaus ganz weit oben stehen und meiner Meinung nach im ganzen Brauprozess gerade für Anfänger einer der dicksten Brocken ist.
Jeder hatte mal Chemieunterricht und kennt das Periodensystem der Elemente. Das heißt aber wie in meinem Fall noch nicht, dass man nach 3x lesen vom Braumagazin verstanden hat was eigentlich Phase ist. Trotzdem wäre es schön, wenn jeder die selbe Chance hat sein Bier zu brauen.

Nicht jeder will seine Sudhausausbeute kennen oder ein Profibrauer sein, vielen reicht es wenn es ihnen schmeckt und daher sollte man sich mit der Thematik auseinander setzten und wenn man es nicht versteht kann man durch diverse Rechnern trotzdem an Ziel kommen.
Ich weiß auch nicht wie ich die Sudhausausbeute ohne Onlinetool berechne.
Ich kann aber jetzt kurz nachschauen, mir die Formel reinziehen verinnerlichen und dann weiß ich es. Ich sehe das für mich aber nicht als wichtig an.
Anders sieht es mit der Frage aus, weiß man was die Sudhausausbeute ist? Darauf zielte mein Kommentar nämlich ab. Blinder Aktionismus bringt nichts. Man sollte die Dinge schon kennen, man muss aber nicht alles auswendig wissen. Und für den Anfang reicht es auch erstmal sich ranzutasten und zu probieren, learning by doing. Ich habe vieles erste Verstanden als ich es mal gemacht habe.

Vielleicht hat man noch 10 andere Hobbys. Ich kann ja auch nach Rezept backen und kochen ohne studiert zu haben. Oder meinen Nutzgarten pflegen ohne jeden Prozess in einer Pflanze rauf und runter beten zu können.

Man sollte nicht mit gefährlichen Stoffen arbeiten ohne zu wissen was man tut. Aber wer heutzutage meint mit Wissbegier ist man ein lebendes Lexikon der lügt sich selbst was vor.
Gruß Florian
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Re: Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

#22

Beitrag von AxelS » Donnerstag 17. Dezember 2020, 08:59

Brandergartenbier hat geschrieben:
Mittwoch 16. Dezember 2020, 22:50
Spiel doch einfach in einem Rechner mit verschiedenen Salzen Rum.

Ich habe mein Brauwasser im Rechner eingestellt und ohne Ahnung von dem ganzen Kram zu haben die Sachen bestellt die ich brauche und die nach dem Rechner ins Wasser getan.
Genau davon möchte ich ja wegkommen, irgendwelche Pülverchen in dubiosen Mengenangaben in mein Wasser zu kippen. Das mit dem Rechner habe ich natürlich auch genau so gemacht: etwas Calcium hier, etwas Magnesium da, aber wie sich die Pülverchen und die Milchsäure zueinander verhalten blieb mir so verborgen. Im Gegenteil: Durch die gegenseitige Beeinflussung der Werte waren X Möglichkeiten da, etwas hineinzumischen. Aufs Gradewohl eine dieser Kombinationen zu verwenden finde ich nicht zielführend.

:Drink
Axel

Edit: fehlendes "h" ergänzt
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Re: Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

#23

Beitrag von Commander8x » Donnerstag 17. Dezember 2020, 09:24

Hallo Florian,

ich verstehe dich schon. Die Sudhausausbeute ist in erster Linie eine Anlagenkennzahl. Sie hilft einem, die korrekte Funktion der Brauanlage und den Maischprozess zu kontrollieren, und gibt Anhaltspunkte wenn im späteren Verlauf des Brauens Probleme auftreten. Obendrein ist erkennbar,
ob man seinen Brauvorgang reproduzierbar beherrscht. Die absolute Höhe der SHA ist erst mal nicht so wichtig, man muß ja aus dem Brauen keinen Sport machen..

In vielen Rezepten ist eine SHA angegeben, das ist aber für die Nachbrauenden nicht so interessant, sondern führt leicht zu Fehlern, wie man immer wieder sieht: die Schüttungsmenge wird anhand der fremden SHA berechnet, und dann stimmt der Stammwürzegehalt nicht mehr.

Gruß Matthias
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Re: Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

#24

Beitrag von BierLog » Donnerstag 17. Dezember 2020, 09:55

Hallo liebe Braukollegen
Ich bin seit einiger Zeit am Brauen und Chemie ist gar nicht meine Welt. Was ich aber weiss, ist das ich hartes Wasser habe. Meine Kölsch versuche waren bis jetzt in Ordnung, aber es gibt sicher potential nach oben. Da ich das glück habe, dass wir eine Osmoseanlage im Haus haben ist ja ein erster Schritt schon getan. Bei meinem Brauversand habe ich folgende Brausalze entdeckt: Kalziumsulfat, Kalziumchlorid 33%, Magnesiumsulfat Dihydrat, Milchsäure (80%).
Kann mir jemand sagen, welche Bestandteile ich bestellen soll und mit welchen Mengen ich mein Wasser aufbereiten kann, z.B. auf jeweils 10 Liter Wasser. (Für mein Rezept/Sud brauche ich total 39L Wasser)

Da ich wie erwähnt nur ab und zu braue würde für nicht Profis wie mich auch eine grobe Tabelle mit Biersorte und passenden Brausalzen weiterhelfen. Mir ist schon bewusst, dass das nicht der heilige Gral ist. Aber für Leute wie mich die vielleicht vier bis fünf Mal im Jahr brauen und Wasser voll entsalzen können wäre das eine super Hilfe und immer noch viel besser als unbehandeltes Wasser.
Mit den Wasser Programmen im Netz habe ich mich auch schon herumgeschlagen, bin mir aber nicht sicher, ob ich da wirklich alles richtig mache.
Ich bin überzeugt, dass das vielen so geht. Ich kann mir echt vorstellen, dass fertige Wasserrezepte vielen, wie auch mir weiterhelfen würden. Das Wasser ist dann halt vielleicht nicht perfekt aber immer noch viel besser als Leitungswasser.

Das als Input 😊 …und falls mir jemand auf die Schnelle mit meinem Kölsch Wasser weiterhelfen kann bin ich dankbar.

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Re: Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

#25

Beitrag von Brandergartenbier » Donnerstag 17. Dezember 2020, 10:12

AxelS hat geschrieben:
Donnerstag 17. Dezember 2020, 08:59
Brandergartenbier hat geschrieben:
Mittwoch 16. Dezember 2020, 22:50
Spiel doch einfach in einem Rechner mit verschiedenen Salzen Rum.

Ich habe mein Brauwasser im Rechner eingestellt und ohne Ahnung von dem ganzen Kram zu haben die Sachen bestellt die ich brauche und die nach dem Rechner ins Wasser getan.
Genau davon möchte ich ja wegkommen, irgendwelche Pülverchen in dubiosen Mengenangaben in mein Wasser zu kippen. Das mit dem Rechner habe ich natürlich auch genau so gemacht: etwas Calcium hier, etwas Magnesium da, aber wie sich die Pülverchen und die Milchsäure zueinander verhalten blieb mir so verborgen. Im Gegenteil: Durch die gegenseitige Beeinflussung der Werte waren X Möglichkeiten da, etwas hineinzumischen. Aufs Gradewohl eine dieser Kombinationen zu verwenden finde ich nicht zielführend.

:Drink
Axel

Edit: fehlendes "h" ergänzt

Dann hast du zumindest verstanden worum es geht oder willst tiefer in die Materie eindringen. Das ist ja schonmal gut so.

Das sind aber keine Dubiosen Dinge wo man Willkür walten lässt sondern einfach Mineralien die auch so in der Natur vorkommen. Wenn du Wert Y hast und Wert X brauchst und weißt dazu fehlt dir nur was Calcium, verstehe ich nicht wieso man das nicht einfach ins Wasser tut. Da gibt es keine Kunst bei und es explodiert auch nichts.

Das Calcium oder andere Salze auf unterschiedlichen Wegen ins Wasser eingebracht werden können und es daher verschiedene Wege ans Ziel gibt wird man nicht ändern können.
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Re: Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

#26

Beitrag von Boludo » Donnerstag 17. Dezember 2020, 10:26

Dass man das Wasser jedes Mal dem Bierstil anpasst ist eigentlich eine gute Idee.
Aber nur mal so zum Nachdenken, in den Brauereien kommt das Brauwasser immer aus der selben Leitung und damit werden alle möglichen Bierstile gemacht. Eventuell passt man halt noch den Maische oder Würze pH mit Sauergut an.
Wichtig ist, dass die Hydrogencarbonate draußen sind, genügend Calcium vorhanden ist und möglichst kein Magnesium oder Nitrat enthalten ist. Chlorid und Sulfatwerte beeinflussen den Geschmack natürlich, aber das ist eine Stellschraube, an der man mal drehen kann, wenn man das Thema besser versteht. Mit einer vernünftige Gärführung kann man zB qualitativ mehr rausholen als mit ein paar Anionen hin oder her.

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Re: Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

#27

Beitrag von AxelS » Donnerstag 17. Dezember 2020, 11:04

Boludo hat geschrieben:
Donnerstag 17. Dezember 2020, 10:26
Wichtig ist, dass die Hydrogencarbonate draußen sind, genügend Calcium vorhanden ist und möglichst kein Magnesium oder Nitrat enthalten ist.
... was wiederum bedeuten würde, das Wasser doch nicht zu verschneiden, sondern dem VE-Wasser einfach nur Calcium zuzusetzen.

:Waa Ich dachte, ich hätte es verstanden... :crying

Wie hoch soll denn der Calciumwert sein? In meiner Wasseranalyse ist die Gesamthärte mit 21°dH angegeben, der Calciumwert liegt bei etwa 100mg/l. Also vollentsalzen und dann 150mg/l Calcium rein? Das wäre dann mehr, als vorher drin war! Okay, dafür dann aber kein Magnesium, kein Chlor, kein Natrium...

Ist das so einfach?

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Re: Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

#28

Beitrag von Boludo » Donnerstag 17. Dezember 2020, 11:11

AxelS hat geschrieben:
Donnerstag 17. Dezember 2020, 11:04
Boludo hat geschrieben:
Donnerstag 17. Dezember 2020, 10:26
Wichtig ist, dass die Hydrogencarbonate draußen sind, genügend Calcium vorhanden ist und möglichst kein Magnesium oder Nitrat enthalten ist.
Wie hoch soll denn der Calciumwert sein? In meiner Wasseranalyse ist die Gesamthärte mit 21°dH angegeben, der Calciumwert liegt bei etwa 100mg/l. Also vollentsalzen und dann 150mg/l Calcium rein? Das wäre dann mehr, als vorher drin war! Okay, dafür dann aber kein Magnesium, kein Chlor, kein Natrium...
Die Wasserhärte wird zwar über das Calcium und Magnesium berechnet, das kann uns aber egal sein.
Wichtig sind die Hydrogencarbonate. Die erhöhen den pH Wert der Maische. Calcium senkt ihn sogar durch Reaktion mit dem Malz.
Daher interessiert uns die Gesamthärte des Wassers nicht wirklich und wir reden lieber von der Restalkalität.
Ein Wasser mit 50mg/l Cacium kann einen höheren Maische pH erzeugen als eins mit 100mg/l. Nämlich zb dann wenn das Anion ein Hydrogencarbonat ist und kein Chlorid oder Sulfat.
Dass man mit einer hohen Wasserhärte nicht brauen kann, stimmt eigentlich nicht. Es gibt Beispiele wie das Dortmunder Export, ein helles hopfiges Bier, das mit sehr hartem Wasser gebraut wird, aber dank hohem Sulfatwert trotzdem kein Problem hat.

Stefan

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Re: Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

#29

Beitrag von AxelS » Donnerstag 17. Dezember 2020, 11:31

Boludo hat geschrieben:
Donnerstag 17. Dezember 2020, 11:11
Ein Wasser mit 50mg/l Cacium kann einen höheren Maische pH erzeugen als eins mit 100mg/l. Nämlich zb dann wenn das Anion ein Hydrogencarbonat ist und kein Chlorid oder Sulfat.
:Shocked

Danke, dass Du Dir die Mühe machst, mir das zu erklären. Ich weiß zwar noch, was Chlor, Schwefel und Wasserstoff sind und wie die Salze bilden, aber bei dem Rest bin ich raus. Ich glaube, so speziell habe ich das damals auch gar nicht gelernt.
Also muss ich halt probieren. Die nächsten zwei, drei Biere werde ich mit verschnittenem Wasser brauen, das vierte dann nach dem gleichen Rezept wie das dritte, aber mit VE-Wasser, dem ich Calcium zugebe. Ich nehme dafür Deine Empfehlung mit 150mg/l auf, um einen Startpunkt zu haben. In zwei Monaten, wenn beide Biere ausgelagert sind, werde ich probieren, was mir eher zusagt. Von da aus gehts dann weiter...

Danke an Euch alle für die Tipps und den Versuch, Klarheit in das Thema zu bringen!

:Drink
Axel
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Re: Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

#30

Beitrag von Boludo » Donnerstag 17. Dezember 2020, 13:33

Du musst dich einfach von dem Gedanken trennen, dass viel Calcium im Brauwasser etwas negaties ist. Das bestimmt zwar die Gesamthärte, aber die interessiert uns nicht wirklich. Im Gegenteil kann man so manches Brauwasser durch die Zugabe von geeigneten Calciumsalzen verbessern, da diese Protonen aus dem Malz freisetzen, welche wiederum Hydrogencarbonate neutralisieren können.
Ich weiß, das hört sich furchtbar kompliziert an, aber sobald man es einmal kapiert hat, ist es kinderleicht. Das ist ja das schöne an der Chemie, man muss kaum was auswendig lernen, sondern nur die richtigen Zusammenhänge verstehen.

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Re: Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

#31

Beitrag von BierLog » Donnerstag 17. Dezember 2020, 16:22

Jetzt bin ich immer noch etwas verunsichert. Verstehe ich das richtig, dass ich gemäss Stefan meinem Osmosewasser 150 bis 200mg/L Calciumchlorid Dihydrat beifüge und mein Wasser für das geplante Kölsch liegt damit im grünen Bereich?
Es geht mir nicht um das perfekte Wasser, sondern wie erwähnt um den grünen Bereich.

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Re: Brauen mit VE-Wasser: Aufsalzen nötig?

#32

Beitrag von Boludo » Donnerstag 17. Dezember 2020, 16:28

Ja, für ein Kölsch sollte das passen. Optimal wäre noch etwas Sulfat um den Hopfen zu betonen und vermutlich noch ein wenig Milchsäure, damit der pH optimal wird.
Bin aber alles andere als ein Kölsch Experte. Beim Pils würde ich es aber so machen.
Für den ersten Versuch reicht das Osmosewasser mit Calciumchlorid jedenfalls locker.

Stefan

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