Kortikalja

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Kortikalja

#1

Beitrag von Fruchtwein » Montag 15. März 2021, 01:54

Hallo ihr,

wie im Vorstellungsthread bereits geschrieben ist die Welt der eigenen Biere bislang Neuland für mich.

Starten möchte ich gerne mit folgendem Rezept (ich hoffe das Posten externe Links geht in Ordnung? Sonst kopiere ich das Rezept hier noch rein.):

https://www.ichkoche.at/kotikalja-hausg ... ept-141823

Dazu habe ich verschiedene Fragen.

1. Im Rezept steht nur etwas von frischer Hefe. Eignet sich für ein solches Dünnbier Backhefe? Die scheint ja eine Alkoholtoleranz von 18% zu haben, wenn ich richtig recherchiert habe. Alternativ habe ich hier noch Kitzinger Reinzucht Weinhefe. Weiß hier jemand wie die geschmecklichen Unterschiede sind?

2. Ich würde das ganze gerne geschmacklich ein wenig verfeinern. Ich habe hier noch getrockneten Wacholder, den ich mit dem Wasser aufkochen würde. Ich habe vor Ewigkeiten im Netz mal eine Liste mit Pflanzen und Kräutern gefunden die historisch, vor dem Reinheitsgebot, oft dem Bier zugefügt wurden. So Sachen wie Wacholder, Hagebutte, etc.. Weiß hier jemand vielleicht wo sich so etwas einsehen lässt? Ich möchte in den nächsten Wochen gerne noch etwas experimentieren und ich kann sie einfach nicht wiederfinde.

3. Ich strebe etwa 2% statt der im Rezept erwähnten 0,5-1% an. Mein Gedanken war den Zuckeranteil mit 2,5 zu multiplizieren, also 500 Gramm, und das ganze 48 Stunden bei 20-25 Grad stehen zu lassen. Den Hefeanteil würde ich belassen.
Den Alkoholgehalt möchte ich anschließend mit einem Glasvinometer bestimmen. Muss ich etwas bezüglich Inhaltsstoffen oder Kohlensäure beachten und verrechnen? Ich bin mir nicht sicher wie die Oberflächenspannung bei Bier ist.


So, damit wäre die erste Fragestunde dann auch durch. Über Antworten wäre ich sehr dankbar! Selbstverständlich teile ich euch dann am Wochende auch mit wie es geworden ist =)

Liebe Grüße,
Fruchtwein

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Re: Kortikalja

#2

Beitrag von Commander8x » Montag 15. März 2021, 05:16

Diesem Rezept fehlt die Bitterung. Es muss ja nicht zwingend Hopfen sein, aber ein Kontrast zur Malzsüße ist angebracht.

Gruß Matthias
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Re: Kortikalja

#3

Beitrag von Barney Gumble » Montag 15. März 2021, 06:23

Hi Fruchtwein,
ich sehe kein Rezept bei dem Link.
Nimm bitte einen Bierhefe, zu beziehen bei hobbybrauerläden ggf. Onlineshops.
Wacholder ist ein eher anstrengendes Gewürz. Für das erste Bier würde ich gar nix exotisches dazutun.
Der entstehende Alkoholgehalt hängt auch vom Malz, aus welchem durch einen Maischeprozess enzymatisch freigesetzter Zucker entsteht auch noch ab.
Mach es ohne zugesetzten Zucker, lese Dir Mal ein paar grundlegende Dinge noch durch und erkläre Mal was für Ausrüstung (va Maischebottich) Du hast.
VG
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Wenn ich nicht gleich antworte, liege ich unterm Zapfhahn :Bigsmile

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Re: Kortikalja

#4

Beitrag von konkret » Montag 15. März 2021, 10:13

Hallo,

Es heißt kotikalja nicht kortikalja.
koti = Heim, Haus
kalja = Bier, Malzbier

In Finnland wird das üblicherweise mit "Suomen Hiiva" = Finnische Hefe (Markenname) und ohne Zusatz von Hopfen hergestellt.
Als Malz wird geschrotetes Roggenmalz verwendet, auch "Kaljamallas" bezeichnet.

Siehe auch hier:
https://www.myeatnordic.com/produkt/tuo ... oggenmalz/

Als richtiges Bier würde ich das aber nicht bezeichnen.

Grüße konkret

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Re: Kortikalja

#5

Beitrag von afri » Montag 15. März 2021, 21:41

Ich rate wie Shlomo ebenfalls dazu, zuerst nicht allzuviel Experiment zu versuchen, sondern eher ein solides Bier mit Wasser, Malz, Hopfen und Hefe (nein, Backhefe eignet sich in der Regel für kein Bier). Falls du es doch so wie oben geschrieben probieren willst: viel Glück. Dennoch empfiehlt es sich, als erstes Bier keine exotischen Zutaten (und besonders nicht: derer viele) zu verwenden. Bis der Prozess irgendwann einmal halbwegs verstanden wurde, hast du alle Zeit der Welt, dir bizarre Rezepte auszudenken oder abzuwandeln.

Du musst den Alkoholfehler hinausrechnen, aber das ist beim Wein ja nichts anderes, ansonsten bestimmst du mit dem Vinometer den scheinbaren Extraktgehalt, nicht den Alk. Das geht nur über die Messung der Stammwürze, des Restextrakts und dann mittels Berechnung (geht mit online-Tools schnell und leicht). CO2 musst du aus der Probe natürlich möglichst herausbekommen bzw. die Spindel so lange drehen, bis an ihr keine Blasen mehr haften. Die Oberflächenspannung erscheint mir bei Bier die gleiche wie bei Wasser zu sein.

Aus welchem Teil Hannovers kommst du? In Nordstadt gibt es eine Brauereigenossenschaft, die interessant für dich sein könnte. Dort wird auch versuchsweise gebraut und möglicherweise kannst du dich bei einer der Genossinen mal anhängen und coronagerecht über die Schulter gucken, wenn sie den Kessel anwirft. Anhängen ist hier bildlich gemeint, nur zur Sicherheit.
Achim
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Re: Kortikalja

#6

Beitrag von Commander8x » Dienstag 16. März 2021, 05:22

Zur Oberflächenspannung: die ist bei Bier niedriger als bei Wasser, da Ethanol eine oberflächenaktive Substanz ist.

Gruß Matthias
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