Hefebank - Schrägagar & Mineralöl - Kryo Perlen

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nrtn
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Re: Hefebank - Schrägagar & Mineralöl - Kryo Perlen

#201

Beitrag von nrtn » Donnerstag 13. Dezember 2018, 00:13

Klingt gut - so werd' ich es machen. Danke!

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Re: Hefebank - Schrägagar & Mineralöl - Kryo Perlen

#202

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Donnerstag 13. Dezember 2018, 00:36

Ich hatte mich zufällig gerade heute mit Uli über das Thema Kryoperlen beimpfen unterhalten. Er hat das auch immer so gemacht und wendet in letzter Zeit aber eine andere Technik an, mit der er bessere Ergebnisse beim Aufwecken erzielt. Will ich euch nicht vorenthalten.

Er saugt die Kryoflüssigkeit neuerdings aus dem Röhrchen ab, gibt die Hefe möglichst dickbreiig hinein (Hefe vorher in einem Zentrifugierröhrchen sedimentieren lassen und das Sediment aus dem Konus absaugen). Das Kryoröhrchen bis knapp über die Perlen mit Hefe füllen, dann das Röhrchen mit der zuvor abgesaugten Kryoflüssigkeit auffüllen und mit einer sterilen Pipette 3-4 Minuten lang die Hefesuspension durch die Perlen spülen. Am Ende wird das Röhrchen wieder leer gesaugt.

Er braucht nun weniger Perlen im Starter und die Hefen wachen zuverlässiger auf. Allerdings kann er das ganze hin- und her füllen auch an einer Sterilwerkbank machen. Ich werde es mal ausprobieren, aber im Grunde fühle ich mich bei der ersten Variante sicherer, weil sie schneller geht und zwischen zwei Brennern auch zuhause relativ sicher vor Kontaminationen ist.
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Re: Hefebank - Schrägagar & Mineralöl - Kryo Perlen

#203

Beitrag von Frudel » Donnerstag 13. Dezember 2018, 07:09

Bei mir sind die Röhrchen im Kühlschrank bei 5 C , ich denke das Eingefrieren kann oder soll das MHD verlängern.
Mit der Methode Umspülen der Perlen mit abpumpen und einfüllen hätte ich bedenken, ob sich da nicht
was einnistet.
Viele Menschen benutzen Informationen und Fakten wie ein Betrunkener einen Laternenpfahl :
Vor allem zur Stütze ihres Standpunktes und weniger zum Beleuchten eines Sachverhaltes.

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Re: Hefebank - Schrägagar & Mineralöl - Kryo Perlen

#204

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Donnerstag 13. Dezember 2018, 08:20

Ja, ich friere die Ungenutzten wegen des MHD ein, genau wie bei Lebensmitteln. Außerdem haben die Röhrchen in ihrer "ViaMicroKryobank" doch auch irgendwie ihren eigenen festen Platz :-).
Ich habe ganz vergessen zu fragen, wie der Profi das macht. Hole ich demnächst nach. Im O-Ton meine ich rausgehört zu haben, dass er sie auch einfriert, weil er meinte, dass die Kryoflüssigkeit in seinen unbeimpften Röhrchen auch bei -80°C noch flüssig ist und die Röhrchen beim beimpfen nicht erst auftauen müssen. Das fand ich merkwürdig, weil meine "Leerröhrchen" schon bei -18°C einfrieren.
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Re: Hefebank - Schrägagar & Mineralöl - Kryo Perlen

#205

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Mittwoch 9. Januar 2019, 22:33

Kleines Follow-Up:

Alle meine Hefen habe ich inzwischen auch einmal auf Schrägagar eingelagert. Gefällt mir teilweise ganz gut. Einfacher als NaCl ist es unter dem Strich auf keinen Fall. Wesentlich preiswerter auch nicht, wenn man alle Anschaffungen und Verbrauchsmaterialien berücksichtigt. Aber es macht Spaß und die Kultur wacht etwas schneller auf, als von Kryoperlen oder NaCl. Der Platzbedarf für die bloßen Kulturen ist im Vergleich zu Ecoflacs geringer. Allerdings kommen bei der Brian Variante noch diverse Röhrchen mit autoklavierter Starterwürze und autoklaviertem Parafinöl dazu, wodurch der Platzvorteil stark schwindet. Riesiger Vorteil am Schrägagar ist, dass man bakterielle Kontaminationen super erkennt. Ich habe mal aus Spaß einen Nährboden mit nur leicht verschlossenem Deckel ohne Parafilm in den Kühlschrank gelegt. Gut zu sehen, dass der Nährboden nach kurzer Zeit von "Nicht-Hefe" Kulturen belagert wird. Bei in NaCl eingelagerter Hefe würde man so eine undicht gelagerte Kultur "optisch" wesentlich länger für sauber halten.

Was der Brian nicht erzählt, ich aber im nachhinein als wichtig empfinde ...
Auch anerob, aufgefüllt mit Mineralöl, gärt die Hefe in den Röhrchen weiter und produziert CO2. Und das teilweise recht stark, was ich im Moment echt doof finde. Die Röhrchen können nicht mehr liegend gelagert werden. Irgendwann wird der Druck darin nämlich so hoch, dass die Deckeldichtung leicht nachgibt und es etwas Mineralöl aus dem Kulturröhrchen drückt. Zwei sabbernde Röhrchen nebeneinander könnten sich gegenseitig kontaminieren. Zusätzlich ist das gute Gefühl weg, diese Methode zur Langzeitlagerung zu verwenden, weil man die Deckel der Röhrchen eigentlich regelmäßig lösen müsste, damit die Röhrchen nicht irgendwann platzen. Bringt weiteren Aufwand, um die Kontaminationsgefahr gering zu halten.

Ich besorge mir jetzt erstmal große Reagenzglasgestelle, in denen alle beimpften Röhrchen aufrecht stehen können. Mal schauen ob es besser klappt und wie oft man wirklich entgasen muss.

Tipps und Ratschläge nehme ich gern. :Wink
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Re: Hefebank - Schrägagar & Mineralöl - Kryo Perlen

#206

Beitrag von heizungsrohr » Mittwoch 9. Januar 2019, 22:39

Ich würde versuchen die Würzekonzentration für den Agar möglichst niedrig zu halten. Habe für Petrischalen auch immer lapidar den Extrakt zugegeben und locker 7-10°P erreicht, was ein scheinbar endloses Koloniewachstum zur Folge hat. Beim Agar für die Röhrchen achte ich darauf, nicht über 2°P zu kommen. Dann wachsen die Kulturen aber gären nicht ewig weiter.

Natürlich sollte man den Röhrchen auch ein paar Tage zum ausgären geben, aber wem erzähl ich das :Bigsmile
Gruß
Magnus

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Re: Hefebank - Schrägagar & Mineralöl - Kryo Perlen

#207

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Mittwoch 9. Januar 2019, 22:56

heizungsrohr hat geschrieben:
Mittwoch 9. Januar 2019, 22:39
Natürlich sollte man den Röhrchen auch ein paar Tage zum ausgären geben, aber wem erzähl ich das :Bigsmile
Danke, klingt einleuchtend. Also alle 55 Kulturen nochmal auf Nährböden mit 2°P umtopfen! :Shocked
Dann weiß ich ja, was ich die nächste Zeit zu tun habe. Es gibt ein neues Projekt ... :thumbsup

PS: Wie ... ausgären? :Wink
Ich habe die Kulturen ein paar Tage auf dem Nährboden anwachsen lassen, bis darauf normale Kolonien zu sehen waren (wie in der Petrischale). Dann Öl drauf und ab in die Kühlung.
Soll die Hefe sich wirklich so breit machen, dass sie die ganzen Nährstoffe vom Schrägarar vor dem einlagern verstoffwechselt? Ne, oder?
Zuletzt geändert von DerDerDasBierBraut am Mittwoch 9. Januar 2019, 23:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hefebank - Schrägagar & Mineralöl - Kryo Perlen

#208

Beitrag von heizungsrohr » Mittwoch 9. Januar 2019, 23:04

Wenn du bei der W177 angekommen bist, sag mal in deinem Flüssighefethread Bescheid. Nicht, dass ich wieder einen Tag zu spät anfrag :Drink

Edit:
DerDerDasBierBraut hat geschrieben:
Mittwoch 9. Januar 2019, 22:56
PS: Wie ... ausgären? :Wink
Ich habe die Kulturen ein paar Tage auf dem Nährboden anwachsen lassen, bis darauf normale Kolonien zu sehen waren (wie in der Petrischale). Dann Öl drauf und ab in die Kühlung.
Soll die Hefe sich wirklich so breit machen, dass sie die ganzen Nährstoffe vom Schrägarar vor dem einlagern verstoffwechselt? Ne, oder?
Ich bin kein Mikrobiologe oder Hefeexperte. Ich lass sie aber einfach 3-4 Tage warm stehen. Danach ist idR kein nennenswertes Koloniewachstum mehr erkennbar. Hab hier spaßeshalber eine Platte seit einem Monat liegen, abgesehen vom Absterben (also Braunwerden) ist nach ca. einer Woche nichts mehr an Änderung erkennbar.
Gruß
Magnus

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Re: Hefebank - Schrägagar & Mineralöl - Kryo Perlen

#209

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Donnerstag 10. Januar 2019, 00:11

Tatsache, da habe ich nicht richtig zugehört. Bei Minute 1:50 erzählt er über seine Würze. Er geht mit einer SG von 1,005 ran, also etwa 1,25°P. Ich hatte die Nährböden mit 6-8°P gemacht.
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Re: Hefebank - Schrägagar & Mineralöl - Kryo Perlen

#210

Beitrag von Archie » Samstag 20. März 2021, 21:27

Hallo,

mir hat der Weihnachtsmann viele leere Kryoröhrchen geschenkt, von denen einige in der Zwischenzeit gefüllt wurden.
Ich werde am nächsten WE brauen und dazu möchte ich das erste Mal eine tiefgekühlte Hefe wiederbeleben. Leider habe ich keine Möglichkeit, die Starterwürze mit einem Autoklaven oder einem Schnellkochtopf zu sterilisiern. Es geht nur der normale Backofen.
Hattet ihr schon Misserfolge durch unerwünschte Gäste bei einem Kryostarter der nur auf ca. 100°C erhitzt wurde? Natürlich sind mir auch Erfolgsmeldungen wichtig.

Viele Grüße
Archie
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Re: Hefebank - Schrägagar & Mineralöl - Kryo Perlen

#211

Beitrag von Commander8x » Sonntag 21. März 2021, 09:59

Zum Sterilisieren reicht auch Dämpfen in einem genügend großen Kochtopf. Du packst deine Sachen da kalt rein, gibst einen Bodensatz Wasser dazu, heizt langsam bis zum Kochen, damit das Glas nicht platzt. Nach 20 min Kochen nimmt man den Topf runter und lässt ihn abkühlen. Erst dann öffnen wg Kondenswasser.

Gruß Matthias
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Re: Hefebank - Schrägagar & Mineralöl - Kryo Perlen

#212

Beitrag von Archie » Sonntag 21. März 2021, 10:21

Hallo Matthias,

dann werde ich das mal so machen. Vielen Dank.

Gruß
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