Haltbarkeit

BierRegen
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Haltbarkeit

#1

Beitrag von BierRegen » Freitag 10. August 2018, 11:14

Hallo zusammen,

Es gibt ja schon einige Beiträge zum Thema Haltbarkeit, trotzdem muss ich nochmal nachhaken.

Wir haben seit ca 3 Suden das Problem, dass das Bier relativ schnell (ca.3-5Wochen nachdem es fertig ist) extrem dunkler wird und unangenehm bitter schmeckt.
Klingt nach Oxidation, oder?

Das Problem besteht erst seitdem wir keine Falschengärung mehr machen. Hilft es vielleicht für die Haltbarkeit/Geschmacksstabilität wenn noch Hefe bzw. Bodensatz in der Flasche ist?

Des weiteren haben wir sonst mit Zucker nachgegärt und haben die letzten Male mit co2 zwangskarbonisiert. Hat das einen negativen Einfluss?

Oder ist der Hund schon begaraben dadurch dass evtl Sauertoff beim Gegendruck Abfüllen in die Flasche kommt?

Kann es auch eine Verschmutzung an irgendeiner Stelle sein? Flaschen spülen wir in der Sülmaschine. GdA und Schläuche säubern wir mit kochendem Wasser und isopropanol.

Brauchen echt Hilfe. Im Moment ist unser Bier nur ca 3 Wochen richtig lecker, das kann doch nicht sein...

LG,

Tobi

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Re: Haltbarkeit

#2

Beitrag von chaos-black » Freitag 10. August 2018, 13:10

Hmm... also das mit der Farbe wäre typisch für Oxidation, aber drei Wochen ist echt extrem schnell. Andererseits verlaufen solche Prozesse temperaturabhängig und ich weiß nicht ob ihr euer Bier während der Hitzewelle kalt gestellt habt und überhaupt wieviel Sauerstoff ihr da drin habt. Prinzipiell könnte ich mir auch eine Infektion vorstellen, hauptsächlich wegen dem "unangenehm bitter" da man Oxidation Pappdeckel oder Sherry-Geschmack nachsagt.
Bei der Nachgärung mit aktiver Hefe in der Flasche verstoffwechselt diese mindestens Teile des vorhandenen Sauerstoffs. Das entfällt natürlich beim Zwangskarbonisieren. Dann noch die Frage nach dem verwendeten CO2, da gibt es anscheinend unterschiedliche Reinheitsgrade, schlimmstenfalls schiebt man sich damit auch noch extra Sauerstoff ins Bier.

Das ist jetzt eher mein Stream of Consciousness als tatsächliche Hilfestellung. Vielleicht gibts ja trotzdem eine hilfreiche Anregung für dich...

Beste Grüße,
Alex
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Re: Haltbarkeit

#3

Beitrag von gulp » Freitag 10. August 2018, 13:23

Oder ist der Hund schon begaraben dadurch dass evtl Sauertoff beim Gegendruck Abfüllen in die Flasche kommt?
Das ist vermutlich euer Problem. Was für ein Gegendruckabfüller ist das denn? Bei meinem "Ami-Gelumpe-Handabfüller" habe ich ähnliche Probleme, darum fülle ich nur in Flaschen, wenn es nicht anders geht. Einmal abgefüllt muss man das Bier innerhalb von 2 Wochen trinken.

Also trinkt euer Bier aus dem Fass und alles ist gut!

Gruß
Peter
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Re: Haltbarkeit

#4

Beitrag von Felix83 » Freitag 10. August 2018, 13:47

Das klingt 100% nach Oxidation. Ich hab schon absichtlich kleine Teile meiner Biere oxidiert, um zu sehen wie es sich auswirkt, und da war je nach Hefe von unangehm bitter, sehr viel weniger bitter und Honig alles dabei.

Keggen und zwangskarbonisieren, wenn man es richtig macht, gibt normalerweise viel bessere Ergebnisse, als eine Flaschengärung (inkl. Befüllung unter Umgebungsatmosphäre und Luft im Kopfraum).

Ihr macht irgendwo bei der Abfüllung einen Fehler oder mehrere Fehler, soweit das Bier aus dem Gärbehälter noch in Ordnung war.
Wie füllt ihr in Kegs ab? Ist in den Kegs Luft und ihr lasst das Bier per Schlauch reinlaufen? In dem Fall hatte ich auch Oxidation.
Da reichen kleine Fehler und minimale Mengen Sauerstoff aus.
Den Kegkopfraum 3-4 mal spülen reicht 0! Allein schon die Luft die im CO2 Schlauch ist, wenn man ihn nicht vorher mit CO2 spült ist viel zu viel.

Hier mal paar Daten:
http://www.lowoxygenbrewing.com/brewing ... n-ingress/

Purging: Using a “standard” homebrew purge of 5 cycles leaves you with roughly 10,000ppb in the head space so depending how much headspace you leave, will net you roughly 1-4 ppm (yes, parts per million!) of dissolved O2 (verified with a DO meter). Since we are all about conservative here we will choose 2 ppm, which already puts you way over the limit, but we digress.

1-4 parts per million O2 habt ihr schon durch den Kopfraum im Keg, wenn der nur 5 mal gespült wird und nicht gescheit sauerstofffrei ist
Abfüllen ins Keg unter Umgebungsatmosphäre bringt auch Sauerstoff ins Bier.
Beim Gegendruckabfüllen in Flaschen mit Luftinhalt wirds nochmal deutlich schlimmer. Die industriellen Abfüller evakuieren die Flaschen ja nicht zum Spaß doppelt und spülen sie mit CO2.

Die maximale Menge, die gelöst in Bier sein sollte sind 150 ppb. PPB nicht ppm! Also allein durch die Luft im Keg seid ihr da schon zich fach drüber.

Nach meiner Erfahrung funktioniert nur ein geschlossener Transfer in ein völlig CO2 gefülltes Keg/Flaschen.
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Re: Haltbarkeit

#5

Beitrag von hb9cjs » Freitag 10. August 2018, 14:38

Ich habe immer einige Biere im Langzeittest in der Kühlzelle um die Haltbarkeit meiner mit GDA abgefüllten Flaschen zu testen. Das älteste Bier war ein 7 Jahre altes Stout mit ca. 5% Alk. und es war einwandfrei und hat sogar extrem gewonnen. Ich bin der Meinung dass es das gleiche wie beim Wein ist. Gute Qualität kann und muss man lange lagern, bei schlechter Qualität bringt lagern gar nichts, im Gegenteil, weg mit dem Zeug.
Gruss Üelu

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Re: Haltbarkeit

#6

Beitrag von BierRegen » Freitag 10. August 2018, 20:07

Also bevor das Bier ins keg kommt, fluten wir es durch den zapfkopf mit co2. Den nehmen wir dann vorsichtig runter und füllen dann das Bier mit einem Schlauch ein.
Wir benutzen den Gegendruckfüller von FSM. Da die Flaschen ja erst komplett mit co2 gefüllt werden, dürfte hier doch kaum Sauersoff drin bleiben oder? Gelagert wurde die ganze Zeit bei 3 Grad.
Wäre es besser direkt durch den zapfkopf ins keg zu füllen?

Und was meinst du mit "mit Gegendruck in Flaschen mit LUFTINHALT" sollte doch bei GGD nur Co2 in der Flasche sein...

Und was heißt 5 mal spülen?

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Re: Haltbarkeit

#7

Beitrag von Felix83 » Freitag 10. August 2018, 21:09

Der GDA drückt co2 in die Flasche, aber die Luft, die in der Flasche war, bleibt ja zu 100% drin. Es kommt nur co2 hinzu.

Mit Kopfraum spülen meine ich CO2 in den Kopfraum des Kegs zu drücken und mehrmals abzulassen um die Luft raus zu bekommen.

Ich kann Dir nur sagen, dass das so nicht funktioniert wie ihr das macht. Mit einem Stout mag das gehen, weil es malzig und röstig ist, aber mit hellen hopfigen Bieren gehts halt nicht.

Das ist etwas, das im Hobbybereich viele nicht hören wollen, aber bei der Abfüllung kommts drauf an. Da muss alles passen, vorallem bei hellen, leichten, hopfigen Bieren. In der FB Gruppe posten jeden Tag Leute ihr "Helles"....schön braun und durchoxidiert.
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Re: Haltbarkeit

#8

Beitrag von BierRegen » Freitag 10. August 2018, 21:14

Hm. Ok. Das war mir so nicht klar. Bekommt man denn irgendwie die Luft aus den Flaschen? Gibt es z.B. GDA die das können? Oder evtl die Flasche erst durchspülen mit co2?

oder hast du einen guten Vorschlag was wir ändern können? Gibt doch genug Leute die das hinbekommen 🤔

LG

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Re: Haltbarkeit

#9

Beitrag von BierRegen » Freitag 10. August 2018, 21:21

Aber sollte der Sauerstoff (da leichter als co2) nicht oben In der Flasche hängen und raus gedrückt werden wenn Bier rein läuft und das bisschen Kopfraum was bleibt müsste dann co2 sein?

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Re: Haltbarkeit

#10

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Freitag 10. August 2018, 21:35

Es bildet sich immer ein CO2 Luftgemisch. Vergiss das mit den unterschiedlichen molaren Massen. Es bewirkt nicht das, was man gerne hätte.

Beim GDA hilft es, die Flasche beim Füllen gezielt überschäumen zu lassen und währenddessen zu verkorken. Der Schaum drückt die Luft raus.
"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
"Nein! Was Böses!"
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Viele Grüße
Jens

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Re: Haltbarkeit

#11

Beitrag von BierRegen » Freitag 10. August 2018, 21:49

Oder die Flasche auch erst einmal mit co2 Spülen.

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Re: Haltbarkeit

#12

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Freitag 10. August 2018, 22:07

Das hilft leider auch nicht so viel wie man hofft. Jan hatte das mal ausgeführt. Die Industrie spült drei mal und zieht zwischendurch immer ein Vakuum, wenn ich mich richtig erinnere. Selbst da blieb noch recht viel Sauerstoff drin.
Da kann man sich ausmalen wie ineffizient es ist, kurz mal CO2 in die Flasche zu pusten.
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Re: Haltbarkeit

#13

Beitrag von Tozzi » Freitag 10. August 2018, 22:56

Felix83 hat geschrieben:
Freitag 10. August 2018, 21:09
Der GDA drückt co2 in die Flasche, aber die Luft, die in der Flasche war, bleibt ja zu 100% drin. Es kommt nur co2 hinzu.

Mit Kopfraum spülen meine ich CO2 in den Kopfraum des Kegs zu drücken und mehrmals abzulassen um die Luft raus zu bekommen.

Ich kann Dir nur sagen, dass das so nicht funktioniert wie ihr das macht. Mit einem Stout mag das gehen, weil es malzig und röstig ist, aber mit hellen hopfigen Bieren gehts halt nicht.

Das ist etwas, das im Hobbybereich viele nicht hören wollen, aber bei der Abfüllung kommts drauf an. Da muss alles passen, vorallem bei hellen, leichten, hopfigen Bieren. In der FB Gruppe posten jeden Tag Leute ihr "Helles"....schön braun und durchoxidiert.
:goodpost:
Genau so ist das leider. Und es gibt eigentlich so gut wie nichts, was man im Hobbybereich dagegen tun kann, wenn man in Flaschen füllt, ob jetzt zur NG oder mittels GDA.
Manche haben Erfolg mit Zusätzen wie Ascorbinsäure, aber auch da gibt es keine verlässlichen Daten.
BierRegen hat geschrieben:
Freitag 10. August 2018, 21:49
Oder die Flasche auch erst einmal mit co2 Spülen.
Das "Spülen" ist leider ein Mythos, genau so wie die immer wieder angeführte CO2 "Decke". Die gibt es nicht.
Bei "röstigen Platobomben"™ ist das alles nicht so wichtig, bei einem gestopften IPA oder einem Münchner Hellen aber umso mehr.
Ohne (wiederholtes) Vakuum wird das nix.
Bei Kegs bringt das "Spülen" auch nichts. Da hilft nur, randvoll mit Wasser (bzw. StarSan Lösung) machen, und dann mit CO2 leerdrücken.
Dazwischen gibt es Grauzonen, und bestmögliche Vermeidung von O2 hilft.
Vermeiden können wir ihn als Hobbybrauer (in Flaschen) nicht gänzlich, und leider ruft er halt eine Kettenreaktion hervor.
Da sind sich Viele einig, Oxydation ist und bleibt ein Riesen Thema was die Qualität von Selbstgebrautem betrifft.
Beim letzten Camba Festival war das wieder recht eindrucksvoll zu erleben.

Die beste Methode dürfte noch sein, mit z.B. Beergun abzufüllen, und dann die (bis oben hin) schäumende Flasche zu verschließen.
(Vorausgesetzt man hat vorher bereits alles getan, um Sauerstoffeintrag ins fertige Bier zu vermeiden).
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: Haltbarkeit

#14

Beitrag von chaos-black » Freitag 10. August 2018, 23:52

Das Thema Oxidation ist immer wieder hoch interessant wie ich finde. Ganz so schlecht würde ich das Purgen (oder Spülen) der Flaschen mit einer Beergun aber nicht machen wollen. Sicherlich verdrängt das CO2 nicht sämtlichen Sauerstoff, aber der Effekt kann durchaus sehr drastisch sein.
Ich beziehe mich bei dieser Aussage auf ein Brulosophy Experiment bei dem auf Oxidation getestet wurde. Flaschen wurden entweder mit der Beergun oder einem normalen Picknick Zapfhahn gefüllt. Bei der Beergun wurden die Flaschen 45 Sekunden lang mit CO2 geflutet. Direkt nach dem Abfüllen (damit der Sauerstoff nicht schon mit anderen Stoffen reagiert und nicht mehr zu messen ist) wurde der Sauerstoffgehalt mit einer Orbisphäre gemessen. Es wurde außerdem gemessen ob das Schütteln der Flasche wegen des potenziellen Sauerstoffs im Kopfraum einen Unterschied macht.
Im Durchschnitt enthielten die mit dem Picknick Tap gefüllten Flaschen 250ppb Sauerstoff, wenn sie zuvor geschüttelt wurden stieg dieser Wert auf 700ppb an. Die Beergun Flaschen erreichten durchschnittliche Werte von 26,5ppb und geschüttelt 43ppb.

Allerdings muss man kritisch anmerken, dass aus dem Artikel nicht hervorgeht wie groß die Stichprobe war, es handele sich um Durchschnittswerte von "several trials". Dennoch interessant in der Diskussion um Sauerstoff beim Abfüllen wie ich finde.

(Quelle: http://brulosophy.com/2017/06/05/flushi ... t-results/)

Beste Grüße,
Alex
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Re: Haltbarkeit

#15

Beitrag von Tozzi » Samstag 11. August 2018, 01:25

Ja, Alex, das seh ich ganz genauso.
Die Beer Gun dürfte wirklich die beste Alternative sein. Ich werde immer mehr zum Fan von dem Ding und ärgere mich inzwischen, überhaupt einen GDA angeschafft zu haben.
Es geht ja darum, den O2 Eintrag möglichst zu minimieren, denn je weniger, desto besser.
Das Ideal (Null) können wir halt nicht erreichen.

Mit etwas Übung kriegt man das hin, dass das Bier gerade so überschäumt, dass der Kopfraum noch passabel klein bleibt in der Flasche.
Im Bierschaum ist ja nur CO2 gebunden, das passt also...
Man hat also etwas Verlust, aber langfristig ein einigermaßen haltbares Bier.
Mit "normalen" GDAs kriegt man das so nicht hin, bedingt durch das Prinzip. Da wird der Sauerstoff eher noch ins Bier hineingedrückt.
Genauso wie im nur "gespülten" und nicht leer gedrückten Keg.
Wäre schön, wenn es die vielbesungene CO2-"Decke" wirklich gäbe.
Eine weitere Alternative wäre Brettanomyces in der Nachgärung... :Wink
Will man aber bei einem Münchner Hellen oder einem Pale Ale nicht wirklich haben, normalerweise...
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: Haltbarkeit

#16

Beitrag von BierRegen » Samstag 11. August 2018, 07:41

Hey danke schon einmal für die vielen Antworten.

Aber wenn ich jetzt auf Beergun umsteige, geht mir dann nicht zu viel Kohlensäure flöten? Oder schäumt es am Abfüllen nicht zu krass wegen des Druckunterschiedes? Es fehlen dann halt die Vorzüge eines GDA, oder nicht?

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Re: Haltbarkeit

#17

Beitrag von ggansde » Samstag 11. August 2018, 08:14

Moin,
ich habe im Keller noch eine nie benutzte Beer-Gun liegen. Wenn ich das so lese, sollte ich die evtl. mal einsetzen.
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Re: Haltbarkeit

#18

Beitrag von Gimplbrauer » Samstag 11. August 2018, 09:06

Ich verstehe das Oxidations-Problem mit dem GDA nicht so recht.
Ich fülle die Flaschen immmer bis der Schaum aus dem Nadelventil austritt.
Das Ventil sitzt immerhin 4 cm über dem Flaschenrand.
Da bleibt nmM. in der Flasche nicht mehr viel Restvolumen für eine Sauerstoffansammlung.

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Re: Haltbarkeit

#19

Beitrag von ggansde » Samstag 11. August 2018, 09:39

Dann müsste es klappen. Diese Sauerei erspare ich mir aber immer gerne.
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Re: Haltbarkeit

#20

Beitrag von Gimplbrauer » Samstag 11. August 2018, 09:54

Das Problem mit dem Schaumaustritt beim Ventil ist geringer als das "Abtröpfeln" des Füllrohres beim Flaschenwechsel.
Aber richtig ist, einen Tod muss man halt sterben....

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Re: Haltbarkeit

#21

Beitrag von irrwisch » Samstag 11. August 2018, 11:36

Ich verstehe nicht so recht wieso das mit der Beergun soviel besser sein soll als mit dem GDA?
Überschäumen lassen kann ich doch mit beiden wenn ich es will.
Wo ist da jetzt der große Vorteil der Beergun?

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Re: Haltbarkeit

#22

Beitrag von karlm » Samstag 11. August 2018, 12:00

Kann ich nicht auch mit dem GDA 3 x vorspannen zur CO2 Reduktion?

Es müsste doch eine Lösung für GDA geben...

Habe ich nicht auch im fertigen Bier etwas Hefe, die zumindest kleine Mengen an O2 verstoffwechseln müsste?
Gruß, Philipp
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Re: Haltbarkeit

#23

Beitrag von chaos-black » Samstag 11. August 2018, 12:01

Kritisch an der Beergun ist natürlich das Schaumfest dem man ausgesetzt ist wenn man nicht penibelst das Bier, die Schläuche und die Flaschen runterkühlt. Sollte man der Vollständigkeit halber erwähnen.
Der Vorteil an der Beergun gegenüber dem GDA wäre dass da nicht der vorhandene Sauerstoff in der Flasche zusammengedrückt wird, sondern durch das Flaschenloch oben heraus kann während man die Flasche mit CO2 flutet.
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Re: Haltbarkeit

#24

Beitrag von irrwisch » Samstag 11. August 2018, 14:26

Das kann ich doch mit dem GDA genauso wenn ich CO2 aufmache, den Ablasshahn auch erstmal offen lasse und erst langsam schließe.

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Re: Haltbarkeit

#25

Beitrag von Felix83 » Samstag 11. August 2018, 14:28

Es gibt eine Möglichkeit. Ich mache es aber nur für meine 5l Fässer (mache garkeine Flaschen). Ich hab meinen GDA "entkernt", sprich er hat nurnoch einen CO2 Eingang und einen Wasser Ausgang. Mit einem Silikonschlauch hab ich ihn so verlängert, dass er bis zum Boden reicht.

Damit mache ich das selbe, wie die "Wasser aus dem Keg gegen CO2" Methode.

Partyfass (bzw. Topkeg) wird mit abgekochtem Wasser gefüllt und dann per "GDA" von Fass zu Fass gedrückt, so hat man auf jedenfall nurnoch das im Fass, was aus der CO2 Flasche kommt.
Abgefüllt wird dann mit einer Beergun (0 plätschern) inkl. Überschäumen. Damit bekomme ich identische Ergebnisse, wie mit richtigen Kegs, die auch nur CO2 enthalten.
38711332_298802254001481_5098438888330887168_n.jpg
Für Flaschen ist das natürlich ganz schön aufwendig, aber eine Möglichkeit ohne Vakuumpumpe die Luft rauszubekommen.

Es gibt von "Werk" einen halbautomatischen GDA mit Vakuumpumpe, aber der kostet 4400 €. Hier im Forum haben auber auch schon ein paar Leute Vakuumpumpen an ihre GDAs gebaut.

Hab auch eine Frage: Kann man diese Partyfässer auch auf Vakuum ziehen, oder implodieren die dann? Wie macht das die Industrie, wenn sie diese 5l Dosen befüllt, weiss das jemand?

Edit: Noch kurz zur CO2 Decke. Ich hab mit der Beergun mal testweise 2 Flaschen abgefüllt. Eine mit dem "GDA" auf 100% CO2 gebracht, die andere 20 Sekunden per Beergun mit CO2 gespült. Dann 2 Wochen gelagert. In der nur gespülten Flasche waren Oxidationserscheinungen da, aber recht schwach. Also es geht schon ohne Vakuum/Luft rausdrücken, aber die Ergebnisse sind halt nicht perfekt. Es kommt hier einfach auf die eignen Ansprüche an. Mit einem normalen GDA, der das Bier von der Flaschenmitte "runterplätschern" lässt, hatte ich früher immer deutliche Oxidation. Also wenn man keine Vakuumpumpe in seinen GDA bauen möchte, oder es nicht so machen will wie ich mit dem Wasser, ist die Beergun die nächstbessere Lösung.
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Re: Haltbarkeit

#26

Beitrag von Majestix » Samstag 11. August 2018, 17:16

Ich lasse den Ablasshahn beim Abfüllen mit Gda die ganze Zeit in geöffneter Stellung. So wird es auch von Fsm. ( Hersteller) empfohlen. Das heist beim Vorspannen spüle ich die ganze Zeit und kann das natürlich so lange machen wie ich will. Wenn ich dann noch mit etwas Schaum abfülle dürfte der Sauerstoffeintrag minimal sein.
Grüsse
Carsten

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Re: Haltbarkeit

#27

Beitrag von Mailänder » Samstag 11. August 2018, 21:40

Felix83 hat geschrieben:
Samstag 11. August 2018, 14:28
Hab auch eine Frage: Kann man diese Partyfässer auch auf Vakuum ziehen, oder implodieren die dann? Wie macht das die Industrie, wenn sie diese 5l Dosen befüllt, weiss das jemand?.
Dosen, egal welcher Größe, werden einfach nicht evakuiiert da sie konstruktionsbedingt sofort implodieren würden.

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Re: Haltbarkeit

#28

Beitrag von Mailänder » Samstag 11. August 2018, 21:46

Tozzi hat geschrieben:
Samstag 11. August 2018, 01:25
Mit "normalen" GDAs kriegt man das so nicht hin, bedingt durch das Prinzip. Da wird der Sauerstoff eher noch ins Bier hineingedrückt.
Genauso wie im nur "gespülten" und nicht leer gedrückten Keg.
Entschuldige, aber diese Aussage vertstehe ich wirklich nicht. Wie soll der Sauerstoff jetzt "hineingedrückt" werden?

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Re: Haltbarkeit

#29

Beitrag von Felix83 » Samstag 11. August 2018, 23:25

Mailänder hat geschrieben:
Samstag 11. August 2018, 21:40
Felix83 hat geschrieben:
Samstag 11. August 2018, 14:28
Hab auch eine Frage: Kann man diese Partyfässer auch auf Vakuum ziehen, oder implodieren die dann? Wie macht das die Industrie, wenn sie diese 5l Dosen befüllt, weiss das jemand?.
Dosen, egal welcher Größe, werden einfach nicht evakuiiert da sie konstruktionsbedingt sofort implodieren würden.
Ok, aber wie kriegen die das sauerstofffrei? Die Füllen ja sicher gescheit ab ohne O2 uptake.
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Re: Haltbarkeit

#30

Beitrag von Tozzi » Samstag 11. August 2018, 23:50

Mailänder hat geschrieben:
Samstag 11. August 2018, 21:46
Tozzi hat geschrieben:
Samstag 11. August 2018, 01:25
Mit "normalen" GDAs kriegt man das so nicht hin, bedingt durch das Prinzip. Da wird der Sauerstoff eher noch ins Bier hineingedrückt.
Genauso wie im nur "gespülten" und nicht leer gedrückten Keg.
Entschuldige, aber diese Aussage vertstehe ich wirklich nicht. Wie soll der Sauerstoff jetzt "hineingedrückt" werden?
Nun, wir erzeugen im GDA normalerweise ein Luft/CO2 Gemisch, da der Sauerstoff eben nicht wie Öl auf Wasser auf dem CO2 "schwimmt" (leider).
Das Gemisch wird dann auf Vorspanndruck gebracht.
Majestix hat geschrieben:
Samstag 11. August 2018, 17:16
Ich lasse den Ablasshahn beim Abfüllen mit Gda die ganze Zeit in geöffneter Stellung. So wird es auch von Fsm. ( Hersteller) empfohlen.
Das hat mir bisher nur Schaumduschen eingebracht. Wenn das funktioniert, ist es bestimmt ein Schritt in die richtige Richtung.
Ich hasse meinen GDA und mache keinen Hehl draus (es beruht auch auf Gegenseitigkeit)... Wer das für sich perfektioniert hat, dem sei mein Neid gewiss. :Wink
Egal wie, ich denke für uns dürfte der beste Weg der sein, möglichst Schaum im Flaschenhals bis oben zu haben, um dann die Flasche sofort zu verschließen. Wie man das anstellt, egal. Für mich geht das mit der Beer Gun am einfachsten, was aber auch wieder auf Grenzen stößt, wenn man höher Karbonisiertes (Weißbier, Saison) abfüllen will. Da gehe ich gerade (für mich) wieder zurück zur NG in der Flasche (aber trotzdem mit Beer Gun und ebenfalls möglichst mit Schaum, den kann man damit ja sehr einfach erzeugen).
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: Haltbarkeit

#31

Beitrag von Mailänder » Sonntag 12. August 2018, 08:02

Tozzi hat geschrieben:
Samstag 11. August 2018, 23:50
Nun, wir erzeugen im GDA normalerweise ein Luft/CO2 Gemisch, da der Sauerstoff eben nicht wie Öl auf Wasser auf dem CO2 "schwimmt" (leider).
Das Gemisch wird dann auf Vorspanndruck gebracht.
Und dass das keine Rolle Spiel ist dir klar, oder? Bei einem Gasgemisch da zählt nur der Partialdruck der einzelnen Gase. Egal wie viel CO2 man reindrückt, der Partialdruck vom O2 bleibt konstant und beträgt höchstens 1 bar wenn man gar nicht vorspühlt.
Nimm's mir bitte nicht übel, aber es wäre schön wenn man keine weitere Hobbybrauer-Mythen entstehen lassen würde...

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Re: Haltbarkeit

#32

Beitrag von flying » Sonntag 12. August 2018, 11:01

Der Patialdruck des Sauerstoffs beträgt ja nur 0,21 bar. Luft besteht aus 79% Stickstoff und 21% Sauerstoff. Rechnet man den Stickstoff weg bleiben die 0,21 bar Sauerstoff übrig.
Puffert man mit CO2 auf 3 bar auf besteht das Gemisch aus.
3 bar CO2
0,79 bar N2
0,21 bar O2

Entspannt man dieses Gemisch jetzt wieder auf 0 bar bzw. 1 bar absolut muss man, vom Vakuum ausgehend, alles durch 4 teilen. Danach ergibt sich dann schon ein anderes Bild. Es verbleiben in der Flasche Patialdrücke von
0,75 bar CO2
0,2 bar N2
0,05 bar O2

Bei weiteren Druckspülungen kann man das dann weiterführen. Bei einer Druckspülung bis 3 bar (oder auch 4 bar absolut) beträgt der übriggebliebene Sauerstoff noch 5%, bei einer Zweiten dann 1,25% usw.
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Re: Haltbarkeit

#33

Beitrag von Felix83 » Sonntag 12. August 2018, 12:24

Hmmm, ich bin schlecht in Mathe.
Was meinst du mit "vom Vakuum ausgehend"?
Fuellvorgang_800.png
Laut der bekannten Grafik hier hat man am Anfang 520 ml Luft in der Flasche, am Ende dann ~20 ml. 21 % davon sind O2.
Also 109 ml O2 am Anfang und 4,2 ml O2 am Ende. Also verbleiben 3,9 % O2 in der Flasche, nach doppelter Evakuierung und CO2 Spülung.
Bei Spülungen ohne vorher ein Vakuum zu ziehen muss das doch viel mehr sein.

Man muss aber auch zwischen Keg und Flasche unterscheiden. In der Flasche ist, laut meiner verquerten Logik, nur der O2 Eintrag beim Befüllen relevant, da am Ende ja übergeschäumt wird und kein O2 mehr im Kopfraum verbleibt.
Bei nem NC Fass z.B. ist die Situation viel kritischer. Da füllt man viellecht 18,5 l in ein 19,2 l Gebinde und wenn in dem Kopfraum auch nur 1 % O2 wären ist es rum, wie ich oben schon schrieb. Das ist O2 Eintrag im ppm Bereich also zich fach drüber.
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Re: Haltbarkeit

#34

Beitrag von flying » Sonntag 12. August 2018, 12:42

Was meinst du mit "vom Vakuum ausgehend"?
Weil 3 bar Überdruck 4 bar absolut sind. Normaler Luftdruck sind ja schon 1 bar und die muss man mitberechnen. 0 bar sind demzufolge 1 bar absolut und 0 bar absolut wären komplettes Vakuum...

Bei Evakuuierung sieht das Rechenbeispiel natürlich anders aus aber wer kann das im Hobbybereich schon..?

Das Rechenbeispiel war einfach gewählt. Also auf 3 bar füllen und wieder auf Atmosphärendruck entspannen. Dann kann man annehmen, dass der Sauerstoffgehalt nach jeder Druckspülung noch ein Viertel ist. Nach einer Spülung noch 5%, dann 1,25% , 0,3% usw..

Grob gerundet ist der Sauerstoffgehalt nach 3 x 3 bar Druckspülungen um das 70-fache reduziert.
Zuletzt geändert von flying am Sonntag 12. August 2018, 15:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Haltbarkeit

#35

Beitrag von Felix83 » Sonntag 12. August 2018, 13:10

Und da komm ich nicht mit :Bigsmile

Laut dem Artikel hat man bei doppelter Evakuierung und doppeltem Vorspannen mit 2 bar noch 3,9 % O2 in der Flasche.
Laut deiner Rechnung sind es ohne Evakuierung und zweimaliger Spülung bei 3 bar nurnoch 1,25 %.

Das kann ja nicht ganz aufgehen, denn die Evakuierung bringt ja offenkundig enorme Vorteile was den O2 Gehalt angeht.
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Re: Haltbarkeit

#36

Beitrag von flying » Sonntag 12. August 2018, 13:52

Also von der Grafik und dem Spülen aus einem "CO2/Luftgemisch- Behälter" habe ich keine Ahnung aber wenn ich sie richtig deute wird überhaupt keine Druckspülung gemacht, sondern nur einmal vorgespannt.
Die angegebenen Werte deute ich auch anders. Bei der Vorspannung sind 1500 ml CO2 in der Flasche und 15 ml Luft. Das sind 1%. 21% von 1% sind 0,2% Sauerstoff.
Beim Füllen der Flasche steht dann ein Verhältnis von 1480 ml CO2 und 20 ml Luft was ca. 0,25- 0,3% O2 sind/wären...?

Um solche Werte zu erreichen ist eine 3 - malige Druckspülung mit 3 bar Überdruck nötig.
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Re: Haltbarkeit

#37

Beitrag von flying » Sonntag 12. August 2018, 15:03

Noch ne Überlegung zum CO2- Verbrauch. Um ein 50 L Fass oder 100 Flaschen 3 - 4 mal a 3 bar mit CO2 druckzuspülen braucht man ca. 1 kg Gas.
Bei Hornbach kostet die 10 kg Füllung 22,50 €, also 2,25 € für das Spülen. Ist nicht billig aber auch kein enormer Posten. Kein Vergleich zu einer Vakuumpumpe. Bei Flaschen käme auch noch ein großer Zeitfaktor dazu.
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Re: Haltbarkeit

#38

Beitrag von Mailänder » Sonntag 12. August 2018, 15:06

flying hat geschrieben:
Sonntag 12. August 2018, 11:01
Der Patialdruck des Sauerstoffs beträgt ja nur 0,21 bar. Luft besteht aus 79% Stickstoff und 21% Sauerstoff. Rechnet man den Stickstoff weg bleiben die 0,21 bar Sauerstoff übrig.
Und das ist natürlich richtig. Ich muß wirklich aufhören, vor dem Morgenkaffee zu posten... :redhead

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Re: Haltbarkeit

#39

Beitrag von DevilsHole82 » Sonntag 12. August 2018, 15:43

Beim Lesen dieses Thread kamen mir mehrere Fragen auf:

Um welche Art GDA geht es hier überhaupt?
a) GDA mit der Möglichkeit einer CO2-Spülung über die Bierleitung.
b) GDA mit der Möglichkeit des Vorspannens im Kopfraum.
c) GDA mit Möglichkeit a) + b).

Der TE spricht von einem FSM GDA. Aber um welches Modell geht es?

Wieso funktioniert eine Minimierung des CO2-Gehalts mit GDA "c)" nicht? Ein spülen über die Bierleitung am tiefsten Punkt (Flaschenboden) sollte doch das CO2 durch die Flaschenöffnung heraus treiben. Schließt man danach den Ausgang, sollte keine Umgebungsluft mehr hinein können.
Gruß, Daniel

Was von Herzen kommt gelingt, weil's einen gibt, der die Kelle schwingt. Heute back ich, morgen brau ich, wer heimlich nascht, den verhau ich.

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Re: Haltbarkeit

#40

Beitrag von flying » Sonntag 12. August 2018, 16:15

Stell Dir mal folgendes Szenario vor. Du hast ein Liter- Becherglas voll mit Alkohol. Da steckst Du ein Röhrchen rein, drückst Wasser durch und lässt es oben einfach überlaufen.
Wieviel Wasser musst Du reindrücken bis absolut kein Alkohol mehr drin ist?
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Re: Haltbarkeit

#41

Beitrag von bobeye » Montag 13. August 2018, 00:01

Ich habe jetzt irgendwie den Faden verloren. An sich scheint der Konsens zu sein, dass für den Hobbybrauer nix vernünftig funktioniert wenn man helle, hopfige Biere machen möchte als das Bier in KEGs zu füllen und von dort auch nicht in Flaschen zu bringen, sondern von da aus zu konsumieren.
Ist doch eigentlich ziemlich mist, wenn man nicht gerade aufs Zapfen steht, soll das so viel bedeuten wie dass jegliches Bier aus Flaschen (inkl. Nachgärung darin) minderwertig ist, und zwangsläufig zu oxidierten Bieren führt?

LG
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Re: Haltbarkeit

#42

Beitrag von Felix83 » Montag 13. August 2018, 00:24

Leider ja, das ist zumindest meine Meinung.

Hier ist ein Vergleich mit einem New England IPA. Im Fass O2 frei abgefüllt gegen Flaschengärung.

http://brulosophy.com/2018/03/12/the-im ... t-results/

Wie gesagt. Mit der Beergun, ordentlich vorher vorspülen und vom Boden aus abfüllen sind die Ergebnisse, ich sag mal, OK. Es ist keine kommerzielle Qualität, aber IMHO das Beste, was du kriegen kannst. Als Hobbyist würde ich mir da noch den Fermentasaurus überlegen, weil du Dir dann zum einen den O2 Eintrag vom Zwangskarbonisieren sparst (CO2 aus der Flasche ist auch nicht 100% rein und bringt allein schon an die 150 ppb O2 ein, also das Max was kommerziell ok ist). Außerdem kannst die Beergun direkt an den Saurus anschließen und in Flaschen abfüllen, wenn ich nicht irre. Also sparst du dir den Umweg über Kegs. Der Saurus ist ja praktisch ein Keg.

Alternativ dann ein kleiner ZKG, z.B. von SS Brewtech, vielleicht noch mit Kühlmantel und Kühler, aber da reden wir schon wieder über ordentlich Kohle, daher die Idee mit dem Fermentasaurus.

Edit: Nachgärung ist nicht unbeding minderwertig. Ich hab mir da auch schon Gedanken drüber gemacht. Die Hefe verstoffwechselt ja einen kleinen Teil O2 beim Nachgären. Eine Flasche mit Luft im Kopfraum führt aber zu Oxidation, wie in dem Link oben gezeigt.

Sierra Nevada hat aber in den 90ern ihr äußerst beliebtes Pale Ale auch in Flaschen nachveroren und die Qualität war mit Sicherheit ok, sonst wäre das ja nicht zum einen der beliebtesten Pale Ales geworden. Ich würd mal normal Befüllen, Zucker rein und dann den Kopfraum mit CO2 spülen. Einfach die Flasche leicht aufdrehen und den Co2 Schlauch an die Flaschenöffnung. Wenn der Kopfraum O2 frei bleibt und die Hefe bisschen O2 verstoffwechselt, könnten da vielleicht richtig gute Ergebnisse rauskommen. Müsste man mal probieren.
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Re: Haltbarkeit

#43

Beitrag von Tozzi » Montag 13. August 2018, 00:53

Ganz klar, das will niemand hören...
Ist halt auch die Nummer Eins Spaßbremse beim selber Brauen.

Dennoch, um die Kirche im Dorf zu lassen:
Es ist schon möglich, auch im Hobbybrauer Umfeld gute bis sehr gute Biere zu machen, das wissen wir ja auch, sonst würden wir uns den Aufwand gleich sparen.
Aber es lohnt sich auf alle Fälle, drüber nachzudenken und im Rahmen der eigenen Mittel halt das Bestmögliche zu tun, um den Sauerstoff Eintrag so gut es halt geht zu vermeiden.

Beim NEIPA ist es halt besonders fies, wenn das dann nach ein paar Wochen kackbraun-trüb aus der Flasche kommt.
Bei mir war es der dritte Sud, ein "Bière de Garde", was nach 2 Monaten unerträglich nach Pappe geschmeckt hatte; nach 6 Monaten war es aber wieder trinkbar, die "Pappe" war durch "Honig" ersetzt. Aus dem "Blonde" war ein "Bruin" geworden.
Das wollte ich zwar nicht, war aber OK (zumindest für die Laien, denen ich es dann vorgesetzt habe). :redhead
Bei "röstigen Platobomben" spielt das kaum eine Rolle, deshalb ging lange alles gut bei mir.

War einer der Gründe, warum ich letztlich auf Kegs umgestiegen bin und auch der Hauptgrund, meine Ss Brewtech Chronicals durch Unitanks zu ersetzen.
Und auch, warum ich der Beer Gun nochmal eine Chance gegeben habe. Mit der bin ich wirklich zufrieden (und brauche keine Schutzbrille).
Die hat anfangs auch eine Lernkurve (Schaumdusche eingeschlossen) aber mit etwas Übung klappt das gut und ich habe zwar Bierverlust, aber das was in der Flasche landet oxidiert dann kaum noch nach, zumal man ja gezielt noch etwas Schaum provozieren kann vor dem Verkorken und die Beergun selber sehr tief in die Flaschen hineinreicht.
Allerdings fülle ich halt auch höchst selten in Flaschen ab und dann nicht gleich Kistenweise.
Kühlen muss man beim GDA auch, sonst ebenfalls Schaumparty.
Meinen FSM GDA V2 (mit Automatik :Ahh) gebe ich jedenfalls gerne her, falls ihn jemand haben will...
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: Haltbarkeit

#44

Beitrag von irrwisch » Montag 13. August 2018, 08:01

Vielleicht bin ich einfach zu doof aber ich verstehe immernoch nicht wo jetzt bei der Beergun der Vorteil ggü. dem GDA ist, was das mehrfache Spülen mit CO2 angeht.
Wenn ich einen GDA habe bei dem das CO2 über das Biersteigrohr bis an den Flaschenboden geht und ich den Ablass offen lasse kann ich damit doch genauso mehrfach spülen wie mit der Beergun oder nicht? Oder hab ich einfach nicht verstanden wie die Beergun funktioniert?

Dann das nächste:
Wie kriegt man das denn im Keg CO2 frei hin? Konsens hier im Forum scheint zu sein, das Keg erst voll mit Wasser zu machen und mit CO2 rausdrücken.
Da man das Keg aber nicht randvoll mit Wasser machen kann verbleibt doch auch hier wieder etwas Sauerstoff im Kopfraum Keg. Der geht doch bestimmt auch nicht vollständig raus wenn ich jetzt CO2 hinterherdrücke.
Das nächste ist, wie füllt man vom Gäreimer O2 frei ins Keg ein? Den Gäreimer öffnen und von oben abziehen dürfte dann ja auch absolut Tabu sein, also eher vom Ablasshahn per Schlauch (und evtl. Pumpe dazwischen) direkt durch den Getränkeeingang ins Keg drücken?

Fragen über Fragen :puzz

edit: Bei Aliexpress gibts übrigens Beergun Klone für um die 30 EUR. Weiß einer ob die was taugen?

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Re: Haltbarkeit

#45

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Montag 13. August 2018, 08:27

irrwisch hat geschrieben:
Montag 13. August 2018, 08:01
Wie kriegt man das denn im Keg CO2 frei hin? Konsens hier im Forum scheint zu sein, das Keg erst voll mit Wasser zu machen und mit CO2 rausdrücken.
Da man das Keg aber nicht randvoll mit Wasser machen kann verbleibt doch auch hier wieder etwas Sauerstoff im Kopfraum Keg.
...
Das nächste ist, wie füllt man vom Gäreimer O2 frei ins Keg ein?
Warum sollte man das Keg nicht randvoll mit Wasser füllen können? Ich kenne die CC/NC Kegs nicht aber bei normalen Flachfitting-Kegs geht das 100%ig. Lediglich das Steigrohr des Fittings bleibt voll Luft und diese Luft wird als erstes herausgedrückt, wenn das CO2 einströmt.

Abfüllen aus dem Gäreimer geht so:

Falls man es nicht gut erkennt ...
Das Jungbier fließt vom Gäreimer über den Bieranschluss in das CO2 geflutete Keg. Im CO2 Lippenventil des Zapfkopfes steckt ein "Offenhalter" (hier eine Schere), damit das Gas entweichen kann, wenn das Bier hineinfließt.
IMG_2211.jpg
IMG_2211.jpg (77.29 KiB) 508 mal betrachtet
"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
"Nein! Was Böses!"
"Alkoholfreies Bier??? ..."
-----------
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Re: Haltbarkeit

#46

Beitrag von Felix83 » Montag 13. August 2018, 13:40

irrwisch hat geschrieben:
Montag 13. August 2018, 08:01
Vielleicht bin ich einfach zu doof aber ich verstehe immernoch nicht wo jetzt bei der Beergun der Vorteil ggü. dem GDA ist, was das mehrfache Spülen mit CO2 angeht.
Wenn ich einen GDA habe bei dem das CO2 über das Biersteigrohr bis an den Flaschenboden geht und ich den Ablass offen lasse kann ich damit doch genauso mehrfach spülen wie mit der Beergun oder nicht? Oder hab ich einfach nicht verstanden wie die Beergun funktioniert?
Es geht hier weniger ums Spülen an sich, sondern darum, dass bei der Beergun alles am Flaschenboden stattfindet ohne Druck in der Flasche. Der GDA lässt das Bier ja auf halber Flaschenhöhe ab, was auch eine Art "Plätschern" darstellt. Bei der Beergun läuft das eher gemütlich rein von unten nach oben, wie bei einem Abfüllröhrchen.

irrwisch hat geschrieben:
Montag 13. August 2018, 08:01
Dann das nächste:
Wie kriegt man das denn im Keg CO2 frei hin? Konsens hier im Forum scheint zu sein, das Keg erst voll mit Wasser zu machen und mit CO2 rausdrücken.
Da man das Keg aber nicht randvoll mit Wasser machen kann verbleibt doch auch hier wieder etwas Sauerstoff im Kopfraum Keg. Der geht doch bestimmt auch nicht vollständig raus wenn ich jetzt CO2 hinterherdrücke.
Das geht, ich kanns dir widerum nur für NC/CC Kegs erklären. Wasserhahn Gardena Adapter -> Gardenakupplung -> Trinkwasserschlauch -> Gardenakupplung -> Garden männlich auf 1/2" -> 1/2" auf 5/8" Adapter -> Bierschlauch -> Keg (Bierseite). Keg zu. Wasserhahn auf. ich kann dir die Links zu den Shops geben, die die Adapter verkaufen.

irrwisch hat geschrieben:
Montag 13. August 2018, 08:01
Das nächste ist, wie füllt man vom Gäreimer O2 frei ins Keg ein? Den Gäreimer öffnen und von oben abziehen dürfte dann ja auch absolut Tabu sein, also eher vom Ablasshahn per Schlauch (und evtl. Pumpe dazwischen) direkt durch den Getränkeeingang ins Keg drücken?
Gerwerblich mach ichs mit nem druckfesten ZKG, wie üblich. Privat bzw. für Pilotsude mit einem 60l Speidelfass. Da wird oben die Luftschleuse gegen einen Ablasshahn ersetzt. Über den Ablasshahn oben wird mit 0,1 Bar CO2 reingepumpt, Das drückt das Bier minimal schneller raus, aber verhindert in erster Linie das Luft ins Gärfass zieht wenn es sich leert.

Dann Silikonschlkauch an den Ablasshahn -> Bierschlauch -> NC Keg. Anschließen, Hahn auf, Entlüftungsventil vom Keg auf. Et voila: Geschlossener Transfer.
39038119_286971322131042_5426957977569460224_n.jpg
irrwisch hat geschrieben:
Montag 13. August 2018, 08:01
edit: Bei Aliexpress gibts übrigens Beergun Klone für um die 30 EUR. Weiß einer ob die was taugen?
Keine Ahnung, hab die Originale.
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Re: Haltbarkeit

#47

Beitrag von bobeye » Montag 13. August 2018, 14:59

Tozzi hat geschrieben:
Montag 13. August 2018, 00:53
Ganz klar, das will niemand hören...
Ist halt auch die Nummer Eins Spaßbremse beim selber Brauen.

Dennoch, um die Kirche im Dorf zu lassen:
Es ist schon möglich, auch im Hobbybrauer Umfeld gute bis sehr gute Biere zu machen, das wissen wir ja auch, sonst würden wir uns den Aufwand gleich sparen.
Aber es lohnt sich auf alle Fälle, drüber nachzudenken und im Rahmen der eigenen Mittel halt das Bestmögliche zu tun, um den Sauerstoff Eintrag so gut es halt geht zu vermeiden.

Beim NEIPA ist es halt besonders fies, wenn das dann nach ein paar Wochen kackbraun-trüb aus der Flasche kommt.
Bei mir war es der dritte Sud, ein "Bière de Garde", was nach 2 Monaten unerträglich nach Pappe geschmeckt hatte; nach 6 Monaten war es aber wieder trinkbar, die "Pappe" war durch "Honig" ersetzt. Aus dem "Blonde" war ein "Bruin" geworden.
Das wollte ich zwar nicht, war aber OK (zumindest für die Laien, denen ich es dann vorgesetzt habe). :redhead
Bei "röstigen Platobomben" spielt das kaum eine Rolle, deshalb ging lange alles gut bei mir.

War einer der Gründe, warum ich letztlich auf Kegs umgestiegen bin und auch der Hauptgrund, meine Ss Brewtech Chronicals durch Unitanks zu ersetzen.
Und auch, warum ich der Beer Gun nochmal eine Chance gegeben habe. Mit der bin ich wirklich zufrieden (und brauche keine Schutzbrille).
Die hat anfangs auch eine Lernkurve (Schaumdusche eingeschlossen) aber mit etwas Übung klappt das gut und ich habe zwar Bierverlust, aber das was in der Flasche landet oxidiert dann kaum noch nach, zumal man ja gezielt noch etwas Schaum provozieren kann vor dem Verkorken und die Beergun selber sehr tief in die Flaschen hineinreicht.
Allerdings fülle ich halt auch höchst selten in Flaschen ab und dann nicht gleich Kistenweise.
Kühlen muss man beim GDA auch, sonst ebenfalls Schaumparty.
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Es ist wirklich etwas, was mir in den letzten Monaten einiges an Kopfzerbrechen bereitet hat. Und ehrlich gesagt war ich der Meinung dass ich bei den letzten Bieren die durch ihre bräunliche Verfärbung als oxidiert angesehen habe einfach schlampig abgefüllt hatte. Zusätzlich wurden diese nämlich vor dem Abfüllen noch umgeschlaucht, was natürlich auch wieder weiteren Sauerstoff eingetragen hat. Dabei hatte ich wohl außer Acht gelassen, dass ich, so wie du auch weiter oben geschrieben hast, hauptsächlich dunklere Biere gebraut habe, welche eben ihre Nachfärbung nicht oder schwer zu erkennen geben.

Jedoch sind die hellen Biere trotzdem die, die ich momentan bevorzugt trinken und brauen möchte. Da muss ich mich wohl eingängig mit dem Problem der sauerstoffarmen Abfüllung befassen. Ich habe den Fermentasaurus, mit dem ich letztens ein Wiess direkt karbonisiert und ins Fass transferiert habe (wie von euch beschrieben mit Wasser gefüllt und mit CO2 raus gedrückt).
Ein Strong Ale, was ich im Jänner damit drucklos vergoren und über 0,1-0,2 bar CO2 aus dem Fermentasaurus gedrückt und mittels Abfüllpistole abgefüllt habe, ist wohl immer noch das beste Bier das ich bis jetzt gebraut habe. Ich bin jetzt nicht irgendwie ignorant gegenüber der Oxidation in diesem Bier, das hatte sicherlich trotzdem einen Sauerstoffeintrag, da ja über die Abfüllpistole das Schäumen nicht so hoch ist, dass es bis zum Flaschenrand reicht.

Aber eure Beergun Vorschläge bringen mich auf die Idee, dass man vielleicht eine ähnliche Abfüllprozedur von unkarbonisiertem Bier mit der Beergun machen könnte: das Bier mithilfe der Kohlensäure-Flutung der Beergun das Bier aktiv zum Überschäumen zu bringen und dann so schnell wie möglich zu verschließen. Glaubt ihr könnte das funktionieren?

LG
Bob

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Re: Haltbarkeit

#48

Beitrag von Felix83 » Montag 13. August 2018, 15:29

könnte gehen ja. Aber ich würde testen was besser ist. Unkarbonisiert aufschäumen oder einfach an den Kopfraum halten und co2 reinpusten.
Denn wenn in der Beergun im CO2 Rohr nur ein klein wenig Restsauerstoff ist (man bewegt die Gun ja hin und her beim Abfüllen), dann drückst du dir O2 direkt ins Bier!
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Re: Haltbarkeit

#49

Beitrag von Tozzi » Montag 13. August 2018, 17:46

Genau so mache ich das, bei NG in der Flasche.
Bei karbonisiertem Bier braucht man sich um den Schaum sowieso keine Sorgen zu machen... :P
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: Haltbarkeit

#50

Beitrag von Boludo » Montag 13. August 2018, 19:05

Ich trau mich das jetzt ja kaum zu sagen, aber Vitamin C wäre auch ne Option :redhead

Stefan

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