0,5l Bierdose als Hobbybrauer

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Re: 0,5l Bierdose als Hobbybrauer

#51

Beitrag von Tozzi » Donnerstag 15. Februar 2018, 01:29

Und da isses wieder, das StarSan Thema...
Dann lieber Ascorbinsäure oder Disulfit reinkippen, gell? :Wink

Ich find diesen Ansatz ziemlich cool.
Offenbar tut sich da wirklich was. Man darf gespannt sein, wann das hierzulande erschwinglich wird.
Eine gewisse Sauerei ist halt unvermeidlich. Aber die hat man ja letztlich immer bei sowas.
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: 0,5l Bierdose als Hobbybrauer

#52

Beitrag von Astir » Donnerstag 11. Oktober 2018, 12:56

Hi,

hab gerade diesen "can seamer" aus Spanien im Netz gefunden https://www.youtube.com/watch?v=jsiZImXfpDU

Und diesen hier aus den USA https://oktoberdesign.com/shop/canseamers/mk16/ gibt es auch in einer 220V Version

In den USA werden die Dosen meist mit der Beergun befüllt. Nicht uninteressant das Ganze ....

https://www.youtube.com/watch?v=pGQzYOR3Rqs

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Re: 0,5l Bierdose als Hobbybrauer

#53

Beitrag von t3k » Donnerstag 11. Oktober 2018, 13:34

Bis grad hab ich gedacht .... irgendwann hat man alles was man sich so wünscht für seine Hobbybraueranlage beisammen ... wie naiv ... ;)

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Re: 0,5l Bierdose als Hobbybrauer

#54

Beitrag von hopfenbär » Donnerstag 11. Oktober 2018, 14:47

Astir hat geschrieben:
Donnerstag 11. Oktober 2018, 12:56
Hi,

Und diesen hier aus den USA https://oktoberdesign.com/shop/canseamers/mk16/ gibt es auch in einer 220V Version
OktoberDesign stellt wohl bald einen homebrew Can Seamer vor, die aktuellen Modelle zielen ja eher auf Bars ab.
https://www.instagram.com/p/Boj1zkflPtH ... hare_sheet
Solum duri in hortum veniunt.

Vorstellung im alten Forum http://tinyurl.com/gob2p5g

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Re: 0,5l Bierdose als Hobbybrauer

#55

Beitrag von Fuji » Donnerstag 11. Oktober 2018, 21:41

Oktober funktioniert ziemlich gut, Beergun auch.
Einzig das organisieren der Dosen (0.33) in unserem Fall für Kleinmengen (6000 Stück) war äusserst mühsam...
Dateianhänge
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Re: 0,5l Bierdose als Hobbybrauer

#56

Beitrag von Tozzi » Donnerstag 11. Oktober 2018, 22:26

Sehr cool. :thumbup
Beschreib mal, wie funktioniert das denn?
Dose ganz befüllen, mit der Beergun, bleibt da nicht noch ein O2-haltiger Kopfraum?
Bzw. gibt das keine Riesen Sauerei mit Überschäumen und so?
Ich kann mir das noch nicht so richtig vorstellen. :redhead
Viele Grüße aus München
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Re: 0,5l Bierdose als Hobbybrauer

#57

Beitrag von Fuji » Freitag 12. Oktober 2018, 07:33

Ich kann unser Vorgehen mal kurz zusammenfassen:

Can Seamer haben wir (nach einigen Mails) aus den USA in die Schweiz liefern lassen:
https://oktoberdesign.com/shop/canseamers/mk16/

Gab noch einige Alternativen (im China Raum gibts die enorm günstig), aber dieser hat uns am meisten überzeugt.
Hier gibt es zu beachten, dass die Verschlusslippen in den USA und Europa anders geformt sind. Oktober bietet aber für alle Dosengrössen und Dosentypen Upper Chucks und Adapter an. Einfach vorher richtig informieren und bestellen.

IMG_9811.JPG
IMG_9812.JPG
IMG_9814.JPG

Für die Dosen war es ein Kampf. Die grossen Hersteller (nenne mal keine Namen) haben auf unsere Anfragen in der Regel nicht mal reagiert. Wenn dann eine Reaktion kam, gibts nur ganze Lastwagenlieferungen voll. Wir haben dann nach regem E-Mail Verkehr mit einem Hersteller (Produktion in Deutschland) eine Palette mittels Stückguttransport in die Schweiz liefern lassen. Die mussten nach der Produktion die Palette extra für uns entpacken und einige Layer entfernen, dass Sie die Palette mit Stückgut transportieren konnten (haben etwas über 6000 Dosen erhalten). Eine Dose kostet uns nun etwa 10 - 12 Cent. Dies für die 0.33 Dosen. Bei 0.5'er wäre es wohl einfacher gewesen (Baldinger).
Hier fehlt unserer Meinung nur, dass die grossen Braushops mal einige Paletten bestellen und ins Sortiment aufnehmen würden. Würde alles vereinfachen und die könnten in Zukunft sicher gutes Geld damit verbieten. Anfragen bei Braushops blieben meistens auch unbeantwortet...
Einzig die Nachbarn finden es etwas komisch, wenn plötzlich eine Palette Leerdosen vor deiner Haustür steht. :thumbsup

IMG_9838.jpg

Gefüllt wird via Beergun.
Wir legen die Dosen und Deckel vor dem Befüllen kurz in ein Starsan Bad. Danach werden diese im Eiswasserbad nachgespült (ich weiss, eigentlich nicht notwendig bei Starsan, aber wir verkaufen die Dosen und wollen möglichst keine Rückstände haben, auch wenn unbedenklich). Dann sind die Dosen gut vorgekühlt und sauber. Diese werden nun mit der Beergun befüllt (Kegs vorgekühlt auf 1 Grad). Bis jetzt hatten wir nie wirklich grosse Probleme mit der Beergun. Zum richtigen Befüllen und Bedienungsfehler gibt es in Amiforen unglaublich viele Tipps (schein dort beliebter zu sein). Wenn man nicht mit zu viel Druck abfüllt, alles gut vorgekühlt ist und man organisiert arbeitet, kann man die Dosen ohne grosse Schaumorgie ordentlich befüllen.
Wir spülen die Dosen 2-3 Sekunden mit CO2 vor, danach werden die Dosen bis knapp unter den Rand befüllt. Die Schaumkrone wird mit dem Deckel rausgedrückt und danach sofort verschlossen. So haben wir praktisch keinen Kopfraum. Was nachher Kopfraum wäre, ist somit Schaum und sollte nur minimal Sauerstoff in die Dosen bringen.
Bei den ersten Batches konnte bis jetzt keine Nennenswerte Oxidation (weder optisch noch geschmacklich festgestellt werden).
Gibt ein wenig Sauerei beim abfüllen (wenn die Dosen etwas überlaufen kann es beim verschliessen etwas spritzen). Ist in der Regel aber schnell aufgeräumt (Can Seamer ist einfach zu reinigen). Hatte meistens weniger zu putzen als nach einer Abfüllorgie mit dem GDA (und da hatte ich extrem Oxidation).
Test mit dem Neipa folgt nächste Woche. Wenn dies nicht oxidiert, dann sind wir definitiv auf dem richtigen Weg. :Grübel

Danach werden die Dosen im Can Seamer verschlossen. Die Dosen werden eingespannt und drehen dann im Seamer. Zum verschliessen der Lippen werden der rechte Hebel zuerst, dann der linke Hebel geschlossen. Danach sind die Dosen versiegelt und dicht (hatten noch mit keiner Dose ein Problem und haben bis jetzt etwa 1000 Dosen verschlossen).

https://www.youtube.com/watch?v=nJe8QK7E_TM
Hier ein Beispielvideo aus den USA. Nicht alles eins zu eins übernehmen, was die Amis so machen. Video dient nur dazu, die Funktionsweise und Einfachheit des Seamers zu zeigen. Wir hatten nie eine solche Sauerei...
Oktober hat einen eigenen Youtube Kanal, da ist auch die Reinigung des Semaers etc. gut dokumentiert.

Das einzige Problem sehe ich, wenn die Dosen beim befüllen schäumen. Dies meist bei der ersten Dose pro Keg (Leitungen noch etwas warm, vielleicht beim umhängen etwas Luft gezogen etc.). Man sieht den Dosen vor dem versiegeln nicht an, wie viel Schaum tatsächlich drin ist. Bei den ersten Versuchen hatten wir danach ein paar Dosen, die mit zu wenig Bier befüllt waren. Jetzt haben wir eine Waage zur Hand und können bei Dosen, die sich ungewöhnlich leicht anfühlen vorher prüfen, ob der Füllstand passt. Hier reden wir aber vielleicht von 5 Dosen pro Batch (wir brauen in der Regel 100 - 120 Liter Bier).

Das befüllen funktioniert aber gut und wir sind zufrieden mit dem Ergebnis. Gestern Abend haben wir 3 Kegs befüllt. Mit Aufbau, Füllen und reinigen haben wir für die 60 Liter etwa 3 Stunden gebracht. GDA und Flaschenwaschen fand ich viel schlimmer.
Über die Vorteile der Dosen (Haltbarkeit des Bieres, Licht, Stapelbarkeit, Recycling gegenüber Einwegflaschen etc.) und den schlechten Ruf möchte ich hier nicht diskutieren. Gibt genügend Punkte die für die Dosen sprechen. Gerade wir als wirklich kleine Nanobrauerei sehen darin nur Vorteile. Wer mal in Amerika oder Neuseeland war, weiss, dass da Bier in Flaschen eher die Ausnahme als die Regel ist. Zudem kommt gutes Bier zum trinken eh in Gläser, ob aus der Flasche oder der Dose. :Drink

Die Dosen bekleben wir mit Selbstklebeetiketten von Hand (Lebensmittelechte Etiketten auf Rollen).
Das MHD wird auf den Etiketten mit Edding von Hand beschriftet.

IMG_0044.jpg

Ist alles nur Hobby und alles Handarbeit. Aber mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden.
Weitere Fragen kann ich gerne Beantworten.
Hoffe habe die wichtigsten Punkte etwas geklärt.

Gut Sud
Fuji

Edit: Wir sind zum befüllen zu zweit. Einer füllt ab, der andere verschliesst. Alleine geht, ist aber umständlicher...
Edit 2: Dosengärung funktioniert auch. Gemäss Hersteller halten die Dosen bis 6bar Druck aus. Hat bei Tests bisher gut funktioniert. Dies vielleicht für sehr empfindliche Sude wegen Sauerstoff (Neipa als Beispiel)...
Zuletzt geändert von Fuji am Freitag 12. Oktober 2018, 08:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: 0,5l Bierdose als Hobbybrauer

#58

Beitrag von Dawnrazor » Freitag 12. Oktober 2018, 07:44

Krass :Shocked

Macht ordentlich was her
Grüße aus Dortmund
Jens

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Re: 0,5l Bierdose als Hobbybrauer

#59

Beitrag von tessuti » Freitag 12. Oktober 2018, 08:55

Schön gelöst.
Ich gehe davon aus Ihr verkauft in der Schweiz und habt den Dosenpfand-Mist nicht?

Frank

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Re: 0,5l Bierdose als Hobbybrauer

#60

Beitrag von Fuji » Freitag 12. Oktober 2018, 13:02

Pfand, was ist das?
Habe keine Erklärung dazu im Wiki gefunden? :puzz

Quatsch beiseite, ja, in der Schweiz. Dosenpfand kenne wir nicht.
Flaschenpfand auch nur begrenzt. Wäre vielleicht ein Grund gegen Dosen, aber ich kenne Euer Pfandsystem nicht im Detail.

Für uns die Ideale Lösung, aber wie gesagt, der Weg dahin war nicht einfach.
Niemand will, zumindest in der Schweiz, Micro und Nanobrauereien mit Can Seamer, Dosen oder Träger beliefern. Wenn dann doch, sind die Versandkosten in der Regel enorm (aus Amerika, Spezialtransporte oder ähnliches), dazu kommen Zoll etc. Wir waren froh, haben wir relativ "lokale" Lieferanten dafür gefunden.

Gut Sud
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Re: 0,5l Bierdose als Hobbybrauer

#61

Beitrag von philipp » Freitag 12. Oktober 2018, 13:40

tessuti hat geschrieben:
Freitag 12. Oktober 2018, 08:55
Schön gelöst.
Ich gehe davon aus Ihr verkauft in der Schweiz und habt den Dosenpfand-Mist nicht?
Hast du in Deutschland auch nicht, so lange du als Hobbybrauer die Dosen nicht in Verkehr bringst.
Der Porter, den man in London gemeiniglich Bier zu nennen pflegt, ist unter den Malz-Getränken das vollkommenste.
http://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/h ... ew/1817246

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Re: 0,5l Bierdose als Hobbybrauer

#62

Beitrag von Felix83 » Freitag 12. Oktober 2018, 15:07

Saugut Fuji!
Die Ettiketten sehen auch super aus!
When you don't know what you are doing, anything is possible. - Tony Magee

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Re: 0,5l Bierdose als Hobbybrauer

#63

Beitrag von Tozzi » Freitag 12. Oktober 2018, 19:36

Super, vielen Dank, jetzt kann ich mir was drunter vorstellen.
Tolle Sache.
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: 0,5l Bierdose als Hobbybrauer

#64

Beitrag von philipp » Freitag 12. Oktober 2018, 19:52

Sieht schon beneidenswert geil aus...

Zwei Dinge kratzen mich ein wenig:
a) Der Preis ;-)

und b): Wie schaut datt mit die Sicherheit von die Fingers aus?

Oder ist das vergleichbar mit einer Standbohrmaschine - sprich überschaubar?
Der Porter, den man in London gemeiniglich Bier zu nennen pflegt, ist unter den Malz-Getränken das vollkommenste.
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Re: 0,5l Bierdose als Hobbybrauer

#65

Beitrag von t3k » Freitag 12. Oktober 2018, 20:29

Bezüglich preis,
Die haben grad den „SL1 Homebrewer Can Seamer” auf instergram vorgestellt. Im presale (ab 15.10) geht das Schmuckstück für $779 über die Ladentheke. Shop Code „SL1“ ... einfach mal auf ig schauen.

Cheers
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Re: 0,5l Bierdose als Hobbybrauer

#66

Beitrag von Fuji » Freitag 12. Oktober 2018, 21:02

Finger sind noch dran. Und glaub mir, wenn ich irgendwo Stolpern, Anstossen oder mich Verletzen kann, mach ichs in der Regel sehr schnell. Beispiel Polsinelli, hab beim ersten Sud geblutet wie eine abgestochene Sau (scharfe Kante)... Habe hier keine Bedenken.

Thema Preis, wenn ich Palettenweise Flaschen bestelle, dazu Kronkorken, Etiketten etc. komm ich in der Schweiz mindestens auf den doppelten Preis der Dosen. Zudem brauchen diese weniger Platz, sind leichter, stapelbar, etc..
Klar ist der Seamer teuer, aber wenn ich teils die Investitionen anderer Hobbykollegen sehe, habe ich keine Bedenken.
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Re: 0,5l Bierdose als Hobbybrauer

#67

Beitrag von olibaer » Freitag 12. Oktober 2018, 22:13

Hallo zusammen,

damit das für die Interessierten nicht verloren geht:

Der "Can Seamer" ist, wie der Name schon sagt, nicht recht viel mehr als ein Verschliesser. Er "falzt" den Deckel auf die Dose - mehr nicht.
Die "Leerdose" ohne Deckel muss zunächst auf anderem Weg gereinigt, befüllt und dann via "Seamer" verschlossen werden.
Solch eine unbefüllte Leerdose ohne Deckel ist ein sehr filigranes Gebilde, dass im Umgang mit "Samthandschuhen" angefasst werden muss, weswegen "reinigen" und "befüllen" nichts mit dem zu hat, wie wir es gewohnt von den Glasflaschen her kennen.

Viele der "Industriedosen" werden nach der Befüllung noch durch einen Pasteur geschickt, der Dose, incl. Produkt, möglichst keimarm macht.
Das Dosen- und Deckelleergut das zum Einsatz kommt ist bis zur Verwendung versiegelt, weswegen ein einfaches "Rinsern" der Leergutchargen, wenn überhaupt, im Verbund mit dem Pasteur, genügt.

Werden Kleinstmengen von Dosen & Deckeln angefordert, kann man sich leicht vorstellen, dass diese Teilmengen auf dem Komissionierungsweg durch viele Hände und Zustände gegangen sind, bis "Produkt" eingefüllt wird.
Damit darf nicht ausbleiben, dass die Leerdosen, in ihrer mehr als zerbrechlichen Natur, vor der Befüllung gereinigt werden müssen, was mit den Bordmitteln eines Hobbybrauers unmöglich sein wird.

Ich persönlich würde liebend gern mein Glasleergut abgeben und auf Dose umstellen, was an Chargenmengen nicht im NC-, CC- oder Kegfaß landet - selbst die Kosten würden mich nicht schrecken. Die Vorteile liegen auf der Hand, und selbst eine "Dosengärung" könnte ich mit vorstellen, ist doch die Dose, neben der idealen Verpackung, auch ein perfekter Druckbehälter.

Auch das Thema Sauerstoff lässt sich im Verbund mit "Dosenfüllung" nicht so einfach unter den Tisch kehren.
Der Deckel liegt zum Veschlusszeitpunkt nicht "Plan" auf der Flüssigkeit. Die bekannten Falze am Dosendeckel repräsentieren "Luftpolster", die Nach und Nach in das Produkt eingetragen werden können - Schaum auf der Flüssigkeitsoberfläsche, kurz vor dem Verschluß, hin oder her.
Im Verhältnis zur Füllmenge sind das gigantische Luft-/Sauerstoffmengen, die hier zwischen Produkt und Verschluß, auf ihren Einsatz warten.
Nicht ganz ohne Grund wird "Industriell", kurz vor dem Dosenverschluss, noch eine geringe Menge flüssiger Stickstoff in die zu verschliessende Dose geträufelt, quasi auf das Produkt(RHG-Bier ausgenommen). Diese Technik(Stickstoffträufeln) ist mittlerweile so ausgereift, dass sie selbst für Füller funktioniert, die 80.000 Dosen in der Stunde aussspucken.

Ich möchte das Thema nicht schlecht reden, ganz im Gegenteil würde ich mir wünschen, dass es sich für uns verbessert.
Es wäre einfach grandios, wenn Produkt selbst in kleinsten Mengen, bei Kälte und bei Dunkelheit, seine Ruhe hat.

"Wölkchen" in den Himmel zu zeichnen wird wenig helfen. Wenn wie das Thema Dose in unseren Reihen etablieren möchten,
ist Missionarsarbeit angesagt - gepaart mit feuchten Augen.


P.S.: Ich wäre dabei - ohne Rücksicht auf Verluste ;-)
Gruss
Oli
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Re: 0,5l Bierdose als Hobbybrauer

#68

Beitrag von Mystic-G » Samstag 13. Oktober 2018, 11:42

olibaer hat geschrieben:
Freitag 12. Oktober 2018, 22:13
Solch eine unbefüllte Leerdose ohne Deckel ist ein sehr filigranes Gebilde...
Umso erstaunlicher dass man as filigrane Leergut in Mannhohen Paletten lagern und sogar transportieren kann.

Danke Fuji für deine Ausführliche Beschreibung des Ablaufes. Sehr interessant das ganze.
Von la Nebuleuse hatte ich nun auch schon Dosen In der Hand, scheinbar kommt in der Schweiz langsam aber sicher Bewegung in die Sache.
Und mit jedem Pionier mehr, der sich wie Fuji ans Ziel kämpft, wird es wahrscheinlicher dass sich auch die Hobbybrauershops der Thematik öffnen.

Falls deine Frau auch ins hobby einsteigen möchte kann sie ja den ersten Schweizer Dosenzubehörshop eröffnen und Kurse im abfüllen geben :-)

P. S.
Wenn du mal dringend abfüllen musst, und noch eine Manneskraft brauchst, dann ruf an. Ich komm sehr gerne mal helfen einen batch abzufüllen um mir das ganze von nahem anzusehen. Und als Honorar reichen mir ein/zwei sixpäcks naturallohn..
Gruss
Zuletzt geändert von Mystic-G am Sonntag 30. Februar 2018, 08:15, insgesamt 3.14-mal geändert.

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Re: 0,5l Bierdose als Hobbybrauer

#69

Beitrag von Astir » Samstag 13. Oktober 2018, 12:57

Es scheinen sich mehr und mehr mit dem Thema auseinander zusetzen...
In England werden günstige Standbohrmaschinen umgebaut, und leider sehr teuer verkauft...
IMG_3651.PNG
IMG_3647.JPG
IMG_3650.JPG
https://youtu.be/7-H9nXHnQjY

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