Ist Sedimentierung der Hefe beeinflussbar?

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schwarzwaldbrauer
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Ist Sedimentierung der Hefe beeinflussbar?

#1

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Dienstag 28. September 2021, 23:26

Hallo,
Grund für die Eröffnung dieser Diskussion ist:
Habe vor ca. 6 Monaten mit der W 34/70 ein Pils sowie ein Märzen gebraut. Also bei Stw, Karbonisierung und Lagerung ähnliche Biere. Beide wurden in Flaschen mit Haushaltszucker nachvergoren, Ziel war 5 g/l CO2.
Die Nachgärung erfolgte bei ca. 10°C, danach wurden die Flaschen aufrecht bei 10°C in einer gesteuerten Gefriertruhe gelagert.
Es sind gute Biere geworden. Nun stelle ich beim Einschenken fest dass die Hefe Märzen super gut sedimentiert ist während sie sich im Pils sehr schnell vom Flaschenboden löst wenn man nicht aufpasst.
Gibt es dazu ähnliche Erfahrungen?

Grüßle Dieter
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Re: Ist Sedimentierung der Hefe beeinflussbar?

#2

Beitrag von gulp » Mittwoch 29. September 2021, 09:03

Das Pils wird halt überkarbonisiert sein, warum auch immer.

Gruß
Peter
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Re: Ist Sedimentierung der Hefe beeinflussbar?

#3

Beitrag von Colindo » Mittwoch 29. September 2021, 09:13

Wenn deine Hefe in beiden Fällen gesund war (optimal angestellt etc), sollte sie sich auch ähnlich verhalten. Aber wenn nicht alles gleich war, kann es schon Unterschiede geben.
Sauerstoffgehalt, ausreichend Lipide, ausreichend Calcium sind drei Dinge, von denen ich weiß, dass sie für gut sedimentierende Hefe notwendig ist. Vielleicht gab es da Unterschiede, oder eins der beiden Biere stand länger warm und die Hefe war gestresster?
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Re: Ist Sedimentierung der Hefe beeinflussbar?

#4

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Mittwoch 29. September 2021, 10:01

Colindo hat geschrieben:
Mittwoch 29. September 2021, 09:13

Sauerstoffgehalt, ausreichend Lipide, ausreichend Calcium sind drei Dinge, von denen ich weiß, dass sie für gut sedimentierende Hefe notwendig ist. Vielleicht gab es da Unterschiede, oder eins der beiden Biere stand länger warm und die Hefe war gestresster?
Danke für eure Antworten.
Anhand der aufgenommenen Daten kann ich keine Unterschiede nachvollziehen. Wahrscheinlich liegt es an Details die oben aufgeführt sind.

Grüßle Dieter
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Re: Ist Sedimentierung der Hefe beeinflussbar?

#5

Beitrag von Räuber Hopfenstopf » Donnerstag 30. September 2021, 07:48

Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass eine etwas zu hohe Karbonisierung zu einer verstärkten Entbindung von CO2 führt, die dann die Hefe nach oben reisst. Flaschen einmal angelüftet und es war gut.
Allen wird bekannt gemacht, dass keiner in die Jeetze kackt - denn morgen wird gebraut.
Steht am Bierbrunnen in Salzwedel

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Re: Ist Sedimentierung der Hefe beeinflussbar?

#6

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Donnerstag 30. September 2021, 21:23

Räuber Hopfenstopf hat geschrieben:
Donnerstag 30. September 2021, 07:48
Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass eine etwas zu hohe Karbonisierung zu einer verstärkten Entbindung von CO2 führt, die dann die Hefe nach oben reisst. Flaschen einmal angelüftet und es war gut.
Vielen Dank für diesen Hinweis.
Das werde ich probeweise sofort machen.
Meine Flaschen sind mit Kronkorken verschlossen. Davon mache ich welche kurz auf, verkorke sofort wieder und stelle sie weiter kalt.
Könnte eine gute, kurzfristige Behelfslösung für diesen Sud sein.
Werde wieder berichten,
Grüßle Dieter
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Re: Ist Sedimentierung der Hefe beeinflussbar?

#7

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Dienstag 12. Oktober 2021, 22:18

schwarzwaldbrauer hat geschrieben:
Donnerstag 30. September 2021, 21:23
Räuber Hopfenstopf hat geschrieben:
Donnerstag 30. September 2021, 07:48
Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass eine etwas zu hohe Karbonisierung zu einer verstärkten Entbindung von CO2 führt, die dann die Hefe nach oben reisst. Flaschen einmal angelüftet und es war gut.
Vielen Dank für diesen Hinweis.
Das werde ich probeweise sofort machen.
Meine Flaschen sind mit Kronkorken verschlossen. Davon mache ich welche kurz auf, verkorke sofort wieder und stelle sie weiter kalt.
Könnte eine gute, kurzfristige Behelfslösung für diesen Sud sein.
Werde wieder berichten,
Grüßle Dieter
Habe das mit 2 Flaschen so durchgezogen und heute probiert:
Gleiches Verhalten.
Hatte bisher immer gedacht, dass sich der Hefesatz mit der Lagerdauer immer weiter verfestigt. Aber bei diesem nun fast 7 Monate abgefüllten Pils ist das nicht so. Am Anfang des Einschenkens ist das glasklar, ab der Hälfte kommen Hefebrocken angeschwommen, die ich lieber nicht im Glas hätte.
Diesen Effekt hatte ich bisher noch nie.

Grüßle Dieter
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Re: Ist Sedimentierung der Hefe beeinflussbar?

#8

Beitrag von afri » Mittwoch 13. Oktober 2021, 22:11

schwarzwaldbrauer hat geschrieben:
Dienstag 12. Oktober 2021, 22:18
ab der Hälfte kommen Hefebrocken angeschwommen, die ich lieber nicht im Glas hätte.
Diesen Effekt hatte ich bisher noch nie.
Ich auch nicht, gerade bei der 34/70 nicht, die bildet nach längerer Lagerzeit eigentlich immer einen Bodensatz wie Beton. Andere Teilchen drin, Hopfen, Eiweißschmodder vom Umschlauchen etc. kannst du ausschließen?
Achim
Bier ist ein Stück Lebenskraft!

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Re: Ist Sedimentierung der Hefe beeinflussbar?

#9

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Mittwoch 13. Oktober 2021, 22:52

afri hat geschrieben:
Mittwoch 13. Oktober 2021, 22:11
schwarzwaldbrauer hat geschrieben:
Dienstag 12. Oktober 2021, 22:18
ab der Hälfte kommen Hefebrocken angeschwommen, die ich lieber nicht im Glas hätte.
Diesen Effekt hatte ich bisher noch nie.
Ich auch nicht, gerade bei der 34/70 nicht, die bildet nach längerer Lagerzeit eigentlich immer einen Bodensatz wie Beton. Andere Teilchen drin, Hopfen, Eiweißschmodder vom Umschlauchen etc. kannst du ausschließen?
Achim
Stehe wirklich vor einem Rätsel. Das hatte ich noch nie. Und komisch: gerade jetzt habe ich wieder eine Flasche davon aufgemacht, die ist astrein!
Bei den Flaschen die auffällig waren sieht das aus als würde der gesamte Bodensatz aufgewühlt und verliert jeglichen Zusammenhalt.
Wie gesagt, dieses Pils ist eines von von ca. 15 Bieren, die ich bisher mit der 3470 gemacht habe. Bei alle anderen kam das nicht vor.
Grüßle Dieter
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Re: Ist Sedimentierung der Hefe beeinflussbar?

#10

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Mittwoch 13. Oktober 2021, 23:13

Hattest du dein Pils mit anderem Wasser gebraut als das Märzen? Vermutlich schon, weil das Pils wesentlich weicheres Wasser haben will.
In diesem Fall würde ich auf Post #3 zurück kommen.
"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
"Nein! Was Böses!"
"Alkoholfreies Bier??? ..."
-----------
Viele Grüße
Jens

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Re: Ist Sedimentierung der Hefe beeinflussbar?

#11

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Mittwoch 13. Oktober 2021, 23:53

DerDerDasBierBraut hat geschrieben:
Mittwoch 13. Oktober 2021, 23:13
Hattest du dein Pils mit anderem Wasser gebraut als das Märzen? Vermutlich schon, weil das Pils wesentlich weicheres Wasser haben will.
In diesem Fall würde ich auf Post #3 zurück kommen.
Hallo Jens,
da wir hier sehr weiches Wasser haben, braute ich mit dem selben Wasser + einer sehr geringen Sauermalzzugabe von 90 gr, bei 20 l Haugtguß.
Bleibt mir nur noch folgende Vermutung:
Die im Umschlauchbottich vorgelegte Zuckerlösung wurde ungleich vermischt und die betreffenden Flaschen sind überkarbonisiert. Das ist ja auch Peters Vermutung aus #2.
Eine andere Erklärung kann ich mit den vorliegenden Informationen nicht finden.

Danke und Grüßle an alle die sich damit befasst haben,
Dieter
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Re: Ist Sedimentierung der Hefe beeinflussbar?

#12

Beitrag von Colindo » Donnerstag 14. Oktober 2021, 08:58

Kannst du denn ein Aufsprudeln in der Flasche nach dem Öffnen beobachten? Das würde die Überkarbonisierung zeigen.
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Re: Ist Sedimentierung der Hefe beeinflussbar?

#13

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Donnerstag 14. Oktober 2021, 21:57

Colindo hat geschrieben:
Donnerstag 14. Oktober 2021, 08:58
Kannst du denn ein Aufsprudeln in der Flasche nach dem Öffnen beobachten? Das würde die Überkarbonisierung zeigen.
Gerade eben gemacht.
Nach dem Öffnen ist alles total ruhig. Nach ca. 5 Sekunden habe ich dann eingeschenkt. Kam zunächst glasklar. Als ich dann die Hefe in der inzwischen waagrecht gehaltenen Flasche anschwimmen sah, habe ich aufgehört. Ca 2 cm der 0,33l Flasche blieben dann zurück - siehe Foto.

Grüßle Dieter
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Re: Ist Sedimentierung der Hefe beeinflussbar?

#14

Beitrag von Alt-Phex » Donnerstag 14. Oktober 2021, 22:44

Mysteriös! Ich baller mal ins blaue, vieleicht treff ich ja.

Wie reinigst du denn deine Bierflaschen? Gibt es eine Chance auf Ablagerungen wie Bierstein im unteren Bereich der Flasche?
"Viele Biere werden am Etikettierer gemacht"

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Re: Ist Sedimentierung der Hefe beeinflussbar?

#15

Beitrag von Colindo » Freitag 15. Oktober 2021, 19:06

schwarzwaldbrauer hat geschrieben:
Donnerstag 14. Oktober 2021, 21:57
Gerade eben gemacht.
Das ist aber doch jetzt der Zustand, wenn alles gut ist, oder? Also die letzten 2 cm muss man bei Bodensatz doch meistens opfern, wenn man kein bombenfestes Sediment hat.
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Re: Ist Sedimentierung der Hefe beeinflussbar?

#16

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Freitag 15. Oktober 2021, 21:42

Colindo hat geschrieben:
Freitag 15. Oktober 2021, 19:06
schwarzwaldbrauer hat geschrieben:
Donnerstag 14. Oktober 2021, 21:57
Gerade eben gemacht.
Das ist aber doch jetzt der Zustand, wenn alles gut ist, oder? Also die letzten 2 cm muss man bei Bodensatz doch meistens opfern, wenn man kein bombenfestes Sediment hat.
Schon,
Aber ich bin das vor allem bei der W3470 anders gewohnt. Da kann ich sonst Einschenken ohne auf die Hefe zu achten.
Bei den paar Flaschen die jetzt noch da sind kann ich natürlich damit leben, aber irgendwas ist bei dieser Charge anders gelaufen.

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Re: Ist Sedimentierung der Hefe beeinflussbar?

#17

Beitrag von Barney Gumble » Samstag 16. Oktober 2021, 10:57

So Leute, der Barney stellt Mal wieder alle Axiome zur Diskussion..
Meine Beobachtung ist, einen astreinen Splitsud hinzubekommen, va wenn noch was sedimentviert, ist sehr schwer, dh vielleicht hat Deine Pilswurze einfach nicht dieselbe Zusammensetzung wie Deine Märzenwürze gehabt und die Hefe (auch die homogen zu bekommen und genau gleich in beide Gefäẞe.. ist schwer mMn) hatte andere Voraussetzungen und hat sich etwas anders entwickelt.
So,.jetzt steinigt mich ruhig ob meiner Kritik der reinen Praxis .
VG
Shlomo
Als ich von den schlimmen Folgen des Trinkens las, gab ich es sofort auf - das Lesen! (frei nach Henry Youngman)
Wenn ich nicht gleich antworte, liege ich unterm Zapfhahn :Bigsmile

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Re: Ist Sedimentierung der Hefe beeinflussbar?

#18

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Samstag 16. Oktober 2021, 22:01

Barney Gumble hat geschrieben:
Samstag 16. Oktober 2021, 10:57
So Leute, der Barney stellt Mal wieder alle Axiome zur Diskussion..
Meine Beobachtung ist, einen astreinen Splitsud hinzubekommen, va wenn noch was sedimentviert, ist sehr schwer, dh vielleicht hat Deine Pilswurze einfach nicht dieselbe Zusammensetzung wie Deine Märzenwürze gehabt und die Hefe (auch die homogen zu bekommen und genau gleich in beide Gefäẞe.. ist schwer mMn) hatte andere Voraussetzungen und hat sich etwas anders entwickelt.
So,.jetzt steinigt mich ruhig ob meiner Kritik der reinen Praxis .
VG
Shlomo
Hi Shlomo, verstehe dich voll und ganz.
Aber was sich hier zeigt ist abseits von allem was ich mit dieser Hefe bisher erlebt habe. Kann sonst immer einschenken bis voll an den Bodensatz ran.
Möchte die Sache auch nicht überbewerten und gehe davon aus, dass nächste Sud, der gerade am Gären ist hinterher wieder bockelhart sedimentiert zumal auch niemand von den Mitdiskutierern ein ähnliches Verhalten bestätigt.

Grüßle Dieter
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