FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

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Pale Moon
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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#51

Beitrag von Pale Moon » Dienstag 12. November 2019, 14:46

Hallo zusammen,

Der vorherige Beitrag ist schon lange her, und ich hoffe, dass meine (Anfänger-)Fragen hier trotzdem am richtigen Platz sind.

Ich habe seit 10.11. abends meinen 1. Sud (10 L) im Gäreimer (steht im Keller bei fast konstant ca. 20.5°C). Stammwürze nach dem Abkühlen auf 23°C: 14.4° Brix (ja, sorry, ist ein Refraktometer). Obergärige Hefe, Danstar Nottingham.

Die Gärung begann am 11.11. früh (Temperatur 20.5°C). Meine Holde meinte, es gab auch noch heute (12.11.) Vormittag Blubbern im Gärröhrchen, aber jetzt rühre sich da nichts mehr (Temperatur 21.0°C). Sollte mich das schon jetzt beunruhigen oder ist es normal, dass die Gärung ab und zu mal "Aussetzer" hat? Liegt's evtl. an Luftdruckveränderungen? (davon habe ich keine Aufzeichnung)

Der Eimer erscheint sowohl am komplett geschlossenen Auslaufhahn als auch rund um den Deckel sowie rund um den Gummistopfen (durch den das Gärröhrchen geht) im Deckel dicht zu sein.

Die Danstar Nottingham hatte ich übrigens nicht rehydriert (bei der Aufregung hatte ich dieses Detail glatt übersehen), sondern komplett (11 g) aufgestreut auf die 10 L im Eimer (und nicht umgerührt). Ich weiß, dass das nicht ganz "richtig" bzw. vermutlich zu viel Hefe war, aber nun ist es halt so passiert. Könnte das der Grund für's Stocken sein?

Sollte ich jetzt noch einmal mit dem Refraktometer messen? Schadet es einem (normal verlaufenden) Gärprozess, wenn der Deckel öfters geöffnet wird und damit Luft bzw. Sauerstoff an den Sud kommt?

Schon einmal vielen Dank für Eure hilfreichen Hinweise, und entschuldigt bitte, falls meine Fragen evtl. dumm sind oder im falschen Thread gestellt. :redhead
Viele Grüße
Pale Moon

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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#52

Beitrag von Till » Dienstag 12. November 2019, 16:03

Hallo,

eigentlich ist das hier nicht die richtige Stelle. Aber ganz kurz:

Die Aktivität des Gärröhrchens besser nicht überbewerten, kann alles mögliche bedeuten, wenn sich da nichts tut (das wüsstest Du übrigens, wenn Du den Thread gelesen hättest...). Die Eimer sind nicht immer 100% dicht.

Messen (v.a. den Eimer aufmachen) würde ich mindestens eine, besser zwei Wochen nicht. Wenn es schonmal geblubbert hat, sollte die Gärung angekommen sein. Wenn das der Fall ist, kannst Du Dich entspannen. Kann auch sein, dass die Gärung im Wesentlichen durch ist, aber meist geht's am Ende der aktiven Gärung noch ein bisschen ruhiger weiter.

Etwas warm ist es bei Dir im Keller zum Gären, aber da brauchst/kannst Du jetzt auch nichts mehr zu machen. 20 Grad klingt zwar ok, die Gärung selbst erhöht die Temperatur aber i.d.R. zusätzlich. Gerade wenn es richtig abgeht kann das auch mal deutlich über die Komfortzone der Hefe rausgehen.

Grüße,
Till

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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#53

Beitrag von Pale Moon » Dienstag 12. November 2019, 17:19

Danke! Auch wenn's hier wohl doch am falschen Platz ist, erlaube ich mir kurz noch folgende Anmerkung und Nachfrage:
Die Temperatur messe ich auf dem Eimerdeckel. Ich habe keine Möglichkeit, kühler zu gären (draußen ist es zu kalt). Ich dachte, dass die Danstar Nottingham die Temperatur um 20°C gut verträgt (10-23°C Gärungstemperatur las ich bei einem Online-Händler aus dem Bier-Gewerbe). Ist das falsch? Oder ist gemeint, dass die Temperatur nicht in Bezug auf die Wirksamkeit der Hefe zu hoch ist, sondern für den Gärprozess an sich? Und kann so eine Gärung bereits am 2. Tag nach dem Anstellen im Wesentlichen durch sein?

Nochmal die Frage an die Moderatoren: Sollten meine Fragen lieber in einen eigenen Thread? Auch Euch danke und allen einen schönen (Feier-)Abend! :Smile
Viele Grüße
Pale Moon

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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#54

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Dienstag 12. November 2019, 17:38

Die 20° C sind für die Nottingham schon noch ok, kannst jetzt ja eh nichts mehr dran ändern. Ich würde so wie oben beschrieben alles weiter stehen lassen und nur darauf achten, dass die Umgebungstemperatur nicht sinkt, sondern eher steigt

Grüßle Dieter
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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#55

Beitrag von coyote77 » Mittwoch 13. November 2019, 19:17

Pale Moon hat geschrieben:
Dienstag 12. November 2019, 17:19
Danke! Auch wenn's hier wohl doch am falschen Platz ist, erlaube ich mir kurz noch folgende Anmerkung und Nachfrage:
Die Temperatur messe ich auf dem Eimerdeckel. Ich habe keine Möglichkeit, kühler zu gären (draußen ist es zu kalt). Ich dachte, dass die Danstar Nottingham die Temperatur um 20°C gut verträgt (10-23°C Gärungstemperatur las ich bei einem Online-Händler aus dem Bier-Gewerbe). Ist das falsch? Oder ist gemeint, dass die Temperatur nicht in Bezug auf die Wirksamkeit der Hefe zu hoch ist, sondern für den Gärprozess an sich? Und kann so eine Gärung bereits am 2. Tag nach dem Anstellen im Wesentlichen durch sein?
Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen Würze- bzw. Jungbiertemperatur und Umgebungstemperatur. Bei einer stürmischen Gärung kann die erste (je nach Würzemenge) etliche Grade über der zweiten liegen. Daher kann die Anstelltemperatur bei Hefezugabe auch ruhig ein paar Grad niedriger gewählt werden.
Die Hefe arbeitet auch bei höheren Temperaturen, sogar schneller. Aber, und da empfehle ich dir, dich über Hefe schlauer zu machen, sie macht ja nicht nur Alkohol und CO2 aus Zucker, sondern trägt vielfältig zum Geschmack des Bieres bei. Bei höheren Gärtemperaturen neigen Hefen zu Fehlgeschmäckern und der Produktion von Fuselalkoholen.
Grüße, Andreas :Drink

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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#56

Beitrag von Pale Moon » Mittwoch 13. November 2019, 19:28

Tja, kühler als 20-21°C habe ich es hier nicht. Aber ich danke auch Dir für die hilfreichen Hinweise! :Smile

Kühlt Ihr denn nach dem Anstellen? WIe macht Ihr das? Das ist mein 1. Sud, daher habe ich kein besonderes Kühl-Equipment, und der Kühlschrank ist schon voll. :Wink
Viele Grüße
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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#57

Beitrag von Augenfeind » Donnerstag 14. November 2019, 08:44

Also in meinem Keller ist es dank des nebenan befindlichen Heizungsraumes stets um die 20/21°C und ich habe dort nun bestimmt schon 12 Sude vergoren und alle (bis auf einen langweiligen) fand ich so lecker, dass ich mein Equipment erweitert habe, weil es so viel Freude bereitet.
Also ich lasse das Bier immer zu Ende vergären und fülle es dann in Flaschen ab, die ich anschließend wieder für eine Woche im Keller stehen lasse, bevor ich die erste Flasche in den Kühlschrank stelle und dann trinke. Ich habe es nie bereut. Inzwischen steht eine Camping-Kühlbox neben meinen Kisten, und ich lagere dort regelmäßig ein paar Flaschen, aber ich habe mehr und mehr den Eindruck, dass mir die Biere besser schmecken, wenn ich sie bei 20°C lagere.
Dazu ist noch zu sagen, dass die Biere bei mir nie alt werden, sprich: Ich lagere kaum länger als 1 Monat.
Alles was ich hier so mache wiederspricht wohl so ziemlich allen Regeln und Ratschlägen hier aus dem Forum und vermutlich trinke ich da nur Fehlaromen und minderwertiges Zeug, aber mir ist es wichtig, dass es mir lecker schmeckt und weniger, dass das Bier dem vorgesehenen Stil möglichst exakt entspricht (das ändert sich vielleicht im Laufe der Jahre...).
Jedenfalls möchte ich die Lanze brechen für die 20°C-Vergärung ohne kontrollierte Temperaturführung.
Inzwischen habe ich eine Kühlanlage zum Vergären und so entsteht gerade mein erstes Pils (oder zumindest war das der Plan) - das wird das erste Bier, das ich kontrolliert führe und auch wirklich lange kühlen werde. Möglicherweise wird mir das die Augen öffnen, aber bisher habe ich den Kühlschrank nur benötigt, um das Bier ordentlich zu kühlen, bevor ich es mir ins Glas gieße. Das geht jedenfalls auch.
"Ein ernst zu nehmender Staat benötigt eine eigene Fluggesellschaft und ein eigenes Bier. Eine Fußballmannschaft oder Nuklearwaffen helfen, aber ein Bier ist Minimalvoraussetzung." (Frank Zappa)

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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#58

Beitrag von Braufex » Donnerstag 14. November 2019, 09:26

Pale Moon hat geschrieben:
Mittwoch 13. November 2019, 19:28
Kühlt Ihr denn nach dem Anstellen?
Nein!
Man kühlt die Würze auf Anstell-Temperatur und stellt erst dann die Hefe an.
Sobald die Hefe in der Würze ist, soll die Temperatur während der Gärführung nur noch angehoben werden.
Abkühlung während des Gärens führt sehr wahrscheinlich zu Gärstockungen, ist auch sehr abhängig vom gewählten Hefestamm.
Wenn du dazu Fragen hast, gibt es einige Spezialisten im Forum.

Gruß Erwin
Zuletzt geändert von Braufex am Donnerstag 14. November 2019, 22:30, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#59

Beitrag von Pale Moon » Donnerstag 14. November 2019, 17:05

DIe Würze hatte beim Aufstreuen der Hefe eine Temperatur von 23°C (mit einer Kühlspirale unter Kaltwasser aus der Leitung runtergekühlt). Durch das Stellen des Eimers (nach dem Anstellen) in den Keller ist die Temperatur danach halt nochmal runtergegangen und beträgt jetzt wie geschrieben so zwischen 20 und 21°C. Ich stelle sie jetzt mal in einen Raum, wo es etwas wärmer ist (ca. 22°C). Viel mehr "steuern" kann ich da leider nicht.
Viele Grüße
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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#60

Beitrag von coyote77 » Donnerstag 14. November 2019, 22:57

Viele, so auch ich, vergären im Kühlschrank mit Inkbird. Günstig und simpel
Grüße, Andreas :Drink

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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#61

Beitrag von Pale Moon » Freitag 15. November 2019, 07:01

Wie passt das mit dem Satz weiter oben zusammen?

"Sobald die Hefe in der Würze ist, soll die Temperatur während der Gärführung nur noch angehoben werden."

Sorry, ich bin verwirrt. :Waa
Viele Grüße
Pale Moon

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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#62

Beitrag von Innuendo » Freitag 15. November 2019, 07:38

Verzettel Dich nicht. Die OG Hefe arbeitet auch bei 20°C - lass sie einfach in Ruhe machen. Wenn das Bier am End nicht schmeckt weißt Du zumindest, wie Du es nicht nochmal machst. Klingt komisch, ist aber so ;-)
Ich hab auch ein (xmas) Bier mit der Notti seit rund 5 Wo in der Reifung ... ich würde es noch als lecker ist anders bezeichnen.
Bei deinem Sud mit der Notti kühl vergären mit Inkbird Steuerung bringt jetzt außer Verwirrung imho nix. Genauso hilfreich wäre eine Ghettoblaster vor Deinen Gäreimer mit Master of puppets (metallica) zu stellen, um die Hefezellen zu mehr Aktivität zu ermuntern und dem Jungbier guten Geschmack einzuflößen. Ernsthaft: lass es in Ruhe gären und schau einfach, was am End rauskommt. Ich mache mir im Brauprotokoll Notizen über meine Fehler, Vergesslichkeiten und Dummheiten. Verbunden mit der Hoffnung, beim nächsten Sud ...
Innu

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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#63

Beitrag von Pale Moon » Freitag 15. November 2019, 09:31

Danke! Notizen in mein Büchlein mache ich auch aus diesem Grund. Abwarten und Tee - äh, Bier trinken. :Wink
Bis Xmas werde ich keine so lange Reifezeit haben. Falls meine Kreation nicht schmeckt, gibt's halt etwas aus dem Getränkemarkt. :P
Viele Grüße
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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#64

Beitrag von coyote77 » Freitag 15. November 2019, 22:30

Pale Moon hat geschrieben:
Freitag 15. November 2019, 07:01
Wie passt das mit dem Satz weiter oben zusammen?

"Sobald die Hefe in der Würze ist, soll die Temperatur während der Gärführung nur noch angehoben werden."

Sorry, ich bin verwirrt. :Waa
Das heißt: kühl anstellen, kontrolliert vergären, zum Ende kann es ruhig etwas wärmer werden.
Was oft falsch gemacht wird: warm anstellen, dann kühl stellen oder aber bei Raumtemperatur stehen lassen, was eine Gärtemperatur von 22, 23 Grad oder mehr zur Folge haben kann.
Grüße, Andreas :Drink

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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#65

Beitrag von Pale Moon » Freitag 15. November 2019, 22:43

Also sind meine jetzt 22°C zum Gären zu viel? Ich werde noch ganz wuschig...
Viele Grüße
Pale Moon

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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#66

Beitrag von hyper472 » Freitag 15. November 2019, 23:12

Pale Moon hat geschrieben:
Freitag 15. November 2019, 22:43
Also sind meine jetzt 22°C zum Gären zu viel? Ich werde noch ganz wuschig...
Kein Grund, sich aufzuregen (ja, ich hätte mich darüber vor ein paar Jahren auch aufgeregt :Greets ). Dieter hat’s in Post 54 gesagt: mach Dich nicht verrückt, genieße das Leben und ein schönes Bierchen und freu Dich auf Dein Bier. Die Notti wird jenseits von 20° manchmal etwas fruchtig/erdbeerig, das ist alles, was Dir bis jetzt „passiert“.
Lass jedenfalls den Deckel drauf und fummel nicht dran rum, das Infektionsrisiko lohnt sich nicht einzugehen.
Viele Grüße, Henning
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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#67

Beitrag von Pale Moon » Samstag 16. November 2019, 07:37

Das Rezept ist eigentlich ein Pale Ale, aber das ist mir egal - Hauptsache, es schmeckt. Allerdings wäre erdbeerig wirklich etwas ganz Neues für mich. :Wink Den Deckel habe nach dem Anstellen am 10.11. bis jetzt nicht geöffnet und werde mich weiter gedulden.

Wann (frühestens/ spätestens) sollte ich denn die erste Messung machen?
Viele Grüße
Pale Moon

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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#68

Beitrag von Augenfeind » Samstag 16. November 2019, 08:35

Pale Moon hat geschrieben:
Samstag 16. November 2019, 07:37
Wann (frühestens/ spätestens) sollte ich denn die erste Messung machen?
Wenn die Gärung gut losgegangen ist und es die ersten Tage schön "geblubbert" hat, dann kannst Du durchaus nach 7 Tagen messen - mit ein wenig Glück ist dann die Gärung schon durch und Du hast keinen Schaum mehr auf der Bieroberfläche und kannst in die Flaschen abfüllen, nachdem Du dort den Zucker vorgelegt hast.

Was mir enorm geholfen hat, Erfahrungen zu sammeln, war ein klarer Fermenter - ich hatte mir hierzu einen Fermentasaurus angeschafft. Leider sind diese Dinger enorm teuer (wie ich finde), aber die Möglichkeit, jederzeit sehen zu können, wie das Bier gerade aussieht und wie sich der Schaum auf der Oberfläche im Laufe der Zeit verändert, hat mir ein sehr gutes Gefühl dafür gegeben, wie der zeitliche Ablauf bei der Vergärung bei meinen bisherigen obergärigen Bieren unter den Bedingungen, wie sie konstant in meinem Keller herrschen, ist.
Gerade für einen Neuling halte ich so einen Gärbottich aus einem klaren Material für ideal (ich schaue dann auch immer 2mal am Tag nach, was sich gerade tut und habe zu Beginn auch fleißig Fotos gemacht - letzteres hat sich als überflüssig erwiesen).
Wenn Du Geduld hast (die habe ich zum Beispiel gerade am Anfang nicht immer gehabt), kannst Du den Gärbottich auch gerne 2 Wochen stehen lassen. Nach einer Messung weißt Du allerdings recht sicher, ob die Gärung durch ist oder ob Du noch länger warten solltest. Eine feste Zeitregel lässt sich - wie Du sicherlich weißt - nicht aufstellen. Auch das Blubbern oder nicht Blubbern sind keine eindeutigen Indikatoren. Aber stets die gleichen Bedingungen zu haben und möglicherweise auch erst einmal stets das gleiche Bier zu brauen kann helfen, zu verstehen, wann es so weit sein könnte. Nichts toppt Erfahrung und die persönliche Vorgehensweise und die eigenen Kellerbedingungen können dafür sorgen, dass Du vergleichbare Ergebnisse erzielen wirst.

Gruß, Roman.
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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#69

Beitrag von hyper472 » Samstag 16. November 2019, 09:29

Gegen Romans Ausführungen habe ich nichts einzuwenden.
Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, den Gärbottich nach zehn Tagen etwas wärmer zu stellen (oft genügt 1 m Höhenunterschied) und die erste Messung zu machen. Nach zwei Wochen mache ich dann die zweite Messung, die fast immer den Wert der ersten Messung wiederholt.
Vorteil von diesem Rhythmus ist, dass ich, wenn ich am Wochenende gebraut habe, auch am Wochenende wieder abfüllen kann.
Großes Lob dafür, dass du den Deckel bisher drauf gelassen hast! :thumbup
Viele Grüße, Henning
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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#70

Beitrag von Pale Moon » Samstag 16. November 2019, 09:52

Dankeschön! :Smile

In der Tat hat das Anstellen am Wochenende diesen Vorteil, und ich werde vielleicht dann morgen (nach einer Woche) zum ersten Mal aufmachen und mit demselben Refraktometer messen (zeigt ° Brix an). Die online Rechner kenne ich. Ich bin schon gespannt...

PS:
Aus einem anderen Thread kam noch der gute Hinweis auf 70% Isopropanol zum Desinfizieren (des Auslaufhahns am Gäreimer), falls es hier Quereinsteiger und Anfänger wie mich interessiert.
Viele Grüße
Pale Moon

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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#71

Beitrag von hyper472 » Samstag 16. November 2019, 09:57

Gut, dass du es ansprichst: nimm bloß keine Proben über den Hahn! Der versifft dir bis zum Abfüllen. Mach den Deckel auf, und ziehe mit einer 100 ml Spritze (für eine Spindel) oder einer Pipette (für ein Refraktometer) deine Probe. Vorher mit Isoprop einsprühen. Der Hahn sollte zu sein bis zum Abfüllen.
Viele Grüße, Henning

Edit:Isoprop
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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#72

Beitrag von Pale Moon » Samstag 16. November 2019, 18:14

Oja, guter Hinweis, danke!

Zum Isoprop (am Hahn, später):
Verdunstet der vollständig nach dem Einsprühen? Käme statt Isopropanol auch Ethanol in Betracht zum Desinfizieren? Der ist wenigstens bekömmlich - Isoprop nicht. :Wink
Viele Grüße
Pale Moon

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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#73

Beitrag von Augenfeind » Samstag 16. November 2019, 19:25

Also in Krankenhäusern wird Isopropanol 70%ig genommen - das dringt relativ gut durch die Zellwände und hilft auch gegen Pilze, also Fremdhefen. Benutze ich immer und für alles beim Brauen, und bisher klappt es einwandfrei.
"Ein ernst zu nehmender Staat benötigt eine eigene Fluggesellschaft und ein eigenes Bier. Eine Fußballmannschaft oder Nuklearwaffen helfen, aber ein Bier ist Minimalvoraussetzung." (Frank Zappa)

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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#74

Beitrag von Pale Moon » Montag 18. November 2019, 12:18

So, heute bei 21,0 °C über vorsichtig geöffnetem Deckel und ohne Umrühren o.ä., mittels zuvor abgekochter Pipette im selben Refraktometer mit Temperatur-Korrektur abgelesen: 7,6 °Brix (vor dem Anstellen bei ca. 23 °C: 14,4 °Brix). Hmm... :Waa

Ich vermute, dass da noch etwas geht/gehen sollte, d.h. dass ich noch weiter gären lassen und am nächsten Wochenende nochmal messen sollte. Da ich keine Bierspindel habe, muss ich mich auf die Refraktometer-Werte zumindest bei diesem 1. Sud verlassen. Seht Ihr das auch so, oder habt Ihr noch ein paar Tipps für mich? :Smile


Nach Fabian Kaisers Biercalcs, Rechner "Alkoholgehalt des endvergorenen Bieres", kommt folgendes heraus (eingegebene Werte in Fett):
  • Stammwürze: 14,4 °Brix
  • Jungbier: 7,6 °Brix
  • Scheinbarer Endvergärungsgrad: 73,81 %
  • Tatsächlicher Endvergärungsgrad: 59,79 %
  • Scheinbarer Restextrakt: 3,49 %
  • Tatsächlicher Restextrakt: 5,36 %
  • Alkoholgehalt: 5,21 Vol. %
Wenn ich aber meine abgelesenen °Brix-Werte mittels des Rechners "Umrechnung von Plato, Brix und Specific Gravity (SG)" in °Plato umrechne...
  • Stammwürze: 14,4 °Brix = 13,8528 °Plato
  • Jungbier: 7,6 °Brix = 7,3112 °Plato
... und die °Plato-Werte in den o.g. Rechner eingebe, kommen ganz andere Werte heraus - trotz vorheriger Umrechnung von °Brix nach °Plato:
  • Stammwürze: 13,8528 °Plato
  • Jungbier: 7,3112 °Plato
  • Scheinbarer Endvergärungsgrad: 47,22 %
  • Tatsächlicher Endvergärungsgrad: 38,25 %
  • Scheinbarer Restextrakt: 7,31 %
  • Tatsächlicher Restextrakt: 8,55 %
  • Alkoholgehalt: 3,47 Vol. %
Ich verstehe nicht, weshalb ganz andere Ergebnisse angezeigt werden, wenn man zuvor die °Brix in °Plato umrechnet und im anderen Rechner dann statt °Brix die Werte in (den umgerechneten) °Plato eingibt. Was übersehe ich?

Nochmals meinen herzlichen Dank für Eure Hilfe! :Greets
Viele Grüße
Pale Moon

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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#75

Beitrag von tauroplu » Montag 18. November 2019, 12:28

...Du übersiehst vor allem den Alkoholfehler bei der Refraktometrischen Messung des Jungbieres. Hier ist einer der üblichen Refraktometerkorrekturrechner: https://brauerei.mueggelland.de/refracto.html

Ach, ja, schwer zu sagen, ob da noch was geht, aber wenn die Oberfläche des Jungbieres keine Schauminseln aus feinporigem Schaum mehr aufweist, ist die Gärung i.a. durch. Die errechneten Werte mit dem verlinkten Refraktorechner passen ganz gut zu Deiner Startstammwürze. Natürlich hat die Schüttungszusammensetzung nochmal einen Einfluss, vor allem aber wie lange Du die Maltoserast gefahren hast.
Beste Grüße
Michael

„Lass die anderen mit Fichten- und Tannensprossen würzen, der Hopfen ist das Beste, was die Natur uns bietet.“
Aus "Das Erbe des Bierzauberers" von Günther Thömmes, Gmeiner Verlag

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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#76

Beitrag von Pale Moon » Montag 18. November 2019, 15:04

Herzlichen Dank für Deinen Hinweis! :Smile Damit ergibt sich (mit dem Müggelland Refracto-Rechner):

Messwerte:
Stammwürze: 13,8528 °Plato
Refraktometer-Messwert: 7,6 °Brix

Ergebnis [in Klammern die Werte von Biercalcs, a) direkt über °Brix, b) via Umrechnung in °Plato]:
Scheinbarer Restextrakt: 3,6 °Plato [a) 3,49 %; b) 7,31 %]
Scheinbarer Vergärungsgrad: 74 % [a) 73,81 %; b) 47,22 %]
Tatsächlicher Restextrakt: 5,4 °Plato [a) 5,36 %; b) 8,55 %]
Tatsächlicher Vergärungsgrad: 61 % [a) 59,79 %; b) 38,25 %]
Alkoholgehalt: 5.6 %vol [a) 5,21 %vol; b) 3,47 %vol]

Da die Stammwürze ja noch keinen Alkohol enthält, ist die Umrechnung von °Brix in °Plato mit dem Biercalcs-Rechner ja ok, nehme ich an. Die neuen Zahlen vom Müggelland Refracto-Rechner weichen dann auch nur wenig von denen vom Biercalcs-Rechner ab, wenn ich bei letzterem direkt mit °Brix rechne.

Schaumkronen auf der Oberfläche meines Jungbieres gab es am Morgen nach dem vorabendlichen Anstellen (durch den halbtransparenten Eimer sichtbar) mit deutlichem Gluckern im Gärröhrchen. Einen oder zwei weitere Tage darauf waren die Schaumkronen - soweit ich das von außen beurteilen konnte - in sich zusammengefallen. Jetzt beim ersten Öffnen des Deckels zwecks Probenentnahme war da kein Schaum mehr, und es roch schon schön nach Bier. Soll ich noch warten oder jetzt abfüllen?

Nochmals vielen Dank! :thumbsup
Viele Grüße
Pale Moon

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#77

Beitrag von tauroplu » Montag 18. November 2019, 15:20

Nun, ob Du abfüllen kannst, hängt davon ab, ob die Oberfläche tatsächlich frei von Schauminselchen ist. Grobblasiger Schaum ist ok, dann ist die Gärung durch. Aber wenn es da noch so feinporige Schaumstellen gibt, kann das noch ein, zwei Tage stehenbleiben. Ich vergäre auch OG bei 20°C und ich lasse standardmäßig meinen Gärbottich 14 Tage stehen und fülle dann ab.
Beste Grüße
Michael

„Lass die anderen mit Fichten- und Tannensprossen würzen, der Hopfen ist das Beste, was die Natur uns bietet.“
Aus "Das Erbe des Bierzauberers" von Günther Thömmes, Gmeiner Verlag

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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#78

Beitrag von Pale Moon » Montag 18. November 2019, 15:45

Dann lasse ich das auch erst einmal stehen. 5-6 Tage länger als unbedingt nötig schadet doch wohl nichts? Am nächsten Wochenende habe ich mehr Zeit zum Abfüllen, und ich will jetzt nicht nochmal den Deckel aufmachen und nachschauen. :Wink
Viele Grüße
Pale Moon

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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#79

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Montag 18. November 2019, 15:58

Pale Moon hat geschrieben:
Montag 18. November 2019, 15:45
Dann lasse ich das auch erst einmal stehen. 5-6 Tage länger als unbedingt nötig schadet doch wohl nichts? Am nächsten Wochenende habe ich mehr Zeit zum Abfüllen, und ich will jetzt nicht nochmal den Deckel aufmachen und nachschauen. :Wink
Noch ein Tip absseits vom Thema:
Vergiß nicht, baldigst den nächsten Sud zu machen mit all den Erfahrungen die du jetzt hast.
Der erste braucht nach dem Abfüllen und der Flaschengärung ja noch einiges an Zeit und ist voraussichtlich getrunken, bevor er reif ist (so wars bei meinem Sud Nr. 1).

Weiter viel Spaß und Erfolg
Dieter
Brau, schau wem.

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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#80

Beitrag von tauroplu » Montag 18. November 2019, 17:37

Ja, lass es noch ein paar Tage stehen, schadet nix.
Beste Grüße
Michael

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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#81

Beitrag von hyper472 » Sonntag 24. November 2019, 19:18

Hallo zusammen,

wenn es eine todsichere Methode gibt, untergärige Hefe von der Arbeit abzuhalten, ich habe sie gefunden. Ich weiß nur nicht, welche…

Nach etlichen - meinen Ansprüchen genügenden - obergärigen Suden versuche ich mich seit Sommer untergärig. Zwei Sude, einer mit Brewfirm Lager aus der Tüte und einer mit W34/70 von einer Brauerei in der Nähe wollten schon nicht vernünftig vergären, Details erspare ich uns.

Mein letzter Sud war ein rauchiges Dunkles, 28l,
je 1,5 kg PiMa, MüMa und Wiener Barke, 350 gr Rauchmalz, 150gr Röstgerste,
knapp 11°P,
eingemaischt bei 45°C, 20min Maltoserast, 30min Verzuckerungsrast, 10min bei 78°C.
Der Brautag verlief problemlos bis darauf, dass ich mit der alten Pumpe nur bis 18°C unterkühlen konnte.
Bei ebendiesen 18°C mit zwei rehydrierten Päckchen Mangrove Jacks M76 Bavarian Lager angestellt, in die Kühltruhe gestellt und auf 7-9°C runtergekühlt.
Keine Gäraktivität.
Nach 55 Stunden toter Hose im Gärfass habe ich geerntete Z001 eines Kollegen reingekippt und die Gärung kam in Gang. RE 3°P, ist gerade in der Nachgärung.

Gestern dann ein Katastrohensud:
28l Rotbier,
je gut 2kg Wiener Barke und Wiener Gerste, 500gr. CaraRed, 240 gr Melanoidin.
Eingemaischt bei 45°C, 30min Maltoserast, 30min Verzuckerungsrast, dann gekocht… Geschickterweise habe ich nämlich beim Läutern vergessen, den Einkocher-Maischebottich abzuschalten (eigentlich wollte ich sogar auf die 78°C-Rast verzichten). Man merkt das daran, dass die Würze nicht klar läuft und die bereits geläutert Würze sehr schnell kocht. Bis dahin hatte ich schon ca. 5l geläutert. Alles ausgeschaltet, Pause, bis die Maische wieder unter 70°C war und ca. 2kg PiMa zugegeben, nochmal eine Stunde abfallende Kombirast, danach war´s tatsächlich jodnormal. Die bereits geläuterte Würze wurde zum Nachguss und die ganze Suppe war dann in der Sudpfanne auch optisch klar. Hat mich ein paar Stunden gekostet, aber möglicherweise konnte ich den Sud so retten.
Dadurch wurden es statt der avisierten 11°P 15°P, aber nur 26l. OK, Weihnachten trinkt man ja auch mal was gehaltvolleres.
Runtergekühlt (mit neuer Pumpe) auf 13°C und ab mit der Würze in die Kühlung mit 8-10°C. Dort stand schon die einen Tag vorher geerntete Hefe des o.g. vorherigen Sudes im Erlenmeyer, also eine Mischung aus beleidigter MJ M76 und lebensbejahender Z001. Hefenahrung (Baumarktqualität) rein und Rührfisch angeturnt. Nach ca. 5 Stunden angestellt. Weder die Würze noch das frisch angestellte Jungbier belüftet -> Fehlerquelle 1?
Jetzt, nach 20 Stunden, keinerlei Aktivität, kein Überweißen, nichts.

Bei den beiden oben nur kurz erwähnten Suden und dem Dunklen vermute ich, dass die Hefe es nicht mochte, runtergekühlt zu werden - wie Andy es ja beschreibt. Beim Sud von gestern habe ich keine Ahnung, was der Fehler beim Anstellen war.

Daher die Fragen:
1.) was mache ich falsch?
2.) Wie stellt Ihr untergärig an?
a) Rehydriert Ihr Trockenhefe in kaltem Wasser und gebt sie in die kalte Würze oder
b) kühlt Ihr warm rehydrierte Hefe auf Anstelltemperatur runter und gebt sie in die kalte Würze oder
c) gebt Ihr warme rehydrierte Hefe in die kalte Würze oder
d) gebt Ihr warme rehydrierte Hefe in die warme Würze und kühlt dann runter?
3.) Belüftet Ihr die Würze oder Ihr nur die Hefe? Wenn Ihr die Würze belüftet, vor oder nach dem Anstellen?
4.) UG habe ich nur noch ein Päckchen S23. Reinschmeißen?

Viele Grüße, Henning

PS: Den Thread von Andy habe ich eben erst beachtet. Bisher - OG - hat ja alles geklappt.
PPS: Die o.g. Z001 ist diese hier: https://www.braupartner.de/Z001/20L
PPPS: Danke an Andy für die Anleitung oben!
"Das Bier aber macht das Fleisch des Menschen fett und gibt seinem Antlitz eine schöne Farbe durch die Kraft und den guten Saft des Getreides."
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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#82

Beitrag von Pivnice » Sonntag 24. November 2019, 20:50

Katastrohensud Anstellmenge ? (geschätzt)
braumagazin /Starter kennst du sicherlich
Zielwerte für untergäriges Bier von 1 bis 1,2*10 hoch 6 Zellen/ml pro Grad Plato (was bei einem Vollbier ca. 10 bis 15*10 hoch 6 Zellen/ml entspricht)
Hubert
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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#83

Beitrag von Ladeberger » Sonntag 24. November 2019, 21:22

Hallo Henning,

bei den ganzen Blumen komme ich ja gar nicht drumherum, dir zu antworten :Wink

Ich denke das Hauptproblem lag darin, dass die Erntehefe ohne Belüftung keine guten Bedingungen zu Vermehrung vorgefunden hat. Das birgt zusätzlich qualitative Probleme, denn was unter diesen Bedingungen an junger Hefe entsteht, ist auch nicht besonders fit und zieht dann oftmals nicht richtig durch.

Über die genaue Anstellmenge hast du auch nichts geschrieben, das könnte ein weiteres Problem gewesen sein. Und: Hefenahrung aus dem Baumarkt ist in der Regel auf den typischen Nährstoffdefizit in Trauben- und Obstmaischen eingestellt, hilt also bei Bier nicht besonders viel.

Zu den Fragen:
Untergärige Trockenhefe generell nach Packungsanleitung warm rehydrieren (manche Stämme auch in dünner Würze), dann mit nicht mehr als 1 K/min auf Anstelltemperatur abkühlen. Trockenhefe in empfohlener Dosierung muss nicht belüftet werden, aber man sollte natürlich trotzdem eine gründliche Vermischung mit der Würze sicherstellen. Ein kräftiges Aufziehen ist also auch hier zu empfehlen!

Gruß
Andy

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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#84

Beitrag von hyper472 » Sonntag 24. November 2019, 22:24

Pivnice hat geschrieben:
Sonntag 24. November 2019, 20:50
Katastrohensud Anstellmenge ? (geschätzt)
braumagazin /Starter kennst du sicherlich
Zielwerte für untergäriges Bier von 1 bis 1,2*10 hoch 6 Zellen/ml pro Grad Plato (was bei einem Vollbier ca. 10 bis 15*10 hoch 6 Zellen/ml entspricht)
Anstellmenge waren gewogene 25 1/2 liter.
Den Artikel im Braumagazin kenne ich. Ich verstehe nicht, warum so auf ihn verwiesen wird, denn mir sagt er wenig - er fängt nicht bei Null an, und ich bin nur bei 0,1. Er springt hin und her zwischen Erntehefe, propagierter Flüssighefe oder Trockenhefe oder Hefe aus Schrägagar ohne zu sagen, wann wieviel ich von welcher Sorte auf wieviel Würze gebe, wenn ich nicht über eine Zählkammer verfüge. Genau das sind aber meine Fragen... (Moritz, sorry, dass ich hier Deinen Artikel kritisiere - er hilft vielen anderen!).
Die Zahlen kenne ich aus Yeast, danke. Deckt sich nahezu mit dem Ergebnis von MrMalty http://mrmalty.com/calc/calc.html, zumindest wenn man gerade frisch geerntet hat. Der Anstellmenge bin ich also auf der Spur, der Rest wird eine Frage der Erfahrung sein.
Wo ich sehr unsicher bin ist die Frage nach der Temperatur und nach der Belüftung.
Danke und Grüße,
Henning
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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#85

Beitrag von hyper472 » Sonntag 24. November 2019, 22:33

Hallo Andy,

bitte sehr, manchmal müssen Blumen auch mal sein!
Ladeberger hat geschrieben:
Sonntag 24. November 2019, 21:22
die Erntehefe ohne Belüftung keine guten Bedingungen zu Vermehrung vorgefunden hat.
Die Erntehefe war ja gut gerührt. Die Würze muss also auch belüftet werden?
Ladeberger hat geschrieben:
Sonntag 24. November 2019, 21:22
Über die genaue Anstellmenge hast du auch nichts geschrieben,
Das waren ca. 250ml
Ladeberger hat geschrieben:
Sonntag 24. November 2019, 21:22
Hefenahrung aus dem Baumarkt ist in der Regel auf den typischen Nährstoffdefizit in Trauben- und Obstmaischen eingestellt, hilt also bei Bier nicht besonders viel.
Again what learned, danke.
Ladeberger hat geschrieben:
Sonntag 24. November 2019, 21:22
dann mit nicht mehr als 1 K/min auf Anstelltemperatur abkühlen.
Also Antwort 2b ;-)
Hast Du noch einen Tipp, wie ich die Hefe schonend runterkühle? Sonst mache ich mal einen Versuch in der Kühlung und male mir eine Temperaturkurve.

Danke nochmal!
Henning
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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#86

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Samstag 28. Dezember 2019, 18:40

Wird der Raum während der Gärung auch von den anderen Mietern betreten? Dann ist das kritisch. Sicherheitshalber sollte dann beim Betreten eine brennende Kerze aufsgestellt werden, wie es früher bei den Winzern geschah. Heute gibt dafür es el. CO2 Warnmelder.
Wenn die Möglichkeit besteht, den Raum während der Gärung dauerhaft leicht geöffnet zu halten, ist das nat. das sicherste.
Vielleicht kannst du das mit den Mietern für ein paar Tage vereinbaren?

Edit:
Da hat sich was in den falschen thread geschlichen.
Sorry, Dieter
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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#87

Beitrag von Wolferl » Mittwoch 29. Januar 2020, 00:56

Servus,

gibt es hier Kenner der Wyeast 2308 in Verbindung mit Münchener Hellem? Ich habe folgendes Problem :crying :
Ich wollte grün schlauchen und habe eine Schnellgärprobe bei Zimmertemperatur durchgeführt. Nach einer Weile blieb die Vergärung bei 2,5°P, sprich 80,16% SEVG und 64,93% tatsächlichem Endvergärungsgrad stehen. Nun beobachte ich aber bei Tag 13 der Gärung bei 4,1°P, dass der Plato- Wert nicht mehr in dem Maße sinkt wie vorher, nur noch mit ca. 0,1-0,2°P/Tag.

Meine Stammwürze lag bei 12,6°P
Ich verwende 100% Pilsener Malz
1. Einmaischen bei 57°C
2. 45 min Rast bei 63°C
3. 45 min Rast bei 73°C
4. 10 min Rast bei 78°C, dann abmaischen
Nach >70 min Hopfenkochen abkühlen, Whirlpool und auf der Packung angegebene Anstelltemperatur von ca. 20°C abkühlen. Ich habe zwei Smackpacks der Wyeast 2308 auf 30l Würze gegeben, ohne vorher einen Starter gemacht zu haben. Der Hefe ging es augenscheinlich gut und hat die Packs ziemlich aufgebläht. Nach dem Zugeben bei 20°C habe ich auf ca. 9°C abgekühlt und starkt belüftet. Min 45 min mit einer Aquariumpumpe. Dann habe ich bei 9°C konstant vergären lassen.

Während der Vergärung ist mir aufgefallen:
1. Die Hefe brauchte zwischen 24-48h um anzukommen. Das ist deutlich länger als die Wyeast 2124, die ich bei gleichem Vorgehen zuvor verwendet habe. Die Hefe war frisch gekauft und noch nicht alt.
2. Vom 3. bis zum 11. Tag hat sie konstant mit 0,9°P vergoren.
3. ab Tag 11 hat sich trotz Diacetylrast bei 15°C die Vergärrate auf 4.5°P halbiert
4. von Tag 12 auf 13 habe ich nur noch eine Rate von 0,2°P gehabt.

Es sah also so aus, als würde die Gärung bei knapp unter 3,9 P zum stehen kommen. Aber die Schnellgärprobe zeigte zweimal! dass es eigentlich 2,5°P werden sollten. Was ist hier los? 14 Tage Hauptgärung sind ohnehin schon stolz, aber dann nur ein tatsächlicher EVG von 55% ist ja viel zu wenig.

Meine zwei Fragen also:
1) Warum ist meine Schnellgärprobe nicht aussagekräftig? Was mache ich falsch?
2) Was soll ich jetzt tun? Einfach weiter abwarten und ggf. mit Zucker nachsetzen?

Ich habe die Plato-Werte jeden Tag bei genau 20°C gespindelt und die Werte in einen Graphen eingetragen. Die gelbe Kurve ist die Vergärkurve der Wyeast 2124 und die blaue die der Wyeast 2308. Vielleicht hilft das ja bei der Analyse.
2020-01-29 00_54_08-Berechnungen Helles - Excel.png
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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#88

Beitrag von Pivnice » Mittwoch 29. Januar 2020, 02:33

Nach dem Zugeben bei 20°C habe ich auf ca. 9°C abgekühlt -> unorthodox und der Hefe nicht zuträglich
14 Tage Hauptgärung sind ohnehin schon stolz -> nein völlig im Rahmen bei 9 Grad C.
Hubert
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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#89

Beitrag von ggansde » Mittwoch 29. Januar 2020, 06:37

Moin,
merkwürdiger Maischeplan. Evtl. hast Du durch einen Temperaturfehler Würze hergestellt, die bei niedrigen Temperaturen nicht so hoch vergärt (merkwürdig, dass es bei der SVG wohl geklappt hat). Wie schon gesagt, dast Du der Hefe beim Anstellen keinen Gefallen getan. Ab 55% sEVG kannst Du schon gerne mit der Temperatur hochgehen. Vielleicht tut sich dann noch etwas. Am Schluss solltest Du mit dieser Hefe bei ca. 3 °P zufrieden sein.
VG, Markus
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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#90

Beitrag von Johnny H » Mittwoch 29. Januar 2020, 09:57

Mit der Wyeast 2308 habe ich bei hellen Bieren 77% und zwei Mal 79% sEVG erreicht, aber ich habe auch Starter gemacht und kalt angestellt. Gärzeit zwischen zwei und drei Wochen.

Meine Erfahrung mit den Wyeast-Päckchen ist, dass diese sehr empfindlich sein können, gerade die UG Hefen. Nach ein paar Monaten (nach Herstellung) und besonders, wenn dann noch ein paar Tage warme Lagerung (durch z.B. Versand) dabei waren, können die schon ziemlich inaktiv sein. Ich schaue deswegen immer, wie schnell sie sich aufblähen: je länger das dauert, umso weniger Hefezellen sind noch da, und die kriegt man auch durch das Smacken nicht wiederbelebt.

Weißt Du noch, wie alt Dein Päckchen war bzw. das Herstelldatum?

Ansonsten würde ich jetzt mal mit der Temperatur schrittweise nach oben gehen, wie bereits geraten wurde.
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
(E. Jalowetz, Pilsner Bier im Lichte von Praxis und Wissenschaft, 1930)

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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#91

Beitrag von Wolferl » Mittwoch 29. Januar 2020, 11:48

Wow, danke für die schnelle Antwort!

Ich fasse zusammen:
- Hefestarter ratsam
- nicht von 20°C auf 9°C herunterkühlen mit der Hefe. Ich würde dann einen Starter bei 9°C ansetzen und den dann in die abgekühlte Würze geben.
- weniger als 3°P sind nicht zu erwarten
- Ab 55% sEVG mit der Temperatur hoch gehen. Ich habe bisher bei 30% tatsächlichem EVG angefangen, die Temperatur hochzufahren, das war wohl zu früh.

Ich weiß leider nicht mehr wie alt die Packs genau waren...
Was mich nach wie vor irritiert ist, dass die SVG bei 2,5 angekommen ist. Mache ich die vielleicht falsch? Ich habe ca. 100ml Bier in einen Plastikbecher gefüllt und einen nicht zu 100% abdichtenden Deckel drauf draufgemacht, damit das CO2 entweichen kann. Der Becher sieht aus wie ein Trinkbecher. Soll man die SVG einmal aufschütteln, wenn sich die Hefe absetzt?

77 und 79% sEVG wären demnach bei mir 2,6 bis 2,9°P Restextrakt bei mir. Da die Vergärung bei der Wyeast 2124 auch bei ca. 3,5°P beendet war, vermute ich fast auch einen Fehler im Maischeplan. Ich werde mich da mal schlau machen. Bin übrigens auch noch blutiger Anfänger und habe einfach den Maischeplan aus dem Buch von Hubert Hanghofer übernommen :D

Die Menge der Hefe sehe ich hier eher nicht als Problem. Die gleiche Menge Würze wurde bei der 2124 mit derselben Gärrate sogar noch schneller vergoren und da habe ich nur 1 Pack genommen, was eigentlich zu wenig für die Menge gewesen ist (18l empfohlen). Ich denke, wenn die 0,9-1°P pro Tag erreicht werden, ist die Hefe ausreichend und vital. Der Verlauf ist linear und ist anscheinend nach oben hin begrenzt. Wäre interessant zu wissen warum....
Am Ende der Gärung nähert sich der Plato- Wert dem Wert des Restextraktes in immer kleineren Schritten an. Der Wert stellt quasi eine horizontale Asymptote dar. Ich denke, das hängt mit dem Abnehmen der Konzentration von vergärbaren Zuckern in der Würze zusammen und eine Abnahme der Vergärrate kündigt das Ende der Vergärung an.

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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#92

Beitrag von Johnny H » Mittwoch 29. Januar 2020, 12:15

Wolferl hat geschrieben:
Mittwoch 29. Januar 2020, 11:48
[...]

Ich fasse zusammen:
- Hefestarter ratsam
- nicht von 20°C auf 9°C herunterkühlen mit der Hefe. Ich würde dann einen Starter bei 9°C ansetzen und den dann in die abgekühlte Würze geben.
- weniger als 3°P sind nicht zu erwarten
- Ab 55% sEVG mit der Temperatur hoch gehen. [...]

Ich weiß leider nicht mehr wie alt die Packs genau waren...
Was mich nach wie vor irritiert ist, dass die SVG bei 2,5 angekommen ist. Mache ich die vielleicht falsch? Ich habe ca. 100ml Bier in einen Plastikbecher gefüllt und einen nicht zu 100% abdichtenden Deckel drauf draufgemacht, damit das CO2 entweichen kann. Der Becher sieht aus wie ein Trinkbecher. Soll man die SVG einmal aufschütteln, wenn sich die Hefe absetzt?
[...]
Die Menge der Hefe sehe ich hier eher nicht als Problem. [...]
Den Starter ziehst Du am besten bei Raumtemperatur hoch, nicht bei 9°C. Erst vor dem Anstellen sollte er einigermaßen langsam runtergekühlt werden. Das kann man über den Kühlschrank machen, oder indem man schluckweise (ca. alle 10 min) kalte Würze gibt, bis Startertemperatur und Würzetemperatur annähernd auf gleichem Niveau sind.

Bei der Schnellvergärprobe hast du vermutlich keinen Fehler gemacht, es sei denn, die ist sauer geworden. Dann kann der sEVG vermutlich auch niedriger ausfallen, und in der Luft schwirrt so einiges rum. Wie lange steht denn die Schnellvergärprobe schon?

Die Menge an vitaler Hefe kann schon ein Problem sein: wenn Deine Päckchen nicht mehr frisch waren, ist automatisch durch Absterben weniger vitale Hefe drin. Ein (wenngleich nicht sehr objektives) Maß dafür ist die Geschwindigkeit, mit der sich das Päckchen aufbläht. Da hatte ich schon obergärige Packs, bei denen schon nach einer halben Stunde eine leichte Reaktion zu sehen war, aber auch untergärige, bei denen auch nach 19 h das Päckchen noch flach war. Weißt du noch, wie schnell sich Dein Päckchen aufgebläht hat?
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#93

Beitrag von Wolferl » Mittwoch 29. Januar 2020, 14:23

Danke Johnny, dann mache ich das mit dem Starter so.

Die Schnellvergärprobe stand auf der Heizung für zwei Tage. Ich habe nach einem Tag gespindelt, festgestellt, dass es noch nicht soweit war (3,5) und das gespindelte wieder in den Becher zurückgekippt. Nach einem weiteren Tag waren die Proben dann bei 2,5.
Ich habe das Gefühl, dass man bei der Gärprobe sedimentierte Hefe nicht unbedingt wieder aufwirbeln sollte. Durch ein "Forcieren" durch aufschwenken oder umfüllen kann ich mir vorstellen, dass ein ganz anderer Wert zustande kommt, als bei der Hauptgärung am Ende. Also werde ich die Probe einfach lange genug stehen lassen und erst am Ende einmal spindeln.

Die beiden Päckchen haben sich nach 6h komplett aufgebläht. Ich gehe davon aus, dass die Hefe also gut war, aber wahrscheinlich habe ich sie mit dem abrupten Abkühlen auf 9°C geschädigt. Das mache ich in Zukunft besser.

Danke für die tolle Hilfe, ich weiß jetzt, wo ich ansetzen muss :Smile

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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#94

Beitrag von Johnny H » Mittwoch 29. Januar 2020, 15:46

Wolferl hat geschrieben:
Mittwoch 29. Januar 2020, 14:23
[...]
Die beiden Päckchen haben sich nach 6h komplett aufgebläht. Ich gehe davon aus, dass die Hefe also gut war, aber wahrscheinlich habe ich sie mit dem abrupten Abkühlen auf 9°C geschädigt. Das mache ich in Zukunft besser.
[...]
Das klingt alles vernünftig und nach frischer Hefe. Kann also gut sein, dass sie Dir das warme Anstellen und nachfolgende Runterkühlen übelgenommen hat.

Schnellvergärprobe und Bier sollten allerdings nahezu auf den gleichen Wert kommen, wobei ich schon lange keine SVP mehr gemacht habe.

Nachtrag: hier sind noch zwei Threads, wie man effektiv runterkühlen kann und zum generellen UG-Brauen:
https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic.php?f=7&t=23472
https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic.php?f=7&t=22951
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#95

Beitrag von toaster » Montag 24. Februar 2020, 10:53

Ich stell' meine Frage mal hier rein. Ich habe Alt-Phexs Rezept von MaischeMalzundMehr nachgebraut (https://www.maischemalzundmehr.de/index ... te=Altbier). Vorneweg: Das Bier wurde sehr gut!

Ich habe wie im Rezept angegeben die Brewferm Top Hefe genommen. Allerdings habe ich nicht bei 20°C vergoren, sondern bei 14° angestellt und sie dann bis 15.5°C kommen lassen. Es heisst auf der Brewferm Top, dass 20°C vorgesehen sind, was ich einfach ignoriert habe :P .
Die Gärung startete super (Stammwürze 12.1°P), blieb jedoch bei 5.1°P stehen. Ich zog die Hefe nochmals auf und stellte die Temperatur wärmer, viel tat sich aber nicht mehr. Am Schluss waren es 4.6°P und somit 62% EVG (statt der erwarteten 68-70%).

Die Abweichung ist nicht riesig ich weiss. Im Side to Side Vergleich mit Hövels Alt war der Unterschied nicht gross. Die Farbe identisch, der Geruch gleich nur geschmacklich war meines leicht süsser (was ja durch die geringere Vergärung erklärbar sein könnte).

Nun aber zu meiner Frage: Ich möchte das Bier nochmals brauen. Würdet ihr wieder die Brewferm Top nehmen und hoffen, dass es dieses Mal mehr vergärt? Ich bin irgendwie der Meinung, dass es nicht an den Temperaturen gelegen haben kann, da die Gärung ja super startete (bei "tiefen" Temperaturen). Oder soll ich eine andere Hefe nehmen (und hoffen, dass sich der Geschmack nicht zu stärk ändert)?

Hier noch der Gärungsverlauf:
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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#96

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Dienstag 25. Februar 2020, 01:49

toaster hat geschrieben:
Montag 24. Februar 2020, 10:53
Ich habe wie im Rezept angegeben die Brewferm Top Hefe genommen. Allerdings habe ich nicht bei 20°C vergoren, sondern bei 14° angestellt und sie dann bis 15.5°C kommen lassen. Es heisst auf der Brewferm Top, dass 20°C vorgesehen sind, was ich einfach ignoriert habe :P .
Die Gärung startete super (Stammwürze 12.1°P), blieb jedoch bei 5.1°P stehen. Ich zog die Hefe nochmals auf und stellte die Temperatur wärmer, viel tat sich aber nicht mehr. Am Schluss waren es 4.6°P und somit 62% EVG (statt der erwarteten 68-70%).
Da hast du alles richtig gemacht. Das Alt Nr. 1 ist eine super Wahl.
Das kalte Anstellen und die niedrige Gärtemperatur haben verhindert, dass die Top "durchdreht" und in 1-2 Tagen komplett durchgärt, was wiederum dein Alt besser schmecken lässt.
Die Brewferm Top gehört zu einer kleinen Gruppe von Hefen, die keine Maltotriose vergären. Vergärungsgrade über 60-65% sind daher mit dieser Hefe schwer zu erreichen.
"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
"Nein! Was Böses!"
"Alkoholfreies Bier??? ..."
-----------
Viele Grüße
Jens

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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#97

Beitrag von toaster » Dienstag 25. Februar 2020, 13:49

Vielen Dank für die Antwort. Wie sich die unterschiedlichen Hefen genau verhalten und was für Aromen bei unterschiedlicher Führung erzielt werden können ist für mich noch Neuland. Gibt es da nebst dem selber ausprobieren gute Literatur? Habe auf Anhieb mal Chris Whites "Yeast: The Practical Guide to Beer Fermentation" aus der Brewing Elements Series gefunden. Kennt das jemand?

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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#98

Beitrag von Quetsche » Sonntag 19. April 2020, 15:49

Ein Freundliches Hallo in die Expertenrunde.

Ich bin Dirk aus dem Sauerland und ganz neu ins Brauen eingestiegen. Mein erster Sud sollte ein obergäriges süffiges Bierchen werden. Der Brauvorgang hat soweit auch gut geklappt und alles gärt im Fermzilla. Mein Problem ist jedoch, das sich am Platowert seit über einer Woche nichts mehr tut, gebraut habe ich vor 16 Tagen. Im Grunde könnte man annehmen die Gärung wäre einfach durch, der Wert liegt aber konstant bei 9Plato, gemessen mit einem Refraktometer mit Plato Skala. Ausgangsstammwürze war 14,5 Plato.
Es würde mich nicht stören ein leichtes, süffig süßes Bier zu haben. Ich habe aber kein gutes Gefühl dabei ein Bier mit einem so hohen Platowert an Restextrakt in Flaschen abzufüllen, hinterher fliegen mir die Dinger um die Ohren, wenn die Hefe doch noch mal loslegt.
Was kann ich also tun? Ich vermute ein Problem mit der S33, aber wie gesagt bin Anfänger...

Hier mal die Infos zum Brauvorgang
Schüttung
Pale Ale Malz: 8.66 kg (76.9%)
Weizenmalz hell: 1.3 kg (11.5%)
Carapils: 1.08 kg (9.6%)
Haferflocken: 220 g (1.9%)
Gesamt: 11.26 kg
Maischplan:
Einmaischen: 46 °C
1.Rast: 50 °C für 5 min
2.Rast: 64 °C für 25 min
3.Rast: 74 °C für 35 min
Abmaischen: 78 °C

Würzekochen: ? Würzekochzeit: 90 min
Magnum (Vorderwürze):10 g 11% α-Säure
Magnum : 10 g 11% α-Säure , 90 min
Cascade :20 g, 6,4% α-Säure , 15 min
Cascade : 50 g 6,4 % α-Säure , 0 min
Gärung und Reifung: Hefe: S33
Gärtemperatur: 15-18 °C

Es wäre Klasse wenn mir jemand einen Tip geben könnte .
Beste Grüße
Dirk

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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#99

Beitrag von jbrand » Sonntag 19. April 2020, 16:34

Hallo Dirk,
Quetsche hat geschrieben:
Sonntag 19. April 2020, 15:49
Mein Problem ist jedoch, das sich am Platowert seit über einer Woche nichts mehr tut, gebraut habe ich vor 16 Tagen. Im Grunde könnte man annehmen die Gärung wäre einfach durch, der Wert liegt aber konstant bei 9Plato, gemessen mit einem Refraktometer mit Plato Skala. Ausgangsstammwürze war 14,5 Plato.
Vermutlich sind die 9 Plato der Wert, den du direkt am Refraktometer abgelesen hast. Der Wert stimmt so nicht, da du in einer vergorenen Würze nicht nur Zucker sondern auch Alkohol hast. Ein Refraktometer misst nur den Brechungsindex und der ändert sich, wenn Alkohol mit im Spiel ist. Du musst also diesen alkoholbedingten Fehler rausrechnen. Einen Rechner dafür und die genaue Erklärung findest du zum Beispiel hier: https://www.maischemalzundmehr.de/index ... ktorechner

Die Eingabe dort muss in Brix erfolgen, da dein Refraktometer aber in Plato geeicht ist, musst du das erst noch umrechnen. Normalerweise wird hierfür der Faktor 1,03 verwendet, 14,4 Plato entsprechen also 14,83 Brix und 9 Plato 9,27 Brix. Mit diesen Werten kommt man auf einen scheinbaren Restextrakt von 4,9 Plato und einem scheinbaren Endvergärungsgrad von 66 Prozent und das kann tatsächlich ausgegoren sein.

Ich würde noch zwei Tage lang messen und, wenn sich nichts mehr tut, abfüllen.

VG Jens
Viele Grüße

Jens

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Re: FAQ & Anfragen zu Problemen rund um den Gärungsverlauf

#100

Beitrag von hyper472 » Sonntag 19. April 2020, 16:45

Deswegen messe ich seit langem nur noch mit einer Spindel, mit einem Refraktometer kann ich anscheinend nicht umgehen. Meines liegt in einer dunklen Ecke rum, ich nenne es "Randomizer".
Besorge Dir noch eine billige Spindel 1-20°P, das genügt für unsere Zwecke.
Viele Grüße, Henning
"Das Bier aber macht das Fleisch des Menschen fett und gibt seinem Antlitz eine schöne Farbe durch die Kraft und den guten Saft des Getreides."
Hildegard von Bingen (1098-1179)

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